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E_1935_Zeitung_Nr.005

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wieder einmal einer

wieder einmal einer Benzinzollerhöhung das Wort redet, wobei es dann aber meist just die gleichen Kreise sind, die glauben, dank einer solchen neuen Subventionsaktion ergiebig in diesem Karpfenteich der Benzinzolleinnahmen fischen zu können. Dass aber auch hier nicht unerschöpfliche Quellen fliessen, zeigt das Resultat der Benzinzollerträgnisse, das sich im Vergleich zu den Vorjahresergebnissen wie folgt stellt: Jahr Total 1928 Fr. 26 017 601 1929 , 32 204 712 1930 » 34987 233 1931 » 39 933 781 1932 » 44 820 865 1933 > 42 685 211 Zu- resp. Abnahme -+- Fr. 5 255 057 4- 6 187 651 2 782 521 , 4946 548 4 887 084 2135 654 Obwohl die Benzineinfuhr nicht kontingentiert war, verzeichnet das Jahr 1933 einen starken Rückgang von 2,1 Millionen Fr., der sich allerdings für die Bundeskasse insofern etwas reduziert, als 25% des Benzinzolls, plus ein Ausgleichbetrag von 250,000 Franken, an die Kantone abfliessen. Bringt man zudem noch die Fr. 1,060,000 Bundessubvention für die Alpenstrassen in Abzug, so bleibt pro 1933 ein Nettoerlös des Bundes aus dem Benzinzoll von Fr. 30,703,909, gegenüber Fr. 32,316,509 im Jahre 1932, so dass sich die effektive Mindereinnahme für den Bund auf «nur» Fr. 1,612,600 stellt, der allerdings 1932 noch eine Zunahme von rund 3,2 Millionen Fr. gegenüberstand. Den zweiten Einnahmeposten des Bundes aus dem Motorfahrzeugverkehr bilden die ZoHeinnahmen aus der Einfuhr von Motorfahrzeugen, Pneus, Zubehör usw., die sich in den letzten zwei Jahren wie folgt stellten: 1933 1932 Zu- resp. Fr. Fr. Fr. Motorräder 220 640 581102 — 360 462 Pers-Automobile und Lastwagen 17 808 534 17 440 0H +368 520 38991 4- 13 517 1301 + 2 929 129 877 — 83 219 Karosserien 52 508 Elektrokarren 4 230 TraJctoren 46 658 Schläuche aus Gummi (Pneus) 784 127 837 284 — 53 157 Total 18916 697 19 028 569 —111827 In obigen Zahlen spiegelt sich drastisch der enorme Rückgang der Motorradeinfuhr und des Traktorenimportes, während die Automobileinfuhr etwas höher ist als 1932, aber beispielsweise noch um fast 2^ Mill. Fr. hinter dem Resultat von 1931 (Fr. 20,219,844) zurücksteht. Immerhin wurde der Rückgang dieser Zolleinnahmen 1933 stark abgebremst. Das Total des Anteils des Bundes an Zolleinnahmen aus dem Motorfahrzeugverkehr stellt sich pro 1933 wie folgt: 1933 1932 Abnahme Fr. Fr. Fr. Benzinzoll 30 703909 32 316 509 —1612 600 Zoll auf Motorfahrzeuge und »Zubehör 18 916 697 19 028 569 — 111827 Totaleinnahmen . Fr. Fr. des' Bundes 49 620 606 51 345 078 — 1 724 472 der Kantone 43 538 850 43 677 075 — 138 225 Total 93159 456 95 022153 —1862 697 Wenn dieses Ergebnis in Anbetracht der heutigen allgemeinen Wirtschaftslage, trotz des Einnahmenrückganges, immer noch als ein Sehr befriedigendes bezeichnet werden darf, so zeigt die Entwicklung doch klar und deutlich, dass Bund und Kantone so rasch als möglich die nötigen Nutzanwendungen ziehen müssen, wenn sie weitern beträchtlichen Einnahmenrückgängen vorbeugen wollen. Alles deutet darauf hin, dass die Betriebseinstellung der Motorfahrzeuge zufolge der enormen, drückenden finanziellen Lasten AUTOMOBTL-REVUL England fördert den Bau von Strassen mit getrennten Fahrbahnen. DÖS englische Transportministerium gibt bekannt, die Gewährung einer Subvention aus dem Strassentond für den Neubau von Strossen könne von der Bedingung abhängig gemacht werden, dass da, wo es die Verhältnisse erlauben, die Verkehrswege nach dem Zweibahnsystem erstellt werden. Vorgesehen sind dabei zwei Fahrbahnen zu je drei Streifen von 3,4 m Breite, wovon je einer für den langsamen und einer für den Schnellverkehr reserviert wäre. Der dritte Streifen ist für das Ueberholen bestimmt. Weinbau und Strassenbau. Man wird es nicht für möglich halten, dass zwischen beiden ein Zusammenhang besteht, und doch scheint dies der Fall zu sein. Im französischen Weinbau wurden nämlich Klagen laut Über einen Teergeschmack des Weines, der sich bisher auf keine Weise beseitigen Hess. Wenn auch noch kein Weg zur Behebung des Fehlers gefunden wurde, so glaubt man doch wenigstens schon seine Ursache festgestellt zu haben: der Teergeschmack tritt nämlich nur in Gegenden auf, wo geteerte Strassen angelegt wurden. Eine österreichische Automobilexpedition. In Oesterreich wird zur Zeit eine grosse Expedition vorbereitet, die sich die Durchauerung Asiens von Syrien bis China im Automobil zum Ziel gesetzt hat, und 20,000 Kilometer zurückzulegen beabsichtigt. Die Expedition wird in Beirut starten und die nordarabische Wüste Elkamed durchqueren, um nach dem Irak zu gelangen. Nach der Fahrt durch Persien soll der Versuch einer Durchquerung Afghanistans unternommen werden. Die Expedition soll dazu dienen, einen Weg für eine Landverbindung von Indien nach China aufzufinden, die sich ohne grosse technische Schwierigkeiten zu einem Autoweg ausbauen lässt. Sie wird eine ganze Reihe geographischer und wirtschaftlicher Fragen zu bearbeiten haben, und vor allem auch verkehrstechnisch von grösstem Interesse sein. Der Führer der Expedition ist Max F. Reisch, der im Jahre 1932 Nordafrika durchquerte und 1933134 eine grosse Indienfahrt durchführte. Die wissenschaftlichen Vorarbeiten werden vom Geographischen Institut der Hochschule für Welthandel in Wien geleistet. Verspätetes Erscheinen neuer amerikanischer Modelle. Allem Anschein nach werden verschiedene amerikanische Automobilfabriken ihre neuen Modelle nicht wie üblich schon auf den New- Yorker-Salon hin herausbringen, sondern erst später. Als Hauptgrund dafür wird an- im laufenden Jahr weiter zunehmen wird. Die Fälle häufen sich, wo bei den Motorradund Automobil-Verbänden Austrittsgesuche wegen Ausserbetriebsetzung des Fahrzeuges eingehen. Die Wirtschaftskrise zwingt vielerorts zum Sparen, Rückgänge der Steuer- und Zolleinnahmen werden 1935 die Folge sein. Für den Bund bedeutet dies, dass mit dem steten Liebäugeln mit einer weitern Benzinzollerhöhung endgültig aufgehört werden sollte, Wenn man die Benzineinfuhrmengen und damit die Zolleinnahmen aus diesem Import nicht weiter zurückgehen lassen will. Für die Kantone Ist es die letzte Warnung, von weiteren Steuererhöhungen abzusehen, sonst werden eben weitere Hunderte von gegeben, dass man die Produktion nicht mehr in den Anfangsmonaten des Jahres, in welchen der Absatz erfahrungsgemäss am besten ist, durch Neuauflagen hemmen will. Mit der Herausgabe der neuen Modelle soll vielmehr so lange zugewartet werden, bis die Nachfrage nach den gegenwärtigen Modellen nachzulassen beginnt, was bei manchen Marken, wie man hofft, erst im Spätsommer der Fall sein wird. Der Autokonkurrent Japan. In der amerikanischen Automobil-Industrie herrscht gewisse Besorgnis über die immer mächtiger werdende Konkurrenz der japanischen Autofabriken auf dem südamerikanischen Markt. Gleichzeitig kommt aus Warschau die Meldung, dass die polnische Armee einen Lieferungsvertrag über 2000 japanische Automobile abgeschlossen habe, die zu dem unwahrscheinlich niedrigen Preis von etwa 750 Mark pro Wagen geliefert werden sollen. Die neuen Alia-Romeo-Rennwagen. Für die diesjährigen Alfa Romeo-Grand Prix-Wagen werden gegenwärtig zwei Motortypen ausprobiert, nämlich ein Zwölfzylinder in Linie mit 4$ Liter Zylinderinhalt und ein Sechzehnzylinder-V-Motor mit zwei Achtzylinderblöcken und • 4 Liter Zylinder- Inhalt. Beide Motoren leisten rund 300 PS. Die gemeldete unabhängige Radabfederung der neuen Grand Prix-Chassis soll pneumatisch abgefedert sein. Für das Mille Miglia-Rennen bereitet Alfa Romeo drei Chassis mit 2300-ccm-Achtzylindermotoren vor. Für das 24-Stunden-Rennen von Pescara und als Rally von Monte Carlo werden 2300-ccm-Sechszyündermotoren eingesetzt. In Vorbereitung ist aasserdem noch ein kleiner Vierzylinder-Rennwagen von 1050 ccm Zylinderinhalt. Hupverbot in den italienischen Städten. Nachdem man mit dem Hupverbot in den italienischen Städten allem Anschein nach gute Erfahrungen gemacht hat, ist dem Ministerrat ein Dekret unterbreitet worden, das er heute unterzeichnen wird und welches den Gebrauch akustischer Signale für die Motorfahrzeuge innerhalb der Städte gänzlich verbietet. istischer Eine Autorennbahn in Wien? In motorsportlichen Kreisen Wien$ ist der Gedanke aufgetaucht, im Wiener Prater Autorennen abzuhalten. In Vorschlag gebracht wird die Schaffung einer geeigneten Rundstrecke, die im Prater sich am leichtesten ermöglichen Hesse. Man nimmt an, dass die zuständigen Behörden sowie das Bundesministerium für Handel und Verkehr dieses Projekt fördern werden. Fahrzeugen aus dem Verkehr gezogen und der Fiskus hat das Nachsehen. Dagegen dürfte es unerlässlich sein, dass man mit tauglichen Mitteln (Ratenzahlungen, monatliche Steuerberechnung, Qebührenermässigung, Wechselnummern für zwei Fahrzeuge, Steuerreduktion für ältere Fahrzeuge usw.) so rasch als möglich versucht, die finanziellen Lasten der Halter etwas zu lindern und gewisse mögliche Erleichterungen zu schaffen. Bedenkt man, dass allein im Kanton Zürich im Jahre 1933 über 3000 Motorräder und Sidecars und, rund 800 Personenautos vorübergehend ausser Verkehr gesetzt worden sind,-so lässt sich leicht ermessen, welchen enormen Einbruch dies für die Einnahmen der Kantone aus Motorfahrzeugsteuern inskünftig zur Folge haben kann, wie sehr aber auch durch die Einstellung eines solchen Fahrzeugparkes das Motorfahrzeuggewerbe geschädigt und daher auch hier die Arbeitslosigkeit nach und nach Einkehr halten und namhafte öffentliche Gelder in Form von Arbeitslosenunterstützungen in Anspruch nehmen wird. Es ist 5 Minuten vor Zwölf! Mögen, entgegen falschen Hoffnungen und Erwartungen» noch rechtzeitig weise Ueberlegung und erfolgversprechendes Handeln Einkehr halten zum Nutzen unserer gesamten Verkehrs-und Volkswirtschaft, um so weitern Einnahmeausfällen vorbeugen zu können. Deutschland, Italien, Oesterreich haben den Weg mit Steuerabbau und finanziellen Erleichterungen, die eine gewaltige Ankurbelung des Mo torfahrzeugverkehrs zur Folge hatten, gewiesen, er sollte mit gutem Willen auch in der Schweiz gangbar sein. Denn ein Abbau der Steueransätze bedeutet noch keineswegs einen allgemeinen Rückgang der Steuereinnahmen. Manches Fahrzeug, für das sonst wegen Ausserbetriebsetzung überhaupt keine Steuern und kein Benzinzoll entrichtet würde, bleibt bei geringern finanziellen Lasten im Betrieb und zahlt Bund und Kanton nicht nur seine Abgaben, sondern hilft auch mit, den Verkehr und die Wirtschaft zu beleben, was speziell in der heutigen Zeit der Arbeitslosigkeit dem Staat nicht gleichgültig sei» sollte. V Touff^smus 1935-No S Für die Schaffung von Wanderwegen zur Entlastung der Hauptstrassen und zur Hebung der Fussgängertouristik tritt ein Korrespondent der «Neuen Bündner Zeitung» ein. Mit dem Hinweis auf bereits bestehende staub- und autofreie Wanderwege längs der Flüelastrasse, oder von der nördlichen Kantonsgrenze über Mastrils und Scalaripp nach Chur, ferner von Ghur nach Rothenbrunnen und Thusis, empfiehlt er dem kantonalen Verkehrsverein sich der Aufgabe anzunehmen. Es bestehen eine Reihe von alte Strassen und Wegen, die der motorisierte Verkehr nicht benützt und die bei etwas Pflege und Unterhalt prächtige Wanderpfade abgeben. Diese könnten auch als Notstandsarbeiten in Stand gestellt werden, wobei gewiss keine grossen Kosten entstehen würden. Der Vorschlag, der einer nähern Prüfung- gewiss wert ist, deckt sich übrigens ganz mit dem Programm der schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege, welche eine möglichst weitgehende Trennung des Fussgänger- und Wanderverkehrs vom Schnellverkehr der Ueberlandstrassen anstrebt Diese Bemühungen liegen im wohlverstandenen beidseitigen Interesse der Motorfahrzeugführer und Fussgänger, die es zudem dem letztem ermöglichen, ohne Sorgen um Verkehrsvorschriften und Sicherheit, aber auch in unmittelbarem Kontakt mit der Natur Erholung zu suchen und den Körper zu stählen. Gerade auch für Gebiete, welche mit den* Zu ström von Gästen und Erholungsbedürftigen rechnen, ist der Ausbau der Wanderwege eine interessante und bestimmt auch lohnende Aufgabe. den Kantonen Obwaldens Einnahmen aus dem Automobil- Verkehr. Im Jahre 1934 vereinnahmte die kantonale Polizeidirektion aus dem Automobil- und Motorradverkehr netto 62,846 Fr. Im Vergleich zum Vorjahre entspricht dieser Betrag einer Einnahmevermehrung um rund 10,000 Fr., was mit der revidierten Automobilverordnung und den damit verbundenen Taxerhöhungen zusammenhängt. Der gesamte Betrag wird der Baudirektion zur Verfügung gestellt, um diesem zum Unterhalt des Strassennetzes verwenden zu können. wo die Sieben noch immer, dicht zusammengedrängt, standen, die beiden Ruder wie Fahnenstangen aufgerichtet in ihrer Mitte. Er blieb auf der Steintreppe stehen, sah die Kinder lange an und sagte dann zu den rings um sie Versammelten, dass hier die kleinen Abgesandten einer grossen Not ständen, gefuhrt von einem wahrhaft barmherzigen Manne, der ein einfacher Fischer sei wie Petrus, der Jünger des Herrn; dass die Bürger zum Rathaus bringen möchten, was sie an leiblichen Gütern entbehren könnten, damit es in den nächsten Tagen auf die Dörfer verteilt werden könne; dass sie aber darüber hinaus diesen Sieben heute noch, bevor sie wieder abführen, etwas Wegzehrung in ihr Boot bringen möchten, damit die Kinder erführen, dass man auch in der Stadt seinen Nächsten liebe wie sich .selbst. Er sagte es einfach und schön, so dass die Frauen weinten und die alten Rentner über» massig an ihren Pfeifen zogen, bedankte sich nochmals bei Jürgen, bat ihn, nicht länger mit den Kindern in der Sonnenglut des Platzes zu stehen und forderte dann mit einer stummen Handbewegung die Menge auf, sich nicht länger der blossen Neugier hinzugeben, sondern zu tun, worum er gebeten hatte. Jürgen musste Auskunft geben, wo sein Boot lag und wann er wieder abfahren wolle. Und dann verschwanden seine sieben Kinder in der Menge, an den Händen fortgezogen, auf den Armen fortgetragen, und bald stand er allein mit seinen beiden Rudern auf dem schattenlosen Marktplatz, ein bisschen müde von dem Aufruhr der letzten Stunde und ein bisschen traurig, dass sie ihm die Kinder fortgenommen hatten und er nun wieder nichts war als der Fährmann, der seine Wanderer übergesetzt hatte. Um die Mittagszeit kamen sie zurück, eines nach dem anderen. Ihre Gesichter waren froh verstört, ihre Leinensäcke gefüllt, und darüber hinaus wurde der Kahn beladen mit Kartoffeln und Mehl, mit Brot und Zukker, so dass sie nun in Wahrheit abfuhren wie über ein grosses Meer, mit gehisstem Segel und winkenden Händen, nach einer fernen und unentdeckten Küste. Sie kamen, da Jürgen gegen den Strom zu rudern hatte, erst um die Abendzeit an, entluden das Boot an derselben Stelle im Weidendickicht, verabredeten, nach einer halben Stunde erst zwei Boten zu den Dörfern zu schicken und leisteten einen grossen Schwur, nichts von Jürgen zu sagen und ein Märchen zu erzählen, dass ein fremdes Boot sie zur Stadt gefahren habe. «Wenn sie es wissen, dass ich es gewesen bin», sagte er zu Marte, «würden sie es vielleicht wegschütten und die Kinder schlagen.» «Sie würden es erst essen und dann dich schlagen», erwiderte Marte. «Oder hast du gesehen, dass Wasser bergauf fliesst?» Aber das Geheimnis zerbrach schon am nächsten Tage. Sie lagen am Rand einer Moorwiese und beschlossen, eine Hütte aus Zweigen und Moos zu bauen, damit sie für kommende Regenzeiten ein Haus hätten wie die sieben Zwerge im Märchen. Und während Sie begannen, Aeste und Möospolstef zusammenzutragen, schrie der kleine Mi^ chael, ein Kätnerkind, gellend auf und stürzte aus den Porstbüschen heraus, die Arme in einer entsetzten Gebärde weit von sich gestreckt. «Eine Kreuzotter!» schrien die andern. «Sie hat ihn gebissen.» Es ändert nichts daran, dass Jürgen die Schlange mit dem Pfahl, den er auf der Wiese aufgelesen hat, tötet. Es ändert auch nichts daran, dass er den Pfahl fallen lässt und beide Hände gegen die Brust legt Er weiss es selbst und sieht nur einen Augenblick den Kindern nach, die Michael verlassen und weinend und schreiend durch den Fichtenwald davonstürzen. Es durchfährt ihn noch der Gedanke, dass die Furcht vor dem Bösen stärker ist als alle Liebe, und er fühlt den Gedanken als einen bitteren Geschmack auf den Lippen. Dann hebt er das Kind auf und trägt es in den Schatten. Auf dem Blatt des linken blossen Fusses sieht er die beiden roten Punkte, die sich schnell bläulich färben. «Weine nicht, Michael», sagt er, «es tut nur einen Augenblick weh.» Er kniet so, dass das Kind seine Hände nicht sieht, und mit einem schnellen Schnitt fährt die Spitze seines Messers durch die bläulichen Punkte hindurch. Noch bevor das Kind aufschreien kann, hat er seine Lippen auf: die Wunde gedrückt und saugt das strömende Blut aus. «Alles Gift trinke ich heraus», sagte er dann. «Nichts wird geschehen, und Jürgen verträgt es schon.» (Fortsetzung folzi)

-1935 AUTOMOBIL-REVUE Internationale Sternfahrt nach Monte Carlo Besinn morsen Samstag. Morgen Samstag beginnt die XIV, Internationale Sternfahrt nach Monte Carlo, die bedeutendste Langstreckenfahrt dieser Art in Europa. Die Anstrengungen der grosszügigen Organisatoren und das aktive Interesse bekannter Tourenfahrer aller Länder an dieser einzigartigen Winterprüfung verschafften dem Rallye eine Bedeutung, wie sie sonst normalerweise nur den eigentlichen grossen Schnelligkeitsrennen zukommt. Die Frage, wer als Sieger die imposante Konkurrenz abschliessen wird, könnte vor einem Grand Prix kaum mit grösserer Spannung gestellt werden. Die Ansetzuhg dieser Veranstaltung mitten in den tiefsten Winter sorgt von vornherein dafür, dass den Teilnehmern die Fahrt nicht zu einem Bummel durch Europa gemacht wird. Tatsächlich werden an jeden einzelnen Fahrer die unglaublichsten Anforderungen gestellt, zu deren Losung ein hohes Mäss an Leistungsfähigkeit notwendig ist. Wie wäre es nur anders möglich, dass man mit einem Automobil im Januar innert 4 Tagen vom Balkan oder von Skandinavien auf einer 4000 km langen Strecke bis ans Mittelmeer gelangen kann! Der schweizerische Automobilist, der nach einer nächtlichen Ueberlandfahrt im tiefen Schnee mit Recht findet, die Reise sei schwierig und unangenehm gewesen, wird sich ein ungefähres Bild davon machen können, was den Konkurrenten auf ihren Nachtfahrten in den unwirtlichen Gebieten Polens, Griechenlands, Rumäniens, Schottlands, Schwedens und in den Pyrenäen alles blüht... 'Jedes Jahr sind geradezu heldenhafte Leistungen zu verzeichnen. 20- und 30stündige Fahrten ohne einen Unterbruch sind hier die Regel, und tagelang können die Konkurrenten sich nur im Wagen selbst verpflegen und schlafen. Nur zu oft bleiben ganze Reihen von Fahrern rettungslos in den Schneeverehungen, in den tiefen Gräben oder im atrassenschlamme stecken, manchmal kann der Wagen mit den mitgeführten Schaufeln wieder ausgegraben werden, und manchmal dauert es auch Tage, bis die verschollenen Fahrer endlich Gelegenheit bekommen, nach Monte Carlo telegraphischen Bericht von ihrem Abenteuer zu geben. Die Organisatoren von Monte Carlo haben für ihre vielen Konkurrenten, die gleichzeitig auch immer zu Gästen des Kurortes werden, ein seht feines Gehör und bemühen sich stets in anerkennenswerter Weise darum, durch Aenderungen des Regimentes die Fahrt noch interessanter und besser gestalten zu können. Die Schaffung gerechter Bestimmungen ist nämlich nicht immer ganz leicht, da das Wetter, die Strassenverhältnisse und verschiedene weitere Faktoren dazu jedes Jahr sich in anderer Weise auswirken. Bis jetzt wurden für die Strecken — Je ach ihrer Länge und auch nach dem Grad ihrer Schwierigkeit — Gutpunkte festgelegt, die ein Fahrer bei Innehaltung des vorgechriebenen Stundendurchschnitts voll zugeschrieben erhielt. Der mit der Maximalpunktzahl von 1000 gewertete Startort Athen wurde 1934 von einer grossen Anzahl Konkurrenten zum Ausgangspunkt gewählt, von denen dann ein überraschend grosser Prozentsatz strafpunktfrei die Riviera erreichte. Dieses Jahr geht das Reglement nun neue Wege. Für 6 Startorte, nämlich Athen, Bukarest, Tallinn, Umea, Stavanger und Palermo sind je 1000 Punkte ausgesetzt Die erstgenannten 5 Routen bleiben gegenüber früher ungeändert. Beträchtlich verlängert wurde dafür der von Palermo ausgehende Kurs, der nun mit 4072 km an der Spitze steht. Die Veranstalter sahen sich zu dieser « Gleichschaltung » gezwungen, weil die Unterschiede zwischen den verschiedenen Routen immer geringer und die Strassen immer besser werden. Dies gilt in ganz besonderem Masse für einige Durchgangsstrassen im Balkan. Die restlichen Sternfahrtstrecken sind wie früher entsprechend ihrer Länge und ihres Schwierigkeitsgrades unterschiedlich hoch gewertet: z. B. John O'Groats mit 987 Punkten, Lissabon mit 970, Valenca mit 979, Warschau mit 969 Punkten usw. Die Fahrer haben auf der ganzen Strecke einen Durchschnitt von 40 km/St, einzuhalten, für die letzten 1000 km gilt dann ein Mittel von SO km/St. Auf der Strecke findet sich eine Anzahl von Kontrollen, die innerhalb der notwendien Zeit zu berühren sind. Verspätungen werden mit dem Abzug von Strafpunkten gewertet. Jede Minute ergibt einen Abzug von 0,2 Punkten, demnach 5 Minuten einen Punkt. Die Routen, die die Fahrer zurückzulegen haben, sind auf der besonders beigegebenen Sternfahrtkärte deutlich ersichtlich. Wir haben bereits in einer der letzten Nummern die Besatzungen der 166 Wagen genannt. Wiederum nehmen zahlreiche bekannte Langstreckenfahrer aus England, Frankreich, Deutschland, Italien, der Tschechoslowakei und Rumänien an dem Rallye In Palermo starten am Samstag früh 35 Wagen, in Umea — ebenfalls am Samstag — 32, in Stavanger 29, in Athen 6, in Bukarest 7 und in Tallinn 20. Kurz vor Mitternacht wird am Samstag in John O'Groats 24 weiteren Wagen die Fahrt freigegeben. Die übrigen Konkurrenten verteilen sich auf die restlichen Startorte. Hinsichtlich der Märkenbeteiligung steht Amerika mit 59 Wagen an der Spitze, dann folgt England mit 56 Wagen, Frankreich mit 29, Deutschland mit 17, Italien mit 8 Wagen usw. Von den 166 Maschinen entfallen 47 auf die Klasse unter 1500 ccm. Wenn alle Bewerber die vorgeschriebene Strecke richtig zurücklegen, dann ergibt dies eine gesamte geleistete Kilometerzahl von 616,112 km, 15 mal mehr als der Erdumfang. Zahlreiche nationale Automobilclubs Europas haben die Kontrollen- übernommen und verfügten, dass die in Frage kommenden Grenzzollämter auch während der Nacht geöffnet bleiben. Am Tage nach der Ankunft in Monte Carlo haben die Fahrer noch eine Schlussprüfung zu absolvieren, die' in Fällen von ex aequo entscheiden und im fernem auch den allgemeinen Zustand der Wagen für die Bewertung mitberücksichtigen soll. Diese Schlusskonkurrenz zerfällt in zwei Aufgaben, die erste besteht in einer Startprüfung mit kaltem Motor, und die zweite in einer sehr interessanten, grösseren Fahraufgabe, die folgendermassen verläuft: Zurücklegung einer geraden Strecke von 200 m, Richtungswechsel auf einer Fläche von 10 m Breite unter Benutzung des Rückwärtsganges, Be-. Schreibung einer 8-Figur in einem Rechteck von 36 m Länge und 16 m Breite. Zufücklegung von weitern 180 m gerader Strecke, nochmaliger Richtungswechsel, unter genau gleichen Bedingungen und Zurückkgung einer Endstrecke von 300 m. Bei dieser Prüfung werden die Beschleunigung des Wagens, der Lenkeinschlag. die Bremsen und die Handlichkeit auf eine überzeugende Probe gestellt. Wiederum sind für den Rallye ansehnliche Preise ausgesetzt: der Gesamtsieger erhält den Ehrenbecher des «International Sporting Den Tücken verschneiter Strassen ist leicht Herr zu werden, Club » und 50,000 fr. Fr. In bar, der Zweite ter Ruhetag, am Samstag schliesst sich noch eine Silberplakette und 20,000 fr. Fr., derein Komfortswettbewerb an, und am Sonntag Dritte 15,000, der Vierte 10,000 fr. Fr. usw. wird die 14. internationale Sternfahrt nach Der Sieger der kleinen Wagen wird gleichfalls mit einem Ehrenbecher und 12,000 fr. und der offiziellen Preisverteilung abge- Monte Carlo mit dem Deftle"e der Wagen Fr. belohnt, der Zweite mit einer Silberplakette und 6000 fr. Fr. Die bestklassierte Daschlossen. • menequipe erhält ferner den Damen-Ehrenpokal und 5000 fr. Fr. Insgesamt sind für die Sternfährt in Monte Carlo in Barpreisen allein 150,000 fr. Fr. ausgesetzt. Der grösste Teil der Fahrer, ist bereits gestartet, um rechtzeitig den Ausgangspunkt zu erreichen. Von allen Seiten her wird hoher Schnee gemeldet, so dass allem Anschein nach die diesjährige Sternfahrt wieder sehr grosse Schwierigkeiten bieten dürfte. Im folgenden nennen wir noch kurz das Programm der ganzen Veranstaltung. In der Zeit vom nächsten Samstag bis zum nächsten Mittwoch rollen auf den verschiedensten Landstrassen Europas die Konkurrenten dem südlichen Frühling entgegen. Die Ankunft ist auf Mittwoch von 7 bis 16 Uhr angesetzt. Am Donnerstag folgen die erwähnten Schlussprüfungen, der Freitag gilt als wöhlverdien- wenn Sie die griffigen, dauerhaften NORDLAND- Schneeketten verwenden. Sie besitzen doppelt verstärkte Querglieder. Im Handumdrehen sind sie mit dem patenten NORDLAND-Montage-Bügel, den Sie zu jedem Paar NORDLAND-Ketten gratis erhalten, montiert. 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Bignan (Fiat), Bukarest-Monte Carlo,, 'in 86 Std. 16 Min. 1929: Dr. Sprenger von Eijk (Graham Paige), Stoekholm-Monte Carlo, in 74 Std. 17 Min. 1930: Hector Petit (Licorne), Jassy^Monte Car^ lo in 87 Std. 57 Min. 1931 : Wagen über 1500 ccm: D. M. Healey^ (Invicta), Stavanger-Monte Carlo, in 90 Std. 57 Min. Wagen bis 1500 ccm: V. E. Leverett (Hiley), Stavanger-tMonte Carlo in 103 Std. 09 Min.. >.,.::;.• 1932: Wagen über 1500 ccm: M. Vasselle Hotchkiss), Umea-Monte Carlo, in 93 Std. 26 Min. Wagen bis 1500 ccm: 'G. de Lavalette (Peugeot), Umea-Monte Carlo, in 106 Std. 57 Min. 1933 : Wagen über 1500 ccm: M. Vaselle (Hotchkiss), Tallinn-Monte Carlo; 979 Punkte. * Wagen bis 1500 ccm: Mme Rouault (Saliftson), Tallinn-Monte Carlo; 974 Punkte. 1934: Wagen über 1500 ccm: Gas-Trevoux (Hotchkiss), Athen-Monte Carlo: 1013,7 Pkt. Wagen bis 1500 ccm: D. M. Healey (Triumph), Athen-Monte Carlo: 1011,5 Pkt. bo. Um die internationale Rennformel des Jahres 1937. Wie wir bereits bei verschiedenen Gelegenheiten erwähnten, haiben sich alle grösseren nationalen Automobil-Clubs in letzter Zeit mit den Bestimmungen für die neue Rennformel auseinandergesetzt, die in zwei Jahren die jetzt gültige wieder ablösen soll. Während Deutschland das^ Verharren auf dem «Status quo» vertritt, und Italien gleichfalls wieder für die Ansetzung einer Gewichtsgrenze eintritt, schlägt Frankreich ein Maximalgewicht der Wagen von 750 kg ohne Reifen vor, wobei allerdings in diesem Gewicht-der Brennstoff, das.Oel und die Schmiermittel für die ersten 300 Rennkilometer mit inbegriffen sind, während denen nicht getankt werden darf. Nach der franzosischen Formel würden so die Rennwagen der Zukunft ungefähr 600 kg wiegen. Einige französ. Konstrukteure haben sich bereits zu diesem Plane geäussert, so Ettore Bugatti, der von diesen Vorschlägen nicht begeistert ist und (wohl mit Recht) unnütze Komplikationen fürchtet. Gegen die Beschränkung des Gewichtes hat er nichts einzuwenden; um so mehr gegen die schwierige Kontrolle vor dem Start, wenn die Wagen nach ihrem genauen Brennstoff- und Oelinhalt geprüft werden sollen. Er glaubt, dass in diesem Augenblicke keine genauen Verifikationen gemacht werden können, die 'für alle rennbereiten Wagen das einheitliche Gewicht von 750 kg garantieren. Albert Lory* der bekannte Konstrukteur der seinerzeit berühmten Delage-1500-ccm-Rennwagen, ist nach den Erfahrungen, die man mit der jetzigen Rennformel mächte, mit den neuen Bestimmungen völlig einverstanden. Er begrüsst es,, dass das Problem der Brennstoffaufnahme in der Formel Erwähnung findet und die Konstrukteure vor neue Aufgaben stellt. Er wäre von sich aus noch weiter gegangen und hätte eine Herabsetzung des Leergewichtes auf 550 kg proponiert. Auch findet er es sehr vernünftig, dass durch die neue Formel die Geschwindigkeiten reduziert würden, wodurch dann auch der Ausgleich zwischen der absoluten Geschwindigkeit, der Strassenhaltung und den Bremsen geschaffen würde. ; Schliesslich äusserte sich auch noch der bei Hotchkiss tätige Ingenieur Bertarione, der die Reduktion des Gewichtes auf Kosten der Schnelligkeit gleichfalls willkommen heisst, und auch hofft, dass durch die; neue Formel die Strassenhaltung und die Bremsen auf den gleichen Leistungsgrad wie die absolute Schnelligkeit gebracht werden. Dass sich die Konstrukteure in vermehrter Weise mit der Brennstoffaufnahme zu beschäftigen haben, scheint ihm, ebenfalls sehr wünschenswert, und-er glaubt auch, dass als Konsequenz dieser Bestimmungen der Kompressor verboten werden müsste, wodurch sich der Rennwagen wieder stärker dem Touren^ wagen annähern würde. Es wird nun Sache der Internat. Sportkommission Sein, im Mai in Berlin den richtigen Weg in der Wahl der neuen Formel zu finden.