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E_1934_Zeitung_Nr.095

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Apparätchen kann sogar

Apparätchen kann sogar von einem Schüler bedient werden. Die Preise sind infolge des' schmälern Filmbandes beträchtlich geringer. Die Qrösse des projizierten Bildes ist für Schulverhältnisse genügend. *) Es wäre zu begrüssen, wenn recht viele Land- und Stadtgemeinden — ähnlich wie Zürich — ihren Lehrern Gelegenheit geben •würden, den Verkehrsfilm im Unterricht rollenweise vorzuführen und mit den Schülern episodenweise zu besprechen. Dabei muss nochmals betont werden, dass der vorliegende Verkehrsfilm für Kinder nie als Ganzes vorgeführt werden sollte. Selbst der Erwaehsenenfilm wird gewöhnlich nur in Teilen gezeigt, gewöhnlich als Beiprogramm von 10r-15 Minuten. Wieviel eher wird von Lehrern und Schulbehörden darauf Bedacht genommen werden, dass der Film den Kindern nur in kleinsten Teilen vorgeführt, dafür aber unterrichtlich voll ausgewertet wird. Nicht eine stundenlange Vorführung dient der Verkehrsordnung auf der Strasse, sondern eine weise Verteilung des Films auf verschiedene Zeiten, die Abwechslung mit den andern Mitteln der Verkehrserziehung bietet. Zudem empfiehlt sich häufige Wiederholung. Zum Schluss soll allen Mitarbeitern am Vejkehrsfilm für Kinder herzlich gedankt sein, insbesondere auch der Stadtpolizei Zürich. Ihr ist es zu verdanken, dass bei den Aufnahmen kein einziger Unfall mit Kindern vorkam, lag doch in ihren Händen nicht nur die Absperrung der Strassen, sondern auch die Führung sämtlicher Fahrzeuge. Alle Mitarbeiter dürfen mit der Genugtuung auf den geschaffenen Film schauen, ein neues Mittel im Kampf gegen die Verkehrsunfälle geschaffen zu haben. Sollte nur ein einziges Kind durch diesen ersten Verkehrsfilm für Kinder von einem Leben als Krüppel be-t wahrt bleiben, wahrlich, die Arbeit wäre nicht umsonst gewesen. Das Schulamt der Stadt Zürich hat zuhanden der zürcherischen Lehrerschaft nachstehende Richtlinien herausgegeben, die abschliesslich über den genauen Inhalt der Filme orientieren und daher auch für weitere an der Verkehrserziehung der Schulpflichtigen interessierte Kreise von Interesse sind: i)er obgenannte Verkehrsfilm erstrebt so wenig •wie das Verkehrsbüchlein einen systematischen Verkehrsunterricht. Die einzelnen Rollen des Filmes sind lediglich dann in den Unterricht einzufügen, •wenn es der Unterrichtsverlauf oder ein Unglücksfall auf der Strasse als wünschenswert erscheinen lassen. Die Vorführung einer einzelnen Filmrolle nimmt so wenig Zeit in Anspruch, dass innerhalb einer Unterrichtsstunde nicht nur eine episodenweise Besprechung möglich ist, sondern auch genügend Zeit für eine schriftliche oder zeichnerische Verarbeitung übrig sein sollte (lose Sätze, zusammenhängender Aufsatz, Planskizze). pie nachstehenden Angaben über den Inhalt der Filmrollen, die Vorführungszeit in Minuten, die Eignung für die verschiedenen Schulstufen (E = Elementar-, R == Realstufe), die Titel der einzelnen Episoden und ihres Inhaltes (in Klammern) werden dar Lehrerschaft die Benützung des Filmes er^ leichtern. I. Rolle: Das Ausweichen auf dem Gehweg. (4 Minuten; E und R.) 1. Liebe Kinder, ich zeige euch Bilder vom Verkehr (Titelbild). 2. Weicht der Knabe recht aus? (Weiche nicht links aus!) 3. Mächt es der Kleine besser? (Weiche rechts aus!) 4. Gehen diese Leute richtig? (Falsches und geordnetes Gehen.) 5. Ist das anständig? (Falsches Ausweichen auf der Treppe.) 6. Geht ihr auch so im Treppenhaus? (Richtiges Auswei6hen auf der Treppe.) II. Rolle: Unarten auf dem Gehweg. (5 Minuten; E und R.) 1. Schon wieder eine Bananenschale. (Wirf keine Bananenschale weg!) *) Weitere Auskunft erteilt gerne die Schweiz. Arbeitsgemeinschaft für Unterrichtskinematographie (Prof. Dr. E. Rüst, Photographisches Institut der E. T. H., Zürich), die den Verkauf und Verleih des Filmes übernommen hat. 2. Hurra, wir fahren! (Fahre mit deinem Wagen vorsichtig!) 3. Neueste Sportnachrichten. (Lies nicht auf dem Trottoir!) 4. «Es haut's!» (Schleife nicht auf dem Trottoir!) 5. Viel Vergnügen! (Trage die Ski und Stöcke richtig!) III. Rolle: Ein Tritt vom Trottoir bringt dich In Gefahr. (3 Minuten; E und R.) 1. Die Autos brauchen die ganze Fahrbahn. (Beim Fahren und Vorfahren.) 2. Ein gefährliches Vergnügen. (Hüpfe nicht vom Trottoirrand!). 8. 0, mein neuer Ball! (Springe nicht Dingen nach, die dir vom Trottoir fallen!) 4. Ein schlechter Spass! (Stosse niemanden vom Trottoir!) 5. Wisst ihr es schon? (Bildet keine Reihen!) 6. Zipf, du bist! (Spielt nicht um Plakatsäulen!) 7. Hurra, die Schule ist aus! (Stürme nicht die Treppe hinunter auf die Strasse!) IV. Rolle: Unarten auf der Strasse. (5 Minuten; E und R.) 1. Da sieht man ihn besser! (Herumstehen auf der Strasse sollte man nicht!) 2. Kinder, das ist gefährlich! (Lauft nicht hinter Öpritzenwagen nach!) 3. Salü! (Begegnung auf der Strasse.) i. Nicht einmal spielen kann man! (Kinder, die Strasse ist kein Spielplatz!) 5. Gefällt euch dieser Spielplatz besser? (Auf der Spielwiese ist man viel ungestörter.) 6. Selbstverschuldet. (Hänge dich an keinen Wa* f?en!) 7. Heimkehr vom Sonntagsspa-ziergang. (Lauft nicht auf der ganzen Breite der gehweglosen Landstrasse!) V. Rolle: Die Ucberquerung der Strasse. (2% Minuten; E und R.) 1. Auf der Strasse fahren alle Fahrzeuge rechts. (Siehe oben!) 2. Marie ist vorgichtig. (Warte, störe die Fa.hrordnung beim Ueberqueren nicht!) 3. Hans! Hans! Komm doch! (Springe nieht kopflos auf die Strasse hinaus!) 4. Hält, Bürschchen! (Beim Ueberqueren schaut man zuerst links, dann rechts!) 5. Wer • überquert richtig? (Bei schiefer TJeberqnarong bist du zu lange auf der Fahrbahn.) VI. Rolle: Noch etwas vom Ueberqueren der StrasM. (3 Minuten; R.) 1. Vorwärts, vorwärts, es eilt! (Gehe nicht direkt hinter einem Wagen über die Strasse!) 2. Vorsichtig ist richtig! (Warte und .prüfe, ob die Fahrbahn frei ist!) 3. Ein gefährlicher Durchgang. (Lauft nicht zwischen parkierenden Autos hervor!) 4. Schreckhaft. (Lauft im Schrecken nicht rückwärts!) 5. Mutig. (B'ei Ueberraschungen stehe mutijr still.) 6. Hilfsbereit. (Hilf dem Hilfsbedürftigen! Blinder.) VII. Rolle: Klassen auf der Wanderung. (3 Minuten; R.) 1. Was sagst du dazu? (Viererreihen bergen allerlei Gefahren.). 2. Warum ist das besser? (Bei Begegnungen soll hintergereiht werden.) 3. Ist's so nicht am besten? (Am besten sind oft Zweierreihen.) 4. Die zerrissene Badeschlange. (Bildet beim Ueberqueren keine Schlange!) 5. Ein guter Einfall. (Brücken und verkehrsreiche Strassen überquert man vorteilhaft in Front.) VIII.Rolle: Das Ueberqueren derStratsenkreuzungtn. (6H Minuten, R.) 1. Ein Zeichen, das dich angeht. (Der abbiegende Autofahrer gibt das Winkzeichen.) 2. Warte, warte, warte! (Jede Ecke hat drei Ge fahren.) 3. Auf wieviele Gefahren muse Fritz achten? (Eine üeberquerung von Ecke zu Ecke hat zweimal drei Gefahren.) 4. Der gefährlichste Ort der Strasse. (Die Strassen» kreuzig ist der gefährlichste Ort der Strasse.) 5. Schlecht angefangen, gut beendigt. (Gehe nicht mitten über die Strassenkreuzungen.) 6. Macht ein Briefträger wohl unnötige Umwege? (Auch die Erwachsenen gehen im Winkel.) 7. Wag bedeuten diese Zeichen des Verkehrspolizisten! (Achte auf die Zeichen des Verkehrspolizisten! Geh- und Stehverkehr.) IX. Rolle: Von den FussgHnaerinseln. (4 Minuten; R.) 1. Die Teilung der Fahrbahn durch die Fussgängerr inseln. (Zwei Inseln, drei Fahrbahnen.) 2. Der Fahrzeugverkehr auf den drei Fahrbahnen: a) % vorn (Einbahn: Fahrzeuge von links); b) in der Mitte (Zweibahn: von links und rechts); c) hinten (Einbahn: von rechts). 3. Schauen sich diese Kinder bei der Ueberquerung richtig um? ä) Vor dem Verlassen dos Gehweges (nach links); b) vor dem Verlassen der ersten Insel (nach links und rechts); c) vor dem Verlassen der zweiten Insel (nach rechts). AUTOMOBIL-REVUE 19 34 - N°95 Schweizerische Rundschau Referendum gegen das Verkehrstelluntsgesetz. Nachdem innerhalb des Schweizerischen Motorlastwagenverbandes die kürzlich durchgeführte Urabstimmung gezedgt hat, dass die Mehrzahl der Mitglieder der im Verkehrsteilungsgesetz umrissenen Verkehrsteilung zwischen Schiene und Strasse mit überwiegender Mehrheit zustimmten, kommt aus Qenf die Nachricht, dass eine Gruppe von Lastwagenbesitzern sich entschlossen habe, das Referendum gegen das Gesetz zu ergreifen. Rund 100 Lastwagenbesitzer sind unlängst zu einer Aussprache zusammengekommen Und erhoben Protest gegen die im zukünftigen Bundesgesetz betreffend Verkehrsteilung vorgesehene Regelung. Einstimmig wurde die Lancierung des Referendums befürwortet, denn die angestrebte Lösung der Verkehrsteilung zwischen Schiene und Strasse würde zu Gunsten der Bundesbahnen nur ein Güterverkehrsmonopol herstellen. Im weitern wurde darauf hingewiesen, dass die Einführung eines neuen Staatsmonopols eine sofortige Erhöhung der Transportkosten und damit der Lebenskosten mit sich bringen würde. Das zur Durchführung des Referendums eingesetzte Komitee wurde beauftragt, Unterschriftenbogen in allen Gara^ gen und Transportunternehmungen aufzulegen und mit den übrigen Kantonen in Verbindung zu treten. Im Zusammenhang mit der Genfer Referendumsbewegung gegen das Verkehrsteilungsgesetz macht die Leitung der A.S.P.A. ihre Mitglieder und eine weitere Oeffent- [ichkeit aufmerksam, dass der Verband nach wie vor auf dem Standpunkt steht, es sei von der Ergreifung des Referendums abzusehen. Im weitern äussert sich die Leitung der A.S.P.A. zur Referendumsangelegenheit wie folgt: «Nach dem Resultat der unter den Mitgliedern durchgeführten Urabstimmung, wonach sich über 78 % der eingegangenen Stimmen gegen die Ergreifung des Referendums ausgesprochen hat, kommt eine andere Stellungnahme unter keinen Umständen mehr in Frage. Die heutige Situation im Verkehrswesen ist derart, dass vor der Abgabe der Unterschrift auf dem Referendumsbogen dringend zu warnen ist. Der Verband hat durch zahlreiche Verhandlungen und Eingaben für die Automobilinteressen ein Maximum von unter den gegebenen Umständen erreichbaren Vorteilen erreicht. Im Falle des Zustandekommens des Referendums und der Verwerfung des Verkehrsteilungsgesetzes lehnen diese Kreise völlig die Verantwortung ab für alle daraus entstehenden Folgen. Die Gesetzesvorlage bindet einerseits die Bahnen weitgehend an die Durchführung einer loyalen Zusammenarbeit mit dem Automobil und anderseits garantiert sie denjenigen, die als künftige Konzessionäre zum Strassentransport nicht in Frage kommen, eine Schadloshaltung durch die Bundesbahnen und die Eidgenossenschaft. In einer vor kurzem erlassenen Presseerklärung der S.B.B, weisen sie darauf hin, dass bei Verwerfung des Verkehrsteilungsgesetzes die Konkurrenzmassnahmen der Eisenbahnen gegenüber dem Lastwagenverkehr sehr scharfe Formen annehmen müssten und ein rücksichtsloser Tarrfkrieg gegenüber dem Strassenverkehr nicht mehr zu vermeiden wäre. Gewissen Bahnkreisen wäre deshalb eine Verwerfung des Gesetzes t i s c h e r Benzin aus Kohle in Frankreich. Im Norden Frankreichs, im Distrikt Lievin- Angres, wird in kurzem an den Bau einer grossen Kohle-Hydrierungsanlage herangegangen. Die Bewilligung des französischen Arbeitsministeriums und der Behörden ist bereits erteilt Mehr als 10 Millionen Franken sollen in dem Projekt investiert werden. Benzin aus Torf. Die russische Fernverkehrsstrasse Moskau —Leningrad entwickelt sich immer mehr zu einer Versuchsstrasse für Kraftfahrzeuge. Während noch vor kurzem auf dieser Strasse eingehende Versuche mit französischen Automobilen (Citroen), die zwecks Lizenzerwerb zur Durchführung gelangten, unternommen wurden, werden neuerdings ausgedehnte Versuchsfahrten mit aus Torf gewonnenem Benzin ausgeführt. Die Ergebnisse dieser Fahrten sollen recht zufriedenstellend ausgefallen sein. Ein Drelrad-Studebaker. erregte kürzlich in London grosses Aufsehen. Hatte der Lenker unbeachtet eines der Vorderräder verloren? Oder ein Rad zu montieren vergessen? Merkwürdig nur, dass er auf keine Zurufe und Winkzeichen reagierte und ruhig weiter linksherum, rechtsherum um Häuserecken bog. Nein, es handelte sich nieht um einen neuen Typ, sondern einen marktgängigen Wagen des Vertreters, mit dem auf diese etwas ungewohnte Weise die Fahrstabilität demonstriert werden sollte. Jetzt wissen Studebakerbesitzer auch, wie sie in Zukunft Pneus sparen können! Sachverständiger Im Autoverkehr. ist neuerdings in Deutschland ein geschützter Titel, den nur diejenigen führen dürfen, welche den vom Verkehrsministerium des Reiches festgelegten Bedingungen entsprechen. Die Bewerber müssen ihre Sachkunde und Unparteilichkeit durch den Nachweis des abgeschlossenen technischen Hochschulstudiums und einer mindestens zweijährigen praktischen Ingenieurtätigkeit dartun. Von der Praxis muss wenigstens ein halbes Jahr auf eine Stellung in einer Motorfahrzeugfabrik oder einem bedeutenden Automobilbetrieb entfallen. Voraussetzung ist ferner die eingehende Kenntnis des Baues und Betriebes von Motorfahrzeugen, völlige Sicherheit und Gewandtheit in der Führung von Fahrzeugen, gründliche Kenntnisse der gesetzlichen Vorschriften und die Versicherung, in keinem Abhängigkeitsverhältnis zur einschlägigen Industrie zu stehen. Pferdefuhrwerk mit Gummireifen im Zunehmen. Die Verwendung von Gummirädern, vielfach mit Kugellagern, für mittleres Pferdefuhrwerk ist in Oesterreich in starkem Zunehmen und macht sich im Wiener Strassenbild bereits sehr bemerkbar. Die Gummi- und Eisenindustrie erfährt hierdurch eine merk' k liehe Belebung, und die Regierung fördert diese Entwicklung im Interesse der inländischen Pferdezucht; die Staatsgestüte haben in den letzten Wochen 55 hochklassige Zuchthengste eingestellt. keineswegs unerwünscht, indem es wohl kaum zweifelhaft wäre, dass die Strassentransporteure in Anbetracht ihrer gegenwärtigen Lage binnen kurzem ruiniert wären. Auf diesem Wege wäre allerdings sehr rasch ein tatsächliches Transportmonopol der Bahnen erreicht. Dies kann und darf aber vor allem nicht der Wille sein der Automobilinteressenten, ebensowenig wie der gesamten Volkswirtschaft. Das Automobil hat es deshalb in der Hand, über sein eigenes Schicksal zu entscheiden, 4. h. ob es seine mühsam erkämpfte und im Verkehrsteilungsgesetz verankerte Stellung wahren will, oder ob es sich auf einen sinn- und aussichtslosen Kampf einlassen will.» und zwei Scheffeln Kartoffeln, die du für sie aussetzest, und ein warmes Kleid zu Weihnachten, und besser wäre es, ich setzte es schriftlich auf und käme einmal herüber aus dem Walde, und vieles ist zu bedenken, denn da sie erleuchtet worden ist, und schwer ist es für mich, allein in das Walddorf zu gehen, und du dürftest auch nichts rechnen dafür, dass du mich jetzt hinfährst, weil es doch sozusagen eine Gnade ist, dass Gott der Herr sichtbar bei dir eingekehrt ist...» «Es ist nun Zeit, Vater», sagte das Mädchen kurz. Jürgen vermochte nichts zu sagen. Er niekte nur zu allem. Er nickte während der ganzen Fahrt und starrte mit halbgeschlossenen Augen auf das Spiegelbild des kahlen Kopfes, das gespenstisch neben dem Kahn durch das dunkle Wasser schwamm. ,Mit dem Vater ist es schlimm', dachte er nach einer Stunde. .Mehr hat er in dieser Stunde gesprochen als ich in einem ganzen Leben, Ein Bienenkorb ist sein Kopf. Aber Feuer wird im Herd sein, wenn ich wiederkomme... vielleicht, dass Amerika untergeht bis dahin... sie sagen, dass es Erdbeben gibt...' Er hatte bis zur Dunkelheit mit der Fähre zu tun, weil es Markttag war und die Wagen erst spät ins Moordorf zurückkehrten. Sie sass auf der Schwelle, als er von der letzten Ueberfahrt hinaufgestiegen kam. «Schön klingt es», sagte sie, «wenn sie drüben an das Eisen schlagen und ,Hol über'! rufen...» «Ja», erwiderte er, «nur manchmal narren sie mich. Dann sind es die Kinder von drüben. Und sie singen auch... da musst du dir nichts draus machen.» Ein Reiher zog niedrig und schwer den Strom entlang, und sein heiserer Ruf brach sich vielfältig an den Wänden der Nacht. Der Nebel stieg und schob sich langsam zwischen sie und die Welt. «Ist es wahr», fragte sie leise, «dass du mit den Toten sprichst?» Er löschte die Laterne und sah eine Weile in das Licht, bevor er es tat. «Ich sehe manchmal...», erwiderte er demütig, «... einen zweiten Leib ... hinter dem ersten Leib... aber nun kommt es nicht wieder, denn du bist nun die Qnade aft meinem Herd...» Eitle Weile standen die Wprte noch tönend und farbig im unbewegten Raum, und sie hörten jeder des anderen Atem, der zaghaft vor dem Bilde auswich, damit es nicht verlösche. «Gute Nacht», sagte sie dann leise, und ging ins Haus. 3. Der Sommer geht mit vielen Gewittern über die Erde, und vor den Gewittern wan- dem die Fische und füllen das Netz. Es ist ein gutes Fangjahr, und wenn Jürgen heimkehrt, geht er durch Haus und Hof, bis er Marte gefunden hat. «Du hast das Glück gebracht», sagt er. Sie hebt die Augen von ihrer Arbeit und lächelt. «Du musst das Glück nicht auf meine Schultern legen», erwidert sie, «denn wenn es einmal herunterfällt, bin ich schuld gewesen und das ist nicht gut.» Er versteht es erst nach einer Weile, und er begreift niemals, dass ein Mensch mit leichten Lippen Dinge sprechen kann, die man erst entwirren muss wie ein Netz, in dem ein Hecht eine halbe Nacht getobt hat. «Es sucht wohl nicht die breiten Schultern», sagte er schon im Fortgehen. «Sonst hätte es ruhig bei mir wohnen können ...» In diesem Somrner beginnt Jürgen mit Plänen umzugehen. Es War sonst nichts da* gewesen in seinem Leben als der Kahn und die Netze, die Fähre und eine kleine Wirtschaft, in deren Mittfeipunkt die Ziege stand. So würde es bleiben, und nur wenn er einen Goldklumpen aus dem See höbe, würde man die Wände ein wenig hinausrücken können, dass, vielleicht eine Kuh in den Grenzen des Lebensraurnes erschiene oder gar... aber es war vermessen, an ein Pferd zu denken. Aber nun war so etwas wie eine Mauer unter seinen Füssen gewachsen, die ihn höher hob von Tag zu "Tag und auf der man sich zurechtstellen konnte, um eine schwere Last mit leichtem Herzen auf die Schultern zu heben. Denn das Haus war jetzt sauber, und Kresse blühte vor den Fenstern, und im Abendlicht, wenn er in die Stube trat, brannte die stille Flamme im Herd, und kein Schatten sass kalt und durchsichtig daneben. Und so unterschrieb Jürgen Doskocil, als die jungen Mandelkrähen schon in den Erlen am Wasser sassen, den Pachtvertrag • mit der Forstverwaltung, und umschritt, als er im Abendlicht zurückkam, den Grund und Boden, den er erworben hatte, eine wüste Lichtung am Saume des Hochwaldes, von ein paar graugrünen Findlingen bedeckt, den verkohlten Stümpfen einiger Schirmfichten, die hier gestanden hatten, und einer Wildnis Von Weidenrosen, deren rote Blüten wie ein junger Wald sich wiegten. Er kniete neben einem,der Steine nieder, schob die Gras- Und Fiechtennarbe zur Seite und hob dann aus der Tiefe die dunkle, kühle Erde ans Licht, die schwer wie Brot in seinen Händen lag. «Hafer wird es geben», dachte er, «goldene Körner wie aus den Höhlen der Unterirdischen ... Pferdebrot zuerst... und dann... dann vielleicht einmal Menschenbrot.» (Fortsetzung folgt.)

N° 95 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE Die Entwicklung der Renngeschwindigkeiten. Die internationale Automobilsportsäison 1934 wurde bekanntlich nach der neuen Remiformel ausgefahren, die ein Maximalgewicht der Rennwagen von 750 kg verlangt. Um dieser Bestimmung genügen zu können, bauten die meisten Firmen neue Typen, und die noch bestehenden Wagen mussten teilweise stark abgeändert werden. Wie man weiss, sollte mit der neuen Formel eine spürbare Verminderung der Schnelligkeiten erreicht werden, die unter dem vorher gültigen Regime der « freien Formel» in beängstigender Weise angestiegen waren. Die Ergebnisse der vergangenen Saison haben jedoch berechtigte Zweifel am Wert der neuen Bestimmungen aufkommen lassen, denn den Konstrukteuren gelang es, auch mit diesen verhältnismässig leichten Maschinen ausserordentlich hohe Spitzengeschwindigkeiten zu erreichen. Die Frage ist nun die, ob sich tatsächlich ein praktischer Erfolg gar nicht eingestellt hat und damit der Wert der noch zwei Jahre gültigen Formel illusorisch geworden ist. Wir möchten uns hierzu objektiver Zahlen bedienen und haben deshalb versucht, die Durchschnittsgeschwindigkeiten, die im letzten Jahre mit der freien und in diesem Jahre mit der neuen limitierten Formel erzielt wurden, einander gegenüberzustellen. Das Unternehmen stösst jedoch auf viele Schwierigkeiten, da die atmosphärischen Verhältnisse und der Verlauf des Rennens selbst eine grosse Rolle spielen. Dennoch seien im Folgenden die Durchschnittsgeschwindigkeiten einiger grosser Rennen verglichen: 1933 1934 km/St km/St. Groseer Preis von Monaco 91,8 90,1 Grosser Preis von Tripolis 168,5 180,1 Avusrennen 206,9 205,2 Eifelrenncn 113.5 122,5 Grosser Preis von Frankreich 131.1 136,8 Grosser Preis der Marne 144,9 145,9 Grosser Preis von Belgien 143.6 139,8 Coppa Ciano 87,1 84,7 Grosser Preis von Nizza 103,9 105,7 Grosser Preis von Comminges 143,4 150,2 Grosser Preis von Spanien 135.2 156,3 iMasarykringrennen 102,2 127,3 Die Aufstellung zeigt die verblüffende Tatsache, dass nur etwas mehr als die Hälfte der ausgewählten Rennen, die verglichen werden konnten, dieses Jahr schnellere Stundenmittel ergaben als 1933- Verschiedene Gründe liegen dafür vor: So litten einmal das Avus-Rennen und der Grosse Preis von Belgien unter äusserst schlechtem Wetter, das die Piloten zu einer verhaltenen Fahrweise zwang. Mit aller Deutlichkeit lässt sich allerdings feststellen, dass durch das Eingreifen der Deutschen die Stundenmittel teilweise stark höher geschraubt wurden. Am sichtbarsten wird dies beim Grossen Preis von Spanien und beim Masarykring- Rennen, ferner auch beim Elfel-Rennen. Der Grosse Preis von Deutschland wurde 1933 nicht ausgefahren, so dass ein Vergleich leider nicht möglich war. Stuck erzielte 1934 bei diesem Rennen auf Auto-Union ein Mittel von 123 km/St., und Caracciola kam 1932 auf dem damals noch neuen, berühmten Alfa Romeo-Monoposto auf das Mittel von 119,5 km/St. Auch der Grosse Preis von Italien kann nicht mehr verglichen werde», da die Strecke grundlegend verändert worden ist. Die Coppa Acerbo endlich wurde gegenüber 1933 um 200 km verlängert. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Veranstaltungen dieses Jahres im allgemeinen schneller geworden sind, sofern nicht besondere Umstände, wie Witterungsverhältnisse oder auch der Ausfall gefürchteter Gegner dazu führten, dass die Rennen in verhaltener Weise beendet wurden. Mit dieser Entwicklung läuft bekanntlich auch der Ausbau der Rundstrecken parallel, der in diesem Jahre weitere Fortschritte gemacht hat- Abschliessend lässt sich damit konstatieren, dass die neue Rennformel den eigentlichen Zweck, um dessentwillen sie ins Leben gerufen wurde, kaum in befriedigender Weise erfüllt hat. Alle Anzeichen deuten darauf ihn, dass diese Entwicklung noch weiter fortschreitet und die neuen Wagen des Jahres 1935, trotz ihres Maximalgewichtes von 750 kg, noch schneller sind. Welches waren nun die schnellsten Rennen dieses Jahres? Auch diese Frage dürfte am rEnde der Saison interessieren. Die folgende "Zusammenstellung gibt darüber Auskunft: Avusrennen (eroaae Klasse): Moll (Alfa Bomoo), 205,2 km/3t. Grosser Preis von Tripolis: Varti (Alfa Romeo), 186,1 km/St. Avusrennen (kleine Klasse): Veyron (Bujttti), 182,7 km/St. Grosser Preis von Indianapolis: Cumminjs (Boyle Products Special). 168,7 km/St. 500 Meilen von Brooklands: Dixon: (Riley), 168,6 km/St. Grosser Preis von Spanien: Fagioli (Morcedes- Benz), 156,3 km/St. Grosser Preis von Comminges: Gomottl (Alfa Romeo, 150,2 km/St. Grosser Preis der Marne: Chiron (Alfa Romeo), 145,9 km/3t. Sportnachrichten Internat. Trophy (Bfooklands): Straight (Maserati) 144,2 km/St. Grosser Preis der Schweiz: Stuck (Auto-Union) 140,3 km/3t. Grosser Preis von Belgien: Dreyfus (Bugatti) 139,8 km/St, Grosttr Pr«ls Pietro Bordino: Varzi (Alfa Romeo) 136,8 km/St. Grosser Preis von Frankreich: Chiron (Alfa Romeo), 136,8 km/St. Grosser Preis von Marokko: Chiron (Alfa Romeo) 130,5 km/St. Brltish Empire Trophy: Eyeton (M. G. Magnette). 130,3. km/St. bo. Angriffe gegen den (liegenden Kilometer, rtkord der Klasse 1100 ccm. Der italienische Fahrer Fourmanik (Maserati) hat auf einer Geraden bei Persiceto in der Nähe von Bologna einen ersten Angriff gegen den internationalen Rekord der Klasse 1100 ccm über den fliegenden Kilometer unternommen. Er erzielte bei einem ersten inoffiziell chronometrierten Start die Zeit von 16 Sek. 2/5, was einem Durchschnitt von 219,5 km/St. entspricht. Die alte Bestzeit wurde von Eyston auf M.G. mit dem Mittel von 207,1 km/ St. etabliert. Da sich die Vorbereitungsarbeiten für die Zeitmessung etwas in die Länge zogen, und sich anderseits die Möglichkeit ergab, den Durchschnitt noch zu erhöhen, wurde ein offizieller Versuch auf die nächsten Tage verschoben. Pietsch bei der Auto-Union ? Wie im Inseratenteil eines ausländischen Blattes zu lesen ist, bietet der Deutsche Pietsch zurzeit in München seinen erfolgreichen Alfa Romeo 2600-ccm-Wagen zum Verkaufe an. An dieses Angebot lassen sich allerhand Vermutungen knüpfen, da bekanntlich Pietsch vor einiger Zeit von der Auto-Union zu längeren Versuchsfahrten- eingeladen wurde und dabei sehr CTte Leistungen zeitigte. Die Annahme liegt also nicht ganz fern, dass der Deutsche nächstes Jahr offiziell auf Auto- Union zu sehen ist. Caracciolas Rekordversuche wieder verschoben. Die auch an dieser Stelle angekündigten Rekordversuche Caracciolas mit einem Mercedes-Benz-Wagen auf der Berliner Avus mussten neuerdings verschoben werden. Die Fahrten waren auf das letzte Wochenende vorgesehen, konnten jedoch wegen des feuchten Zustandes der Strasse nicht durchgeführt Werden. Sobald die Avus einen ganzen Tag trocken sein wird, beginnt Caracciola mit den Angriffen gegen Stucks Bestzeiten. Den Tücken verschneiter Strassen ist leicht Herr zu werden. 20. 10. 1934 Avus Stuck Auto-Union 24.30 244.898 Die obenstehende Tabelle veranschaulicht die Entwicklung dreier Weltrekorde, dje zu-deij am härtesten umkämpften zählen. Stuck ist zur Zeit Inhaber der drei Bestzeiten, doch schon sind neue Angriffe Caractfiöias auf Mercedes-Benz angekündigt. Man beachte vor allem, wie hoch die Behörde von Stuck mit einem Sctüage getrieben wurden. verwenden. Sie besitzen doppelt verstärkte Querglieder. Im Handumdrehen sind sie mit dem patenten NORDLAND-Montage-Bügel, den Sie zu jedem Paar NORDLAND-Ketten gratis erhalten, montiert. Merken Sie sich den Namen NORDLAND, wenn Sie Ketten einkaufen. Jeder Händler liefert sie Ihnen gerne und zu einem guten Preis. mit kurzschlußsicherem Rahmen und 3-Stufenschalter ideal. Ohne Klebstoff spielend leicht zu befestigen. Generalvertretung für die Schweiz : ZÜRICH Tel. 44.780 LAUSANNE Tel. 31.112 Die Entwicklung der Weltrekorde über 50 km, 50 Meilen und 100 km 50-km-WELTREKORD Datum Ort Fabrer Marke Zeit km/Std. 3. 7. 1925 Brooklands J. G. P. Thomas Leyland 16.22,670 183.170 31. 8. 1925 Montlhery Ortmans Panhard 16.19,770 183.710 12. 10. 1925 Brooklands Howey Thomas-Leyland 16. 9,900 185.740 10. 11. 1925 Montlhery Eldridge Miller 16. 0,950 187-3J4 22. 2. 1926 Montlhery Lefevre Voisin 15.56,270 188.335 9. 3. 1926 Montlhery Ortmans Panhard 14.58,180 200.441 22. 9. 1926 Montlhery Eldrige Miller 14.49,940 202.944 27. 9. 1926 Montlhery Breton Panhard 14.29,690 207.004 22. 10. 1926 Montlhery Eldridge Miller 1442,740 2JJ.084 12. 3. 1933 Dry Lake Fred Frame Union 76 13.39,255 219.712 20. 10. 1934 Avus Stuck Auto-Union 12.24,310 241.770 Eine erste Liste der Monte Carlo-Sternfahrt. Schon in zwei Monaten wieder wird die Monte Carlo-Sternfahrt die sportlich! Welt in Atem halten. Die Organisatoren die ser berühmten Konkurrenz veröffentlichen soeben eine erste Liste von Fahrern. Die meisten darunter sind durch die frühern Monte Carlo-Fahrten international bekann geworden : L. Gas-J Trt0, R. Stoclet-A, Blin d'Orimont (Ford), S. J. Jones (Morris). Ein Rennen Algier-Johannisburg. Das schon mehrmals geplante gigantische Autorennen Algier-Johannisburg scheint seiner Verwirklichung näherzurücken. Die Stadt Johannisburg in Südafrika, die im Jahre 1936 das Jubiläum ihres 50jährigen Bestehens feiert, hat in das Programm der grossen Festlichkeiten auch dieses Rennen aufgenommen, zu dem seinerzeit der englische Fahrer Duff die Anregung gab. Der Plan sieht ein Rennen Cjuer durch ganz Afrika vor, das in Algier beginnt und in Johannisburg endet. Die Gesamtstrecke misst 13.000 km. Mehr als die Hälfte dieses riesigen Kurses führt über weg:l