Aufrufe
vor 10 Monaten

E_1934_Zeitung_Nr.100

E_1934_Zeitung_Nr.100

BERN, Dienstag, 11. Dezember 1934 Mit Weihnachts-Beilage Nummer 20 Cts. 30. Jahrgang - N° 100 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint jeden Dienstag und Freifan Monatlich „Gelbe Liste" Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5 , Jährlich Fr. 10.— REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Ausgabe B (mit Unfallversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50, jährlich Fr. 30.— Telephon 28.222 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern lieber dieses durchaus aktuelle und auch für den schweizerischen Städtebau wichtige Thema äussert eich ein Fachmann des deutschen Reichsverkehrsministeriume in der «Autobahn» wie folgt: Das Problem des ruhenden Motorfahrzeugverkehrs. Das Hauptaugenmerk in der polizeilichen und städtebaulichen Verwaltung wird heute allgemein auf den fliessenden Strassenverkehr gerichtet. Die ganze Verkehrstechnik, die der Regelung des städtischen Verkehrs und des Ueberlandverkehrs dient, ist dem Problem des fahrenden Motorfahrzeuges gewidmet. Macht man sich immer hinreichend klar, dass der ruhende Motorfahrzeugverkehr keine geringere Beachtung verdient? Gedacht ist hierbei nicht an die über Winter stillgelegten Motorfahrzeuge, sondern an die betriebsmässig vorübergehend aus dem Verkehr gezogenen Wagen und Motorräder, mögen sie nun halten, parken oder auch in der Garage stehen. In dieser Beziehung gilt es festzustellen, dass der ruhende Kraftverkehr der wunde Punkt unserer heutigen Strassenverkehrspolitik ist. Zwar fehlt es nicht an Beispielen grandioser Lösungen des Problems. Man bringt in die Masse der ruhenden Fahrzeuge schon vielfach in bewunderungswürdiger Weise Ordnung und System herein. Man reserviert Plätze und Strassen für parkende Motorfahrzeuge. Man ordnet bestimmte Aufstellungsarten an, man nützt unbenutzte Flächen aus und verweist auch die ruhenden Fahrzeuge nach besondern Grundstücken, Wiesen u. dgl. F E U I L L E T O N Die Magd des Jürgen Doskocil. Das Parkproblem Sorgen der Zukunft. Aber es bleibt immer die Frage: «Was wird in Zukunft?», wenn die Dichte der Fahrzeuge immer mehr zunimmt und die Kapazität des Verkehrsraums weiter abnimmt. Und das Gespenst der amerikanischen Erfahrungen erscheint vor dem geistigen Auge, dass es infolge Verstopfung der Strassen durch haltende, parkende und fahrende Fahrzeuge nicht mehr möglich ist, vorwärts zu kommen, sondern vielfach besser erscheint, den Karren stehen zu lassen und eine bestimmte Strasse in der Stadt zu Fuss zurückzulegen. Die Frage stellen, ob für die Zukunft nach dieser Richtung alles Erforderliche getan ist, heisst sie verneinen. Es sind nicht alle Städte in der glücklichen Lage wie Paris, wo dank des freilich ganz anders orientierten Weitblicks eines Napoleon die weiten, breiten Boulevards geschaffen wurden, die heute dem riesigen Automobilverkehr zugutekommen. Man muss an die engen und winkligen Gassen alter Provinzstädte und die nicht hinreichend breiten Verkehrsbänder vieler Großstädte denken,. um sich zu vergegenwärtigen, dass eine weitere Zunahme des Motorfahrzeugbestandes Polizei und Stadtverwaltungen in die grösste Verlegenheit bringen wird. Die Sünden, die nach dieser Richtung hin infolge Vernachlässigung des Problems des ruhenden Kraftverkehrs begangen wurden, reichen zum Teil bis in die letzte Zeit. Man schuf moderne Arbeitspaläste und sorgte nicht ausreichend für die Abstellplätze von Motorfahrzeugen, die die dort Tätigen zu ihren Arbeitsstellen bringen sollen. Ganze Siedlungen sind früher erstanden, ohne dass das Park- und Garagenproblem für die Automobile haltenden Siedler genügend berücksichtigt wurde. In Zukunft muss der Grundsatz: Jedem Motorfahrzeug seinen Abstell- und Unterbringungsraum Anerkennung finden. Man darf nicht mehr davor zurückschrecken, zur Verfügung stehenden Verkehrsraum, den der fliessende Verkehr nicht mehr benötigt, in grosszügiger Weise für die ruhenden Fahrzeuge verfügbar zu machen. Erforderlichenfalls muss auch solcher Raum durch Von grossem Wert ist die möglichst bequeme Art des Parkens, nicht nur was die günstige Erreichung des Reiseziels, sondern auch die leichte Einnahme des Parkraumes selbst betrifft. Das Einfädeln in Parklücken erfordert, besonders bei verkehrsreichen Strassen, Gewandtheit und Schnelligkeit. Die Bremsen sollte man bei langen Parkreihen auf ebenem Gelände nicht feststellen und auch keinen Gang einschalten, weil die Fahrzeuge bei Abwesenheit des Fahrers ja doch oft kurze Strecken hin und her rangiert werden müssen und dann leicht Beschädigungen am Getriebe usw. eintreten können. Aber die Diebstahlssicherung, die heute besonders in der Großstadt jedes Fahrzeug an versteckter Stelle aufweisen sollte, gilt es einzustellen und den Wagen abzuschliessen. Mit dem blossen Herausziehen des Zündschlüssels sollte man sich, besonders bei offenen Wagen nicht begnügen. Bei Abstellung des Fahrzeugs wird gern darauf Bedacht genommen, dass es vor Witterungseinflüssen, insbesondere Sonnenschein, Staub und Schmutz sowie Beschädigungen durch Anfahren geschützt ist. Um vor Beraubungen und Diebstahl sicher städtebauliche Veränderungen, Beseitigung von Häuserblock usw. geschaffen werden. zu sein, vertraut man das Fahrzeug bei Keinesfalls aber darf im Anschluss an das längerer Abwesenheit und in unbekannten Niederreissen von Häusern unbekümmert Gegenden auch gern einem Parkwächter an, von neuem darauf losgebaut werden, ohne wenn er sich ausweisen kann und nicht zu dass dem Park- und Garagenproblem gebührend Rechnung getragen wird. wachungszwang kann nicht das Wort ge- hohe Gebühren fordert. Einem Parküber- Für die Zukunft ist es notwendig, bei der redet werden. Bei Massenauffahrten wird Anlage neuer Städte und Dörfer die Frage freilich oft die Inanspruchnahme eines bewachten Parkplatzes, auch wenn die Gebüh- des ruhenden Kraftverkehrs in gleicher Weise wie die des fliessenden Verkehrs zu renzahlung nicht erwünscht ist, nicht zu umgehen sein. berücksichtigen. Die neuen Bebauungs- und Fluchtlinienpläne müssen daher nicht nur allenthalben Grünflächen als Ausruhplätze für Arten des Parkens. die Menschheit und breite Verkehrsräume Was die Arten des Parkens anbelangt, so als Bewegungsbänder für die fahrenden können wir unterscheiden zwischen Einzelparken und Massenparken, je nachdem ob Fahrzeuge vorsehen, sondern in derselben Weise muss Vorsorge für die parkenden verschiedene Interessen oder ein gemeinsamer Anlass (Theater, Strandbäder, Rennver- und in den Garagen stehenden Fahrzeuge getroffen werden. Deshalb heisst es für die anstaltungen usw.) die Fahrzeuge an den künftige Städtebaupolitik: nicht nur gute Parkplatz führen. Nach der Art der Aufstellung wird unterschieden zwischen Längs-, Sicht und freie Bahn für das fahrende, sondern auch hinreichende Ruheplätze für haltende und parkende Schräg- und Quer- (oder Senkrecht-) Motorfahrzeuge! Bequemes und sicheres Parken. Der idealste Zustand für den Fahrer ist, dass er an seinem Fahrziel, in der Stadt, also an der Bordkante vor dem Hause seiner Tätigkeit, parken kann. Das nennt der Amerikaner «direktes Parken». Ist der Fahrer von einem Chauffeur begleitet, so kann er fast immer am Reiseziel ein- und aussteigen, denn die behördlichen Parkbeschränkungen gelten regelmässig nicht für das blosse Halten zum Ein- und Aussteigen. Ist er Selbstfahrer, so wirkt sich für ihn der Begriff des «zusätzlichen Wegs» oft unangenehm aus, besonders wenn er in der Reihe der parkenden Fahrzeuge keinen Platz mehr findet oder das Fahrzeug so aufstellen muss, dass er erst noch zahlreiche Strassen zu überschreiten hat Roman von Ernst Wlechert. Copyright by Albert Langen-Georg Müller, München. (10. Fortsetzung.) Es schneite noch immer, und in dem rötlichen Kreis, den die Laterne auf den Schnee warf, fielen die weissen Flocken ohne Uebergang aus dem Dunklen, eine hinter der andern, als würde es nie mehr aufhören, lautlos und unerbittlich auf die Erde zu fallen und sie zu begraben. Und ebenso schweigend und unerbittlich lief das Dunkle, Gerade und Unaufhaltsame der Fährte durch den erhellten Kreis, kam aus dem Dunkel und ging in das Dunkel. Sie standen beide, zur Erde gebeugt, und starrten in die dunklen Zeichen. Böses stand in der dunklen Spur, wie Böses im dunklen Eingang einer Höhle steht. «Die Otterstange», murmelte Jürgen, «die Otterstange werde ich legen... für den Teufel.» Der Hass des Armen gegen das reissende Tier verdunkelte seine Stimme, und als er sich aufrichtete und in das Finstere hinaussah, wo die begrabenen Wälder im Dunkel lagen, öffnete sich seine rechte Hand, und Marte sah, dass sie imstande sein würde, Lebendiges zu erwürgen. «Böses geht um», flüsterte sie. «Komm hinein.» Jürgen holte die Otterstange aus dem Schuppen, ölte vor dem Herd die verrosteten Gelenke, knüpfte die feine Schlagschnur und begann das Eisen vorsichtig zu stellen. Es waren zwei gerade Arme, jeder eine Klafter breit, mit scharfen, fingerlangen Eisendornen. Er drückte sie vorsichtig auseinander, bis die Schlagschnur gerade gespannt war, und schob mit einem langen Buchenscheit die Sicherungsfeder behutsam zurück. Wie ein Tausendfuss lag das Eisen auf der Diele. Dann berührte er, weit zurückgebogen, die Schnur, und mit einem knirschenden Laut sprang das Eisen wie ein lebendiges -aufstellung. Die Längsaufstellung vollzieht sich parallel zur Verkehrsrichtung, die Schrägaufstellung mit einem Neigungswinkel von 45 bis 60 Grad, die Queraufstellung mit einem solchen von 90 Grad zur Fahrrichtung. Bei den letzteren beiden Parkarten können die Kühler nach der Bordkante oder Strassenseite zu liegen. Nur die Längsaufstellung begnügt sich mit einer Fahrspur, während bei den anderen beiden Aufstellungsarten ein aus zwei Spuren gebildeter Streifen (Parkstreifen) benötigt wird. Für das Abfahren aus Schräg- oder Queraufstellung werden weiter bis zu 2 Fahrspuren bei Ausführung des kreisförmigen Bodens beansprucht. Ueber die Technik des Parkierens erscheinen an anderer Stelle dieses Blattes interessante Winke. Wesen in die Höhe und schlug die gezackten Arme klirrend zusammen. «Früher», sagte er, auf das Eisen niederblickend, «sollen die Fischer Menschen damit gefangen haben, die in der Nacht ihre Netze stahlen.. mein Grossvater erzählte es mir, als ich klein war. Sie legten es ins Wasser, und wer sich fing, ertrank...» «Wirst du es stellen?» fragte sie nach einer Weile. «Ja... für den Wolf.» Als Jürgen das Licht in seiner Kammer gelöscht hatte und auf den Schlaf wartete, kam Marte auf blossen Füssen zu seinem Lager. «Es ist Zeit, Jürgen», flüsterte sie an seiner Schulter. «Ich kann nicht mehr warten.» Es dauerte lange, bis er zu sprechen vermochte. Dann hob er sie auf seine Arme und trug sie in ihr Bett zurück. «Zu kalt ist es für dich bei mir», sagte er leise. Sie drückte sich an seine Brust. «Aber du gehst nicht fort, Jürgen?» «Niemals gehe ich jetzt fort», erwiderte er. I1VSERTIO1VS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grossere Inserate nach Seitentarif. Insrratensebluss 4 Tage vor Erscheinen der Nummern (Fortsetzung folgt.) Schweizerische Rundschau 294 Millionen Fr, Benzinzollerlös in vierzehn Jahren ! Man traut seinen Augen kaum, wenn man die Addition der Summen macht, welche der schweizerische Benzinzoll ergab, seitdem er im Jahre 1920 erstmals erhoben wurde. Von diesen Riesenbeträgen hat der Bund im Laufe der Jahre für den Strassenbau rund 78 Millionen Fr., also nur etwas mehr als ein Viertel an die Kantone abgeführt. Die übrigen 216 Millionen verschwanden in der allgemeinen Bundeskasse und fanden für andere Zwecke, wohl hauptsächlich zur Finanzierung der so üppig ins Kraut geschossenen Subventionspoütik, Verwendung. Wir glauben nicht, dass irgend ein anderer Zweig der Einfuhr, bestimmt aber kein anderes Verkehrsmittel dem Staate auch nur annähernd ähnliche Erträgnisse geliefert hat. Es ist daher einfach unbegreiflich, wie man sich von Staatswegen nicht dazu verstehen kann, durch einige das Motorfahrzeug fördernde Massnahmen diese Einnahmequelle möglichst zu schützen und sogar noch ergiebiger zu gestalten. Leider hat die stetige Zunahme des Zollertrages nur den Geldhunger des Fiskus gesteigert und offenbar auch die Illusion aufkommen lassen, dass man diese Geldquelle ungestraft und nach freiem Ermessen immer stärker anzapfen könne. Anders wären die immer wieder auftauchenden Vorschläge nach einer weitern Erhöhung des Zolles nicht zu erklären. Aber schon der Rückfall im Jahre 1933 sollte den Behörden doch rechtzeitig die Augen öffnen und zur Genüge dartun, dass auch die motorisierte Verkehrswirtschaft einmal am Ende ihrer Kräfte anlangt, wenn sie nur stets ausgesogen, nie aber für ihre Kräftigung gesorgt wird. Benzinzolleinnahmen des Bundes und dsr Kantone. Benzinzoll- Benzinzoll- Bundesbeieinnahme anteil der trag an des Bundes Fr. Kantone Fr. Alpenstr.Fr. 1920 117.554 530.000 1921 876.588 530.000 1922 4.631 467 530.000 1923 5.502.628 530.000 1924 10.662.329 530 000 1925 15.277.123 354.000 1.060.000 1926 12.634.119 4.169.000 1.060.000 1927 15.571.004 5.191000 1.060 000 1928 19.513 061 6.504.000 1.060.000 1929 22.782.605 7.927.000 1.060.000 1930 25.990.233 8.097.000 1.060.000 1931 29.700.781 10.233.000 1.060 000 1932 33.365.865 11.455.000 1.060.000 1933 31.764.211 10.921.000 1.060.000 228.389.568 65.751.000 12.190.000 Fr. 294.(40.568 somit Einnahmen aus dem Benzinzoll zugunsten des allgemeinen Bundeshaushaltes: Fr. 216.199.568 Ferner muss immer wieder darauf hingewiesen werden, dass der Verkehr aus dem Auslande m ansehnlichem Masse an diese Benzinzolleinkünfte durch seinen Konsum an Betriebsstoffen während des Aufenthaltes der Gäste in der Schweiz beiträgt. Eine erneute Belastung müsste sich hier unfehlbar in einem Umsatzrückgang fühlbar machen Es entging Mac Lean nicht, dass Marte aufgehört hatte, sich zu fürchten. Sie kniete wie sonst in der Ecke des Versammlungslokales, und sie war demütig wie sonst, wenn er auf dem Heimweg mit ihr sprach. Aber ihre Demut ging durch ihn als durch einen unpersönlichen Mittler hindurch zu Gott. Er war ein Priester geworden, der Mac Lean hiess, aber er hätte auch Armstrong heissen können oder Grotjohann. Ihre Stimme war leise, aber sie wich nicht vor der seinen zurück. Ihr Schritt war gehorsam wie sonst, aber ein dünner Faden lief von ihren Füssen bis zu jenem Haus am Wasser und gab ihnen eine sanfte Unbeirrbarkeit des Schreitens. «Der Teufel ist auf deinem Wege», flüsterte er drohend und legte die Hand um ihren Arm. «Austreiben werde ich ihn aus deinem Leben.» Aber sie schüttelte den Kopf. «Gott ist zu mir gekommen», sagte sie still. «Ich gehorche nur.» Am Fastnachtsabend merkten sie zum ersten Male im Fährhaus, dass aus dem Harten