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E_1934_Zeitung_Nr.104

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2 AUTOMOBIL-REVUE

2 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 104 Schweizerische Rundschau Das Personenautomobil im Dienste der Bundesbahnen. Unlängst fand in Bern zwischen der Oberbetriebsdirektion der S.B.B. mit Vertretern des stadtbernischen Handelsund Industrievereins eine Konferenz statt, an der die Frage der Einbeziehung des Personenautomobils in den Dienst der Bundesbahnen zur Diskussion stand, das heisst, es sollen Mittel und Wege gesucht werden, um auf dem Gebiete des Personenverkehrs einen ähnlichen Dienst zu verwirklichen, wie er von der Asto im Rahmen des Güterverkehrs verwirklicht wird. Zweifelsohne dürfte bei richtiger Durchführung ein solcher Dienst geeignet sein, der Geschäftswelt namhafte Vorteile zu verschaffen. In Nummer 68 der «A. R.» vom 15. August 1933 haben wir unter dem Titel «Schaffung von Automietstellen» dieses Problem bereits angeschnitten, ausgehend von der Notwendigkeit, die Zusammenarbeit von Eisenbahn und Automobil noch intensiver zu gestalten, indem wir damals das Projekt ventilierten, auf privatwirtschaftlicher Grundlage in Handels- und Industriezentren den Reisenden und Geschäftsleuten Mietautomobile zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe es ihnen möglich wäre, innert kurzer Zeit eine grössere Anzahl von Kunden zu besuchen. Wie nun aus den Mitteilungen des kant. bernischen Handels- und Industrievereins hervorgeht, hat der Oberbetriebschef der S.B.B, in erwähnter Besprechung darauf hingewiesen, dass das Personenautomobil der Eisenbahn in gewissen Punkten überlegen sei, da es beweglicher und an keinen Fahrplan gebunden ist. Diese Vorzüge würden sich namentlich für den Geschäftsmann geltend machen, der Geschäfte in schienenlosen Gegenden oder in Ortschaften zu besorgen hat, die an Nebenlinien liegen. Diese Ueberlegenheit könne auch durch eine Verdichtung des Fahrplans nicht wett gemacht werden. Anderseits weise aber die Eisenbahn ebenfalls Vorzüge auf, die das Automobil nicht zu bieten vermöge. Lange Strecken legen die Bahnen ebenso rasch oder noch rascher zurück als das Automobil und zudem sei die Fahrt in einem Eisenbahnzug komfortabler, angenehmer und weniger ermüdend als im Automobil. Der Fahrgast könne im Eisenbahnzug ausruhen und arbeiten und gelange frischer am Reiseziel an. Nachdem kürzlich der «Gedanke geäussert worden sei, die Bundesbahnen sollten auf ge^ wissen verkehrsreichen Netzen oder Knotenpunkten Automobile zu massigem Preise als Ergänzung der Eisenbahn durch das Automobil zur Verfügung stellen, so war man sich von vorneherein darüber klar, dass es sich nicht darum handeln könne, dass die Bundesbahnen eigene Personenautomobile anschaffen. Nachdem an verschiedenen Plätzen mit Automobilunternehmungen Fühlung genommen wurde, um zu erfahren, ob diese bereit wären, Automobile abzugeben und zwar sowohl für Selbstfahrer als mit Chauffeuren, in der Meinung, dass diese Wagen den Inhabern von Generalabonnenten, insbesondere Geschäftsleuten, zur Verfügung gestellt würden, sei man bei einer Reihe von Automobilunternehmungen auf weitgehende Unterstützung gestossen, während andere sich noch nicht geäussert hätten. Obwohl Einzelheiten über die Durchführung der neuen Einrichtung noch keineswegs vorliegen, so dürfte die Regelung doch in dem Sinne vorgenommen werden, dass den Interessenten Couponhefte abgegeben würden, die den Garagisten ausgefüllt und unter Angabe der Nummer des Generalabonnements für jede Reise, bzw. jede Miete von Automobilen, abzugeben wären. Ob und in welchem Austnass die Bundesbahnen einen Anteil an die Fahrten gewähren, ist noch unbestimmt. In der anschliessenden Diskussion wurde auch dem Wunsche Ausdruck gegeben, den neuen Dienst auf jeden Inhaber eines Retourbillettes auszudehnen, wenigstens für eine Minimalbahnstrecke. Die Materie ist aber noch keineswegs so weit gediehen, dass etwa demnächst schon mit einem grossangelegten Versuch begonnen würde, sondern die Bundesbahnen erklären, grundsätzlich der Neuregelung beipflichten zu können und alle Anregungen einer objektiven Prüfung unterziehen zu wollen. Die geplante Neuerung fand in ihren Grundlinien seitens der Vertreter von Handel und Industrie allgemeine Zustimmung. -my- Fortsetzung unseres laufenden Romanes siehe Seite 16 dieser Nummer. Die nächste Ausgabe der «Automobil- Revue » erscheint als erste Nummer des Jahres 1935 am Freitat den 4. Januar. Zur Jahreswende Die festliche Stimmung mit der sonst ein Jahreswechsel begrüsst wird, will dieses Mal nicht recht aufkommen. Die Perspektiven für den schweizerischen Automobilismus sind zur Zeit nicht gerade erfreulich und wenn nicht bald die Einsicht durchdringt, dass die Förderung des motorisierten Strassenverkehrs unserer Volkswirtschaft in mannigfacher Form zugute kommt und ihr weit mehr zuträglich ist, als irgendwelche einschränkenden Massnahmen, dann werden wir mit schwerwiegenden Rückschlägen zu rechnen haben. Vielleicht wird die eine oder andere Auseinandersetzung mit dem Stimmzettel in der Hand auch nicht zu umgehen sein. Wir denken hier vorab an die Alpenstrasseninitiative • und den zweiten Gegenvorschlag des Bundesrates. Es mehren sich leider die Anzeichen, dass Bund und Kantone einmal mehr den Automobilisten die Rechnung für Massnahmen präsentieren möchten, die der Allgemeinheit ebensosehr zum Nutzen gereichen, wie den Motorfahrzeughaltern. So wird der Fremdenverkehr, dessen Rolle für unsere Zahlungsbilanz unbestritten ist, den grössten Vorteil aus einem Ausbau der Alpenstrassen ziehen und dennoch soll er ausschliesslich auf dem Rücken der Benzinkonsumenten finanziert werden. Das Parlament ist bereit, ein vor Jahren den Eisenbahnern gemachtes Zugeständnis, die bekannte «Promesse Comtesse» einzulösen. Die von höchster Stelle unserer Landesregierung gegebenen Zusicherungen, es werde den Kantonen eine Limite gestellt für die Belastung der Automobile und die Auflage des Bundes ströme bis auf den hintersten Rappen wieder zurück an die Kantone, möchte man aber geflissentlich übersehen! Wo bleibt da die Gleichstellung und die gleiche Behandlung aller Bürger? Die Motorisierung nimmt in den Nachbarstaaten einen Aufschwung, wie er selbst in den besten Zeiten der Hochkonjunktur nicht zu verzeichnen, war, weil die Staaten den grossen Rechenfehler eingesehen haben, der bei einer fiskalischen Ueberlastung des Motorfahrzeuges gemacht wurde. Mit starker Hand wurden überall Korrekturen angebracht und die Sondersteuern zum Teil radi" kal abgeschafft oder doch ganz wesentlich reduziert.. Bei UJ}$ will man aller Erfahrung zum Trotz den umgekehrten Weg einschlagen, um dann nach der Tat zu raten; wenn* es vielleicht zu spät ist. Eine einst blühende Motorfahrzeugindustrie kämpft mit dem Mute der Verzweiflung gegen all die Fesseln an, die ihr der Staat bisher schon aufgelegt hat. Anstatt ihr endlich zu Hilfe zu kommen -iohne dabei den die Staatsfinanzen so zerrüttenden Weg der Subventionierung einschlagen zu müssen, den so manche Wirtschaftsgruppe seit Jahren begeht — will man ihr noch neue Bürden zumuten. Es sei trotz diesen trüben Aussichten gerne anerkannt, dass im verflossenen Jahre auch positive Arbeit geleistet wurde. So die Einführung des Hauptstrassennetzes mit Vortrittsrecht, die Vereinheitlichung der Wegzeichen, die Gewährung von Zollrückvergütungen, welche die Montage fremder Automobile in der Schweiz ermöglichen unter namhafter Zuweisung von Aufträgen an die einheimische Industrie. Einzelne Kantone bemühen sich um die verlängerte Offenhaltung und frühere Oeffnung von Pass-Strassen. Graubünden will sogar die klassische Nord-Südverbindung des Julier ganzjährig dem Verkehr bereitstellen. Aber all diese Fortschritte müssen gezwungenermassen ihre fördernde Wirkung teilweise wiederum einbüssen, wenn auf der anderen Seite neue Schwierigkeiten aufgetürmt werden. Ein ernstes Problem ist die Besserung der Verkehrsdisziplin. Ein erster Alarmruf war die Sittener Resolution der Polizeidirektoren. Aulgabe aller Motorfahrzeuglenker muss es sein, hier gemeinsam mit den Behörden Front gegen alle Auswüchse zu machen. Wir werden aber nur dann zu einem guten Ziel Referendum gegen das Verkehrsteilungsgesetz. In der Tagespresse zirkulieren die verschiedensten Zahlenangaben über die Refe- gelangen, wenn auch hier nicht wiederum einseitig der motorisierte Verkehr einer strengen Zucht unterworfen wird, sondern ohne Unterschied alle Strassenbenützer zur gegenseitigen Rücksichtnahme verpflichtet werden* ' An verschiedenen Orten sind erste erfreuliche Anstrengungen zur systematischen Verkehrserziehung der Jugend gemacht worden. Eine fühlbare und dauernde Abnahme der bedauerlichen Unfälle ist aber nur von einer Verallgemeinerung dieser Massnahmen zu erwarten. Da es hiezu weder grosser finanzieller Aufwendungen bedarf, noch ein Mangel an pädagogischen Hilfsmitteln besteht, dürfte eine durchgreifendere Einführung dieses segensreichen Unterrichtes erwartet werden. Unser Blatt hat sich seit seinem Bestehen zur Pflicht gemacht, auf all diese Probleme hinzuweisen und an deren Lösung stets mitzuarbeiten. Vor dreissig Jahren erschien die erste Nummer der «Automobil-Revue •», deren Schöpfer und geistiger Führer uns vor kurzem jäh entrissen wurde. Damals schon hatte sich die Redaktion *die Vertretung der Automobilinteressen nach aussen, unserem Volk und unseren Behörden gegenüber, sowie die Förderung der Interessen -unserer schweizerischen Automobilindustrie» aufs Panier geschrieben. Damals schon erkannten die Herausgeber, dass sie «ein reiches Arbeitsfeld vor sich haben, um in ein Vorurteil, das riesengross ist, eine Bresche zu legen *. Vieles ist seither erreicht worden. Vieles bleibt aber noch zu tun. Wir werden, getreu dieser Devise, weiterhin für den Automobilismus eintreten, denn heute wie vor dreissig Jahren ist es notwendig, nn unseren Spalten den grossen volkswirtschaftlichen Nutzen aufzuzeigen, den für unser Land das Automobilwesen in sich schliesst». " Wir durften seit dem Bestehen des Blattes eine reiche Unterstützung aus allen Kreisen erfahren, denen die Entwicklang des modernen Strassenverkehrs am Herzen lag. Eine stets zunehmende und überaus treue Leserschaft gab uns den nötigen Rückhalt, um mit Ueberzeugung und Gewicht die zahlreichen Postulate zu vertreten, welche die Voraussetzung für einen Fortschritt im Automobilweseh bedeuten. Aber immer noch steht eine stattliche Zahl abseits, welche die Notwendigkeit einer geschlossenen Front und eines"* einheitlichen Vorwärtsstrebetis noch nicht genügend erkannt hat. Möge die jetzige Zeit, der entscheidende Beschlüsse bevorstehen, auch ihnen den Weg zeigen, um zum Hauptharst zu stossen, damit wir gemeinsam die, vorgezeichnete Strasse weiterziehen können. Soweit es in unseren Kräften steht, wollen wir weiter Wegbereiter sein. Es ist für uns eine Ehrenpflicht, das uns hinterlassene Vermächtnis im Sinn und Geist der Pioniere, welche vor drei Dezennien mutig und schaffensfrendig an die Oeffentlichkeit traten, weiter zu hegen. In der Verbundenheit mit allen schweizerischen Automobilisten wird es uns am besten gelingen. Die Redaktion wird sich wie bis anhin die Ausgestaltung der Zeitung, den engen Kontakt mit der Leserschaft, dem Automobilhandel und -gewerbe, wie auch mit der einschlägigen Industrie besonders angelegen sein lassen. Wir wollen weiter an der Brücke bauen, die zur weiteren Oeffentlichkeit, zu den Behörden und zur gesamten Volkswirtschaft geschlagen werden muss. Ein jeder möge seinen Baustein beitragen, damit einst das Werk den Meister zu loben vermag! Im Vertrauen auf diese Gemeinschaftsarbeit wollen wir dem neuen Jahr entgegensehen, dem es die besten Seiten abzugewinnen gilt. Mit dem Dank an alle unsere Freunde verbinden wir unsere besten Wünsche für 1935 und hoffen, im vierten Dezennium wieder um ein gutes Stück mit der Aufgabe weiterzukommen, die vor dreissig Jahren in Angriff genommen wurde. Verlag und Redaktion der * «Automobil-Revue». rendumsunterschriften. Während man vor kurzem noch von 40,000 Unterschriften berichtete,, verlautet neuerdings, dass deren 60,000 zustande gekommen sein sollen. Wie z B. die « Basler Nachrichten » zu berichten wissen, scheint sich die Referendumskampagne namentlich die Unzufriedenheit in gewissen Weingegenden zunutze gemacht zu haben. Nach der gleichen Quelle sollen in der welschen Schweiz 35,000 Unterschriften gesammelt worden sein, während es in der deutschen Schweiz rund 25,000 sein sollen. Am nächsten Samstag werden die Unterschriften in Bern überreicht, bei welchem Anlass das Referendumskomitee eine Zusammenkunft mit dem Cihef des Eisenbahndepartements herbeizuführen gedenkt. Erst dann wird es sich zeigen, welche Unterschriftenzahl das Referendum auf sich vereinigt. Eines glauben Wir aber schon heute feststellen zu dürfen, dass keine grossen Hoffnungen bestehen, als ob das Verkehrsteilungsgesetz ohne Qrosskampf durchgehen könnte, obschon obige Zahlen in keiner Weise durch positive Unterlagen bestätigt werden. Die ablehnenden Tendenzen würden erst so recht wachgerufen durch den seitens der Staatsmonopolisten geführten Kampf um den Einbezug des Werkverkehrs in das Verkehrsteilungsgesetz, eine Forderung, wie sie klipp und klar im Projekt Bratschi aufgestellt wurde und wie sie auch von andern Vertretern im Nationalst erwogen worden ist -my- •stischer Ein < Tankbahnhof». An der Kölner Einfahrt zur Autobahn Köln-Bonn wird augenblicklich der erste Tankbahnhof Deutschlands errichtet. Durch Zurückverlegung des Verwaltungsgebäudes und Anlage von vier Tankinseln sind fünf überdachte Rampen entstanden, an denen 16 Pumpen mit 32 Zapfstellen gleichzeitig alle Arten von Brennstoff liefern. Frazer-Nash baut B.M.W. Die englische Automobilfabrik Frazer- Nash wird den deutschen Ander thalbliter- BMW-Wagen in Lizenz für den englischen Markt bauen. Der Leiter der englischen Fir* ma kam zu diesem Entschluss, nachdem er die deutsche BMW-Mannschaft während der Alpenfahrt beobachtet hatte. Die Kunst im Dienste der Verkehrserziehung. In einer deutschen Stadt ist ein grosses Gemälde eines Kunstmalers in Form eines Transparentes über eine allgemeine Durchgangsstrasse gespannt, das gleichzeitig im Dienste der Verkehrserziehung steht. Das Bild zeigt eine Strassenszene, ein Totentanzmotiv: einen von einem durchgehenden Pferdegespann niedergeworfenen Mann, nach dem der Tod greift. Ein Spruchband mahnt dazu: «Gib acht auf die Strassen — kunnst leicht' dein Leben lass'n». So dient das schöne Gemälde gleichzeitig auch der Verkehrserziehung. Das Periskop — ein neues Zubehör. Als eigenartige Neuigkeit werden verschiedene der neuesten amerikanischen Automodelle mit einem Periskop ausgerüstet, damit der Fahrer in der Lage ist, das Verkehrs- • Gewimmel von und nach allen Seiten zu übersehen, ähnlich wie der Unterseebootführer die Vorgänge über Wasser vom Schiffsinnern aus mittels des gleichen Instrumentes beobachtet. Wohin reist der englische Autotourist? - Von je hundert englischen Automobilisten, die in diesem Jahr Auslandsreisen unternahmen, fuhren 45 in das unmittelbar benachbarte Frankreich, 15 aber nach Deutschland, zwölf nach Italien, elf nach der Schweiz, sechs nach Oesterreich und vier nach Belgien. Die restlichen sieben verteilen sich auf Spanien, Portugal und andere Länder, Vom deutschen Autostrassenbau. Ueber den Stand der Arbeiten auf Ende November 1934 orientiert wohl am besten nachstehende Zusammenstellung aus der « Autobahn»: Zum Bau freigegeben 2500 km, seit Oktober neu in Bau genommen 70 km, insgesamt im Bau 1175 km. Personalstand: a) Beamte 728 Mann, b) Angestellte 2311 Mann, Lohnempfänger bei den Obersten Bauleitungen 882 Mann, Lohn' empfänger bei den Unternehmern 80&38 Mann. Geleistete Tagewerke der Lohnempfänger 157,480 Tagewerke, geleistete Tagewerke der Lohnempfänger bei den Unternehmern 9,785,416 Tagewerke. Summe der bisher vergebenen Aufträge an Unternehmer 281,994,716 Mark, gesamte Geldleistungen 129,000,000 Mark. Arbeitsleistungen: Erd- und Felsbewegung 32,962,602 m 3 , Gesamtmenge der bisher eingebauten Betons 541,450 m 3 . Bisher vergebene. Stahlbauten 55,790 t. Glückliches Land ! In Holland ist mit Wirkung ab 15. Dezember eine Herabsetzung der Benzintankstellenpreise von 13,5 auf 12$ Cents (26 Rp.) pro Liter beschlossen worden. Industrielle Verbraucher zahlen statt 12,5 nur noch Cents. Noi Zur Förderung der Verkehrssicherheit Die kantonale Polizeidirektion Zürich hat sich nun auf die Eingabe der kantonalen Strassenverkehrsliga hin grundsätzlich bereit erklärt, an einer Konferenz die für die Hebung der Verkehrsdisziplin und Verkehrssicherheit in Betracht kommenden Massnahmen mit den Verbänden zu besprechen, weshalb von der Liga das Gesuch um Terminansetzung gestellt wurde. Es ist anzunehmen, dass zu dieser Aussprache alle interessierten Behörden des Kantons und der Städte Zürich und Winterthur eingeladen werden, dann aber auch alle zürcherischen Verkehrsinteressentenverbände, um so auf breitester Basis eine möglichst enge Zusammenarbeit für die Hebung der Verkehrsdisziplin herbeizuführen. Die kantonale Polizeidirektion hat bekanntgegeben, dass das kantonale Polizeikorps und die Polizeimannschaften der Städte Zürich und Winterthur bereits angewiesen worden sind, die polizeilichen Verkehrskontrollen inskünftig in schärferer Weise und in vermehrterem Masse durchzuführen, um den Auswüchsen im Strassenverkehr zu steuern.

1934 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Die Rennställe des nächsten Jahres. Wie man erwarten konnte, sind auf Ende des Jahres hin die Umgruppierungen im internationalen Rennfahrerfager für die nächste Saison zum Abschluss gekommen. Alle bekannteren Rennställe haben ihre Mannschaften für 1936 formiert und können sich nun ausschliesslieh auf die Vorbereitung ihrer Maschinen konzentrieren. Der grössere Teil der Fahrer ist wieder «unter Dach und Fach», und wie wir schon kürzlich festgestellt haben, sind die Veränderungen verhältnismässig recht gering. Varzis Eintritt m die Auto-Union ist weitaus die grösste Sensation. Im Augenblick ist nun bereits ein lückenloser Ueberblick über die Kräfteverteilung im nächsten Jahr möglich. Noch zwei Monate, und schon wird die Saison mit dem Grossen Preis von Pau wieder eingeleitet; so besteht also Grund genug, die Dispositionen rechtzeitig zum Abschluss zu bringen. Es mag angebracht sein, in der letzten Nummer dieses Jahres noch einmal zusammenfassend über die verschiedenen Rennställe zu orientieren, die im Jahre 1935 anzutreffen sein werden. Mercedes - Benz : Mercedes-Benz hat mit Caracciola, Fagioli und Manfred von Brauchitsch wieder feste Verträge abgeschlossen. Die Firma stützt sich also wieder auf die gleichen Fahrer wie schon in diesem Jahre. Ueber eine Heranziehung von Geyer und Gärtner ist noch kein endgültiger Entscheid getroffen worden. Die beiden kommen voraussichtlich wieder als Ersatzfahrer in Frage. Auto-Union: Den Stamm der Auto-Union- Mannschaft 1935 werden Stuck, Varzi und Prinz zu Leiningen bilden. Der bekannte Motorradrennfahrer Rosemayer und der bis jetzt als Einzelfahrer hervorgetretene Pietsch ergänzen die Zschopauer Mannschaft. Bugatti: Das französische Haus verfügt nächstes Jahr über drei offizielle Fahrer: Benoist, Wimille und Taruffi. Dem erfahrenen, schon älteren Benoist stehen die beiden jungen, hoffnungsvollen Kräfte gegenüber. Senderia Ferrari: Das Modeneser Haus engagiert für 1935 Chiron, Dreyfus, Comotti, Brivio und Graf Trossi. Der Chef der Mannschaft ist noch nicht bestimmt worden. Die Scuderia Ferrari verteidigt auch nächstes Jahr die Interessen Alfa Romeos. Scuderia Subalpina: Der vor einem Jahr von Graf Della Chiesa gegründete Turiner Rennstall vertritt 1935 Maserati, das sich vom Rennsport offiziell zurückzieht. Als Piloten wurden Etancelin, Zehender und Farina angeworben, wahrscheinlich wird auch noch Ghersi zu ihnen kommen. ViHapadierna - Rennstall: Auch Spanien wird 1935 über einen Maserati-Rennstall verfügen, den Graf ViHapadierna leitet und für •den auch noch der junge Franzose Raymond Sommer fährt. Ein dritter Fahrer bleibt noch zu bestimmen. Girod-Cazaux-Rennstall: Die beiden französischen Rennfahrer Girod und Cazaux haben sich ebenfalls zu einem Rennstall zusammengeschlossen und werden nächstes Jahr mit Bugatti- und Maserati-Wagen die Rennen bestreiten. E. R. A.-Equine: Raymond Mays, Staniland, Humphrey-Cooks und Rose-Richards gehören der neuen englischen Equipe an, die mit E. R. A.-Wagen an den kontinentalen Rennen der nächsten Saison teilnehmen wird. M. G.-Equipe: In England ist ferner eine neue M. G.-Equipe gegründet worden, die über die Fahrer Dorren, Kennett und Denis verfügt. Ueber die Pläne einzelner kleinerer Rennställe, wie man sie vor allem in Italien und in Frankreich kennt, m,$ einiger Einzelfahrer wird man wohl in aen ersten Wochen des nächsten Jahres noch Näheres erfahren. Im übrigen hört man, dass Momberger, der dieses Jahr aktiv war, 1935 in der Sportabteilung der Auto-Union administrativ mitwirkt, und Henne kehrt nach einem wenig erfolgreichen Debüt auf den Mercedes-Benz- Wagen zum Motorradsport zurück. Genauere Einzelheiten fehlen noch über das Programm der Fahrer Nuvolari, Tadini, Soffietti. Graf Castelbarco, Falchetto, Lehoux, Whitney Straight, Ruesch, Earl Howe usw. > Der deutsche Automobilsportkalender 1935. Die Oberste Nationale Sportbehörde des deutschen Kraftfahrsportes hat soeben das Sportprogramm für das Jahr 1935 bekanntgegeben. Folgende Rennen sind vorgesehen (nat. = national, int. = international) : 29. Jan. bie 3. Febr.: Kraftfahrzeug-Winterprüfung (nat.). 8.—10. Februar: Winterfahrt Titisee (nat). 8. und 9. Februar: Deutschlandfahrt (nat). 10. Februar: Titisee-Eisrennen (nat.). 24.—30. März: Leistungsprüfungsfahrt für Lastkraftwagen (nat). tL—13. Apiü: Oatpreuiseen-Fakrt (nat). 18. April big 9. Mai: Länderfahrt (nat). 12. Mai: Brandenburgische Geländefahrt (nat). 26. Mai: Avuerennen (int). 2. Juni: Felsbergrennen im Saargebiet (n*t.). 6.-8. Juni: Drei-Tage-Mittelgebirgsfahrt (nat). 16. Juni: Eifelrennen (int). 30. Juni: Kesselbergrennen (int). 28. Juli: GrosseT Preis von Deutschland (int). 11. August: Fetdfoergrennen im Taunus (nat). 1. September: Grosser (Bergpreis von Deutschland in Freiburg (int). 28. und 29. September: Adolf Hühnlein-Geländefahrt (nat.), 6. OktobeT: 12-Stunden-Rennen für Tourenwagen auf der Avus (nat). Der deutsche Terminkalender *st, wie man sieht, auch 1935 sehr reichhaltig. Entsprechend dem Prinzip des nationalsozialistischen Staates wird vor allem auf die Ausbildung und Hebung des Gesamtdurchschnittes der Automobilisten grosse Beachtung gelegt, deshalb auch die vielen schwierigen Geländefahrten und Leistungsprüfungen, wie sie in dieser Art nur in Deutschland anzutreffen sind. An internationalen Veranstaltungen sind wiederum das Avusrennen, das Eifelrennen, der Grosse Preis von Deutschland, das Kesselbergrennen und der Freiburger Bergrekord besonders hervorzuheben. Die neue Saison wird in Deutschland einige Aenderungen bringen. So soll beim Avusrennen die Kleinwagen-Klasse nicht mehr zugelassen werden, dafür starten nun die Motorradrennfahrer am gleichen Tag zu einem nationalen Lauf mit grossen Maschinen. Ausserordentlich imposant dürfte sich die sogenannte < Länderfahrt» gestalten, die auf eine Anregung der Industrie zurückzuiführen ist und durch Polen, die Tschechoslovakei, Jugoslawen und den ganzen Balkan hinunter bis nach Konstantinopel und zurück führen soll. Die Fahrzeuge und Konkurrenten werden hier in gleicher Weise allerstrengsten Präfungen unterzogen. Um der Fahrt auch einen propagandistischen Wert zu verleihen, werden in den Etappenorten die teilnehmenden Fahrzeuge zur öffentlichen Besichtigung freigegeben. Bemerkenswert ist auch noch die Leistungsprüfung für Lastkraftwagen, an der die Reichsbahn interessiert ist. Neu Ist ferner ein Zwölf- Stunden-Rennen für Tourenwagen auf der Avus, das dank der Eigenart der Strecke sehr hohe Geschwindigkeiten erlaubt und deshalb sehr interessant zu werden verspricht. Der deutsche Automobilsport Im Jahre 1934. Der Führer des deutschen Kraftfahrsportes, Obergruppenführer Hühnlein, hielt vor wenigen Tagen im Berliner Propaganda-Ministerium in Anwesenheit Adolf Hitlers und zahlreicher weiterer führender Persönlichkeiten des Dritten Reiches einen grossen Vortrag über den deutschen Automobilsport im Jahre 1934. Hühnlein wies in seinem Rechenschaftsbericht auf die grosse Anerkennung hin, die das Ausland den deutschen Renn-Siegen gezollt hat Die Erfolge im In- und Ausland waren ausserordentlich gross und bildeten die Belohnung für die starken Anstrengungen, die Deutschland auf diesem Gebiete unternahm. Aus den Ausführungen, die auch das Ausland interessieren dürften, sei erwähnt, dass Obergruppenführer Hühnlein sich in einem dringenden Appell an die Industrie wandte und die weitestgehende Heranziehung von Nachwuchsfahrern forderte. Er wies dabei auch auf die bewährten deutschen Fahrer hin, die infolge ihres veralteten Materials ihr Können bisher nicht genügend unter Beweis stellen konnten und die es dennoch verdienen, dass man sie weitgehend berücksichtigt. Als die vornehmste Aufgabe der Werke wurde bezeichnet, neuen tüchtigen deutschen Fahrernachwuchs heranzuziehen. (Ein weiterer Beweis dafür, dass den deutschen Sportsführern Varzi und Fagioli im Grund genommen ein Dorn im Auge sind. Vorläufig sind allerdings die Verhältnisse noch stärker als alle geheimen Wünsche!) Wenn Bestrebungen im Gange seien, die bestehende Rennformel abzuändern, dann müsse dies abgelehnt werden, sofern dadurch eine Beschränkung der Geschwindigkeit entstehen könnte. Der Rennsport würde sonst seinen Sinn verlieren. Er sei die höchste Verkörperung des motoristischen Sportes überhaupt und ergebe auch die höchsten Leistungsäusserungen der Nationen in den grossen internationalen Wettkämpfen. Schonung von Fahrer und Material führe zu keinen weitern Rekordleistungen — die wichtigste Aufgabe sei es jetzt, die richtigen Vorbereitungen auf die Kämpfe des kommenden Jahres hin zu treffen. Auch für die Entwicklung der Sportwagen müsse das gleiche wie für die Rennwagen gelten. Es bestehe kein Grund, nur die alten Typen weiter zu entwickeln, es müsse vielmehr gelingen, in zielbewusster Arbeit den im Augenblicke noch bestehenden Vorsprung des Auslandes aufzuholen. Mitteilung! Meiner langjährigen und treuen Kundschaft teile ich mit, dass ich die altbekannten Elektromechanischen Spezial-Werkstätten an der Pfinsstweidstrssse 59 ab 1. Dezember wieder auf meinen Namen in den bisherigen Räumlichkeiten übernommen habe. Infolge meiner über 20jährigen Tätigkeit als Spezialist auf der Elektromechanik, wovon 14 Jahre in der Auto-Branche, werde ich auch weiterhin bestrebt sein, meine Kundschaft wie bis anhirt fachgemäss zu bedienen und verweise auf mein reichhaltiges Lager in: S. E. V. Parls-Rhöne, Marelll Delcö-Remy, Auto-Light Ducellier, Bosch, Scintilla etc., Batterien Oerlikon WIcklerei, Accumulatoren-Werkstätte Es wird auch fernerhin mein Bestreben sein, dem Automobilisten durch seriöse und prompte Arbeit, sowie erstklassiges Material zu dienen und bitte daher, mich auch weiterhin zu berücksichtigen. Gottlieb Jost, Zürich Elektromechanische Spezial-Werkstätten Telephon 37.328 • Pfingstweidstrasse 59 Kein Grosser Preis von Frankreich in Paris! Die französischen Autosportkreise haben zwei aufgeregte Wochen hinter sich. Die Meldung, dass der Grand Prix von Montlhery nach Paris verlegt werden sollte, wirkte wie eine Bombe. Aus einem Schnelligkeitsrennen, das in der ganzen Welt berühmt ist, gedachte die Sportkommission aus fremdenverkehrs - propagandistischen Erwägungen heraus eine langweilige Gymkhana zu machen — da war es nicht sehr verwunderlich, dass die temperamentvollen Franzosen Lärm schlugen und sich gegen eine solche Verniedlichung des Rennsportes auflehnten. Die französischen Sportbehörden scheinen selber eingesehen' zu haben, dass der Versuch etwas zu riskant wäre und beschlossen vor wenigen Tagen, von dem Projekt wieder Abstand zu nehmen. Montlhery wird erneut am 23. Juni zum Schauplatz des Grossen Preises von Frankreich. Es dürften auch finanzielle Bedenken gewesen sein, die schliesslich den Ausschlag gaben. Die Organisation des .Rennens in Paris hätte eine Unsumme Geldes verschlungen, und dabei stand schon jetzt fest, dass die meisten Firmen kein grosses Interesse für die Veranstaltung zeigten, deren Strecke keinerlei besondere Schwierigkeiten zu bieten gehabt hätte. Auch überlegte man sich mit Recht, dass das Pariser-Rennen ausgerechnet in die grossen Festwochen der französischen Metropole gefallen wäre und die Anhäufung von Strohballen, Sandsäcken und die Gerüste der Tribünen und Sitzplätze kaum zur Verschönerung des Stadtbildes beigetragen hätten. Der Grosse Preis von Frankreich bleibt somit, wie wir schon von Anfang an vermuteten, am einzig richtigen Orte, wo er hingehört: in Montlhery. Die deutsche Automobilmeisterschaft. Im Jahre 1935 werden in Deutschland erneut die Strassenmeisterschaft und die Bergmeisterschaft für Automobile zur Ausschreibung kommen. Wiederum gilt kein Unterschied in der Motorenstärke. Für die deutsche Strassenmeisterschaft sind die folgenden Veranstaltungen vorgesehen: Avusrennen, Eifelrennen und Grosser Preis von Deutschland. Um gewertet zu werden, muss der Fahrer an allen drei Meisterschaftsläufen teilnehmen. In Fällen der Punktgleichheit entscheidet das bessere Ergebnis beim Grossen Preis von Deutschland. Für die Bergmeisterschaft zählen die Ergebnisse des Kesselbergrennens, des Feldbergrennens und des Grossen Bergpreises von Deutschland in Freiburg. Jeder Fahrer, der Anspruch auf die Wertung erhebt, muss mindestens an zwei Meisterschaftsläufen teilgenommen haben. Bei Punktgleichheit entscheidet das bessere Ergebnis im Grossen Bergpreis von Deutschland. Berlin-Paris In 15 St. 29 Min. Das bekannte Fahrerpaar Lotte Bahr-Paul von Guilleaume hat seinen kürzlich aufgestellten Rekord der Strecke Berlin-Paris bereits wieder verbessert. Die Berliner sind vor wenigen Tagen in 15 St. 29 Min. von der deutschen nach der französischen Hauptstadt gefahren. Die 1100 km lange Strecke legten sie somit mit dem ansehnlichen Durchschnitt von 71 km/St, zurück. Sie verwandten für ihre Rekordfahrt eine serienmässige 4sitzige Adler- Trumpf-Limousine mit einem 1,7-Liter-Motor. Die einzige Abänderung bestand in der Montierung 'eines 30-Liter-Benzin-Reservebehälters. Die Leistung ist um so höher zu bewerten, als die Fahrt fast durchwegs bei heftigem Regenwetter, zu einem grossen Teil während der Dunkelheit und im Nebel vor sich ging. Eine Reifenpanne und die eingehende ZoiHutiters-uchung verursachten ebenfalls Zeitverlust. *•» S«k Ein Nachtrag zum Grossen Preis der Schweiz. Wie die nationale Sportkommission mitteilt, hat sich nach eingehender Ueberprüfung der Resultate des Kleimwagenrennens, das anlässlich des ersten Grossen Preises der Schweiz am 26. August 1934 auf der Bremgartenrundstrecke ausgefahren wurde, ergeben, dass der Rundenrekord von L. Castelbarco auf Maserati in 3 Min. 23,2 Sek. (Stundenmittel 128,976 km/St.) aufgestellt wurde. Die schnellste Runde des Motorradrennens, die den Durchschnitt von 140,530 km ergab, ist damit von den Kleinwagen nicht geschlagen worden. Im Nachfolgenden nennen wir zur Orientierung noch die sechs besten Rundenzeiten des Kleinwagenrennens: L. Castelbarco (Maserati), 3 Min. 23,2 Sek. in 14 Runde 128,976 km/St. A. Girod (Salmson), 3 Min. 24,8 Sek., in 12. Runde 127,968 km/St R. Malaguti (Maserati), 3 Min. 28,4 Sek., in 8. Runde 125,758 km/St. P. Veyron (Bugatti), 3 Min. 28,6 Sek, in 14. Runde 125,637 km/St H. Ruesch (MaseraÜ>, 3 Min. 29,0, in 8. Runde 125.397 km/St. R. Seaman (M. 6. Magnette), 3 Min. 29,8 Sek., in 9. und 11. Runde 124,918 km/St. (Weitere Sportnachrichten siehe Seiten 5 und &}