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E_1935_Zeitung_Nr.012

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14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N r 13 Sein Fell war von einer seidigen Weichheit und schimmelnden Weisse, das letztere allerdings nur am Samstagabend, wenn' er gebadet war. Im Laufe des Sonntags Hess dann die Herrlichkeit ein wenig nach, um für den Rest der Woche zu einer unbestimmten Farbe nachzudunkeln, die man am besten mit «dunkelweiss» bezeichnen konnte. Von der langen Reihe seiner Vorfahren schien er in der Hauptsache die schlechten Eigenschaften geerbt zu haben. Nichts war vor seinen scharfen, kleinen Zähnen sicher. Ob das nun Teppiche wafen oder Gardiden, Schlafschuhe oder Briefträgerhosen — alles waren nur willkommene Objekte, um sein massloses Temperament daran auszutoben, sich hinein zu verbeissen oder sie mit Wollust in ihre Bestandteile zu zerlegen. Das musste einmal ein schlimmes Ende nehmen! Und richtig. Eines Tages war der alte Herr Professor am Telephon, Bettinas Vater. «Lieber Freund — ich flehe Sie an — erlösen Sie mich von diesem Teufelsvieh! Der Köter ruiniert .mir ja meine Praxis! Und .Doktor' heisst er, ausgerechnet .Doktor*!» — Ich konnte direkt hören, wie sieb der alte Herr den Scbweiss abwischte — «Und kein Mensch hat das Herz, das Biest zu züchtigen, wenn es etwas ausgefressen hat...» — .Doktors' Unschuldsmiene war mir allerdings bekannt — «. tun Sie mir den persönlichen Gefallen und nehmen Sie den Hund für einige Wochen in Ihre Erziehung — wenn ich mir vorstelle, was Ihr Treu für ein lieber Kerl ist...» Ich sagte zu, denn erstens war ich dem alten Herrn verpflichtet und zweitens hatte ich mir schon manchmal gewünscht, diesen Teneriffazwergseidenpudel einmal ganz allein unter vier Augen zu sprechen! Mit Tränen in den Augen lieferte mir Bettina den Hund aus. « «Versprich mir, dass du ihn nicht schlägst!» Sie sah mich so flehend an, dass ich nur mit Mühe hart bleiben konnte. «Schlagen ist wohl nicht der richtige Ausdruck,» meinte ich ernst, «ein Hund muss hie und da einen Klaps bekommen, wenn er nicht pariert, frag' mal den Treu!» Fragend schaute meine Besucherin auf den Schäferhund. Treu grinste unschuldsvoll. «Na ja...» meinte Bettina zögernd, «vielleicht übt der Umgang mit deinem Treu einen guten Einfluss auf ihn aus!» «Geb's Gott!» murmelte ich. Leider kam es aber wie so oft im Leben: Das Gute strauchelt und das Böse bricht sich Bahn! Nach einer Woche bereits stand Treu mit hängenden Ohren beiseite und sah zu. wie der Herr •Doktor ihm die besten Bwken aus seinem Fressnapf fischte. Er durfte sich auch nicht ausruhen, der gute Treu, wenn er von einem langen Spaziergang mit mir nach Haus kam, falls es dem Kleinen •einfiel, mit ihm spielen zu wollen — oh nein: dann .biess es antreten! Und man konnte dem Vieh nicht böse sein: wenn er mit seinen grossen schwarzen Kulleraugen unter den langen Fransen seiner seidigen Haare hervorschielte — dann war es eben aus mit Ernst und Strafe. Dann musste man eben gut sein, ob man wollte oder nicht. Riss man sich aber zusammen und sagte sich: jetzt musst du strafen, dann konnte es passieren, dass sieb der Kleine , hinter dem Grossen verschanzte und man Zweie gegen »ich hatte iereii drolliger Kameradschaft man einfach nicht gewachsen war. Am schlimmsten war Doktors unersättliche Zerstörungswut. Als ich ihn eines Tages erwischte, wie er beschäftigt war, von meinem kostbarsten Teppich die Fransen abzunagen, platze meine Geduld. Ich schaffte mir eine Hundehütte an, aus Korbgeflecht, mit einer kleinen Tür, die man durch einen Holzpflo'-k verschliessen konnte. , Dorthinein wurde Doktor nun jedesmal gesperrt, wenn ich die Wohnung verlassen musste «Aber das ist doch eine Grausamkeit.» jammerte Bettina, als sie dieses Gefängnis zum erstenmal erblickte, «darin kann sich das arme Tier doch kaum umdrehen!» «Das soll er auch nicht,» brummte ich herzlos, «ich babe die Sache satt.» Nebenbei gesagt, war die Hütte gross genug, um ein ganzes Rudel Wölfe einzusperren. Tags darauf hatte sich Doktor durch die Seitenwand gefressen Ich besserte sie mit Draht aus und verhaute ihn Am nächsten Morgen Wies die andere Wand ein rundes Loch auf. Ich hatte noch Draht von gestern und besserte sie aus, klemmte darauf die Hütte zwischen Mauer und Schrank und bohnläcbelte zu Doktor hinunter, der mit Treu daneben eass und meine Arbeit kritisch begutachtete. So — mein Lieber, was nun?! Was nun? — Am Abend war Doktor durch das Dach gebrochen. Kalter Scbweiss brach mir aus allen Poren: war denn diesem verdammten Köter nicht beizukommen?! Ich umspann die Hütte mit einem Netz von Draht, dass sie aussah, wie ein Horchposten im ArgonnerwaH, klemmte sie noch fester zwischen Wand und Schrank und fuhr in der Früh mit dem Bewußtsein in mein Büro, dass ihn diesmal nichts, aber auch nichts aus dem Kasten erlösen könnte, diesen dreimal verflixten Teufelsköter! Als ich nach Hause kam, begrüsste er mich schweifwedelnd im Korridor — die Tür zu seinem Gefängnis stand offen ...! Mir war die Sache unerklärlich. Ratlos drehte ich den Holzpflock in meinen Händen, von dem ich ganz genau gewusst hatte, dass ich ihn am Morgen- vor die Hüttentür gesteckt hatte... wie war das Biest nur diesmal wieder herausgekommen!! Meine Blicke fielen auf das ungleiche Hundepaar, das so friedlich vor mir sass .. und ein fürchterlicher Verdacht stieg in mir auf. Sollte Treu etwa . den Pflock herausgezogen haben? .. «Komm mal her. Treu ...» mit eingeklemmter Rute schlich er auf mich zu. schon faul — «. . was hast du denn hier gemacht?!» Die Antwort war ihm direkt vom- Gesicht zu .Doktor' verdrückte sich in seine Festung... zum erstenmal freiwillig! Wa1fiSch-Zwl1Hnee. Die Mannschaft des norwegischen Dampfers « Ejvindvik », der mit einer grösseren Fangflottille unterwegs ist. harpunierte nordwestlich der Rossinseln im südlichen Polarmeer einen riesigen, weiblichen Blauwal. Im Leib des 33 Meter langen, trächtigen Tieres fand man zwei junge Wale, eine grosse Naturseltenheit, da die Riesen des Meeres alle zwei bis drei Jahre stets nur ein Junges zur Welt, bringen. Die Zunge des erlegten Walweibchens hatte im übrigen das stattliche Gewicht von 3247 kg, das sind 60 Zentner und 94 Pfund. Krankenheilung durch Poesie. Die französische Dichterin Lude Guillet hat in der nähern Umgegend von Paris ein Sanatorium eingerichtet, in dem sie therapeutisch Gemütskranke durch Poesie heilt. Lucie Guillet beginnt mit der Vorlesung der den Patienten von der Kindheit an bekannten Klassiker, um dann nach und nach bis zu den modernsten Dichtern überzugehen (wobei sie allerdings den verkehrten Weg geht!). In dem Prospekt wird der Fall eines gemütskranken Industriellen, der nach dem Zusammenbruch seines Geschäftes trübsinnig geworden war, erwähnt und betont, dass diese Kranke mit einigen Strophen eines. s aiten Volksliedes geheilt werden konnte. Im. übrigen wird sich Lucie Guillet besondere.Hausdichter engagieren, nachdem sie festgestellt hat. dass noch besser als das Vorlesen klassischer Dichtung der Selbstvortrag der Autoren wirkt. Erster Preis : Eine Blinddarm-Operation ! Zu den sonderbarsten Geschenken, die jemals bei einer Tombola zur Verlosung gelangten, gehört eine Blinddarm-Operation, die man beim Weihnachtsfest einer Vereinigung von Aerzten und Zahnärzten in Chicago gewinnen konnte. Andere Preise sind ein kostenloses Zahnziehen sowie bisher uneintreibbare Forderungen für geleistete zahnärztliche Arbeiten. Die Stifter glauben, dass es nicht weniger schmerzlich sein dürfte, diese überfälligen Rechnungen einzukassieren, als sich einen Zahn ziehen zu lassen. Sollte der Gewinner der Blinddarmoperation keinen Blinddarm mehr haben, so steht es ihm frei, den Preis an andere Interessenten weiterzugeben. Die zünftige Ausrüstung für Sternfahrer, wie sie «Jonny» in der «Allgem. vor- Automobilzeitung» schlägt Am nächsten Tag händigte ich Bettina den Hund wieder ein. «Das ist aber schade, dass du so plötzlich verreisen musst,» meinte sie. «Wann kommst du denn wieder?» Ich suchte vergeblich nach einer Antwort... Treu wandte seinen Kopf langsam und sah »cheinbar gedankenvoll, zur Decke empor,., Spieget de* Zeil Künstliche Diamanten. Dem Ingenieur Dr. Hans Karabacek ist es, wie aus Wien gemeldet wird, gelungen, künstliche Diamanten mit einem Durchmesser von einem halben Zentimeter herzustellen. Karabacek benutzte einen elektrischen Ofen, in dem ein Gemisch von Eisenfeilspänen, Hochofenschlacke und Kohle auf höchste Temperaturen erhitzt und mit Hilfe einer hydraulischen Presse einem Druck von 1500 Atmosphären unterworfen werden konnte. Bei plötzlicher Abkühlung entstanden dann die Rohdiamanten. Diamanten sind Kohlenstoffkristalle, die nur bei höchstem Druck und'gleichzeitig hoher Temperatur entstehen können. Der französische Chemiker Henri Moissan versuchte sich 1894 als erster an der Herstellung künstlicher Diamanten. Man hat in Meteorsteinen kleine Diamanten gefunden, die wahrscheinlich bei der plötzlichen Abkühlung des kohlenstoffhaltigen glühenden Meteoreisens entstanden; Moissan ahmte diesen Vorgang nach, indem er ein Gemisch von Kohlenstoff und Eisen im elektrischen Ofen auf 3000 Grad erhitzte und es in Wasser tropfen Hess. Durch die rasche Abküh- 'ung der Oberfläche zieht sich dann der Schmelztropfen so schnell zusammen, dass in seinem Innern enorme Drucke auftreten und der Kohlenstoff zu Diamantsplittern kristallisiert. Moissan erhielt Splitter, die etwa einen halben Millimeter gross waren; auf seinen Versuchen beruhen alle neueren Arbeiten, die allerdings bisher stets daran gescheitert sind, dass die künstlichen Diamanten teurer wurden als die natürlichen. Bei andern Edelsteinen — Rubinen z.B., die auf ähnliche Weise aus Tonerde (Aluminiumoxyd) entstehen — sind die erzielten Erfolge besser. Honorar in Teppichen. Der Sänger SchaÜapin gab kürzlich ein Gastspiel im Nationaltheater Sofia. Sein Honorar machte eine sechsstellige Levasumme aus. Die Nationaibank aber verbot die Ausführung des Betrages auf Grund der dortigen Devisenbestimmungen. Nachdem aber Schaiiaoin eine Vorstellung für arme Kinder in Sofia gegeben hatte, erh'elt er von der Nationalbank die Erlaubnis für das Honorar Teppiche zu kaufen und mitnehmen zu .dürfen. Gedächtniskünstter mit Universitätsdiplom. Dass ein Gedächtniskünstler ein Universitätsdiplom erhält, dürfte zu den Seltenheiten gehören. Dem Bulgaren Marin Karadimitroff, einem 38jährigen Manne, ist diese Ehrung durch die Universität von Sofia zuteil geworden. Er hat sein Können dadurch nachgewiesen, dass er unter Kontrolle 3000 Worte, die ihm auf einer Liste vorgelegt worden waren, unmittelbar darauf aus dem Gedächtnis fehlerfrei wiederholte. Auch im bulgarischen Rundfunk hat sich Marin produziert, indem er 100 Worte, die der Ansager von einer Liste ablas, sofort ohne einen einzigen Fehler wiederholte. Dann sagte er diese Liste von rückwärts auf und schliesslich in einer Reihenfolge, bei der nur jedes zweite Wort zu nennen war. Das älteste Ei der Welt Amerikanische Gelehrte haben das älteste versteinerte Ei der Welt gefunden. Es ist 7^ Zentimeter lang und wird auf ein Alter von 225 Millionen Jahren geschätzt Der Fund wurde in Gesteinsformationen der permischen Periode im Norden von Mitteltexas gemacht. Das Ei stammt aus einer Epoche, in der die ersten Landtiere auftraten, die Eier legten. Das Tier war wahrscheinlich ein Ophiakodon, das zwei Meter lang war und dessen grössten Teil der Kopf einnahm. In der Nähe des Fundes wurden auch Skelettreste dieses Tieres entdeckt 2600 Meter unter der Erde~. Der neue und tiefste Stollen eines Goldbergwerkes in Südafrika reicht bis in eine Tiefe von 2600 Meter unter der Erde. Da die Wärme nach dem Erdmittelpunkt zu dauernd zunimmt, herrscht dort unten eine übertropische Hitze, der auf die Dauer nur Neger gewachsen sind. Besondere Schwierigkeiten bereitet die Entlüftung: ein Riesen- Ventilator pumpt in jeder Minute 25,500 Kubikmeter Luft in den Schacht. Der automatische Hut In einem Newyorker Hutgeschäft sind Modelle eines automatischen Hutes ausgestellt Wenn man grüssen will, braucht man den Hut nicht mehr abzunehmen, sondern drückt auf einen Knopf in der Tasche, und die Apparatur setzt sich in Bewegung. Wem die Zuleitungsschnur lästig ist, kann ein besseres Modell wählen. Hier genügt es, den Kopf zu neigen, und der Hut springt durch ein Sprungfedersystem im Futter selbsttätig in die Höhe. (Die mechanisierte Höflichkeit — ein Schritt weiter zum Paradies!) Vornehmheit billig abzugeben! Es wird behauptet, Vornehmheit müsse dem Menschen angeboren sein — erwerben Hesse sie sich nicht. Grundfalsch! Der Mensch von heute wMl mit seinen Vorzügen Staat machen, sei es auf dem Wege des Knopfloches, der Visitenkarte oder irgendeines geeigneten sichtbaren Merkmales. Nun, und das geeignete sichtbare Merkmal, vornehm zu erscheinen, ist ein entsprechend dekorierter — Reisekoffer. Nähere Details verrät das nachstehend wiedergegebene Inserat, das dieser Tage in zwei grossen Wiener Tageszeitungen zu lesen war: Koffervignetten erster internationaler Hotels aller Weltstädte und Luxusorte werden billig abgegeben Zuschriften unter «Vornehmer Reisekoffer» an die Administration des Blattes. '-* . hilft sicher bei allen Erkältungserscheinungen > ' Kopfweh, Fieber, Rheuma. 12 Tabletten Fr. 1.80 bietet Ihnen fur lhK Söhne d LAUSANNE KNABEN-INSTITUT „Gabriel Rauch" and ein rasches, gründliche* Erlernen der französischen Sprache. Prospekt zur Verfügung. ZÜRICH: Löwenstrass* Hypothekarund Baukredite Zins 2V| 0 Ablösung von Hypotheken und Bürgschaften \/erl. 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N» 12 ~- 1935 AUTOMOBIL-REVUE Wovon man in TltodekeeiseH spädit: Man entsinnt sich noch ganz genau, dass im Vorjahre Aermel und Schulterlinie, als charakteristische Momente, der Mode Ausdruck und Gepräge gaben. Heuer hat sich das Bild verschoben. Man ist nicht so sehr auf die Linienführung, als vielmehr auf Garnierungen bedacht und legt also auf eine «Mode im Kleinen» Wert. Das grosse Verständnis für dekorative Wirkungen, das sich allenthalben geltend macht, mag übrigens auch die Ursache des .grossen Farbenreichtums der neuen Mode sein. Unter diesen Umständen wird man zu dem Schlüsse gelangen, dass der Aermel als Ganzes (also in seiner Linie) diese Saison viel weniger wichtig sei, als seine Ausarbeitung und die Zutaten, die ihn reizvoll, anmutig und neuartig wirken lassen. Und tatsächlich entwickelt sich vor unseren Augen eine Aermelmode von nie geahntem Ideenreichtum, von einer Ueppigkeit der Phantasie, die man sich niemals erträumt hätte. %)ie Ammeimode es die beruflich tätige Frau zu tragen pflegt. Hier fällt einem die Dreiviertellänge und die sogenannte doppelte «Blendenform» auf, die dadurch entsteht, dass ein offener Aermel kantig geknöpft wird. Als Verschluss werden ausgezeichnet wirkende Exotenholz-Knöpfe verwendet. Da erste Motiv, links oben, zeigt ebenfalls den Aermel eines schlichten Kleides, auch diese Form dreiviertellang und mit einer nach aussen hin erweiterten, leicht abstehenden, geknöpften Manschette abschliessend. Dass sich die auf den Aermel verwendete Phantasie bei Gesellschaftskleidern viel augenfälliger darstellt, ist durchaus verständlich, da ja in diesem Falle viel reichere Ausdrucksmöglichkeiten gegeben sind und die malerische Wirkung schon durch das zur Verwendung gelangende Material begünstigt erscheint. Wir wollen, nachmittägliche und abendliche Entwürfe zusammenfassend, unseren Lesern über die Entwicklung der Aermelmode Aufreihe eingeknüpft wird, so dass sich ein schöner, bis ins Handgelenk fallender «Trichterärmel» ergibt. Das letzte Bild der oberen Reihe aber macht mit einem «Schlitz-Aermel» vertraut, der für das Gesellschaftskleid der nächsten Zeit richtungsgebend werden soll. Sehr schön ist auch der sogenannte «Mönchsärmel», der sich in Glanzseide wunderbar zum Ausdrucke bringen lässt. Auch dieser Aermel (erste Figurine der zweiten Reihe) ist oben genug eng, unten aber wie der Aermel einer Mönchskutte gleichmässig verbreitert. Wenn ein schwarzer «Mönchsäermel» farbig (und zwar lila, rot oder grün) abgefüttert wird, ist die Wirkung besonders eindrucksvoll. Dem jugendlichen Charakter der neuesten Mode trägt die Machart des nächsten Aermels Rechnung, der in sogenannter «Smok»- Arbeit gezogen wird und sich in drei gleich breiten Rüschenbahnen blütenkelchähnlich öffnet.. Unmittelbar neben dem eingans besprochenen karierten Blenden-Aermel zeigen wir einen der Quere nach eingereihten Halbärmel, der sich in breiter Sonnenblumenform erweitert. Man nennt diese Type, die allgemeines Aufsehen erregt, den «Lotos-Aermel». Wenn Taft oder ähnliches Material verarbeitet wird, dessen Steifheit gelegentlich für die Ausarbeitung eines interessanten Aermels Voraussetzung ist, so sei der «Schlupfen- Aermel> besonders empfohlen, den wir im Bilde rechts festgehalten haben. Weiches, durchsichtiges Material, also Spitze, Tüll oder Gaze, eignet sich für Jede bauschige Form, wobei des Kontrastes wegen nicht selten eine Fellkantung vorgesehen wird (erste Skizze der untersten Reihe). Ein schlanker Aermel, der in seiner Aussennaht mit einem doppelseitigen, womöglich zweifarbigen «Wasserfall» versehen wird, ist in der Mitte (unten) zu sehen. Als Letztes und vielleicht auch Bestes der neuesten Mode: Eine Wirkung, die gerade ihrer Einfachheit wegen gefangen nimmt: der geschlitzte Aermel, der sich für Ganzseiden- und Samtkleider ungemein effektvoll erweist und dessen Schlitze durch Strassknöpfe zusammengehalten werden. Man merkt also, dass der Aermel auch heuer wieder einen grossen Anteil an der modischen Entwicklung hat, uns viel Schönes zu bieten haben wird und in der kommenden Uebergangsmode vermutlich noch grössere Bedeutung erlangen dürfte! R. H. %xtsdiläqt fä* die Watte*: 0ie des JCindes Beinahe hat es den Anschein, als wollten sich unsere Modekünstler einen «Sport» daraus machen, immer noch Schöneres, noch Interessanteres, noch Fesselnderes zu bringen, um — sich selbst überbietend —höchste modische Gipfel zu stürmen! Das Modebild gewinnt natürlich durch solchen Elan ganz gewaltig, und wir alle können uns der kaleidoskophaften Buntheit des Gebotenen freuen. Wer der Meinung ist, dass nur das Gesellschaftskleid phantasievolle Aermel bringt, ist durchaus falsch beraten, denn es gibt auch bei allereinfachsten Strapazmodellen reizende Aermel formen, die aber den Charakter der betreffenden Aufmachung doch niemals verändern, sondern sich stilvoll in die Note des Ganzen emfügen. Unsere Skizzengruppe bringt in der Mitte den Aermel eines karierten Stoffkleides, wie Ach, wie sehne ich mich nach der ERIKA ... nach dieser hervorragenden, modernen Schreibmaschine, auf der es sich so leicht schreibt. Man bann sie gegen kleine Monatsraten erstehen. Nicht passende Schreibmaschinen nehme ich in Zahlung. Gratisprosnekt durch: W. Häusler-Zepf, Ölten MAGENSCHMERZEN sind äußerst unangenehm Dieselben venchwinden aber narb kurzer Zeit beim Gebrauch von „COLUMBA"-Magenpulver unschädlichen Mittel gegen Verdauungsstörungen Gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen. Magenkrampf. üebelkeit. Erbrechen Magendrücken Sodbrennen Blähungen Auf;tnssen übelriechenden Atem Preis pro Sehachtel Fr 8.— Machen Sie einen Versuch und Sie werden von dessen Oute wie schon Hunderte anderer Kunden überzeugt sein. Efnzis erhältlich hei Apotheke zur Taube, Schaffhausen Cliches Hallwag sind erstklassig schluss geben und zeigen, wie durch einen schönen Aermel bei geschmackvoller Zusammenstellung selbst dem allereinfachsten Kleide der Stempel des Neuartigen aufgedrückt werden kann. Betrachten wir unsere zweite Skizze (Mitte oben): Aus zarten, sogenannten «Haarsäumchen» entsteht hier ein im Oberarm ganz schmaler Raglanärmel, der sich nach unten hin, sobald die Säumchen enden, bauschig öffnet und am Unterarme mit einem aus kleinen Blümchen gefertigten Armbande zusammengehalten wird, eine Idee, die für ein Theater- und Gelegenheitskleid gewiss nicht von der Hand zu weisen ist. Die Frauenmode, die sich heuer immer, wieder geltend macht, darf natürlich nicht übergangen werden. Wir zeigen aus diesem Grunde in der nächsten Skizze einen engen Halbärmel, in den eine doppelte Fransen- Spar- & Leihkasse in Bern Besorgung aller Bankgeschäfte zu kulanten Bedingungen Sichere und erstklassige Kapitalanlagen Jede Mutter hat die Verpflichtung, ihre Kinder frühzeitig zu lehren, den Körper richtig zu pflegen. Jede Frau weiss, dass Unterlassungssünden, die in der Kindheit begangen werden, nur sehr schwer wieder gutzumachen sind. Vor allem muss darauf geachtet werden, dass der Körper sich geschmeidig erhält. Die Turnstunden in der Schule genügen nicht immer; es ist nötig, dass, wenn möglich, jeden Morgen beim Aufstehen etwas Gymnastik getrieben wird. Die paar Minuten sollten unbedingt erübrigt werden. Es ist für die Blutzirkulation und die Frische und Spannkraft des Körpers wichtig und nötig, dass diese Morgenübungen nicht unterlassen werden. Ausserdem muss schon den Kindern klar gemacht werden, wie wesentlich die Reinlichkeit für den Körper und die Gesundheit ist. Viele Kinder baden und schwimmen im 'Sommer.gern, aber im Winter sind sie was-, 'serscheu, wenigstens wenn es sich um das "morgendliche Waschen handelt. Es gibt Kinder genug, die, wenn Mutter nicht hinsieht, nur eben die Firigerspitzen ins Wasser tauchen, sich dann die Hände abtrocknen und mit dem feuchten Tuch das Gesicht abreiben. Man pflegt das «Katzenwäsche» zu nennen. Macht ein Kind das ein paar Tage hintereinander auf diese Weise, so hat es sich schon daran gewöhnt, und es kostet dann grosse Ueberwindung sich richtig zu waschen. Wenn es irgend möglich ist, soll man die Kinder sich in einem erwärmten Raum waschen lassen, damit sie unbekleidet stehen können, ohne zu frieren. Wer sich an seine kalte Abreibung erst gewöhnt hat, mag sie dann nicht mehr missen und fühlt sich, wenn sie einmal aus Zeitmangel oder andern Gründen unterbleiben musste. unfroh und unpässlich; es ist dann, als ob die Haut gar nicht richtig atmen kann. Neben dieser naturgemässen Körperpflege müssen die Kinder daran gewöhnt werden, sich täglich, auch bei schlechtem Wetter, eine angemessene Zeit im Freien zu bewegen. Wir wollen keine Stubenhocker aus den Kindern machen, und sie müssen früh begreifen, dass der Aufenthalt in der frischen Luft eine Quelle der Gesundung für sie ist. Ausserdem aber haben die Eltern die Pflicht, auf körperliche Mängel des Kindes zu achten, auch wenn sie zunächst vielleicht noch nicht einmal sehr hervortretend sind, die aber im spätem Leben eine Schädigung bedeuten können. Wie oft findet man zum Beispiel, dass ein sonst hübsches Mädchen durch schiefe, schräg herausstehende Zähne entstellt wird. Bemerkt man eine schlechte Zahnstellung bei dem Kinde, so muss man unbedingt den Zahnarzt aufsuchen und das Nötige dafür tun. Selbst wenn die Ausgabe einen erschreckt, muss man sich sagen, dass man dem Kinde manche Unannehmlichkeiten erspart. Auch Anlage zu Plattfuss, Senkfuss und dergleichen kann und muss bekämpft werden, und zwar lassen sich diese Dinge in der frühen Jugend meist schon durch geeignete Fussgyrnnastik beseitigen. Wohingegen ein solches Fussleiden, wenn man es ein ganzes Leben lang mit sich herumschleppen muss, sehr störend werden kann und einem manche Freude verdirbt. Haar, Nägel und Haut sind ebenfalls schon in der Kindheit zu pflegen. Das Haar muss regelmässig gut gebürstet, sorgfältig gekämmt und genügend oft mit einer guten Haarwaschseife gewaschen werden (alle 14 Tage einmal). Die Nägel sind täglich zu bürsten und zu reinigen. Wenn die Haut des Kindes unrein ist, so soll man scharf auf die Diät achten. Viel Obst und Gemüse werden sehr oft den unangenehmen Schaden beheben. Im Entwicklungsalter pflegt die Haut vielfach Unreinheiten aufzuweisen; darüber braucht man sich aber nicht zu beunruhigen, diese Erscheinung verschwindet, sobald die Entwicklung beendet ist. Vielfach leiden die Kinder an Frostschäden an Händen und Füssen. Da das nicht nur sehr hässlich aussieht, sondern auch unangenehm schmerzlich ist, muss die Mutter hier ganz besonders aufpassen. Am besten ist es, schon im Frühherbst Hände und Füsse von Kindern, die zu Frostschäden neigen, mit Wechselbädern zu behandeln, also 5 Mimi- gegen Ober dem Bundeshaus W&5 Aktienkapital und Reserven Fr. 16,000,000 Gegründet 1857 Telephon 21.361 Die Marke, welche Ihr hier seht, Sie bürgt für Schweizer Qualität. Drum merkt sich jede Schweizerfrau Die „Emmentalcrin" genau. WAS Leinen för Aussteuern sind In Detailgeschäften erhältlich Fabrikanten: Worb A Scheltlln A. Q,, Surgdorf