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E_1934_Zeitung_Nr.096

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 96 wisse Abschnitte des Budgets andern zu opfern. Man ist manchmal genötigt, Notwendiges anderen Dingen zuliebe zu opfern, die nicht so notwendig sind oder scheinen. Es handelt sich da um Fragen der Stellung und der Umstände. Und es ist eigentlich eine Frage der Intelligenz und des gesunden Menschenverstandes, unterscheiden zu können, was wirklich unumgänglich nötig, was weniger nötig und was überhaupt nicht nötig ist. Da hätten wir also eine neue Wissenschaft, die keine Frau vernachlässigen und die sie von Grund auf erlernen soll. Sie hat eine ganze Literatur ins Leben gerufen, die wenig Aehnlichkeit mit den alten Handbücherri für perfekte Hausfrauen hat. Man findet darin alles, sogar Philosophie, denn die Anpassung an neue Zeiten und Bedürfnisse vollzieht sich nicht ohne aufrichtigen Anschluss an dieselben durch Intelligenz und Willenskraft. Wer würde also künftig zu behaupten wagen, dass eine Frau nichts zu tun hat, wenn man sieht, von welch peinlicher Aufmerksamkeit das Gleichgewicht eines Budgets heute abhängt? Man hatte früher nicht die Gewohnheit, die Dauer unserer Kleider und Schuhe mathematisch genau auszukalkulieren. In gut geführten Häusern war die Instandhaltung der Wäsche ein geheiligter Ritus. Im modernen Haushalt wird der Wert des Ausbesserns abgeschätzt und nicht übertrieben, sonst wird daraus Vergeudung von Zeit, also von Geld. Unsere Hilfsaktion 2. Spendeliste. Unsere neue Hilfsaktion hat in der vergangenen Woche weitere erfreuliche Fortschritte gemacht; •wieder sind zahlreiche Pakete aus der ganzen Schweiz eingetroffen, Geldbeträge haben uns erreicht und viele Leser baten um Uebermittlung von Eittbriefen, die sie ihrerseits direkt erledigten. So zeigt dio Uebersieht über den Eingang während dieser zweiten Woche, dass der Aktion auch diesmal ein voller Erfolg beschieden ist. Nicht weniger zahlreich sind indessen auch die immer noch eintreffenden Bittgesuche. Den meisten armen Bergbauern wird es bitterlich schwer, eich auf diesem Wege an uns zu wenden, so glaubt sich eine Frau folgendermassen entschuldigen zu müssen: «Es ist ja bitter genug, wenn man auf diesem Wege sich etwas erbitten muss, aber glauben Sie mir, ich weiss manchmal nicht, wo noch etwas hernehmen. Die Kinder hätten so bitter •warme Kleider nötig. Mein arbeitsloser Mann ist alles aussuchen gegangen, aber nirgends hat er Arbeit gefunden. Wie soll das diesen Winter gehen? Ich setze meine letzte. Hoffnung auf Sie.> Da die Bittbriefe eher noch in vermehrter Zahl eingehen als zu Beginn der Aktion, sind wir um weitere Unterstützung sehr dankbar. Wer bis jetzt sich noch nicht dazu aufgerafft hat, in den Kasten und Truhen nach noch Der Philosoph weiss «ich zu helfen! gebrauchsfähigen Kleidern und Schuhen und nach Wäsche Umschau zu halten, der soll sich jetzt von gutem Willen leiten lassen. Es geschieht für arme Menschen, von deren verschwiegener Not man in weitesten Kreisen nichts ahnt. Auch Geldspenden und Anfragin um Bittbriefe zur direkten Erledigung sind uns selbstverständlich weiterhin willkommen. Den vielen hochherzigen Spendern und auch den Lesern, die von uns Briefe einverlangten, wissen wir im eigenen und im Namen der notleidenden B«rgbauern herzlichen Dank. Sie alle haben durch ihre vorbildliche Hilfsbereitschaft dazu beigetragen, Freude in unzählige Kinderherzen zu tragen, und auch die Sorge so mancher Erwachsenen zu lindern. In der verflossenen Woche sind (bis Freitagabend, den 23. November) folgende Spenden eingegangen: Frau M. Mehlmer, Aarau, 1 Paket Farn Neuenschwander, Btrn, 1 Paket. Frau Moser, Nidau, 1 Paket. Frau E. Schoch, Belp, 1 Paket. Farn. K. Meier, Mettmenstetten, 2 Pakete. Fam. Bridler, Bätterkinclen, 1 Paket und Fr. 3.—. Farn J. Sprecher, Wetzikon t Paket. Farn. Dr. A. B., Bern, 1 Paket. Fam E. Läubli-Weber, Menziken, 1 Paket. ~ Frl. Julie Linz, Zürich, l Pakot. Fam. W. Muntwyler, St. Moritz, 1 Paket. Frau Steiner, Meggen, 1 Paket. Frau Hofweber. Beichenbach, 1 Paket. H Brander, Wilen (3t Gallen), 2 Pakete. Herr O. W.. Bern, 1 Paket. E. Branrler, Herisau, 2 Pakete. H. Thierstein, Bern, 1 Paket. Unbekannt in Bern, 1 Paket. Frau E. Peter-Jundt, Liestal, 1 Paket. Fa. Th. Niedermann, Batzenheld, 1 Paket. Fam. Glauser-Wiedmer, Frauenfeld, 1 Paket. Frau Dr. Fehlmann, Basel, 1 Paket- Gott]. Christen, Zürich-Altstetten, 2 Pakete. J Müller, Castagnola. Fr. 20.—. E. Blaser, Höri, Niederglatt, Fr 10.—. A. Schwab, Wohlen bei (Bern. Fr. 5.—. E. Hingger, Winterthur. Fr. 20.—. 0. Ruegg, Feldbach (Zürich), Fr. 50.—. Dr. Max Kuhn. St. Gallen, Fr. 50.—. Folgende Familien haben von uns Briefe zur direkten Erledigung von Gesuchen einverlangt: Frau Prof. Dr. Guyer, Zürich. F Brugger, Luzern. Frau L. M. Sorgen, Bern. Frau E. Gnehm, Herzogenbuchsee. Dr. Eichenberger, Beinwil am See. Familie Mollet, Herbetswil (Solothurn). Frau Wiederkehr. Ölten. Frau K. Fatio, Zürich. Büchertisch Flucht in den Norden. Roman von Klaus Mann. 318 Seiten. Querido-V erlag. Amsterdam. — Diese Flucht in den Norden ist höchst zeitgemäss, und hat mit den eigenen Schicksalen des jungen, bekannten Verfassers eine indirekte Beziehung. Das Phänomen des deutschen Umschwunges hat die Hauptsrestalt, die junge Johanna, aus ihrem früheren Lebensbereieh zu einer ihr befreundeten Familie nach Norden vertrieben. Dem Roman fehlt es demnach nicht an Aktualität. Wenn er zugegeben auch durchaus einseitig Stellung nimmt, und in die Schicksale der Emigration Einblick gewährt, so geschieht es doch immer in einer sauberen, anständigen, und durch die künstlerische Gestaltung au« dem Bereich der primitiven Gefühlsreaktionen hinausgehobenen Atmosphäre. Klaus Manns literarische Produktion hat bis zum Augenblicke nicht überall bedingungslose Anerkennung gefunden; mit intellektuell ersonnenen Schöpfungen die der Hauch dichterischer Grosse nicht durchweht, ist der ratlosen Menschheit heute weniger als je geholfen. Aber wir möchtpn mit jenen andern Kritikern übereinstimmen, die dieses neue Buch des jungen Mann als sein Bestes in jedem Sinne bezeichnen Das furchtbare Erlebnis des Verlustes der Heimat, und die Verflochtenheit mit den Schicksalen naher Menschen, die entweder im alten Vaterland oder in d

WO Oft — 1Q31 Schweizerische Rundschau Die Signalisterune der Bahntibergänge hat durch zwei neue Bundesratsbeschltisse eine wichtige Abänderung resp. Ergänzung erfahren. Bisher fand das Signal für bewachte Uebergänge (Dreiecktafel mit schwarzem Gitter auf weissem Grund) Verwendung bei Niveauübergängen die entweder mit Barrieren oder dann mit optischen sowie akustischen Signalautomaten versehen waren. Damit stand unser Land im Gegensatz zu zahlreichen Staaten, die in der Kennzeichnung der bewachten und unbewachten Übergänge eine strenge Trennung durchführen. Im übrigen konnten sich die Strassembenützer nur schwer an den Umstand gewöhnen, dass das Zeichen für bewachte auch für Uebergänge Verwendung fand, die nach dem üblichen Empfinden eben nicht bewacht waren, selbst wenn sie automatische Anlagen aufweisen, die vielleicht zuverlässiger als der menschliche Barrierenwärter funktionieren* Um diese Unklarheit, die doch für den einen oder andern Verkehrsunfall verantwortlich gewesen sein dürfte, endgültig zu beseitigen und anderseits unsere Signalisierung der Uebergänge mit derjenigen des Auslandes in Einklang zu bringen wurde ein Bundesratsbeschluss betr. die Abänderung von Art. 9 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Oktober 1932 über die Strassensignalisation gefasst, der folgendes bestimmt; Art. 1. Die Absätze 2 und 3 von Art. 9 der Verordnung vom 17. Oktober 1932 über die Strassensignalisation sind aufgehoben und durch folgende Bestimmungen ersetzt: Art. 9, Abs. 2 und 3: Das Signal zur Bezeichnung eines bewachten Bahnübergangs warnt vor Niveauübergängen, die mit Barrieren gekennzeichnet sind. Das Signal zur Bezeichnung eines unbewachten Bahnübergangs warnt vor Niveauübergängen, die nicht mit Barrieren gekennzeichnet sind (Niveauübergänge mit optischer und akustischer Signalisierung verbunden mit Kreuzsignalen sowie Niveauübergänge mit Kreuzsignalen allein). Art. 2. Dieser Beschluss tritt am 1. Dezember 1934 in Kraft. Mit diesem Beschluss im Widerspruch stehende Signale sind bis spätestens 1. Februar 1935 zu ersetzen. Die Kantone sind bereits angewiesen worden, die notwendigen Abänderungen, die übrigens im ganzen Land nur 88 Bahnübergänge betreffen, veranlassen zu wollen. In der vorgesehenen Uebergangszeit von zwei Monaten wird man nun auf Niveaukreuzungen treffen, die entweder noch nach dem bisherigen" System oder.....dann...bereits... auf Grund- der dekretierten Neuerung gekennzeichnet sind. Die Strassenbenützer und insbesondere die Motorfahrzeugführer seien auf diese Doppelspurigkeit, die nicht zu umgehen ist, aber nur zwei Monate dauert, ganz speziell hingewiesen, damit sich daraus nicht etwa irgendwelche Verwechslungen ergeben, die ernste Folgen nach sich ziehen könnten. Ein weiterer Bundesratsbeschluss betr. die Abänderung der Verordnung vom 7. Mai 1929 • betretend Abschluss und die Signalislerung der Niveaukreuzungen der Eisenbahnen mit öffentlichen Strassen und Wegen bestimmt folgendes: Art. 2. Der Art. 3, Ziff. 2, wird aufgehoben und durch folgende Bestimmung ersetzt: Art. 3, Ziff. 2. Erstellung und Unterhalt der gemäss Art. 9 des internationalen Abkommens vom 24. April 1926 über den Kraftfahrzeugverkehr und dem durch Bundesratsbeschluss vom ... November 1934 abgeänderten Art. 9, Abs. 2 und 3, der Verordnung vom 17. Oktober 1932 über die Strassensignalisation für den Strassenverkehr bestimmten Vorsignal bleibt den Strassenaufsichtsbehörden überlassen. Die Fussnote zu Ziffer 2 wird gestrichen. Art. 3. Der Art. 4, lit. b, Ziff. 1, wird aufgehoben und durch folgende Bestimmung ersetzt: Art. 4, lit b, „Ziff. 1. Als Ersatz von Barrierenanlagen sind einheitlich Blinklichtsignale in Dreieckform mit drei roten Blinklichtern und einer Warnglocke oder Sirene, verbunden mit einem Kreuzsignal, gemäss Beilage 2, zu verwenden. Bei Niveaukreuzungen mit zwei- und mehrspurigen Bahnlinien ist das Blinklichtsignal mit dem Doppelkreuz gemäss Beilage 5 zu kombinieren. Art. 4. Der Art. 4, lit. c, wird durch folgende neue Ziffer 3 ergänzt: Art. 4, lit. c, Ziff. 3. Bei Niveauübergängen über «wei- und mehrgeleisige Linien sind Doppelkreuzsignale gemäss Beilage 5 zu verwenden. Art. 5. Der Art 5, lit c, wird durch folgende neue Ziffer 4 ergänzt: Art. 5, lit. c, Ziff. 4. Bei Niveauübergängen über zwei- und mehrgeleisige Linien sind Doppelkreuzsignale gemäss Beilage 5 zu verwenden. Art. 6. Die Beilagen 2 und 5 werden durch die nachfolgenden Beilagen ersetzt. Art. 7. Dieser Beschluss tritt am 1. Dezember 1934 in Kraft. Die Anpassung der vorhandenen Blinklichtsignale und der Kreuzsignale bei mehrspurigen Uebergängen an die neuen Vorschriften hat bis spätestens am 1. Mai 1935 zu erfolgen. Das Post- und Eisenbahndepartement wird mit der Vollziehuni? dieses Beschlusses beauftragt. Der Beschluss bedeutet also eine kleine, aber gewiss willkommene Entlastung der Eisenbahnverwaltungen, die nunmehr von der Verpflichtung der Erstellung und des Unterhaltes der Signale enthoben sind, da diese den Kantonen Überbunden wird. Die weiteren Bestimmungen ergeben eine zweckmässige Ergänzung der bisher verwendeten Signale. So wird das Blinklichtsignal, das auf rotweissem Pfosten einfach das Dreieckzeichen aufwies, in dessen Innenfläche die drei Blinklichter untergebracht waren, mit dem sogenannten Andreaskreuz, dem jetzigen Zeichen für unbewachte Uebergänge, kombiniert. Das Kreuz wird über der Dreieckstafel angebracht und bildet den Abschluss des ganzen Signales. Dabei wird künftig die nämliche Unterscheidung zwischen ein- und mehrgeleisigen Schienenwegen gemacht, wie dies auch in Artikel 5 des neuen Beschlusses ganz allgemein vorgesehen ist. Beim eingeleisigen Uebergang findet das einfache Kreuz als Signal für die unbewachte Kreuzung Anwendung. Bei mehrgeleisigen Schienenwegen dagegen wird zur besseren Unterscheidung und Kennzeichnung ein Doppelkreuz aufgestellt. Eben dieses Doppelkreuz muss nun auch mit dem Blinklichtsignal kombiniert werden, sofern die Art des Ueberganges dies notwendig macht. Damit ist die Markierung der bewachten und unbewachten Bahnübergänge einen guten Schritt vorwärts gekommen. Aufgabe der Kantone ist es nun, für die rechtzeitige und vollständige Anpassung der tatsächlichen Signalisierung an die neuen Vorschriften zu sorgen. Dabei kann da oder dort die Markierung der Uebergänge noch ergänzt werden, indem sie bisher nicht restlos allen Anforderungen entsprechen konnte. Sache der Motorfahrzeuglenker ist es aber, den Signalen die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken und diese Warnungszeichen auch wirklich zu beherzigen. Einige Sekunden « Zeitverlust» an einer sorgfältig erkundschafteten Kreuzung machen sich immer wieder bezahlt und schliessen eine Reihe von schweren Risiken aus, die der Fahrer nicht nur sich, sondern seinen Passagieren und event. sogar den Bahnreisenden aufzwingt, wenn er den dort aufgestellten Verkehrszeichen nicht den nötigen Respekt zollt, (Otin» Verantwortlichkeit der Redaktion.) Zur Nachprüfung der Motorfahrzeuge im Kanton Bern geht uns aus Seeländer Autogewerbekreisen folgende Einsendung zu: Wir werden von unseren Kunden aus dem Seeland und dem Jura oft angefragt, ob es unbedingt notig sei, dass die alten Automobile nach Bern zur Kontrolle geführt werden müssen. Man findet nämlich, es sei doch zuviel verlangt, dass man den Wagen nach Bern führen müsse und ausser dem Benzinverbrauch und dem Zeitverlust von einem halben Tag noch eine Gebühr von Fr. 6.— zu bezahlen habe. Gewöhnlich wird der Wagen als nicht in Ordnung befunden. Bremsen, Steuerung, Beleuchtung etc. ent- : sprechen nicht den Vorschriften. Dem Fahrer bleibt nichts anderes übrig, als den Wagen in Bern in Ordnung stellen zu lassen oder nacb Hause zu fahren und noch ein zweites oder drittes Mal die Reise nach Bern zu machen. Andere übernachten sogar in Bern. Aber nicht nur beim Automobilisten, sondern auch im Autogewerba iet die Empörung nicht gering. Uebertreiben die Herren Experten inlBern nicht, wenn sie alle Anforderungen, die bei der Kontrolle gestellt werden, geheim halten und erst dort mit der Sprache herausrücken und jedem Automobilisten, dessen Wagen nicht in Ordnung ist, eine gedruckte Karte mit den Adressen der Firmen in Bern in die Hand drükken, die für eine Instandstellung in Frage kommen? Sind Sie nicht auch unserer Meinung, dass das Gewerbe in Biel und im Jura den Verdienst ebenso nötig hat als die Bundesstadt? Auch Dunkelräume sind hier in leerstehenden Fabriken genügend vorhanden. Dazu äussert.sich das kantonale Ex.pertenbureau wie folgt: Gemäss Verfügung der kantonalen Polizeidirektion müssen auf Grund des Art. 8, Abs. 1, der V. V. zum Bundesgesetz über den Motorfahrzeugverkehr sowie auf Grund des § 29 der Verordnung über den Fuhrwerkverkehr und der Strassenpalizei zunächst alle Motorfahrzeuge, die binnen der letzten 5 Jahre keiner Prüfung durch einen amtliehen Sachverständigen unterzogen worden sind, nachgeprüft werden. Es werden die technische Ausrüstung, die Bremsen, die Lenkung und die Beleuchtung geprüft. Die Anforderungen, die bei der Kontroll« gestellt werden, sind in der V. V. zum Bundesgesetz festgelegt. Jeder Führer und jeder Halter eines Motorfahrzeuges besitzt ein Exemplar dieser Vorschriften. In bezug auf Zustand der Bremsen und aller übrigen Organe des Fahrzeuges, die hinsichtlich Verkehrssicherheit und Unfallverhütung von Wichtigkeit sind, wird rücksichtslos einwandfreier Zustand verlangt, selber wenn das Fahrzeug zwei oder mehrere Male zurückgewiesen werden müsste. Ohne diese« Vorgehen wäre der Zweck der Kontrolle nicht erfüllt. Bei Kontrolle der Beleuchtungsanlage geht das Augenmerk der Experten dahin, die absolut ungenügenden sowie die zu stark blendenden Lichter auszuschalten. Schlecht eingestellte Scheinwerfer werden möglichst am Prüfstand selbst, durch den Experten oder durch das Hilfspersonal, korrigiert. Bei Scheinwerfern mit schlechter oder ungenügender Lichtverteilung werden, soweit die Erfahrung vorhanden ist. entsprechende Batschläge zur Abänderung erteilt. In solchen Fällen wird dem Führer auf Wunsch eine Karte mit den Adressen sämtlicher auf dem Platze befindlichen einschlägigen Spezialgeschäfte ausgehändigt Dies geschieht, um einmal alle Platzgeschäfte gleich zu behandeln, und dann besonders, um dem Fahrzeugbesitzer, falls es sich um kleinere Arbeiten bandelt, die sofort ausgeführt werden kön> nen, Zeitverluste möglichst zu ersparen. Die Beleuchtungsvorschriften in bezug auf Stärke und Reichweite des Lichtes werden bei Fahrzeugen, die zufolge ihrer Konstruktion (Höchstgeschwindigkeit bei voller Tourenzahl des Motors, Fahrzeuge mit Zweiradbremsen) ohnehin kaum eine mittlere Geschwindigkeit erreichen können, tolerant gehandhabt. Bei Fern- und Abblendlicht muss indessen bei allen Fahrzeugen gute Lichtverteilung mit möglichst geringen Schattenbildungen vorhanden sein. Von einem Geheimhalten der Anforderungen, die bei der Kontrolle gestellt werden, kann selbstverständlich keine Rede sein. Es ist im Gegenteil für den Experten sehr erfreulich, wenn der Halter und Führer nicht nur die Vorschriften kennt und sich darum interessiert, sondern wenn er auch eein Fahrzeug vor AUTOMOBrL-KEVUC 11 der Kontrolle entsprechend herrichtet und der Experte das gleiche Fahrzeug nicht mehrere Male zu Beurteilen braucht. Der Herr Einsender wird sich davon am eindrücklichsten überzeugen können, wenn er sich entschliessen kann, mit einem Experten an einem kalten November- oder Dezembertag von morgens 8 Uhr bis abends 6 Uhr der Kontrolle im finsteren Prüfstand in der Eisenbahnbrücke, im Getöse der über dem Kopfe hindröhnenden Eisenbahnzüge, beizuwohnen. Die Gebühr von Fr. 6.— ist durch die kantonale Polizeidirektion festgesetzt worden. Bei einer zweiten oder dritten Nachkontrolle wird keine weitere Gebühr erhoben. Der Ertrag aus den Gebühren wird zur Amortisation des Prüfstandes, dessen Erstellung und Ausrüstung mit den Messinstrumenten einen Betrag von ca. Fr. 7000 erforderte, verwendet Einstweilen wurden diejenigen Fahrzeuge zur Kontrolle aufgeboten, die seit mehr als 7 Jahren im Betrieb stehen, und zwar hauptsächlich solche aus dem Gebiet des Mittellandes. Das Aufgebot erfolgt nach Bern, weil nur dort ein Prüfstand vorhanden ist. Für die Fahrzeuge im Jura wird durch den Experten in Delsberg ebenfalls eine Prüfanlage hergerichtet. Der Zeitpunkt der Prüfung kann mit dem Expertenbureau (Speichergasse 8, Teil. 27.115) vereinbart werden, und es werden auf die Bedürfnisse der Halter weitgehendst Rücksicht genommen. Um ihren Mitgliedern einen Vorteil zu bieten, haben der A. G. S., Sektion Bern, wie auch der T. C. S., Sektion Oberaargau, in Langenthal eine entsprechend grosse Halle von 32 m Länge als Dunkelraum herstellen lassen, so dass daselbst während eines bestimmten Zeitraumes, d. h. solange als über den Raum disponiert werden kann, die Fahrzeuge der dortigen Gegend geprüft werden können. Es wäre zu begrüssen, wenn die Autogewerbetreibenden geeignete Räume zur Verfügung halten könnten, damit auch in Biel und in anderen Kantonsgegenden die Kontrolle der Fahrzeuge durchgeführt werden kann, womit nicht nur dem dortigen Autogewerbe, sondern auch den Haltern gedient wäre. Zu Besprechungen und Beratungen stehen die Experten gerne zur Verfügung. T. C. S. Autosektion St. Gallen-Appenzell. Es war bis jetzt gestattet, das Hi-Way-Auspuffhorn als zusätzliche Warnvorrichtung zum Gebrauch ausserorts neben der vorgeschriebenen Warnvorrichtung an den Motorwagen anzubringen. Wir möchten unsere Mitglieder darauf aufmerksam machen, dass nun aber durch eine neuerliche Verfügung des eidg. Justiz- und Polizeidepartements vom 15. November 1934 die Anbringung von Auspuffhörnern jeden Systems an Motorfahrzeugen verboten ist, da sie eine Lautstärke besitzen, die mit der vom Gesetzgeber verfolgten Tendenz der möglichsten Verminderung des Verkehrslärms im Widerspruch steht. Gestützt auf obige Verfügung möchten wir unsere Mitglieder bitten, derartige Warnvörrichtungen zu entfernen, damit sie bei ev. Verkehrs- und Fahrzeugkontrollen keine Anstände bekommen. Das Sekretariat. ORTSGRUPPE APPENZELL A.-RH. Die Ortsgruppe Appenzell A.-Rh. tat mit ihrer Einladung zu einem öffentlichen Vortrag auf letzten Donnerstag im c Storchen »-Saal einen guten Griff. Zahnarzt Dr. D. D. S. Fisch, der rührige Präsident der Gruppe, bewillkommnete die zirka 120 Mann starke -Versammlung- und entbot einen ganz speziellen 'Willkömmgruss den beiden Referenten, GerichtspräsldentjE. Lutz, Flawil, wie auch Herrn Herbst, aus den Scintilla-Werken in Solothurn. Der erste Referent, Gerichtspräsident Lutz, ein gern gesehener Gast in Herisau, sprach in jedermann verständlichen Ausführungen über «Der Automobilist und die heutige Gerichtspraxis ».. Bekanntlich sind mit Inkrafttreten des neuen Bundesgesetzes über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr vom 15. März 1932 eine ganze Menge neuer, zum Teil einschneidender Bestimmungen und Vorsphriften festgelegt worden. In verschiedenen Variationen entwarf der Referent ein interessantes Bild über die täglichen kleinern und grössern Verstösse gegen das neue B.C. M. F. und beleuchtete im speziellen damit die Folgen, wie sie nicht selten Neulingen passieren, die sich ein Motorfahrzeug anschaffen, ohne sich vorerst über die verschiedenen einschlägigen Gesetzesbestimmungen die nötigsten Kenntnisse zu eigen zu machen. Die sehr lehrreichen Ausführungen aus berufenem Munde fanden sowohl bei Anfängern wie bei routinierten Fahrern besten Anklang. Dies bewies uns besonders der Applaus bei Schluss des Referates. Herr Lutz, als aktiver Richter, der fast tagtäglich mit allen möglichen Vorkommnissen des Automobilverkehrs zu tun hat und selbst langjähriger Fahrer ist, hat es gründlich verstanden, die Zuhörer mit seinen Ausführungen zu fesseln. Seine grossen, uneigennützigen Verdienste um das Automobilwesen seien an dieser Stelle bestens verdankt Wir hoffen, dass der Referent der Gruppe Appenzell A.-Rh. auch in Zukunft die bestehende Sympathie bewahre. Als zweiter Referent meldete sich Herr Herbst. Sämtliche Zubehörartikel, die von den Scintilla- Werken fabriziert worden, wurden in alle Details behandelt und sogar im Original den Interessenten vorgeführt. Die Scintilla-Werke sind ein Unternehmen, das sich auf der ganzen Welt durch seine erstklassigen Fabrikate bekannt gemacht hat. Die Firma beschäftigt momentan zirka 850 Angestellte und Arbeiter Sie ist nicht nur in der Schweiz, sondern an sämtlichen namhaften Plätzen der Welt vertreten und mustergültig organisiert. Was uns Appenzeller noch speziell freute, war das Lob, das Herr Herbst der hiesigen Firma Suhner & Co., Gummi- und Kabelwerke, spendete. Suhner & Co. fabrizieren bekanntlich seit Jahren alle möglichen Artikel in Hartgummi (Suconit), die von den Scintilla-Werken in grossen Quantitäten laufend gekauft und in ihre Apparate eingebaut werden. Bei der Arbeitslosigkeit in Stickerei und Weberei ist es für uns ganz besonders erfreulich, dass auch ein Teil unserer hiesigen Bevölkerung durch die Fabrikation von Zubehörartikeln für die Automobil- und Flugzeugkonstruktion willkommenen Verdienst findet. Es war für die Zuhörer ein Genuss, den Vortragenden in seinem Solothurnerdialekt sprechen zu hören. T. *. c. s. SEKTION ZÜRICH. Die FilmmatinSe vom 25. November in Zürich war ein Volltreffer. Die den letzten Platz besetzt haltenden 1200 Zuschauer waren hochbefriedigt von der Vorführung des neuen Expeditionsfilms der französischen Citroenwerke «La Croisiere Jaune», der sie nach der Begrüssungr durch Herrn Vizepräsident Gassmann während mehr als 1 % Stunden im Bann hielt. Hatte schon sein Vorgänger, « La Croissiere Noire », der von der Durchquerung Afrikas handelte und den Zürcher ACSisten vor einigen Jahren vorgeführt wurde, sehr befriedigt, so bat nun dieser Asienfilm direkte Be- geisterung für die prächtigen Bilder, die immense Reichhaltigkeit und die ungeheuren Leistungen dieser Autoforschungsexpedition ausgelöst. Mehr als 400 Personen mussten, weil der grosse Kino ausverkauft war, abgewiesen werden. Am 4. April 1931 ist G. M. Haardt, der dann leider in China tödlich erkrankte, mit 7 Raupenwagen der Citroen-Werke, die speziell für Berggegenden konstruiert waren, in Beyruth gestartet, während am folgenden Tage eine zweite Expedition unter Schiffslieutenant V. Point mit ebenfalls 7 Raupenfahrzeugen von Peking aus die weite Reise antrat, um sich in Kachgar, am Fuss des Himalaja mit der Gruppe Haardt zu vereinigen. Beide Kolonnen waren durch Radioapparate miteinander in steter Verbindung, während zwei Wagen jeder Gruppe für Kinoaufnahmen ausgerüstet waren. Der gesamte Itineraire der < Croisiere Jaune > umfässt nicht weniger als 30 000 km. Von Beyruth aus ging die wunderbare Fahrt über Bagdad nach Persien und Afghanistan, um dann von Indien und dem Hochland von Pamir aus die Durchquerung des 1000 km breiten Himalaja-Massivs vorzunehmen. Grossartig, was für unglaubliche Leistungen hier maschinelle und menschliche Kraft zu leisten vermochten, mussten doch Höhen bis zu 5200 m auf ungangbaren Wegen bewältigt werden. Bei der Weiterfahrt durch die Wüste Gobi, die Mongolei und China geriet die Expedition mitten in die dortigen Kriegswirren hinein. Der Film -berichtet nicht nur von den eigenartigen landschaftlichen Schönheiten der asiatischen Länder und den dortigen Bewohnern und Volkssitten, er gibt auch ein eindringliches Bild von den unzähligen Schwierigkeiten, mt denen die beiden Expeditionen Tag für Tag während eines vollen' Jahres zu kämpfen hatten. Alles in allem: Ein Film grossartiger, eindrucksvoller Bilder einer Reiseexpedition von gigantischen Ausmassen. CHAUFFEURVEREIN ZÜRICH. Unsere letzte Monatsversammlung im alten Jahre findet nächsten Mittwoch, den 5. Dezember 1934, 20.15 Uhr, im Vereinslokal Du Pont, I. Stock, statt. Alle unsere verehrten Mitglieder sind ersucht, diesen Abend unbedingt für den Anlass zu reservieren und vollzählig und pünktlich daran teilzunehmen. Es ist nämlich ein Beschluss zu fassen, zu dem unter allen Mmständen die Mehrheit massgebend ist, denn der Ausfall betrifft jeden einzelnen. Im weitern ist eine Aussprache über den Bunten Abend in der Kaufleuten vorgesehen, Wünsche, Anträge und Anregungen über diese Veranstaltung werden entgegengenommen. Sämtliche Sammellisten sind mitzubringen, da unser Kassier diese zur Abrechnung benötigt. Da wiederum der Winter vor der Tür steht, möchten wir gerne unsern Mitgliedern mehr an Unterhaltung bieten, und zwar durch Vorträge aus dem eigentlichen Berufsleben oder über andere interessante Themata, bedürfen dazu aber unbedingt eines lückenlosen Besuches. Der Vorstand hat sich vorgenommen, in Zukunft wieder für etwas mehr Schneid innerhalb des Vereins zu sorgen, möchte aber zum voraus allen Mitgliedern zurufen: Nur wenn alle kommen! Will man etwas Besseres haben, so unterstütze man den Vorstand, besuche regelmässig alle Versammlungen und Anlässe; denn gerade in den Winterabenden ist Zeit und Gelegenheit geboten, sich im Berufe weiterzubilden. Wir appellieren deshalb an alle unsere Vereinsmitglieder, durch lückenlosen Besuch der nächsten Monatsversammlung ihr Interesse am Werk des Vorstandes zu bekunden. die Vereinsleitung. Touristikbulletin des (m. K. = mit Ketten, o K. = ohne Ketten.) I. Strassen. Folgende schweizerische Alpenstrassen sind nunmehr eingeschneit und bis Frühjahr 1935 impassierbar:. Albula, Bernina, Flüela, Forclaz, Furka, Grimsel, Grosser St. Bernhard, Klausen, Lukmanier, Oberalp, Ofen, San Bernhardin, St. Gotthard, Simplön, Splügen und Umbrail. Die Lage der übrigen Bergstrassen ist am 23. November morgens folgende: Appenzellerland und Toggenburg: Sämtliche Strassen sind schneefrei. Schwyz: Wäggital, Etzel und Sattel aper; Ibergeregg Ketten, ratsam, da zwischen Oberiberg und Passhöhe stellenweise vereist. Glarncrland; Talstrasse, Kerenzerberg, Sernftal und Zufahrt ins 'Klöntal schneefrei; Klausenstrasse o. K. befahrbar bis Urnerboclen. Graubünden: Prättigau schneefrei; Wolfgang (Uebergang Klosters-Davos) Ketten ratsam Wesen stellenweiser Vereisung, ebenso Zugenstrasse (Davos-Tiefencastel); Albnlastrasse m. K. ab Bergiin bis Preda offen; Lenzerheide aper; Julier breit gopfadet, gut m. K. ab Bivio passierbar; Maloja harte Schneelage, Ketten ratsam; Unter- und Oberengadin m. K. befahrbar, Ketten ab Schills notwendig; Münstertal m. K. bis Cierf offen; Chur- Arosa m. K. ab Langwies; Strasse Thusis-Splügen- Hinterrhein schneefrei; Misox m. K. befahrbar bis San Bernardino-Dorf; Oberalpstrasse über Reicbenau-Flimg bis Disentis aper. Weiterfahrt m. K. bis Sedrun möglich; Lukmanierstrasse o. K. bia Curaglia offen, Tessinerseite nur bis Olivone befahrbar, i II. Strassensperren: Strasse Vitznau-Gersau infolge Korrektionsarbeiten bei der obern Nase vom 1. Dezember an auf ca. 8 Wochen für sämtlichen Fahrzen^verkehr gesperrt. Umleitung über Küssriarhf-Goldau-Brunnen. Innerschweiz: Brünig schneefrei, ebenso Zufahrten nacb Engelberg und iBiireenstoek; Klausen- «trasse von AIHorf her bis zum Hotel Klausenpasshöbe o. K. befahrbar. Gotthard: Nordseite nT>er bis Göschenen, Weiterfahrt m. K, bis Hospenthal; Südseite schneefrei ab Airolo. Berner Oberland: Schneefrei sind: Haslital bis zur Zentrale Handeck; Zufahrtsstrassen nach Grindelwald, Lauterbrunnen, Karderstes und Adelboden, ebenso Simmentaistrasse und Saanenmöspr; Jaunpass wiederum rlurr-hs-ebend o. K. -oassierbar. Jura und Westschweiz: Ohne Kett»n passierbar sind: Weissenstein, Marcbairuz (Mitnahme von Ketten angeraten), Montets, Mosses. Für die Ueherfahrt über den Pülon sind Ketten notwendig, ehpns'o für (Jen Pas r7e Morgins; Rhonptalstrasse o. K. bis Fiesch befahrbar. Strafen Monthey- Ghanroe'ry und Martigny-Orsieres-Champex o. K. befahrbar. Verantwortliche Redaktion : Dr. A. Büchl, Chefredaktion. W. Mathys. — Dr. E. Waldmeyer. — M. Bolliger. Telephon der Redaktion 28 222 (Hallwag) Ausserhalb der Geschäftszeit: 23.295. M A.C.S.