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E_1935_Zeitung_Nr.011

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2 AUTOMOBIL-REVUE

2 AUTOMOBIL-REVUE 1935 — 11 dem den grossen Vorteil, dass. bei Verwehungen nicht die ganze Fahrbahnbreite zwischen den hohen Schneewänden unpassierbar wird und ein einfacher Schneepflug bei Schneefällen in ganz kurzer Zeit wenigstens eine Einbahn freilegen kann. Die Weger werden dann gleichzeitig an den mit Fähnchen bezeichneten Stellen Ausweichplätze freilegen, s& dass in kürzester Zeit der normale Verkehr sich wieder abspielen kann. Würde nur eine 3 Meter breite Bahn freigehalten, so hätte ein Schneepflug bei Neuschnee Schwierigkeiten durchzukommen, da die sich bildenden seitlichen hohen Schneemauern nicht mehr zurückgedrängt werden können. Diesem Offenhalten der ganzen Fahrbreite ist es zu danken, dass dieses Jähr eigentlich der Pass nie 24 Stunden geschlossen werden musste. Wohl wird bei Schneetreiben durch Plakate in Tiefenkastei, Bivio und Silvaplana die Ueberfahrt über den Berg als gesperrt gemeldet, aber es kommen doch immer und immer wieder waghalsige Automobilisten, auch bei gesperrtem Passe, auf dem Julier- Hospiz an, wenn auch ab und zu solche, die der Bergwirt Cotti oder die Weger aus unangenehmen Situationen befreien mussten. Denn für alle Fälle sorgen die verschiedenen S. 0. S.-Stationen dafür, dass rasche Hilfe herbeigerufen werden kann. Es sollten sich aber alle Automobilisten gesagt sein lassen, dass ein Nichtbeachten der Sperrplakate eigentlich einen Anspruch auf Hilfe verwirkt. Nur bei plötzlich einsetzenden Schneestßrmen und Verwehungen, was aber auf der 8 km langen Strecke Bivio—Julier- Höspiz und der ebenfalls 8 km messenden Strecke Silvaplana—Julier-Hospiz nur sehr selten eintritt, ist der S. 0. S.-Hilferuf gerechtfertigt. Meist ist es aber schon vor Antritt der Reise über den 2300 m hohen Berg im Winter in Bivio oder Silvaplana möglich, sich zu überzeugen, ob das Wetter die Fahrt erlaube. Auch eine telephonische Anfrage auf dem Hospiz wird hierüber Auskunft geben. Dass der Automobilist auch bei Nacht über den Berg fährt, ist bei klarem Himmel noch zu verstehen, bei veränderlicher Witterung oder gar schlechtem Wetter aber hat jeder die Folgen sich selbst zuzuschreiben. Und doch kommt es verschiedentlich vor, dass der Bergwirt in der Nacht durch die S. 0. S.-Apparate aus dem Schlaf geweckt und um Hilfe angerufen wird. Dank der auf dem Hospiz untergebrachten Mannschaft und Maschinen kann dann selbst bei solchen Extratouren geholfen werden, wenn es auch unverantwortlich ist, die Hilfe seiner Mitmenschen durch Selbstverschulden in dieser Zeit in Anspruch zu nehmen. Auch da hört der anständige Sport auf. Glücklicherweise ist es aber noch zu keinen Unfällen gekommen, obschon ständig solche Nachtfahrer beobachtet werden. Dass es bei schönem Wetter ein Genuss ist, im Winter über den Julier zu fahren, der nicht seinesgleichen findet, ist schon vielfach gesagt und geschrieben worden. Die Frequenz zeigt denn auch, dass diesen Winter schon der verkehrsarme Monat November 639, der Dezember 1598 und der Januar sogar 2300 Wagen aufweist, was für die drei bisherigen Wintermonate 4537 Motorwagen ausmacht. Dabei ist es möglich, dass infolge der grossen Fahrbreite und des Kurvenausbaues Gesellschaftswagen von 9,5 m Länge mit 30 Passagieren den Berg ohne jede Schwierigkeiten überfahren. Der Verkehr solcher Wagen von Karlsruhe, Paris usw. zeigt, dass die an die Winteröffnung eines Bergpasses der Schweiz geknüpften Hoffnungen sich schon dieses Jahr verwirklicht haben. Diese Oeffnung lenkt den Reiseverkehr von Nord und Süd nach der Schweiz. Ein Pariser Institut hat mit 30 jungen Damen mit eigenem Gesellschaftswagen die Reise in die Schweiz und versenkbare Verkehrsinseln. Die Nürnberger Stadtverwaltung plant an einigen Verkehrspunkten, wie beispielsweise vor dem Opernhaus, 10 Zentimeter hohe Verkehrsinseln anzulegen, die im Bedarfs}alle ohne grosse Schwierigkeiten bodengleich gemacht, d. h- versenkt werden können. Die Inseln sollen aus Holz in Teilen von je 2,25 Meter Länge hergestellt und in trogartigen Vertiefungen auf leicht entfernbare hölzerne Unterlagen gestellt werden. Diese Unterlage braucht nur herausgenommen zu werden, wenn die Standfläche der Insel mit der Strosse in eine Ebene gebracht werden soll. Wie es kommen muss ! Die tschechoslowakische Regierung ist bekanntlich kein Freund des motorisierten Straßenverkehrs und verstand es, den Automobilisten durch allerhand Steuerschikanen die Haltung eines Motorfahrzeuges zu verleiden. Dieser Druck würde mit einer starken Ausserdienststellung von Automobilen beantwortet. Im Vergleich zu 1931 beträgt der Rückgang der Personenwagen im Jahre 1934 rund 25%, bei den Lastwagen und Autobussen sogar 78,5%. Die aus dem rückläufigen Absatz der Industrie und dem Staat entstehenden Verluste, die auch von der gesamten Volkswirtschaft zu tragen sind, steigen zu riesengrossen Beträgen an. Durch die Abmeldung von 15,000. Wagen büsste der Fiskus allein 73 MM. Kronen ein, wobei die Umsatzund Gewerbesteuer sowie andere fiskalische Abgaben nicht mitberücksichtigt sind. über den Julier zum Ferienaufenthalt in St Moritz unternommen und uns für die bequeme und gefahrlose, herrliche Fahrt den Dank ausgesprochen. Sie und viele andere würden nächstes Jahr wiederkommen. Dass viele Italiener, die schon seit Jahren über den im Winter von der Post geöffneten Maloja zum Wintersport nach dem Engadin gekommen waren, dieses Jahr eine Süd-Nord- Fahrt nach der Schweiz über „den Julier unternahmen, beweist die Verkehrszählung auf Julier-Hospiz. < r;**^ Interessant ist auch die Aufteilung, der gezählten Motorfahrzeuge auf die verschiedenen Staaten. So war beispielsweise im Dezember die Frequenz der Personenwagen folgende: Graubünden 28% übrige Schweiz 26% Ausland 46% Vom 1. bis 15. Januar, für-welche Zeit uns die Ergebnisse vorliegen, waren bei einem Total von 1201 Wagen Personenwagen aus: Graubünden 10% übrige Schweiz 26% Ausland 64% , Von letzteren wieder kamen allein auf: : Doutschland über 200 Wagen = Italien, Frankreich und England je 100—120 Wagen, zusammen — 28% auf die übrigen Staaten =17% 64% Zurückschauend kann gesagt werden, dass es nur schrittweise möglich war, den Winter- Nord-Süd-Alpenverkehr für das Auto durchzuführen. Im Winter 1932/1933 verkehrte das Postauto nur bis Mühlen, aber schon im Vorwinter 1933/34 wurde die Strecke Mühlen- Bivio versuchsweise dem Motorwagen geöffnet, um dann schon im Januar 1934 das letzte Stück der Nord-Süd-Verbindung Bivio-Julier-Hospiz-Silvaplana, wenn auch ebenfalls vorerst nur versuchsweise, für den Autoverkehr freizugeben. Die Versuche des ersten Autostrassen aus Salz? In den Vereinigten Staaten werden gegenwärtig, wie aus New York berichtet wird, Versuche unternommen, Salz als Baustoff für den Strassenbau zu verwenden. Diese Versuche gehen zurück auf eine Naturerscheinung, die man sich zunutze machen will. Eine in der Nähe des Meeres gelegene Strasse wurde während einiger Monate innerhalb eines Jahres stets überschwemmt. Nachdem das Salzwasser verdunstete, blieb eine ständig stärker werdende Salzschicht auf der Oberfläche dieser Strasse zurück. Dieser natürliche Strasseribelag ist so widerstandsfähig, dass man nun die ersten Versuche unternimmt, künstliche Strossen mit einem Salzbelag als Fahrdecke herzustellen. Winters waren die schwierigsten. Es handelte sich darum festzustellen, ob es überhaupt technisch möglich sei, einen Alpenpass zu öffnen und wie hoch die Kosten sich dabei stellen würden. Die ersten Annahmen hierfür waren so hoch, dass man sich schon aus finanziellen Gründen nicht recht an die Sache heranwagte. «Es seien Maschinen von einigen hunderttausend Franken nötig, mit Garagebauten, ganz abgesehen von Verbauungen gegen Schneeverwehungen, Galerien .usw., die ebenfalls in die Hunderttausende von Franken gehen sollten. Der Betrieb werde sich auf ca. Fr. 150,000 stellen usw.» Die Versuche klärten dann rasch auf, mit welchen Ziffern zu rechnen sei. Der zweite Versuchswinter sollte zeigen, ob der erste Winter als ein absonderlich milder, für die Berechnung ungeeignet gewesen und wie bei Offenhalten des Passes von Anfang an der Betrieb am zweckmässigsten technisch und wirtschaftlich zu organisieren sei. Schon heute kann festgestellt werden, dass • mit istischer Aufnahme des Rennwagenbaues in Russland. In der russischen Automobilindustrie finden zur Zeit, wie aus Moskau berichtet wird, Verhandlungen über die Aufnahme des Rennwagenbaues statt. Es ist der Bau zweier verschiedener Rennwagentypen in Aussicht genommen, die frühestens 1936 an den grossen internationalen Automobilrennen teilnehmen sollen. Interessant sind hierbei die Erwägungen, auch den Dieselmotor im Rennwagen zu benutzen. Die Rennwagen würden, sobald ihr Bau genehmigt wäre, in einem der grössten russischen Automobilwerke konstruiert und auf geeigneten russischen Automobilstrassen eingehenden Versuchsfahrten unterzogen werden. verhältnismässig bescheidenen Mitteln das Offenhalten des Juliers im Winter möglich ist, dank der getroffenen Vorbereitungen im letzten Sommer für die Unterbringung von Leuten und Maschinen auf dem Hospiz und der Erfahrungen mit Schneewänden, Kurvenverbreiterungen usw. Ebenfalls kommen die anfangs gefürchteten hohen Kosten für Verbauungen, Lawinengalerien usw. nicht mehr in Frage. Die Ergänzung des Maschinenparkes durch ein Agreat ist die einzige noch nötige grössere Ausgabe, die als Reserve für die Schneeschleuder gemacht werden muss. A. Sutter, Oberingenieur des Kantons Graubünden. Schweizerische Rundschau Teilzahlung der Motorfahrzeugsteuer. Es handelt sich um eines der ältesten, aber vom Fiskus meist bestrittenen Postulate der Motorfahrzeugbesitzer. Stellt die Notwendigkeit der Vorausbezahlung schon eine Härte dar, so wird diese um so stärker empfunden, als der Vorausbezug gleich für das ganze Kalenderjahr erfolgt. Da aber, bevor die Motorfahrzeugsteuer entrichtet werden «darf», noch die Hai'tpflichtprämie zu leisten ist, so halste man auf diese Weise dem Fahrzeughalter gleich zu Beginn des Jahres eine finanzielle Bürde von verschiedenen hundert Franken auf, die manchem zu schwer wurde. Dazu kamen noch die üblichen und zwangsläufigen Ausgaben um die Jahreswende, wie allgemeine Staatssteuern, Zinszahlungen usw., so dass der Bürger und Steuerzahler in recht unangenehmer Weise unter Druck gesetzt wurde. Solange die Geschäfte noch einigermassen im Schwung waren, fanden sich schliesslich auch beim kleineren Gewerbetreibenden und Handelsmann und beim unselbständig Erwerbenden immer noch die Mittel, um den vielseitigen Forderungen unseres unersättlichen Fiskus schlecht und recht gerecht zu werden. Wie aber die wirtschaftlichen Verhältnisse gespannter wurden, der Geschäftsumsatz überall zurückging, der Zahlungsverkehr wesentlich langsamer wurde, Guthaben monatelang gestundet werden müssen, wenn überhaupt mit ihrem Eingang noch gerechnet werden darf, kurzum, als die flüssigen Mittel immer knapper zu werden begannen, da kam nun der kleine Motorfahrzeughalter in schwere Bedrängnis. Einerseits war ihm das Fahrzeug für seinen täglichen Betrieb notwendig, ja unentbehrlich geworden, anderseits war er einfach ausserstande, in den mit Zahlungen so reichlich bedachten Wochen auch noch die Beträge für Fahrzeugversicherung und Ganzjahressteuer aufzubringen. Es blieb dann meistens nichts anderes übrig, als den Betrieb des Fahrzeuges einzustellen und den Eingang weiterer Barmittel abzuwarten, um die Steuer wenigstens für drei Vierteljahre oder ein Semester lösen zu können. Einzelne Kantone sehen freilich die Möglichkeit einer Teilzahlung der Steuer vor. Allein es wird ausdrücklich festgelegt, dass es sich hierbei um Ausnahmen handelt,.die eben nur im äussersten Notfall und natürlich unter Einreichung eines wohlbegründeten Gesuches, begleitet von allen möglichen Belegen, benützt werden soll. Es ist aber vielen aufrechten Bürgern nicht nur zuwider, bei der Behörde mit Bittbriefen vorstellig zu werden und um Almosen anzuhalten, sondern man dürfte in der heutigen Zeit wirklich erwarten, dass auch die Verwaltung wenigstens so viel Kenntnis von der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage hat, um zu wissen, dass es sich eigentlich um einen allgemeinen Notstand handelt Daraus müsste nun folgerichtig die Konsequenz gezogen werden, es sei die vorgesehene Ratenzählung nicht nur als gnädig gewährte Ausnahme für die wenigen Einzelpersonen In Betracht zu ziehen, die sich letzten Endes doch noch melden, weil sie keinen andern Ausweg mehr wissen, sondern als allgemein gültig für jedermann vorzusehen. Dagegen sträubt sich der Fiskus mit allen Mitteln. Er will nun einmal seinen Amtsschimmel reiten, so wie er sich darauf seit Jahren zurechtgesetzt hat, alles andere kümmert ihn wenig. Dazu noch die sattsam bekannte Einstellung dem Motorfahrzeugbesitzer gegenüber, dass er ja ^»rmöglich genug Ist, Forsetzung Seite 5. verpasste den besten Moment des Anschlusses, denn irgend etwas auf der Bühne hatte seine grösste Aufmerksamkeit erregt. Es war der Hintergrund, vor welchem sich die Darbietungen des Kunstschützen abspielen sollten. Auf dem mit kräftigen Farben bemalten Prospekt konnte Herr Dickson eine Landschaft erkennen, die ihm merkwürdig bekannt vorkam. Durch eine weite, mit Schirmakazien und Dornbüschen bestandene Steppe schlängelte sich ein kleiner Bach, an dessen Ufer ein Zelt aufgeschlagen stand. Von links näherte sich in endloser Reihe ein Zug von schwerbepackten Negern, die auf ihren Köpfen wertvolle Elfenbeinzähne trugen. «Besten Dank, mein Herr, hier ist Ihr Programm.» Herr Dickson überhörte auch diesmal die Aniede seiner Nachbarin; eine hektische Röte hatte sich über sein Gesicht gebreitet Auf der rechten Seite des Hintergrundes, der durch einen Baumstamm in zwei Hälften geteilt war, erkannte Herr Dickson dieselbe Trägerkarawane wieder, welche diesmal in umgekehrter Richtung in die Steppe hinausstrebte, einem fernen Berge zu, dessen weisser Kegel von weit her leuchtete. Das Zelt am Ufer war abgerissen, statt dessen lag dort ein Mann in so unnatürlicher, verkrampfter Stellung, dass man unwillkürlich denken musste, es sei ein Toter. Jeff Dickson atmete schwer. Zitternd fuhr seine Hand über die Stirn und wischte den Schweiss fort, der in grossen Tropfen auf ihr perlte. Ein Morgen in der afrikanischen Wildnis, drunten an der Grenze von Betschuanaland, tauchte in seinem Gedächtnis auf... an welchem er seine Trägerkarawane einem fernen Berge zu vorausgeschickt hatte, um... Er zwang sich mit Gewalt zur Rühe, denn William McLeaf, der Kunstschütze, hatte die Bühne betreten, ein grosser, kräftiger Mann in der Tracht eines Waldläufers, schon über die erste Jugend hinaus, denn sein Haar schimmerte grau, als er den breiten Sombrero zum Gruss gegen das Publikum lüftete. Ein lähmendes Entsetzen stieg in Mr. Dickson hoch, und plötzlich wurde ihm der Sinn dieser übersandten Eintrittskarte bewusst... Er hatte, trotz der breiten, roten Narbe, welche die Stirn des Kunstschützen entstellte, Billie erkannt, old Billie, von dem er geglaubt hatte, dass er schon längst an jenem kleinen Bache in der afrikanischen Steppe vermodert sei. Kaum glaublich, dass der Mann den furchtbaren Hieb überstanden hatte, der an jenem Morgen Mr. Dickson von einem unerwünschten Geschäftspartner befreien sollte. McLeaf hatte eine Anzahl Waffen mitgebracht und legte sie auf einen Tisch am Rande der Bühne. Ein kaum merkliches, seltsames Lächeln schien sein Gesicht zu verzerren, als er eine davon, eine Winchester-Büchse, die im Licht der Scheinwerfer stahlblau schimmerte, so zurechtlegte, dass ihr Lauf kerzengerade auf Mr. Dicksons Hemdenbrust gerichtet war. Jeff Dickson stöhnte. So war der Tag der Vergeltung also doch noch gekommen! Und er hatte sich schon so sicher geglaubt. In 'ollem Wirbel kreisten die letzten zwanzig Jahre seines Lebens durch sein Gehirn: die blonde Mary, (Jie kleine Wohnung in Hanover Terrace — sollte das alles heute zu Ende sein? Verzweifelt suchte er nach der Möglichkeit des Entfliehens, es gab keine. Eingekeilt zwischen Menschen sass er hier, hergelockt durch einen teuflischen Trick, eine wehrlose Zielscheibe vor dem Gewehr Billies: dass der treffen konnte — das wusste keiner besser als Jeff selbst! Der Mann auf der Bühne hatte den Sombrero beiseite gelegt und schoss mit dem Revolver eine Reihe von Kerzen aus, ohne dass man überhaupt etwas vom Zielen bemerkt hätte. Rasender Beifall erdröhnte. Mit mörderischem Lächeln — so schien es Jeff — trat er jetzt an den Tisch, auf dem die Gewehre lagen. Eindringlich ruhte sein Blick auf der zusammengesunkenen Gestalt in der ersten Reihe, Sitz 13. Und in diesem Moment war es, "dass Mr. Dickson sein Herz wie einen rasenden Trommelwirbel verspürte, bis schwarze Schatten mitleidig von seinem Bewusstsein Besitz ergriffen. Er sackte, vom Herzschlag getroffen, tot zusammen, noch ehe der Mann auf der Bühne das Gewehr berührt hatte. (ScWuss.) In der nächsten Nummer beginnt unser neuer Roman: Mannequin. Von Fanny Hurst. Ein spannendes Werk aus dem Amerika von heute.

N" 11 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE 3 %V**»W* UWM Schweiz 1. Schweiz. Winterprüfungsfahrt für Automobile. Morgen Samstag und Sonntag. Eine Zeitlang schien es, als müsste auch diese neue Schweiz. Winterprüfungsfahrt wie ihr Vorläufer, wegen des mangelnden Schnees im letzten Moment wieder abgesagt werden. Nachdem nun aber dem katastrophalen Tauwetter auf dem Fuss kalte, vielverheissende Winde nachgefolgt sind, ist nun die Austragung der Konkurrenz definitiv gesichert. Die Schweiz erlebt also morgen Samstag und Sohntag die erste grossaufgezogene Winterprüfungsfahrt Nachdem im Ausland, vor allem in Deutschland, diese Art der Prüfungen schon lange zur grossen Mode geworden ist und auch in der Schweiz der Winter immer besondere Fahrprobleme stellt, is dieser Anlass sehr zu begrüssen. Die Sektion Luzern des A. C. S. wagte unter Mitwirkung des Kurvereins Engelberg den grossen Wurf, dem ein voller Erfolg zu wünschen ist Der Wettbewerb setzt sich bekanntlich aus drei Konkurrenzen zusammen: Der Zuverlässigkeitsfahrt Luzern—Engelberg, einer Startprüfung in Ehgelberg und einer Slalomfahrt auf dem Eisfeld in Engelberg. Vom 11. bis 14. Februar schliessen sich dann noch für Mitglieder anerkannter Automobil-Clubs fakultative Wihtersportkonkurrenzen an. Der Zweck der 1. Schweiz. Winterprüfungsfahrt besteht darin, an Hand von praktischen Versuchen die Wirkung der von der einschlägigen Industrie auf den Markt gebrachten Hilfsmittel für den Winterbetrieb der Automobile zu erproben. Spezialfahrzeuge, wie Raupenautos, Traktoren usw., sind indessen nicht zugelassen, auch werden die Fahrzeuge nicht in Klassen untergeteilt. Die Konkurrenten werden erst beim Start über die während der Zuverlässigkeitsfahrt einzuhaltenden Mittel bis zur nächsten Kontrollstelle orientiert; dort wird ihnen dann wieder die neue Geschwindigkeit auf der folgenden Etappe bekanntgegeben. Bewertet wird die effektiv erzielte mittlere Geschwindigkeit Die Wagen müssen im Freien parkieren, doch dürfen alle Hilfsmittel gegen das Gefrieren angewandt werden. Am Sonntag früh folgt dann die Startprüfung. Die Startzeit wird gemessen vom Augenblick an, da dem Fahrer der Wagen freigegeben wird, bis zum Laufen des Motors und der Zurücklegung einer Strecke von 200 Meter mittels Motorkraft. ; Die Slalomprüfung schliesst sich am Nachmittag an. Dabei haben alle Konkurrenten auf einem Eisfeld die abgesteckte Slalomstrecke zu fahren. Die Wagen dürfen mit jeder Art Bereifung versehen werden, die polizeilich bewilligt und im Handel erhältlich ist Für jede gebrauchte Sekunde wird ein Punkt verrechnet Das Abweichen durch Schleudern ergibt 10 Strafpunkte. Für die Gesamtbewertung ist das Total aller Punkte aus den drei Prüfungen massgebend. Der Fahrer mit der niedersten Punktzahl wird Sieger. Bis zum Redaktionsschluss sind rund 20 Nennungen eingelaufen. Es kann jedoch noch mit einer Anzahl weiterer Einschreibungen gerechnet werden, so dass rund 25 bis 30 Konkurrenten in Luzern zum Start antreten werden. Da die Veranstaltung zum erstenmal durchgeführt wird, bewegt sich die Teilnehmerzahl noch in einem bescheidenen Rahmen. Das dürfte jedoch in Zukunft bald anders werden. Hoffen wir, dass die Verhältnisse so sind, dass mit Recht von einer wirklichen «Winter»-Prüfungsfahrt gesprochen werden kann! Im folgenden nennen wir einige wichtige Punkte aus dem Programm: Samstag, den 9. Februar; 13.30 Uhr: Start zur Zuverlässigkeitsfahrt Luzern- EngeJberg, beim Clublokal des Automobilclub der Schweiz, Sektion Luzern, Löwenstrasse 3. — Ziel in Engelberg, Bahnhofplatz. Samstag-Abend: Gemütliche Vereinigung der Teilnehmer und Angehörigen im Bellevue-Terminus. Sonntag, den 10. Februar: 8.30 Uhr: Beginn der Startprüfung auf dem Offiz. Parkplatz in Engelberg. 11.30 TJhr: Offiz. Bankett im Hotel Hess. 14-00 Uhr: Start zur Slalomprüfung auf dem Eisfelde. 21.00 Uhr: Beginn des Autoballes im Konzertsaale des Grand Hotels. 22.30 Uhr: Offizielle Preisverteilung. Die Startliste. Dr. Rudoll Rammclmeyer, Samen (Ford) Bucher Jos., Luzern (Delage) Infeld Hans, Hergiswil (Chrysler) Knch £dy, Luzern (Balilla) Weber Hans jun., Suhr (D.K.W.) Epper, Ernst. Luzern (Ghrysler) Bürgisser Adolf. Luzern (Renault) Moret Werner, ZUR (Opel) Häsler Walter, Interlaken (Mercedes) Lienhard Walter, Luzern (Nash) Brauchli Edy, Zürich (Wanderer) Corrodi Arthur, Zürich' (R5hr-Junior) Klöti Walter, Zürich (Röhr-Junior) Dietrich Hans, Zürich (Röhr-Junior) Campolon?o Emil, Zürich (Hanomas «Rekord») Eberhard Hans, Zürich (Opel) Baumann Georges, Zürich (Peugeot) Bossart Adolf, Zürich (Mercedes) X. Zürich, (Mercedes). - urbsser Preis von Montreux. Die Vorbereitungen für den Grossen Preis von Montreux gehen .rasch vorwärts. Die verschiedenen Komitees arbeiten alle mit Hochdruck. Wie wir gemeldet haben, Wird dieses Jahr der frühere sog. Propagandafonds durch einen Betriebsfonds ersetzt werden. Der einzelne Anteil beträgt 25 Franken und gibt dem Unterzeichner die Möglichkeit, einen Tribünenplatz im Maximalwert von 15 Fr. zu erhalten, im ferneren hat er Anspruch auf ein eventuelles Benefiz, von dem % auf die Anteilschein-Inhaber entfallen. Die Zeichnung hat dieser Tage begonnen und man hofft, auf diese Weise die Veranstaltung finanziell sichern zu können. Unfall von Louis Braillard. Der junge schweizerische Rennfahrer Louis Braillard hat kürzlich einen ernsthaften Skiunfall erlitten und wird voraussichtlich im Verlaufe der ersten Monate der neuen Saison kaum an einem Rennen teilnehmen können. Sv»«»»4 mmn Ausland Internationale Sternfahrt nach Marokko. Der Automobil-Club von Marokko hat letztes Jahr erstmals im Frühling eine internationale Sternfahrt nach Casablanca durchgeführt, die in ihrem ganzen Aufbau verblüffend grosszügig gehalten war. Die Veranstaltung vereinigte überraschend viele Konkurrenten aus allen europäischen Ländern und wurde zu einem erstaunlichen Erfolg. Die Organisatoren schreiben die Sternfahrt nun auch für dieses Jahr aus; sie kann jetzt bereits zu den bedeutendsten touristischen Langstreckenprüfungen gezählt werden und rangiert direkt hinter der Monte Carlo Fahrt und der internationalen Alpenfahrt. Die vom 23. April bis 3. Mai stattfindende Veranstaltung hat selbstverständlich den Zweck, die Entwicklung Marokkos als Touristenland zu fördern. Die landschaftlichen Schönheiten des Gebietes und die grosszügig ausgebaute Fremdenverkehrs-Organisation sollen einer möglichst grossen Anzahl ausländischer Teilnehmer vor Augen geführt werden. Die gesamte Konkurrenz zerfällt in zwei grosse Teilwettbewerbe, nämlich die eigentliche Sternfahrt mit neun verschiedenen Fahrstrecken und die Einheitsfahrstrecke auf afrikanischem Gebiet. Die europäischen Konkurrenten können an den folgenden Punkten starten: Paris, London, Brüssel, Berlin, Warschau, Prag und Rom, während die afrikanischen Teilnehmer in Sfax aufbrechen. Die Europäer haben dann als Ziel Gibraltar und die Afrikaner Tanger zu erreichen. Die von den Startpunkten aus zu befahrenden Strekken sind in ihrem Verlaufe vorgeschrieben, damit die geringeren Entfernungsunterschiede so weit als möglich durch Geländeschwierigkeiten ausgeglichen werden. So führt beispielsweise die Route von Brüssel über Strassburg - Basel - Paris - Genf - Bordeaux nach Gibraltar (3741 km), die von Prag über Basel - Brüssel - Boulogne - Paris - Bordeaux (3744 km) usw. Die Sternfahrt nach Gibraltar bzw. Tanger muss mit der Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/St, befahren werden. Die Wagen werden in die Klassen bis 1500 und über 1500 ccm eingeteilt. Die eigentlichen Schwierigkeiten der Konkurrenz beginnen erst nach der Ueberfahrt von Gibraltar nach Tanger. Der zweite Teil der Fahrt besteht in einer Prüfung, die sich durch ganz Marokko erstreckt. Sie umfasst die folgenden Etapen: Tanger-Fez-Meknes (703 km), Meknes-Marrakesch (557 km), Marrakesch-Agadir (580 km), Agadir-Casablanca (567 km). Diese Strecken werden etappenweise kontrolliert. Die Stundenmittel sind für jede Gruppe verschieden gross, und zwar betragen sie für die erste Etappe 70 km/St., für die zweite 68 km/St., die dritte 55 km/St, und die vierte 75 km/St. Die Durchschnitte sind also ganz ausserordentlich hoch, es dürfte auch erinnerlich sein, dass letztes Jahr die Innehaltung dieser Mittel den Konkurrenten unglaubliche Mühe bereitete. In Tanger ist eine obligatorische Bergprüfungsfahrt eingeschaltet, bei der die Wagen in vier Klassen eingeteilt sind. In Meknfcs werden gleichfalls besondere Prüfungen durchgeführt, nämlich eine Beschleunigungsfahrt über 500 m und eine sofort anschliessende Rückfahrtsfahrt über 50 m. Nach der Ankunft der Konkurrenten am Ziel in Casablanca werden die Wagen einer genauen technischen Prüfung unterzogen. Bei Punktgleichheit haben die betreffenden Konkurrenten noch eine Zusatzprüfung zu bestehen, die im Prinzip der Brems- und Beschleunigungsaufgabe in Meknes entspricht. Das Reglement sieht sowohl ein Gesamtklassement wie eine Bewertung nach Klassen vor. Der Gesamtsieger erhält 20,000 französische Franken und einen wertvollen Kunstgegenstand, der Zweite 15,000 franz. Unerreichter Sicherheitsgrad des Vorderradantriebes mit „Monocoque"-Karosserie Fabelhafte Strassenhaltung. Kein zweiter Wagen fährt im Schnee und auf nassen Strassen besser und mit grösster Sicherheit als der CITROEN mit Vorderradantrieb Probieren Sie ihn, damit Sie sich davon selbst überzeugen können. 100 Stkm. Brennstoffverbrauch ungefähr 9 Liter pro 100 km. Motor 72 x 100 mit hängenden Ventilen. Zylinderblock mit eingesetzten Laufbüchsen. Der komfortabelste und sparsamste Wagen Verwenden Sie für die Schmierung ausschliesslich Mobiloil OSTHOMM GENF Rue Plantamour 26-30 ZÜRICH Utoquai 25 Fr., der Dritte 8000 franz. Fr. usw. Der Slfrger der kleinen Wagen wird mit 8000 franz. Franken und einem wertvollen Kunstgegenstand belohnt. An der Prüfung können auch Omnibusse teilnehmen; der Sieger dieser Gruppe erhält 5000 franz. Fr. und einen Kunstgegenstand. Die Nennungen sind bis zum 1. März an das Generalsekretarjat des AutomobüeXlub Marocain, Casablanca, Avenue du General d'Amade, zu richten. Die Meldegebühr beträgt pro Wagen 1250 franz. Fr., dabei sind in dieser Summe eine Haftpflichtversicherung und die Kosten der SchiffsbeförderunK des Wagens und der Insassen über die Strasse von Gibraltar mit inbegriffen. Die letztiährige Marokkofahrt endete mit dem Sieg von Bravard auf Essex vor Friedrich (Bugatti), Real (Renault) und von Guillaume (Adler). bo. Damen-Tourenprüfungsfahrt Paris-St Raphael. Zum siebenten Male findet in diesem Jahre die internationale Damen-Tourenprüfungsfahrt Paris—St. Raphael statt, bekanntlich die einzige internationale Konkurrenz, die lediglich für Fahrerinnen reserviert ist Das Reglement folgt in den Grundzügen den Bestimmungen der letzten Jahre. Der Anlass dauert vom 27. Februar bis zum 3. März und wird vom Automobil-Club du Var geleitet Die Konkurrentinnen haben folgende Strecke zu befahren: Paris, Orly, Fontainebleau, Nevers, Vichy, Bourg, Chamböry, Grenoble, Digne, Marseille, Toulon, St. Raphael. Als Etappenendpunkte gelten Vichy, ChambSry, Digne, Toulon und St. Raphael; die Gesamtstrecke ist 1166 km lang. Für die verschiedenen Etappen sind bestimmte Geschwindigkeiten vorgeschrieben, die von den Konkurrentinnen Innegehalten werden müssen. Im fernem werden noch zwei Spezialwettbewerbe eingeschaltet, nämlich ein Bergrennen von Pougues bei Nevers über einen Kilometer und ein Geschwindigkeitsrennen mit stehendem Start über 500 Meter in Marseille. Die bis zum Schlüsse nicht mit Strafpunkten bedachten Konkurrentinnen werden nach den Ergebnissen einer Brems- und Beschleunigungsprüfung klassiert. Die Fahrzeuge sind in die folgenden Klassen untergeteilt: Bis 1100 ccm, bis 1500 ccm, bis 1800 ccm, bis 2200 ccm, bis 3100 ccm und über 3100 ccm. Das Reglement sieht eine Gesamtwertung und eine Wertung nach Klassen vor. Die Veranstaltung verfügt insgesamt über Preise im Werte von 85 000 französischen Franken; davon entfallen 48000 frz. Franken auf Barpreise und 37 000 auf Ehrenpokale und weitere Kunstgegenstände. Alle Konkurrentinnen, die keine Strafpunkte erhalten, werden mit der Goldmedaille belohnt. Die Siegerinnen jeder Klasse bekommen zudem noch 2000 französische Franken, und die erste Fahrerin des Gesamtklassements 5000 franz. Franken, die zweite 4000 franz. Franken usw. Ferner gelangen eine grosse Anzahl von verschiedenen Pokalen zur Verteilung. Die Nennungen sind bis zum 17. Februar mit dem Nenngeld von 300 franz. Franken an den Automobil-Club du Var, 17, rue Mirabeau, in Toulon, zu richten. Die letztjährige Damen-Tourenprüfungsfahrt nach St. Raphael gewann Mme Dubuc- Taine auf Hotchkiss. Im Anschluss an die Fahrt findet am 4. März in Cannes noch eine für die Teilnehmerinnen obligatorische Automobilschönheitskonkurrenz statt Wie wir erfahren, besteht im übrigen in Kreisen des Schweiz. Damen-Automobilclubs ein grosses Interesse für diese Konkurrenz, und es ist auch die Entsendung einer schweizerischen Equipe beschlossen worden. Wo steckt Stuck ? So möchte man angesichts der verschiedenen, sich ständig widersprechenden Meldungen fragen, die seit zwei Tagen zirkulieren. Die einen wissen ihn auf der Fahrt nach Ungarn, wo er mit dem Stromlinien-Rennwagen der Auto-Union Rekordversuche in Gyon unternehmen werde, die andern wollen ihn bereits in Budapest gesehen haben und betonen, dass Stuck gar keine Rekordangriffe plane, sondern nur blosse Versuchsfahrten, und die dritten endlich melden von seiner bereits erfolgten Abreise nach Italien, da in Ungarn zu viel Schnee liege, und das Programm geändert worden sei. Also, viel Lärm um «Hans >, den man hoffentlich bis zur Herausgabe der nächsten Nummer wieder entdeckt hat- Eine Tourenwagenkategorie an der MHle Miglia. Das Reglement für die diesjährige Mille Miglia, die am 14. April mit dem alten Glanz aufgezogen wird, ist dieser Tage der Sportkormnission des R.A.C.I. zur Genehmigung vorgelegt worden. In seinen Hauptzügen weist es gegenüber den früheren Bestimmungen keine Aenderungen auf, hingegen ist das Rennen dieses Jahr auch für sportsmässige Tourenwagen offen, die überal 1 im Handel zu kaufen sein müssen. Für diese Gruppe wird eine besondere Wertung durchgeführt und es kommen auch spezielle Preise zur Verteilung. Die Hinzufügung der Tourenwagenkategorie, die die Bedeutung der Mille Miglia noch erhöht, ist die Folge des Ausfalles der zweiten Italien-Rundfahrt