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E_1934_Zeitung_Nr.102

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aucht, so kann der nicht verwendete Restkredit auf die folgenden Jahre übertragen werden. Art 10. Dieser Bundesbeschluss gilt für die Dauer von zehn Jahren seit seinem Erlass. Art. 11. Zur Deckung der dem Bundesrat durch diesen Beschluss bewilligten Kredite wird ein besonderer Zuschlag auf dem Benzinzoll erhoben. Art. 12. Der Bundesrat kann über die in Art. 9 festgesetzten Kredite erst verfügen, wenn: 1. die in Art. 11 vorgeshene Finanzmassnahme in Rechtskraft erwachsen ist, 2. das Volksbegehren um Aufnahme eines neuen Art. 23 ter betr. Ausbau der Alpenstrassen und deren Zufahrtsstrassen in die Bundesverfassung zurückgezogen oder vom Volk abgelehnt sein •wird. Art. 13. Dieser Bundesbeschluss tritt, weil nicht allgemein verbindlich, sofort in Kraft. Der Bundesrat ist mit der Vollziehung beauftragt. Das Ergebnis wäre also nach dem zweiten Gegenvorschlag: Automobilisten und Motorfahrer sollen für den Ausbau der Alpenstrassen belastet werden und wiederum die Zeche bezahlen für etwas, das der allgemeinen Volkswirtschaft zugute kommt. Gleichzeitig aber auch sollen die Automobilgäste abgeschreckt werden vom Besuche der Schweiz, die bis dahin die teure Lebenshaltung nur mit dem einen Umstand kompensieren konnte, dass der Fremde bei uns für das Benzin einen Preis bezahlt, der niedriger ist als in einigen andern Ländern. Damit aber steht und fällt die Weiterentwicklung unseres Automobilfremdenverkehrs. Man wird den Grundsatz entgegenhalten: « Keine neuen Ausgaben, ohne für Deckung gesorgt zu haben.» Das Geld für den Ausbau der Alpenstrassen und Zufahrtsstrassen ist aber nichts anderes als Betriebskapital, das in ein mit absoluter Sicherheit Rendite versprechendes Unternehmen hineingesteckt wird, zur Erhaltung und Weiterentwicklung des schweizerischen Automobilfremdenverkehrs. Und nicht zu vergessen: Es müssen alte Sünden gutgemacht werden, die bisherige fälschliche Verwendung des Benzinzolls, der seinem Zwecke entfremdet wurde. Wie glänzend ständen wir da, hätte diese Entfremdung nicht stattgefunden! Von entscheidender Wichtigkeit ist im Wortlaut der Initiative der Umstand, dass auch die Zufahrtsstrassen mit einbezogen sind. Nur so ist mit der Zeit das Fernverkehrsstrassennetz denkbar, wie es der Schweizerische Autostrassenverein grosso modo entworfen hat. Den springenden Punkt im Volksbegehren aber bildet ein weiterer Umstand, dass nach der Initiative dem Bund ein Fixum von 20- Millionen aus dem Benzinzoll zugestanden und sein Anteil nicht prozentual angegeben wird. Bei einem Fixum hat der Bund kein Interesse mehr an der Erhöhung des Benzinzolles, gegen die unsere gesamte Volkswirtschaft nicht genug protestieren könnte. Dieses Fixum ist, um es kurz zu sagen, das einzige Sicherheitsventil gegen die Erhöhung des Benzinzolles. Dieser Umstand — man frage unsere Fremdenverkehrsvereinigungen und unsere Hotellerie — ist genau so wichtig wie der Ausbau der Alpenstrassen. Es wird sich also in den nächsten Monaten um die allerwichtigsten Fragen für unsere Volkswirtschaft handeln. Das Ergebnis ist nicht in Frage gestellt. 1927 haben 50 000 Bürger die Initiative für die Forderung « Der gesamte Benzinzoll auf die Strasse » unterzeichnet. Die jetzige Initiative, die bloss fünf Neuntel, also nicht viel mehr als die Hälfte, für die Strasse verlangt, brachte 150 000 Unterschriften zusammen. Das ist eine deutliche Dokumentierung des Volkswillens und garantiert dafür, dass die Initiative in der Volksabstimmung durchgehen wird. Q Autobetrieb mit Koksgas. Nach dem Holz und der Holzkohle wird nun auch Koks als Autobetriebsstoff ausprobiert. In der Tschechoslowakei haben diesdiesbezügliche Versuche angeblich schon gute Resultate gezeitigt. Beleuchtung der französischen Staatsstrassen. In der französischen Kammer soll demnächst über eine Projektvorlage abgestimmt werden, welche die Beleuchtung von 10 000 Kilometern des französischen Staatsstrassennetzes vorsieht. Die Verwirklichung des Projektes würde etwa 120 Millionen Schweizerfranken kosten. Die Motorfahrzeugproduktion in U.S.A. betrug im Oktober 84 500 Personen- und 47 990 Last- und Lieferwagen, gegenüber 123 910 Personenwagen bzw. 44 960 Last- und Lieferwagen im September. Eine Riesenuntergrundgarage in Blackpool. Die Behörden des englischen Badeortes Blackpool haben ein Projekt gutgeheissen, das den Bau einer riesigen, gratis benutzbaren Untergrundgarage unter einer öffentlichen Promenade vorsieht. Die Garage soll 15 000 Wagen fassen und mehrere Millionen kosten. Von Fussgängern bedientes Verkehrssignal! In England hat man ein Verkehrssignal konstruiert, das nur bei Bedarf den Fussgängern freien Uebergang gewährt, sonst aber den Strom der Fahrzeuge nicht unterbricht. Durch einen Druck auf den Knopf schaltet sich der Apparat vom grünen Licht über gelbes Licht auf Rot um. Die Fahrzeuge halten dann an und die Fussgänger können gefahrlos die Strasse überqueren. Selbsttätig wird nach einiger Zeit wieder das grüne Licht eingeschaltet; gleichzeitig tritt eine Vorrichtung in Tätigkeit, die dann für eine bestimmte Zeit eine nochmalige Betätigung des Knopfes verhindert, um auch den Fahrzeugen die Möglichkeit zur raschen Weiterfahrt sicherzustellen. Trocken-Fahrgeschicklichkeitsprüfung. So gut wie man — wenigstens einigermassen — «trocken» Skifahren lernen kann, kann man auch trocken seine Fahrgeschicklichkeit prüfen lassen. An der Weltausstellung in Chicago hatte Hupmobile einen aufgebockten Der Ausschuss beschllesst Festhalten an der Jetzigen Fassung der Initiative. Die eingangs erwähnte Tagung des Ausschusses vom Initiativkomitee für den Aus-: bau der Alpen- und ihrer Zufahrtsstrassen hat, nach Prüfung des neuen bundesrätlichen Gegenvorschlages, beschlossen, vom jetzigen Wortlaut der Alpenstrasseninitiative nicht abzugehen. Dieser Wille kam in nachfolgendem Schreiben an das eidg. Departement des Innern zum Ausdruck. Sollte der Bundesrat anderseits an seinem Projekt und Wortlaut festhalten, so würde dies die Auslösung einer Referendumskampagne zur Folge haben, für deren Durchführung die beteiligten Verbände wohlgerüstet erscheinen. Es bleibt aber zu hoffen, dass man im Bundeshaus doch etwas mehr Respekt für den von 150,000 stimmfähigen Bürgern durch ihre Unterstützung der Initiative bekundeten Willen aufbringt. Der heute In Bern versammelte Ausschuss AUTOMOBIL-REVUC 1934 - N° 102 istischer Wagen aasgestellt; davor eine Flimmerleinwand, auf der ständig neue Szenen aus dem Verkehrsleben einer Großstadt abrollten. Indem man, im Wagen sitzend, Gas gab, bremste oder nach links oder rechts ablenkte, konnte man den Ablauf des Filmbildes beschleunigen oder verzögern und eventuellen «Hindernissen» ausweichen, ganz ähnlich wie man es in der wirklichen Fahrpraxis erlebt. Gleiche Apparate will Hupmobile nun in seinen Verkaufslokalen aufstellen. Allen Interessenten soll damit die Möglichkeit geboten werden, ihr Fahrtalent selbst festzustellen. Wer am besten fährt, erhält ein Hupp-Diplom. Die Rechtssteuerung der Automobile wird in Italien obligatorisch. Die Absicht, die Rechtssteuerung für Automobile aller Art obligatorisch vorzuschreiben, wird in Italien in absehbarer Zeit nun endgültig verwirklicht werden. Durch Gesetzesdekret wird vorgeschrieben, dass alle im Lande gebauten Fahrzeuge, welche mit 1. Januar 1936 in Verkehr kommen, Rechtssteuerung aufweisen müssen. Fahlbare hätten strenge Strafen zu gewärtigen. Der Automobilverkehr aus dem Auslande wird durch diese Vorschrift aber nicht berührt. Der Benzinverbrauch der Riesenrennwagen. Vor kurzem hatte der berühmte Rennfahrer Malcolm Campbell Gelegenheit zu einer Unterhaltung mit dem Erdölmagnaten John D. Rockefeller. Bei dieser Gelegenheit erzählte Campbell, dass sein «Blue Bird», der einen Motor von 2650 PS besitzt, einen Benzinverbrauch von 3 Gallonen (rund 14 Liter) in der Minute besitze. Rockefeller soll darauf gesagt haben: «Mein lieber Freund, sorgen Sie doch bitte dafür, dass Ihr Wagen Tag und Nacht gefahren wird!» des Initiativkomitees für den Ausbau der Alpenstrassen und deren Zufahrtsstrassen hat zum zweiten Gegenentwurf des Bundesrates Stellung genommen und den einstimmigen Beschluss gefasst, da der Vorschlag des Bundesrates unannehmbar Ist, am Wortlaut des Volksbegehrens festzuhalten. Eine Benzinzollerhöhung kann In keinem Fall gutgehelssen werden, weil die Initiative nicht im Interesse der Automobilisten und Motorradfahrer lanciert wurde und die Kosten des Alpenstrassenausbaues nicht einseitig dieser Klasse von Schweizerbürgern aufgebürdet werden darf. Zweck der Initiative ist die Förderung des Automobilfremdenverkehrs und die Belebung nicht nur des Fremdengewerbes, sondern Überhaupt unserer ganzen Volkswirtschaft. Ferner soll die Initiative eine grosszügige Arbeitsbeschaffung zur Besserung der gesamten Wirtschaftslage I ermöglichen. Schweizerische Rundschau Zur Anwendung des eidg. Automobilgesetzes. Bundesratsbeschluss über die Verwendung besonderer Fahrzeuge als Anhänger an schwere Lastwagen und an Traktoren. Der schweizerische Bundesrat, gestützt auf Art. 69, Abs. 2, lit. n, des Btmdesgesetzes vom 15. März 1932 über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr, beschliesst: 4 Art. 1. Die Kantone können die Verwendung besonderer Fahrzeuge, wie z. B. Baumaschinen aller Art, Werkzeugkarren, Schaustellerwagen, Möbelwagen, die aus technischen Gründen oder der unverhältnismässig hohen Kosten wegen den Vorschriften von Art. 17 der Volbiehungsverordn'ung vom 25. November 1932 zum Bundesgesetz vom 15. März 1932 über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr nicht angepasst werden können, als Anhänger an schwere Lastwagen und an Traktoren gestatten, ohne einen Anhängerausweis auszustellen und ein Kontrollschild abzugeben. 1 Die Bewilligung kann befristet werden. Sie gilt für das Gebiet des Kantons, der sie ausgestellt hat, sofern sie nicht auf ein bestimmtes engeres Gebiet beschränkt wird. Sie kann an weitere Bedingungen geknüpft werden. Art. 2. 1 Die Kuppelung muss betriebssicher sein. * Die Fahrzeuge müssen mit einer wirksamen Bremse ausgerüstet sein. 8 Vom Beginn der Dämmerung an müssen sie vorn mit zwei weissen, nicht blendenden Lichtern versehen sein. Der letzte Wagen muss hinten links ein rotes Licht aufweisen. Wo die Durchführung dieser Vorschriften nicht möglich ist, kann die kantonale Behörde ausnahmsweise gestatten, dass bestimmte Fahrzeuee vorn nur links ein weisses, nicht blendendes Licht führen, und dass der letzte Wagen hinten links an Stelle des roten Lichts eine rote Reflexlinse von mindestens 5 cm Durchmesser aufweist. Für die Beschaffenheit und Art der Anbringung dieser Reflexlinse gilt sinngemäss Art. 68, Abs. 2 der VollziehunTSverordnung vom 25. November 1932 zum Bundesgesets vom 15. März 1932 über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr. Art. 3. 1 Schwere Lastwagen und Traktoren dürfen ein einachsiges oder ein zweiachsiges besonderes Fahrzeug mit sich führen. 1 Die Kantone können die Bewilligung erteilen, an einen schweren Lastwagen zwei einachsige, an einen Traktor zwei zweiachsige oder drei einachsig^ besondere Fahrzeuge anzuhängen. Art. 4. Die Höchstgeschwindigkeit dieser Anhängerzüge beträgt 5 km/St.; ausserorts, auf freier, ebener Strecke 10 km/St. Art. 5. 1 Dieser Beschluss tritt am 1. Januar 1935 in Kraft. * Die Kantone haben die für seine Durchführung notwendisen Massnahmen zu treffen. Frankreichs Automobilproduktion. *'ach den bereinigten Angaben über den Automobilabsatz während des ersten Semesters des laufenden Jahres ergibt sich ein Verkauf von 79,798 neuen Personen, und 12,664 Lastwagen, zusammen also 92J62 gegen 96,403 Automobile. Unter Berücksichtigung des Automobilexportes stellt sich die Gesamtproduktion der französischen Automobilindustrie in den ersten 6 Monaten die- Schweizerischer Fremdenverkehrsverband. Der ses Jahres auf 104,153 gegen 109,217 Wagen. Vorstand des Schweizerischen Fremdenverkehrsverbandes versammelte sich am Freitag in Bern unter Vorsitz seines Präsidenten, Dr. Ehrensperger (Zürich). Der Rückblick über die jüngste Entwicklung der staatlichen Verkehrspolitik sowie die Tätigkeit-des Verbandes Hess verschiedene erfreuliche Fortschritte erkennen. Im Hinblick auf die nächste Tätigkeit des Verbandes wurde beschlossen, der Frage der Förderung des Autotourismus und der Frage der Bahnsanierung besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Ferner wurde beschlossen, im nächsten Frühjahr in Montreux einen dritten Schweizerischen Verkehrskongress abzuhalten, mit dem der erste Zyklus von Verkehrskongressen abgeschlossen werden soll. — Der bisherige, um die schweizerische Verkehrspolitik sehr verdiente Präsident des Verbandes, Dr. F. Ehrensperger, wurde einstimmig bestätigt. Stvassen a« Schwyzerische Strassenbauinitiative verworfen. In der gestrigen Abstimmung wurde die von jungliberaler Seite lancierte Volksinitiative betreffend Ausbau des kantonalen Strassennetzes mit 6262 zu 3078 Stimmen verworfen. waren. Ein Fuchs bellte dicht hinter den Feldern, und der Mondschein stieg langsam an der Wand herauf, schmolz zusammen, wurde ein schmaler, feuriger Streifen und erlosch so plötzlich, als würde ein Licht hinter einer Türspalte gelöscht. * «Es geht niemand etwas an», sagte Marte finster. Sie sass auf dem Stuhl neben Mac Leans Bett, aber sie hatte die Jacke nicht ausgezogen und nur das Tuch in den Nacken geschoben. Er trug die Binde um die Stirn nicht mehr, aber die Narbe hatte noch einen feinen Blutrand. Es war eine gerade Wunde mit zwei kleinen Nebenästen, wie ein Zweig mit zwei wechselseitigen Blättern. Die ganze Zeit' über musste Marte denken, dass es der Abdruck einer Dornenkrone sei. Sie sah an der Farbe seiner Augen, dass er Fieber hatte, und der Zwang zum Mitleid machte sie härter und verschlossener, als sie sein wollte. «Er hätte sich nicht hinzulegen brauchen», dachte sie, «wo er wusste, dass ich komme.» Er lag unbeweglich und sah sie an. Sie wartete, dass er einmal die Lider niederschlage, aber sie waren unbeweglich, wie gefroren. Und obwohl sie fühlte, dass ihre Wurzeln dort im Fährhaus waren und durch den Schnee bis zu ihr reichten, von niemandem zerschnitten, floss aus diesem lidlosen, star- ren Blick eine wachsende Lähmung in sie hinein. «Du wolltest beichten?» fragte er, eintönig, wie Menschen im Schlaf sprechen. «Ich habe gesagt ,dass wir heiraten werden und dass ich... dass ich sein eigen bin... mehr ist nicht zu beichten.» «Aber wie es geschah? Wann? Wie oft?» «Es geht niemand etwas an», wiederholte sie Ės begann zu dämmern, und alles noch bleibende Licht schien sich in dem weissen Gesicht zu sammeln, über das die rote Narbe lief. Auf der Strasse ging jemand vorüber und zog einen Schlitten hinter sich her. Eine Frau vielleicht, die Reisig gesammelt hatte. Der Schnee knirschte, die Kufen kratzten über einen Stein, in der Ferne noch einmal, und dann war alles wieder still. «Du möchtest vielleicht austreten aus der Gemeinschaft?» «Nein.» «Wir hatten drüben eine, die austrat. Sie verweigerte sich dem Priester vor der Ehe.. wie du, und dann trat sie aus. Ihr erstes Kind war blind. Das zweite ass seinen eigenen Kot und kroch auf allen Vieren. Noch andere Beispiele gab es, viele. Die Menschen wollten klüger sein, aber Gott war klüger...» «Das kommt nicht von Gott», flüsterte sie, weiss bis in die Lippen. «Dann kommt es von meinem Gebet», sagte er ebenso leise. Sie fühlte, wie ihr Blut kalt wurde, gerann und gefror. Tief im Innersten ihres Leibes fühlte sie den grauen Hauch einer Eisdecke, dort, wo das Wunder der Geburt sich leise bereitete. Sie schloss die Augen aber um so klarer und unerbittlicher sah sie das Bild, wie das Blut gefror und wie unter den geschlossenen Lidern des Kindes eine graue, kalte Haut sich über die Augen spannte. Sie stürzte auf die Knie, als seien ihre Gelenke erstarrt. «Bete nicht», flüsterte sie, die Stirn auf der Bettkante, «bete um meine Blindheit, um meinen Tod, aber nicht darum.» «Gehorche.» «Nein.» «Dann werde ich beten, morgens und abends und eimal in der Nacht, und...» Sie schlug mit der geballten Hand zu, mitten aus ihrer Erstarrung, ohne zu sehen, wohin sie traf. Dann sprang sie auf, und ehe er ihr Kleid fassen konnte, war sie an der Tür. «Beide werden wir beten», sagte sie, «morgens und abends und viele Male in der Nacht. Aber du wirst zum Teufel beten, und ich werde zu Gott beten, dass er deinen Teufel erwürgt.» In der Nacht erwachte Jürgen von zwei Händen, die sich auf seine Augen legten. «Was ist?» fragte er. «Erschlage ihn», flüsterte sie. Er wusste alles, sofort. Sie fühlte, wie seine Lider unter ihren Händen sich aufschlugen und legte sich still zurück. «Sünde ist es», sagte er nach einer langen Weile. «Man soll keine Sünden denken.» «Nein... ein böser Traum war es... schlafe nun.» Ende März, als Marte abends auf dem Hof stand und nach dem Walde sah, ob Jürgen schon komme, zogen die Krähen nach ihren Schlafbäumen. Sie lärmten so, dass Marte zu ihnen aufblickte, und da sah sie, dass sie in der Luft, spielend scheinbar, sich umherwarfen, so dass, zwischen zwei Flügelschlägen, die dunklen Leiber sich einmal um sich selbst drehten. Da wusste sie, dass Tauwetter kommen würde, und sie atmete einmal tief die kalte Luft ein. Am Abend, vor dem Herde, fühlte sie zum erstenmal die Bewegung des Kindes, und mit dem süssen Zittern, das sie bis in die Fußspitzen durchbebte, durchfuhr sie die Gewissheit, dass es alles ein böser Wintertraum gewesen sei. Sie Hess das Spinnrad ruhen, beugte sich mit geschlossenen Augen vor und lauschte. «Hörst du etwas?» fragte Jürgen. «Ja., es schmilzt..» (Fortsetzung folgt.)

N°10Z- 1934 Aenderungen Im Internat. Sportreglement. Die internationale Sportkommission der A. I. A. C. R. hat bekanntlich in ihren Pariser Sitzungen im vergangenen Herbst verschiedene Aenderungen des Sportkalenders beschlossen. Diese werden mit Beginn des nächsten Jahres in Kraft treten. Die Kommission hat erst kürzlich in einem abschliessenden Bericht die vorgenommenen Aenderungen zusammengefasst. Folgende Punkte werden in das internationale Reglement neu aufgenommen: 1. Die Verschiebung oder Absage einea Automeetings oder einer Rennveranstaltung kann nur dann gestattet werden, wenn schon in der Ausschreibung auf diesen Eventualfall hingewiesen wurde. 2. Ein nationaler Club darf nur dann die Bewilligung für die Abhaltung einer sportlichen Veranstaltung auf Strassen oder Pisten erteilen, wenn die Zustimmung der zuständigen Behörden vorliegt. 3. Modifikationen des Programmes und des Reglementes von Sportveranstaltungen dürfen nach Nennungsschluss nur unter der Bedingung erfolgen, dass höhere Gewalt oder Sicherheitsmassnahmen dies erforderlich machen. 4. Jeder Konkurrent, der an einer Veranstaltung vor dem offiziellen Zeitzeichen startet, wird mit dem Zuschlag von einer Minute auf seine erhielte Zeit gebüsst. 5. Jeder nationale Club kann Lizenzen an Jie Angehörigen im eigenen Lande und auch an solche anderer Staaten abgeben, sofern der betreffende nationale Auslands-Club seine Zustimmung dazu erteilt. 6. Die Sportkommissäre sind in keiner Weise für die Organisation einer Veranstaltung verantwortlich, und sie dürfen keine damit verbundene Funktion ausüben. Selbstverständlich bleiben jene Fälle ausgenommen, da die Veranstaltung vom nationalen Club selbst durchgeführt wird. 7. Es liegt in der Kompetenz der Sportkommiseäre, diejenigen Fahrer vom Start auszuschliessen, die sie selber als eine Gefahr betrachten, oder auf die sie vom Rennleiter aufmerksam gemacht wurden. 8. Die Funktionen des Rennleiters erfahren in verschiedenen Punkten eine Verschärfung. (Es handelt sich dabei um die Bestimmungen von Art. 147, die eich auf die Kontrolle der Offiziellen, Konkurrenten und ihrer Wagen beziehen.) 9. Jedes Fahrzeug, das an einer sportlichen Veranstaltung teilnimmt, muss zwischen Motor und Fahrersitz eine genügende Schutzvorrichtung auf- 1 weisen, die bei Feuersgefahr das Durchschlagen von Flammen unmöglich macht. 10. An den nationalen Grand Prix können nur diejenigen Fahrer teilnehmen, welche die Genehmigung des nationalen Automobil-Clubs, dem sie angehören, besitzen. 11. Für Brasilien wurde folgende Rennfarbe festgesetzt: Chassis und Räder grün, übrige Karosserie hellgelb, Nummer schwarz. Um eine neue Grand-Prix-Formel. Wie wir bereits vor einiger Zeit mitteilten, fand vor kurzem in Mailand eine sehr wichtige Sitzung statt, die zur Frage der Schaffung einer neuen Rennformel Stellung nahm. Die gegenwärtige Formel gilt bekanntlich bis Ende 1936, und die Beratungen befassten sich mit den Bestimmungen, die nachher in Kraft treten sollen, Nachdem man zuerst über die italienischen Beschlüsse nichts Genaueres erfahren hat, erhält man nun auf Umwegen wichtige Anhaltspunkte, Italien schlägt demnach die Heraufsetzung der Gewichtsgrenze und die Festsetzung eines bestimmten Ballastzwanges fest. Im fernem wird verlangt, den Zylinderinhalt auf 2 Liter zu beschränken, wie dies bereits einmal im Jahre 1922 der Fall war. Nuvolari wieder auf Maserati ? Aus Italien kommt die bestimmte Meldung, dass Nuvolari auch im Jahre 1935 als unabhängiger Einzelfahrer auf Maserati fährt. Nuvolari wird mit dem Bologneser Haus einen Vertrag abschliessen, nach dem er auch in der nächsten Saison für diese Marke die in- und ausländischen Rennen bestreiten wird. Sehr wahrscheinlich bewahrt sich der Italiener jedoch seine Unabhängigkeit für die internationalen Grossen Preise. Die Vermutungen, dass Nuvolari doch von Zeit zu Zeit für eine deutsche Firma starten wird, scheinen doch nicht ganz unbegründet zu sein. Das Programm der Scuderia Subaiplna. Italien verfügt vom nächsten Jahre an über zwei grosse Rennställe, denen die Ehre der nationalen Repräsentation zukommt. Die Scuderia Fe.rrari vertritt Alfa Romeo, und die Scuderia Subalpina Maserati. Die Scuderia Subalpina, die bekanntlich unter der Leitung von Graf Della Chiesa steht und ihren Sitz in Turin hat, dürfte vom nächsten Jahr an zu den führenden Rennställen Europas zählen. Die Vorbereitungen für die Saison 1935 sind bereits in grosszügigem Umfange aufgenommen worden und lassen auf eine sehr rege Tätigkeit der neuen Organisation schliessen. Wie wir erfahren, wird der Rennstall ausser den bereits genannten Fahrern Etancelin und Zehender voraussichtlich auch Farina für ein weiteres Jahr verpflichten, und als vierter Pilot kommt Pierto Ghersi in Frage. Selbstverständlich besitzt der erweiterte Turiner Rennstal] die Priorität auf die gesamte Maseratiproduktion. Die wichtigsten französischen Veranstaltungen. Der vor kurzer Zeit erschienene französische Sportskalender enthält ausser den international organisierten Rennen folgende nationale Veranstaltungen, die jeweils auch im Auslande Beachtung finden: 24. Februar: Grosser Preis von Pau. 3. März: Bol d'Or-Ausscheidungsläufe. 13. April: Tourenprüfungsfahrt Paris-Nizza. 18. Mai: Bol d'Or-Rennen. Auch ein spanischer Rennstall. Der spanische Rennstall unter Leitung des Fahrers Graf Villapadierna wird auch 1935 wieder zu sehen sein. Die Mannschaft wird sich aus drei Fahrern zusammensetzen, nämlich Villapadierna, Raymond Sommer und einem dritten, noch nicht genannten Piloten. Die Equipe verfügt insgesamt über zwei Maserati- und zwei Alfa-Romeo-Rennwagen. Ein neuer englischer Rennstall. Aus England kommt die Nachricht von der Gründung eines neuen M. G.-Rennstalles. Die Mannschaft wird sich aus den auf dem Festland weniger bekannten Fahrern Dorren, Kennett und Denis zusammensetzen. Auch Stuck auf Rekordjagd In Ungarn. Die beiden sportlich aktiven deutschen Firmen setzen ihre gegenseitige Verfolgungsjagd auf Rekorde weiter fort Während Caracciola in Berlin darauf lauert, Stucks Bestzeiten schlagen zu können, wird sich « Hans » noch dieser Tage mit Prinz Leiningen in Gyon in Ungarn einfinden, um mit Auto-Union- Maschinen gegen die Mercedes-Benz-Rekorde neue Angriffe zu unternehmen. Die französische Naffonalspende für den Bau von Rennwagen. In Paris fand kürzlich eine neue Sitzung des Propagandakomitees für die franz. Nationalspende zum Bau von Rennwagen statt. Dabei wurde auch Bericht über den Stand der erst vor kurzem eröffneten Aktion erstattet. Bis zum 12. Dezember waren bereits 331.950 franz. Fr. gezeichnet worden. Radio und Presse haben jedoch mit ihrer Aktion erst begonnen. Das Organisationskomitee der Spende richtete an die Mitglieder der franz. Syndikalkammer der Automobilkonstrukteure eine ausführliche Rundfrage, die Klarheit über die Einstellung der Konstrukteure zum Rennsport schaffen soll. Von den 30 versandten Anfragen waren bis zum 12. Dezember 11 beantwortet. 7 Konstrukteure bekundeten ihr Desinteressement, Delage, Bugatti und die SEFAC gaben die Zusicherung, 1935 bereit zu sein, und Delahaye lehnte für 1935 ab, hat jedoch für die spätere Zukunft ernsthafte Absichten bekundet. Sf» S