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E_1935_Zeitung_Nr.010

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Schweizerische Rundschau

Schweizerische Rundschau Woher unsere Gäste kommen. Wir haben schon früher darauf hingewiesen, in wie erfreuliche? Weise das Total der in die Schweiz eingereisten Autotouristen sich im Jahre 1934 wieder erhöht hat. 267,294 fremde Wagen sind in die Schweiz eingefahren, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 37,145 bedeutet. Trotz allem also von Jahr zu Jahr eine Steigerung, während die Bahnen von Minderfrequenzen berichten müssen. Die Oberzolldirektion hat nun noch, ergänzende Zahlen zu obigem Totalresultat veröffentlicht, die die Verteilung auf die verschiedenen Staaten recht deutlich zum Ausdruck bringen. Die Tabelle ist äusserst instruktiv, gibt sie doch dem schweizerischen Propagandadienst wertvolle Fingerzeige, wo vor allem mit der Werbung einzusetzen ist. Allerdings ein absolut zuverlässiges Bild kann auch die nachfolgende Tabelle nicht vermitteln, denn es sind hier z. B. wohl alle Einreisenden mit provisorischer Eintrittskarte registriert, während die Triptyk-Besitzer jeweils nur bei ihrer ersten Einfahrt statistisch festgehalten, werden und die übrigen Male beim Grenzübertritt nicht mehr vermerkt werden. Wenn man nun weiss, dass besonders die Deutschen sehr viel mehr mit Triptyk reisen als z. B. die Franzosen, die sich fast ausschliesslich der provisorischen Eintrittskarte bedienen, so ist einleuchtend, dass das Total der aus Deutschland Eingereisten nicht ohne weiteres mit demjenigen von Frankreich verglichen werden kann. Ursprungsland 1934 1933 Frankreich und Monaco 141084 130225 Deutschland und Danzig 53 247 45 396 Italien 47112 82637 England, Schottland, Irland, Island 5 575 4 877 Oesterreich 4 426 3 844 Niederlande 5 459 4 352 Belgien 4 363 4 432 Amerika (Nord und Süd) 1162 1110 Ungarn, Jugoslawien, Tschechoslowakei, Polen 1580 1344 Rumänien, Bulgarien, Albanien, Griechenland 267 184 Dänemark, Schweden, Norwegen 722 430 Spanien, Portugal 1131 726 Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Russland 7« 39 Afrika (Marokko, Aejypten, Tunia etc.) 1025 : 706 Asien (Türkei) . -53 31 Australien , , 12., B 1,6 267 294 230 349 Eine Verminderuns: der einreisenden Automobilisten lässt sich glücklicherweise nur aus Belgien und Australien feststellen. Die Verminderung ist zudem so gering, dass sie wohl mehr auf eine zufällige Schwankung zurückzuführen ist. Mehr als die Hälfte sämtlicher Einreisenden entfällt wieder auf Frankreich und Monaco, wobei sich das prozentuale Verhältnis etwas verschlechtert hat, nämlich 1933t 56,53 Prozent, 1934: 52,78 Prozent; aber wie schon oben erwähnt, darf auf diese Zahlen nicht allzusehr abgestellt werden infolge der verschiedenen statistischen Behandlung von Triptyks und provisorischer Eintrittskarte. Nach Frankreich kommt zahlenmässig Deutschland mit Danzig, wobei prozentual zur Gesamtzahl eine leichte Steigerung festzustellen ist, nämlich von 19,7 Prozent auf 19,92 Prozent. Italien, die Niederlande, ferner die Gruppe, welche gebildet wird aus Auto 5 Windschutzscheiben für den « Blue Blrd ». Zu dem Arsenal von Ausrüstungs- und Hillsgegenständen, die Sir Malcolm Campbell nach Daytona mit sich nimmt, wo er Mitte Februar dem Geschwindigkeits-Weltrekord zu Leibe rücken will, gehören u. a. 5 Windschutzscheiben und 12 Paar Schutzbrillen, alle mit verschiedener, sorgfältig abgetönter Färbung. Campbell missi nämlich der Wahl der richtigen Farbtönung der Windschutzscheibe und der Schutzbrille zur Gewährleistung einer genügend guten Sicht grösste Bedeutung bei. Je nach den Beleuchtungsverhältnissen wird er bei den Rekordversuchen eine andere Farbenzusammenstellung wählen. Die Herstellung der verschieden abgetönten Gläser soll die Triplex- Fabrik mehrere Monate lang beschäftigt haben. Aus dieser Einzelheit ist zu erkennen, dass die Vorbereitung und Schaffung eines neuen Weltrekordes doch nicht gar eine * so einfache Angelegenheit ist, wie es sich mancher vorstellt. - Amerikas Automobilproduktion. Für das f 1. Quartal des laufenden Jahres wird die amerikanisch-kanadische Automobilerzeugung auf über eine Million Einheiten geschätzt. Die grossen Automobilfabriken sollen bis April bereits ausverkauft sein. Betrunkene Motorfahrzeugfilhrer am Pranger.. Der Polizeipräsident von Königsberg hat ein probates Mittel gefunden, um die betrunkenen Automobilisten empfindlich zu strafen. Ihre Namen, werben nämlich öffentlich angeschlagen. Es fürchtet sich nun doch mancher davor, so an den Schandpfahl zu kommen, und das Ergebnis ist eine, Abnahme der Unfälle, die von alkoholisierten Fahrzeuglührern verschuldet wurden.,Es würde vielleicht nichts schaden, wenn man auch bei uns etwas weniger diskret liriif diesen Brüdern verfahren würde. Ungarn, Jugoslawien, der Tschechoslowakei und Polen, sowie diejenige von Rumänien, Bulgarien, Albanien und Griechenland, auch die skandinavischen Länder, sowie diejenigen der iberischen Halbinsel, die baltischen Staaten und Nordafrika zeigen sowohl eine absolute als auch eine prozentuale Steigerung im Rahmen des Gesamtergebnisses. Eine zah^ lenmässige Zunahme, aber eine prozentuale Verminderung- gegenüber den andern Staaten weisen Grossbritännien mit Island; Öester,^ reich und Nord- und Südamerika auf. Für das Verkehrsteflungsgesetz. Auf dem schweizerischen freisinnig - demokratischen Parteitag in Bern stand auch das Verkehrsteilungsgesetz zur Diskussion. Nachdem Befürworter und Gegner zum Worte gekommen waren, wobei neben Ständerat Dr. Keller be* Sie fuhren mit dem Motorboot des Fischereiaufsehers hinaus. Sie sprachen gut mit ihm, jeder von den Herren, und dass es keine hohe Strafe sein würde. Und er nickte, aber alles an seinen Bewegungen war noch langsamer und schwerer als sonst, als habe man etwas zerbrochen in ihm und nur ein dünnes Gelenk halte die zerbrochenen Teile zusammen. Und ausserdem hatte er auf das. Wasser zu sehen und auf die Stelle im Rohr, wo er mit weissen Füssen vor ihm gesessen.hatte.. Sie hoben die Fäuste gegen ihn und schrien, das ganze Dorf, und der Staatsanwalt musste befehlen, dass die Beamten die Gummiknüppel in die Hand nahmen. Sie fanden alles, wie Marte es erzählt hatte. Das Messer stak noch in seinem. Herzen, und der Gerichtsarzt, nachdem er ihn untersucht hatte, sagte,, dass auch das andere wahr sei, was sie von der Gewalttat erzählt hatte. Auf dem Herd, in Oelpapier flüchtig eingeschlagen, lagen die Bilder, und der Pfarrer erkannte fünf Mädchen aus dem Dorf unter den Phptographien, In der grossen Stube des Gemeindevorstehers fanden die Vernehmungen statt. Die Mädchen leugneten nicht. Es gab keine Widersprüche oder Dunkelheiten, nur die Blindheit eines fanatischen Glaubens. Keine Schuldigen, keine Mitwisser, keine Verdächtigen. Sie trugen die Leiche zum Boot und fuhren ab. Das Stampfen des Motors war noch lange in der stillen Septemberluft zu hören. Der Pfarrer Hess das Dorf bei dem Gemeindevorsteher zusammenkommen und erzählte, wie alles gewesen sei. Sünde sei geschehen, von dem Toten und von ihnen. Aber sie möchten es nun als ein Zeichen nehmen, dass Fluch auf dem Wege zur Goldenen Stadt liege und bleiben und von den falschen Propheten und ihrer Lehrer lassen. Aber sie starrten finster zu Boden und schwiegen und betrachteten ihre Stöcke, und der erste, den der Pfarrer um seine Meinung ansprach, sagte, das er keine Zeit habe und packen müsse zu der grossen Reise. Und nach Ihm drängten die andern sich hinaus, und nur die Jungen blieben zurück, die nicht mitgingen und sich nun als Knechte verdingen mussten. Der Pfarrer war ein' schwergewachsener Mensch, an Leib und Seele, und alle Leidenschaften standen lange wie vor einer Schleuse, bis sie ihn hineinbrachen. Aber nun hob er doch die Fäuste und schrie: «So geht zum Teufel in des Teufels Namen!» Und es half ihm nichts, dass er es gleich bereute und vor Scham errötete. Er stutzte sich schwer auf seinen Stock und ging langsam den Weg zum Fährhaus hinunter. Es gab keine Vorhänge mehr an den Fenstern des Dorfes und keine Blumen. Kisten und Körbe standen' auf den Höfen, und die Hunde schlichen geduckt über die Strasse, weil sie wussten, dass sie .herrenlos waren. Im, zwanzigsten Jahr sass der Pfarrer im Dorf, und er ging mit niedergeschlagenen Augen durch seine Ernte. Jürgen sass auf der Fähre, und der Pfarrer setzte sich zu ihm. Das Wasser gab unter ihren schweren Gestalten nach, und sie sassen nun so, als ob sie ein wenig bergauf sähen, nicht auf den Spiegel des Wassers, sondern auf die Wipfel der jungen Erlen. AUTOMOBIL-REVUE 1935 ,- N» 10 kehrsstener befreit bleiben. Man hofft auf diese Weise den Inlandsabsatz erheblich steigern zu können. Unsere einheimische Industrie hätte eine ähnliche staatliche Unterstützung dringend notwendig! Stand des Reichsautobahnenbaus. Im November sind in Deutschland 66 km neue Reichsautobahnen in Bau genommen worden, so dass die gesamten Arbeiten sich auf eine Strecke von 177 km verteilen. Der Wert der den Unternehmern übergebenen Aufträge hat sich um 27. Mill. RM. auf 276 Mill. RM. erhöht. Während Ende Oktober an den Autostrassenbauten 77,477 Arbeiter beschäftigt waren, stieg diese Ziffer bis Ende November auf 83,863 an. Der Personalbestand bei den Geschäftsstellen der Autobahn hat sich aui 4100 Köpfe erhöht, d. h. dass unmittelbar bei den Reichsautobahnen 87$63 Steuerfreiheit für einheimische Wagen in Belgien. r r Fabrikneue Wagen einheimischer Fabrikation sollen künftig für die Dauer der ersten? zwei Jahre > ihres, ..Betriebes.,von der •\*schliessung des Landes. istiseh er sonders Bundesrat Pilet eine Lanze für die vorgesehene freiwillige Verständigung zwischen Bahn und Auto brach, wurde folgende EntschHessüttg gutgeheissen : < Daa auf einer freiwilligen Verständigung der Autoraobilin'taressenten mit den Eisenbahnen beruhend« Verkehrsteilungsgesetz iat berufen, unter Wahrung der wohlerworbenen Rechte des Autotransportgewerbes den für beide Teile unhaltbar gewordenen Konkurrenzkampf «wischen Schiene und Stfasse in eine geordnete Zusammenarbeit überzuführen und dadurch die schweizerische Wirtschaft, die sebjiesslich für die Entwertung des in den Eisenbahnen in-vestierten Volksvermögens und für die Lasten des Unterhaltes der Strassen aufzukommen hat, Tor weiterem Schaden zu bewahren. Die Versammlung gibt der Ueberzeugung Ausdruck; dasa die von den Gegnern der Gesetzesvorlage geübte Kritik vor dem Interesse der gesamten schweizerischen Volkswirtschaft an der Beendigung des verlustbringenden Kampfes zwischen Automobil und Eisenbahn zurückzutreten, habe und empfiehlt den Bürgern das Gesetz eindringlich zur Annahme. Die nationale Sternfahrt an den Genfer Salon. Früher als jedes Jahr ist das Reglement für die Sternfahrt an den Genfer Salon an alle Clubs und weitern interessierten Sportkreise zum Versand gelangt. Die Sektion Genf des A.C.S. macht es sich zur Pflicht, die diesjährige Veranstaltung aussergewöhnlich sorgfältig aufzuziehen und rechnet, angesichts des besondern Interesses, das diesmal die Sternfahrtformel verdient, mit einer grossen Beteiligung. Wir haben bereits in einer der letzten Nummern die Umrisse des Reglementes skizziert und erwähnen ergänzend, im Vergleich zu den früheren Sternfahrten, noch die folgenden, besonders bemerkenswerten Punkte: Die Sternfahrt wird nicht mehr, wie in frü* heren Jahren, nur in einer blossen Tourenfahrt an den Salon nach Genf bestehen, sondern sportlich grössere Aufgaben stellen. Das Befahren von sekundären Strassen wird nämlich diesmal besonders gewertet; jeder Kontrollort wird verschieden punktiert. Die sogenannte «Geschmeidigkeitsprüfung> Personen gegen 81,305 im Oktober beschäf-fälltigt waren. den letzten Jahren war es nicht zu verhin- als Zusatzprüfung dieses Jahr aus. In dern, dass die Resultate dieser Konkurrenz Persisches Automobil-Aussenhandelsmonopol. die Sternfahrtsergebnisse allzu stark beeinflussten. In Zukunft soll die Veranstaltung Nachdem in Persien durch die grosszügige Förderung des Strassenbaues die Motorisierung sich immer stärker entwickelt, tauchen ter beschränkt bleiben. rein auf ihren touristisch-sportlichen Charak- Projekte auf, die den gesamten Handel mit Die Ankunft in Genf erfolgt nicht mehr auf Automobilen und Zubehörteilen einem Staatsmonopol zu unterstellen versuchen. Zu die- der «Plaine de Pläinpalais » unweit des Salons, sondern vor dem Sektionslokal, 1, Place sem Zwecke soll eine Gesellschaft gegründet des Alpes, Genf, also gleich nach der Einfahrt in die Stadt. Auf diese Weise wird die werden, an der der Staat mit 51 % des Kapitals beteiligt sein wird, während die restlichen Mittel von Automobilimportfirmen aufgebracht werden sollen. Die Einfuhr von Au- Durchfahrt durch Genf mit den Schwierigkeiten des dichten Strassenverkehrs vermiedentomobilen und Zubehören soll künftig nur noch gegen Tausch von Perserteppichen erfolgen. eine sogenannte cAnkunftsnummer», und im Jeder Fahrer erhält bei seiner Ankunft Falle der Punktgleichheit wird demjenigen Grosszügige Strassenprojekte in Mandschuko. Konkurrenten der Vorrang gegeben, der bei der Ankunft die kleinere Ordnungsnummer Neben dem Bau von Eisenbahnlinien, wovon in den nächsten 10 Jahren allein 50,000 erhielt. Eine frühzeitige Ankunft kann also unter Umständen den Rang verbessern. km gebaut werden sollen, ist beabsichtigt, in der gleichen Zeit 60,000 km Strassen zu Als eine wichtige Ergänzung zum Reglement ist ferner die Ausschreibung eines neu- erstellen. Wenn auch diese Bauten in erster Linie nach rein strategischen Gesichtspunkten vorgenommen werden, $o bilden sie doch en Wanderpokals für die A. C. S.-Sektion zn erwähnen. Die drei bestklassierten Fahrer der gleichen Sektion erhalten den Pokal für die Gründlage der wirtschaftlichen Erein Jahr; der Wanderpokal kommt drei Jahre «Zwei Sünder, Jürgen», sagte der Pfarrer und fühlte gleich, dass sein Scherz misslungen war. Aber Jürgen hatte gar nicht gehört. «Sie sagen mir alle», fuhr er fort, als spreche er schon lange, «dass sie sie nicht lange behalten werden. Und das Ist gut. Aber auch das Gute ist noch Unrecht. Wenn Sie eine Kreuzotter treffen, Herr Pfarrer, dann schlagen Sie sie tot. Und Sie werden nicht bestraft. Weshalb soll sie da bleiben in dem grauen Haus?» Der Pfarrer malte mit seinem Stock Kreise auf das graue Holz der Fähre. «Wenn du anfängst zu hadern und zu grübeln», sagte er, «dann ist es aus. Siehst du, wenn das Dorf dich für eine Kreuzotter hält und totschlägt, dann wird es bestraft, weil es einen Menschen für eine Kreuzotter angesehen hat und dieser Mensch ist keine. Und wenn Marte jetzt am Strom entlang käme und sagte, dass sie freigelassen worden sei, dann würdest du froh sein und sie würde traurig und unruhig sein ihr ganzes Leben, sie und das Kind, das sie trägt. Denn wer Blut vergiesst, muss büssen, damit er wieder froh wird.» «Unruhig, ja, das könnte wahr sein, Herr Pfarrer.» «Ach, Doskocil, es sitzt nur ein Narr auf dieser Fähre und das bist nicht du. Zwanzig Jahre habe ich gepflügt hier. Sie dir die Ernte an, «Er hob den Stock und schlug einen Halbkreis um das Dorf. «Nein, Herr Pfarrer, das Ist wie mit meinem Hafer. Soll ich mich hinknien und die Stoppeln raufen? Wenn der Hafer nicht für mich *•» in Sdi nacheinander zur Ausschreibung, wenn er alle dreimal von der gleichen Sektion gewonnen wurde, geht er in deren Besitz über; Einer Ergänzung bedürfen noch die Bestimmungen über die Neutralisationsstunde und die Berechnung des Stundenmittels. Zwischen 12 und 1 Uhr ist bekanntlich eine Ruhepause eingeschaltet, deren Nichtinnehaltung wohl keine Bestrafung zur Folge- hat, sich aber dennoch nicht rentiert. Alle Kontrollen sind zwischen 12 und 1 Uhr geschlossen, so dass automatisch keine Kontrolle auf der Punktjagd übersprungen werden kann. Das Stundenmittel berechnet sich nach dem ganzen Parcours und nicht, wie früher, nach den einzelnen Etappen. "* Im übrigen veröffentlichen wir auf Seite 3 dieser Ausgabe den Streckenplan der Sternfahrt nach Genf mit den Kontrollorten und den in Luftlinie gemessenen Kilometer-Distanzen zwischen den einzelnen Punkten, bo. war, so wird der Roggen für mich sein, oderdie Kartoffeln, und wenn es auch damit nichts ist, so wird Gott vielleicht wollen, dass da wieder junge Bäume wachsen. Probieren muss man es und keine Angst haben.» Der Pfarrer stand auf. «Ich danke dir, Jürgen», sagte er und lächelte ein wenig in seinen Mundwinkeln. «Nun wissen wir beide, was wir zu tun haben.» Das Dorf wanderte aus. Aber kein Wagen fuhr über Jürgens Fähre. Sie machten alle den grossen Umweg bis zur nächsten Brücke, und Jürgen sah nur die Staubwolke über dem Wege und ab und zu eines der Kindergesichter, die von der Höhe der beladenen Wagen nach dem Strom hinüberblickten, an dem er stand. Und .in der Nacht erwachte er vom Geheul des Hundes. Ein roter Schein stand .im Zimmer, und als er vor die Schwelle trat, sah er, dass die Hütte Mac Leans brannte und die letzten Dachsparren in die funkenstäubende Glut stürzten. Und als das Schiff schon abgegangen sein musste, sass eines Abends, als er vom Wasser kam, Heini auf seiner Schwelle. Seine Kleider waren zerrissen, welkes Laub lag noch in seinem Haar, und sein Gesicht war grau vor Hunger und Erschöpfung, aber er lächelte mit seinem schmerzlichen Mund. Ja, er war in den Wäldern gewesen, bis es Zeit war, und nun war das Schiff schon auf dem Ozean. «Sie haben mich wieder genommen», sagte er und deutete mit dem Kopf auf das Dorf, «und wenn du mich brauchst, dann schlage wieder zweimal an das Eisen und ich werde da sein.* (Forts, im Autler-Feierabend.)

N° 10 - 1935 AUTOMOBIL-REVUC Das KHometerrennen von Grand-Saconnex. Wie wir kürzlich gemeldet haben, konnte das diesjährige Kilometerrennen von Grand- Saconnex anlässlich des Genfer Salon, dessen Wiederholung eine Zeitlang in Frage kam, wieder gesichert werden. Damit wird der Salon in gewohnter Weise mit der Sternfahrt und dem Kilometer lance von Saconnex eingeleitet. Die Organisation der Veranstaltung ist wiederum von der Sektion Genf des A.C.S. und dem Moto-Sporting- Chib von Genf übernommen worden. Als Rennleiter fungiert erneut der Sportspräsident der Genfer A.CS.-Sektion, Herr Geneux. Die Veranstalter planen in verschiedener Hinsicht Verbesserungen anzubringen, so soll beispielsweise nun auch ein Lautsprecher über den Verlauf des Rennens orientieren, auch die Chronometrierung soll modernisiert werden. Die Vorbereitungen befinden sich somit auf gutem Wege, so dass man mit einer erfreulichen Eröffnung der diesjährigen Saison rechnen darf. Sp»«»*tf £wn *»»!«>n«l Nuvolari bei Alfa-Romeo! Wieder offizieller Fahrer der Scuderla Ferrari. Nuvolari fährt wieder auf Alfa-Romeo! Das ist die grosse autosportliche Sensation des Tages, die weit über Italiens Grenzen hinaus mit grösstem Interesse aufgenommen werden dürfte. Nach monatelangen, mühsamen und delikaten Verhandlungen zwischen dem Konstrukteur der Alfa-Romeo-Wagen, Ingenieur Jano, dem Leiter der Scuderia Ferrari, Enzo Ferrari und Tazio Nuvolari ist am letzten Donnerstag in Piacenza endlich die Entscheidung gefallen. In Italien spricht man von einem eigentlichen «Vertrag von Piacenza », der Italiens besten Fahrer für die kommende schwere Saison mit dem stärksten Rennstall des Landes, welcher die Nation an den internationalen Rennen zu vertreten hat, verbindet. Nuvolari wird die ranze Saison ausschliesslich auf Alfa-Romeo- Wagen fahren. Es wird ihm die Aufgabe zufallen, auf den neuen Modellen des Mailänder Hauses in die Kämpfe einzugreifen. Nuvolari und Ferrari haben angesichts der Bedrohung der italienischen Stellung im internationalen Autosport alle persönlichen Meinungsverschiedenheiten fallen lassen und in einer anerkennenswerten Einmütigkeit sich zur gemeinsamen Abwehr der ausländischen Angriffe zusammengeschlossen. Kein Wunder, dass diese Versöhnung in einem ernsten Augenblick in Italien den nachhaltigsten Eindruck hinterlässt! Mit dem Eintritt des Mantnaners m die Scuderia Ferrari, die er bekanntlich vor anderthalb Jahren so brüsk verlassen hatte, kompletiert sich nun die Mannschaft des Modeneser Rennstalles, der somit über folgende Fahrer verfügt: Nuvolari, Chiron, Dreyfus, Trossi, Brivio und Comotti. Also eine Equipe, mit der 1935 sehr zu rechnen sein wird! Selbstverständlich erleiden die Gebrüder Maserati durch Nuvolaris Uebertritt einen tfehr empfindlichen Verlust. Die Farben dieses Hauses werden nun in Italien in Zukunft ausschliesslich durch die «Scuderia Subalpina» verteidigt, die bis jetzt über Etance- Im. Farina, Zehender und Siena verfügt. Bei dieser Gelegenheit erfährt man im fernem auch, dass sich die neuen Alfa Romeo- Rennwagen auf gutem Wege befinden und schon in nächster Zeit fertiggestellt werden. Es handelt sich bekanntlich um zwei Typen, einen AMa .Romeo 8 Zyl. mit 4000 ocm Zy- Knderinhalt und ein 12 Zyl. 4500 ccm-Modell. Die Maschinen werden wie die neuen deutschen Wagen über 300 km/St. Geschwindigkeiten erreichen und verfügen alle über die unabhängige Radabfederung. Während das 8 Zyl.-Modell in Monte Carlo debütieren wird, soll der 12 Zvl.-Typ erstmals in Mont- Ihe'ry beim Grossen Preis von Frankreich eingesetzt werden. In Frankreich und Deutschland wird die Nachricht kaum eitel Freude auslösen. Man kennt die geniale Fahrerbegabung Nuvolaräs zu gut und weiss, was es bedeutet, wenn dieser Mann am Volant der neuen schnellen Alfa Romeo-Wagen aufrückt. Unter solchen Bedingungen wird es Deutschland bestimmt nicht mehr so leicht haben, seine Vorherrschaft aufrecht zu erhalten. Die kommende Saison nimmt wahrhaftig grossartige Formen an und Iässt unerhörte Kämpfe erwarten. Man denke : Fagioli und Caracciola auf Mercedes-Benz, Stuck und Varzi auf Auto- Union, Wimille und Taruffi auf Bugatti, Nuvolari und Chiron auf Alfa Romeo, Etancelin auf Ma'serati, und vergesse ferner nicht, dass in Frankreich eine grosse Nationalspende fm Gange ist, mit deren Hilfe eine ganze Anzahl französischer Konstrukteure für das Jahr 1935 neue Rennwagen bauen, und ferner aus England die E.R.A-Equipe und die Bugatti-Equipe mit Lord Howe und Brian Lewis für die Teilnahme an kontinentalen Rennen avisiert ist! bo. Siena bei der Scuderia Subalpina. Der bekannte intalienische Rennfahrer Siena, der seinerzeit Mechaniker von Campari war und daraufhin der Scuderia Ferrari angehörte, ist in die Dienste der Scuderia Subalpina getreten, die dieses Jahr offiziell die Interessen Maseratis verteidigt. Die Resultate der deutschen Kraftfahrzeug- Winterprüfung. Wir haben in der letzten Nummer bereits über den ersten Tag der deutschen Winterkraftfahrzeugprüfung in Rottach-Egern berichtet. Der zweite Tag begann wieder mit einer Startprüfung. Bei 10 Grad Kälte und leichtem Schneefall konnten von den 186 in der Konkurrenz verbliebenen Teilnehmern 110 die Startbedingungen nicht erfüllen, 35 von diesen brauchten mehr als 6 Minuten, um ihren Startplatz zu verlassen, und erhielten dafür 100 Schlechtpunkte zudiktiert Der als Fachmann zur Prüfung beigezogene Dr. Porsche äusserte sich über die auffallende Ursache der Verschlechterung der Startbereitschaft, indem er auf das Zuviel an Start-Hilfseinrichtungen und sonstigen Mitteln aller Art hinwies. Die sich anschliessende Zuverlässigkeitsfahrt erfreute sich hellen, klaren Wetters. Die Schneelage war höher geworden und die Strassen noch nicht gebahnt, so dass verschiedene Fahrzeuge in die Strassengräben rutschten. Die Fahrer hatten eine Anzahl von Kontrollorten, die mit Punkten gewertet waren, zu berühren. Der Adler-Fahrer Hasse konnte von 29 Kontrollstellen 23 passieren und brachte es auf 368 Gutpunkte, gleich hoch kam Karl von Guilleaume mit seinem 2-Liter- Opel. Beide wurden noch übertroffen von Uhlenhaut auf Mercedes-Benz, der 397 Punkte einheimste, aber 58 wegen Zeitverlust wieder abtreten musste. Am Donnerstag wurde die Geschicklichkeit der Fahrer geprüft, mit der sie Arbeiten am Fahrzeug, wie sie im normalen Fahrbetrieb täglich vorkommen, durchführen. Die Konkurrenten hatten eine Schneekette aufzulegen, Sicherungen und Zündkerzen auszuwechseln, Reifen und Schläuche neu anzubringen, die Batterie, die Vergaserdüsen, die Scheinwerferbirne ausund wieder einzubauen usw. Die Zeit wurde kontrolliert und bewertet Verschiedene Konkurrenten erhielten sehr hohe Schlechtpunktzahlen. Sur 102 armvants de cette gigantesque epreuve 47 etaient munis de Pneus Dans les courses, comme dans les plus duresCompetitions sur route DUNLOP est Partisan du sueoes. Das Gesamtresultat ergibt, dass von den in München gestarteten 268 Teilnehmern 159 das Ziel der Zuverlässigkeitsfahrt erreichten. Das Klassement sieht.keine Sieger vor, sondern nur Ehrung der Leistungen mit goldenen und silbernen Medaillen. Die höchste Punktzahl erreichte Hasse auf Adler-Diplomat mit 760 Punkten, und die zweithöchste Gutpunktzahl Karl von Guilleaume auf Opel mit 703 Punkten. Bei den Lastwagen erzielte ein Daimler-Benz die höchste Punktzahl von 673 Punkten. Am Samstag folgten für eine ausgewählte Gruppe von 70 Fahrzeugen besondere technische Prüfungen, die in einer schwierigen Bergfahrt und in einer Gelände-Rundfahrt bestanden. Die ganze Konkurrenz wurde ein Opfer des Schneewetters und musste vorzeitig abgebrochen werden. Sämtliche Fahrzeuge blieben in den ungeheuren Schneemengen rettungslos stecken. Die Wagen konnten erst später wieder « ausgegraben » werden. Ergebnisse der Kraftfahrzeug-Winterprfihing. Wagen bis 1100 ccm: Gestartet 12, am Ziel 4. Goldene Medaillen: lörke (B.M.W.), 493 Punkte; Kapell (B.M.W.), 452 Punkte. Klasat bis 1500 ecm: Gestartet 7, am Ziel 6. Goldene Medaille: Schleicher (B.M.W.), 657 Punkte. , Wagen bis 2000 ccm: Gestartet 16, am Ziel 13. Goldene Medaillen: Ton Guilleaume (Opel), 703 Punkte; Holzhäuser (Mercedes-Benz), 670 Punkte; uhlenhaut (Mercedes-Benz), 654 Punkte. RALLYE d. MONTE CARL01935 DONT LES 4 PREMIERS Geneve DUNLOP Plan der Kootrollorte und Etappen der Sternfahrt nach Genf. Von 102 Konkurrenten, die das Ziel dieser gigantischen Sternfahrt erreichten, waren 47 mit Reifen ausgerüstet, WORUNTER DIE 4 ERSTKLASSIERTEN Wo Rennen oder Langstreckenfahrten ausgetragen werden,trägt DUNLOP immer das Seine zum Erfolg bei. Basel Wagen über 2000 ccm: Gestartet 36, am Ziel 19. Goldene Medaillen: Hasse (Adler), 760 Punkte; E. Hinterleitner (Horch), 689 Punkte; Brudes (Horch), 644 Punkte; Geier (Mercedes-Benz), 606 Punkte; Kernet (Mercedes- Benz), 698 Punkte; L. Lutz (Mercedes-Benz), 587 Punkte; Liebig (Mercedes-Benz), 542 Punkte. Lastwagen bis 2,5 Tonnen: Gestartet 43, am Ziel 33. Goldene Medaillen: Burkert (Daimler-Benz), 673 Punkte; Schink (Daimler-Benz), 663 Punkte; Leidl (.Büssing). 639 Punkte; Wagner (Adler), 626 Punkte; Kühler (Daimler-Benz), 607 Punkte; Heck (Daimler-Benz- Diesel), 605 Punkte; Maree (Büssing-N.A.G.), 603 Punkte; Matthäus (Krupp), 600 Punkte. Lastwagen über 2,5 Tonnen: Gestartet 11, am Ziel 7. Goldene Medaillen: Neidlinger (Hansa-Lloyd-Diesel), 568 Punkte; Heine (M A.N.-Diesel). 533 Punkte. Titisee-Winterfahrt 1935. Ende dieser Woche folgt in Deutschland im Anschluss an die Kraftfahrzeug-Winterprüfung die zweite grosse Veranstaltung dieser Jahreszeit, die Titisee-Winterfahrt. Bis zum vorläufigen Nennungsschluss der Deutschlandfahrt haben sich bereits 100 Piloten eingeschrieben, darunter alle bekannteren deutschen Langstreckenfahrer. Fast alle Teilnehmer konkurrieren anschliessend auch an der Rundstrecken-Hochleistungsprüfung, für die eine 3,3 km lange Strecke in Neustadt gewählt wurde, welche Steigungen und Gefälle bis zu 15 % aufweist und 25—30 Mal zu befahren ist. Die Austragung des Titisee-Eisrennens ist trotz der ungünstigen Witterung der letzten Tage als gesichert anzusehen. Jedenfalls bestehen hinsichtlich der Tragfähigkeit des Eises keine Bedenken mehr. Die Rennwagen sind im übrigen in Abänderung des Reglementes folgendermassen eingeteilt worden : bis 1100. bis 1500 und über 1500 ccm. Im Rahmen des Eisrennens werden flugsportliche Künste gezeigt, so wird auch der berühmte Flieger Udet starten. Er hat sich seit einiger Zeit dem Segelflug zugewandt und wird sich nun über dem Titisee zum ersten Male mit einem Segelflugzeug in der Oeffentlichkeit produzieren. Eisrennen in Norwegen. Neben dem Titisee-Eisrennen wird am nächsten Sonntag bei Oslo auf dem Bogstadtsee auch das bereits angekündigte grosse Eisrennen um den Norwegischen Winterpreis stattfinden. An der Veranstaltung nehmen verschiedene bekannte Fahrer teil, so auch der Schweizer Hans Ruesch. der Finnländer Karl Ebb. der Schwede Widengren, der Norweger Björnstad, und französische Einzelfahrer. Campbell in New York angekommen. Der englische Rekordfahrer Sir Malcolm Campbell ist Ende Januar mit dem < Blue Bird > von England herkommend, in New York angekommen. Der Verlad des in eine riesige Kiste verpackten Wagens begegnete gewaltigem Interesse. Die Machine ist unterdessen mit der Eisenbahn bereits nach Daytona weiterbefördert worden. Auch Sir Malcolm Campbell ist mit seinem Mechanikerstab nach Florida abgereist, um den Wagen für die grosse Rekordfahrt vorzubereiten. Bei der Ankunft in New York wurde Campbell von den Journalisten mit Fragen überstürmt, die sich alle nach der Geschwindigkeit erkundigten, welche der englische Fahrer zu erreichen hofft. Campbell hielt sich mit Pronhezeiungen zurück und deutete lediglich an, dass er glaubt, an die 300-Meilen-Grenze zu kommen, das entsoräche einem Durchschnitt von 483 km/St Die ersten Versuchsfahrten beginnen bereits am 14. Februar. Neue Rekordversuche der Auto-Union. Die Auto-Union wird schon in nächster Zeit ihr Tätigkeitsprogramm für die Vorsaison 1935 in Angriff nehmen und plant die Durchführung von neuen Rekordversuchen über die Meile und den Kilometer auf der Betonstrasse von Gyon in Ungarn. Sofern das Wetter dem Unternehmen nicht günstig sein sollte, wird die Auto-Union mit Stuck in Italien ihre Versuchsfahrten beginnen.