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E_1934_Zeitung_Nr.104

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u AUTOMOBIL-REVUE

u AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N» 104 Welche Lösung, welche unerwartete Erklärung! Schmetterlinge, grosse goldbraune Pfauenaugen mit blauweisser Flügelzeichnung sasseri zu Dutzenden reglos auf ihrem weissen Bett Also das war's! — Eigentlich eine Ernüchterung. Aber eine so entzückende! Und eigentlich doch erst recht ein Wunder ! Nein, solch ein liebliches Wunder! Aus so vielen, vielen lichtblauen Augen sieht das neue Jahr sie an! Walter hatte uns eingeladen, bei ihm im Atelier Silvester zu feiern. In seinem Atelier ! — etwas Besseres konnten wir uns gar nicht wünschen. Es lag im fünften Stock eines grossen Bureauhauses, in dem ausser dem Hausmeister keine Menschenseele wohnte, und war schon öfters Schauplatz unserer abendlichen Zusammenkünfte gewesen. Man konnte dort nach Geschäftsschluss treiben, was man wollte, ohne auf Nachbarn Rücksicht nehmen zu müssen : wenn unsern Kameraden, den Pianisten, nachts dreiviertel zwölf die Begeisterung überkam, konnte er sich unbesorgt ans Klavier setzen und sich und uns in die Stürme von Beethovens Appassionata entführen, und wenn wir in leichtfertiger Stimmung waren, durften wir nachts um zwei Uhr zu den Klängen des Grammophons tanzen, soviel es uns Spass machte. Dazu kam, dass Walter sich ausgezeichnet aufs Kochen verstand und den Rührlöffel ebensogut — wenn wir ihn ärgern wollten, sagten wir sogar : besser ! — zu handhaben wusste als Pinsel und Palette. Da er zu allem Ueberfluss der weitaus am meisten mit Glücksgütern Gesegnete von uns war und also auch für anständige Bowlen und Pünsche zu sorgen wohl imstande, wird man verstehen, dass wir diesem Silvester im Atelier mit hochgespannten Erwartungen entgegensahen. Ein Wunder — das sei es nun geTade nicht. Es sei schon einmal im Hotel etwas Aehnliches vorgekommen, erklärte die brave Zimmermarie. Als die Wirtin ihr Kleines bekommen, hätten sie auch in einem sonst inibewohnten, im Winter über ungeheizten Zimmer Feuer gemacht. Ein Schwärm schrieeweisser Schmetterlinge sei damals auf einmal zum Vorschein gekommen, hätte sich der jungen Mutter aufs Bett gesetzt «Aus dem Ofenrohr», hätte der Doktor die Sache erklärt Dort suchten die überwinternden Flügeltierchen sehr oft ihr Winterquartier, und dia Wärme triebe sie dann wohl hinaus. Es wäre Frühling, dächten sie wahrscheinlich. Frühling! Auch das junge Mädchen überrieselt es wie Frühlingshauch, In eigentümlich wacher, beseelter Stimmung reist sie nach diesem Silvestern&hterlebnls weiter ins stille Mutterhaus... ; Siioeste* auf haMoc ZCöhe Hausmeister ist mit seiner Familie zu einer Silvesterfeier gegangen. Heute sind wir ganz allein Herr im Hause. Aber kommt herein, es ist tüchtig kalt draussen!» Damit geleitete er uns zum Fahrstuhl. Wir acht Personen drängten uns in das vergitterte Gehäuse. < Ihr braucht keine Angst zu haben! Er ist ja für den Transport noch viel schwererer Lasten eingerichtet! » beruhigte Walter, als einer von uns eine etwas zweifelnde Miene machte —, drückte auf den Schaltknopf, und sacht schwebten wir empor. Das erste Geschoss glitt vorbei, das zweite —, da blieben wir mit einem plötzlichen Ruck stehen. « Hoppla ! » lachte einer. Walter drückte wieder auf den Knopf; aber das schwebende Häuschen hing unbeweglich. « Nanu, eine Panne ? Ist doch noch n!e vorgekommen!» murmelte Walter und drückte ungeduldig stärker auf den Knopf. Umsonst. Wir sassen fest. Nicht gerade sehr geistreich blickten wir uns an. < Da ist ja ein Klingelknopf! » rief Jemand, «Mit dem können wir Hilfe herbeiholen.»-,• «Woher denn ? * entgegnete Walter. «Ich habe euch doch gesagt, es ist ausser Pünktlich halb neun Uhr fanden wir uns uns jetzt kein Mensch im Hause.» " vor dem verschlossenen Tor des Bureauhauses ein, sieben muntere junge Leute, dar- wir standen in schwarzer Nacht. .,-i.i' In diesem Augenblick ging das Licht aus; unter drei Mädchen, und läuteten. Statt des «Um Himmelswillen!» flüsterte eine Hausmeisters, der uns sonst geöffnet hatte, weibliche Stimme. « Wenn wir nun abstufe. kam unser Gastgeber selbst herunter. « Der zen...!» Silvesternacht in der Stadt. (Photo Zimmermann. Adelboden.) « Red keinen Unsinn !» antwortete es un- « Aber ich habe den Finger ja unausge- •willig aus der Dunkelheit. Aber bänglich war setzt drauf! » uns allen zumute. Rastlos und schweigend standen wir zwei, ^, * Verflixte Kiste! Drück doch noch mal drei Minuten. Da rief einer: c Kinder, ich auf den Knopf. Walter ! Vielleicht...» habe ja Streichhölzer ! » stehen zu Ihrem Empfange bereit. Von da sind Sie in 11 Minuten dauernder intereressanter Fahrt mitten im prächtigen Wintersportgebiet des Beim Einkauf Ihrer Aussteuer und zum Ergänzen Ihrer Bett-, Tisch- und Küchenwäsche verlangen Sie im Detailgeschäft W & S Leinen, die Ware ist mit obiger Schutzmarke bezeichnet LISTEN, KATALOGE UNO KALENDER sind Spezialitäten, die wir injeder Ausführung herstellen. Ob ein- oder mehrfarbig, wir sind immer in der Lage, Ihnen gut zu raten und vorteilhaft zu ietern. Verlangen Sie bei Vergebung von Drucksachen unsere Offerte und denken Sie an Hallwag- Qualität. 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NO 104 - 1954 AUTöMOBIL-REVUD 15 Das Flämmchen guckte auf, es war wie < Also schön 1 Rauchen wir «ine Zigarette !» schlug jemand vor. das neue Jahr an. > nicht letzt { Damit stossen wir nachher auf eine Erlösung. Riesengross und verzerrt standen unsere Schatten auf der Treppe, die, Beim Aufflammen des Hölzchens schauten Als die Glocken dröhnten und draussen uns zum Hohn, einen Meter entfernt, ruhig wir uns in die Gesichter; etliche sahen verweint aus, andere mühsam beherrscht. Dann wir Gefangenen des Fahrstuhls wacker mit auf der Strasse die Leute schrien, schrien und sicher aufwärtslief. Und wir sassen in diesem eisernen Käfig gefangen! Am Silvesterabend ! sche unserer Lage bewusst wurde. Schon fachten Streichhölzern eine Festbeleuchtung. begann einer zu lachen, als ihm das Komi- und improvisierten mit acht gleichzeitig ent- «Wir müssen um Hilfe rufen! » schlug verschluckte uns wieder die Schwärze; Dazu knabberten wir gemeinsam die halbe zaghaft eine weibliche Stimme vor. aber dann glühten 8 Lichtpünktchen. Tafel Schokolade. Dann gaben wir uns wechselseitig einen Kuss und sangen. Es konnte « Aber wer soll uns denn hören ? Walter In diesem Augenblick hörten wir «s neun hat doch gesagt, dass niemand im Haus ist» kaum lustiger sein. schlagen. Durch die Vergitterung unseres «Ach was ! Vielleicht hört uns doch jemand !» ten uns eng aneinander, um uns gegenseitig Käfigs zoz es empfindlich kalt. Wfr dräng- Gegen dreiviertel zwei kam deT Hausmeister und staunte nicht schiecht über die Vögel im Käfig. Dann holte er uns mit der Achtstimmig begannen wir zu rufen. Nach zu wärmen. Es schlug viertel, halb, dreivierte! zehn; unsere Stimmung schwankte zwi- fünf Minuten waren wir heiser, und Hilfe Handwinde in zwanzig Minuten Zoll um ZolJ war nicht gekommen. Zwei Mädels weinten schen dumpfer Verzweiflung und der Hoffnung, durch irgend einen Umstand möchte zur Mutter Erde herunter. Er kriegte einen leise. Taler, i*id wir kletterten steif und verfroren «Ja, Kinder, es hat keinen Zweck, sich der Hausmeister vorzeitig heimkommen und die fünf Treppen zum Atelier hinan und fielen wie ein Rudel hungrige Wolle über die etwas vorzumachen », sagte Walter schllesslich mit erzwungener Festigkeit, « wir sitzen ergaben wir uns in unser Los und suchten uns befreien. Als es zehn geschlagen hatte, Köstlichkeiten her, die Walter angefahren nun einmal fest, und ehe nicht der Hausmeister zurückkommt, müssen wir hier bleinen. Wir rückten noch enger zusammen, er- Aber Fahrstühle haben wir monatelang nun dem Unfall die beste Seite abzugewin- hatte. Wir hatten viel nachzuholen! ben. Es tut mir schrecklich leid, das könnt zählten uns Geschichten und Witze und scheu gemieden...! H. S. ihr mir glauben. Was habe ich oben alles für rauchten wie die Schlote. uns vorbereitet — und Jetzt bockt dieses Kurz nach «K entdeckte Ilse Sn ihrem Luder von Fahrstuhl!» Täschchen eine halbe Tafel Schokolade. Was sollten wir erwidern? Nun war alles « Hurrah! »• rief sie und wollte uns bewirten: da fiel ihr einer in den Arm: < gleich. Halt, 2)e* 3xufesfi£m Scheidungschaos in Hollywood. Die bereits durch zahlreiche Zwischenfälle beeinträchtigte Ruhe der Filmkolonie von Hollywood hat neuerdings eine Störung erfahren. Das J3erufungsgericht von Sacramento hat nämlich in einem Prozess die Entscheidung getroffen, dass Ehen kalifornischer Bürger, die im Ausland getrennt wurden, in den Vereinigten Staaten ihre Gültigkeit weiter beibehalten. Dieser Gerichtsbeschluss richtet sich vor allem gegen den nicht nur unter den Filmstars von Hollywood üblichen Brauch, im Falle eines unbedeutenden Ehekonfliktes die wenigen Stunden nach Mexiko zu fahren und sich dort binnen einiger Minuten scheiden zu lassen. Bekanntlich haben sich die mexikanischen Grenzorte, seitdem das Alkoholgeschäft mit den amerikanischen Touristen aufgehört hat, ganz auf die Scheidungsindustrie umgestellt. Es ist nicht billig, in Mexiko geschieden zu werden, dafür geht es aber ohne Schwierigkeiten und in flottem Tempo. Die Filmkünstler, die in den mexikanischen Scheidungsbureaus nicht nur durch ihre schauspielerischen Leistungen, sondern auch durch die Häufigkeit ihrer Besuche be- Mobiloil Vacuum Oil Company N. Spalenberg 65 Base! V, Carba AG. Bern-Liebefeld Yacco S. A. F. Yacco-Oele Bern Offiz. Ford-Vertretung für den Kanton Bern Autotrakt AG. Bern Gebr. Käsermann Kühlerfabrikation Schwarztorstrasse 79 Bern Muller & Marti Autosartier«! Bern Schneller & Co. Chevrolet, Vauxhaü Bern Sulgeneckgarage AG. Bern Hans Zysset Autoabbruch und Ersatzteile Bern Sollten Sie etwas benötigen im 1935 — Bitte Telephon 41.172 Walter Iff Automobile u. Reparaturen Langenthai (Tel. 53) Ferdin. Schenk Fabrik für Feuerwehr- und Gasschutzgeräte Worblaufen Automobil-Revue Bern — Genf — Zürich