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E_1935_Zeitung_Nr.004

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ächtlich schleudern sie

ächtlich schleudern sie unsere restlichen Bibeln und Psalmenbücher zu Boden. Unsere Windjacken schnallen sie auf ihre Pferde. Plötzlich kommt mir in den Sinn, dass ich auf alle Fälle meinen Pass zurückverlangen muss. «Han», rufe ich, «sage den Schurken, dass sie mir meine Brieftasche zurückgeben.» Han, der eben mit sicherer Stimme seinen zweiten Choral anstimmt, hört nichts. «Han», schreie ich, «sage den...» und ich habe den Revolverlauf vor den Augen. Ich kann wieder auf dem Bauche liegen und Gras fressen. Erst als sich die Räuber in den Sattel schwingen, kann ich mich mit Han verständigen. Der Uniformierte schleudert mir grossmütig die Brieftasche vor die Füsse. Mutig geworden, verlange ich die Kamera zurück. Der Räuber wirft mir den Kotnpass zu. «Nein, Han, meine Kamera!»... es war zu spät. Schon peitschten die Räuber ihre Pferde in Galopp und entschwanden rasch gegen Süden. Während ich mich mühselig aus meinen Fesseln befreite, Hess ich endlich meiner Wut, die ich bisher weise beherrscht hatte, voll und ganz die Zügel schiessen. Ich begann, alle Leute zu verwünschen, die uns geraten hatten, keine Waffen mitzunehmen. Ich hätte den Rest meiner Habe, sogar mein Hemd hergegeben, hätte ich den Kerlen einen Schuss in den Rücken jagen können. Dann begann ich den Fuhrmann zu verfluchen, der mich durchsucht und gebunden hatte. Ich beschimpfte ihn auf englisch, auf französisch und auf Berner Deutsch. «Lindt, Ihr müsst ein Wenig langsamer sprechen, wenn Ihr wollt, dass ich übersetzen soll», unterbrach mich Han schliesslich. «Sage ihm, dass ich ihn in Hsiaohaotzu ins Gefängnis werfen lasse. Er ist selbst ein Räuber. Ich werde dafür sorgen, dass ihn der Henker um einen Kopf kürzer macht.» Als Han ihm meinen Erguss übersetzt hatte, lachte der Fuhrmann heiter und weise. «Herr, ich konnte mich nicht für Euch erschiessen lassen. Wie Euch der Honhutze (Räuber) mit der Peitsche drohte, habt Ihr Euch nicht selbst ins Gras gelegt?» Ich verstummte. Während wir den Karren durchsuchten, entdeckten wir, dass mir die Banditen meine Filmnegative gelassen hatten. Während sie sämtliche Rasierklingen Steeles eingesteckt, hatten sie meine verschont und mir nur den Rasierapparat entwendet. Gutmütige Menschen, diese Banditen — sie wollten nicht, MAGENSCHMERZEN sind ä useerst unangenehm Dieselben verschwinden aber Darb kurzer Zeit beim Gebrauch von „COLUMBA"-Magenpulver unschädliches Mittel fegen Verdauungestörungen Gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen. Magenkrampf. Debelkeit. Erbrechen. Magendrücken. Sodbrennen. Blähungen Aufstoseen übelriechenden Atem. Preis pro Schachte) Fr. 3.—. Machen Sie einen Versuch und Sie werden von dessen Güte wie schon Hunderte anderer Kunden überzeugt sein. Einria erhältlich bei Apotheke zur Taube, Schaffhausen zuverlässig, angenehm, unschädlich 4 er Packung Fr. 2.-, 10 er Packung Fr. 4.50. 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Han unterhielt sich mit ihm. «Es ist ein sehr armer Mann», berichtete er. «Er fiel den Räubern in die Hände und wurde vollständig ausgeraubt. Könnten wir ihm nicht etwas geben?» «Han», schrien wir, über solche grenzenlose Güte erbost, «Ihr wisst doch, dass Ihr mit Eurer Banknote der Reichste von uns dreien seid. Und Ihr wollt diesem Mann etwas geben 1» Han war betrübt.-«Ja, ich muss ihm sagen, dass wir selbst nichts haben. Der Schimmelreiter galoppierte von dannen, gegen Süden. Han, der einen Augenblick in Nachdenken versunken war, sagte plötzlich: «Der Schimmelreiter war im Bunde mit den Räubern. Sein Pferd ist zu gut, als dass es ihm die Räuber nicht abgenommen hätten. Sie sandten ihn, um auszukundschaften, ob wir kein Geld zurückbehalten hätten.* Ich blickte in Steeles rotes Gesicht. Auch In meinem Kopf hämmerten noch die Pulse. Wir mussten beide lachen. Es war zu lächerlich, am letzten Tage unserer Reise abgefangen zu werden, zwei Marschstunden von der Station entfernt. «Han, was schrien uns eigentlich die Banditen zu?» «Zuerst Befehle. Nachher Schimpfnamen.» «Welche Schimpfnamen?» «Sehr üble — nein, Ich kann es Euch nicht sagen. Sie wiederholten Wort.» immer dasselbe «Welches Wort?» «Ein schmutziges Wort. Ich will es nicht in den Mund nehmen.» ' «Wir sind nicht zimperlich, Han.» «Sie schalten uns —" Schildkröteneier.» «Aber, Han, das ist doch ein entzückender Abends 8 Uhr, Sonntag ad hea nachmittags 3 Uhr. Oi. abend 15. Ja«. 7 Uhr: Die Räuber, VorSt. für Mittelschulen (gespielt v. Ensemble des Sohauspielh.). ML abend 16. Jait, Dli Fledermaus (B-Ab. 9). Do abend 17. Jan 8 Uhr: Zar und Zimmermann (Städtische Schulen). Fr. abend 18. Jan. Die Walküre (B-Ab. 9), Oper v. K. Wagner. Sa. nachm. 19. Jan. Peterchens Mondfahrt, zum letztenmal. Sa. abend 19. Jan. Grüezi. Di. abend 15. Jan. (Im Stadttheater) Die Räuber. Mi. abend 18. Jan. Sein Testament. Do. abBlid 17. Jan. Schwarz auf Welss, Revue. Fr. abend 16. Jan. Sein Testament. Sa. abend 19. Jan. S Uhr: König Lear, Schauspiel von Shakespeare, mit Prof. Ebert in der Titelrolle. SO. nachm. 20. Jan. 3K Uhr: Prof. Mannheim. So. abend 20. Jan. Sein Testament. Cinema Apollo «Grüss mir die Lore noch einmal!» Odeon-Bar b. Beiievuepiat* Die drei Stimmungskanonen: Dicker — Burian — Maiersky. Bekanntes Familienhaus geg. d. Theater am See. Massige Preise bei bester Verpflegung. Tan7itictitnt Anffra Faikenschloss/ I anZinSlITUl «nurd seefeldstrasse 4. Tel. 26.748. Frau A. Htweiska. Tango-Club jeden Mittwoch 20 Ohr Tanz-Abende: Samstag u. Sonntag 20 Uhr. Tanzvorführuneen. Wiener-Cafe Bristol Pelikanstrasse Das musikfreie Grosscafe mit seinen vielen Zeitungen, Parking: Annäg.-Pelikanstrasse. Klstler-Bialer, Mitglied des A.G.S. Franklinttraste 1 Schöne Zimmer mit flieäs. Wasser. Gutgef. Küche. Bescheid. Preise. Garage. Tel. 68.065. Bea. P. Wüfler. AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N° 4 Name. Eine Schildkröte ist nichts Böses und ein Ei sicherlich nichts Unanständiges.» Nun musste sogar Han das Lachen verbeissen. « Ihr versteht auch gar'nichts. Die Schildkröte legt ihre Eier irgendwo in den Sand. Die jungen Schildkröten kennen weder Vater noch Mutter.» «Arme kleine Waisen», sagte ich. «Es ist nicht das. Für uns Chinesen sind die Vorfahren unsere Götter? Ohne Vorfahren zu sein, ist nicht nur ein Unglück, sondern das Schrecklichste, was einem Menschen zustossen kann. Es ist der grösste Schimpf, den wir kennen. Schildkrötenei bedeutet Sohn einer Dirne, im Freudenhaus geboren, ein Kind, dessen Vater unbekannt, ja dessen Mutter sogar ungewiss ist.» «Danke, Han.» Aus den Feldern stiegen die Telegraphenstangen, den Schienenstrang säumend. Die Pferde trabten an. Hinter den Häusern der Station verschwand die Ebene. Die Fuhrleute verabschiedeten sich, nachdem sie eingesehen hatten, dass wir ihnen kein Trinkgeld geben konnten. «Wir bedauern ungemein, dass euch ein solches Missgeschick zugestossen ist», sagten sie. «Aber ihr wisst, es ist nicht unsere Schuld. Ihr könnt uns glauben: um euch zu entschädigen, werden wir unseren Karren und unsere Tiere verkaufen.» Der russische Stationsvorsteher begrüsste uns mit Namen. «Ihr wisst, wer wir sind?» Er erklärte uns, dass die Zeitungen Charbins jeden Tag von den zwei verschollenen Journalisten berichtet hätten. «Sie behaupten sogar, ihr wäret von Banditen getötet worden.» «Nein, nur ausgeplündert.» Mit der herzlichen Hilfsbereitschaft des einfachen Russen standen uns die BahnangestelHen bei, an unsere Konsuln zu telepho nleren, um sie um sofortige Ueberweisung von Geld zu bitten. Der chinesisch« Polizeioffizier suchte uns auf. «Ihr müsst mir haargenau Bericht erstatten. Ich werde ein Protokoll aufnehmen. «Und was könnt Ihr tun?» «Nichts», erwiderte der Russe für den Chinesen. Nachts schrieb ich an den Missionar in Lintian, um ihn zu fragen, ob der Mandarin nicht etwas unternehmen könne, damit ich wenigstens meine Leica zurückerhielte. Zürcher-Wochenprogramm So. nachm. 20. Jan. Grüezi. SO. abend 20. Jan. Rlgoletto, Oper von G. Verdi. Schauspielhaus ^1ali u fe So C Pension Seequal RfSSS 1 " 6 " Hotel Sternen - Ziirich-Oerlikon Diätrestaurant A. Gleich, vegetarisch-alkoholfrei, Holheinstrasse 25- Ecke Seefeldstrasse 19. —- Telephon 23.185. Jonn y-tfar, Beatengasse IS Die grösste und schönste von Zürich. U/Olf Limmaiquai 13% b. Central " u " F. Winisdörfer Erstklassige Menüs 1.70. Kuchenspezialitäten. Orchester Schorbert u. seine Solisten Roter Ochsen wempiau Parkplata — Butterküche. Propr. H. Broder-Buwyler. Rest. Wetterwarte Zdhringerstrasse Farn. Sigrist. Teleph. 24.356. Pilsner und Münchner Blere. Gepflegte Weine, Küche erstklassig. 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N°4 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE 15 Es kann nicht häufig genug betont werden, wie wichtig heute alles ist, was aus Wolle gestrickt wird, alle die grossen und kleinen Dinge, die zu beschreiben viel zu lange dauern würde. #itt Ausnahme der Schuhe gibt es kaum, einen Bestandteil der Garderobe, der nisht in Wolle oder Seide gestrickt und d&bei als sehr elegant bezeichne werden könnte. Es ist eine prasse. Arbeit, aus Wolle zu stricken, insbesondere wenn es sich um grössere Qarderobenstücke handelt. Dies ist mit ein Grund, weshalb die aandgestrickten Kleider, Kostüme und Mäntel manchmal verbältru'smässig teuer sind. Eine Frau, die heute nicht stricken und sich nach den ihr gegebenen Anleitungen richten kann, ist eigentlich bedauernswert Heute wird es niemand einfallen, darüber zu lächeln, wenn von praktischen und eleganten Handarbeiten die Rede ist, selbst die intellektuellen Frauen finden hie und da ein Stündchen Zeit zum Stricken, ohne sich zu langweilen. Und die weniger Intelligenten können nur Nutzen daraus ziehen, wenn sie ein paar Stunden mit angenehmer Handarbeit verbringen, Statt sich die Zeit um die Ohren zu schlagen. Ganz abgesehen davon, dass das Stricken eine ungemein beruhigende Beschäftigung für nervöse Frauen ist, was auch wissenschaftlich festgestellt wurde. Wie erwähnt, handelt es sich nicht nur um die Akzessorien wie Schal, Mütze, Handschuhe und Socken für den Wintersport. Heute mochte ich von den ganz besonders schönen und eleganten Kostümen, Kleidern und Mänteln sprechen, die, aus neuartiger Wolle und nach genauem Schnitt gearbeitet, zu den unentbehrlichsten Bestandteilen unserer Garderobe zu zählen beginnen. Es ist gar nicht notwendig, Modezeitschriften zu studieren. Es genügt, sich im Kopf ein Bild dessen zu machen, was man ungefähr herstellen will und eine einigermassen geschickte Schneiderin liefert uns dann das Schnittmuster, nach dem wir uns beim Stricken der einzelnen Teile zu richten haben, um die schönsten, genau passenden Mäntel. Kostüme und Jacken herzustellen. Empfehlenswert ist es, dauerhafte, gute, nicht allzudünne Wolle zu kaufen, möglichst die mit Lastexfaden gesponnene, die uns die Garantie bietet, dass der Rock durch das Sitzen im Rücken und an den Knien nicht ^.unnötige' Ausbuchtungen - erhält, dass- der Rückenteil nicht vorzeitige Falten bekommt und der Rock nicht zipft. Die gestrickten Wolljacken und Mäntel werden mW Naturseide gefüttert, die ebenfalls mit Lastexfaden gewebt ist. der übrigens in Frankreich als filscaoutchouc bekannt ist. Die Ursache ist leicht begreiflich : auch das Futter schmiegt sich dem Körper bei jeder Bewegung an und die unerfreulichen Risse unterm Arm und das Krachen der Nähte haben ein Ende ! Pelerinen können doppelseitig gestrickt werden, aus verschiedenfarbiger, natürlich dünnerer Wolle, so dass sie dann beiderseitig verwendbar sind. Sehr schön in der klassischen Farbenzusammenstellung von Dunkelblau und Rot. Ein selbständiges Kleidungsstück, das ebensogut zum Tweed- wie zum Samtkleid oder zum Wollkostüm getragen werden kann, vorausgesetzt, dass man stets darauf achtet, dass die etwa verwendete dritte Farbe zu Blau-Rot passt. Die Pelerinen von heuer sind nicht rundgeschnitten, sie verengen sich von der Schulter abwärts, so dass die Trägerin manchmal wie vermummt aussieht. Aber das ist ganz £a&des Strickens «teichgülti£, denn die Herrgötter der rue de la Paix haben es einmal so bestimmt. Ganze Strickkleider mit Raglanärmeln, mit sehr schönen und wichtigen Ledergürteln und Holz- oder Metallknöpfen sind das gewisse Etwas, das uns heuer von jenen unterscheidet, die uns mit fabrlkmässig gestrickten Dutzendkostümen blenden wollen. Kleider jeder Art, jeder Farbe und Qualität, durchwegs handgestrickt, sind heute in den bedeutendsten Modeateliers der Weit zu sehen und selbstverständlich auch in allen Modezeitschriften, in denen wir einfach auswählen können, was uns in jeder Hinsicht ent* spricht und was wir, von der Schneiderin unterstützt, auf Grund des von ihr gelieferten Schnittmusters selbst anfertigen können. Von Sweatern sei heute nicht berichtet, darüber wurde schon allzuviel gesprochen. Heute würde ich Sie gerne überreden, sich solch ein Kostüm, eine solche Pelerine oder eines der beneidenswerten Kleider zu stricken, die man eigentlich haben müsste, wenn man wirklich elegant angezogen sein will. Bei einigermassen intensivem Fleiss müsste ein solches Gewand in etwa vierzehn Tagen fertig sein, Und mindestens ebensoviel Monate, wenn nicht Jahre, wird es Ihnen schwerfallen, sich davon zu trennen, p. tDas Spoxikostänt Vielleicht wird hie und da eine Leserin einwenden, dass sie keinen Sport betreibt und es für sie daher keine zwingende Notwendigkeit ist, sich in diesem Zwecke ein Kleid anzuschaffen. Darauf kann man ihr die Frage vorlegen : « Machen Sie keine Besorgungen, keine Spaziergänge ?» Nun das Gehen ist doch ein Sport und nicht der wertloseste von allen. Es lebe das «Footing», wie es der Engländer nennt, das uns schlank erhält, ohne dass wir uns beim Essen kasteien müssen, und wenn man noch dazu ein fesches Sportkostüm vor dem Gatten als unerlässliche Garderobenummer hinstellen kann, wird gewlss keine Frau mehr behaupten wollen, dass sie keinen Sport treibt. Für den mehr oder weniger langen Fussmärsch, der zur Erhaltung der Linie und einer frischen Gesichtsfarbe unbedingt notwendig ist, gehört ein praktisches Kostüm aus Tweed mit einem halblangen Cape, Schuhe mit nicht zu hohen Absätzen, ein Filzhut ä la Tyrolienne und weiche Wild-' lederhandschuhe. Das Ist sportlich und elegant zugleich und es gibt Frauen, denen diese einfache Tracht besser steht als Lame oder Samt. Jedenfalls ist sie jugendlich und das ist schon ein Punkt für sie. Man kann einfarbiges Braun wählen, womit dann Hut, Schuhe, Tasche und Handschuhe harmonieren können. Holzclips bilden den Verschluss, der Pelz ist ebenfalls braun, Biber und Astrachan und diese Symphonie in Braun trägt ein sehr elegantes Cachet. Die Blusen, die dazu getragen werden können, sind Legion. Weiche, zarte Angoräblusen sind schön warm und in hellen Tönen, blau, rosa, gelb, grün, sind sie sehr kleidsam. Dicker CrSpe-Marocain in Spagatfarbe, waschbarer CrSpe-Satin in Kreidefarbe sind ebenfalls schick, eine tangofarbene Bluse aus Matelasse" wird die ganze winterlich düstere Umgebung aufhellen. Wie man sieht, fehlt es nicht an Auswahl. Die Westen bilden auch ein ergiebiges Kapitel. Das Gilet aus flachem Pelz ist eine der Neuheiten des Winters und für kalte Tage sehr zu empfehlen. Wer sehr schick ist, trägt die Toque aus dem gleichen Pelz, eventuell sind sogar die Manschetten der Handschuhe daraus. Geschorenes Lamm, in Beige oder Braun, ist sehr geeignet dafür. Entrüsten Sie sich nicht, liebe Leserinnen, und werfen Sie mir nicht vor, dass man Sie zu Ausgaben verleite, sagen Sie vor allem nicht wegwerfend «für ein blosses Sportkostüm ». Dieses Kostüm wird sich bezahlt machen. Es ist ein vortreffliches Alltagskostüm, ein Reisekostüm, wenn Sie zum Wintersport fahren. Wenn sie den Pelz herunternehmen, können Sie es im .Frühjahr weiter tragen und wenn der nächste Herbst Sie Überrumpelt, haben Sie gleich ein wärmeres Kostüm, das sie davor bewahren wird, überstürzte und später bereute Anschaffungen zu machen. Tttae Tuest tüftet den ScMeiet Mae West, die für Hollywood und die amerikanische Welt die Reize der vollerblühten Frau erschlossen hat und die — wenigstens in ihren Filmen — unwiderstehlich ist, und stets weiss, wie man den Mann am sichersten und dauerhaftesten erobert, hat sich jetzt zum Thema « Wie fessele ich den Mann? » geäussert. Hier ihre weisen Ratschläge: /. Sei immer zur Stelle, bringe dich unauf' fällig, aber regelmässig in die Gesellschaft der Auserkorenen. 2. Verbirg nicht, dass dein Herz leicht Feuer fangt — aber die Brandfackel lass ihn werfen. 3. Sei hübsch! Eroberung auf den ersten Blick spart viel Zeit und Mühe. 4. Sei einfach, versuche nicht zu blaffen. Rede, wie dir der Schnabel gewachsen ist. 5. Sei unterhaltend! Der schnellste Weg zum Standesamt führt über des Mannes Eitelkeit. Er will eine kluge Frau haben. 6. Sei ganz Frau in deinen Kleidern und Angewohnheiten. Trinke nicht und rauche nicht. 7. Sei auf dem Posten, verstehe rasch, frage nicht zu viel: Wie? Weshalb? Warum? 8. Sei gesellig. Zeig dich oft in Gesellschaft und beweise ihm, dass dich alle deine Freunde schätzen. 9. Sei jeden Tag anders, damit er nicht denkt, er kennt dich in- und auswendig. 10. Denk aber nicht immer nur an ihn, denk auch an dich. Bei Tftanti, de% die Siwis uwt