Aufrufe
vor 8 Monaten

E_1935_Zeitung_Nr.014

E_1935_Zeitung_Nr.014

kühlung. Im übrigen

kühlung. Im übrigen wird diese bei deutschen Wagen nur in den allerkleinsten Typen angewendet. Beim neuen Mercedes-Benz- Sportwagen mit Heckmotor von 1,5 Liter Hubraum ist für die Durchlüftung des Teichlich bemessenen blockförmigen Kühlers ein eigenes Gebläse vorgesehen, so dass die Kühlung vom Fahrwind vollkommen unabhängig ist. Dies ist besonders für Bergfahrten von grossem Vorteil. Ausserdem leistet dieses Gebläse auch einen Luftstrom zum Vergaser, so dass sich — wenn schon nicht eine ausgesprochene Kompressor-Wirkung — doch immerhin eine wesentlich bessere Aufladung der Zylinder ergibt. Nicht zuletzt erklärt sich daraus die ausserordentlich grosse Leistung dieses sauber konstruierten neuen Sportwagens. (Fortsetzung folgt.) Verkehrspol Das Problem Strasse und Automobil in Deutschland. Anlässlich der Eröffnung der internationalen Automobilausstellung in Berlin hielt Reichskanzler Hitler eine Ansprache, in welcher er die Einstellung des neuen deutschen Staates zum Automobil einerseits und zur Strasse anderseits skizzierte. An seine Rede vom 11. Februar 1933 anlässlich der damaligen Automobilausstellung anknüpfend, kam der Kanzler auf den damals fast unaufhaltbar scheinenden Niedergang zu sprechen, der sich innerhalb der deutschen Verkehrswirtschaft bemerkbar machte. Während über 6 Millionen Menschen ohne Erwerb und eigenen Verdienst die immer kleiner werdende Zahl der noch produktiv Schaffenden auf das schwerste belasteten, sei eine Industrie nach der andern dem Zusammenbruch entgegengegangen. Besonders grauenvoll .habe sich dies in der Verkehrswirtschaft ausgewirkt. Wenn damals der Reichskanzler die Entschlossenheit des neuen Regimes verkündete, dem langsamen Verfall des Kraftverkehrs Einhalt zu gebieten, dann sei er sich bewusst gewesen, dass eine solche Bewegung nur im Rahmen der allgemeinen Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft gelingen könnte. Uebergehend zu den im Verlaufe von zwei Jahren erzielten Erfolgen, betonte Hitler, dass diese nicht einem Zufall oder einer Hexerei zu verdanken seien, sondern einem umfassenden Angriff gegen bestimmte Ursachen des frühem Verfalls auf diesem Wirtschaftsgebiet. Wenn man die Entwicklungslinie gedanklich vor dem Jahre 1932 über dieses Jahr hinaus fortsetze, so wird man erst ein richtiges Bild über den Umfang und die Bedeutung einer Aktion gewinnen, die nicht einen bestehenden Zustand ausbesserte, sondern einen fortlaufenden Verfall abstoppte und in einen Aufstieg verwandelte. Im besondern kam der Kanzler auf die Schlüsselstellung der Automobilfabrikation zusammen mit ihren Nebenindustrien zu sprechen, wobei er auch die Gründe des früheren Niederganges dieses Industriezweiges zu analysieren versuchte. Der Reichskanzler selbst hielt es seinerzeit für notwendig, dass parallel der Entlastung des Motorfahrzeugverkehrs von den staatlichen Bedrückungen eine bewusste Förderung desselben in der Form eines psychologisch wirksamen Anreizes durchgeführt werden müsse. Die Stärkung des Automobilsportes gehöre in das Kapitel der Wiedererweckung des Interesses der Nation an diesem Instrument modernster Verkehrstechnik der Menschheit. Aber ebenso ist dann der Bau eines Strassennetzes notwendig, das eine der Voraussetzungen für eine wirklich zukunftsreiche Modernisierung des Verkehrs überhaupt sei. Ein Autobestand von 2-3 Millionen Wagen führe unter Zugrundelegung des bisherigen in Trassierung und Material ungeeigneten Strassennetzes eher zu einem Verkehrsverfall als zu einer Verkehrsverbesserung. In der deutschen Automobilindustrie, in den Zubehör- und Reparaturwerkstätten sowie im Baugewerbe, das für Fabriken und Garagen tätig ist, seien jetzt schon jährlich über 600,000 Menschen beschäftigt, wozu noch rund 400,000 direkt oder indirekt am Bau der Reichsautobahnen und am Ausbau des Strassennetzes Beschäftigte hinzukommen. Rund eine Million Menschen verdienen somit in der Automobilwirtschaft heute ihr Brot, während bei einem Andauern der frühern Verhältnisse vielleicht kaum 20 Prozent von dieser Zahl Arbeit und Auskommen gefunden hätten. Die gesamte Kraftverkehrswirtschaft einschliesslich dem Strassenbau entlaste das Reich um mindestens 400 bis 500 Millionen Mark. Darüber hinaus schafft diese ein Steueraufkommen, das insgesamt diesem Betrage nur wenig nachstehen dürfte. Die Summe also, die direkt oder indirekt von dieser zukunftsreichen Industrie aufgebracht werde, stehe in keinem Verhältnis in den schon heute in Erscheinung tretenden Gewinnen. Im besondern betonte der Kanzler, dass die Anstrengungen noch vervielfacht werden müssen, wenn man einen bereits dem Ruin ausgelieferten Wirtschaftszweig wieder retten und neu befruchten wolle. Daher bekenne er sich auch heute wieder zu dem Programm, das vor zwei Jahren aufgestellt wurde und das höchstes behördliches Entgegenkommen und höchste Rücksichtsnahme auf den Kraftwagenverkehr und die Kraftwagenindustrie anstrebe wie auch eine stärkere psychologische und materielle Förderung des Kraftwagens in Zukunft und endlich die Förderung und Sicherung des Verkehrs durch den Bau von Reichsautobahnen. Diese letztern werden in wenigen Jahren eines der gewaltigsten Propagandamittel nicht nur für die heute vielleicht im ganzen Umfang gar nicht vorausgeahnte Steigerung des Strassenverkehrs und damit der Produktion sein, sondern auch ein jährlicher Anziehungspunkt für viele Hunderttausende von Fremden, denn nach Fertigstellung der Reichsautobahnen werde Deutschland über das modernste Automobilstrassennetz der Welt verfügen. Bekanntlich sind Bestrebungen in Deutschland im Gange, einen Volkswagen zu schaffen. Nach Mitteilung des Kanzlers soll es der Fähigkeit eines hervorragenden Kort* strukteurs gelungen sein, die Vorentwürfe für den deutschen Volkswagen fertigzustellen, um die ersten Typen ab Mitte dieses Jahres endlich erproben zu können. Hitler vertritt die Ansicht, dass es möglich sein müsse, einen Kraftwagen zu schaffen, der im Preis nicht mehr koste als früher ein mittleres Motorrad. Es sei dies nicht nur eine Aufgabe der Automobilindustrie, sondern auch eine solche der deutschen Brennstoffproduktion. Zwangsläufig ergebe sich die weitere Aufgabe der Sicherung des Brennstoffbedarfes, wobei sich Deutschland in einer Reihe umwälzender Erfindungen befinde. Sowohl die Frage des synthetischen Gummis wie die des synthetischen Benzins seien im Prinzip gelöst. Wichtig sei, dass die deutsche Automobilindustrie auch hier erkenne, wie gross ihre nationalen Aufgaben seien und wie sehr sie auf die Heranziehung und Verwendung deutscher Betriebsstoffe Rücksicht nehmen müsse, um damit, wenn möglich, einen neuen deutschen Wirtschaftszweig ins Leben zu rufen. my. AUTOMOBIL-ffEVUE 1935 - N° 14 Gewährleistung Im Autohandel. (Aus dem Bundesgericht.) Ein im Dienste eines Transportunternehmens stehender Chauffeur kaufte durch Vertrag vom 13. Oktober 1931 von einem Garagisten' einen amerikanischen Lastwagen mit 5 Tonnen-Sattelschlepper zum Preise von 15 000 Fr. Drei Wochen nach der am 20. Oktober erfolgten Ablieferung beklagte sich der Käufer über schlechtes Funktionieren und auch nach einer Prüfung des Wagens durch den Verkäufer erklärte sich der Käufer nicht befriedigt. Am 16. Februar 1932 wurde dem Käufer von der Fahrzeugkontrolle Zürich mitgeteilt, der Sattelschlepper könne wegen allzu schwacher Konstruktion nicht mit einer Nutzlast von 5 t zum Verkehr zugelassen werden, sondern es könne nur eine Belastung von höchstens 3 t bewilligt werden. Unter Bezugnahme auf diese Mitteilung stellte der Käufer den Wagen sofort dem Verkäufer unter Vorbehalt weiterer Ansprüche zur Verfügung. Er verlangte vermittelst der Wandelungsklage Rückgängigmachung des Kaufgeschäftes und Rückzahlung von 14 476 Franken. Diese Klage ist sowohl, vom Solothurnex Obergericht als, durch Entscheid vom 5. Februar, vom Bundesgericht in dem Sinne gutgeheissen worden, dass der Kauf unverbindlich erklärt und der Verkäufer zur Rückzahlung von 12 907 Fr. verurteilt wurde. Art. 197 des Obligationenrechts bestimmt: «Der Verkäufer haftet dem Käufer sowohl für die zugesicherten Eigenschaften als auch dafür, dass die Sache nicht körperliche oder rechtliche Mängel habe, die ihren Wert oder ihre Tauglichkeit zu dem vorausgesetzten Gebrauche aufheben oder erheblich mindern. Er haftet auch dann, wenn er die Mängel nicht gekannt hat.» Im vorliegenden Falle bildete die Bezeichnung als 5 Tonnen-Sattelschlepper die vertragliche Zusicherung einer Eigenschaft, während die Nutzlast nach der vom Obergericht eingeholten Expertise nur 4 Tonnen beträgt. Daher ist der Verkäufer gewährleistungspflichtig, sofern die Mängelrüge rechtzeitig erfolgt ist. Nach Art. 201 des OR. soll der Käufer, sobald es nach dem ordentlichen Geschäftsgange tunlich ist, die Beschaffenheit der empfangenen Sache prüfen und, falls sich Mängel ergeben, für die der Verkäufer Gewähr zu leisten hat, diesem sofort Anzeige machen. .Versäumt dies der Käufer, gilt die gekaufte Sache als genehmigt, soweit es sich nicht um Mängel handelt, die bei der übungsgemässen Untersuchung nicht erkennbar waren. Für den vorliegenden Fall ist zu berücksichtigen, dass ein neues Automobil vorsichtig eingefahren werden muss und schon deshalb gewisse Mängel erst nach einiger Zeit erkennbar werden können. Daher bedeutet es eine rechtzeitige Mängelrüge, wenn die Leistungsfähigkeit des Motors drei Wochen nach der Lieferung beanstandet wurde.- Das Fehlen der zugesicherten Nutzlast von 5 t ist erst durch die Mitteilung der Fahrzeugkontrolle Zürich einwandfrei festgestellt worden, und da der Käufer hierauf dem Verkäufer sogleich Mitteilung machte, ist auch in bezug auf diesen Mangel die Mängelrüge rechtzeitig gewesen. Das Urteil des Richters kann Je nach der Bedeutung des Mangels auf Wandelung oder Minderung (Rückgängigmachung des Kaufes oder blosse Herabsetzung des Kaufpreises) lauten. Im vorliegenden Falle handelt es sich um einen Mangel, der nicht leicht behoben werden kann, und da ein Wagen von weniger s t i s c h e r Julier wieder geöffnet Nach Passieren der Schneeschleudermaschine ging letzten Samstag südlich der Jaliersäule eine Lawine nieder, welche die Julierstrdsse auf einer Länge von 50 Metern sperrte. Seit jeher kam diese Strecke als das einzige lawinengefährliche Stück der Julier' •strasse in Betracht, würde doch am nämlichen Ort vor 50 Jahren die Pferdepost von einer Lawine überrascht, wobei zwei Mann verschüttet wurden. Die Freilegungsarbeiten sind sofort in grossem Umfange in Angriff genommen worden, so dass bereits in den gestrigen Nachmittagsstunden die Strasse wieder dem durchgehenden Verkehr geöffnet werden konnte. Die neue Strasse zwischen Genua und Mai« Iand, die sich zur Zeit im Bau befindet, weist siebenundzwanzig grosse Brücken und Viadukte auf, die Seitentäler überqueren, weiter 309 kleinere Brücken und Ueberkreuzungen sowie Tunnels. Sechs- bis achttausend Arbeiter sind an diesem grossen Bau beschäftigt. Steuerfreiheit für Automobile in Bulgarien. Die in Bulgarien angemeldeten Automobile sind durch Gesetz vom 20. August 1934 von der Bezahlung weiterer Verkehrssteuern befreit worden. Auch für die ausländischen Wagen wurden neue Erleichterungen geschaffen. Ein neues Wunder-Automobil. Ein Automobil, das elektrisch betrieben wird und mit dem erstaunlich geringen Energieaufwand von 10 Cents 1000 Meilen durchfahren soll, wird nach einer amerikanischen Meldung schon im Sommer in einem grossen amerikanischen Autowerk hergestellt werden. Dieser Wunderwagen ist die Erfindung eines Edgar Ward aus Toronto, der behauptet, dass ihm auch die Konstruktion eines Flugzeugs mit Akkumulatorenantrieb gelungen sei, deren Betrieb für 500 Flugstunden den phantastisch niedrigen Preis von 80 Cents koste. Die Erfindung wurde angeblich bereits in schweren Tourenwagen erfolgreich auf den amerikanischen Landstrassen ausprobiert. Das Anzugsmoment soll *«norm» sein. Der Wagen soll auf den Versuchsfahrten innerhalb 26 Sekunden eine Stundengeschwindigkeit von fast 125 Kilometer erreicht haben. Die Energiequelle ist ein Batteriesystem, dessen Anordnung und Konstruktion geheimgehalten wird. Von den Akkumulatoren wird der Strom zu vier Elektromotoren geleitet, die einzeln an den Rädern montiert sind. 30 000 dieser Batterien gehen, wie berichtet wird, in Toronto bereits ihrer Vollendung entgegen. (Die Wunderbatterie gehört bis letzt ins Gebiet der Seeschlangen, der Todesstrahlen und der drahtlosen Kraftübertragung. Red.) als 5 t Nutzlast für die Zwecke des Käufers nicht verwendbar ist, hat die Wandelung einzutreten. Demnach hat der Verkäufer den Preis zurückzuzahlen, der Käufer den Wa* gen nebst dem «inzwischen bezogenen Nutzen» herauszugeben (Art. 208 OR.). Der Käufer muss sich deshalb für den viermonatlichen ordnungsgemässen Gebrauch des Wagens einen Abzug von 1780 Fr. gefallen lassen. Dafür, dass der Wagen einmal ohne Kühlwasser benutzt wurde, was das Schmelzen der drei Hauptlager und die Verkrümmung der Kurbelwelle zur Folge hatte, ist er mit weiteren 313 Fr. zu belasten, so dass der Verkäufer noch 12 907 Fr. herauszugeben hat stammte, niemals gelesen, aber sie zitierte es ganz geläufig und bei jeder Gelegenheit. John Lester pflegte sich darüber zu amüsieren. Netter kleiner Betrug. Sie wollte belesen erscheinen. Zuerst hatte es auf John Lester Eindruck gemacht, und dann verliebte er sich schnell genug, um den Betrug, als er ihn entdeckt hatte, entzückend zu finden. Das Zitat -aus Emerson hatte etwas mit Vergeltung zu tun. Und Selene glaubte an die Unverrückbarkeit dieses Gesetzes. Eines Tages bestätigte es sich so, dass es sie höchlichst erfreute. Weniger als drei Monate nach dem Fall Garfinkle fiel eine andere fette Causa, nicht so viel Aufsehen erregend, aber recht einträglich, in John Lesters Schoss. Im geheimen brüstete sich Selene mit ihrem Anteil an diesem Erfolg. Denn er war, wenn auch indirekt, der Erfolg der'wachsenden Freundschaft zwischen John Lester und Herbert Wing. Aber, sei es wie es sei, an einem stürmischen, nicht allzu freundlichen, aber denkwürdigen Novembertag machte sich Selene, in steigender Nervosität, auf den Weg zu Panatcosts eine Nurse zu engagieren. II. Dienstvermittlungsbureau, um Etwas Unbestimmtes an Annie Pogany fiess sie einem irgendwie verschwommen erscheinen. So, als ob ein Spiegel angehaucht wäre. Oder als ob einem die Augen tränten. So etwas wie Nebel in ihren Augen, die bläu waren und im Weissen verschmiert aussahen wie radierter Blaustift. Auch ihr Haar war so unordentlich. So zerzaust. 'Ambrafarbenes Haar, das unter einen Hut , gesteckt war, der wie aus einem Lustspiel aussah. Man musste sich nach Annie umdrehen, um sie noch einmal anzuschauen, wenn sie schäbig auf ihrer Bank im Park sass. Etwas in ihrem Gesicht, einem armen begehrenden Gesicht von nicht zu raschem Verstand, zog einen an. Auf seine Art war es trotz allem ein brennendes Gesicht. Ein Gesicht in Fieber. Irgend etwas fesselte einem, etwas Hungriges, etwas Glühendes in den Augen und Haaren, die wie durch dunkles Glas gesehen missfarbig aussahen. Es zog die Kinder an, die mit ihren uniformierten Nurses von der Fifth Avenue-Seite des Parkes kamen und sich überall mit ihren Rollschuhen auf dem Mall herumtrieben. Sie standen um sie in kleinen Haufen und starrten sie an. Wahrscheinlich deshalb, weil Annies Augen, wenn sie über den Rand ihrer auf die Breite der Kolonne gefalteten Zeitung auf sie zurückstarrte, nach ihnen überzugehen schienen. Nicht von Tränen. Aber von irgendeinem Verlangen. Annie Pogany zeigte Im Gesicht ein verzweifeltes und leidenschaftliches Verlangen. Kinder fühlen das sofort. So standen sie und starrten zurück. Mit runden Augen. In Haufen von dreien' oder vieren zu gleicher Zeit, auf. Ihren Rollschuhen wippend, bis ihre Nurses sie unter Händeklatschen und Nickender Hundeohrenschleifen verscheuchten. Offensichtlich brauchte Annie Pogany einen Beruf. Aber wenn man auf einer Bank sass und mit der Haarnadel unter den Anzeigen «Kindermädchen gesucht» in der Kolonne « Offene weibliche Stellen » herumorakelte, erreichte man nicht viel. Das heisst, wenn man so schäbig war und das gedankenvolle und unbestimmte Gesicht von Annie Pogany besass. Das Peinlichste waren die Empfehlungen. Alle diese prunkvollen Steinhäuser mit den Renaissancefronten eröffneten das Kreuzfeuer von Fragen zuerst mit: Empfehlungen? Annie Pogany hatte eine. Ein Brief, der vom vielen Ueberreichtwerden in den Falten ein wenig brüchig geworden war. Hauptsächlich, weil er ihr mit der Geste des Verabschiedens zurückgegeben worden war. Die Kindermädchen, die sie in dieser eleganten Ecke des Parkes traf, wo die Kinder am besten angezogen waren, waren nicht sehr hilfsbereit. Die meisten starrten sie an, viele von ihnen drehten die Kinder brüsk weg, wenn sie etwas fragte, und gingen rasch weiter. Oder sie sassen in kleinen Gruppen bei eisengrauen, bällegeschmückten Kinderwagen mit überhängenden Pelz- und Spitzendecken. Es war wie an der Grenze irgendeiner anderen gesellschaftlichen Schicht. Annie Pogany sah man es unerklärlicher- und merkwürdigerweise an, dass sie nicht zu den geordneten Klassen gehörte, man sah ihr das Geheimnis an, dass sie auf einer Barke von einem Fischerweib geboren war und keinen bestimmten Vater hatte. Einmal setzte sich eine von den Grossen dieser gesellschaftlichen Schicht von Hausgehilfinnen neben Annie auf die Bank, während ihre Schutzbefohlenen, zwei lärmende Knaben in braunledernen Hosen und Nerzpelzjacken, auf ihren Rollschuhen herumtollten. Bloss für einen Moment und nur aus dem Grunde, weil ihre Organdyschleife einer Instandstellung bedurfte. Die arme Annie Pongany. Sie verlor keine Zeit und fuhr mit einer Frage dazwischen. Wie bringt man es nur fertig, eine so schöne Stellung als Nurse bei so reizenden Kindern zu bekommen? Man bringt es nicht fertig. Man muss etwas gelernt haben. Oh. Haben Sie Empfehlungen? (Fortsetzung im nAutler-Feierabend*}

15 - 1985 Neuer Internat. Rekord von Stuck mit 320 km/St. Hans Stuck hat, wie wir noch in der letzten Nummer meldeten, auf der Autostrada Florenz-Viareggio am Donnerstag und Freitag erste Rekordversuche mit dem neuen Stromlinienwagen der Auto-Union unternommen. Die breite Autostrasse verläuft beim Militärflugplatz von Tessignano zwischen Lucca und Altopascio in einer schnurgeraden Strecke von rund 5 km Länge, die sich für die Versuche sehr gut eignet und den Bestimmungen des internat. Rennreglementes bis in alle Details entspricht. Schon am Donnerstag erreichte Stuck mit dem Auto-Union- Rennwagen die beträchtliche Geschwindigkeit von 330 km/St. Diese Versuchsfahrten wurden allerdings nur inoffiziell gemessen, so dass die Rekorde Caracciolas nicht als geschlagen angesehen werden konnten. Stuck erklärte sich von der ausgezeichneten Haltung und der guten Strassenlage des neuen Wagens auch bei höchster Geschwindigkeit sehr befriedigt. Nach Tagen des winterlichen Grau und starker Regenfälle hatte es gegen Ende der Woche aufgeheitert, so dass die atmosphärischen Verhältnisse die Fahrt sehr begünstigten. Der neue, ganz in Leichtmetall stromlinienförmig karossierte Einsitzer- Rennwagen der Auto-Union erregte bei den zahlreichen, wegen des Ereignisses nach Lucca gefahrenen Persönlichkeiten der italienischen Sportwelt grösstes Aufsehen. Varzi wohnte den Versuchen ebenfalls bei. Am Freitag fand dann der erste offizielle Rekordversuch statt, der auch von vollem ten in den verschiedenen Ländern und zu einer Beschädigung des Wagens auf derUmgehungsversuchen geführt hätten. Reise dementiert. Die Piste misst genau 17,7 Ferner würden die nach diesem Vorschlag Erfolg gekrönt war. Tausende von Zu-kmschauern verfolgten die Versuchsfahrten, so Auslauf vollständig. In Daytona haben sich sein und der heutigen Entwicklung im Auto- Campbell braucht dies für den An- und gebauten Wagen immer noch schnell genug auch der neue Präsident des RACI, Herzog Tausende von Zuschauern eingefunden, die mobilbau voraus eilen. Dagegen wäre der von Spoleto, und zahlreiche hohe Behördenvertreter. Das Wetter war auch am Freitag teren Versuchsfahrt orientiert werden. Camp- könnte eine weit grössere Zahl von tüchtigen jeweils durch Sirenengeheul von jeder wei- Sicherheitskoeffizient wesentlich höher. Auch trocken, dafür blies nun ein starker Wind, bell lieferte sich im übrigen den Spass, bei Fahrern wiederum regelmässig an den internationalen Rennen teilnehmen. Es wird nicht der den Wagen etwas behinderte. Die Organisation der Rekordversuche nahm ausserfahrt mit einem Flugzeug zu unternehmen. bestritten, dass gerade die englische Indu- einer der letzten Versuchsfahrten eine Wettordentlich grosszügige Formen an. Die Renn-' Der Rennwagen gewann dabei in überlegener Weise. Wenn alles seinen normalen Weg würde, weil dieses Land am Bau von kleinen strie eine solche Formel deshalb begrüssen strecke war während des ganzen Tages für den Durchgangsverkehr gesperrt, ferner geht, dajm können wir in der nächsten Nummer schon den neuen internat. Weltrekord siert ist und mit an der Spitze marschiert. Rennwagen immer noch sehr stark interes- waren alle Sicherungsmassnahmen getroffen, um einen ungestörten Verlauf des Unternehmens zu sichern. Eine ganze Anzahl offiziel- für Automobile verkünden. Dagegen wird nicht mit Unrecht erklärt, ler Chronometreure prüfte die Versuche, die mit neuen Chronometern mit elektrisch auslösender Photozelle gemessen wurden. Nach einer ersten Probefahrt, bei der Caracciolas internat. Rekorde über den Kilo- ECONOMIE! ERSPARNIS! meter und die Meile mit fliegendem Start noch nicht erreicht wurden, begannen um halb zwei Uhr nachmittags die offiziellen Rekordfahrten. Stuck legte zuerst die Meilenstrecke in 18,29 Sek. mit dem Mittel von Ralenti - Stop Langsamfahren - Anhalten 316,765 km/St zurück und verbesserte damit vorläufig Caracciolas Zeit um 1/100 Sek. ZB3VITH Auf der Rückfahrt kam er auf die Zeit von 18,10 Sek. (Stundenmittel 320,090 km^St.). Dies ergab einen Durchschnitt von 18,20 Sek., somit eine Geschwindigkeit von 318,331 km/St- La roue libre de la carburation permet de rouler sans essence sur la Geraden wie auch auf abschüssiger Der Vergaser-Freilauf erlaubt auf der Caracciolas internat. Rekord war also bereits um rund 2 km/St, unterboten. Beim zweiten lancee de la voiture et en d6clivite. Strasse ohne Brennstoff zu fahren. Versuch hatte Stuck auf der Hinfahrt Schwierigkeiten mit den Kerzen, so dass er 18,29 Sek. brauchte. Die Rückfahrt legte er dann in 18,10 und die nochmalige Hinfahrt in 18,08 Sek. zurück. Die beiden letzten Zeiten ergeben einen Durchschnitt von 18,09 Sek. und damit eine Stundengeschwindigkeit von 320267 kmlSt., die somit den neuen internat. Rekord der Klasse 5000 ccm über die fliesende Meile darstellt. Ueber den Kilometer konnte noch kein Rekord erzielt werden. Beim ersten Versuch erreichte Stuck auf der Hinfahrt 12,34 Sek. und auf der Rückfahrt 11,01 Sek., *was einer Durchschnitt von 308,483 km/St, ergibt. Beim zweiten Versuch brauchte er auf der Hinfahrt 11,34 Sek. und auf der Rückfahrt 11,37 Sek., so dass ein Durchschnitt von 317,180 km/St, ermittelt wurde. Der bestehende internat. Rekord von 317,460 km/St., den Caracciola in Ungarn aufstellte, wurde somit nicht geschlagen. Nach den Aussagen von Stuck hätten ohne AUTOSTARTER SELBSTSTARTER den lästigen Seitenwind die Zeiten noch stark asEsnxriTH verbessert werden können. Die Versuche mussten dann wegen Vergaserstörung vorzeitig abgebrochen werden. Da die Autostrasse nicht mehr für längere Zeit gesperrt werden konnte, wurden die Versuchsfahrten Sportnachrichten Stuck und Campbell auf Rekordjagd abgebrochen, und Stuck reiste sofort nach Berlin zurück. Zur Eröffnung der Berliner Auto-Ausstellung hatte er richtig eine neue erstaunliche Bestzeit aufstellen können. Erste Probefahrten von Campbell. Der englische Weltrekordfahrer Sir Malcolm Campbell befindet sich schon seit einigen Tagen mit seinem «Blauen Vogel» am Strande von'Daytona in Florida, wo er seine ersten Probefahrten bereits absolviert hat. Die Versuche fielen sehr befriedigend aus und der Engländer erreichte bereits Geschwindigkeiten von 360 km/St., ohne den Wagen voll auszufahren. Dabei befand sich die Rennstrecke noch keineswegs in einwandfreier Verfassung. Der Sand war an vielen Stellen noch ganz nass und mit Seetang bedeckt. Campbell hofft jedoch auf eine starke Besserung der atmosphärischen Bedingungen innerhalb kurzer Zeit und glaubt, heute Dienstag oder morgen Mittwoch den offiziellen Angriff gegen den bestehenden Weltrekord unternehmen zu können. Nach der Auffassung des Engländers braucht der «Blue Bird» nicht voll ausgefahren zu werden, um die erhoffte 300 St./Meilen-Grenze (482 km/St.) zu erreichen. Obwohl der Strand von Daytona der einzig mögliche Ort für den Rekordversuch sei, so wäre die Strecke doch nicht so ideal, um eine höhere Geschwindigkeit als 300 Meilen in der Stunde zuzulassen. Die Hauptfrage wird sein, ob die Reifen halten. Allzuschwere Pneus würden bei der ungeheuren Geschwindigkeit durch die Zentrifugalkraft regelrecht auseinandergerissen. Die Reifen wurden deshalb so leicht als möglich gewählt. Das hat aber eine andere Gefahr zur Folge. Eine kleine Muschel kann bei dieser gewaltigen Geschwindigkeit mit der Schärfe eines Rasiermessers wirken, und jede Reifenpanne müsste sich sowohl für den Wagen.wie für den Fahrer katastrophal auswirken. Im übrigen werden die Nachrichten von Starter automatique 100 %. 40°/ 0 d'öconomie sur tous les autres systemes de depart actuellement connus. Agence generale pour la Sulsse: GENEVE-GENF 8, av. Pictet-de-Rochemont TSI. 48.336 MJTOMOBIL^KEVUB Englische Vorschläge für eine neue Rennformel. Englands Automobilindustrie hat sich für die jetzige Rennformel nicht erwärmen können und daher auch keinerlei Versuche unternommen, einen Wagen zu bauen, der dieser Formel entsprechen würde. Dagegen erhofft man von der Neuregelung eine entscheidende Wendung der Dinge. Es besteht alle Aussicht, dass sich England wiederum aktiv an den kontinentalen Rennen mit eigenen Maschinen beteiligen würde, sofern seinen Wünschen Rechnung getragen wird. Die Auffassung der englischen Industrie, wie sie übrigens vom königL englischen A. C. im internationalen Sportforum vertreten wird, kommt in einer Zuschrift zum Ausdruck, die uns von der Direktion der MG Car Company zuging. Darin wird der jetzigen Formel der Vorwurf gemacht, dass sie nur dazu geführt habe, Rennwagen zu züchten, die zwar ausserordentlich schnell seien, deren Geschwindigkeit aber nicht mehr mit der wünschenswerten Sicherheit für Fahrer und Zuschauer in Einklang zu bringen sei. Zudem würden die jetzigen Maschinen an die Fahrer derart grosse Anforderungen stellen, dass nur mehr eine ganz kleine Schar von Auserwählten die Möglichkeit habe, überhaupt noch im Rennsport aktiv mitzumachen. Den Engländern schwebt daher eine Formel vor, welche den Zylinderinhalt auf 1500 ccm beschränkt und ein Minimalgewicht von 600 kg ohne Brennstoff vorsieht Von ihr verspricht man sich folgende Vorteile: Einmal sei die Vorschrift sehr einfach und- deren Innehaltung daher auch leicht zu kontrollieren, während die jetzigen Bestimmungen doch zu allerhand Meinungsverschiedenhei- 100 °/ 0 automatischer Starter. 40°/ 0 Ersparnis auf sämtlichen bis heute auf dem Markt erschienenen Starter-Systemen. Generalvertretung für die Schweiz: JE? JL -£3L. ZÜRICH-ZÜRICH BERNE-BERN Talstrasse 32 Monbijoustrasse 16 Tel. 39.723 TeX 23.340 dass gewiss auch manche kontinentale Fabrik mit dieser einfacheren Formel viel eher wieder den Bau von Rennwagen aufnehmen würde. Wenn dies der Fall sei, so würde die technische und sportliche Bedeutung der Rennen nur gewinnen können, da eine möglichst vielseitige und grosse Beteiligung an den Veranstaltungen wertvoll sei. Heute beschränke sich diese auf vier bis fünf Marken. und ein gutes Dutzend an Fahrern. Dazu handle es sich meistenteils um Fabriken, die dem Rennsport nur deshalb noch obliegen können, weil sie direkt oder^ indirekt von den betreffenden Landesregierungen finanziell unterstützt würden. Diese Unterstützung liege aber nicht im Interesse der gesamten Automobilindustrie. Die englischen Einwände gegen die jetzige Formel können nicht ohne weiteres von der Hand gewiesen werden. Es ist zu begrüssen, dass die Diskussion, über deren Neugestaltung in allen Ländern rechtzeitig einsetzt, damit die Automobilindustrie sowohl als die internationale sportliche Behörde das Pro und Contra gründlich abwägen können und für die nächste Rennperiode, die unter einer neuen Formel stehen soll, einen Entscheid zu treffen in der Lage sind, der den meisten Interessen gerecht zu werden vermag. Bol d'Or Ausscheidungsläufe. Zu den Ausscheidungsläufen für das Bol-d'Or-Rennen, die am 13. März in Montlhery über 8 Stunden stattfinden, haben sich insgesamt 32 Konkurrenten gemeldet. Zahlreiche bekannte Kleinwagenfahrer befinden sich darunter. Kein italienischer Weltrekordwagen Im Bau. Zahlreiche in- und ausländische Zeitungen brachten in den letzten Tagen die Meldung, dass in Italien zurzeit ein phantastischer Weltrekordwagen im Bau sei, mit dem Campbeils Weltbestzeiten angegriffen, würden. Wie es hiess, bauten die Fiat-Werke die beiden Motoren für den Wagen, die zusammen 3100 PS leisten würden, und die Scuderia Ferrari konstruiere das Chassis dazu. Als Fahrer komme Graf Trossi in Betracht Aus Italien werden nun diese Behauptungen ganz energisch dementiert. Es handelt sich wahrscheinlich um falsche Informationen über den Bau des zweimotorigen Rennwagens, der zurzeit in der Scuderia Ferrari fertiggestellt und lediglich bei eigentlichen Schnelligkeitsrennen eingesetzt wird. Campbell braucht also vor den Italienern heute und morgen noch keine Angst zu haben. Dixon verunglückt Der bekannte Automobflrennfahrer Freddie Dixon, der zur Elite der englischen Automobilrennfahrer zählt, und früher auch auf dem Motorrad viele Rennen gewann, ist bei einer Flugzeugnotlandung schwer verunglückt und liegt in besorgniserregendem Zustande im Spital. Rekordfahrt eines Dieselwagens. Auf dem Strande von Daytona startete neben Campbell dieser Tage auch noch der amerikanische Rennfahrer Dave Evans aus Indianapolis mit einem Dieselmotorwagen. Er erzielte dabei über die englische Meile die neue Rekordgeschwindigkeit von 200,104 km/St., und übertraf damit den alten Dieselwagenrekord von G. E. T. Eyston um 8 icm/St Die Fahrer des Grossen Preises von Patt. Die Nennliste des Grossen Preises von Pau, der am nächsten Sonntag auf einer Stadtrundstrecke durchgeführt wird, ist nun offiziell bekanntgegeben worden. An Fahrern die zum Schluss noch eingetragen wurden, sind zu nennen: Benoit Falchetto auf Maserati 3000 ccm und Soffietti auf Maserati 3000 ccm. Die Meldeliste verzeichnet die folgenden 14 Fahrer: Robert Brunet (Maserati) Marcel Lehoux (Bugatti) Mlle Helle-Nice (Alfa Romeo) Hans Ruescb. (Maserati) Jean Delorme (Bugatti) Juan Zanelli (Nacional Pescara) Tazio Nuvolari (Alfa Romeo) Philippe Etancelin (Maserati) Pierre Veyron (Bugatü) Renö Dreyfus (Alfa Romeo) Robert Cazaux (Bugatti) Gigi Soffietti (Maserati) Benoit Falchetto (Bugatti) GenaTo Leoz (Bugatti). Civenzv^vltfel*» Deutsche Zollabfertigung. Der neue Erlass des deutschen Reichsfinanzministeriums, der allgemein das Erfordernis der internationalen Ausweise oder bei Fehlen derselben die Lösung einer deutschen Zollkontrollnummer vorsieht, hat in letzter Zeit bei verschiedenen Zollämtern eine unzulässige Behandlung der schweizerischen Automobilisten zur Folge gehabt. In einem später herausgekommenen Spezialerlass wurde bekanntlich obige Verordnung als für schweizerische Fahrer unmassgebend erklärt, indem für diese die nationalen Ausweise genügen. Nun scheint aber diese letztere Ausnahmebestimmung nicht alle deutschen Zollämter erreicht zu haben, denn die Fälle, wo den schweizerischen Fahrern wegen Fehlens der internationalen Ausweise die Einreise in Deutschland verweigert werden wollte, waren nicht so selten. Es liegt wohl im besondern Interesse Deutschlands, wenn es diese Erschwerung der Einreise,