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E_1935_Zeitung_Nr.004

E_1935_Zeitung_Nr.004

Fahrzeuge dekretiert und

Fahrzeuge dekretiert und heute fährt gewiss mehr als die Hälfte der deutschen Motorfahrzeugbesifzer bereits steuerfrei. Aufschwung, dm motorisierten' Strassenverkehr, gleicher Aufschwung aber auch in der einschlägigen Industrie, im Autogewerbe und nächstliegenden Berufsgruppen. Das ist ein sehr .zufriedenstellendes Schlussresultat, nicht nur für das abgelaufene Jahr, sondern für die neuen, verkehrsfördernden Massnahmen überhaupt, deren Auswirkung übrigens in den folgenden Jahren weiterhin wohltuend zu verspüren sein wird. Unsere Statistik reicht noch nicht so weit. Es genügt aber auch, wenn wir uns mit der Zeitspanne zwischen 1931 und 1933 befassen. Sie ist mindestens so lehrreich, wie es die Schlussresultate für 1934 sein werden, wenigstens für diejenigen, welche aus den Zahlen wirklich etwas herauslesen wollen. Der schweizerische Bestand an Motorfahrzeugen kann sich in einem nämlichen Zeitraum weder einer mehr als hundertprozentigen Zunahme in einer der drei Fahrzeuggruppen, noch, überhaupt einer durchgehenden Steigerung rühmen. Von 65 106 Personenautos ging es knapp auf 67 583 bis Ende 1933. Die Lastwagen wiesen mit 18 258 Einheiten gegenüber 17 195 anno 1931 ebenfalls eine verlangsamte Zunahme auf. Die Motorräder aber sanken von 46875 auf 31432! Wer aus diesen beiden Zahlenreihen aus Deutschland und der Schweiz, die eine gerade entgegengesetzte Richtung einschlagen, nicht etwas herauszubuchstabieren in der. Lage ist, bei dem ist nun einmal Hopfen und Malz verloren. Und das scheint leider weitherum bei uns der Fall zu sein. Bei der Neuordnung der kantonalen Verkehrssteueransätze will sich niemand nach dem Kanton mit den niedrigsten Abgaben richten. Alles weist pharisäerhaft auf den Kanton mit den höchsten Steuern hin, wirft sich in die Brust und beschönigt jede Mehrbelastung mit dem Hinweis darauf, dass die oberste Grenze, die der Kanton Tessin einnimmt, trotz alledetn noch nicht erreicht sei! Ueberall ist man bereit, das schlechte Beispiel nachzuahmen, niemand denkt ans Sparen oder an eine Steuerentlastung. Ein jedes Entgegenkommen muss bei uns auf der anderen Seite wieder bezahlt werden. Das jüngste Beispiel hiefür ist Graubünden. Es hat seine Grundtaxe bis 5 PS von Fr. 100.— um Fr. 50.— erhöht. Allerdings wurden gleichzeitig die Grenzen für die höheren Zuschläge stark herabgesetzt. So gilt die Zusatzsteuer für jede weitere Steuer- PS von Fr. 20.— nicht mehr bis 18, sondern nur mehr bis zu 13 PS. Gleichzeitig wurde, und das sei lobend hervorgehoben, die Wechselnummer für zwei Personenwagen eingeführt, wobei für das zweite Fahrzeug nurmehr 10 Prozent der Steuer auf den höheren Wagen entrichtet werden muss. Dazu kommt endlich auch die Steuerreduktion für ältere Maschinen. Alle Fahrzeuge, für die nach dem 1. Januar 1933 vier volle Jahressteuern entrichtet wurden, gemessen in den folgenden Jahren einen Rabatt von 20 Pro- zent. Damit wäre in einem weiteren Kanton dem Prinzip der Steuererleichterung für ältere Fahrzeuge zum Durchbruch verholfen. Wie aber weiter oben bereits erwähnt wurde, musste dieser bescheidene Fortschritt mit einem weiteren tiefen Griff in die Börse jedes einzelnen Automobilisten erkauft werden. Auf diese Weise kommen wir einfach nie vom Fleck. Denn jeder Fortschritt, der durch eine gleichzeitige anderweitige Erschwerung bezahlt werden muss, wird doch durch diese wiederum aufgehoben, und das unterliess nicht, sich zu verneigen, wenn er wieder aufstand, um in sein Haus zurückzukehren. Aber eines Morgens, lange vor der Ernte, stand der Hafer nicht mehr da. Jürgen konnte von der Schwelle seines Hauses das grüne Feld sehen, und wenn er den ersten oder den letzten Fuss auf die Schwelle setzte, pflegte er nicht nach dem Strom zu blicken oder zum Himmel über dem Moor, wo die dunstigen Wolken immer zuerst aufzogen, sondern nach der Lichtung im Hochwald, von der das einzige Grün in der ganzen Runde schimmerte. Und eines Morgens war das einzige Grün erloschen. Er rieb sich nicht die Augen, er lief auch nicht, er rief auch nicht nach Marte. Langsam, mit müden Knien, ging er den Steig zum Acker, am Schuppen vorbei, vor dem das Eisen gelegen hatte, am Zaun entlang, wo er die Spur des Fremden damals gesehen hatte, über die vertrocknete Wiese .zur schief hängenden Birke an der Waldeeke. Seine Augen gingen mit seinen Stiefeln .mit, den schweren, hohen Wasserstiefeln, deren Leder rötlich schimmerte von der täglichen Nässe. Am Stein erst blieb: er stehen und sah langsam auf. Der Hafer war geschnitten, "mit Sicheln, dicht über der Erde. Er sah es : an der UnFegelmässigkeit der Stoppeln. Hier und da lag ein verstreuter Halm, der sich Auto AUTOMOBIL-REVUE Das Aufkommen an deutschen Kraftfahrzeugsteuern. Trotz der Ablösung und der Steuerbefreiung neuer Personenwagen hält sich das Steueraufkommen auf guter Höhe, wobei man allerdings heute schon mit zukünftigen Resultat ist das, dass wir ständig an Ort treten! Da beschämt uns einmal mehr Italien mit einer Neujahrsbotschaft, die für uns wie eine Erzählung aus Tausendundeiner Nacht klingt. Auch dort wird im Zuge der bisherigen, den Motorfahrzeugverkehr fördernden' Massnähmen, die Wechselnummer für zwei Fahrzeuge eingeführt. Es ist aber keinerlei Steuerzuschlag für den zweiten Wagen vorgese-* hen. Die Taxe wird'nur für das stärkere der beiden Automobile berechnet. Einzige Bedingung ist die, dass dieses wenigstens 18 Steuer- PS zu verzeichnen hat. Wie erinnerlich haben einige wenige Kantone, so vor Graubünden auch Solothurn, die Kollektivnummer für zwei Wagen, die in gleichem Privatbesitz sind, anerkannt. Aber in keinem einzigen Falle konnte sich der Fiskus des Versuches enthalten, seine. Finger doch noch nach dem zweiten Fahrzeug auszustrecken und es mit einem Steuerzuschlage zu belangen. Es bestätigt sich eben auch hier, dass unsere kantonalen Verwaltungen nicht imstande sind, eine Massnahme, die offenbar auch von ihnen als richtig anerkannt wird, ohne Zaudern und konsequent durchzuführen. Immer müssen wieder Konzessionen an den alten Krämergeist gemacht werden. Weiterhin wird die Automobilsteuer in Italien nach oben begrenzt, indem für Personenwagen und gewisse Omnibusse höchstens der Betrag für 30 Steuer-PS gefordert werden darf. Diese Massnahme kommt nun allerdings nur einer beschränkten Zahl von Besitzern und hauptsächlich den bestsituierten zugute. Sie ist aber doch typisch für den Qeist, der aus all den staatlichen Verfügungen in der Morgenschwüle schon krümmte und ; bräunte. Sonst lag das Feld wie das Gesicht eines Erschlagenen, mit offenen Augen, Schatten in den grauen Falten, Schmerz um den verzogenen Mund. , .« Er setzte sich auf den kühlen Stein ttnd blickte in das erschlagene Gesicht. Zorn und Hass schliefen noch in seiner schweren Seele. ; Ueberlegungen schliefen noch, wer es gewesen sein könnte. Er hatte einen Schlag empfangen, aus dem Hinterhalt, und sein Blut stürzte in ihn hinein. Wie Regen von den Aesten eines Baumes, den die Axt an der Wurzel trifft. Matte, verfliessende Bilder standen auf und schoben sich vor seinen Augen: das weisse Tuch, in das er das Kind gehüllt hatte, das Pferd, dem er die Haferkörner in die Krippe schüttete, das Kruzifix, das er mit den Händen gerade bog, die Axt, die sie ihm heimlich angesägt hatten. Aber hinter allen Bildern, die wie Nebel über dem Strom vorüberzogen, lag unbeweglich das Gesicht des Feldes. Und dann wusste er es plötzlich: dass es nicht der Diebstahl war noch der Verlust einer Ernte, sondern dass sie gemäht hatten, bevor es Zeit war. Dass es dasselbe war wie mit dem Kind. Dass sie den Hafer aus der Muttererde gerissen hatten, wie das Wasser sein Kind aus dem Mutterleib gerissen hatte. Dass sie nicht gestohlen, sondern gemordet hatten. ET stand' auf und umschrüt~das F.elxLin. « Seht, Leute, das Mütterchen dort mit der Markttasche will vorzeitig in den Himmel. Sie geht ausgerechnet beim roten Lichtsignal über den Platz! Jim (populärer Uebername für den Verkehrspolizisten) geh' und hilf ihr! •» Oder: «Ich wünsche allen ein recht schönes Weihnachtsfest, aber zu Hause, im schnellern Rückgängen rechnet, und zwar je mehr alte, steuerpflichtige Wagen ausscheiden. Das Aufkommen in den ersten 8 Mo- gemütlich.» Dann ertönt die folgende Er- Krankenhause feiert es sich nicht so naten des laufenden Rechnungsjahres, d.h. mahnung: « Wenn ihr das Fest mit Alkohol von April bis November 1934, betrug 102,9 feiern wollt, dann lasst eure Wagen zu Mill. Rm., oder 12,8 MM. im Monatsdurchschnitt. In der gleichen Periode des Vor- geht auch nicht zu Fuss, sondern ruft einen Hause. Wenn ihr einen sitzen habt, dann jahres waren es 169,4 Müh, abzüglich Ablösung von 53,8 MUL Rm. oder monatsdurchgen! » Nach den bisherigen Erfahrungen Taxi, der wird euch sicher nach Hause brinschnittlich 14,5 Mill. Die entsprechenden scheint es, dass diese Art der Verkehrserziehung den besten Erfolg von allen bisher ausprobierten Methoden ergibt. Ziffern für 1932 lauten im Monatsdurchschnitt auf 15,8 Mill., 1931: 18,1 und 1930 auf 18,6 Mill. Rm. Verkehrserziehung durch Lautsprecher. In Detroit hat kürzlich eine neuartige Verkehrserziehung eingesetzt. Beamte der Sicherheitskommission postieren sich auf erhöhten Beobachtungsposten, von wo aus sie besonders verkehrsreiche Plätze gut überblicken können. Mittels Lautsprecher Werden nun Kurzreferate über die wichtigsten Verkehrsregeln gehalten und zwischenhinein Strassenbenützer aller Art, welche gerade eine Vorschrift missachten, in flagranti be-, lehrt. Dies geschieht in humorvoller Weise, wobei die betreffenden Personen direkt angesprochen werden. Hier einige Beisipele: istischer Aufschwung der amerikanischen Automobilindustrie ? Nunmehr hat die amerikanische Automobilindustrie die Herstellung der neuen Wagenmodelle 1935 aufgenommen. Nach zuverlässigen Schätzungen sollen die drei Grossbetriebe General Motors, Chrysler und Ford im Monat Januar wenigstens 275 000 Wagen fabrizieren bei einer Produktionsquote von 300 000 Fahrzeugen der gesamten amerikanischen Automobilindustrie. Als Vergleichswerte sei auf die Januarproduktionen der Landes fördern, da diese mit Hilfe der kleinen Wagen, die billig in Steuer und Betrieb sind, wohl die raschesten Fortschritte machen kann. Bei uns wird die Grundtaxe möglichst noch erhöht und auf diese Weise der kleine Wagen prozentual noch mehr belastet, als dies bis heute der Fall war. Wenn man diese systematische Unterstützung des Kraftfahrwesens in unseren Nachbarstaaten beobachtet und sie mit den jüngsten in verschiedenen Kantonen getroffenen Massnahmen vergleicht, so kommt man leider, bei allem Verständnis für die staatlichen Geldbedürfnisse, nicht um die Feststellung herum, dass bei uns recht willkürlich und ohne Einhaltung irgendeiner logischen Richtlinie vorgegangen wird. Dabei treibt leider die kantonale Selbstherrlichkeit wiederum die betrüblichsten Blüten! Die» neue deutsche Verordnung Ober den internationalen Kraftwagenverkehr, welche in unserm Blatt bereits unter dem .Hinweis bekanntgegeben wurde, dass .dieses an. der bestehenden deutsch-schweizerischen Vereinbarung nichts ändere, ist nunmehr Gegenstand eines Rundschreibens des eidg. Justizund Polizeidepartementes an die Kantone. Ihm entnehmen wir noch die nachstehenden Der Autoreiseverkehr nach Deutschland ist Vorjahre hingewiesen: 1934: 156 900, 1933: verhältnismässig noch bescheiden. Nach der 130 000, 1932: 119 300, 1931: 171800, 1930: neuesten Statistik, welche die Zeit vom 1. 273 200 und 1929: 399 000 Wagen. Juli 1933 bis 30. Juni 1934 umfasst, sind 121,902 ausländische Motorfahrzeuge zu vorübergehendem Aufenthalt eingereist. Davon spricht, die sich mit dem Motorfahrzeug befassen: der Staat will in keinem Fall über busse 8410 Lastwagen und 9647 Motorräder. waren 103 845 Personenwagen und Omni- ein als erträglich angesehenes Mass hinausgehen und dabei auch beim Reichen nicht ser. da jedes Motorfahrzeug nur einmal, und Die Zahl der Einreisen war natürlich grös- den Machtstandpunkt herauskehren, der leider in fälschlicher Weise bei uns verallge- Gebiet, statistisch erfasst wurde, während zwar beim ersten Uebertritt auf deutsches meinert wird und als Weisheit letzter Schluss doch ein grösseres Kontineent dieser Verkehrsmittel zweimal und öfters die Grenze stets die Entschuldigung zur Hand hat: «Die händs und vermögeds!» überschritten haben dürften D'e grosse Zahl Zur weiteren Förderung des' Kleinwagenverkehrs wird in Erneuerung eines.nunmehr Fahrzeuge), deutet darauf hin, dass es sich der Personenwagen (85,2 % al'er erfassten abgelaufenen Dekretes bestimmt, dass Automobile bis zu 12 Steuer-PS und in der Preissch^n Verkehr handelt zum überwiegender! Teil um autotouristilage von nicht über 12,000 Lire im ersten Unter den ausländischen Gästen waren dte Jahre ihrer Inbetriebnahme neun Monate Holländer mit 46.233 Fahrzeugen am stärksten vertreten. An zweiter Stelle fo!e°n die steuerfrei sind. Voraussetzung: die Fahrzeuge müssen fabrikneu sein. Damit will man Schweizer mit 21 451 einreisenden Waren. nicht nur die inländische Industrie kräftig Dann kommen in grossem Abstand die unterstützen (ein Problem, das unseren Landesvätern bisher nicht sehr zu schaffen rnit 83?2 und die Oesterre'cher mit 6447 Tschechoslowaken mit 9339 d'e Franzosen machte), sondern die Automobilisierung" des Grenzübertritten. D'e neu°rlassprie Verordnung, wonach grundsätzlich terter ausländische 4usweis für Führer und Fahrzeug anerkannt, also die internationalen Papiere Oberf'flssi.s: werden, wird den Zustrom an fremden Autogästen im kommenden Jahr bestimmt ganz wesentlich fördern. Ganz sicher kann auch mit einer weiteren Zu? nähme der Autotouristik mit der Inbetriebnahme der ersten Strecken des Netzes der immer grösseren Kreisen. Ein fand ein paar Halme zwischen Feld und Strom und wusste, dass sie mit Kähnen gekommen waren, weil es keine Spuren gab. Er sah Marte vom Hause kommen und ging ihr entgegen. Sie weinte, .lautlos, ohne die Tränen abzuwischen,, ohne ein Wort. Sie gingen zusammen zurück, bis zur Fähre, und blickten von dort nach dem grauen Dorf hinüber. Die Ziehbrunnen schnitten wie Galgen in den dunstigen Himmel. Ein Wagen fuhr die Dorfstrasse hinunter, dem Walde zu, und eine gelbe Staubsäule stand hinter ihm auf, mit leise mahlenden Rändern, und ging hinter ihm her wie ein Gespenst. An diesem Abend, als die matten Sterne schon aufgezogen waren und Jürgen auf dem Wasser war, ging Marte zum erstenmal zu Mac Leans Hütte. Sie ging bis zum Kiefernbusch, von wo sie das Licht in dem kleinen Fenster sehen konnte, und kniete dort in der flachen Mulde zwischen den niedrigen Stämmen, in der es nach Harz roch und in der die Glut des ganzen Tages unbeweglich stand. Sie kniete mit gefalteten Händen, und ihre Lippen bewegten sich, ohne dass sie von den Worten wusste, die sie sprach. Und .nach einer halben. Stunde stand sie auf und ging langsam denselben Weg zurück. Noch viele Male ging sie in diesem Sommer denselben Weg bis zum Kiefernbusch, und jedesmal -kehrte sie -um, mit; zerschlagenen Ausführungen: «Das Deutsche Reich hat am 12. November 1934 eine neue Verordnung über internationalen Krtftfahrzeugverkehr erlassen, in der u. a. vorgeschrieben wird, dass ausländische Motorfahrzeuge, für die nur die nationalen Ausweise beigebracht werden.- zur Führung eines länglichrunden Kennzeichens — einer sog. Zollnunamer — verpflichtet sind, das von den deutschen ZollsteJlen gegen Entrichtung einer Gebühr abgegeben wird. Auf Grund einer Note des Deutschen Auswärtigen Amtes bringen wir zur Kenntnis, dass die durch Notenaustausch vom 15./17. Oktober 1932 getroffene schweizerisch-deutsche Vereinbarung über den Verzicht auf die internationalen Ausweise durch die genannte Verordnung nicht geändert wird. Demnach können die schweizerischen Motorfahrzeugführer auf Grund ihrer schweizerischen Fahrzeug- und Führerausweise auch in Zukunft in Deutschland verkehren, wenn ihr Fahrzeug neben dem schweizerischen Kontrollschild mit dem Unterscheidungszeichen im Sinn» von Art. 5 des internationalen Abkommens vom 24. April 1926 über Kraftfahrzeugverkehr (CH-Zeichen) versehen ist. Von der Führung der sog. Zollnummer und den damit verbundenen Gebühren bleiben die vorübergehend in Deutschland verkehrenden schweizerischen Motorfahrzeuge auch weiterhin befreit.» Tourismus 1935 - N° 4 Reichsautobahnen gerechnet werden, deren Uebergabe an den Verkehr eine ganz besondere Attraktion für den Autoreisenden bedeuten wird. Hoffentlich geht diese Entwicklung: nicht auf Kosten unserer eigenen Autotouristik für d-eren Förderung, wenigstens was den Strassenbau anbetrifft, der Bund leider wenig Verständnis zeigt. ß Gliedern, die ihr geschändet erschienen von dem Knien vor dem matten Licht, das aus den Fenstern der Hütte fiel. Der Gendarm kam, durchsuchte das ganze Dorf, fand nichts als lächelnde Gesichter, trank einen Bärenfang im Fährhaus und fuhr mit bekümmertem Kopfschütteln davon. Seit Jürgen den Acker verloren hatte, waren Tag und Nacht schwerer zu tragen als sonst Es war ihm, als lebe er für nichts und als sei er eine der tauben Aehren, die zu Tausenden auf den verbrannten Feldern hingen. Wenn er um die Abendzeit den Strom heraufgefahren kam, sassen die Kinder der beiden Dörfer wie sonst an den Ufern, aber sie sangen nicht mehr. Er verlockte sie, in-; dem er den Spottvers aus früheren Tagen ieise vor sich hinpfiff. Aber sie antworteten nicht. Grau und schweigend hockten sie über dem Schilf der Uier und starrten zu ihm hinüber, als warteten sie auf etwas. Aber er-verstand nicht, worauf sie warteten. Bis eines Mittags, als sie beim Essen sassen, der Hund den Kopf hob und die Tür sich leise öffnete. Ein Junge stand draussen, dessen weisser Scheitel nicht bis zum Drükker reichte, barfuss, mit einem grauen Ger sieht, und starrte : aus grossen, unbeweglichen Augen auf die Fischsuppe, die aus der Schüssel dampfte. (Fortsetzung im fAutler-Felerabend».)

N« 4 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Der italienische Automobilsportkalender 1935. Wenn auch die Tatsache nicht abzustreiten ist, dass Italien im Verlaufe der letzten Saison deutlich von seiner Vormachtstellung im internationalen Automobilsport abgedrängt worden ist, so dürfen anderseits unsere südlichen Nachbarn nach wie vor den Ruhm für sich beanspruchen, autosportlich die grösste Aktivität in Europa zu entwickeln. Italien besitzt am meisten hervorragende Fahrer, die grösste Anzahl von Rennvereinigungeri, es verfügt über weitaus am meisten eigene Rennwagen und schliesslich ist die Zähl der jedes Jahr zur Austragung kommenden Veranstaltungen ganz erstaunlich gross. Diese Feststellung muss wieder in die Augen springen, wenn man den neuen italienischen Sportkalender für das Jahr 1935 durchsieht, der vor wenigen Tagen vom R. A. C. I. veröffentlicht wurde. Insgesamt werden in Italien von den verschiedenen Sektionen des Gesamtclubs im Verlaufe des neuen Jahres 76 Veranstaltungen durchgeführt. Natürlich können diese Anlässe nicht alle ein internationales Interesse beanspruchen. In der Tat sind allein 42 von diesen Konkurrenzen touristischer Natur — Sternfahrten, kombinierte Auto-Skifahrten, grosse Tourenfahrten usw. Stärksten Eindruck muss jedoch die Zahl der in Italien zur Durchführung kommenden Schnelligkeitrennen erwecken: Es sind nicht weniger als 26 Rennen! Gegenüber dem Jahre 1934 ist eine Zunahme dieser Renngattung in Italien um vier Anlässe zu konstatieren. Für 29 grössere Veranstaltungen irn italienischen Autosportkalender sind insgesamt 2,058,000 Lire an Preisen ausgesetzt, gegenüber 1.894,154 Lire im Jahre 1934 und 1,686,820 vor 2 Jahren. Von diesen 29 grösseren Anlässen sind 13 international ausgeschriebene Schnelligkeitsrennen, 13 weitere nationale Geschwindigkeitsveranstaltungen und schliesslich 3 Regelmässigkeitsprüfungen. Der neue Kalender hat gegenüber dem Jahre 1934 verschiedene Aenderungen erfahren. So ist, wie bereits in der letzten Nummer kurz gemeldet wurde, die II. Italien- Rundfahrt um die « Coppa d'Oro del Duce » wieder abgesagt worden, trotzdem sie bereits in den internationalen Sportkalender aufgenommen war. Noch nie hatte Italien eine Veranstaltung von den Ausmassen dieser Rundfahrt erlebt, die äusschliesslich für. Serienwagen reserviert war. Viele Monate vorher schon wurde die Werbetrommel gerührt. Um so mehr fällt nun die plötzliche Absage auf, die auf finanzielle Schwierigkeiten zurückzuführen sein soll. Ferner ist auch der Grosse Königspreis von Rom, der gleichfalls bereits international ausgeschrieben war, wieder abgesagt worden, nachdem dieses Rennen bekanntlich schon letztes Jahr nicht zur Durchführung gekommen war. Der Grund dazu soll im Mangel an einer geeigneten Schnelligkeitsrundstrecke in der unmittelbaren Nähe der ewigen Stadt zu surfen sein. Nicht wiederholt werden ferner die bekannten Bergrennen Parma-Poggjo di Perceto und auf die «Colli Torrinesi». Anderseits enthält der italienische Sportkalender 5 neue Veranstaltungen und 3 nach Jahren neu erstehende Konkurrenzen. Aeusserst bemerkenswert ist die Popularität, die in Italien mit einem Schlage die Stadtrundstreckenrennen geniessen. Biella, Modena und Neapel haben bekanntlich den Anfang gemacht, und nun werden gleich in Bergamo, Turin, Triest, Varese und Como solche nationale Rennen zur Durchführung kommen. Diese neue Renngattung hat also seit dem Grossen Preis von Monte Carlo in aller Welt gewaltig Schule gemacht. Die dieses Jahr national organisierten Rennen von Biella und Neapel werden 1935 international ausgefahren. Die folgenden drei Rennen sind nach längerer Pause wieder erstanden : Die Coppa Bianchi auf der Rundstrecke von Sila sowie die Bergrennen Susa-Moncenesio und Pontedecimo-Giovi. Selbstverständlich enthält der italienische Sportkalender auch neuerdings die klassischen grossen Rennen, so das Rundstreckenrennen von Tripolis, die Targa Florio, deren Namen nun in «Madonie-Rundstreckenrennen» abgeändert wurde, das Rundstrekkenrennen von Alessandria, die Coppa Ciano, die Coppa Acerbo, das 24-Stunden-'Rennen von Pescara, das Stilfserjoch-Rennen und der Grosse Preis von Italien in Monza. Bei ^dieser Gelegenheit mag die Feststellung von Interesse sein, dass trotz den Hoffnungen der Organisatoren des Grossen Preises von Montreux, das Rennen von Alessandria nicht verschoben worden ist. Die beiden Anlässe fallen nun zeitlich zusammen, so dass- die Veranstalter von Montreux gut beraten stein werden, wenn sie sich zur rechten Zeit ihre Fahrer sichern. Denn Alessandria ist keine harmlose Konkurrenz! Die bekannte italienische Automeisterschaft wird in 10 Rennen ausgetragen. Nachdem 1934 bloss 5 Rennen für das Championat galten, ist die Zahl in diesem Jahre somit beträchtlich erhöht worden. Die Meisterschaft der italienischen Dilettanten wird ebenfalls in 10 Läufen ausgetragen, und die Sportwagenmeisterschaft in 8 Rennen. Zur Einleitung der internationalen Saison wird die Mille Miglia organisiert werden, die dieses Jahr durch den Ausfall der Italien-Rundfahrt ihre unvergleichliche Bedeutung der frühern Jahre zurückerhalten wird. Während sie 1934 nur für Sportwagen reserviert blieb, wird das neue Reglement voraussichtlich wieder die Tourenwagen in die grosse Konkurrenz einbeziehen. Wir veröffentlichen im Folgenden im Auszug den italienischen Sportkalender des Jahres 1935: 17.—19. März: 3. Winteralpenfahrt 14. April: 9. Mille Miglia. 28. April: 26. Madonie-Rundstreckenrennen (Frühlingsrennen in Sizilien). 9. Mai: Internationale 'Sternfahrt nach Tripolis. 12. Mai: Grosser Preis von Tripolis 19. Mai: Rundstreckenrennen in Bergamo. 19. Mai: Bergrennen in Bozen. 26. Mai: Rundstreckenrennen von Turin. 26. Mai: Rundstreckenrennen um die Coppa d'Ascoli. 2. Juni:: XI. Rundstreckenrennen in Alessandria. 16. Juni: Rundstreckenrennen von Biella. 16. Juni: «Targa d'Oro del Vesuvlo>. 20. Juni Stadtrundstreckenrennen von Triest. 23. Juni: Bergrennen von Varese-Campo del Fiori. 30. Stadtrundstreckenrennen von Varese. 7 Juli: Bergrennen Susa-Moncenesio, 12. Juli: Nationale Sternfahrt. 28. Juli: Coppa Bianchi. 4. August: Coppa Ciano. 11. August: 24-Stundenrennen von Pescara. 15. August: Coppa Acerbo. 25. August: Bergrennen Pontedecimo-Giovi. 1. September: Stilfserjochrennen. 8. September: Grosser Preis von Italien. 15. September: 4. Rundstreckenrennen von Modena. 29. 'September: Rennen Como-Lieto Colle. 13. Oktober: Rundstreckenrennen von Neapel. Für die italienische Automobilmeisterschaft 1935 gelten die folgenden Rennen: Madonie-Rundstreckenrennen. Rundstreckenrennen von