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E_1935_Zeitung_Nr.008

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feine Firma stand er an

feine Firma stand er an der Tür und räu-besperte sich. haben wir noch 12 besondere Feiertage im 13 Tage! Rechnest du auch mit? Dann «Was gibt's, Tobby?» forschte Mr. Stetson Jahr — Busstag, Unabhängigkeitsfeier, Waffenstillstandstag usw. — ziehen wir sie ab — und legte einen jovialen Klang in seine von Natur etwas ölige Stimme, «einer, der mich was bleibt dann übrig?» sprechen will?» «No Sir —», murmelte Tobias und gab sich Tobby erhob sich schwankend. einen Ruck, «es ist nur wegen des Mäd- «Ein Tag, Herr Rechtsanwalt, ein einziger chens, das Sie gestern hinausgefeuert haben — wer soll denn nun unsere schriftlichen Arbeiten erledigen?» «Wer —?», unsägliches Erstaunen legte sich auf die Züge des Inhabers von Stetson & Walker, «. . . na, du natürlich 1 Wer sonst?!» Tobias kam einen Schritt näher und zog sich die Krawatte gerade. «Mr. Stetson>, stammelte er und trat von einem Bein auf das andere, «sehen Sie, ich mache jetzt schon den Bureauvorsteher, den Hausdiener und die Putzfrau — soll ich nun auch noch die Sfenotypistin ersetzen? Alles für 10 Dollar die Woche — die Sie mir noch dazu seit zwei Monaten schuldig sind?» William Stetson zündete sich eine Zigarre an. «Gerade herausgesagt also: du willst Gehaltserhöhung haben, was?» «Yesser!» stiess Tobias mit Nachdruck hervor und erschrak über seine eigene Kühnheit. «Hm —», brummte sein Chef gedankenvoll und schien zu überlegen, «setz dich mal da auf den Stuhl!» Tobby gehorchte mit schlotternden Hosen — was mochte wohl jetzt für ein Gewitter kommen? «Sag mal, mein Alter — du hast wohl schlecht geschlafen, was? Wie lange schläfst du eigentlich pro Tag?!» Eifrig versicherte Tobias, dass sein Schlaf durchaus nichts zu wünschen übrig Hesse, er ginge regelmässig um 11 Uhr zu Bett und wache um 7 Uhr auf. «Na also —*, triumphierte Stetson, «nimm Papier und schreib mal auf: 8 Stunden Schlaf pro Tag!» Kopfschüttelnd gehorchte der kleine graue Mann. «Hast du: 8 Stunden Schlaf — ein Drittel deines Lebens! — Wir wollen das mal umrechnen. Das Jahr hat 365 Tage, ein Drittel — das sind allein 122 Tage! 365 weniger 122 macht 2431 Stimmt das?» Tobias nickte — wo wollte der Alte nur hinaus...? Der war aufgestanden und schritt in dem Bureau auf und ab. «Ausserdem hast du täglich 8 Stunden frei 1 — das sind abermals 122 Tage pro Jahr. Schreib auf: von 243 abgezogen noch 121 Tage.» Tobby wischte sich den Schweiss von der Stirne. «Jetzt gehen die Sonntage ab. 52 Sonntage pro Jahr — bleiben noch?» Tobias rechnete. «69 Tage», murmelte er. Zum Teufel, es wurden nicht mehr! «Schön», bestätigte Mr. Stetson und.wurde immer munterer* «Nun, weiter: Samstags arbeiten wir nur bis mittags. Das sind jährlich 52 halbe oder 26 ganze Tage. Zieh sie von den 69 ab, mein Liebling, wieviel haben wir dann noch?» «43, Sir ...» «Allright! — jetzt kommt die Tischzeit: eine Stunde pro Tag. Das macht — Moment mal — 16 Tage! Was bleibt dann noch übrif?... 27 Tage!» Tobias versuchte aufzustehen. «Mt; Stetson, ich möchte...» «Bleib nur sitzen, old fellow, wir sind noch nicht fertig. Die Ferien wollen wir nicht vergessen: 14 Tage Sommerurlaub — blei- Eine neue Erika! Modell 6 mit vollwertigem Setz atviiator 44 Tasten, Stechwalze, normalbreite Walze, dem wunderbar leichten Anschlag und allen anderen konkurrenzlosen „Erika"-Vorteilen Alle Einrichtungen einer „Büromaschine" zum Preise einer Kleinmaschine! Sie müssen die neue Erika gesehen und probiert haben, bevor Sie eine Maschine anschaffen; es gibt keine bessere! Und zahlen können Sie auch in Monatsraten, sogar nur Fr. 20.— monatlich. Verlangen Sie ausführlichen Gratisprospekt E 6 durch den Generalvertreter: W. HftUiLER-ZEPF, ÖLTEN üosenenen BAHNHOF BÜFFET Umladestelle für die Auto« nach und von Airolo. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit. Auskunft über Fahr- und Transport Verhältnisse. TeL 11. (Nicht zu Verwechseln mit Hotel Bahnhof.) Höfliche Empfehlung Steiger-Gurtner. Tag bleibt noch!» Er schaute irr nach der Tür und war nass von Schweiss. 125.000 VUichst%asseit= Systeme entdeckt In einem auch für die Fachleute aufsehenerregenden Vortrag in Cleveland, teilte Prof. Harlow Shapley, der Direktor des Harvard Observatoriums mit, dass in den letzten Wochen überraschende Feststellungen im Universum gelungen seien. Neben neuen Feststellungen seien die Beweise für andere, schon früher theoretisch ermittelte Vorgänge gefunden worden. Eine der interessantesten Beobachtungen war jedenfalls, dass sich das Universum in einem Teil seiner Weiten mit einer Geschwindigkeit von 40,000 Kilometer in der Sekunde ausdehnt. Aber nicht überall herrscht Expansion. Itl anderen Stellen zieht sich die Welt zusammen, an dritter Stelle ist sie in einem gewissen momentanen Ruhezustand. Unsere arme kleine Erde wird nicht gerade zart behandelt von den Astronomen, die ihr einen Platz in der stillen Strassengasse gewissennassen einräumen. Das wird man verstehen, wenn man erfährt, dass mit den neuen Mess- und Sichtgeräten nicht weniger als 125,000 Milchstrassensysteme entdeckt wurden, die über Sterne verfügen, die 30,000 mal grösser sind als unsere liebe kleine Sonne und auch entsprechend heller. Von den 125,000 Milchstrassensystemen soll jedes rund 30,000,000,000 Sterne haben. Offenbar kommt es bei diesen Inflationszahlen auf eine Million mehr oder wenig nicht mehr an. Prof. Shapley teilte mit, dass man bisher ia nur Vermessungen bis zu Sternen 18. Grosse habe machen können, weil die Teleskope nicht ausreichten. Wenn das 5 Meter- Teleskop in Kalifornien fertig sei, komme man bis zu den Sternen 22. Grosse. Damit aber würden die Grenzen der Forschung 64fach erweitert Jedenfalls rechnet man damit,, und die Kolonne bis nach Luzern anführte. Wenn auch nur einhändig lenkend, da mit der andern Hand die Ausenlider offen gehalten werden muss-' ten. Um 3 Uhr nachts kamen die «vier Aufret. ten» wie lebendige Tote in Luzern an. und fndärekt hatten sie wohl soviel geleistet wie die Fahrer des Grand Prix selbst. Allerdings, eines haben sich die jungen Luzerner vorgenommen, sie werden eine derartige Reise nie mehr ausführen, und den nächsten Grand Prix hoffen sie dann mit dem Automobil besuchen zu können.» Th. W Haaswasche man solide beisst Wenn sie jahrzehntelang nicht reitst, Weshalb auch jede kluge Braut AufW&S den Ehstind baut. Wft8 Leinen für Aussteuern sind in Detailgeschäften erhältlich Fabrikanten: Worb * Seheltlin A. Q., Burgdorf Berücksichtigt die Inserenten dieses Blattes!

N° S - 1935 AUTOMOBIL-REVUE 15 3)ie BüchexCesenden Scauentzwunex"... tüas !Buch ~ ein 5ieind dm Stau,? Seit es Bücher gibt, waren sie auch Freunde der Frauen und die Frauen Freunde der Bücher. Gar manche Zeugnisse aus mittelalterlichen Frauenklöstern berichten von der hohen Schätzung und Liebe, die die Bücher dort genossen. Auch wissen wir von vielen der galanten Damen des französischen Hofes, dass sie entzückende und kostbare Bibliotheken besassen. In unsern Gegenden, wo der Anteil der Frau an der allgemeinen Bildung vm die Wende des 18. Jahrhunderts bemerkbar wird, finden sich damals, ausser den bibliophilen Neigungen einiger hoher Darren und den Bibliotheken der wenigen D/ichterinnen und Schriftstellerinnen, nur schwache Anzeichen einer ausgeprägten Einstellung der Weiblichkeit zum Buch. Wte man in jenen Tagen über die Lektüre das weiblichen Geschlechts dachte, war vor kurzem in der Zitierung einiger Stimmen aus der damaligen Zeit in der «Kölnischen Zeitung» zu lesen. Unsere Leserinnen werden sich dafür gleichfalls interessieren. Die Gottsched in, wie man im Stil der Zeit die Gattin des einst so mächtigen Literaten und Sprachreformers nannte, eine ausserordentlich belesene Frau, die selbst eine ansehnliche Bibliothek besass, teilt in einem ihrer Briefe ihre Ansicht über die weibliche Lektüre wie folgt mit: «Sie thun sehr wohl», schreibt Sie an ihre Freundin Wilhelmine Schulz, «dass Sie Ihre müssigen Stunden aufs Lesen wenden; aber noch besser thun Sie, dass Sie einen klugen Freund über die Wahl Ihrer Bücher zu Rate ziehen. Glauben Sie mir, Mademoiselle, es ist einer der grössten Fehler junger Personen beiderlei Geschlechts, dass sie ohne Wahl so viele Bücher lesen und also auch ohne Nutzen viele an sich selbst nützliche Schriften durchblättern. Gar keine Neigung zum Lesen ist nicht so übel, als nachteilige, MAGENSCHMERZEN sind äußeret unangenehm Dieselben verschwinden aber nach kurzer Zeit beim Gebrauch von „COLUMBA"-Magenpulver unschädliches Mittel eegen Verdauungsstörungen Gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen. Magenkrampf. Debelkeit. Erbrechen. Magendrücken. Sodbrennen. Blähungen, Aufstossen. übelriechenden Atem. Preis pro Schachtel Fr. 8.—. Machen Sie einen Versuch und Sie werden von dessen Güte wie schon Hunderte anderer Runden überzeugt sein. Einzig erhältlich bei Apotheke zur Taube, Schaffhausen mag so gut sein wie er will, aber die Wirkung der besten Zeichnung ist in Frage gestellt, wenn die Clichierung nicht genügend scharf ist. Wollen Sie sicher sein, dass aus Ihrem Entwurf bei der Reproduktion das Aeusferste an Wirkung herausgeholt wird, dann lassen Sie ihn bei uns clichieren. Wir sind nicht umsonst für grösste Reklameverbraucher alleinige Clichelieferanten. A MaMuuUL TCL2B222 BERMiF chenden Gift im Verstand und im Herzen unheilbare Wunden zurücklassen)» Noch, kräftigere Worte gegen das Lesen der Frau gebraucht der schweizerische Buchhändler und Aufklärer Heinzmann. In. seinem «Appell an meine Nation» (Bern 1795) finden sich nachfolgende starke Bedenken : ilch werde auch immer mehr und mehr überzeugt, dass die Belesenheit und der Witz unsrer heutigen Frauenzimmer, oder, wenn man will, ihre Ausbildung, geradezu dem menschlichen Leben entgegen ist. Die Geschlechtstriebe erwachen früher, luxuriöse Bücher befördern den Eckel an Arbeit und stiller Sittsamkeit. Bis eine einzige Frauensperson eine vernünftige Anwendung von der Lektüre zu machen weiss, werden dagegen hunderte sein, die sich damit überfüttern und ihrem Kopf und Herzen eine falsche Richtung geben. Wenn eine junge Tochter nicht unter der Aufsicht einer verständigen Mutter oder eines klugen Vaters liest, so zittere ich vor den Folgen, und es ist mir fast zur Gewohnheit geworden, sogleich zu ahnden, dass es in dem Köpfchen spuckt, wo Büchereitelkeit eingehaust hat. Ich sah schon so viele wie die Engel sprechende und wie die Teufel handelnde Frauen, die in der Kenntnis aller neuen Bücher besser zu Hause waren als ihre gelehrten Männer — aber diese Männer hätten alle diese Weisheit gern entbehrt, sie fühlten sich dabei nicht am besten; eine emsige, treue, fromme und einfach gebildete Hausmutter würde sie glücklicher gemacht haben; aber die wenigsten Frauenzimmer, die durch Bücherlesen sich bilden, haben diesen Zweck. Es ist eine grosse Seltenheit, wenn eine Frau vieles liest, dass doch ihre Weiblichkeit dabei nicht leiden sollt Ich habe Briefe von Frauenzimmern gesehen, die über ihre Pflichten so vortreffliche Urteile enthielten, dass man einen Himmel in ihrem Besitz hätte glauben sollen; aber wie ganz anders fand sich's im wirklichen Leben! Sie waren nachlässig, schmutzig, unordentlich, zet* streut, voll Kaprizen und Launen; sie waren verständige, vortreffliche Gesellschafterinnen, nur im eigenen Haus ging alles verkehrt. hracwaiEffra Stadttheater Abe ° as „ 8 ***•_• die Religion oder die Sitten anstössige Schriften zu lesen. Ich behaupte sogar, dass eine tiefe Unwissenheit, zumal bei unserm Geschlecht, viel eher zu entschuldigen und zu heben ist als eine schädliche Kenntnis gefährlicher Bücker, die gleich einem schlei- nachmittags 3 Uhr. Mi. abend 30. Jan. Die Walküre (B-Ab. 10), Oper von R. Wagner. Do. abend 31. Jan. Grüezi. •, ft nhpnil 1 Feh D '