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E_1934_Zeitung_Nr.104

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ite AUTOMOBIL-REVUE

ite AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N°101 Taft und eine Teerose auf der Schulter und auf den Locken hattest du eine Papierkappe, obgleich dir eigentlich gar nicht so zumute war, aber die lustigen Papierbänder hingen quer durch den Saal und du hattest ganz rote Backen vor lauter Aulregung, ob dich ein gewisser Jemand wohl zur Polonaise holen käme — schon wurde Tusch geblasen, da verbeugte er sich schon vor dir, und als du an seiner Seite durch alle Winkel und Gänge gingst, wie es der lustige Tanzreigen vorschrieb, da war wieder dies geheimnisvolle Etwas da und du spürtest, dass mit seinen dreihundertfünfundsechzig Tagen diesem Jahr auch ein neues Leben für dich begirinen würde. Immer ist es das ewige Gesetz der Erneuerung, das über uns waltet, vorbestimmt ist allen Geschehens Kreislauf, heute und morgen. Wir aber sehen in all unseren Jahren nur diese letzte Stunde, diese Brücke, die uns vom alten, schon gelebten Jahr hinüberträgt in das neue, das noch vor uns ist mit seinen dreihundertfünfundsechzig Tagen voll unbekannter Wunder oder Enttäuschungen. Und wenn wir im alten Jahr Böses taten oder Gutes, ob wir unserer Pflicht erfüllten oder nachlässig waren, immer rollt in dieser kurzen Spanne Zeit eines Jahres Geschehen vor uns ab und immer sammelt sich eine lange Reihe guter Vorsätze, die von uns mitgenommen werden will in das neue Jahr. Noch stehen wir vor dem dunklen Vorhang, der uns mit Ungewissheit das neue Jahr verdeckt, schon sind unsere Finger bereit zu zupfen, dass wir einen raschen Blick tun können in das unbekannte Land unserer erwartungsvollen Sehnsucht. Besser soll es sein, schöner, herrlicher, als alle Jahre vorher, das wünschen wir uns und allen Mitmenschen mit der gleichen Inbrunst! K. B. Qdfiiiqjdte, Gäste Eine Silvestererinnerung von Frida Schanz. Eiskalte, dunkle, schneestarre Nacht, der Station unfahrbar gemacht. Alles aussteigen!» durch die in brausender Fahrt auf kälteknirschenden Schienen ein junges Mädchen reist. Tiefes Erschrecken; wohl ein paar Tränen, Ich muss sie kennen, selbstverständlich kenne ein ängstliches Befragen im ungemütlichen ich sie; ganz deutlich sehe ich sie jetzt vor Wartesaal. Nein, übernachten darf sie hier mir, so wie sie war. Ich bin mit ihr jung gewesen. Ich bin mit ihr alt geworden. Sehr Hotel. Sehr teuer? Ach nein, sie haben schon nicht! Drüben über der Strasse steht ein lange ist diese Fahrt also her. Aber ich sehe auch billigere kleine Stuben. das «Damals» als sei es heute! Das junge Ich sehe sie, wie sie das Haus schüchtern Mädchen glüht und fiebert vor heimlichem betritt, wie sie kopfschüttelnd gemustert Glück. Nach langem, bitterem Heimweh reist wird. Aus lauter Bangen um zu hohen Preis sie in der Silvesternacht von einem in denkommt ihre Frage nach einem Nachtquartier brauche sie morgens früh nicht aufzustehen, um ihr zu öffnen. Sie schliesse von aussen auf. Ob das Lichtstfimpfchen im weissen Steingutleuchter genügen würde? Das junge Mädchen besieht es mit flüchtigem Blick. «Ach ja!» Den Ausspruch bereute sie zehn Minuten später. Es wurde so kuschlich warm in dem grossen Raum, das dicke Federbett war so wolkenweich. Ein liebes Weihnachtsbuch reist mit im Koffer. Und Briefe von einem jemand, die sie noch ängstigen, mit denen sie noch nichts Rechtes anzufangen weiss, die sie mit Mutter besprechen will —. Im Bett noch lesen! Wie herrlich! Zum erstenmal in ihrem Leben ist sie so allein im ganz fremden Haus, dass sie sich das hochvornehme, zu Haus verbotene Vergnügen erlauben kann. Nur — das Lichtstümpfchen erlischt rasend rasch. In dunkelster Dunkelheit liegt sie nun da, ganz seltsam wohlig. Das Feuer ist ausgegangen. Still, totenstill ist die Welt. Sie wartet auf das neue Jahr. Was wird es bringen? denkt sie und liegt reglos da, andächtig, in Wachem Sinnen, und wartet fein ruhsam; über eine Stunde mag's gewesen sein ... Da bricht eine Flut von Glockenton los über der kleinen Stadt. Eine Klangwelle so mächtig, als wolle sie alles unter sich begraben und ertränken. Viele Kirchen muss es hier geben. Dröhnend und schallend, Wellen werfend nach allen Seiten, brechen nahe, ganz nahe, fernere und ganz ferne Glocken in ein mächtiges Verkünden der neuen Lebensspanne aus. Ihr junges Herz, das Hoffen und Sehnen, Bangen und Streben in scheuer Bedrängtheit knospenfest in sich trägt, will fast springen in Erregung und Andacht. Sie Vorbergen gelegenen Landgut, wo sie einwohl auch seltsam bedrückt und bescheiden faltet die Hände, atmet tief, lauscht und feines, stilles Kind unterrichtet, nach Hause. heraus. Vom ersten Stock, in den man sielauscht. Und mit einemmal ist etwas um sie, Statt des Weihnachtsurlaubs jetzt ein paar weisen will, fragt sie sich bangend treppauf, was sie noch gespannter lauschen lässt. Was freie Tage! Liebe Menschen haben es ihrbis in den dritten Stock hinauf. Oh, da istist? Um Gottes willen, was ist da? Sie angemerkt, wie sehr ihr Herz, das ein arges ja in Anbetracht des wirklich billigen Preises ein nettes Zimmer, gross, luftig, Dachches Erkennen sagt ihr, sie ist nicht allein fährt aus den Kissen in die Höhe. Ein deutli- Mutterkind ist, darnach verlangt. Am frühen Neujahrsmorgen will sie unerwartet die Klingel an Mutters Vorhaustür ziehen. Sehnsucht tige, rotbackige Zimmermädel tröstet sie. Sie che Gegenwart Ist ausser der ihrigen darin, stube freilich und sehr, sehr kalt. Das kräf- im Zimmer. Keine körperliche, keine leibli- eilt, als ob sie mitziehen müsse, dem ohnehin schon rasenden Eilzug voraus. Gegen machen, und morgen früh bringt sie demerkennen und erfassen. wird im grossen grünen Kachelofen Feuer aber doch eine Gegenwart, die ihre Stimme 10 Uhr hält er an irgendeiner kleinen Station. Hält — hält, immer noch, geradezu un- sechs schon? Ist das nicht gar zu früh? Nein! Kein Laut oder doch nur hier und da einer, Fräulein warmes Waschwasser. — Halb Etwas Uebernatürliches! Etwas Geistiges! erträglich lange! Viel Laternengehusch, hinund herblitzende Lichter. Ein vereister, reif- lange Zeit zu haben, bis heute hat sie sich kennen kann, ein Wehen wie allerweichste, Das junge Mädel liebt es, vor Reisen sehr den ein Menschenohr höchstens ahnend erstarrender Schaffner reisst die Kupeetür auf diese Eigenart bewahrt. allerleiseste Luftbewegung. Es sind Flügel! und verkündet: «Der Zug geht erst morgen Gut, die Rotbackige bedeutet ihr, sie möge Eine Menge von Flügeln sind im Raum, sagt früh um sieben Uhr weiter. Ein Schneerutsch den grossen Zimmerschlüssel abziehen, nachdem sie die Tür abgeschlossen habe, dann* gen stellt sie sich vor in der sie sich. Grosse, unirdische, dunkle Schwin- hat die Strecke eine halbe Stunde hinter samtdunklen Am letzten Jxiq. des Jaliees Von Richard Schaukai. Gehst du zu Ende, trübes Jahr, Schwindest zu den grauen Müttern, Deren schattendes Erschüttern Dich zu karger Frist gebar. Und auf den gelähmten Schwingen Lastet dir gehäuftes Leid, Dauernde Vergangenheit, Der wir nimmer uns entringen. Aber schon ein schwacher Schein Hinter dem gebückten Rücken Nimmt uns, nie genug zu drücken, Gern betörte Hoffer ein. Nacht. Sind Boten Gottes, sind Geister um sie? — Sind die Glockentöne, die weiter und weiter die Luft erfüllen, zu geflügelten Wesen geworden? — Ein Gefühl, halb Seligkeit, halb Grausen, halb Angst, halb unfassbares Glück schwingt mit jedem Glockenton durch ihre stürmisch bewegte Seele. Ein Etwas Ist um sie aus einer anderen Welt. Im Uebermass der Empfindungen begraben, ist sie, als die letzten Glockenwellen der Neujahrsnacht leise verebbt, unter ihrem dicken, wolkenweichen Federbett sanft eingeschlafen. Sie schlief ohne jeden besonderen Traum, ganz friedlich kindertief. Das Rasseln eines Schlüsselbundes, das Knarren eines eingesteckten dicken Schlüssels weckten sie früh pünktlich halb sechs aus tiefstem Schlaf zu dämmerndem Halbbewusstsein. Mit dem eisernen Kohlenkasten und einer goldfadenspinnenden Laterne trat auf schweren Sohlen die blühende Zimmermaid herein. «Aufstehen 1 Sie, Fräulein 1 Prost Neujahr!» Gutmütig lachend hob sie die Laterne über der immer noch traumbefangenen Schläferin hoch. Die fuhr nun hellwach in die Höhe. Und aus ihrem Munde und dem der Magd*»~ klang einstimmig derselbe hohe Verwunderungsruf: «Was ist aber das?» Das Mädchen, das in tiefer Nacht die Schwingen zarter* Geister, Glück und Trauer kündender Boten in ihrem Schlafraum zu spüren gemeint hatte, konnte sich vor entzücktem Staunen am wenigsten fassen. Sie schüttelte immer wieder den Kopf, lächelt, lacht. 1935 Die Akkumulatorenfabrik entbietet seiner treuen Kundschaft die besten Wünsche zum neuen Jahr Grand Garage Place Ed.Claparede A.G., Genf Adm. Ch. Nigg HUPMOBILE - MORRIS MOTORS entbietet seiner, zahlreichen Kundbesten Wünsche für schaft die 1935 Banque Privee A. G. Abt. 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