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E_1934_Zeitung_Nr.097

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Warnung — in voller

Warnung — in voller Geschwindigkeit zu kollidieren. An der Hupe erkennt man den schlechten Fahrer. Es ist unverständlich, mit welcher Toleranz die Behörden diesem Lärmunfug, der absolut überflüssig ist, zuhören. Die lauteste Stadt der Welt ist Osaka in Japan, wo der Taxisfahrer die eine Hand ununterbrochen am Hörn haben. Wir Europäer sind jedoch in der Lärmzivilisätion nicht weiter; der Fabrikant der lautesten, maschinellen Hupe kann sich rühmen, der heutigen Generation einen recht schlechten Dienst erwiesen zu haben. Schlussbetrachtung. Die Evolution, die man als Motorisierung des Weltverkehrs bezeichnet, hat vor etwa 3 Jahren mit der runden Zahl von-35 Millionen Kraftfahrzeugen scheinbar einen Höhepunkt erreicht. We,nn man eine Bilanz im Sinne der vorgehenden Studie über den heutigen Stand der Beziehungen zwischen Automobilindustrie, Staat und Individuum zieht, sieht es nicht so aus, als ob in der nächsten Zukunft Millionen neuer Wagen dazu kämen. Obschon wir nicht an die sogenannte Sättigung der Märkte glauben, sind wir doch der Ansicht, dass der Ausdehnung des Automobilverkehrs natürliche Grenzen gezogen sind, die nicht in Konjunkturschwankungen liegen. Die grossen amerikanischen Produzenten haben längst erfahren können, dass seit Jahren die Ersatztheorie nicht mehr stimmt. In normalen Jahren wird zweifellos ein gewisser Prozentsatz der in Gebrauch befindlichen Wagen reif zum Ersatz. Das Alter der in Gebrauch befindlichen Wagen nimmt jedoch so lange zu, als keine den Markt erleichternde Lösung der vorerwähnten Probleme stattgefunden hat, gar nicht zu sprechen von der Frage, was mit all den ausrangierten alten Wagen geschieht. Damit ist auch eine weitere Ausdehnung der Automobilindustrie als Ganzes verhindert. Die Industrie hat voranzugehen, sich selbst zu organisieren, den Händlerstand gesund zu erhalten, durch den Bau kleiner Wagen neue Käuferklassen zu schaffen, der Sicherheit und Verkehrsfähigkeit der Wagen ebenso grosse Aufmerksamkeit zu widmen wie dem technischen Fortschritt. Der Staat hat seine Erdrosselungspolitik einzudämmen, das Automobil und seine Verkehrsmöglichkeit ebenso zu fördern wie die Eisenbahnen. Die Clubs und das Individuum müssen sich durch Aufklärung und Selbsterkenntnis der erzieherischen Seite der Sache annehmen, um die Industrie lebensfähig und den Staat in seinen Schranken zu halten. Es gibt noch zwei Interessenten im Gesamtbild, die Versicherungsgesellschaften und die Banken, deren Konditionen schon heute gezwungenermassen für den Verkauf sehr belastend sind; eine weitere Steigerung der Ansprüche von Seiten der Versicherungsund Kreditnehmer könnte zu einer prohibitiven Beeinflussung des ganzen Handels führen. Wir können heute noch eine blühende Entwicklung eines grossen Wirtschaftszweiges vor uns sehen. Eine weitere Zuspitzung der erwähnten Verhältnisse als Folgen eines zu raschen Aufstieges gefährdet aber in hohem Masse die Zukunft, an der Industrie, Staat und Individuum das gleiche Interesse haben. Wir wollen uns immer vor Augen halten, dass der ursprüngliche Zweck des Automobils der ist, eine Last möglichst rasch, sicher und billig zum Nutzen des Einzelnen und der Allgemeinheit fortzubewegen. acg. Schweizerische Rundschau Die Ausrüstung der Motorfahrzeuge in Anwendung des Automobilgesetzes. Auf Grund von Art. 12, Abs. 5, der Vollziehungsverordnung zum eidg. Automobilgesetz, das die Ausrüstung der Fahrzeuge ordnet, wurden zum Sammeln von Erfahrungen eine Reihe von Vorrichtungen provisorisch zugelassen, wovon einige befristete Bewilligungen bis Brigitte Helm und das Auto. Brigitte Helm ist das Automobil zum bösen Verhängnis geworden. Offenbar meinte sie, ihre vielbewunderte Göttlichkeit zwinge sie nicht, wie andere Sterblicheden Verkehrsregeln alle Beachtung zu schenken. Kurz: nachdem sie vor einiger Zeit bereits einmal mit ihrem Wagen einen Unfall verschuldete, der sie vor den Richter brachte, hat sie vor mehreren Wochen wieder eine Frau überfahren, die schwer verletzt wurde. Und nun ist die Sache peinlich geworden: Brigitte erhielt dieser Tage zwei Monate Gefängnis zudiktiert... Sträflingskleider als neueste Toilette der extravaganten Helm: ach, wie pikant! Amerikas Autoproduktion. Die hauptsächlichsten amerikanischen Auto' mobilfabriken, mit Ausnahme des Ford-Konzerns, haben im Oktober 90,400 Personen- Ende 1935, andere aber nur eine solche bis: Ende 1934 erhielten. Das eidg. Justiz- und Polizeidepartement gibt nun in einem neuen; Rundschreiben den Kantonen diejenigen Ausrüstungen bekannt, deren Bewilligung zur Verwendung Ende.„ 1934, ablaufen würdg^tei aber vorläufig bis Ende 1935 verlängert worden sind. Es handelt sich dabei um Jolsande- Artikel: I. Beleuchtung. a) Allgemeines. 1. Verzicht auf das Stopplicht bei Motorwagen, deren Geschwindigkeit 20 km/St, nicht übersteigen kann. 2. Verzicht auf das rote Schlusslicht der landwirtschaftlichen Traktoren. Eine rote Reflexlinse von mindestens 5 cm Durchmesser genügt. b) Zulassung bestimmter Beleuchtungssysteme. 1. Frey-Licht, unter gewissen Bedingungen. 2. «Kurvli »-Nebel- und Kurvenlicht (System Krumper), unter gewissen Bedingungen. 3. Autoscheinwerferlampen Superduplo-Selektiva mit kadmiumgelbem Glas. 4. Autolampe mit Gelbfärbung Osram-Bilux- Ambra. 5. Zeiss-Zeseaps-Scheinwerfer, unter gewissen Bedingungen (schon bis Ende 1935 zugelassen). 6. SWE-Licht (als Nebellicht), schon bis Ende 1935 zugelassen. II. Bremsen. 1. Verzicht auf Vierradbremsen für Motorwagen, deren Höchstgeschwindigkeit 20 km/St, nicht übersteigen kann. 2. Verzicht für die schon im Verkehr stehenden landwirtschaftlichen Traktoren auf die B'remseinrichtung gemäss Art. 38, Abs. 1, lit. b, der Vollziehungsverordnung. Eine Bremseinrichtung mit einer Bedienungsvorrichtung genügt. MI. Fahrtrichtungsanzeiger für Motorräder, die aus zwei bei Tag und Nacht orange leuchtenden Zeigern bestehen, von denen der eine in der Mitte vorn und der andere in der Mitte hinten am Fahrzeug angebracht sind und die bei Betätigung beide gleichzeitig nach der gewünschten Richtung hin ausschlagen, wobei die Richtung auf grössere Entfernung deutlich wahrnehmbar sein muss; schon bis Ende 1935 zugelassen. pressionsperwde von 1932 eine solche um 108% zu verzeichnen., London-Brlghton — das Rennen der Veteranen. Die traditionelle Regelmässigkeitsfahrt London—Brighton, reserviert für die « Urahnen» des heutigen Automobils, hatte wieder einen gewaltigen Publikumserfolg zu verzeichnen. 93 Wagen beteiligten sich an der Fahrt, darunter unmögliche Vehikel aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Der älteste Wagen, ein Daimler, stammt aus dem Jahr 1894, die «jüngsten » wurden 1904 gebaut.- Zahlreiche de Bollee-, de Dion-> Darraq-, Panhard-Levassor-, Daimler-, Renault- und Clement- Typen waren zu sehen. 79 Wagen erreichten nach mühsamer Fahrt innerhalb reglementarischer Frist das Ziel. Autorevisionsdienst des Deutschen Automobil-Clubsund Lastwagen fabriziert, gegen 116,500 Einheiten im Vormonat, 167,400 Stück im August und 194,700 Automobile im Juli. Im seine Mitgliedschaft die für den gesamten Mo- Der Deutsche Automobil-Club hat min für April wurde die diesjährige Höchstproduk' torfahrverkehr nützliche und wertvolle technische Ueberwachung der Motorfahrzeuge Hon mit 269,000 Wagen erreicht. Die rückläufige Entwicklung der Produktionskurve eingeführt. Dieser wird in Zukunft jedem ist nicht nur saisonmässig bedingt, sondern Mitglied im Jahre zweimal eine vollkommen zum Teil auch durch die Konjunkturverschlechterung der letzten Monate begründet. zeuges auf Betriebs- und Verkehrssicherheit kostenlose Untersuchung seines Motorfahr- In den ersten 10 Monaten des laufenden. Jahres haben die der amerikanischen Automobilschulte Fachingenieure,'welche mit entspre- bieten. Jeden D.D.A.C.-Gau werden gehandelskammer angeschlossenen Betriebeinsgesamt 1,864,017 Automobile fabriziert, gerüstet sind, turnusgemäss bereisen und die chendem Werkzeug und Prüfgerät ausgegen 1,404,311 Wagen in der vorjährigenFahrzeug-Untersuchungen am Wohnsitz der Parallelperiode'und 889,000 Einheiten in den Mitglieder durchführen. Ueber das Ergebnis ersten 10 Monaten des Jahres 1932. Im Vergleich zu 1933 ist also im laufenden Jahr eine gestellt, aus welchem etwaige Beanstandun- der Nachprüfung wird ein Befundbericht aus- Zunahme um 31% und gegenüber der De- gen klar ersichtlich hervorgehen. IV. Besondere Vorrichtungen für Traktoren. 1. Verzicht auf die Anbringung einer Schutz- AÜTOMOBIL-REVUE 1934 - N°70 istischer Vorrichtung für den Führersitz auf allen schon verkehrenden oder in der Versuchszeit neu in Verkehr kommenden Industrietraktoren mit einer Höchstjgeschwindigkeit von 20 km/St., die nachweisbar auch in der Landwirtschaft verwendet werden; ferner auf den, jetzt schon verkehrenden Traktoren mit |eine,r, Höchstgeschwindigkeit .von 20 km/St., die nur als "In'dustrieträktoreri verwendet Werden. 2. Verzicht auf Rückblickspiegel, Scheibenwischer «rrtK^ahrtrichtungsanzeiger für alle 20 km/St. Geschwindigkeit nicht übersteigenden Traktoren, die gemäss vorstehender Ziffer 1 die Schutzvorrichtung des Führersitzes nicht zu haben brauchen. V. Anhänger an Personenwagen zum Transport von Segelflugzeugen bis zu einer Gesamtlänge von 11 m, unter gewissen Bedingungen. Begnadigungsgesuche für Strafen bei Verkehrsunfällen. Der zweite Bericht des Bundesrates an die Bundesversammlung über Begnadigungsgesuche, welche in der Dezembersession 1934 zur Behandlung gelangen sollen, enthält acht Fälle, die das Automobilgesetz betreffen. Anknüpfend an die bisherige Praxis der Bundesversammlung bei der Erledigung solcher Gesuche bemerkt der Bericht, dass sich die Begnadigungsbehörde den Strafgerichten, die ausdrücklich die massgebenden Strafzwecke zur Anwendung bringen, nicht entgegenstelle und dass sie es mit der Bundesanwaltschaft namentlich als schwere Beeinträchtigung der Rechtspflege betrachtet wissen möchte, wenn im Gnadenweg beharrlich versucht werde, bei Freiheitsstrafen an Stelle des gerichtlich abgelehnten bedingten Strafvollzuges nachträglich die bedingte Begnadigung zu erlangen. In Berücksichtigung dieser durch die frühere Praxis erhärteten Richtlinien beantragt der Bundesrat auch bei der Behandlung der entsprechenden Fälle in der neuen Liste Abweisung der Gesuche, welche unbedingte Freiheitsstrafen nachträglich in Strafen mit bedingtem Vollzug umgewandelt haben möchten. fl» wt in d Sd, Der schweizerische Sportkalender 1935. .Wir haben in unserer letzten Nummer die voraussichtlichen Daten des nächstjährigen schweizerischen Sportprogrammes veröffentlicht. Aus der Aufstellung, die vorläufig noch provisorisch ist, an der aber grössere Aenderungen kaum mehr vorgenommen werden dürften, lässt sich entnehmen, dass auch das Jahr 1935 wiederum internationale Anläss« auf Schweizerboden bringt. Der Anscbluss an den europäischen Sport ist dieses Jahr hergestellt worden und dürfte nun endgültig bestehen bleiben. Diese Tatsache ist für den schweizerischen Sport ebenso wichtig wie erfreulich, und dies nicht zuletzt, weil Anlässe wie beispielsweise der grosse Preis der Schweiz auch wirtschaftlich von grösster Bedeutung sind. Unser Land darf so das Recht beanspruchen, in Zukunft unter die Nationen eingereiht zu werden, die autosportlich eine bemerkenswerte Aktivität entwickeln. Man vergesse nicht, dass der Kreis der Länder, die diesen Sport lebhaft pflegen, ziemlich eng gezogen ist. Oesterreich, Ungarn, Polen, Holland, Dänemark, Norwegen, Schottland, dann auch die Balkanstaaten haben bis jetzt keine Rennen — oder dann nur ausnahmsweise — veranstaltet, die von grösserem Umfange gewesen wären. Das Hauptinteresse erregt natürlich schon zum voraus wiederum der Grosse Preis der Schweiz, der -r- wie man weiss — auf den 25. August angesetzt wurde. Die initiative Sektion Bern des A. C. S. hat mit der erstmaligen Durchführung dieses Rennens in der vergangenen Saison einen wohlverdienten Erfolg verbuchen können, dem glücklicherweise nicht die kalte Douche eines Defizites nachfolgte. Der Anlass des nächsten Jahres, dessen Organisation noch weiteren Verbesserungen unterzogen werden soll, die sich auf die Erfahrungen des ersten. Rennens stützen, dürfte erneut zu den grössten Veranstaltungen Europas zählen. V Als zweites internationales Rennen auf schweizerischem Boden wird am 2. Juni der Grosse Preis von Montreux vor sich gehen, dem in diesem Jahre wohl ein grosser sportlicher und moralischer Erfolg, leider jedoch kein günstiges finanzielles Ergebnis beschieden war. Das Rennen ist definitiv in den internationalen Sportkalender aufgenommen worden, doch musste es auffallen, dass in letzter Zeit Meldungen auftauchten, nach denen die endgültige Wiederholung des Rennens noch von verschiedenen Umständen abhängig sei. Die Finanzfrage spielt natürlich eine grosse Rolle, denn die Organisatoren haben wenig Lust dazu, dem ersten Defizit noch ein zweites beizufügen. Die Sportwelt hat doch ein Interesse daran, dass auch das Rennen von Montreux wieder Tatpche wird. Der nationale Sportkalender des nächsten Jahres enthält eine überaus begrüssenswerte Neuerung, die man schon seit Jahren verlangte und deren Verwirklichung ebenfalls der Sektion Bern des A. C. S. zu danken ist. Am Vorabend des Grand Prix wird auf der Bremgartenrundstrecke ein erstes nationales Rundstreckenrennen für Sport- und Rennwagen vor sich gehen. Die Rundstreckenrennen sind heute aus vielen Gründen überaus beliebt und sie können einen Vergleich mit einem Bergrennen in jeder Beziehung aushalten. Im Gegenteil: das Können des Fahrers und die Leistungsfähigkeit der Maschine lassen sich bei dieser Art von Veranstaltungen einer aufschlussreicheren Prüfung unterziehen, als bei den etwas monotonen Bergrennen, Der Zuschauer kommt bei Rennen über geschlossene Pisten selbstverständlich auch mehr auf seine Rechnung. Der Versuch, die schweizerischen Fahrer in einem nationalen Rundstreckenrennen zu vereinigen, ist deshalb reizvoll und im Interesse des Nachwuchses ausserordentlich verdienstlich. Wir zweifeln nicht daran, dass diesem Rennen tete, das Rauschen sich hinter etwas wieder schloss, Der dröhnende Klang der Pflugschar erschreckte ihn nicht mehr. Die alte Uhr in der Kammer nahm den Ton auf, Hess ihn nachklingen, lange nachdem er erstorben war. Leise und hastig zog er sich an, warf den Oelmantel über, nahm Schlüssel, Stange und Laterne. Aber Marte stand auf der Schwelle. Ihr Gesicht war weiss.. Die Lampe brannte über dem Herd. «Es hat gerufen», flüsterte sie. «Zum Markt», erwiderte er. «Weshalb ängstigst du dich? Ist es das erste Mal?» Aber sie sah durch ihn hindurch, nach dem andern Ufer, und als der Ton zum zweiten Mal über Wasser kam, ging Jürgen hinaus. 4. Er hiess Mac Lean und war seit einem Jahr Prediger aller Mormonen der Landschaft. Er hatte neben der Pflugschar auf der anderen Seite des Stromes gestanden, in einen dunklen Mantel gehüllt, und gewartet, bis die Fähre an das Ufer gestossen war. Ob, die Schwester Marte Grotjohann im Fährhaus lebe, hatte er in einem harten fehlerlosen Deutsch gefragt. Er sei ihr Priester. Jürgen hatte nicht einmal die Laterne gehoben, um in das fremde Gesicht zu leuchten. «Ja», hatte er leise erwidert und ihn dann schweigend hinübergefahren. Dann hatte er an Martes Tür geklopft. «Dein Priester ist da.» Und dann war er in den Schuppen gegangen und hatte sich ein Lager neben der Hobelbank gemacht. Eine halbe Stunde später war die Klinke leise heruntergedrückt worden. «Warum schläfst du hier, Jürgen?» hatte Marte gefragt. «Er soll in meine Kammer. Ein Priester kann nicht im Stall liegen.» Eine lange Pause, in der er durch die geöffnete Tür den Regen rauschen.hört. Dann rascheln ihre Füsse in den trockenen Hobelspänen, und er spürt ihren schnellen Atem. «Ich hab' Angst, Jürgen...» «Wovor?» «Er ist wie ein Engel mit dem Feuerschwert ... ich knie, aber er wird mich austreiben.» «Glaubst du an seinen Gott?» «Ja.» «Und wovon wird er dich treiben?» «Von hier.» Er hebt mit der linken Hand die Decke von seinem Lager und breitet sie dann wieder über ihren zitternden Körper. Es riecht nach frischgeschnittenem Holz. Die Mäuse rascheln in den Holzspänen, und der Regen rauscht über die dunkle Welt. «Arm ist es bei mir», sagte er endlich, «und ein hartes Brot... weit ist die goldene Stadt und mein Rücken ist gekrümmt... die Toten sehe ich manchmal mit meinen Augen, und keine Rede' ist mir gegeben, zur Abendzeit am Herd... aber wenn du nicht willst, wird dich niemand treiben. » Sie atmet einmal tief auf, wie ein Kind, das zu Ende geweint hat, und die Wärme ihres ruhiger werdenden Blutes erfüllt nun den engen Raum unter der groben Decke, die sie umschliesst. Jürgen weiss nichts von all den Sagen der Liebe, in denen ein nacktes Schwert zwischen Mann und Weib Hegt. Aber er weiss, dass sie in Angst und Verwir- Der «Autler-Feierabend» der nächsten Woche erscheint mit der Freitag-Ausgabe als Wintersport-Sondernummer. rung zu ihm gekommen ist, eine Wehrlose, die nicht mehr als ein schutzloses Kind ist. In seinen schweren Gedanken taucht der Mann auf, den er eben herübergeholt hat und dessen ferner Schatten ihm den ganzen Tag verdunkelt hat, und das Feld taucht auf, in das er den Hafer geworfen hat, und das Mädchen, dessen Atem er an seiner Schulter spürt. Und aus allem diesem, ohne dass er es zu erklären weiss, steht plötzlich ein kleines Glück vor ihm auf, Bild des Ackers, des Herdes, stiller Sonnenuntergänge, etwas, das wachsen wird, das man behüten muss mit zusammengelegten Hunden wie eine junge Pflanze vor dem kalten Wind. «Niemahd wird dich treiben», sagt er hoch einmal, «und nun geh, dass er nichts Böses von dir denkt» (Fortsetzung folgt.)

N° 97 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 3 ein erfreulicher Publikumserfolg beschieden sein wird. Selbstverständlich besteht im Augenblicke für diesen Anlass noch kein Reglement, doch konnten wir schon vor einiger Zeit melden, dass das Rennen über ungefähr 150 km (ca. 20 Runden) führen wird. Der Start dürfte für beide Wagengruppen gemeinsam erfolgen, immerhin wird eine getrennte Bewertung beibehalten. Die nationale Saison wird mit den gewohnten Genfer Sportanlässen eingeleitet, die jeweils den Auftakt zum Salon und zur schweizerischen Saison bilden. Die p Sektion Genf schreibt in gewohnter Weise eine Sternfahrt und das Kilometerrennen von Saconnex aus. Die endgültige Austragung des Kilometerlaufes, der leider immer etwas früh im Jahre stattfindet, scheint noch nicht sicher zu sein, die definitive Zustimmung der bisherigen Organisatoren liegt noch nicht vor. Vielleicht darf man hier auch den Wunsch äussern, dass das letztjährige, viel zu leichte Reglement der Genfer Sternfahrt etwas schärferen Bestimmungen Platz macht. Es sollte nicht mehr vorkommen, dass das Klassement für eine stunden'ange Fahrt ausschliesslich durch eine nur Minuten währende Schlussprüfung bestimmt wird. Der Kalender weist bis «um Augenblicke auch zwei Bergrennen auf. Im Interesse einer abwechslungsreichen Gestaltung der schweizerischen Automobil-Meisterschaft ist dringend zu hoffen, dass wenigstens noch ein weiteres Rennen zur Einschreibung kommt. Das diese Saison fallen gelassene Monte Ceneri-Rennen figuriert 1935 wieder auf dem Programm. Die Fahrer von ennet dem Gotthard, die dieser Veranstaltung immer ein reges Interesse entgegenbrachten, werden diese Botschaft freudig begrüssen. Hoffentlich schreiten die Tessiner dann auch zur Tat und enttäuschen ihre vielen Freunde nicht durch eine erneute Absage. Die Sektion St. Gallen-Appenzell hält treu zur Stange und hat das Rheineck-Walzenhausen-Rennen wieder angemeldet, das ein eiserner Bestand des Programmes geworden ist. Ein Sportkalender ohne diesen traditionellen Lauf Hesse sich beinahe nicht mehr vorstellen. Der nächstjährige Sportkalender umfasst also vier nationale Veranstaltungen, die aller Voraussicht nach wohl alle für die Austragung der schweizerischen Automobilmeisterschaft in Frage kommen werden. Wie bereits erwähnt, wäre es recht erfreulich, wenn die Zahl der Rennen wenigstens auf fünf erhöht werden könnte, wie dies in früheren Jahren der Fall war. Eine grössere Auswahl im Sportkalender für die Anwärter auf die Meisterschaft dürfte dieser Ausschreibung einen verstärkten Impuls verleihen und eine entsprechend zahlreichere Beteiligung sichern. Das Programm für 1935 weist erstmals eine Vielseitigkeit auf, wie sie der schweizerische Automobilsport bis dato nicht gekannt hat. Durch die vier bereits vorgemerkten Veranstaltungen sind die wichtigsten drei Renndisziplinen vertreten, so dass den Konkurrenten eine überaus abwechslungsreiche sportliche Tätigkeit in Aussicht steht, die für sie eine wertvolle Schulung darstellt und ihnen in vermehrtem Masse Aussicht gibt, sich später auch an ausländischen Konkurrenzen mit Erfolg zu beteiligen. Was die Wahl der Daten anbetrifft, so ist eine günstige Verteilung auf die ganze Saison erzielt worden, die angenehm von einer früheren bisweiligen Ueberlastung einzelner Monate absticht. Allerdings war es nicht zu vermeiden, dass die Daten mit Rennen zusammenfallen, welche im internationalen Sportkalender, ausgeschrieben sind. Da für die gleichzeitig im Auslande zur Durchführung gelangenden Konkurrenzen aber nur vereinzelte schweizerische Fahrer in Frage kommen und zudem ein Zusammenfallen mit internationalen Anlässen bei der Reichhaltigkeit der internationalen Saison überhaupt nicht zu vermeiden gewesen wäre, dürfte diesem Umstände wohl keine besondere praktische Bedeutung zukommen. Im Interesse einer möglichst guten Besetzung des Monte Ceneri-Rennens auch mit italienischen Fahrern und im gleichzeitigen Interesse eines entsprechenden Publikumserfolges wäre es allerdings dringend zu wünschen, dass von den für diesen Lauf vorgesehenen Eventualdaten der 22. September gewählt wird, da am 8. September der Grosse Preis von Italien ausgefahren wird, der ein Monte Ceneri-Rennen am gleichen Tage doch wesentlich zu beeinträchtigen vermöchte. Sg»c»»t *»» «and Aus der Welt des Autosportes. Neue Rennfahrerpläne. Noch immer hat eine ganze Anzahl von Fahrern die Projekte für das nächste Jahr nicht verwirklicht, so dass allen Vermutungen auch fernerhin Tür und Tor geöffnet bleiben. Die Fabrikation von Gerüchten wird denn auch nach wie vor mit Ausdauer besorgt, und oft erhält man das Gefühl, dass der Wunsch zum Vater eines Gedankens wurde. ' Ziemlich rrosse Unklarheit besteht immer noch in italienischen Fahrerkreisen, und die Presse unseres südlichen Nachbarlandes kann denn auch ihre Sorge darüber nicht verhehlen, dass wohl starke neue Wagen für das Jahr 1935 gebaut würden, hingegen auf die Engagierung erstklassiger Piloten scheinbar wenig Beachtung gelegt werde. Das grosse Rätsel bilden immer noch die beiden bekanntesten Gestalten des italienischen Automobilsportes: Nuvolari und Varzi. Einigermassen überraschend kommt die Tatsache, dass Nuvolari mit dem Leiter des Ferrari-Rennstalles wieder in Unterhandlungen.getreten ist Man scheint sich beiderseits Mühe zu geben, die seinerzeitigen Meinungsverschiedenheiten, die zum sofortigen Austritt Nuvolaris aus der, Scuderia führten, zu vergessen. Beide Teile sehen in einem Vertragsabschluss nur Vorteile. Bis zum Augenblicke ist über den Erfolg der Verhandlungen nichts bekannt geworden. Von deutscher Seite sind die Pläne, Nuvolari für die Auto-Union zu gewinnen, nicht bestätigt worden, so dass die Nachricht darüber mit aller Vorsicht aufzunehmen ist. Die Scuderia Ferrari hat übrigens um so mehr Grund, sich für Nuvolari zu interessieren, als Varzi sehr wahrscheinlich nicht mehr weiter für diesen Rennstall fahren wird. Von ihm verlautete gleichfalls, dass er mit Ing. Walb von der Auto-Union in näheren Kontakt getreten sei, doch auch diese Meldung erfährt keinerlei Bestätigung. Für Varzi ist die Situation zur Zeit absolut undurchsichtig. In Italien betont man mit allem Nachdruck, dass man es überaus bedauern müsste, wenn der berühmte Fahrer nicht für das Inland gesichert werden könnte. Grosse Projekte der Fabriken. Auch die Firmen tragen sich mit weitgespannten Plänen für die neue Saison. Aus Deutschland erfährt man über die Absichten von Mercedes-Benz und der Auto-Union überhaupt nichts, hingegen will die italienische Presse die deutschen Pläne kennen. Mercedes-Benz soll nach dieser Version an Stelle des 8-Zylinder-Motors einen neuen 16-Zylinder bauen, und die Auto-Union will den Zylinderinhalt ihrer Wagen von 5300 auf 6000 ccm erhöhen. Merkwürdigerweise hat man über die Ergebnisse der Trainingsfahrten auf dem Nürburgring verhältnismässig wenig gehört. Auch hier hält das Ausland mit Vermutungen nicht zurück, und diese bewegen sich mehr in negativer Richtung. Man glaubt nämlich, dieses auffallende Schweigen dürfe als das Zeichen dafür genommen werden, dass die Trainingsfahrten keine sehr überzeugenden Resultate geliefert hätten. Der neue Mann, der fähig wäre, auf internationalem Boden mit Aussichten in den Kampf zu gehen, ist jedenfalls Pietsch, der unter Umständen neben Stuck als zweiter deutscher Fahrer engagiert wird. Die Tatsache, dass die deutschen Firmen wiederum nicht auf die Anwerbnug hervorragender ausländischer Piloten verzichten wollen, lässt allerdings die erwähnte Auffassung als wahrscheinlich erscheinen. Im übrigen soll das rein praktische Ergebnis der Fahrten für die Auto- Union nicht sehr erfreulich gewesen sein: 3 Auto-Union-Rennwagen wurden zusammengefahren, die nun vollständig überholt werden müssen. Dass auch Alfa Romeo im nächsten Jahre mit neuen Maschinen anrückt, haben wir bereits gemeldet. Auch über diese Maschinen wird ein mysteriöses Stillschweigen gewahrt, und hier sind es die Franzosen, von denen man Aufschlussreiches erfährt. Auf alle Fälle steht fest, dass das Mailänder Haus für die Scuderia Ferrari neue Maschinen mit unabhängig gefederten Rädern baut; die Frage ist noch, ob ein 8- oder 12-Zylinder-Motor gewählt werden soll. Zur Zeit befinden sich zwei Motortypen im Bau; sie wurden von 2 Ingenieuren konstruiert. Der Motor, der die bessern Resultate ergeben wird, soll dann verwendet werden. Die Maschinen werden jedoch kaum vor dem Monat Juni 1935 für die Rennen bereit sein, so dass die «Scuderia Ferrari» die erste Zeit der kommenden Saison mit den umgebauten Wagen dieses Jahres bestreiten muss. Der Zylinderinhalt dieser Motoren wird zur Zeit auf 3200 ccm erhöht, das Chassis wird grundlegend abgeändert und die Räder mit der unabhängigen Federung versehen. Im weitern soll Alfa Romeo auch neue Sportwagen erstellen, die ebenfalls die unabhängige Radabfederung besitzen und mit den bekannten Monopostomotoren versehen sind. Diese Maschinen, die auf einen Durchschnitt von 230 km/St, kommen, werden in der Mille Miglia und dem 24- Stundenrennen von Le Mans eingesetzt. Auch Maserati bleibt keineswegs untätig und ist mit der Konstruktion neuer Maschinen beschäftigt. Ausser dem neuen erfolgreichen Sechszylinder wird auch ein Achtzylinder mit einem Zylinderinhalt von 4000 ccm herausgegeben, der als Neuerung ebenfalls die unabhängige Radabfederung besitzt. Von Bugatti wird gleichfalls von weittragenden- Plänen gemeldet. In den Molsheimer Hat der Auto-Händler einen guten Käufer, der den Wagen nicht bar bezahlt, so telephoniert er der AUTO CREDIT BANK& Zürich 70 030 Genf 44.267 und diese finanzert das Geschäft prompt. Werken soll man zur Zeit einen neuen Typ konstruieren, der nach den Erfahrungen dieses Jahres gebaut und imstande sein soll, sich mit den letzten deutschen und italienischen Produkten zu messen. Im weiteren will sich auch Hotch'kiss, das bekanntlich eine Reihe bemerkenswerter Erfolge bei touristischen Langstreckenprüfungen aufzuweisen hatte, am Rennsport aktiv beteiligen. In den Schubladen der Konstrukteure dieser Firma sollen die Pläne für Rennwagen liegen, die durch die Unterstützung der bekannten Spendeaktion gebaut würden. Die € Winterruhe « in der Fahrerwelt. So werden denn zur Zeit in einer geheimnisvollen Stille in den Werkstätten und Konstruktionsbureaus die Waffen für die Saison 1935 geschmiedet. Auf den Rennbahnen ist überall die Ruhe eingekehrt und die Fahrer sind wieder zu Privatleuten geworden, die nun für Monate nicht mehr im Brennpunkt der Interessen stehen. Die meisten widmen sich harmloseren und weniger anstrengenden Formen des Sportes. So ziehen Fagioli, Varzi und Ghersi als passionierte Waidmänner au' die Jagd. Chiron, Taruffi, Brivio, Trossi und Soffietti hingegen geniessen die Schönheiten des winterlichen Skilaufes. Dreyfus tritt in allernächster Zeit seine Hochzeitsreise an, Nuvolari bleibt als guter Ehemann zu Hause und erlebt die Rekonvaleszenz seines schwer krank gelegenen «Giorgio», und Caracciola endlich soll den Plan hegen, eine grössere Reise in die südlichen Meere zu unternehmen. Wir sind im übrigen in der Lage, von der Absicht des bekannten Fahrers Kenntnis zu geben, sich in .der Schweiz endgültig niederzulassen. Caracciola will in den Kanton Tessin ziehen, der ihm nach seinem Sturz in Monte Carlo während Monaten zur Heimat wurde. Whitney Straight endlich hat von der Saison 1934 noch nicht genug und ist nach Südafrika abgereist, um mit seinem Maserati den Grossen Preis von Südafrika zu bestreiten. bo. Chefkonstrukteur Dr. ing. h. c. Hans Nibelt. Das Vorstandsmitglied der Daimler- Benz AG„ Dr. ing. h. c. Hans Nibel, der bekannte Konstrukteur und Techniker, verschied unerwartet am Sonntag abend, den 25. November, an einem Herzschlag, im Begriff, eine Dienstreise anzutreten. Mit dem Verstorbenen verliert die Daimler-Benz AG. einen hervorragenden Konstrukteur und bedeutenden Techniker von internationalem Ruf und Rang, dessen konstruktive Schöpferarbeit vielfach Musterbeispiel für die technische Entwicklung des Automobil- und Motorenbaues der ganzen Welt gewesen ist Dr. Hans Nibel wurde am 31. August 1880 geboren. Am 1. März 1904 trat er in die Firma Benz & Cie., Mannheim, ein, wurde am 28. Dezember 1911 in gleicher Firma Prokurist, am 16. August 1917 stellvertretendes Vorstandsmitglied und am 25. August 1922 ordentliches Vorstandsmitglied. Am 1. März 1929 konnte Dr. Nibel in der Daimler-Benz AG. das 25jährige Dienstjubiläum feiern. Mit der aufopferungsvollen Tätigkeit von Dr. Hans Nibel ist die technische 'Entwicklung der Daimler-Benz AG., besonders seit seinem Wirken in Untertürkheim, d. h. vom Jahre 1928 an, aufs engste verbunden. Man kann kaum von dem grossen Erfolg des Fahrzeug- Dieselmotors, den unabhängig gefederten Rädern, von Schwingachsen, von Schnellganggetrieben, von neuzeitlichem Karosserie- und Motorenbau sprechen, ohne dass nicht sein Name an erster Stelle genannt werden muss. Die Erfolge der Daimler-Benz AG. auf technischem Gebiet unter seiner Leitung finden in jüngster Zeit besonders beredten Ausdruck in der Reihe der Siege und Weltrekordfahrten des neuen Mercedes-Benz-Rennwagens. Als die frühere Benz & Cie. AG. im Jahre 1912 für die besten Leistungen auf dem Gebiet des Flugmotorenbaues den Kaiserpreis errang, wurde schon zu jener Zeit der Name Nibels rühmlichst genannt, ebenso wie man sich kaum eine sportliche Veranstaltung von einiger Bedeutung vorstellen konnte, bei der nicht Dr. Nibels Schöpfungen siegreich vertreten waren. Sein Name wird mit der Geschichte des Automobil- und Motorenbaues für alle Zeiten unlöslich verbunden sein. Als Mensch war Dr. Nibel weithin bekannt durch die Lauterkeit seines Charakters, durch sein bescheidenes und allzeit liebenswürdiges Wesen. Die Daimler-Benz AG. und mit ihr die gesamte Automobilindustrie verliert in dem Verstorbenen einen ihrer Besten. Neuer internationaler Rekord der Klasse 1100 ccin. Unmittelbar vor Blattabschluss erhalten wir aus Italien die Nachricht von der Aufstellung des neuen internationalen Rekordes der Klasse ilOO ccm über den fliegenden Kilometer. Der Italiener Furmanik erreichte am Mittwoch auf der Strecke Florenz-Pistoia mit einem Maserati das Mittel von 222,634 km/St. Die alte Bestzeit wurde von Eyston auf M.G. mit dem Durchschnitt von 207,127 km/St, gehalten. Dem Versuch wohnten zahlreiche autosportliche Persönlichkeiten und eine grosse Zuschauermenge bei