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E_1935_Zeitung_Nr.012

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N° 12 Abb. 2. Die Ausnutzung des Passagierraumes bei einem Vorderradantriebswagen. Der glatte, tief angeordnete Karosserieboden ermöglicht eine niedrige Anordnung der Sitze und allgemein einen tief telagerten Schwerpunkt Henkelt der Passagiere und des Gepäcks und durch die bessere Strassenlage als Folge des tiefen Schwerpunktes bietet. Gegenüber der Feststellung des vorangegangenen Artikels rehabilitieren die dieser Erwiderung beigegebenen Bilder den Frontantrieb in überzeugender Weise. Die Ahibildung 1 zeigt die ausserordentlich geschibkte Unterbringung von Getriebe und Differential beim Adler-Trumpf zwischen den beiden Querfedern der vorderen Schwingachse. Dieser Raum wird beim hinten angetriebenen Fahrzeug überhaupt nicht ausgenutzt. Beim Frontantrieb wird die Hinterachse und der nach hinten führende Kardan mit seinem störenden Kardantunnel eingespart und für die Nutzfläche freigemacht Durch die Anbringung des Getriebe- und Differentialblocks zwischen der Vorderachse erhält das gesamte Antriebsaggregat eine gedrungene Form, so dass hiermit die denkbar grosste Fläche als Nutzfläche freigemacht und zur Personen- und Gepäckbeförderung zur Verfügung gestellt wird. Im Gegensatz hierzu stehen die die Nutzfläche störenden Elemente des hinten angetriebenen Fahrzeugs. Von dem Getriebeblock führt die Kardanwelle zur Hinterachse. Gibt der Konstrukteur dem Fahrzeug eine niedere Schwerpunktlasre, dann mu&s der Kardan durch einen Tunnel geführt werden, der zwischen den Sitzen durchgezogen wird und die Nutzfläche in störender Weise unterbricht. Das hinten liegende Differential mit der die Hinterräder antreibenden Achse bedingt eine scharfe Kröpfung der beiden Chassis-Längsträger und eine hierdurch erzwungene Einengung und unwillkommene Unterbrechung des Nutzraumes, die wohl bei grossen Wagen nicht ins Gewicht fällt, die aber bei den Kleinwagen doch zu erheblichen Kinschränkunsren wH Einengungen des für die Personenund Gepäckbeförderung verfügbaren Raumes führen muss. Bild 2 mit den vorn Hegenden und in geschickter Weise untergebrachten Antriebste'len zeigt die ganre hintere Fläche des Fahrgestells als Nutzraum mit glattem Karcsserieboden, ungestört durch den Kardantunnel und nicht unterbrochen durch die Kröpfung der Chassisträger, auch nicht ein?eensrt durch ein hinten liegendes Differential, für reine KnroseprfpzweeV« reserviert. TW AntrrnioHi list erhält hiermit nicht nur die Möglichkeit des Ein halbes Jahr ist's her, Tel. 46.200 dass wir den ersten Kunden in unserer Garage empfangen haben. — Seither haben uns viele Automobilisten aufgesucht; die meisten kommen immer wieder. „Ia. Kundendienst" ist unsere Parole. -liefert Ihnen sofort gebrauchte Bestandteile, wie: Motoren, Getriebe, Achsen, elektrische Apparate für alle Arten und Marken, Standmotoren für Landwirte fertig mit Gestell und Rädern. 11377 Teleph. Aufruf Nr. 41.172 und Sie werden bedient 7 Plätze, in tadellosem Zustande, Fr. 4000.— GARAGE OR-TA, SION. Telephon 4.20. 8 Zyl., 19 HP. Vorführungswagen, wunderbare Limousine, 11000 km, 4/5 Plätze, spottbillig. Garage « Esonomlque », 14. rue du Village-Suisse. Genf. 11309 27 iht fi Q Autoaltali Bern-Ostermundigen, Hans Zysset Zu verkaufen prächtiges CABRIOLET, abnehmbar, 13 PS, 5 Plätze, AVION VOISEN Fr. 2500.— Innenlenker FIAT 525 FORD V 8 PACKARD Cabriolet Versenkte Türgriffe. Eine kleine, wenig beachtete Neuerung, die aber bestimmt mit der Zeit noch ihren Weg machen wird, ist der versenkte Autotürgriff. Die gegenwärtig fast ausschliesslich angewandten hervorstehenden Türgriffe bedeuten eine unnötige Erhöhung der Gefahr, kommt es doch nicht selten vor, dass in dichtem Stadtverkehr oder bei Zusammenstössen eine Drittperson sich in einem solchen Griff, verfängt und dann fast immer verletzt wird, Gefährlich kann sich ein Türgriff besonders dann auswirken, wenn sein freies Ende nach vorn gerichtet ist Bei Anwendung versenkter Griffe dagegen werden nicht nur Unfälle durch Hängenbleiben fast ausgeschlossen, die Karosserie erhält auch ihre letzte Vervollkommnung hinsichtlich Glätte der Oberfläche, auf die ja heute mehr Wert gelegt bequemen Einstiegs, sondern auch zur bequemen Unterbringung vier erwachsener Personen, denen im frontang«triebenen Kleinwagen häufij ebenso **ird denn je. -s. viel Raum für die Unterbringung und persönliche Bequemlichkeit zur Verfügung isteht, wie beim doppelt so starken Wagen mit hinten liegendem Anfachstes Verfahren, um* klappernde Kolben Ausdehnen klappernder Kolben. Als eintrieb, wieder zu geräuschlosem Laufen zu bringen, Dabei darf der grosse Vorteil des niederen wird seit einiger Zeit das Ausdehnen der Schwerpunktes, und der hieraus erzielten sicheren Kolben empfohlen und in Amerika auch schon Strassen- und Kurvenlage des Frontantriebswagens keineswegs ausser acht gelassen werden. Der Fortfall der Kardanwelle, des Differentials und der dabei von innen her durch eingesetzte spann- häufig angewandt. Der Kolbenmantel wird Hinterachse gibt dem Konstrukteur die Möglichkeit, bare, oder eine bestimmte Vorspannung aufweisende Federn etwas auseinandergedrückt, den Schwerpunkt des Fahrzeuges auch durch die Tieferlegung der Sitzplätze so tief herunter zu ziehen, dass hierdurch eine bisher unbekannte so dass das übermässige Spiel zwischen ihm sichere Strassenlage und eine atisserordentliche und der Zylinderwand verschwindet. Wenn Kurvenfestigkeit auch bei regennassen Strassen erreicht wurde. Dieser fahrtechnische Vorteil mag lang ganz gute Dienste leisten kann, so wird auch das Verfahren als Notbehelf eine Zeit- an sich mit der Bequemlichkeit der Unterbringung es doch die gründliche Instandstellung der der Passagiere und des Gepäck« der Passagiere nichts zu tun haben, er ist aber bei der vergleichsweisen Betrachtung der Vor- und Nachteile des Zylinderabnützung auf verschiedener Höhe Zylinder und Kolben nie ersetzen, da ja die Frontantriebs gegenüber den hinten angetriebenen Oes Zylinders ganz ungleich ist, der gedehnte Fahrzeugen keineswegs ausser acht zu lassen. Kolben aber diesen Ungleichheiten natürlich Scbliesslich liefert das Bild 2, das sich etrent nicht folgen kann. -atan die Raumabmessungen des 1,7-Liter-Adler- Trumpf hält, die überzeugendste Widerlegung der Theorie von der mangelhaften Personen- und Gepäckunterbringung beim Frontantriebswagen. Es Pfakf^die Winke gibt bestimmt kein Fahrzeue dieser Stärkeklasse mit hinten liegendem Antrieib, daa in ähnlich bequemer Weise 4 erwachsenen Personen Raum bie- schlechte, kalte Wetter zwingt jetzt meist Oel und Gummi vertragen sich nicht J Das tet, wobei die Breite und die Bequemlichkeit der dazu. Arbeiten am Wagen in der Garage vorzunehmen. Dabei ist es nicht zu vermeiden, Sitze wohl die letzten Anforderungen erfüllt, die in bezug auf Reisekomfort und Ausruhebedürfnis gestellt werden können. Die Unterbringungsmöglichkeit für sehr umfangreiches Gepäck gilt bei die-der Garage gelangt. Meist wird es nicht be- dass hie und da etwas Oel auf den Boden sem Frontantriebs wagen als unerreicht. Es steht achtet, und so wird es breitgetreten, verbindet sich mit Staub und Schmutz und bildet ein bequem von innen, zugänglicher Kofferraum zur Verfügung, der in seinen Abmessungen kaum von einem Grosswagen erreicht wird und der dazu allmählich eine Kruste, die für die Reifen noch den Vorteil bietet, durch die vollkommene schädlich Ist: ö| und Gummi vertragen sich Abkapselung nach aussen fegen Staub, Nässe und nun einmal nicht! Man soll im Interesse Diebstahl hermetisch abgeschlossen zu sein. '.:"-' seines Geldbeutels also darauf achten, dass Diese Hinweise erscheinen notwendig im Interesse der Förderung des Fortschritts im Automobil* der Boden der Garage immer sauber gehalten wird; mit heissem Sodawasser ist das , bau, der in besonders sinnfälliger Weise 'yoiir Frontantrieb verkörpert wird. Mö. L3 eine leichte Mühe. Attch^auf den Strassen BERN Für Mobelhändler! Zu verkaufen Graham Limousine Modell 1034, neu, Stromlinien-Wagen, mit Fabrikgarantie, zu Fr. 8000.—. 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Soll ein neues Kugellager eingebaut werden, so achte man vor allen Dingen darauf, dass kein Schmutz, Sand, Wasser, Feilspäne usw. in das Kugellager gelangen können, denn solche Fremdkörper wirken meist schmirgelartig und können in kurzer Zeit die Kugeln sowie die Laufrmge zerstören. Ist irgendwelcher Schmutz in das Lager ge- 'angt, so wasche man es in Petroleum, noch besser in Benzin aus und öle es sofort wieder mit säurefreiem Mineralöl ein. Ein Kugellager, das auf einer Welle festsitzen muss, lege man vorher in ein auf 40 bis 50° Celsius erwärmtes Oelbad. Nachdem es richtig durchgewärmt ist, nehme man es heraus und schiebe es auf den Lagerzapfen der betreffenden Welle; ist das Lager dann erkaltet, so wird es fest auf der Welle sitzen. Durch das Erwärmen hatte sich der innere Ring gedehnt, der sich nun wieder zusammengezogen hat. Vorher muss man natürlich erst probieren, ob das Kugellager auch auf der Sitzfläche anfasst, geht das Lager schon im kalten Zustand zu leicht aut die Welle, so hat natürlich das ganze Anwärmen keinen Zweck. Weiterhin kontrolliere man vorher die Welle, ob sie auch" rund ist, andernfalls zieht sich der innere Kugellagerring unrund zusammen und di« Kugeln klemmen nachher, was im Betrieb zu einem «Fressen > des Lagers führen kann. Grobe Schläge auf denjenigen Ring, der beim Montieren auf eine Welle frei geht, also den Aussenring, sind schädlich und zu unterlassen. Geht das Läger etwas stramm auf die Welle, so nehme man ein Stück Rohr, das genau auf den innern Ring passt und gebe einige Schläge mit massiger Gewalt darauf. Geht aber ein Lager zu stramm, so fst es nicht ratsam, es aufzuziehen, da dadurch der Innenring aufgetrieben wird und das Lager dann zu hart geht. Der Aussenring eines Kugellagers soll saugend in das Gehäuse passen, das Lager muss sich also hier mit der Hand verschieben lassen. 3)4—4-Tonnenmechanischen Bremsen nicht ganz in Ordnung, dann besser nicht zuwarten, bis ein Unfall da Ist. Lassen S'e uns einfach Ihren Wagen jetzt durchsehen! Vielleicht fehlt's an der mangelhaften Einstellung der Bremsen, vielleicht muss der aDgenOtzte Bremsbelag ersetzt werden. Auf alle Falle erfo'gt die Reparatur durch erstklassig ausgebildetes Personal unter Verwendung besten Materials in unserer aufs modernste eingerichteten Werkstatt. Rascheste Lieferfrist, zeitgemässe Preise. Wir erwarten Ihren telephonischen Anruf, wann Ihr Wagen abgeholt werden darf. GEBR.MARTI,BERN Elcerplatt Sind die Auto-mechan. Werkstätten und Service 2 Tel. 23.941 PACKARD-ERSATZTEILE fflr Ältere Modelle liefert zu bedeutend reduzierten Preisen 11871 Werner Risch. Zürich. Zu verkaufen "PC 1 Lastwagen F.B.W. öZyl., 100 HP, mit Holzvergaser, speziell eingerichtet f. 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Bern, Dienstag, 12. Februar 1933 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 12 Gottesdienst" mit SOna, Jazz und Qiäs in CnaetMeidecm 2Je* „tnqeitwm Es gibt niemanden in Amerika, der nicht die verrückteste Prophetin der sieben Erdteile, die einst sehr schöne Aimee McPherson, kennt. Sie machte vor gut zehn Jahren ihr «Geschäft», das heisst ihren Tempel, auf, sie fand mit ihrer verblüffenden- Mischung alier nur möglichen Religionssysteme und Sittenlehren eine starke Anhängerschar und vermochte nach einiger Zeit bereits einen Tempel zu errichten. Hier spielte sich nun mancher Tempeldienst ab — mit Kino und Jazzmusik, mit verworrenen Predigten und Girls in langen weissen'Engelskleidern. Aber hier nahm auch mancher Skandal seinen Ausgang, denn Aimee war eine sehr lebensfrohe Frau. Und weil sie auch heute noch lebensfroh ist und auf die Dauer nicht vertragen kann, dass man ihr, der Prophetin, dauernd auf die Finger und auf das gute Benehmen schaut, trägt sie sich plötzlich mit der Absicht, ihr «Unternehmen» mitsamt, allen Predigten und einer von ihr entworfenen Glaubenslehre zu verkaufen oder zu verpachten. So kommt es, dass Los Angeles eine neue Prophetin bekommt. Es ist auch in Amerika nicht möglich, dass der erste beste ein solch berühmtes Haus übernimmt. Deshalb suchte Aimee eine Interessentin in der «Branche». Da war nur eine Frau frei zur Zeit — und das war die noch recht junge Rheba Crawford Splivalo, der man den bezeichnenden Namen eines « Engels vom Broadway > gab. Vor einigen Jahren, schon die Gattin eines bekannten amerikanischen Sportsmannes Hess sie sich in die Heilsarmee aufnehmen und war bald die Generalin von New York. Am F E U I L L E T O N Mannequin. Roman von Fannie Hurst !B%oadwu(f ten, bislang ihr Lichttechniker im Tempel, Amerika verlassen. «Ich will schliesslich auch einmal Mensch sein. Immer als Goldfisch leben, von allen Seiten wie in einem Glasbehälter belauscht und bestaunt, das erträgt man nicht, wenn man geartet ist wie ich. Ich will eben auch mal Urlaub nehmen können für ein paar Tage, wenn es mir gerade so passt... > Die Sektentheoretiker und die Steuerbehörden von Los Angeles betrachten denBe- Als wir eines Nachmittags m dritt bei mir zum Tee sassen; Bettina, meine Wenigkeit und Treu, der Hund des Hauses, klingelte es draussen. Ich schaute rasch auf die Uhr — aha, das Abendblatt! «Treu — geh', hoF die Zeitung!» Mit sichtlichem Vergnügen sprang der Hnnd auf, öffnete die Tür und kam schweifwedelnd mit der Zeitung zurück. Bettina sass sprachlos!! «Ja — da staunst du, nicht wahr! Gelt, Treu, •was wir so alles können!!» Stolz legte der Schäferhund «einen klugen Kopf auf mein Knie und sah mich mit seinen braunen Augen an. Seit dieser kleinen Episode stand es für Bettina fest, dass sie einen Hund haben müsse. «Natürlich einen grpssen! Einen Schäferhund nicht, wer weiss, ob sich der mit deinem Treu vertragen würde — aber vielleicht eine Dogge .. .» Ich wiegte kritisch den Kopf. «Eine Dogge ... hast du denn eine Ahnung, was die frisst?» Bettina sah mich missbilligend an., «Denkst du, das» ich dag Tier hungern Iiesse?1 Das bekommt jeden Tag sein Pfund Fleisch — ich seihst werde ihm das kochen — ein Pfund Hundekuchen, ein Pfund Bruchreis... was rechnest du, denn da...?» ... .'.'... «Ach — ich Tersuche nur, einen ungefähren Ueberschlag zu machen. Da bekommst zehn Franken Taschengeld in der Woche, nicht wahr...» Sie fuhr mir wütend durch meine Rechnung. «Du bist ein grässlicher Pedant.,,* nicht das kleinste Vergnügen gönnst du mir!!» ; Ich zuckte mit den Schultern und strich glättend über die zerknitterte Aufstellung. «Dazu kommen dann noch die Hundesteuern...» sagte ich lakonisch, worauf sich Bettina für heute empfahl. Dass sie die Idee mit einer Dogge jetzt fallen lassen würde, war anzunehmen; ich war nur gespannt, welche Hunderasse jetzt auf dem- Programm erscheinen würde. Meine Neugier wurde auf keine lange Probe gestellt; schon zwei Tage drauf erschien das Mädchen Bettina mit einem Hund. Ich hatte auf einen Köter mittlerer Grosse getippt und kam daher zuerst gar nicht darauf, dass das ein Hund sein sollte, was sie mir mit unartikulierten Lauten des Entzückens entgegenstreckte: ein kleines, weisses Knäuel, das in der Höhlung ihrer beiden schlanken Hänfle bequem Plntz hatte. «Was ist denn das ...?» fragte ich misstrauisch und betrachtete das winzige Etwas, das leise piepsend auf mein Sofa gelegt wurde. Treu, der sich ebenfalls für den Fall interessierte, schnupperte aufmerksam daran herum und verzog sich dann in seine Ecke; für ihn war die Sache anscheinend schon erledigt. Broadway stockte der gesamte Verkehr, wenn sie dort sprach. Sie machte Kollekten wie nie jemand vor ihr. Aber die durchaus seriöse Heilsarmee ging nicht mit allen ihren Methoden einig und entzweite sich um ihres achtenswerten Prinzips willen mit ihr. Der «Engel vom Broadway» machte als selbständige Wohltätigkeitsfirma weiter und hatte auch weiterhin gute Erfolge zu buchen. Nur für das ganz grosse Geschäft, das bei diesem «Engel vom Broadway wirklich ehrlich für die Wohltätigkeit gemeint war, brauchte sie eine grössere Grundlage. Hier kam ihr die Absicht der Aimee McPherson gerade richtig. In aller Stille haben die Prophetinnen eisen Vertrag abgeschlossen, von dem niemand weiss, ob er auf einen Barpreis zurückgeht oder auf eine laufende prozentuale Beteiligung aus den Kollekten, die in dem Tempel der Aimee gemacht werden. Ein paar Tempeldienste werden sie gemeinsam machen, um die neue Prophetin vom Broadway in Los Angeles einzuführen. Dann aber wird Aimee ihre Koffer packen und mit ihrem voraussichtlichen vierten Gatsitzwechsel mit sehr grosser Skepsis. Sie zweifeln daran, dass der «Engel vom Broadway» die gleichen Erfolge haben wird wie AimSe. Immerhin hat man Aimfie gebeten, stets ihre Telegrammadresse zu hinterlassen, damit man sie notfalls zurückrufen könne. Es wäre nicht das erstemal, das man nach ihr riefe. Sie fährt nach Nizza, nach Afrika, nach dem Orient, um hier zu erkunden, was an diesen Plätzen der Erde mit ihrem kuriosen Religionsprogramm zu machen wäre. Sie wird erleben, dass man in Europa, Afrika und Asien kaum auf sie wartet. .- ^Bettina und dm Heufefafawd Kleine Humoreske um zwei Hunde ron Llndy. «Das ist ein Pudel!» sagte Bettina stolz und kraulte des Knäuel zärtlich an der Stelle, wo der Kopf sitzen musste.. «Aber Pudel sind doch frösser», wagte ich einzuwenden, «hast du dich da nicht etwa...» «Gar nichts habe ich mich, mein Lieber. Du hast keine Ahnung von Hunden!» Sie kramte in ihrem Täschchen. Das ist ein — warte mal...» — sie zog einen Papierstreifen hervor —» „, ein Teneriffazwergseidenpudel!» «Ein was .:.?» «Ein Teneriffazwergseidenpudel!» «Soso — ein TeneriffazwergseidenpudeH» MHleidig schaute ich auf Treu — damit können wir nicht konkurrieren, alter Junge — was?! «Und einen Stammbaum hat er», fuhr sie fort, «soopo lang!» Tiefe Befriedigung klang aus ihrer Stimme und diesmal musste ich ihr recht geben: es geht nichts über einen guten Stammbaum! «Wie soll er denn heissen,» fragte ich vorsichtig und war mir der Tragweite meiner Frage durchaus bewusst — neue Konfliktstoff« näherten sich... «Wir nahen hier im Stammbaum » — ein grbsser, beschriebener und bestempelter Bogen erschien aus der unergründlichen Handtasche — «einep Gaby ...» «Eine Gaby,» warf ich ein, «Gaby: weiblich!» • M Ihre schmalen Brauen rückten etwas näher zueämmen. «... einen Rainbow of Leicestershire » buchstabierte sie und ein leises Rot stieg ihr dabei in die Wangen. ... Englisch war schon immer eine schwache Seite von ihr gewesen... «Gut», meinte ich gleichmütig, «nenne ihn .Regenbogen'!» Sie blitzte mich an. «Was ist das wieder für eine Frechheit! Was soll denn das heissen?» Ich machte mein unschuldigste« Gesicht. «Rainbow heisst doch Regenbogen — wusstest da das nicht?» Sie lenkte hastig ai>. «Ueberhaupt — man sollte doch lieber einen deutschen Namen nehmen, meinst du nicht auch?» Der Teneriffazwergseidenpudel wurde «Doktor» getauft Ich erfuhr es zwei Tare ipäter am Telephon. Schlicht und einfach «Doktor». Warum nicht «Doktor»? «Wie meinst du?» «Ich habe nichts gesagt!» antwortete ich behutsam— ich werde mich hüten! Doktor also wtichs heran und wurde ein Hund. Kein sehr grosser — neben Treu war er nur eine Viertels-Portion — aber immerhin. Sehluss auf Seite 2. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Manchmal, nachdem Selene zu Bett gegangen war, spielte sich John Lester in Gesten vor, wie er sein Plädoyer vor den Geschworenen im Falle Meighan gehalten hätte... Diese Phantastereien Selenes lagen ausserhalb des sicheren und geschützten Hafens der praktischen Tatsachen von Johns Angelegenheiten. Der Tatsachen von sophistischen Parteiversammlungen, der Bilanzen der Federal Reserve-Banken, des Abfassens von Testamenten, einer Abhandlung über die Kriminologie der Masse, die er für eine juristische Zeitschrift vorbereitete. Das Leben war so voll von konkreten Forderungen der unmittelbaren Zukunft Niemand wusste das besser als Selene, und doch wie hemmend wirkten die Forderungen der unmittelbaren Zukunft gerade auf die Flüge ihrer Phantasie. Die Forderungen der unmittelbaren Zukunft. Selene kannte sie sehr gut. Zum Beispiel: Soeben lagen vier von Joans kleinen, von Selenes Hand verfertigten Kleidern in dem notwendigen und von Selenes Hand erzeugten Seifenschaum, um ihr Weiss stärker aufglänzen zu machen. Sodann sollten sie geschwenkt sofort zum Trocknen aufgehängt werden. Ausserdem lagen John Lesters Nachtmahlkoteletten in der Pfanne und brieten, da er sie gern mit ihrem natürlichen Fett ass, viel zu rasch, als dass Selene sie für länger allein lassen konnte, als just um einen Blick über dem unbeschreiblich zarten Fleisch der Orchidee dorthin zu werfen, wo sich der Hudson River gerade noch zwischen den Kaminen zeigte. Ja, Selene kannte tatsächlich die Forderungen der unmittelbaren Zukunft 1 Denn hätte sie sie nicht gekannt, hätte sie es nicht fertiggebracht, mit dem nicht allzu stark steigenden Einkommen eines jungen aufstrebenden Anwalts ihre kleine Wohnung so wählerisch tadellos einzurichten. Zum Teil bestand ihr Wissen aus so merkwürdigen Weisheiten wie diese: Durch das Mischen von einem Pfund Kaffee zu fünfundsiebzig Cent mit einem Pfund zu heununddreissig konnte man beinahe das Aroma einer herrlichen Marke zu achtzig Cent erreichen. Im Parterre eines gewissen Warenhauses der Fourteenth Street wurde ein vorzüglicher Baumwolldamast verkauft, der, zumindest bei Lampenlicht, den reichen matten Glanz der iHienischen Brokate hatte. Durch ganz gewöhnliches Talkpuder konnte man Ungeahntes exreichen beim Sauberhalten der kleinen bewunderungswürdigen breitkappigen weissen Schuhe eines achtzehn Monate alten Mädels. Bei Geduld und Zeit und genügend starker Abneigung gegen Fabrikmöbel (und Selene hatte sie!) konnte man in Auktionshallen, wenn man Glück hatte, phantastisch billige Stücke finden, die ausserdem die mysteriöse Patina langer Jahre und fremder Länder trugen. Um eines Babys kleine unscheinbare Kleider so herrlich aussehend zu machen wie das feine Linnen der Kinder, die von ihren Pflegerinnen auf der östlichen Seite des Mall spazieren geführt wurden, brauchte es nur ein wenig einer patentierten Stärke ins Wasser, um einen Glanz ohne Steifheit im Gewebe zu erzielen. Astrachan sieht als Wagendecke für den Kinderwagen fast ebensogut aus wie Persianer, wenn man nur kurzhaarigen seidigen findet. - Eine Frau mit wenig Abendkleidern und einer zart leuchtenden Glut über dem Nakken und über den Armen tut gut daran, diese wenigen schwarz zu wählen. Ein vorzüglicher Champagnerpunsch kann immerhin zu zwei Dritteln aus Tee bestehen. Wenn Hosen mit den Enden nach oben aufgehängt werden, so fallen sie in ihre Bügelfalten, als ob sie eben erst gebügelt wären. 1935 ~ ein gesundes Jota! Dr. Louis J. Dublin, Vizepräsident nnd Statistiker der grössten Lebensversicherungsgesellschaft New Yorks, schreibt in «Science News Letter»: Die Prognose für 1935 ist sehr gut. Keine ungünstigen Vorzeichen sind am Horizont zu erblicken. Das neue Jahr wird wohl kein gefährliches «lnfluenza»-Jahr sein. Die letzten Erfahrungen haben gezeigt, dass die Sterblichkeit bei Influenza jedes dritte Jahr einen Gipfel erreicht. Da wir Anfang 1933 eine schwere Epidemie hatten, ist für 1935 kaum mit einer wirklich lebensgefährlichen zu rechnen. Allerdings ist über die Periodizität der Epidemien noch wenig bekannt und das Wetter, das sich nie voraussehen lässt, mag dabei eine wichtige Rolle spielen. .Die Diphterie wird, meiner Meinung nach, immer mehr zurückgehen, da die Bekämpfung derselben erfolgreich ist. Dieser Erfolg ist grösstenteils durch Immunisierung zustandegekommen. Die anderen Kinderkrankheiten sind von verhältnismässig geringerer Bedeutung. Tuberkulose wird, wie ich glaube, jedes kommende Jahr eine verminderte Anzahl von Todesfällen aufweisen. Der Kampf gegen die Tuberkulose nähert sich seinem Ende. Sie ist bestimmt, in ein paar Jahren unter den Krankheiten mit geringerer Sterblichkeitsziffer zu rangieren. Die grösste Abnahme der Todesfälle dieser Krankheit ist unter der arbeitenden Bevölkerung zu konstatieren, wo die Lage immer am ernstesten war. Das Wichtigste ist jetzt, Spitalspflege für offene Fälle in einem grösseren Ausmass als je vorher zu beschaffen. Dies ist besonders bedeutungsvoll in Krisenzeiten, wo die Leute die Krankheit nicht recht pflegen können. 1934 hat einen grossen Fortschritt in der Verhütung von Krankheiten gebracht (nur die Lungenentzündung trat häufiger auf.) Die Verleihung des Nobelpreises an die Doktoren Minot, Murphy und Whipple für die Ausarbeitung der Leberdiät bei perniziöser Anämie wird dazu beitragen, viele Leben zu retten und der weiteren, Erforschung der Funktion der Bauchspeicheldrüse einen lebhaften Anreiz zu geben. Das weiteste Feld der Krankheitsbekämpfung bietet noch immer der Krebs. Viele Beiträge geschickter Experimentatoren, die letztes Jahr veröffentlicht wurden, zeigen, dass der Tag nicht mehr fern ist, wo wir im Besitz einer Methode sein werden, die uns ermöglicht, die ersten Anfänge des Krebswachstums zu erkennen und sie zum Stillstand zu bringen, bevor grosser Schaden geschehen ist. Zwei Tabletten Aspirin in das Wasser einer Blumenvase halten Schnittblumen für eine Woche frisch. Das waren nur einige der kleinen Weisheiten, auf die sich Selene so ungewöhnlich gut verstand. Sie waren ihr so selbstverständlich und für sie charakteristisch wie das Graugrün ihrer Augen und das Jadeweiss ihrer Haut. Eine Haut, die, man fühlte es, wenn man riet, warum Selenes Schönheit irgendwie doch nicht vollkommen war, besser kontrastiert hätte zu dunklem Haar, wie das John Lesters, als zu dem Aschblond ihres* eigenen. - : Bei der kleinen Joan war dieser Kontrast erreicht, bei Selenes kleinem Mädel lagen; straffe schwarze Haare gleich Flügeln gegen die biasse Haut, die in ihrer Färbung etwas; wie einen zarten Schimmer von Grün zeigte. Ein Lustre, wie das einer schwarzen Perle. Es machte Joan auch exotisch. An Abenden, wenn John Lester vor seinen Gesetzbüchern sass und seinen Büchern über Psychologie, Pathologie, Soziologie, die er bei seinem stetig steigenden Interesse am Studium des Verbrechens brauchte, wendete Selene, in einem richtigen kleinen spanischen Sessel, den sie bei einer Auktion erworben hatte, ihre Augen dem anspruchsvollen Nähen von Kleinmädchenkleidern zu. (Fortsetzung folgt.)