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E_1935_Zeitung_Nr.006

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dreissig Jahren (Aus der

dreissig Jahren (Aus der «Automobil-Revue» 1906.) « Bestrafung eines Automobilisten.» «Durch Polizeiverfügung von 2. Juni 1906 wurde seitPjivs des Gemeinderates Zollikon einem Automobilisten eine Busse von Fr. 15.— auferlegt. Dem Gebüssten wurde zum Vorwurf gemacht, dass er am 18. Mai abends, kurz vor 7 Uhr, mit seinem Motorwagen Nr. 2öO mit einer Geschwindigkeit von mehr als 30 km-Std. auf der Forchstrasse, von Zumikon herkommend, durch die Gemeinde Zollikon gefahren sei.> « Sport, Technik und Automobilmoden.» (Aus einem längeren Artikel über dieses Thema): «Die Automobilmode tritt der WeJt gegenüber als Diktatorin auf. Sie verändert gewaltsam das Städtebild, führt den Motoromnibiis ein, gibt überhaupt dem Strassenverkehr die Signatur des Autojahrhunderts. Die Strassen werden zur Staubverminderung mit warmem Teer besprengt, oder es werden dem Sprengwagenwasser bituminöse Oele und hygroskopische Salze beigemischt. An den einzelnen Orten der Haup'tverkehrsstrasseu werden Zentralen eingerichtet, welche folgende Bedingungen erfüllen müssen: Auskunft über Strassen, Unterkunft. Niederlagen von Benzin, Oel Pneumatik, Sammeln der Klagen und schlechten Erfahrungen der Touristen, Karten der Gegend, Errichtung einer Gsrage. Das gute Einverständnis mit den Radfahrer-Vereinen wird zur Anbringung zahlreicher Hindernissignale führen; die Hotels werden geschlossene Garagen errichten müssen, in Journalen, Zeitschriften und Karten werden diese Hotels, welche die «neue Mode» begreifen, dem Automobilisten publiziert werden, während man über die widerhaarigen und wenig einsichtsvollen Hoteliers einfach zur Tagesordnung übergehen wird. Und nun noch das letzte Glied in der Kette: Der internationale Automobilist wird in allen Erdteilen sich mit seinesgleichen und den Garagebesitzern, sowie dem Personal der Reparaturwerkstätten leicht und sicher verständigen können, denn «Esperanto, die Sprache des genialen deutschen Professors Samenhof, wird unter den Automobilisten «Mode» werden. Das sei Zukunftsmusik, meinen Sie? Jawohl; aber sie wird sich verwirklichen, denn «Esperanto» vermeidet die Schwierigkeiten des Volapük, ist leicht und ansprechend, und schliesslich haben wir Automobilsten sowieso einen gewissen «Slang». Warum sollte er nicht ersetzbar sein durch eine Sprache, die dem internationalen Charakter des Autosportes entspricht und Bedürfnis ist? Ich behaupte im kategorischen Imperativ. «Esperanto wird Mode werden.» « Die Erfindung Gottlieb Daimlers.» (Aus einem grösseren Bericht über einen Besuch der Mercedes-Fabrik in Untertürkheim; die 'Söhne Adolf und Paul Daimler erzählen dem Berichterstatter, wie ihr Vater das erste Automobil erfand.) «Der erste liegende Motor mit hoher Tourenzahl wurde 1885 fertig. Ein Jahr später wurde das Motor- Zweirad probiert, und wir machten Versuche mit dem Motorboot. Nachdem diese so glänzend gelungen waren, griff mein Vater wieder den keineswegs aufgegebenen Gedanken der Konstruktion eines selbstbewcglichen Wagens auf. Die «Standuhr» — so wurde sf herzhaft der Motor genannt — wurde definitiv aus dem Motorboot genommen, und es wurde ein gewöhnliches Kutschierphaeton bestellt, wie es für Pferdegespanne verwendet wird. In dieses sollte der 1,5- HP-Motor eingebaut werden. Dies geschah: An Stelle der Wagendeichsel trat ein Innenzahnrad, das mittels eines andern Zahnrades und einer Lenkstange in Bewegung gesetzt werden konnte. Die Lenkstange selbst bestand aus einem Kreuz, mit dem man sehr wohl den Wagen lenken konnte. Sie begreifen natürlich, dass man Schnelligkeitsexzesse mit diesem Fahrzeug nicht verbrechen konnte. Aber der Wagen ging. Wir hatten eine gewisse Sitzfestigkeit, und machten weite Touren; langsam aber sicher, das heisst sicher nur in bezug- darauf, dass wir nicht durch die Schnelligkeit gefährdet wurden, sonst fehlte es nicht an den verschiedensten Zufällen. Mein Vater hatte ganz richtig erkannt, dass ein Vehikel dieser Art ein Differentialgetriebe haben müsse. Zu diesem Zwecke brachte er auf einem Hinterrade einen sogenannten Trieb an, der zwischen Leder gepresst war. Wurde eine Kurve gefahren und es ergaben sich Widerstände, so bepann das Leder zu schleifen, wodurch die Wirkung des Differentialgetriebes hervorgerufen wurde. Anfänglich waren beide Räder mit einem derartigen Trieb versehen. Bald entdeckte mein Vater aber, daes einer genüge und eliminierte den andern. Die ersten Versuche wurden natürlich, da es sich um ein grosses Geheimnis handelte, bei Nacht unternommen. Ich fuhr einstens eine groase Tour, was wir damals eben eine grössere Tour nannten. Es war stockfinstere Nacht und die mir begegnenden Fuhrleute waren von einer Höflichkeit, die mich verblüffte. Wenn sie mich kommen sahen, oder vielmehr hörten — denn der Motor machte ein beträchtliches Geräusch — so wichen sie soweit zur Seite, als sie nur konnten. Sie fuhren sogar auf das Trottoir hinauf, es war einfach unheimlich, diese Zuvorkommenheit. Schliesslich wurde mir die Sache auffallend. Als ein Fuhrmann gar zu ängstlich und zu rasch Fahrerdamm mit dem Trottoir wechs-elte, hielt ich an. ging zu ihm bin und frue ihn, was er denn eigentlich bezwecke. Wir wären ja ganz gut auf der Fahrstrasse aneinander vorbeigekommen. Ich sah ein total verblüfftes Gesicht vor mir. Nach einigen Augenblicken des Zögerns entgegnete er mir- «I hab net gwusst, dass' Se ahalte könnet» Das war die Impression, die das ersfe Automobil hervorrief: Ein TeufelskaTren, der weder gelenkt noch angebalten werden könne, und auf dem ireend ein SelKstmordkandidat sass. Es ist gut, dass unser Vater nicht noch einige Zeit früher auf die Welt gekommen ist. Er wäre vielleicht sonst wegen Zauberei vor ein hochnotpeinliches Gericht gestellt worden » ßächexüsch Carlo Sforza: «Seele und Schicksal Italiens >. Eingeleitet und übersetzt von Adolf Saager (Querido-Verlag. Amsterdam). — Dieses Buch entstammt einem Verlage, der insbesondere deutschen Emigranten Gastrecht «rewährt Man muss sich daher eine politische Spitze gefallen lassen. Sie ist auch in den vorliegenden Blättern nicht verhüllt. Der Verfasser ist der ehemalige italienische Botschafter in Paris, der sich dem faszistischen Regiment nicht fügte und deshalb abdankte. Zum Verständnis des Buches ist diese Tatsache nicht nebensächlich. Wir bedauern es, dass der Uebersetzer und Bevnrworter uns ni'-ht eine kurze Lebensskizze •von Graf Carlo Sforza vermittelt hat. Was Saager in seiner Einleitung in der Hauptsache sagt, ist eine Kommentierung des Buches, wofür der Leser selber zuständig ist. Das Buch ist fesselnd und lehrreich. Es ist im Grunde eine kleine, wohklpkumentierte Monographie des Italieners, wobei insbesondere die Literatur als Exempel benutzt wird Der Titel des Buches ist dabei freilich nicht völlig zutreffend. Das Buch handelt insbesondere von der Seele und direkt gar nicht vom Schicksal Italiens, es sei denn, der Autor identifiziere gleichzeitig das Schicksal mit der Seele Italiens. Sforzas Definition von der Seele ist zudem kaum völlig eindeutig. Er meint, die Seele eines Volkes sei eigentlich nichts anderes als sein Leben in der Vergangenheit, wie es die Menschen und die Erde schaffen. Unser Begriff von der Seele ist weiter und tiefer, er beruft sich freilich dabei nicht auf die berühmte Definition Renans, wohl aber auf den « Elan vital » eines Bergson, statt auf einen abstrakten Normbegriff eines philosophischen Systems. Graf Carlo Sforza ist politischer Oppositionsmensch. Aus diesem Grunde kommt bei ihm das Hitler-Regiment in Deutschland und der Faszismus in Italien nicht gut weg. Diese Kritik steckt er in den Mantel einer Literaturkritik, die die Oberflächlichkeit meidet und die offizielle Geschichtsschreibung verdammt. Er erblickt in der italienischen Stadt den Wesenskern Italiens und ist der Meinung, die römische Idee sei identisch mit dem italienischen Universalismus. Von der Antike her, auf Grund der Klassiker, der Epik, Lyrik, des Dramas, der Mundart, aus dem Naturgefühl heraus, aus dem regionalen Kontrast zwischen Nord und Süd, aus der Religion und aus der Legendendichtung heraus will er beweisen, dass das heutige Regierungssystem in Italien auf dem Holzweg sei und dem wahren Wesen des Italieners Gewalt antue. Sforza betrachtet den Italiener als Urtyp eines Kosmopoliten. Die These wird mit kräftigen Argumenten unterbaut. Der Skeptiker Sforza steckt freilich mit seinem Skeptizismus auch den Leser an, und so hört er wohl eine Theorie, der er aber den Glauben nicht restlos schenken kann. Manches ist richtig, was Sforza sagt, manches wohl auch einseitig und von Ranküne getrübt, und was bleibt, ist schliesslich die Gewissheit, dass Sforza leicht ins Exil wanderte, weil auch ihm die tragische, echt italienische Tradition eigen ist, eher ins Exil zu gehen, als den Glauben zu wechseln. Und vom Exil sagt Sforza weiter mit Recht, dass es die Ehrgeizigen verbittere, während es diejenigen reinige, die sichihm nur unterziehen, um ihrem Gewissen zu gehorchen. Man weiss nach diesem Buche nicht recht, in welche Kategorie Sforza gehört. Wdr. AI ja Rachmanowa: Ehen im roten Sturm. Roman. Verlag: Anton Pustet, Salzburg, 412 S. — Tagebuchaufzeichnungen einer russischen Frau, die bis zu ihrer Ausweisung im Jahre 1926 reichen. Eine feinsinnige gebildete Frau schreibt für sich nieder, was sie schaut und hört. Ohne Tendenz, sachlich, ruhig, mitleidend und alles verklärend durch eine grosse Liebe zu den Menschen und der weiten russischen Erde. Den Einbruch des Bolschewismus in das russische Geistesleben und in den Alltag finden wir hier mit atemraubender Eindringlichkeit geschildert. Es ist wohl nicht richtig, wenn , von grosser künstlerischer Darstellung gesprochen wird. Wissenschaftliche Sauberkeit in der Schilde-.: rung, ja phötographische Exaktheit — diese Cha-^ räkteristik trifft eher zu. Alles aber ist durch-- AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N» 6 Wie das Modell 1935 nach den Vorschlägen des Fiskus aussehen würde. «Unglaublich — eine Oiraife in diesem kleinuu Zelt!» («Koralle») glüht von der Empfindungslebendigkeit einer russischen Seele, die durch europäische Wissenschaftlichkeit geschult ist. So wird das Buch zu einem wirklichen Dokument menschlicher Grosse, Tragik, Schuld, Gier und Machtdünkel, wird aber darüber Dokument von dem russio ist er, nicht anders! Die Maske fällt, niehts ist beschönigt, nichts verzerrt. Mit diabolischer Raffiniertheit schleicht sich der Bolschewismus in die feinsten Aeusserungen des Alltags hinein. An den Erlebnissen der Ehe der Verfasserin wird es geschildert. Ungeheuer die Spannung, die auf den Seelen liegt. Keiner traut dem andern — von jedem droht etwas Entsetzliches. Und offenbar wird: Der Bolschewismus ist ein metaphysisches Probleni. Abgelesen an schlichten, aber hinreissendeh Tatsachenschilderungen. Faszinierend die Darstellungen aller Verwüstungen in den weichen, dumpfen Russenseelen. Man kann das Buch nicht aus den Händen legen, bevor man nicht die letzte Soite : gelesen hat. Und weiss dann: Diese ganze Epoche hat Westeuropa achtlos vorübergehen lassen. Zu seinem Schaden. In dieser russischen Seele liegen himmlische Möglichkeiten und teuflische Verworfenheiten dicht /beieinander, Zartheit, IWorgen gibt's Ungarisches Gulasch! Direkt schwärmen kann mein Mann von diesem Nationalgericht seit seinem Budapester Aufenthalt. Er behauptet zwar, wir Hausfrauen könnten es doch nie richtig zubereiten; immer brächten wir etwas ganz anderes auf den Tisch. Da wollen wir doch einmal sehen: Man nimmt dazu Rindfleisch, zerschneidet es in Würfel und röstet es mit Zwiebeln.,, ja, aber würzt man nun mit Pfeffer oder Paprika? und sind nicht auch weitere Gewürze notwendig... vielleicht auch Tomaten? Wenn man das doch sicher wüsstel Liebe Hausfrau, Sie haben rechtrauf „gut Glück" und nach unsern einheimischen Kochbüchern treffen Sie's doch nicht. Aber Sie können die einzig richtige Zubereitung nebst den Original-Rezepten der berühmtesten Spezialitäten und Nationalgerichte der ganzen Welt mit einem Male kennen lernen und zwar durch das kürzlich erschienene Buch: „373 Kochrezepte aus 26 Ländern" von Ulla Deeley. Für uns Hausfrauen bedeutet diese kulinarische Forschungsexpedition durch alle Erdteile eine wahre Fundgrube delikater Genüsse; nicht allein für den täglichen Tisch, sondern auch wenn Gäste kommen, welchen Sie mit den fremden Gerichten manche Überraschung bereiten können. Atso für den nächsten Einkauf vormerken: 373 Kochrezepte aus 26 Ländern von Lilla Deeley. (Preis Fr. 3.80) erhältlich in allen Buchhandlungen oder direkt beim Verlag: A HALLWAG BERN A [ Frömmigkeit und viehische Brutalität. So wirkt die russische Erde, geheimnisvoll die Menschen an sich fesselnd. Rachmanowas Buch ist ein literarisches Ereignis. Das sollte es aber nicht allein bleiben. An ihm kann Westeuropa erwachen. Wir sind dieser Frau zu grossem Dank verpflichtet und man kann nur wünschen, dass möglichst viele Menschen dies Buch lesen. G- Wandkalender der «Winterthur», schweizerische Unfallversicherungs-Gesellschaft. Seit Jahren ist der Kalender der «Winterthur» nicht nur eine willkommene Aufmerksamkeit der bekannten Versicherungsgesellschaft für ihre zahlreichen Geschäftsfreunde und Kunden, sondern eine künstlerische Gabe, die jeder Freund prächtiger Drucke zu schätzen weiss. Dieses Mal enthält das Kalendarium t2 Reproduktionen von Trachtenibildern der beiden schweizerischen Maler Locher und Dinkel, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Auftrag eines Berner Kunstverlages in unserem Land herumreisten, um die schönsten Trachten der verschiedenen Gebiete im Bilde festzuhalten. Aus dieser Kollektion treten uns mit den zwölf Kalendermonaten ein Dutzend prächtige Gestalten der damaligen Zeit entgegen, an denen jeder seine Freude hat und die : vielen Geschäftsräumen und manchen privaten: Wohnungen zur Zierde gereichen werden. Der «Winterthur», wie auch dem Drucker gebührt Anerkennung für diese Neujahrsgabe. b. Grieben-Reiseführer für Hallen. Band 167: «Gardasee» mit Verona'und Brescia, 1934, g.' Auflage mit 9 Karten und 9 Abbildungen, 104 Seiten. — Band 172: «Rom und Umgebung», mittlere Ausgabe, 1934. 10. Auflage mit S Karten, 7 Gründrissen und 10 Abbildungen, 146 Seiten. — Band... 101" «Neapel und Umgebung», 1934. 10. Auflage mit 9 Karten, 3 Grundrissen u. 9 Abbildungen, 111 Seiten. — Band 158: «Pompeji», 1934. 1. Auflage mit t Plan und 3 Abbildungen, 26 Seiten. — Der Gardasee-Führer beschränkt sich nicht auf den See und seine nächste Umgebung, sondern behandelt auch die Städte Bozen, Trient. Verona und Brescia mit allen wichtigen Sehenswürdigkeiten. Gute Bilder vertiefen — wie übrigens in allen neuen Grieben- Bänden — die Anschaulichkeit des Textes. Der Rom-Führer bringt gerade das, was die überwiegende Mehrheit der Romfahrer braucht: Knapp und dabei doch ausführlich, weder dürftig, noch mit unnötigem Ballast beschwert. Als praktische kleine Neuerung: Bilder vom Forum Roraanum mit Zahlen und Erklärungen der dargestellten Gebäude usw., wodurch die Orientierung im Gelände bedeutend erleichtert wird und sich das Gesehene gleichzeitig viel nachhaltiger einprägt. Der Führer von Neapel besitzt den Vorteil, dass er auch besonderen Wert auf die herrliche Umgebung von Neapel legt. Die Inseln Capri und Ischia, der Vesuv, Herculaneum und Pompeji, Sorrent, Amalfi und die Tempel von Paestum sind ausführlich beschrieben. Der Führer von Pompeji ist ein Sonderdruck aus dem Neapel-Führer und sicher allen denen sehr willkommen, die einen kurzen Aufenthalt in Neapel in weiser Beschränkung der einzigartigen antiken Metropole widmen wollen. Alle vier Führer sind in dem handlichen Format der üblichen Grieben-Reiseführer erschienen. Be. Jdeine Thüzen Bündner Verbands-Skirennen in Flims. Der Ski-Club Flims hat als Organisator der Bündner Verbands-Skirennen 1935 das Datum des 26. und 27 Januar 1935 für diese bedeutsame regionale Skiveranstaltung reserviert. Das Programm sieht tür den Samstag den Langlauf für Junioren und Senioren, sowie die Slalom-Konkurrenzen vor, während am Sonntag die Aibfahrtsi-ennen und der Sprunglauf auf der SELVA-Schanze in Szene gehen werden. Den Meisterschaftspokal hat der in St Moritz als Skilehrer ansässige Zermatter Elias Julen zu verteidigen; in Walter Prager, Ernst und Paul Maurer und Arno Giovanoli wird ihm in der Viererkombination eine sehr scharfe Konkurrenz erwachsen. Wenn auch der Meldetermin erst am 22. dies abläuft, so darf doch heute schon auf eine vorzügliche Besetzung aller Rennen hingewiesen werden, denn die starken Kurorte-Clubs Graubündens setzen ihre Ehre darein, mit den besten Waffen in den heissen Kampf um die Skimeistorscbaften Alt fry Rätiens einzugreifen. Dies um eo mehr, als die BSV-Rennen als Ausscheidungskonktirrenzen für die Beschickung des Schweiz. Skirennens in Grindelwald in Betracht fallen. Flimn stehen somit, interessante Grosskampflage auf skisportlichem, Gebiet bevor; eine Schneehöhe von gut 70 cm leistet dafür ebenfalls Gewähr.

W»Ä —. 1935 AirTOMOBIL-REVUE n (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Bussenpraxis in Bern. Ein jeder Automobilist der nach Bern fährt, weiss, dass der Parkierungsplatz vor dem Hotel Schweizerhof, zwischen Neuengasse und Spitalgasse, einer der bedeutendsten ist und namentlich an Markttagen schon sofort nach Mittag vollbelegt ist Seit vielen Jahren parkierte ich meinen Wagen unzählige Male an dieser Stelle. Weil zentral gelegen, zog der beschäftigte Mann diesen Parkierungsplatz vor; des öftern aber, weil kein Platz mehr frei war, musste man den Wagen in einer entfernteren Strasse parkieren. Gewohnheitsgemäss fuhr ich letzthin an zwei aufeinanderfolgenden Markttagen zu obigem Parkplatz vor der Gewerbekasse. Das erstemal hatte ich Mühe, ein Plätzchen zu finden. Das zweimal, wie ich ausstieg, war ich verblüfft, eine Parkierverbotstafel mit der Bezeichnung « bis Spitalgasse » vor mir zu haben. Wenn man so viele Jahre am gleichen Ort parkiert hat, BO ist es ganz logisch, dass man im ersten Moment stutzig wird, wenn man den Platz nicht mehr benützen darf. Ausgerechnet neben dieser Tafel standen zwei Landjäger. Was einfacheres, in meiner Unsicherheit, als diese zwei zu fragen, ob ich hier parkieren dürfe. Ich dachte, da es Markttag sei, werde ich dableiben können. Ich fand meine Auffassung als bestätigt da die beiden Landjäger meine Frage bejahten, was von meinen Mitfahrern bezeugt werden kann. Im weiteren war neben meinem Wagen der Parkierungsstreifen gut ersichtlich, dazu standen neben meinem; Wagen eine garze Reihe anderer Wagen (Richtung Spitalgasse). Einige Tage später sprach bei mir ein Polizist vor. ich hätte in Bern an falschem Ort parkiert; wenige Tage später kam er nochmals in gleicher Angelegenheit. Und nun kam das Strafmandat mit Busse. So wird ein ausserkantonalen Geschäftsmann, der viel Geld nach Bern bringt, empfangen. Nach meiner Beobachtung müssen es Hunderte von Automobilisten sein, die in die gleiche Falle gingen. Dass der Platz neben der Hoiliggeistkirche, also Gewerbekasse bis Spitalgasse, für das Parkieren gesperrt wird, dagegen habe ich nicht das geringste einzuwenden. Es hätte sich aber geziemt, dass die Verwaltung eine Uebergangszeit geschalten hätte, oder die Fahrer durch einen Polizisten oder brieflich ein erstesmal gewarnt worden wären. Es ist hart für einen Autofahrer, der sich grösste Mühe gibt, im Fahren usw korrekt zu sein und überhaupt noch nie eine Strafe entgegennehmen musste, auf solche Art mit einem Strafmandat bedacht zu werden. Auf meine mündlichen Einwendungen auf dem Richteramt gab man mir den Rat, zu bezahlen, weil doch' nichts zu machen sei. Der Geschäftsmann ist mit allen behördlichen Verordnungen, die das heutige Wirtschaftsleben auferlegt, schon gehetzt genug. Man sollte sich deshalb in gewissen Kreisen merken, dass es nicht klug ist, durch Vorfälle, wie eben geschildert, den Bürger noch mehr zu verärgern.. R. Z. Wir haben uns in der Sache an die städtische Polizei gewandt, die uns durch das Polizeikommissariat folgendes zur Abklärung mitteilt; Das Teilstück Bahnhofplatz zwischen Heiliggeistkirche und P K. Z.-Haus bis zur Gewerbekasse musste mit einem Stationierungsverbot belegt werden. Grund hierfür waren einmal die Stadtomnibus- Haftestellen und Anderseits die Solothurn-Zollikofen- BeriJ'-Bahn. Durch Einführung einer neuen Stadtomnibusllnie führte es hier zu unhaltbaren Zuständen, so dass wir uns wohl oder übel genötigt M.hen, wenn auch ungern, einen Teil des Parkplatzes aufzuheben. Nebenbei können wir Ihnen noch, bemerken, dass hier ab 1. Januar 1935 der Einbahnverkehr in der Richtung Nord-Süd eingeführt wurde. Zur Orientierung des Publikums haben wir in dar Presse, und zwar im amtlichen Teil des Stadtanzeigers, verschiedene Publikationen erlassen betr. Aufhebung des in Frage stehenden Parkplatzes. Die Leute sind somit orientiert worden. (Möglicherweise diejenigen Leser, welche Zeit genug haben, nto tagtäglich diese Publikationen mit der nötigen Aufmerksamkeit zu studieren. Die Red.) Zudem sind die nötigen Verbotstafeln rechtzeitig aufgestellt worden. Wir haben alles getan, was zur Aufklärung des motorfahrzeugfahrenden Publikums in dieser Richtung zu geschehen hatte. Es ist nun nicht so, wie der anonyme Briefschreiber behauptet, dass wir darauf ausgehen, mit Strafanzeigen einzuschreiten, wenn nunmehr an der verbotenen Stelle parkiert wird. Während längerer Zeit — die Aufhebung dieses Teiles des Parkplatzes ist schon vor mehreren Wochen erfolgt, — haben wir die Leute Moss verwarnt und sie jeweilen aufgefordert, die Wagen wegzustellen. Da wir uns aber den Luxus nicht leisten können, ständig dort einen Posten zu haben, sahen wir uns genötigt, zirka 14 Tage nach Erlass des Verbots doch mit Strafanzeigen einzuschreiten, da die Verwarnungen nichts nützten. Wenn die Leute aus lauter Bequemlichkeit, weil früher hier immer parkiert werden durfte, die Verbotstafeln missachten, haben sie selber die Konsequenzen zu tragen. Schliesslich sind die Strassensignale da, um beachtet zu werden, die Polizei würde sich lächerlich machen, wenn sie nicht einschreiten würde. Wir stellen ausdrücklich fest, dass eine gewiske Uebergangszeit unserseits eingeräumt worden ist. Der Einsender behauptet, er hätte zwei Landjäger gefragt, ob er hier parkieren dürfe, was diese bejaht hätten. Hier stellen wir fest, das« es eich offenbar um Angehörige der Kantonspolizei handelte (denn wir haben keine Landjäger in der Gemeinde Born), die gar nicht kompetent wären, polizeiliche Funktionen in Bern auszuüben. Unsere Polizisten'hätten zweifellos den Einsender aufmerksam* gemacht, dass er hier nicht mehr parkieren • dürfe. Wir möchten die Gelegenheit benützen, um Ihnen auch in dieser Hinsicht zur Kenntnis zu bringen, dass eine grosse Zahl von Automobilisten die Signale ignorieren, sei es aus Fahrlässigkeit oder absichtlich, und dann immer der Polizei die Schuld gibt, wenn es schief herauskommt T. C. S. . Autosektion Aargau. Jahresfeier in Aarau. «Alles inbegriffen» — das, «rar die dem Propagandabureaü der S. B. B. entliehene Devise der Jahresfeier der Aargauer T. C. S.- Sektion am letzten Samstagabend, und wirklich: an diesem Abend war der Humor, die gute Unterhaltung, der enge Kontakt untereinander, die helle, beschwingte Stimmung' eines schönen Festes «inbegriffen»! Wie die von der Sektion eigens gekaperte Revuegruppe dieses Motto auszulegen wusste, wobei sie wohl nicht ganz auf die weise Führung und Lenkung durch die präsidialen Hände des Meisters über alle guten Geister, Herrn Fürsprech Lehner verzichten konnte.'das wurde im prallvollen « Saalbau » in einer grossen Revue vordemonstriert, die allen Anspruch darauf hat, mit den Superlativen der Kritik bedacht zu werden. Man ist es sich im Kreise der Aargauer Sektion immer gewöhnt, originelle Feste nach eigener Prägung.zu erleben, und so war es auch diesmal I Das Schlagwort « Alles inbegriffen > — wurde für diese Tanzgruppe junger, begabter Menschen zum Vorwurf für eine bunte Tanz-Revue, die Szenön beschwingten tänzerischen Könnens mit köstlichem helvetischem Humor mischte. Jede 1 grosse Revue-Bühne dürfte stolz darauf,sein, eine solche Idee erwischen zu können. Was in einem, schweizerischen Berghotel alles unternommen wurde, um die Zimmer und Betten mit lustigem Volk zu füllen, das wurde in einer ganzen Reihe gut abgerundeter, ebenso hübscher wie köstlicher Szenen abgewandelt Der junge weibliche Hotelgast geisterte in phantastischem Tanz, mit der Taschenlampe bewaffnet, im Pyjama über die Bühne, die Köche marschierton mit vollen Platten aufi die Hotelburschen und der Liftboy gaben sich Stelldichein, das Zimmermädchen fuhr mit dem Staubwedel daher, und des Herrn Direktors spitzer Bart zitterte in der ewigen Sorge um sein gähnend leeres Haus. Bis ihm der Zufall die Rettung ins Haus schneite, ein Unikum von Hotelburschen — eine echt schweizerische Mischung aus Fredy Scueim, Rudolf Bernhard und Grock — dessen loses Maul und respektlose Pfiffigkeit den Saal immer und immer wieder zu dröhnendem Gelächter hinriss. Alles war in dieser Revue « inbegriffen » — sogar der Tanz der Bergenziane und der Margriten, der Bienen und der Schmetterlinge, und schliesslich endete das ganze nach bewährter Manier mit mehrfacher Verlobung, nachdem vorher sogar ein Filmstar mit eigenen Schlagern seine Visitenkarte abgegeben und das halbe Hotelpersonal sich zu den Wiener Strässensängern umgewandelt hatte. Eine Idee, die wie die geschickte Durchführung des Lobes ehrlich wert ist. Welch schlechte Tugend die Vergesslichkeit ist, wurde ferner in dem kurzen Zweiakter'« Der Knopf im Taschentuch» vorgeführt. Zuerst die Bühne — und dann das Parkett! — das war die Losung des Abends, und so begann schon um Mitternacht die ausgezeichnete Jazz-ryapelle den grossen Saalbauraum mit ihren mitreis-" senden Rhythmen zu erfüllen. Der Conferencier, ohne den sich des Fest nicht denken Hesse, Herr Präsident Lehner, hatte mit seiner zu Beginn des Abends anlässlich der allgemeinen Begrüssung gegebenen Aufforderung, alle dunkeln Geister des Alltages über Bord zu werfen, den schönsten Erfolg: der Frohsinn dominierte, und hellauf schäumte die überströmende Lebensfreude, als zur grossen Schlacht mit harmlosen Waffen geblasen wurde.5 Luftschlangen zischten durch die Luft, Papierkugeln sprangen gegen die Nasen ehrwürdiger Väter und ins lachende Gesicht eleganter Frauen, und auf den Häuptern schwankten die abenteuerlichsten Dekorationen. Polonaise und allerlei fröhlicher Tanzbetrieb füllten den Saal mit unablässigem Getriebe, die Musiker winkten vergeblich mit jagendem Atenv ab, die Beine der Tanzfreudigen behielten die Herrschaft und drehten sich zu alten und neuen Kläng»n bis in den frühen Moreen hinein.* bo. Autosektion St. Gallen-Appcnzell. Unter dem Vorsitz von Herrn Gerichtspräsident Lutz, Flawil, versammelte sich vergangenen Mittwoch der Gesamtvorstand zu einer Sitzung, an der, trotz fünfstündiger Verhandlungsdauer, die Traktandenliste, welche über 30 Geschäfte iufwie«, nicht zu Ende beraten werden konnte. Das Protokoll der letzten Ausschtrss-Sitzun3"vonr28. November 1934 wffd ge~" nehmigt. Der Mitgliederbestand beträgt heute 1706 Mitglieder. Nach einem Unterbruch von 3 Jahren haben wir auf Anfang 1934 ein gedrucktes Mitgliederverzeichnis herausgegeben. Es wird beschlossen, dieses Jahr von einer Herausgabe abzusehen und das nächste Mitgliederverzeichnis auf 1. April t 1936 wiederum in Druck erscheinen zu lassen un