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E_1934_Zeitung_Nr.096

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grosse Haube,

grosse Haube, Diebstahlssicherung, Blendvermeidung des Scheinwerfers bei Nacht. Für den Fabrikanten mögen dies zum Teil Aufgaben der Zubehörindustrie sein. Man kann auch der Ansicht sein, dass damit mehr Dienst an der Allgemeinheit geleistet wird als durch andere technische Fortschritte. Was hat die Industrie getan gegenüber der grossen Händlerkrise, und wie weit ist das Altwagenproblem gelöst ? Wer die Märkte der Welt heute besucht, ist sich rasch darüber klar, dass mit der Weiterentwicklung der bisherigen Tendenzen keine neue Kaufkraft geschaffen wird ; die Welt verlangt den einfachen ökonomischen kleinen Wagen und offeriert im übrigen noch unzählige neue Anwendungsgebiete für den Benzinmotor. (Fortsetzung folgt.) Benzinzoll und Fremdenverkehr Die hier bestehenden Zusammenhänge, die in unserem Blatt schon verschiedentlich aufgezeigt wurden, sind dieser Tage auch in einer Eingabe an den Bundesrat zusammengefasst worden. Diese ging von dem anlässlich der Oltener Konferenz der am Strassenverkehr interessierten Verbände bestellten Bureau aus, dessen Sekretariat der Geschäftsleitung des schweizerischen Fremdenverkehrsverbandes übertragen wurde. Der Eingabe entnehmen wir die folgenden Ausführungen: Wir möchten uns erlauben, etwas ausführlicher darzulegen, weshalb die am Fremdenverkehr und am Autotourismus interessierten Kreise wegen einer allfälligen stärkeren Belastung des Benzinpreises schwere Bedenken hegen. Unser Fremdenverkehr ist wesentlich Auto-Fremdenverkehr geworden. Ganz besonders die ausländischen Gäste kommen zu einem grossen Teil mit dem Automobil in die Schweiz. Dies geht mit aller Deutlichkeit aus der im Folgenden wiedergegebenen Statistik über die vorübergehende Einfuhr von Motorfahrzeugen hervor: Total auf Total auf Ende Monat Ende Monat 1933 1934 Januar 4.934 5.551 Februar 9.752 12.157 März 17.219 22.030 April 32.446 39.716 Mai 45.320 63.569 Juni 68.390 85.579 Juli 102.808 126.373 August 161.169 193.071 September J 97.521 231.745 Oktober 213.215 November 221509 Dezember 227.465 Diese Zahlen sind insofern unvollständig, als die Automobile, für die ein Triptyk besteht, nur beim ersten Grenzübertritt gezählt werden. Kommen sie, nachdem sie unser Land verlassen haben, im Verlaufe des Jahres von neuem in die Schweiz, so treten sie in der Statistik nicht mehr in Erscheinung. Nach den Erfahrungen der Automobilverbände darf man annehmen, dass aus diesem Grunde die Zahl der in die Schweiz vorübergehend eingeführten ausländischen Automobile pro 1934 um rund 40,000 grösser als die offizielle Ziffer sein wird. Die amtliche Statistik wird bis Ende Dezember etwa 260,000 Grenzübertritte ausweisen, die tatsächliche Ziffer dürfte demnach rund 380,000 betragen. Erfahrungsgemäss und durch die Statistiken verschiedener grösserer Kurorte bestätigt, sind die ausländischen Automobile durchschnittlich mit drei Personen besetzt und bleiben drei Tage in der Schweiz, sodass pro Wagen neun Logiernächte entfallen. Für das ganze Jahr ergeben sich somit nicht weniger als 2,7 Millionen Logiernächte. In den einzelnen Monaten sind die Logiernachtzahlen folgende: Wozu zwei Scheinwerfer? Im englischen «Motor» stellt ein Mitarbeiter die Frage nach der Notwendigkeit der Verwendung von zwei Scheinwerfern- Er kommt zum Schluss, dass ein einziger Scheinwerfer auch genügen würde und bei Wahl einer stärkeren Lampe ein ebenso gutes Licht ergeben würde. Dabei wäre ein einziger Scheinwerfer bei Stromlinienkarosserien wohl viel leichter unterzubringen, ohne dass dieser die Linie stört. Zur Markierung der Wagenbreite müssten allerdings die Stadtlampen ständig mitbetrieben werden. Huptnobile mit nayes-Karosserle. Die Hupp Motor Car Corporation wird inskünftig aus Gründen eines möglichst rationellen Betriebes die Karosserien für ihre Hupmobilewagen nicht mehr selbst bauen, sondern von der grossen Karosseriespezialfabrik Hayes beziehen. Strategischer Strassenbau. Der ungarische Ministerpräsident soll als nächste in Angriff zu nehmende Aufgabe den Bau einer Strasse bezeichnet haben, die von Plattensee über Szent-Gothard bis zur neuen Packstrasse führt. Letztere Strecke wurde bekanntlich unlängst im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogrammes der österreichischen Bundesregierung fertiggestellt und bezweckt eine direkte Verbindung Kärntens mit der Steiermark, unter Umgehung jugoslawischen Gebiets. Wie die Grossglocknerstrasse. darf auch die Packstrasse als eine Verkehrlinie von grosser strategischer Bedeutung bezeichnet werden. Mit der Vollendung des ungarischen Strassenbauplanes ist eine direkte Automobilstrasse von den verschiedenen italienischen Grenzstellen über Villach-Klagenfurt bis. Budapest geschaffen. Januar Februar M ä r z - -.•••-*-•• April Mai Juni Juli August September Logiernachte der Ausländer ausländ. Automobilisten insgesamt absolut °/ 0 Ausl. 554.162 50.000 553.748 49.500 •403.189 89.000, 358 831 159.000 357.226 214.500 57 418.662 198.000 47 798.498 S67.O0O 46 1.224.942 600.000 49 (348.000) AUTOM OBTL-REVUE 1934 — Das Auto Im Dienste der Arktlsforschnn*. Das Auto findet in letzter Zeit in der Arktis-Forschung eine ständig zunehmende Anwendung. Dies trifft insbesondere für die russischen Arktisforschungen zu, in denen das Auto eine grosse Rolle spielt- Das Moskauer Auto-Traktor-Institut konstruierte in letzter Zeit zahlreiche Spezial-Automobilmodelle, die insbesondere für die Arktisforschung hergerichtet wurden. U. a. sind die Vorderräder der Automobile auf Skier aufmontiert; z. T. ruht das Fahrzeug gänzlich auf Skiern, während die Kraftübertragung vermittels Propeller erfolgt. Nach neuesten Meldungen sind die Arktis-Automobile bis zu 77° 24' nördlicher Breite vorgedrungen, wobei diese sich ausgezeichnet bewährt haben sollen. Fortschritt! Wie unsere Leser wissen, erreichte Caracciola kürzlich bei Rekordfahrten in der Nähe von Budapest mit seinem Mercedes-Benz- Grand-Prix-Wagen Durchschnittsgeschwindigkeiten von annähernd 320 kmjSt. Noch im Jahre 1927 war das die Höchstgeschwindigkeit eines 1000-PS-Rennungetüms, das man nur auf wenigen SpezialStrecken der Erde, wie der Strandbahn von Daytona, loslassen zu dürfen glaubte. Die Leistungsfähigkeit der diesjährigen Grand-Prix-Typen grenzt überhaupt ans Wunderbare. Als die jetzt gültige internationale Vorschrift: 750 Kilo ohne Pneus und Betriebsstoffe aufgestellt wurde, glaubte man, mit dieser Begrenzung des Maximalgewichtes auch die Motorgrösse auf etwa 2Yt Liter Zylinderinhalt beschränkt zu haben. Aber da kamen die Konstrukteure und zauberten Motoren bis fast 5 Liter Inhalt und 300 PS hervor; und mitsamt diesen Motoren wiegen die Wagen kaum mehr als mancher serienmässige heutige Kleinwagen! Total Jan.-Aug. 4.689.238 1.727.000 37 Pro Aufenthaltstag werden mindestens 25 Franken ausgegeben, sodass sich die Gesamtsumme, die die ausländischen Automobilisten in die Schweiz bringen, rund auf 70 Millionen Franken beläuft. Gestatten Sie die Bemerkung, dass der Durchschnitt von 25 Fr. sehr niedrig angenommen ist und tatsächlich höher sein dürfte, womit natürlich auch die angenommene Gesamtsumme von 70 Millionen Franken zu niedrig angesetzt sein dürfte. Wie sich dieser Gesamtbetrag von wenigstens 70 Millionen Franken auf die einzelnen Zweige der Volkswirtschaft verteilt, ist angesichts der Kompliziertheit der in Frage stehenden wirtschaftlichen Beziehungen natürlich nicht festzustellen. Sicher ist einzig, dass nicht weniger als rund 5 Millionen Franken dem Bund in Form von Benzinzöllen zufliessen. Die grosse volkswirtschaftliche und fiskalische Bedeutung des ausländischen Automobilverkehrs ist nun wesentlich durch die niedrigen Benzinpreise der Schweiz bedingt. Während die Schweiz bei den meisten anderen Preisen isoliert auf ihrer Preisinsel verharrt, hat sie bei den Benzinpreisen gegenüber den andern Ländern einen-bedeutenden Vorsprung. Betragen doch (laut «Recueil de Renseignements de Tourisme»,) die Ben- zinpreise in Deutschland England Frankreich Italien Oesterreich istischer *) per Gallon. Landeswähruns Schweizerwährnng per Liter 0.28—0.36 RM. 0.34—0.44 Fr. 1 sh/2—1 sh/6*) 0.20—0 26 Fr. 2.20—2.80 Ire. 0.45-0.57 Fr. 2 Lire 0.53 Fr. 0.50 Seh. 0.36 Fr. Auf der Preisdifferenz, die in diesen Zahlen zum Ausdruck kommt, lässt sich eine sehr wirksame Verkehrswerbung in ausländischen Automobilistenkreisen aufbauen, und das Schlagwort «Ca ne coüte presque rien de rouler en Suisse» wird denn auch von der Schweizerischen Verkehrszentrale in ihrer Propagandatätigkeit nachdrücklichst verwendet. Dabei darf man allerdings nicht ausser Acht lassen, dass die Kosten des Automobilfahrens in der Schweiz nur für die Ausländer die wohl den Benzinpreis, nicht aber die kantonalen Steuern und Versicherungen zu bezahlen haben, niedrig sind. Für die in der Schweiz Ansässigen sind dagegen die Kosten gleich hoch, wenn nicht noch höher, wie für die Ausländer in ihrem Heimatstaat. Denn die t in der Schweiz erhobenen hohen direkten Steuern sind im Ausland zum Teil (so besonders in Frankreich) durch die im höheren Benzinpreis erhobenen indirekten Steuern abgelöst Leider wohnt nun dem schweizerischen Benzinpreis eine wesentliche Unsicherheit inne: sein niedriger Stand ist die Folge des Konkurrenzkampfes auf dem Weltmarkt, der natürlich einmal einer Einigung Platz machen kann. Sobald dies der Fall sein wird, wird automatisch eine Benzinpreiserhöhung eintreten. Käme nun noch eine Zollerhöhung hinzu, so könnte leicht unser Preisvorsprung den andern Ländern gegenüber in sein Gegenteil verkehrt werden. Eines unserer besten Werbeargumente würde unseren Propagandastellen damit aus der Hand geschlagen — was wiederum für den Fremdenverkehr und für die Volkswirtschaft als ganzes sehr schädliche Rückwirkungen haben müsste. Für den Fiskus würde eine sozusagen überproportionale Verschlechterung eintreten, da er nicht nur die Folgen der verringerten volkswirtschaftlichen Aktivität zu tragen hätte, sondern auch die Folgen der Wandlung der speziellen Verhältnisse der Benzinein- und -Ausfuhr. Heute fährt bekanntlich jeder Wagen (gleich ob ausländisch oder schweizerisch) mit vollem Tank aus der Schweiz aus und mit leerem Tank ein, was für den Bund eine entsprechende Steigerung der Benzinzollerträge mit sich bringt. Würde das Verhältnis der schweizerischen zu den ausländischen Benzinpreisen verändert, so verändern sich auch die Vor- und Nachteile bei der von den einzelnen die Grenze überfahrenden Automobilisten betriebenen Benzinein- und Ausfuhr. Leicht könnte es dann so kommen, dass die Autos mit vollem Tank in die Schweiz einführen und sie mit leerem Tank wieder verliessen! Endlich gestatten wir uns, darauf hinzuweisen, dass durch eine Verteuerung des Benzinpreises auch ein Druck auf den einheimischen Automobilverkehr ausgeübt würde. der seinerseits durch eine gewisse Einschränkung und damit natürlich auch Verringerung des zollpflichtigen Verbrauches reagierte. Auf keinen Fall wäre daher eine zur Zollerhöhung proportionale Ertragssteigerung zu erwarten; es könnte sich sogar ergeben, dass die Einschränkung des Verbrauches den pro Einheit grösseren fiskalischen Ertrag kompensierte. Wir erlauben uns, Ihnen diese Erwägungen im Namen der am 5. November in Ölten vereinigten Verbände und des von diesen gewählten Büros darzulegen. Gestatten Sie uns, die Namen dieser Verbände nachstehend aufzuführen: Schweiz. Aero-Club. i Arbeiter-Tourine-Bund. ASPA. Autogewerbeverband der Schweiz. Automobil-Club der Schweiz. Schweiz. Autostrassenverein. Schweiz. Ben^inunion. Chambre syndicale de l'Automobile. C. I. A. Schweiz. Fremdenverkehrsverband. Schweiz. Fuhrhalter- und Spediteur-Verband. Schweizer Hotelier-VeTein. Schweiz. Mineralölinteressonten-Verband. Schweiz. Radfahrer- und Motorfahrer-Bund. Touring^Club Suisse. Union motoeycliste suisse. Verband der Handels-, Transport- Tmd Lebensmittelarbeiter. Verband Schweiz. Karosserie-Industrie. Verband Schweiz. Kursaal-Geselischaften. Verband Schweiz. Verkehrsvereine. Schweiz. Verkehrszentrale. Schweiz. Wirteverein. Zentralverband Schweiz. Möbeltransporteure. Wir erlauben uns, der Hoffnung Ausdruck zu geben, dass Sie unsere im Interesse weiter Kreise des Schweizervolkes dargelegten Ausführungen einer wohlwollenden Prüfung unterziehen möchten. zittert unter ihrem Fuss und sie kommen nachzusehen, was hier geschieht.» Aber es blieb ein leiser Zauber über dem werdenden Feld, und Jürgen hob die Wurzeln sorgsam heraus, als hebe er die Decke von einem schlafenden Gesicht. Sie sass noch am Herde und spann, wenn er heimkam, und schon vor der Tür hörte er den leise singenden Ton des Rades, in dem das Holz der Balken zu zittern schien. Sein erster Blick ging zu der Dämmerung hinter dem Herd und kehrte dann erst bei dem Lampenlicht ein. «Niemand war da», sagte sie leise. «Ruh dich nun aus.» Er flickte noch an seinen Netzen und empfing noch für eine Weile den Frieden ihrer Augen, ehe das Dunkel seiner Kammer ihn umschloss. «Bald werden die Wildgänse ziehen», sagte er hinter den Wolken seiner Pfeife. «Weisst du, wohin sie ziehen?» Nein, sie wusste es nicht. Der Lehrer habe zwar gesagt, dass sie nach Afrika zögen, aber er habe immer von allem etwas wissen wollen und sie traue ihm nicht. Sie glaubte, dass so graue Vögel nicht nach Afrika hinpassten auf den Nil... auf dem Nil sei das Körbchen mit dem Mosesknaben geschwommen, und was sollten die grauen traurigen Vögel auf solchem Wasser? «Ob sie... vielleicht fliegen sie bis Amerika?» meinte er leise. «Amerika ist weit...», erwiderte sie und sah an ihm vorbei auf das kleine Fenster, hinter dem dunkel und lautlos die Nacht stand. «Ja, sehr weit muss es wohl sein...», sagte er und starrte in die schwarze Höhlung des Herdes. Es kam vor, dass um diese späte Stunde noch der dröhnende Ton der Pflugschar vom andern Ufer herüberkam. Es waren mehr Menschen unterwegs als sonst um die ausgehende Sommerzeit, Fremde, die nach dem Wege fragten, nach Hunger und Sattwerden, und die, wenn sie das Geldstück in Jürgens Hand legten, schon halb abgewendet bemerkten, dass es anders werden müsse auf der Welt, gerecht und gleich und ohne Sklaverei. Es war nichts, worauf Jürgen eine Antwort zu geben verstanden hätte, aber mitunter stand er noch eine Weile, auf die Stange gestützt, und sah dem Fremden nach, wie er in dem Schatten der Eichen verschwand. Jedesmal stand Marte auf der Schwelle und sah ihm mit unruhigen Augen entgegen. «Wartest du» fragte er einmal. «Nein, aber ich fürchte mich... unheimlich ist es, wenn es von drüben so ruft... soviel kann unterwegs sein in der Nacht...» «Wasser und Menschen sind mmer unterwegs», erwiderte er. «Fürchte dich nicht, meine Hände sind stark. «Es ist nicht wegen der Hände», sagte sie abwesend. , .Versprochen ist sie', dachte Jürgen. .Sicher ist sie versprochen, und einmal wird es an die Pflugschar schlagen und ,Hol über!' rufen. Und dann wird er da sein. Ein Stadtmensch wahrscheinlich, mit einem Stehkragen und Handschuhen. «Fräulein GrotJohann da? So... Sie sind wohl der Dienstgeber, hm? Ja, sie ist nämlich meine Braut. Hoffe, dass sie es gut gehabt hat in dieser Fischerhütte.» Und dann wird er an seinem Herd sitzen und sie wird ihm Kaffee kochen, und er, ja, er wird wohl nach der Ziege sehen oder nach seinem neuen Acker oder nach den Netzen... ein alter Kahn, und wenn der neue da ist, schiebt man den alten beiseite. Wasser zieht durch die brüchigen Fugen, Moos setzt sich an... fertig... erledigt,' Im September war die Lichtung soweit, dass er pflügen konnte. Er wollte keine Pferde, aber die Steine, die tief im Boden lagen, schlugen Heini die Pflugschar aus den Händen. So lieh er die beiden Pferde vom Pfarrer, und am Abend lag die Scholle schwarz und glänzend da. Er brachte das Gespann zurück und ging noch einmal auf dem Heimweg zum Acker. Es regnete leise aus tiefhängenden Wolken, und er hob eine Hand voll Erde an sein Gesicht. Sie duftete nach Schlaf und Tiefe, und als er sie zwischen den Händen zerbröckelt hatte, blieb der Geruch bei ihm und ging mit ihm mit, als schlüge er Wurzeln in seinem Körper. Als er vom Wasser hinaufgestiegen kam, von dem er ein vergessenes Netz geholt hatte, sah er im rötlichen Schacht des Lichtes, der aus dem Fenster fiel, eine dunkle Gestalt. Von unten sah es aus, als stehe ein Baum da, aber Jürgen wusste, dass dort kein Baum stand, und er sah die gespannte Haltung eines Lauernden, der ein Wild bewacht. Zuerst war es ihm, als stehe er eingefroren im grauen Eise, aber dann erkannte er, dass es der Sohn des Krugwirts aus dem Dorfe war, von dessen Liebeshändeln viele Geschichten im Umlauf waren. ,Ach, mein Lieber', dachte er fast dankbar, ,das ist nun kein guter Weg für dich...' Nur das feuchte Gras drückte sich unter seinen blossen Füssen nieder, und seine Hand fasste zu, als sei sie eben aus dem leeren Raum gewachsen. (Fortsetzung im *Autler-Feierabend*.)

N° 96 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE S«, Sitzung der nationalen Sportkommission. Der nationale Sportkalender 1935. Die nationale Sportskommission des A.C.S. ist letzten Samstag in Bern unter dem Präsidium von Herrn Töndury (Zürich) zu einer wichtigen Sitzung zusammengetreten, in der die Veranstaltungen der verflossenen Saison liquidiert und gleichzeitig die Umrisse des nächstjährigen Programmes festgesetzt wurden. Sämtliche Mitglieder der Kommission waren anwesend. Nach der einstimmigen Genehmigung des Protokolls der Sitzung vom 2. Juni berichteten die Herren Töndury und Decrauzat als Delegierte über die Sitzungen der internationalen Sportskommission der AIACR vom vergangenen September und Oktober in Paris. Die Versammlung hörte darauf die Rapporte über die verschiedenen nationalen und internationalen Veranstaltungen des Jahres 1934 an. Herr E. Huber orientierte über den ersten Grossen Preis der Schweiz 1934, und Herr Geneux über den Grossen Preis von Montreux, im weiteren berichteten die seinerzeit abgeordneten offi ziellen Delegierten über den Verlauf der übrigen Rennen der Saison. Die Kommission schritt sodann zur Homologierung der erzielten Resultate; einige Punkte bedürfen noch einer endgültigen Klarstellung, so das man die Bereinigung dieser Angelegenhei einer Spezialkommission unterbreitete. Die NSK prüfte ferner das neue Projek der internen Statuten sowie des Verwaltungsreglementes und ernannte Herrn Töndury zum Vertreter der Kommission in einem Spezialkotnitee, das sich mit diesen Fragen befasst. Weiter wurde auch der provisorische Nationale Sportskalender 1935 zusammengestellt, der folgende Anlässe umfasst: 16. März: Sternfahrt nach Genf (Sektion Genf de: A. C. S.). 17. März: Kilometer-Rennen von Saconnex (Sek tion Genf). 2. Juni: Grosser preis von Montreux (Sektion Waadt). 16. Juni: Bergrennen Rheineck-Walzenhausen (Sektion St. Gällen-Appenzell). Ende Juli - Anfangs August: Internationale Alpen fahrt. 24. August: Nationales Rennen fOr Sport- und Rennwagen auf der Bremgarten-Rundstrecke (Sektion Bern). 25. August: Grosser Preis der Schweiz (Sektion Bern). 8. oder 22. September: Monte Cenerl-Rennen. Wir werden auf die Einzelheiten des vorliegenden provisorischen Sportskalenders 1935 noch zurückkommen. Die in Aussicht stehenden Aenderungen des nationalen Sportsreglementes und seiner Anhänge werden erst nach der Genehmigung der Statutenrevision durch die Winter-Delegierten-Versammlung am 16. Dezember vorgenommen werden. Schliesslich wurde von der NSK noch die neue Formel für die schweizerische Automobilmeisterschaft 1935 studiert. Die Sportkommission nahm dabei auch von einem interessanten Plan zur Bildung der neuen Meisterschaftsformel Kenntnis, die von Herrn Decrauzat aufgestellt wurde und der ernsthaften Prüfung wert ist. Dieses Projekt sieht die Abschaffung des nachgerade berüchtigt gewordenen Koeffizienten vor und die Ersetzung durch eine vollständig neue Basis. Man würde bei dieser Formel nicht mehr die beste Zeit jeder Kategorie, sondern in jeder Klasse den bestehenden Klassenrekord in Berücksichtigung ziehen. So erhielte derjenige, der diesen Rekord erreicht, 100 Punkte, der Fahrer, welcher ihn verbessert 100 Punkte plus x, und der ihn unterschreitet 100 Punkte weniger x. Die Zahl der Punkte ergibt sich nach diesem Plan nach der Formel Rekord x 100 «h« Zeit Diese Bestimmung hat auf jeden Fall den unbestrittenen Vorteil, bedeutend gerechtere Verhältnisse zu schaffen, als das bisherige System mit dem Handicap für die kleineren Klassen, das den Ausgleich nur in einem mehr oder weniger grossen Masse herstellen konnte. Als Grundlage dient die absolute Leistung des Fahrers selbst. Eine andere Modifikation, die ebenfalls von Interesse ist, bezieht sich auf die Zahl der für das Championnat zu fahrenden Rennen. Voraussichtlich wird die Bestimmung, dass das Rennen mit dem schlechtesten Ergebnis nicht gezählt wird, in Wegfall kommen Nur einer der im nationalen Sportkalender angegebenen Anlässe darf ausgelassen werden, die andern zählen alle. So müssen beispielsweise von 6 Rennen 5 gefahren werden, von 5 Rennen 4 usw. Verzeichnet der Kalender jedoch nur 3 Meisterschaftsläufe, so müssen alle 3 bestritten werden. Diese Aenderungen befinden sich zur Zeit noch im Studium. Eine Entscheidung wird jedoch bis zur Winter- Delegiertenversammlung gefällt werden, bo. Der Abschluss des 1. Grossen Preises der Schweiz für Automobile. Das Organisationskomitee mit allen seinen Untergruppen kam Ende letzter Woche, unter dem Vorsitz von Oberst Marbach, zum SchlussrappoTt in Bern zusammen. Schon aus den Zahlen der Abrechnung ergab sich, welche beträchtlichen Aufwendungen und Arbeit notwendig waren, um diese Veranstaltung erstmals zum guten Ende zu bringen. Die Ausgaben beliefen sich auf rund 270,000 Franken und konnten nur dank der grössten Sparsamkeit der verschiedenen Arbeitsgruppen in diesem Rahmen gehalten werden. Der unerfreuliche Wetterumschlag in der Nacht vor dem Rennen hat den Besuch des Rennens nicht unerheblich beeinträchtigt. Dennoch konnten 50,833 zahlende Eintritte registriert werden. Dazu kamen noch 18,763 Personen, welche den verschiedenen Trainingsläufen beigewohnt hatten und ebenfalls ihren Obolus entrichteten. Dank dieses überaus erfreulichen Publikumsinteresses war es möglich, den Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben zu finden. Ja, es bleibt.End' aller Enden sogar noch ein kleiner Ueberschuss von Fr. 900, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll, sofern nicht noch irgendwelche Forderungen angemeldet werden. Es sind nämlich noch bis in die letzten Tage Rechnungen säumiger Lieferanten eingegangen. Das Rechnungsergebnis mag für allzu grosse Optimisten, die sich von dem Rennen erhebliche Gewinne versprachen, eine gewisse Enttäuschung bedeuten. Die Hauptsache ist aber, dass die Organisatoren in der Lage waren, sämtlichen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Es darf nicht übersehen werden, dass die Ausgaben eine Reihe von erstmaligen Aufwendungen umfassen, die sich in den kommenden Jahren nicht mehr wiederholen werden. Im weiteren sind von der Einnahme an die 26,000 Fr. als Billettsteuer an die Stadt abzuliefern. Wäre diese ausserordentlich hohe und — nach der besonderen Natur des Anlasses beurteilt — auch deplacierte Steuer nicht zu entrichten, so könnte der in den Statuten der Rundstrecken A.-G. vorgesehene Garantiefond geäufnet werden. Die Oeffentlich'keit ist insofern an einer fortlaufenden Stärkung dieses Fonds und einer regelmässigen Verzinsung und Amortisation des Aktien- und Obligationenkapitals der Rundstrek- | ken-Gesellschaft interessiert, als bekanntlich Der neue Stadt und Kanton Bern in grösserem Um fange Anteilhaber sind. Nun verfolgt die veranstaltende Sektion des A. C. S. mit de Durchführung des Rennens keinerlei Gewinn absichten, sondern ist froh, wenn sie finan ziell immer ungeschlagen davonkommt. Dagegen bedeutet das Rennen für Verkehr und Wirtschaft der Stadt Bern recht viel. In den Tagen des Rennens waren die bernischen Hotels zu 90 und 100 Prozent ihrer Bettenzah besetzt und auch viele andere Gewerbezweige konnten eine willkommene Belebung des Geschäftes buchen Es wäre daher durchaus am Platze, wenn für dieses Rennen bezüglich der Billettsteuer eine Sonderregelung erfolgen könnte. Wie der Rennleiter E. Huber mitteilen konnte, hat sich die Organisation bewährt, wa die Rennfahrer, Fachleute, sowie die in- und ausländische Presse durchwegs bestätigten. Dennoch sind von den verschiedenen Komitees mit ihren Schlussrapporten eine Reihe von Anträgen zu Händen der kommenden Organisation eingegangen, die sich auf die Erfahrungen des ersten Jahres stützen und hauptsächlich auf die Wünsch? des Publikums weitgehend Rücksicht nehmen. Sie sollen, so weit dies mit dem folgenden Budget vereinbar ist, berücksichtigt werden. Die Vor" arbeiten für das Rennen 1935, dem am Samstag ein nationales Rundstreckenrennen für Sport- und Rennwagen vorangehen wird, sollen demnächst an Hand genommen werden. Ergänzend sei noch zum Schlussrapport nachgetragen, dass nach einem Nachtessen, das über hundert Mitglieder des Organisationskomitees im Schweizerhof vereinigte, ein überaus gut gelungener Film der Bauperiode und des Rennens selbst erstmals vorgeführt wurde. Die Aufnahmen stammen von den Herren Dr. Perlet und Schmid. Sie vermitteln einen geschickt zusammengefassten bildlichen Ueberblick von der Veranstaltung sowie ihrer Vorgeschichte und machten der Versammlung grosse Freude. Da der Film der Sektion gehört, dürfte er auch den übrigen Mitgliedern gelegentlich vorgeiuhrt werden. Um das Klausenrennen. Am 24. November versammelte sich in Zürich, unter dem Vorsitz von Herrn F. Frey, das Organisationskomitee des diesjährigen Klausenrennens zu seiner Schlußsitzung Vom Bericht über die Liquidationsarbeiten wurde Kenntnis genommen, ebenso von der vorläufigen Abrechnung, wobei sich als erfreuliches AM KOMPRESSOR 1935 Beschleunigung und Geschwindigkeit Der GRAHAM-Kompressor ist nicht ein Rennwagen In gewöhnlichem Sinne, er arbeitet automatisch durch das Zweiwege-Drosselsystem. Sobald das Drosselpedal durchgetreten ist, verleiht es dem Motor auf gleicher Tourenzahl bedeutend erhöhte Kompression und gibt dem Wagen eine höhere Beschleunigungsfähigkeit durch seine verfügbare Kraft • Geräuschlosigkeit und Elastizität Beachtenswert ist der geräuschlose Gang des von GRAHAM gebauten Kompressors, trotz seiner in ihm steckenden Kraft. Man hört kein „Heulen", wie dies bei bisherigen Kompressorsystemen der Fall war. Die Kraft scheint aus dem Motor nur so herauszuströmen mit kaum vernehmbarem „Rauschen". Elastisch und samtweich arbeitet der Motor Ober seinen ganzen Drehzahlbereich hinweg. Bei leichtem Betreten des Gaspedals schiesst der Wagen dahin wie der Sturmwind. Mit Worten lässt sich das nicht wiedergeben. Nur wer ihn fährt, kann seine „Riesenbeschleunigung" und seine elastische Kraftwiedergabe freudig empfinden. Zuverlässigkeit und Sicherheit Die leichte, mühelose Bedienung des GRAHAM-Kompressors hat auch ein welches und rasches „Stoppen" und „Wiederanfahren" in dichtestem Verkehr zur Folge. GRAHAM bedeutet deshalb absolute Zuverlässigkeit und Sicherheit in allen Verkehrssituationen. Der Kompressor bewirkt e>n besseres Starten bei jeder Temperatur sowie einen sparsameren Benzinverbrauch entgegen allen bisherigen Kompressor-Systemen. Automobilwerke FRANZ A.-G. ZÜRICH - Badenerstrasse 313 > Telephon 52.607 Resultat ergab, dass, im Hinblick auf das erwartete namhafte Defizit, verschiedene Interessenten und Gönner sich in anerkennenswerter Weise bereit erklärt haben, ihre Ansprüche zu reduzieren. Das vorausgesehene, und in besonderem Masse durch das ausserordentlich schlechte Wetter bedingte Defizit konnte dadurch wesentlich reduziert werden. Zu diesem Ergebnis haben aber auch verschiedene Einsparungen der einzelnen Komitees in wesentlichem Masse beigetragen- Wenn man berücksichtigt, dass die Einnahmen an Eintrittsgeldern und Parkgebühren gegenüber dem Klauserarennen 1932 um mehr als 50% zurückblieben, so wird man das sich ergebende Defizit von rund 32,000 Fr. nicht als allzu hoch taxieren dürfen, um so mehr, als zu dessen Deckung der früher geschaffene Klausenfonds herangezogen werden kann. Mit besonderer Befriedigung konnte den vorliegenden Berichten entnommen werden, dass sich die Anordnungen der einzelnen Komitees aufs beste bewährt haben und die Durchführung des Rennens, trotz der ausserordentlichen Schwierigkeiten, reibungslos und vorbildlich war, was nicht nur von bewährten Fachleuten, sondern speziell auch von den Fahrern des In- und Auslandes spontan und wiederholt anerkannt wurde. Es konnte denn auch festgestellt werden, dass die Liquidationsarbeiten keine wesentlichen Differenzen ergaben und diese deshalb sehr frühzeitig beendigt werden konnten. Dem Dank an alle Komiteemitelieder und Mitarbeiter konnte Herr Frey die Mitteilung beifügen, dass die Zentralbehörden des A.C.S beabsichtigen, das Klausenrennen im Jahre 1936 eventuell wiederum zum Austrag zu bringen, sofern von seiten der interessierten Behörden, Korporationen, Landbesitzer, Privaten usw. derart akzeptable Bedingungen erhältlich gemacht werden können, dass das finanzielle Risiko gegenüber diesem Jahr wesentlich ermässigt wird. Das bisherige Organisationskomitee wurde daher beauftragt, die bezüglichen Verhandlungen in Glarus und Uri in Bälde anzubahnen, und es bleibt nur zu wünschen, dass man dort auf geneigtes Gehör stösst, damit das Rennen 1936 wieder gesichert werden kann. Man wird nicht übersehen dürfen, dass durch die Grands Prix von Bern und Montreux der Zustrom der Zuschauer zum Klausenrennen zweifellos beeinträchtigt wird und dass deshalb, da 80% der Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Parkgebühren herrühren, die Ausgaben möglichst eingeschränkt werden müssen, um allzu grosse Defizite auch bei Schlechtwetter zu vermeiden. Es ist ja auch nicht angängig, dass für eine Sportveranstaltung, welche für die beteiligten Landesgebiete von grosser wirtschaftlicher Bedeutung ist, Abgaben in Form von Vergnügungs- und Reklamesteuern entrichtet werden müssen. Dass der Besuch des diesjährigen Klausenrennens, trotz der sehr ungünstigen Witte- . ungsverhältnisse während der kritischen Zeit von Samstag mittag bis Sonntag morgen ungeahnt stark war, beweisen folgende Frequenzziffern des Kassadienstes: 15,000 Zuschauer, 6000 Fahrräder, 550 Motorräder, 1600 Automobile, wobei noch zu berücksichtigen ist, dass durch das Schlechtwetter vor allem der Extrazug- und Fahrradverkehr sehr gelitten haben. Die Reduktion des Rennens auf nur einen Tag hat sich bewährt. Trotz der grossen Zahl von Fahrern konnte das Programm am Sonntag reibungslos eingehalten werden, während sich dadurch anderseits erhebliche Einsparungen bei verschiedenen Komitees, besonders was den Verkehrs-, Absperr- und Sanitätsdienst anbetrifft, ermöglichen Hessen- Es darf denn auch angenommen werden, dass, im Falle der Wiederholung in zwei Jahren, das Rennen wiederum nur an einem Tag stattfinden wird, offen für Sport- und Rennwagen sowie Motorräder und Sidecars. Möge überall das nötige Verständnis und Entgegenkommen vorhanden sein, um der Schweiz hren Grossen Bergpreis auch weiterhin zu erhalten. Es darf nicht übersehen werden, dass es das Klausenrennen gewesen ist, welches die Klausenstrasse im Ausland berühmt gemacht und alljährlich Tausende von Automobilisten hinauf in die schöne Gebirgslandschaft am Clariden und Märcherstöckli Knockt v hat. Spori Almas samrnmJÜ Die deutschen Weltrekorde anerkannt Die von Hans Stuck auf Auto-Union und Rudolf aracciola auf Mercedes-Benz aufgestellten neuen Bestleistungen wurden von der A.I.A. C.R. soeben offiziell homologiert. Es handelt ich um fünf Weltrekorde Stucks und einen Weltrekord und drei internationale Klassenrekorde von Rudolf Caracciola. Stucks Bestzeiten wurden am 10. Oktober auf der Avus und Caracciolas Rekorde am 28. und ?0. Oktober bei Gyon in Ungarn etabliert.