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E_1935_Zeitung_Nr.007

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1935 — N c 7 genden Kanal 3. Der im Bild vor dem Motor sichtbare Behälter dient zum Ausgleich des Kühlsystem-Wasservorrates. Der Brennstoff ist in eineta seitlich cL~ Rahmens angeordneten 180-Liter-Tank untergebracht, von wo er durch elektrische Pumpen zu den Vergasern gefördert wird. Die Bremsbetätigung geschieht durch Kabel unter Verstärkung der Bremskraft durch einen auf das Bremspedal einwirkenden pneumatischen Servo-Apparat. Zur Befestigung der neuen breiten Karosserie wurde seitlich am Chassisrahmen ein Stahlrohrskelett angebracht. Ein Stahlrohrgerippe gibt auch der Schwanzflosse den nötigen Halt. Als Angriffspunkte für die Wagenheber dienen die besonderen Muffen 2 und 12, in welche lange Schraubenspindeln eingesetzt werden. Campbell hofft, dass das Beschleunigungsund Bremsvermögen des Wagens gross genug sein werden, um das Zustandekommen der vorgesehenen Rekordgeschwindigkeiten zu ermöglichen. Vom Beschleunigungs- und Bremsvermögen hängt tatsächlich, solange keine längere als die 16-Kilometer-Bahn von Daytona zur Verfügung steht, alles ab. Man könnte zwar meinen, dass auf solchen Strekkenlängen beliebige Höchstgeschwindigkeiten erreichbar seien. In Wirklichkeit rechnet aber Campbell allein schon mit etwa 11 km Beschleunigungsweg. Nach dem Durchlaufen der Rekordstrecke würden dann nur noch rund 4 km übrig bleiben, was zum Abbremsen dieses Ungetüms eine kritisch kurze Wegstrecke bedeutet. -s. Kontrolle des Säureniveaus. Am raschesten lässt sich das Säureniveau der Akkumulatoren-Batterie kontrollieren, indem man ein beidseitig offenes Glasröhrchen durch die Einfüllöffnung einführt und dann, wenn es auf dem oberen Plattenrand aufsteht, mit dem Finger oben verschliesst. Zieht man nun das Röhrchen wieder heraus, so wird die Säure in ihm annähernd gleich hoch stehen wie über den Platten. -y- Beim Entrussen von Leichtmetallkolben soll die glatte Oberfläche des Kolbenbodens möglichst wenig zerkratzt werden. Je besser die Politur des Kolbenbodens ist, umso weniger schnell setzt sich von neuem Russ an. Mit den üblichen Schabinstrumenten lässt sich die gewünschte Glätte nur schwer erzielen. Viel geeigneter ist zu diesem Zweck die Verwendung ganz feiner Stahlwolle, wie Sie bestellen am besten -Ersatzteile bei ms Nur Originalteile, grösstes Lager Bestellung prompt v. 7 Uhr bis 22 Uhr Th.Willy, offiz.Fordvertretung, Luzern. Tel.22.235 Seltene Geletfenheit! 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Um nun ein Hineingelangen von Schmirgel oder Paste in das Zylinderinnere zu verhindern, verstopfe man, so gut es geht, den Kanal zwischen Ventil, und Zylinderinneren durch einen Ballen "'Putzwolle oder durch einen Lappen. Zu empfehlen ist es, diesen Lappen mit einer Schnur, die nach aussen geführt ist, festzuhalten, um den Ballen, sollte er unglücklicherweise ganz in das Zylinderinnere gerutscht sein, daran herausziehen zu können. Beim Basteln am Wagen trifft man auf die verschiedensten Schrauben und Muttern, die von den im allgemeinen Maschinenbau gebrauchten in vielen Fällen abweichen. Während im Maschinenbau noch immer das Zollgewinde benutzt wird, wiegt im Automobilbau das metrische Gewindesystem vor. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass auch bei dem metrischen System keine völlige Uebereinstimmung herrscht, indem einige Firmen das Gewinde nach den DJ- Normen, andere Firmen das Gewinde nach dem sogenannten « Systeme Internationale •» (SJ-System) benutzen. Die Gewinde sehen sich bei flüchtiger Betrachtung sehr ähnlich, man würde aber, wenn man Muttern und Gewindebolzen aus verschiedenem System mit Gewalt ineinanderschrauben wollte, das Gewinde verderben. Wenn also Muttern verloren gegangen und durch neue zu ersetzen sind, so vergewissere man sich auf das sorgfältigste von der Art des Gewindes, indem man die Steigung und den Durchmesser misst, so genau man dieses mit Schublehre oder Mikrometer kann. Eine einwandfreie Prüfung könnte natürlich nur durch das Aufschrauben' von Gewindelehren erfolgen, die anzuschaffen aber zunächst für eine Reparaturwerkstatt zu kostspielig wäre. Dagegen sind die kammartigen Messinstrumente zur Feststellung der Steigung bezw. der einzelnen Gänge schon recht brauchbar und dabei durchaus wohlfeile Hilfsmittel, um gröbere Fehler zu vermeiden. Geht man dann 67-Plätzer PACKARD 8 Zyl., 27 S1.-PS, Modell 1930, in wie neuem, komplettem u. abnahmebereitem Zustande, mit 6- monatiger Garantie, zu Fr. 3200.— zu verkaufen, event. m. Zahlungserleichterung. H. Kessler, Zürich 8, Feldeggstr. 88. Teleph. Nr. 28.122, ausser Geschäftszeit 25.492. Seltene Gelegenheit! Wegen Aufgabe d. Reisefahrten: 1 modern. Car u. Lastwagen kombinierbar, 22-Plätz., 3M Tonnen, neueres Modell, ev. mit mbdernster Aufzugsvorrichtung. 1 Spezial- 8—9-Plätzer Modell 1931, 16 St.-PS, mit Rollverdeck u. allem Komfort; beide Wagen zu annehmbarem Preise. 1 BUICK- Limousine 7-Plätz., m. neu eingeb. Rollverdeck, mechan. u. äusserlich wie neu, nur 1750 Fr. Anfragen unter Chiffre 14693 an die Automobil-Revue. Bern. Automatische i Auflaufbremsen, Westingtiouse-Servo- Onterdrnck- und Westinghouse- Ueberdrnckbremsen montiert In Lastwagen Traktorzüge Anhänger und Sattelschlepper! DENZLER&CO. KMttraktleMwtrkttMte ZOLLBRUOK Sensfirfacfcncslle

1935 AUTOMOBIL-REVUE 11 «•» Anfrage 481. Rechtssehtita. Ende September fuhr ich durch Solothurn. Dort ist, trotz Parkverbot, ein Auto gestanden, so dass ich mit einem Fussgänger kollidierte. Auf meine Frage, ob er verletzt sei, antwortete er verneinend. Die Polizei, die gerade anwesend war, nahm meine Personalien auf und stellte mir eine Bussverfügung von Fr. 22.20 zu, die ich auch beglich. Nun erhalte ich heute nachträglich noch eine Forderung der Versicherung des Angefahrenen im Betrage von Fr. 71.70. Bin ich nun verpflichtet, diese zu zahlen oder kann ich mich dagegen wehren? Ich bin Mitglied eines Rechtsschutzinstituts. Kann ich mich nun wohl, mit Aussicht auf Erfolg, an dieses wenden? Wenn ich etwas von dieser Forderung gea-hnt hätte, würde ich natürlich die Busse nicht bezahlt haben, sondern sie gleich anfechten lassen. Ich will noch beifügen, dass ich im Moment des Unfalles eine Geschwindigkeit hatte, die mir erlaubte, auf etwa 10—15 cm anzuhalten, dass ferner der Angefahrene höchst unvorsichtig mitten auf der Strasse bummeJte. H. G. in L. Antwort: Wir empfehlen Ihnen, den uns geschilderten Vorfall unverzüglich Ihrer Kechtsschutzversicherung anzumelden. Es besteht kein Zweifel, dass es sich um einen Fall handelt, der durch die von Ihnen abgeschlossene Rechtsschutzversicherung gedeckt ist, resp. auf Kosten der Versicherung erledigt werden wird. Natürlich wirkt die Annahme einer Busse immer etwas präjudizierend, obschon grundsätzlich das strafrechtliche Verschulden für die Beurteilung der Schadenersatzfrage theoretisch nicht massgebend ist. * Anfrag« 482. Gerichtsstand. Von der Polizei in St G. wurde mir ein Bussenzettel des « Polizeigerichtos Basel-Stadt» zugestellt für den Betrag von Fr. 10. — « wegen polizeiwidrigem Motorfahren » Ich verlangte nach Erhalt dieser Bussenverfügung gerichtliche Beurteilung des Falles in St. Gallen. Am 1. November erfolgte dann eine Vorladung auf den 15. gleichen Monats nach Basel-Stadt, worauf ich an das Polizeigericht Basel schrieb, ich hätte gerichtliche Beurteilung in St. Gallen verlangt, und ersuche wiederholt, diesem Gesuche zu entsprechen, •wobei mir mitgeteilt werden sollte, inwiefern ich vorschriftswidrig gefahren sei. Die Antwort von Basel lautete: « Vom Polizeirapport ist Ihnen am 12. Oktober durch die Kani tonspolizei St. Gallen Kenntnis gegeben worden, worüber bei den Akten ein Protokoll mit Ihren bezüglichen Aeusserungen liegt. Die Hauptverhandlung findet in Basel statt, auch wenn Sie zu derselben nicht erscheinen sollten. » Diese mich nicht wenig überraschenden Zeilen beantwortete ich nach Basel wie folgt: c Nach Erhalt Ihrer Zuschrift vom 10. crt. habe ich folgenden Tatbestand über Ihren Polizeirapporl festgestellt: Mein Sohn, welcher mich auf der Reise nach Paris begleitete, als wir am 7. Oktober durch Basel fuhren,-traf ca. Mitte Oktober zufällig auf der Strasse mit dem ihm bekannten Polizeibeamten B. zusammen und bekam von demselben Kenntnis von Ihrem Polizeirapport. Ohne mein Wissen gab er dem erwähnten B. auf der Strasse mündlich Auskunft ülber den Vorfall, welcher derart war, dass ich al* Fahrer nichts ron demselben bemerkt hatte. Von dem ron Ihnen erwähnten < Protokoll > mit meinen diesbezüglichen < Aeusserungen > hatte ich. somit keinerlei Kenntnis. Erst seitdem- hat mir mein Sohn erzählt, dus er s. Z. bemerkte, wie in Basel ein Trainführer feschimpft habe, als ich über den Aeschenplat* fuhr. Auf dem Bahnhofplatz haben wir unmittelbar nach der Trambegegnung parkiert; es halt aber niemand reklamiert, und ein Polizist war vorher und nachher nirgends zu sehen. < Ich würde es als grosse Ungerechtigkeit empfinden, wenn ohne Untersuch, auf die blosse Denunziation eines Tramführers, welcher keine amtliche Person ist, eine Strafe ausgefällt würde. » Daraufhin erfolgte mit Datum vom 15. November folgendes Kontumazurteil: 10 Fr. Busse oder 1 Tag Gefängnis und 1 Fr. Urteilsgebühr. Habe ich dieses Urteil anzunehmen und ist das Vorgehen von Basel korrekt? E. B. in St. G. Antwort: Bei Widerhandlungen gegen die Vorschriften ülber den Motorfahrzeug- und den Fahrradverkehr sind für den Strafpunkt ausschliesslich die Gerichte des Ortes, an dem die Uebertretung geschehen ist, zuständig. Diese Ordnung des Gerichtsstandes ist zwingend. Auf Ihr Gesuch um Beurteilung des Falles an Ihrem Wohnsitze ist daher mit Hecht nicht eingetreten worden. Zur Anzeige ist jedermann berechtigt, der von einer mit Strafe bedrohten Handlung Kenntnis erhalten hat, also auch der Tramführer. Merkwürdig berührt, dass Sie durch die Polizei Ihres Wohnsitzkantons nicht persönlich zum Polizeirapport einvernommen worden sind. Da Sie aber zur Hauptverhandlung gehörig vorgeladen wurden, 11 hätten Sie alle Möglichkeit gehabt, sich vor dem Richter zu verteidigen. Gegen das wohl bereits in Rechtskraft erwachsene Urteil können Sie kaum mit Erfolg ankämpfen. Das Vorgehen des urteilenden Gerichts kann u. E. nicht als unkorrekt bezeichnet werden. * (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Postautovirbindung zur Säntis-Schwebebahn. Aus verkehrspolitischen Kreisen der Ostschweiz wird uns geschrieben: Die eidgenössische Postverwaltung hat am IS. Dezember 1934 den Verkehr auf der Strecke Urnäsch-Rossfall-Steinfluh aufgenommen und redenkt den Verbindunftdientt Urnäsch-Talstation der Säntis-Schwebebahn mitzubesorgen. Die beteiligten appenzellischen Gemeinden, wie auch die Appenzeller- und die Bodensee-Toggenburgbahn haben sich über die Enteignung ihrer Rechte beklagt; die Postverwaltung ihrerseits konnte sich in den Verhandlungen auf eine merkwürdige Stellungnahme des Vertreters der Säntis-Schwebebahn stützen. Merkwürdig deshalb, weil von dieser Seite in den Konferenzen der beteiligten privaten Bahnverwaltungen dar Privatbetrieb propagiert worden war und dann im entscheidenden Moment die Postverwaltung um Uebernahme des Betriebes ersucht worden ist. Die Appenzellerbahn, an deren gedeihlicher Entwicklung vorab das Appenzellerland interessiert igt, hat' die Elektrifikation nicht zuletzt in der Voraussicht einer durch den Bau der Säntis-Schwebebahn zu erwartenden Verkehrsbelebung in Angriff genommen. Im Februar 1931 schon reichte die Appenzellerbahn ein Konzessionsgesuch für eine Schmalspur-Adhäsionsbahn Urnäsch-Steinfluh ein. Im Jahre 1932 wurde nur eine Konzession für Errichtung und Betrieb einer Kraftwagenlinie Urnäsch-Talstation der Säntis-Sohwebebahn nachgesucht. Dtr appenzellische Regierungsrat und alle beteiligten Gemeinden waren darin «inig, dass eine Gemeinschaftsdirektion für die Appenzellerbahn, den Verbindungsdienst Urnäsch-Schwägalp und die Säntis-Schwebebahn im Interesse der ganzen Landesgegend liege. Auch die Regierung des Kantons St. Gallen sprach sich entschieden zugunsten einer solchen Lösung aus. Dabei sei betont, dass dielnitianten für eine Säntis-Schwebebahn schon vor 3 Jahren an die Appenzellerbahn den Wunsch gerichtet hatten, diese möge sich um eine Autokonzession für das Verbindungsstück bewerben. Nichts ist hier einleuchtender als eine Gemeinschaftsdirektion. Ganz abgesehen davon, dass es den beiden Bahnuntornehraungen eine Einnahme ermöglicht, die einen Beitrag an Schneebrucharbeiten gestatten sollte, s'ind es rein technische Gründe, welche dafür sprechen. Die Fahrplangestaltung und die gemeinschaftliche Propaganda, die für ein prosperierendes Unternehmen unerlässlich sind, sind von fundamentaler Bedeutung. Wenn die Oberpostdirektion das Verbindungsstück, trotz anfänglicher Ablehnung, im Mai 1934 für sich in Anspruch genommen hat, so war es wohl ein Gebot der Pflicht gegenüber einem in seinen Interessen bedrängten Landesteil, dass Regierung und Gemeinden dagegen Protest erhoben. Es handelt sich dabei nicht nur um Sein oder Nichtsein von jetzigen Konzessionären des Zubringerdienstes ab Urnäsch oder gar um die mannigfachen Steuern, die dem Kanton durch die Postübernahme verloren gehen, sondern ebensosehr darum, in der Ausgestaltung des Betriebes von Bern nicht abhängig zu sein. Es entstanden Differenzen zwischen den Verwaltungsräten der Appenzellerbahn und der Säntis- Schwebebahn, die ureigentlich die Oberpostdirektion zur Uebernahme der Verbindungsstrecke geführt haben. Entgegenkommend erklärten sich Appenzellerbahn und Bodensee-Toggenburgbahn bereit, zusammen Zweidrittel der Kosten für diesen Betrieb zu übernehmen. Man war berechtigt, eine geschlossene Unterstützung der nach Bern gerichteten Beschwerde nicht nur bei Regierung und Gemeinden, sondern auch bei den beteiligten Bahnunternehmungen annehmen zu dürfen, da auch in den gemeinsamen Konferenzen, wio bereits gesagt, koine andersgerichteten Meinungen zum Ausdruck gebracht worden waren. Es folgte ein Rekurs, der sich gegen die geplante Konkuijrenzierung der Bodensee-Toggenburgbahn und der Appenzellerbahn durch direkte Kurse St. Gallen-Schwägalp wendete, durch welche diese Bahnen finanziell stark geschwächt und das Appenzeller Hinterland mit neuen schweren Lasten bedacht würde. Unterzeichnet wurde diese Eingabe von der B. T., den Gemeinden Urnäsch, Waldstatt, Herisau und Gossau, und nachträglich auch von den Regierungen von Appenzell A.-Rh. und St.-Gallen. Die Kursänderung bei der Säntis-Schwebebahn, mit, welcher der Postbedienung der Vorzug gegeben wurde gegenüber der Gründung einer eigenen neuen Gesellschaft, wird mit der noch nicht völlig abgeklärten Situation begründet. Man fragt sich aber in den beteiligten Kreisen, ob die noch vermissten Abklärungen nicht hätten beschafft werden können vor der Anrufung der Oberpostdirektion. Das Appenzellerland steht unter den Kantonen allein da ohne Bundesbahnbetrieb; es hat die Sorgen für den Bahnverkehr selbst auf sich zu nehmen. Soll nun gegen den Willen der Bevölkerung ihr ein Staatsbetrieb aufgezwungen werden, statt ihr die Führung eines Betriebes zu überlassen, das' Hoffnungen auf Wirtschaftlichkeit aufkommen« lässt? Wie weit kommt es, wenn dann noch die Erklärung der Oberpostdirektion, den direkten 1 Kraftwagenverkehr ab-den Stationen Gossau undc St. Gallen übernehmen zu wollen, verwirklicht werden soll? Wer kommt für die Betriebsausfälle der ohnehin mit schweren Lasten kämpfenden Appenzellerbahn und Bodensee-Toggenburgbahn auf? Die eidg. Postverwaltung hat jedenfalls keinen Grund, Zweifel in die Tüchtigkeit unserer privaten Bahnverwaltungen und deren Fähigkeit, einen geordneten Betrieb für das Verbindungsstück Urnäsch- Schwägalp durchzuführen, zu hegen. Dieser Zubringerdienst wird schon deshalb leicht zu bewerkstelligen sein, weil die Schwebebahn keine grösseren Transportmengen pro Fahrt bewerkstelligen kann. Die von der Postverwaltung in Aussioht genommene, durchgehende Postbeförderung St. Gallen- Urnäsch-Nesslau hat für viele einen- bestimmten, Reiz. Da aber die Kräzernstrasse als" Paßstrasse auf manche Jahre hinaus für einen solchen Verkehr nicht ausgebaut sein wird, dürfte die Postverwal-, tung wenigstens bis dahin, jene Rücksichten walten lassen, die man billigerweise von ihr erwarten kann. T- C. S. Autosektion St. Gallen-Appenzelh ORTSGRUPPE WIL UND UMGEBUNG. Der Vorstand unserer Ortsgruppe hat letzten Montagnachmittag zu einer Exkursion in die Werkstätten und Giessereien der Firma Gebr. Bühler in Uzwil eingeladen. Dieser Einladung haben über 70 Mann Folge geleistet, eine Zahl, die von einem grossen Interesse für unsere Grossindustrie zeugt. .Die Teilnehmer wurden in 4 Gruppen geteilt und unter Führung von Spezialisten der Firma in sämtliche Abteilungen geführt, wo alles Wissensund Sehenswerte gezeigt und erklärt wurde. Gewaltigen Eindruck haben der Auslauf des flüssigen Eisens und das Einfüllen in die Giessformen gemacht. Dann aber war es auch die Spritzguss-Abteilung, die grossen Automaten, Werkzeugmaschinen, die Schleifmaschinen etc., die ein riesiges Interesse auslösten. Fast unmöglich erscheint es, dass Gehäuse für Armbanduhren fix und fertig gegossen werden und so noch viele kleinere und kompliziertere Sehr imponiert hat uns auch die gewaltige Ausdehnung der ganzen Fabrikanlage, und war es jedem klar, dass es namentlich in heutiger Zeit gewaltiger Anstrengungen bedarf, um allen darin Arbeitenden die nötige Beschäftigung und den Verdienst zu verschaffen, und mancher von unseren Teilnehmern wird sich gesagt haben, dass es ihm in seinem kleinen Gewerbe mindestens ebenso wohl sei, als wenn er heute in einem solch ausgedehnten Betrieb die Verantwortung übernehmen müsste. Besondere Freude hat es den .Teilnehmern erweckt, dass nicht nur erklärende Begleiter mitgegeben wurden, sondern dass es sich einige Herren der obersten Betriebsleitung nicht nehmen Hessen, uns noch persönlich zu begrüssen und zu begleiten. Dass sich Herr Adolf Bühler jun. noch zu einem gemütlichen Hock zu uns begeben hat, ist eines besonderen Dankes wert. Die Geschäftsleitung der Firma Gebr. Bühler hat uns Touring-Clüblern mit dieser Exkursions- Bewilligung nicht nur manch Neues gezeigt, die Eindrücke eines solchen gewaltigen Werkes Werden uns unvergesslich bleiben. Der Dank an die Geschäftsleitung und an die uns begleitenden Herren sei auch an dieser Stelle zum Ausdruck gebracht. Dank gebührt auch den Teilnehmern für ihr grosses Interesse und das gemütliche Zusammensein. Auf Wiedersehen bei späterer Gelegenheit. SEKTION BERN. Während der letztjährige Grand Prix immer noch zu schaffen gibt, ist der Sektionsausschuss bereits an die Bestellung des Organisations-Komitees des II. Grossen Preises der Schweiz für Automobile, der in diesem Jahre am 25. August stattfindet, herangetreten. In. einer ersten Fühlungnahme hat der Sektionsausschuss die Wünschbarkeit der Beibehaltung der letztjährigen, mit der Materie vertrauten Mitarbeiter anerkannt und daraufhin die Besetzung der obersten Chargen der Organisation angeschnitten. Die gefassten Vorschläge unterliegen der Genehmigung des Sektionsvorstandes, es darf jedoch hier schon verraten werden, dass der letztjährige Organiaationsausschuss in der Besetzung: A. Marbach, Präsident; W. Ed. Huber, Rennleiter; W. Marcuard, Finanzen; Dr. G. Perlet, Vizepräsident; Dr. R. v. Stürler, Vizepräsident, sehr wahrscheinlich wieder den Geschicken des grössten schweizerischen Rennens vorstehen wird. Es ist wohl nicht übertrieben, wenn hier die unveränderte Zusammensetzung des engeren Komitees gegenüber dem Vorjahre aJs sine Garantie für erspriessliche Vorarbeiten am heurigen Grand Prix bezeichnet wird. Man ist sich in Fachkreisen bewusst, .dass vom organisatorischen Ausgang des II. Grossen Preises der Schweiz für Automobile der Gutspruch der A. I. A. C. R. abhängt, welcher die schweizerische Veranstaltung in den Rang der international anerkannten Grands Prix, kurzum «grandes epreuves> bezeichnet, heben soll. Möge dai Vorgehen des Ausschusses als Beispiel für die mehr als lOQköpfige Gesamt-Organisation dienen, dann ist dem II. Grossen Preis der Schweiz der ojrganiiatorii&he Erfolg und der langersehnte Beschluss der A.I. A.C.R. sicher. " h." A.UM STRASSENAUSKUNFTSDIENST DES TOURING-CLUB DER SCHWEIZ Jk. C. S. den Verbänden CHAUFFEUR-CLUB LUZERN UND UMGEBUNG. Generalversammlung vom 13. Januar 1935 im Glublokal «Weisses Schloss», Luzern. In einer kurzen, markanten Ansprache eröffnete Präsident Ernst Muster die 9. Generalversammlung. Die Versammlung war von 40 Mitgliedern besucht, wodurch die reichhaltige Traktandenliste rasch erledigt werden konnte, wozu aber auch die sorgfaltige Vorbereitung seitens des Präsidenten viel beitrug. Das Protokoll der letzten Monatsversammhing, Jahres-, Kassa- und Rechmingsrevisorenbericht wurden verlesen und einstimmig genehmigt und den Verfassern bestens verdankt. Unter Mutationen wäre je ein Passiv- und Aktivmitglied zur Aufnahme zu verzeichnen, während zwei Austritte erfolgten. Als Tagespräsident wurde einstimmig Glubkollege Kaiser gewählt. Der Tagespräsident eröffnete die WahUes neuen Vorstande«. Gewählt wurden: Präsident: E. Muster; I. Aktuar: A. Estermann; I. Kassier: Agassis; Vizepräsident: B. Spahni; II. Aktuar: E. Nedwig; II. Kassier; R, Tschupp; Materialverwalter und Beisitzer: J. Lustenberger; Rechnungerevisoren: F. Bachmann und Th. Vogel. Die Verkehrskommission wurde bestellt aus Präsident Ernst Muster, I. Kassier Agassis, als Ersatzmann J. Eigensatz. Als Vereins- und Stammlokal wurde wiederum das Restaurant «z. Weissen Sohloss» bestimmt. Einstimmig wurde als Ver'einsorgan die « Automobil-Revue» b e i b e h a 1 te n. Seitens des Vorsitzenden wurde alsdann das Geschäfts- und Sportjahr 1934 nochmals durchrangen. Derselbe referierte auch über die Arbeit des Vorstandes. Der grosse Beifall der Mitglieder, zeigte, dass der Vorsitzende das volle Vertrauen des Vereins geniesst. Der Vorstand wird auch dieses Jahr keine Arbeit scheuen und sein möglichstes tun, um das Blühen und Gedeihen des Vereins BU fördern. Um 16.30 Uhr wurde die Versammlung unterbrochen, um den währschaften Cduhechüblig, der von der Ver- 'einekuse gestiftet wurde, EU verzehren. Er mundete um so vorzüglicher, da Clubkollege Kaiser noch ein F*M Bier dazu «pendete. Die Schübüg wurden dieses Jahr von der Grossmetagerei Bachmann, Luzern, geliefert. Für die schmackhafte Zubereitung bezeugen die Gluhmitglieder ihre volle Anerkennung. Auch der «Glubmutter» bringen wir das beste Lob entgegen für den vortrefflich zubereiteten « Schmrfhs » und sprechen ihr für die Mühe und Arbeit während des letzten Glubjahres unsern wärmsten Dank au«. Um 17.10 Uhr eröffnete der Tagespräsident die Versammlung aufs neue. Aus verschiedenen Anträgen wurden nach reichlich gewalteter Diskussion Beschlüsse über das Jahresprogramm 1935 gefasst, nämlich: 1. Einen Herrenabend zu veranstalten während der Fastnachtszeit; 2. im Frühjahr einen Familienausflug zu organisieren; 3. Lichtbildervorträge abzuhalten; 4. wiederum einen öffentlichen Familfenabend im November zu veranstalten. Nach Erledigung dieser Geschäfte übergab der Tagespräsident das Präsidium wieder dem ordentlichen Präsidenten. Unter «Diverses» wird den zurückgetretenen Vorstandsmitgliedern ihre geleistete Arbeit verdankt, speziell die Leistungen von Herrn W. Röthelin als Materialverwalter und Beisitzer während seiner siebenjährigen Amtstätigkeit Ein seiten« de« Vorsitzenden gestellter Antrag, dem verdient« Mitglied ab Anerkennung di« LEGENDE: 9 Straaaalt Nur mit Ketten befahrbtr Elatnbthnnrlit/a-Statlon » *•. • m •» C schaft zu gewähren, wurde in der folgenden Abstimmung einstimmig gutgeheissen. Auch sprach der Präsident im Namen des Ohibs dem Vergnügungspräsidenten A. Bucher für seine erwiesenen Dienste und die Organisation dea Familienabends den besten Dank aus. In weitern Diskussionsvot&n brachten die GhibkoUegen anerkennenswerte Anträge ein, die vom Vorstände zustimmend entgegengenommen wurden und im laufenden Clubjahr ausgeführt werden sollen. Um 19.30 Uhr schloss der Präsident die Generalversammlung und verdankte den Clubkollegen ihr Erscheinen und langes Ausharren. Die nächste Monatsversammlung findet statt: Samstag, den 2. Februar, im Restaurant «Lädeli>, Baslerstrasse 80, Luzern. B. Sp. CHAUFFEUR-VEREIN SCHAFFHAUSEN Abendunterhaltung. Unsere werten Aktiv- und Passivmitglieder seien nochmals darauf aufmerksam gemacht, dass unsere Abendunterhaltung Samstag, den 9. Februar a. c. im Saale das Rest, Landhaus abgehalten wird. Vergnüg-ungskommission und Mitwirkende haben weder Arbeit noch Mühe gescheut, um den» Besuchern dieses Anlasses etwas Gediegenes zu bieten, um ihnen die Sorgen des Alltags für einige Stunden vergessen zu lassen. Oit Monatsversammlung vom 7. Februar a. c. fällt aus, dafür erwarten wir von unseren Aktivmitgliedern und ihren Angehörigen ein vollzähliges Erscheinen anlässlich der Abendunterhaltung. Der Vorstand und die Vergnügungskommission. CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH In Anbetracht unserer, am 3- Februar. 14 Uhr, im Restaurant Du Pont, stattfindenden 9. ordentlichen Generalversammlung, verbunden mit lOjährigem Jubiläum, ersuchen wir nochmals alle unsere Mitglieder, die Veranstaltung pünktlich und vollzählig zu besuchen Die Traktandenliste enthält für alle Mitglieder sehr interessante Verhandlungsgegenstände, wie Besichtigungen, Exkursionen, Referate etc. Auch der der Gemütlichkeit gewidmete 2. Teil, im Kreise aller Familienangehörigen und Freunden, wird im gewohnten Rahmen durchgeführt. Orchester-, Tanz- und andere Einlagen werden ebenfalls zur Unterhaltung beitragen. Zirkulare werden Donnerstag, den 31. Januar, veTschickt, woraus alles Nähere ersichtlich ist. Wir erwarten zu diesem Anlass aber auch diejenigen Mitglieder, die mit ihren Verpflichtungen im Rückstande sind, damit wir ihnen entgegenkommen können; der Kassier wird auch für die arbeitslosen Kollegen besorgt sein, weshalb keiner fehlen darf. Der vollzählige Besuch der Generalversammlung zeigt uns auch, dass die oft mühevolle Arbeit des Vorstandes gewürdigt wird. Zudem findet jedes Mitglied daselbst Gelegenheit, Anregungen anzubringen und Wünsche und Anträge des Vorstandes entgegenzunehmen. Wer wirklich am Erscheinen verhindert ist, hat sich laut Statuten rechtzeitig zu entschuldigen oder er nehme, die beschlossene Busse auf sich, ohne zu murren. Sämtliche Bussen kommen der Unterstützungskasse für arbeitslose Mitglieder zugute. Zur Stärkung der Versammlungs-Teilnehmer wird während der Pause, der obligate Z'abig verabreicht. Mitgliederund Zahlungs-Ausweise nicht vergessen! Erneuerung und Nachtrag der Postcheck-Einzahlungen. Ausgabe von Bons für Exkursionen und Besichtigungen. Veranstaltungen. Internationale Pferde-Rennwoche In St. Moritz. St. Moritz geht neuen sportlichen Grossereignissen entgegen. Am 27. und 31. Januar und 3. Februar finden in der Engadiner Metropole die diesjährigen Internat. Pferderennen auf dem St. Moritzersee statt Das Interesse für diesen Höhepunkt des Schweiz. Pferderennsportes ist wohl so gross wie noch nie. Die Beteiligung ist grossartig ausgefallen. An den Rennen starten die besten Pferde aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien, Oesterreich und Belgien. Schon jetzt wird auf dem gefrorenen See eifrig trainiert, und St. Moritz ist zum internationalen Mittelpunkt des Pferdesportes geworden. Berühmte deutsche, französische und italienische Jockeys werden mit den Schweiz. Vertretern in den Sattel steigen, ferner bekannte Herrenreiter und Offiziere, so dass die Pferderennen in St Moritz zu einer einzigartigen Parade werden. Angesichts der Bedeutung dieser in einem einzigartigen _ Rahmen stattfindenden grossen Veranstaltung sei nochmals darauf hingewiesen, dass der Julierpass nun auch im Winter offen ist, und St. Moritz nach wundervoller Fahrt durch die winterliche Berglandsohaft mühelos mit dem Automobil erreicht werden kann. Verantwortliche Redaktion : Dr. A. BQchl, Chefredaktion. W. Mathys. — Dr. E. Waldmeyer. — M. Bolllger. - Telephon der Redaktion. 28 222 (Hallwag) Auwerhalb der GetchäfUzeit: 23.295.