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E_1934_Zeitung_Nr.099

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und Fahrausweise für

und Fahrausweise für einen zeitlich begrenzten Aufenthalt in Deutschland einfahren, werden an der -deutschen Grenze mit Spezialzollnumtnern versehen. Biese werden vorne und hinten am Wagen so angebracht, dass die nationalen Kontr,ollnummern dadurch verdeckt werden. Falls es nötig' ist, müssen diese während des Aufenthalts in Deutschland entfernt werden. Diese deutschen Spezialzollnummern werden den Ausländern leihweise gegen Bezahlung von Mk. 2.— abgegeben; ausser- . dem sind an der Grenze Mk. 10.— als Depot zu hinterlegen, die beim Grenzaustritt wieder zurückerstattet werden, wenn die Zollnummer in gutem Zustand zurückgegeben werden kann. Wenn der nationale Führerschein nicht auf deutsch gedruckt ist, muss ihm eine deutsche Uebersetzung beigefügt werden, die vom deutschen Konsul oder von einem anerkannten Automobilclub beglaubigt sein muss. Diese Bestimmung kommt nicht in Anwendung für Wagen, die in der Schweiz eingeschrieben sind, da die nationalen Ausweise in unsern drei Nationalsprachen gedruckt sind. Es versteht sich, dass bis zum i. Januar 1935 noch alles beim alten bleibt und dass durch diese neuen Verfügungen die Einrichtung des Triptykund Grenzpassierecheinheftverkehrs nicht im geringsten berührt wird. » wie man daraus ersieht, ist es also auch nicht so einfach, ohne internationale Ausweise nach Deutschland zu fahren. Gerade für die Schweiz bedeutet eigentlich diese neue Einrichtung nur einen Nachteil, da bisher die schweizerischen Automobilisten mit den nationalen Ausweisen nach Deutschland fahren konnten, ohne dass sie im Besitze dieser Zollnummer sein mussten. Dass eine Uebersetzung der nationalen Fahrausweise in deutscher Sprache verlangt w'.rd, ist aus kontrolltechnischen Gründen begreiflich. Wie verlautet, kann in Ausnahmefällen der ausländische Automobilist die Uebersetzung in Deutschland selbst vornehmen lassen. Wenn sich auch noch ein paar unangenehme Nebenerscheinungen zeigen, so muss doch der prinzipielle Verzicht auf die internationalen Ausweise im Interesse der Verkehrserleichterung volle Anerkennung finden. Sogar die Schweiz, die doch sonst für Erleichterungen im internationalen Verkehr immer bahnbrechend war, lässt heute erst die Angehörigen von Nachbarstaaten ohne internationale Ausweise herein. Am meisten kommt die Neuregelung Deutschlands solchen Automobilisten zustatten, deren Herkunftsland keiner internationalen Konvention angehört und deshalb keine internationalen Ausweise ausstellen kann, wie z.B. die Vereinigten Staaten. Solche Autotouristen können nun ohne weitere Umständlichkeiten in Deutschland einreisen und man wird zugestehen müssen, dass darin eine nicht unwesentliche Werbekraft für den Fremdenverkehr liegt. \z. Zürcher Nofizen Kantonales Verkehrsgesetz. Es scheint, dass die Regierungsbehörden des Kantons Zürich bestrebt sind, durch offiziöse Besprechungen in den « Wandelgängen » dem kantonalen Verkehrsgesetz doch noch zu einer annehmenden Mehrheit im Kantonsrat zu verhelfen suchen. Man ist hiebei allerdings weniger bestrebt, die Strassenverkehrsinteressenten, deren man am 22. November noch einmal zur Vorbringung ihres Minimalprogramms Gelegenheit gegeben hatte, zu befriedigen, als vielmehr den durch finanzielle Interessen bedingten Ausgleich zwischen den Städten und dem Land zu ermöglichen. Erstere verlangen bekanntlich die Steuerbefreiung für die Autobuslinien, während das Land, lies die Bauernpartei, eine Korrektur von Art. 20 in dem Sinne beanspruchen, dass die Verwendung der Verkehrssteuern auch in den Städten Zürich und Winterthur nur wie auf dem Lande für die Strassen 1. Klasse (nicht für Strassen 2. Klasse) vorgenommen werden dürfe. Dazu kommen noch die beiden Schicksalsparagraphen der Freisinnigen Partei betreffend die Aufhebung des Rennverbotes und die Beseitigung des Beitragszwanges für Parkplätze. Man gibt sich redlich Mühe, den beabsichtigten « Kuhhandel » zu realisieren und so ungeschoren an den als sündige sie mit Gott und als würde man nach seiner wilden Seligkeit nicht mehr leben können. War sie soweit gekommen, so zog sie hastig und erschreckt den Arm zurück, als greife eine der beiden Gestalten nach ihr, und drückte ihn an die Wärme ihres Leibes, als komme sie gleichsam wieder zu sich. Aber der kurze Schlaf bis zur Helligkeit war schwer und gespannt, als lausche sie auf einen Schritt, der sich dem Haus nähere und sie mit entschlossener Tat aus der Unruhe ihres Blutes lösen würde... Aber selbst im Traum wusste sie nicht, welchen Schritt sie lieber erwarten sollte, und die beiden Gesichter verschmolzen, lösten sich voneinander und drängten sich wieder zusammen, bis sie im Brunnen des Schlafes ertranken. Viele Tage lang, nachdem Jürgen sie am Ausgang des Dorfes erwartet hatte, dachte sie an sein bescheidenes und schwermütiges Wort: «Wenn dein Gott erlaubt.»... Und ihre Füsse gingen den Weg ihres Tagewerkes wie in langen Schleiern, denn sie wusste nichts von Gott. Fern war der Gott Verschwundene Automarken. Die Zahl der Automobilfabriken ist in den letzten Jahren überall nicht unerheblich zurückgegangen. Ganz besonders zalüreich sind in Frankreich die Betriebe, welche die Automobilfabrikation aufgegeben oder sogar ihre Tore geschlossen haben. Obwohl sich darunter eine Reihe von Firmen befindet, die im Ausland nicht bekannt sind, so zeigt doch das «grosse Sterben», wie sehr die Weltkrise die Automobilproduktion in Mitleidenschaft gezogen hat. Seit 1926 sind in Frankreich nicht weniger als 51 Automobilmarken eingegangen, die nachstehend pro memoria aufgeführt werden: Alba, Alcyoft, Ballot, Barron-Vialle, Barre", Benjamin, Bignan, Brasier, Bucciali, Buchet, La Buire, Claveau, Celtic, Charron, Classic, Deguignand, Cottin-Desgouttes, D.F-P., E.H.P., Farman, Fasto, G.A.R., Genestin, G. M. Jean Gras, Hurtu, Induco, Georges Irat, Laffitte, Majola, Morris-Leon-Bollee, Motobloc, Octo, Omega-Six, Ratier, Ravel, Rolland- Pilain, Roy, Sara, Senechal, S.C.A.P., Sigma, unberücksichtigten Postulaten der Verkehrs-- interessenten vorbeizukommen. Wenn auf diese Weise vielleicht auch eine etwas verbesserte Gesetzesvorlage herauskommen dürfte, so bleibt die Stellungnahme der Verkehrsinteressenten, wenn ihrem Mi-; nimalprogramm nicht entsprochen wird, eine gegebene und klare : Die energische Verwerfung des ungenügenden Gesetzes mit allen Mitteln durchzuführen. V Deutschlands Personenwagenabsatz. An Personenwagen bis 2 Liter wurden im Oktober 1934 10,117 (7438) Einheiten abgesetzt, gegenüber 11,419 Wagen im Monat September. Der Absatz von Personenautomobilen über 2 Liter beziffert sich auf 794 (717) Einheiten im Vergleich zu einem Absatz von 830 Stück im September. Insgesamt sind im Oktober 1934 10,911 (8155) Wagen abgesetzt worden, denen im September 1934 12,249 der goldenen Stadt, noch ferner als der Gott ihres Pfarrers, der sie eingesegnet hatte. Mac Lean war da an seiner Stelle, das Sichtbare und Hörbare, und was er reichte an Brot und Verheissung, an Drohung und Strafe, reichte er aus Gottes Hand in ihre Hand. «Wenn Mac Lean erlaubt», dachte sie und kniete in den dunkelsten Ecken der Versammlungen, die Stirn bis auf den Boden geneigt, und verliess schnell den Raum nach der Gebetsstunde, damit er sie nicht einhole und mit seinen brennenden Augen bedränge. Aber eines Abends, nach Weihnachten, holte er sie ein. Es schneite aus dunkler und stiller Luft, und sie hörte ihn erst, als er schon die Hand nach ihrem Arm ausstreckte. «Du fliehst», sagte er leise. «Sündigst du, Schwester?» Sie sah nur einen blassen Schimmer statt seines Gesichtes, wie von dem verwesenden Holz, das sie hinter dem Ofen aufbewahrte und das in der Dunkelheit zu leuchten begann. «Nein», flüsterte sie. Aber sie musste sondere darüber belehrt, dass bei korrektem Verhalten das akustische Signal fast ganz ausgeschaltet werden kann. Um den Verkehrslärm auf ein Minimum zu beschränken, sind von den Motorfahrzeugführern folgende Vorschriften zu befolgen: Akustische Signale dürfen nur zu einem mit der Verkehrsabwicklung unmittelbar zusammenhängenden Zweck benützt werden. Mehrklangsignale oder solche mit gellendem Tone sind verboten. Die Verwendung akustischer Signale an Kreuzungen, deren Verkehr durch automatische Signale oder durch Verkehrspolizisten geregelt wird, ist untersagt In der Zeit zwischen Mitternacht und morgens sechs Uhr dürfen keinerlei akustische Signale abgegeben werden. Eine 20,000 km lange Autostrasse. Amerikanischen Pressemeldungen zufolge, schreiten gegenwärtig die Bauarbeiten an der transkontinentalen Automobilstrasse Amerikas rüstig fort. Die Autostrasse durchquert nicht weniger als 14 Staaten und ist über 20,000 km lang. Es handelt sich hierbei nicht Sima-Violet, Sizaire-Berwick, Sizaire, Sta- um einen völligen Neubau, vielmehr benutzt diese Autostrasse z. T. bereits bestehende Fernverkehrsstrassen, die nach modernen verkehrstechnischen Gesichtspunkten umgebaut werden. Die Fertigstellung der von Fairbanks in Alaska nach Buenos Aires führenden Autostrasse ist für Anfang 1936 vorgesehen. bilia, Suere, Th. Schneider, T.A.M., Turcat Mery, Vermorel. Der deutsche Güterfernverkehr mit Lastwagen. Die Laderaamsverteilungs G. m. b. H., eine Gründnug der Gemeinschaft deutscher Lastwagenspediteure, veröffentlicht eine Statistik über den privaten Güterfernverkehr, aus der sich eine beachtliche Steigerung der beförderten Güter ergibt. Im Mai 1933 wurden 4250 Lastwagenzüge mit zusammen 19,709 t abgefertigt. Im August sind diese Zahlen auf sches Recht errichtete Ausschuss für Kraft- wird unverzüglich seine Ar- 10,900 Züge mit 56,565 t gestiegen. Derverkehrsrecht Frachterlös beträgt 3,6 Millionen Mark. Diebeiten aufnehmen. Diese erstrecken sich monatliche Durchschnittsleistung pro Lastzug ist 315 Kilometer, Rund 25% der beför- zunächst vorwiegend auf die Beobachtung der neuen Gerichtsentscheide in Motorfahrzeugfällen, deren Grundlage die in der neuen derten Güter wurden in die Zone von 100 bis 200 Kilometer befördert. An zweiter Stelle Reichsstrassenv erkehr sordnung niedergelegten Vorschriften darstellen. Ausserdem steht in der mengenmässigen Beförderung der Güter steht die Zone von 200—400 Kilometer, das Problem der Gefährdungshaftung sowie der Zwangsversicherung des Motorfahrzeugfahrers im Mittelpunkt bevorstehender Un- über 500 Kilometer entfallen 15,8% der ab-\ gefertigten Lastzüge. - ; ^« ; tersuchungen; ' .... , Die «Woche der Ruhe» in Malland.""* r? Mailand führt unter Mitwirkung der „Behörden, Verbände, Schalen, des Militärs und: der Polizei zum vierten Male ihre «settimana del silenzio» durch. Zweck der Veranstaltung ist die Erziehung aller Strassenbenützer zu strikter Beachtung der Verkehrsvorschriften. Die Fahrzeugführer werden insbe- Wirts AUTOMOBIL-REVUE 1934 — N»99 Kdhes istischer Ein Kraftverkehrsausschuss bei der Akademie für Deutsches Recht. Der kürzlich bei der Akademie für Deut- Sind Ihre Bremsen,.in Ordnung ?..,. ....._ , Beim gegenwärtigen schlüpfrigen Zustand der Strassen kann von der gleichmässigen Einstellung der Bremsen Ihr Leben abhängen! Denken Sie auch an die Gefahr, deren Sie Ihre Mitmenschen beim Herumfahren mit mangelhaften Bremsen aussetzen? stehenbleiben, weil die Frage ihren Atem fing und nicht losliess. Seine Hand lag noch um ihren Arm, so hart, dass es schmerzte, und die andere legte sich plötzlich auf ihre rechte Brust. «Er hat befohlen», sagte er mit derselben leisen unveränderten Stimme, «dass kein Mann eine Jungfrau berühre, bevor Gott sie nicht berührt hat.. durch.. durch.. seinen Priester., verstehst du?» Sie neigte nur die Stirn, und nur aus dem Zittern ihres Körpers unter seinen Händen konnte er fühlen, dass sie verstanden hatte. So wie er sie hielt, ohne die Lage seiner Hände zu verändern, führte er sie von der Strasse fort, auf die Hütte zu, in der er wohnte. Aber in dem Augenblick, als sie den ersten Fuss auf den schmalen Steig setzte, wendete sie das erstarrte Gesicht an ihm vorbei, so dass sie. hinter seinem Nacken auf die weissverhüllten Felder sah. Aus der regungslosen Luft, die alle Töne weithin trug, war ein gedämpfter Laut durch alle Erstarrung in ihr Blut gedrungen, wie der Laut einer zuschlagenden Tür. deren An- Einheiten gegenüberstehen. In den ersten 10 Monaten stellt sich der Personenwagenabsatz auf 112,350 Wagen oder +59 % als in der entsprechenden Periode des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat gingen die Gesamtzulassungen im Oktober um 10,9 % zurück. Im Vergleich zum Saisonhöhepunkt beträgt der Abstieg bei den Wagen bis 2 Liter —32 %, und bei denjenigen über 2 Liter —27 %. Aus dieser Entwicklung geht hervor, dass die Jahreskurve der grössern Wagen etwas flacher verläuft und dass diese Typen im Herbst mehr Widerstandskraft zu zeigen pflegen als die Wagen bis 2 Liter. Konjunkturell gesehen überschreiten die Gesamtzulassungen bis Oktober das entsprechende Vorjahresergebnis schon um 59 %, 1932 um 214 %, 1931 um 115 %, und den gesamten Vorjahresabsatz bereits um 37 %. Als Gesamtjahresabsatz wird mit 130,000 Personenwagen gerechnet gegenüber 82,048 Einheiten im Vorjahr, 41,118 Stück 1932 und 56,039 Automobile 1931. Die bessern Resultate der laufenden Berichtsperiode stützen sich hauptsächlich auf die Zulassungen kleinerer Wagen, und zwar sind diese um +61 %, während die Wagen über 2 Liter nur um 34 % anzogen. Interessant ist die Feststellung, dass an deutschen Wagen über 2 Liter in diesem Jahr nur 51 Stück oder 1 % mehr als im Vorjahr abgesetzt wurden, wogegen die ausländischen Marken mit einem Plus von 106 % am Inlandsabsatz beteiligt sind. a Der italienische Automobilaussenhandel ergab nach dem offiziellen statistischen Bulletin im Monat August bei einer Einfuhr von 127 Automobilen im Werte von 1,5 Mill. Lire eine Ausfuhr von 877 Fahrzeugen im Betrage von 6,3 Mill. Lire. Vom 1. Januar bis Ende August 1934 wurden 1083 Autos eingeführt, die einen Wert von 12,5 Mill. Lire darstellen. Der Import hat gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres wert- und mengenmässig nicht unerheblich zugenommen, wurden doch damals nur 797 Fahrzeuge für 10,6 Mill. Lire nach Italien eingeführt. Dagegen hat auch die Ausfuhr in den nämlichen 8 Monaten des Jahres eine Steigerung erfahren. Insgesamt gelangten 5931 Automobile aller Art im Werte von 56,6 Mill. Lire zum Versand ins Ausland. Im Vorjahre waren es nur 5025 Einheiten im Fakturenbetrag von 50,1 Mill. Lire. Von den in den ersten 7 Monaten dieses Jahres ausgeführten 5054 Automobilen ging das grösste Kontingent, nämlich 1085 Fahrzeuge, nach Deutschland. An zweiter Stelle der Kundenländer steht die Schweiz mit 736, unmittelbar gefolgt von Spanien mit 732 und Polen mit 700 Wagen. Alle übrigen Abnehmer haben wesentlich geringere Posten übernommen, unter denen die britisch-indischen Kolonien mit 143 und Aegypten mit 144 Fahrzeugen die wichtigsten sind. u Absatzländer (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Zur Organisation von Verkehrspatrouillen (betr. den sehr interessanten Artikel aus dem Leserkreis der «Automobil-Revue» No. 95 vom 23. November 1934). Als Anhänger dieser Frage bin ich hocherfreut, auch von anderer Seite dieses Thema behandelt zu sehen. Herr W. Gh. in S. hat die Sachs am Schopf erfasst, und wollen wir nur hoffen, dass sich die kant. Polizeibehörden diesen Vorschlag recht beherzigen. •'' Natürlich können' keine Regulatoren und Kontrolluhren., an den, Wagen angebracht r we?den,

99 — 1934 AUTOMOBIL-REVUE Spovtnachvichten Die Situation Im Internat. Rennfahrerlager. Die Lage in internationalen Rennfahrerkreisen hat sich in den letzten Tagen weiterhin erfreulich geklärt. Allem Anschein nach dürften die verschiedenen Fahrerformationen für das nächste Jahr bis Ende Dezember offiziell feststehen. Die Umänderungen haben nicht den geradezu revolutionären Charakter angenommen, mit denen man eine Zeitlang gerechnet hatte. Die Vermutungen, die seinerzeit wild aufsprossten, als gegen Ende der Saison verschiedene bekannte Fahrer mit Maschinen anderer Firmen Proberunden fuhren, haben sich nicht verwirklicht. Chiron ist nicht zu Mercedes-Benz übergegangen, und die Pläne eines Eintrittes von Varzi und Nuvolari in eine deutsche Equipe rücken wieder in die Ferne. Auch unter den Einzelfahrern scheinen sich keine umwälzenden Aenderungen vorzubereiten. Der Wechsel bewegt sich demnach im Rahmen der früheren Jahre. Die nachfolgende Zusammenstellung orientiert über die Kräfteverteilung, wie sie sich im Augenblicke darbietet. Wir folgen der Aufstellung einer italienischen Sportzeitung und müssen dieser die Verantwortung für die Einreihung überlassen. Für die Auto- Union fahren nach diesem Blatte: Hans Stuck, Prinz zu Leiningen, Rosemeyer und Pietsch. Demnach hätten diese beiden Piloten auf dem Nürburgring sich also das Zutrauen der Zschoppauer Firma geholt. Immerhin möchten wir die Bemerkung nicht unterlassen, dass bis zum Augenblicke in den deutschen Blättern über diese Formation nichts zu lesen war. Die Mercedes-Benz-Mannschaft soll aus folgenden Fahrern gebildet werden: Caracciola, Fagioli, Brauchitsch, Geyer und Gärtner. Nach dieser Version sind die beiden bisherigen Ersatzfahrer definitiv in die Mannschaft eingereiht worden. Die Bugatti- Equipe verfügt über folgende Fahrer: Taruffi, Wimille, Benoist. Die Scuderia-Ferrari-Equipe wird ihre neuen Alfa Romeo-Wagen der folgenden Mannschaft anvertrauen: Chiron, Brivio, Dreyfus, Comotti und Trossi. Bei dieser Gelegenheit darf erwähnt werden, dass dieser Tage auch das Gerücht von einem Eintritt Nuvolaris in die Scuderia Ferrari verbreitet wurde. Von italienischer Seite aus •wurde diese Behauptung in einer Weise dementiert, die starke Zweifel daran aufkommen lässt, ob der Konflikt Ferrari-Nuvolari jemals aus der Welt geschafft wird. Die Firma (Maserati, die bekanntlich auch neue Maschinen baut, wird 1935 voraussichtlich über keine eigene Equipe mehr verfügen. Die Maschinen werden bestimmten Equipen und Einzelfahrern zur Benützung übergeben. Als stärkste Stütze von Maserati darf wiederum Nuvolari angesehen werden, der die nächste Saison allem Anschein nach völlig unabhängig bestreiten will. Im übrigen soll sich eine neue, dem Namen und der Besetzung nach noch nicht bekannte Equipe gebildet haben, die nur über Maserati-Wagen verfügen wird. Das Bologneser Haus konstruiert 6 neue Maschinen für diesen Rennstall. Wie weiter gemeldet wird, sollen sich sowohl Ferrari wie die Auto-Union auf der Suche nach einem weiteren Piloten befinden. Ganz ungewiss ist immer" noch das Schicksal von Varzi, dessen Wiedereintritt in die Scuderia Ferrari man ernsthaft bezweifelt. Von den Einzelfahrern ist nicht sehr viel zu melden. Etancelin wird voraussichtlich Maserati treu bleiben. Whitney Straight will sein Rennmaterial verkaufen und 1935 als unabhängiger Einzelfahrer starten. Wie man hörte, rechnete er mit dem Ankauf eines Auto- Union-Wagens — er soll jedoch abschlägigen Bescheid erhalten haben. Soffietti fährt weiterhin auf Maserati-Maschinen. Ungeklärt ist noch die Lage für Lehoux, Ghersi, Sommer, Tadini und Barbieri. Verschwindet die Rennbahn von Miramas? Als erste Rennbahn auf französischem Boden wurde seinerzeit das Autodrom von Miramas bei Marseille erbaut. Nachdem es einige Zeit für Sportsveranstalhmgen gute Dienste geleistet hatte, blieb es wegen finanziellen Schwierigkeiten unbenutzt und erst vor wenigen Jahren fanden auf der Bahn, die bekanntlich sehr schnell ist, neue Rennen statt. In finanzieller Hinsicht scheinen sich die Verhältnisse wenig gebessert zu haben, denn diese Saison fand beispielsweise wiederum kein Rennen auf diesem Autodrom statt. Nun scheint das Schicksal für diese Rundstrecke seinen raschen Lauf zu nehmen. Es wurde das Verwertungsbegehren gestellt, und obwohl die Aktionäre erst Mitte Dezember dazu offiziell Stellung nehmen, bestehen fast keine Hoffnungen, die Bahn noch zu retten. Man rechnet damit, dass sie gegebenenfalls vollständig abgetragen würde. Damit verschwände eine der ältesten Bahnen Europas, um die es in der letzten Zeit sehr still geworden ist. Rundstreckenrennen in Südafrika. Wir haben schon kürzlich in Zusammenhang mit den Plänen von Whitney Straight auf das Ende dieses Jahres stattfindende Rennen in Südafrika hingewiesen. Es handelt sich dabei um das erste südafrikanische Rennen auf einer Strassenrundstrecke; die « Border Hundred» bezeichnete Veranstaltung wird auf dem Circuit vor! East-London ausgefahren, der eine Länge von 25,7 km hat und sechsmal zurückzulegen ist. Der Lauf wird nach einer Handicapformel ausgetragen, es sind dazu — was bestimmt ein Kuriosum ist! — Renn-, Sport- und Tourenwagen zugelassen. Der Sieger erhält die «Barnes- Trophäe » und 250 Quineen. Als einziger europäischer Fahrer konkurriert Whitney Straight mit seinem 3000-ccm-Maserati, der wegen des Handicap-Reglementes keinen leichten Stand haben wird. Straight ist bereits nach Südafrika abgereist; seine Rekordversuche mit dem Duesenberg-Wagen in Montlhgry verschob er auf das nächste Frühjahr. Grosser Preis des Pacific. In Amerika wird am 16. Dezember erstmals der Grosse Preis des Pacific ausgefahren, der erst kürzlich beschlossen wurde. Die Ergebnisse der amerikanischen Automobilmeisterschaft 1934 sind noch zu wenig differenziert, so dass ein Endlauf notwendig wurde. Bill Cummings, der sich bis jetzt an der Spitze des Klassements befindet, liegt nur 90 Punkte vor dem Zweiten, zeitlich gemessen 26 Sek. Das Reglement verlangt in diesem Falle noch einen Schlusslauf. Das Rennen wird auf einer 2420 m langen Rundstrecke in der Nähe des Flughafens von Los Angeles stattfinden. Der Lauf erstreckt sich über 200 Meilen und ist nach dem Grossen Preis von Indianapolis das längste Rennen Amerikas. Die gegenwärtige Klassierung lautet folgendermassen: Bill Cummings 640 Pkt., Mauri Rose 530, Snowberger 300, Joe Russo 300, AI Miller 260, Lou Moore 248, Frank Brisko 224,5, Billy Winn 211, Babe Stapp 185,5, Cliff Berger 177, Win Cantlon 170 Pkt. usw. Homologierung der Rekorde Jenkins. Vor wenigen Tagen sind die 15 neuen Weltrekorde, die der Amerikaner Jenkins am 16. und 17. August auf seinem Pierce Arrow- Wagen aufstellte, homolögiert worden. Der Amerikaner fuhr bekanntlich während der ganzen Zeit ohne Ablösung und stellte Rekorde zwischen 200 Meilen und 5000 km auf, alle mit einem Durchschnitt zwischen .202 und 214 km/St. Trade Mark Eine neue französische Renngemeinschaft. Die beiden französischen Rennfahrer Armand Girod und Cazaux haben sich dieser Tage zu einer Renngemeinschaft zusammengeschlossen. Sie wollen nächstes Jahr eine grosse Zahl von in- und ausländischen Rennen bestreiten. An Wagenmaterial steht ihnen u. a. zur Verfügung : 1 Bugatti 2600 ccm., 1 Maserati 2300 ccm, 2 1500-ccm-Wagen mit 8 Zyl. und 2 1100-ccm-Wagen mit 4 Zyl. Internationale Sternfahrt nach Marokko. Der Marokkanische Automobil-Club hat be- 'kanntlich letztes Jahr mit grossem Erfolg eine erste internationale Sternfahrt nach "Marokko zur Durchführung gebracht, an die sich der Grosse Preis von Casablanca für Rennwagen anschloss. Das günstige Ergebnis der Veranstaltung bewog die Organisatoren dazu, den Anlass auch im Frühjahr 1935 zu wiederholen. Vor kurzem ist nun auch ein Reglement für diese bedeutende Prüfung in deutscher Sprache erschienen. Als Startorte für die grosse Konkurrenz gelten die Städte Paris, London, Berlin, Warschau, Prag, Rom, Brüssel und Sfax. Die Strecke, die von diesen Punkten aus bis nach Gibraltar zurückgelegt werden muss, ist mit einer einheitlichen WertungspunktzahL versehen. Die vorgeschriebene Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 50 km/St. Der sportliche Wettkampf spielt sich nach einem Ruhetag in Tanger erst auf marokkanischem Boden ab. Die Route wird in 4 Etappen eingeteilt, in die 3 Ruhetage eingeschoben sind. Die diesjährige Fahrt auf afrikanischem Boden stellte, wie vielleicht noch erinnerlich sein dürfte, an die Konkurrenten sehr hohe Anforderungen. Die Veranstaltung will die Leistungsfähigkeit ausgesprochen serienmässiger Tourenwagen und das sportliche Können der Konkurrenten in einem grosszügigen Anlass erproben. Wiederum sind Geldpreise im Gesamtbetrage von 100,000 französischen Franken ausgesetzt. Das Protektorat über diese internationale Sternfahrt hat der Sultan von Marokko übernommen. Verlegung der Tourist Trophy. Wie das Sekretariat der A.I.A.C.R. mitteilt, ist das Datum für die englische Tourist Trophy geändert worden. Das Rennen war ursprünglich auf den 31. August angesetzt und wird nun auf den 17. August vorverlegt. Eisrennen in Norwegen. In Norwegen wird am 10. Februar auf dem gefrorenen Bogstadsee ein grosses. Rundstreckenrennen stattfin- das Auto-Oel des Kenners Wahl macht Qual. Beim bevorstehenden Oelwechsel ersparen Sie sich die Qual der Wahl, wenn Sie die altbewährte Marke der Kenner wählen, für den Winter Valvoline Magnet A Valvoline Magnet L für tiefste Temperaturen. In jeder besseren Garage erhältlich VALVOLINE-OEL A.G., ZÜRICH Limmatquai 1 Telephon 27.898 den. Der See befindet sich in der Nähe von Oslo, so dass mit einem bedeutenden Erfolg der Veranstaltung gerechnet wird. Tedhn. Rundschau Ein neuer russischer Dieselmotor-Typ. Für die Moskauer Automobilfabrik «Stalin» hat das russische Wissenschaftliche Forschungsinstitut für Automobil- und Traktorenbau einen neuen Dieselmotor-Typ entwickelt, dessen- Massenproduktion kurz bevorsteht Der neue Motor ist für 3-Tonnen-Lastautos bestimmt, bereits einer eingehenden Prüfung unterzogen worden und führt die Bezeichnung Nati-Sis-M-12. Eine nichtreilektierende Windschutzscheibe. Bei den bisher gebräuchlichen Windschutzscheiben-Anordnungen sind gewöhnlich störende Reflex-Erscheinungen nicht ganz ausgeschlossen. Durch Schrägstellen der Windschutzscheibe lässt sich zwar eine indirekte Blendung durch die Scheinwerfer eines hinten nachfolgenden Fahrzeuges vermeiden, aber nicht selten machen sich dann dafür unangenehme Spiegelungen vom beleuchteten Instrumentbrett her bemerkbar. Als besonders unangenehm sind die Reflexe von IftiaQ» Innenansicht der gewölbten Windschutzscheibe mit dem darunter angeordneten Blendschutzbrett keilförmig angeordneten Windschutzscheiben bekannt, weshalb man auch ganz allgemein von dieser Anordnung abgekommen ist Zum erstenmal sollen alle störenden Reflexe bei einer gewölbten Windschutzscheibe fehlen, die beistehend im Bild zu sehen ist Als wichtige Ergänzung seines Systems hat der Inhaber des betreffenden Patentes am untern Rand der Scheibe ein etwas vorspringendes, mit schwarzem Sammt bezogenes Brett vorgesehen, das auch alle von den Instrumenten ausgehenden Strahlen von der Scheibe abhält. -at- Giunmistreifen als Federzwlschenlagen. In Deutschland kommen in der Form von Gummistreifen neue Zwischerilageti rflr'Automobil-Halbelliptikfedern in den Handel, durch welche eine Schmierung der Federn überflüssig gemacht, ein Quietschen der Federn ausgeschlossen und die Federwirkung verbessert werden soll. Damit das Federpaket nach dem Einziehen der Zwischenlager nicht schwächer ist, da ja nun die Reibung zwischen den Federblättern fehlt, wählt man die Dicke der Zwischenlagen so, dass die einzelnen Blätter von Anfang an unter erhöhter Spannung stehen. -th- Schwingmetall. Als Schwingmetatl wird eine neue, von den Gontinental-Gummiwerken herausgebrachte Kombination von Metall und Gummi bezeichnet, die in der Technik und speziell im Automobifbau noch vielfach Anwendung finden dürfte. Anfänglich, vor ein paar Jahren, bediente man sich gewöhnlich des Gummis als eines elastischen Mediums derart, dass man ihn zwischen irgendwelche Metallarmaturen einspannte, wobei aber häufig die Armaturen platzraubend ausfielen oder sogar die Elastizität beeinträchtigten. Statt eingespannt ist nun jedoch beim neuen Schwingmetall der Gummi gleichsam auf die Armatur « aufgeklebt», wodurch sich eine viel leichtere und einfachere Konstruktion ergibt. Der Zweck des neuen Verfahrens besteht darin, zwischen dem Metall und dem Gummi eine genügende Haftung herbeizuführen, -s. Sprit als Zusatzbrennstoff bei Holzgasbetrieb. Von den verschiedenen Zusatzbrennstoffen, die beim Holzgasbetrieb gelegentlich zum Anlassen des Motors oder zur vorübergehenden oder dauernden Leistungssteigerung angewandt werden, soll sich Sprit besonders gut eignen. Untersuchungen der Technischen Hochschule Dresden haben ergeben, dass man durch Spritzusatz beim Holzgasbetrieb sogar eine höhere Leistung erreichen kann als beim Benzinbetrieb, da sowohl das Holzgas wie der Sprit die Anwendung eines höheren Kompressionsverhältnisses gestatten. An sich wirkt der Spritzusatz hauptsächlich deshalb leistungssteigernd, weil er zu seiner Verdunstung grosser Wärmemengen bedarf, die dem Holzgas entzogen werden, das Holzgas also abkühlen und letzten Endes eine Zylinderaufladung von grösserer spezifischer Dichte ergeben. Die allgemeine Tendenz ist heute allerdings die, beim Holzgasbetrieb von allen Zusatzbrennstoffen freizukommen, da sonst in der Praxis immer mit grösseren Komplikationen und erhöhten Störungsrisiken gerechnet werden muss. -s.