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E_1935_Zeitung_Nr.016

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und hielt das Mädchen

und hielt das Mädchen am Arme zurück. Es lachte laut, und der Begleiter schnitt eine wütende Grimasse. Schwarz Hess nicht mehr locker. Da hieb der andere mit den Fäusten auf ihn. Qewiss, er war im Recht, aber was kümmerte das den einsamen Menschen. Er schleuderte seinen Gegner mit aller Gewalt unter die Menschen und riss das Mädchen mit sich. Es folgte seinem neuen Herrn. Den Verstossenen hatten beide bald vergessener war im Getümmel verlorengegangen. Peter Schwarz und seine Begleiterin schlössen Nach zwei Wochen, die er in vergeblichen ihn erinnert Ich las seine Todesanzeige in JxaqtH. det Zeit: Nachforschungen verbrachte, war die Ur-delaubszeit von Peter Schwarz vorbei. Er gefügt. Das Ereignis berührte mich seltsam Zeitung. Durch Unglücksfall — war bei- reiste nach Italien zurück. Das Mädchen und schmerzlich, ich erinnerte mich plötzlich, dass eben der Faschine in X. zu Ende konnte er nicht mehr vergessen. Er mochte sich Schlechtes über sie einreden, es nützte sein musste. Auf meine Nachforschungen hin nichts. Er musste sie wiederfinden, sein Leben hing an ihr. Er merkte zu gut, wie das. Peter Schwarz wurde in seiner Heimat- erfuhr ich folgendes: Leben für ihn wieder etwas Gleichgültiges stadt am Morgen des letzten- Fastnachtstages mit einem schweren Messerstich in der wurde, wie die Anteilnahme an den Dingen dieser Welt bei ihm abnahm. Brust ins Spital eingeliefert Er war in einer- üblen Vorstadtspelunke mitten im Kar- Zum Karneval des nächsten Jahres kehrte Peter Schwarz wieder in seine Heimatstadt nevalstrubel niedergestochen worden. Er zurück, um Eveline zu suchen. Jede Nacht starb nach, wenigen .Stunden, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Der Tä- suchte er. Einmal glaubte er sie zu sehen. Er stürzte sich in das Gewühl. Sie war es nicht. ter konnte nicht ermittelt werden. Sie war nirgends. Sonst war alles wie vor einem Jahr. Er fürchtete, irre zu werden. wohl dort seine Eveline am Arme eines an- Meine Gedanken arbeiteten. Hatte Peter Wiederum nahm ihn der Süden auf. Aber deren gefunden? War er beraubt und ermordet worden? Der Schleier war nicht zu er fand keine Ruhe, er konnte nicht bleiben. So traf ich ihn eines Tages und er erzählte lüften, und es war vielleicht auch nicht mir diese Geschichte. Später verloren wir wichtig. Denn sein Leben war innerlich uns gänzlich aus den Augen und ich hatfe schon verwirkt gewesen im Kreislaufe eines Peter Schwarz, der mir längst fremd. ;war, Daseins, das um ein Erlebnis kreiste, das er vergessen. doch niemals wieder gleich schön und neu Da wurde ich eines Tages unvermittelt an hätte erleben können. . . * 0e* Schon Sokrates löste Kreuzworträtsel. Die Kreuzworträtsel haben noch immer nichts von ihrer Beliebtheit eingebüsst. Viele Leute finden Zerstreuung im Rätselraten. Die grosse englische Zeitung «Times» bringt täglich ein Kreuzworträtsel für ihre Leser. Aber AUTOMOBIL-REVUE rasch Freundschaft. Er konnte zufrieden sein, sie war gross und gut gebaut. Es war gewiss sinnlos, was der junge Mensch in diesen Minuten dachte: Das ist jetzt sie, deretwegen, du bisher gelebt hast, die du gesucht hast durch manche Jahre. Laut und silberklar lachte seine Gefährtin über die tausend törichten Dinge, die er ihr sagte. Die Zeit rann dahin in rätselhafter Eile. Sie hiess Eveline und er Peter, das war alles, was sie voneinander wussten. Peter Schwarz riss seiner Begleiterin die Maske vom Gesicht. Das Gesicht war sehr schön, und er freute sich. Jeder Zweifel an der Welt war vergessen. Sie tanzten, ;sie plauderten, sie küssten, so verging die Nacht. Dann sahen sie, wie über Dächer und Strassen der bleiche Frühmorgen ging. Fröstelnd schritten sie durch den jungen Tag. Peter Schwarz zog Eveline mit sich. Sie widerstrebte nicht. Das Glück musste sich vollenden — oder muss ich sagen sein Glück? Seit jenem Tage, war Eveline fest in das Leben von Peter Schwarz getreten. Er musste sie halten, weil sie ihm den Weg freigelegt hatte ins mildbeglänzte Land der die Engländer sind ja auch besonders begeisterte Kreuzworträtselverehrer. Einer der wirklichen Menschen. Sie besuchte ihn oft, sie war eine lebhafte Freundin, Jedesmal hervorragendsten Finanzmänner Englands wurde ihr Kommen für ihn neu und zum Erlebnisser täglichen Kreuzworträtsel in der «Times» hat erklärt, dass er nie versäumt, eines die- Ich brauche wohl kaum zu erwähnen, dass zu lösen und dass er in der Regel fünfzig Schwarz seine Eveline nicht sah, wie sie in Minuten von seiner Zeit dafür opfert. .„ Wirklichkeit war, für ihn wandelte sie sich Ein Detektivromanverfasser erklärt, dass zur längst erwünschten Frauengestalt seiner die Lösung eines Kreuzworträtsels bei ihm Träume. Das musste eines Tages zur Ent-genau so lange dauert wie das Kochen eines London sucht weibliche Polizei. Die weiblichen Mitglieder, der Londoner Polizei haben sich in den letzten Monaten anscheinend in solcher Einmütigkeit entschlossen, ihren schweren Beruf aufzugeben und in den Ehestand zu treten, dass ganz überraschend ein Mangel an Polizistinnen entstanden ist. Scotland Yard hat nunmehr die frei werdenden Stellen ausgeschrieben. Die Bewerberinnen haben eine lange Reihe von Bedingungen zu erfüllen; sie müssen einen festen Charakter haben und sich durch besondere Kühnheit auszeichnen, ebenso müssen eine gute Erziehung und körperliche Gesundheit und möglichst auch Erfahrung in der Wohlfahrtsarbeit unter Frauen und Mädchen nachgewiesen werden. Dann wird ver- J)e^J(am(4 1935 - N°l« d&c QeH&iatUuwt Unter den vielen Kämpfen, die in unserer schonungslosen Zeit geführt werden, ist einer der grimmigsten wohl der Kampf der Gene' rationen. Das Väter- und Söhneproblem ist aus dem Bereich des Geistigen in die nackte Wirklichkeit gerückt, und hart im Räume stossen sich manche Gegensätze, die bisher gnädig von der Konvention verdeckt waren. Den schicksalsgewollten ewigen Konflikt zwischen Alter und Jugend durch ehrfürchtige Bescheidung einerseits, durch resignierten Verzicht anderseits zu lösen, liegt gewiss in der Macht des einzelnen, und im allgemeinen wird es nicht das schlechteste Kriterium für den Wert einer Kultur sein, wenn sie das Verständnis der einander folgenden Geschlechter untereinander möglich macht. Die Rufe « Macht Platz! » und « Bleibt uns vom Leibe!* haben einen neuen, einen furcht' baren Sinn erhalten. Sie sind Losungsrufe im Kampf ums Dasein geworden, der heute nicht mehr so sehr gegen die Widrigkeit der Umstände als gegen die Schicksals- und Kampfgenossen in den eigenen Reihen geführt wird. Wir erleben die Härte dieses kompromisslosen und unwiderruflichen Kampfes alle selbst auf Schritt und Tritt. Es ist aber vielleicht das Betrübendste, dass hinter dem nüchternen Zwang des Kampfes auch schon eine veränderte Gesinnung steht, und dass nicht nur Gläubigkeit und Ehrerbietung gegenüber dem Alter, sondern die Achtung zu seinem Wesen verschwunden ist. Denn auch die Statistik und die Biologie sprechen von der «Vergreisung» als von einer Gefahr, und was eben erst als Errungenschaft der gesteigerten Hygiene gefeiert wurde — der höhere Altersdurchschnitt der Massen — erscheint als eine Verkalkungserscheinung, vor der nicht eindringlich genug gewarnt werden kann. Es ist daher förmlich eine Wohltat, wenn sich bei solcher Verkehrung der Begriffe eine Stimme, wie kürzlich die eines namhaften Gelehrten, für das Alter täuschung führen, wenn er einsah, dass sie Eis. Er zündet also das Gas an und setzt sein nicht viel anderes war, als ein hübsches, etwas leichtsinniges Bürgermädchen. Unbe- ten hat, stellt er das Gasab, und sein Ei ist sind, vierundzwanzig bis fünfunddreissig keit hat bei ihrer Beweisführung» nicht nach Frühstücksei auf. Wenn er das Rätsel gera- langt, dass sie unverheiratet oder verwitwet erhebt. Diese wissenschaftliche Persönlichwusst ahnte er es wohl, bewusst aber verdrängte er dieses Ahnen. Er war der- Das Kreuzworträtsel ist übrigens keines- Meter. Erst wenn sie allen diesen Bedingun- fertig. Jahre zählen und nicht kleiner sind als 1.62 fernliegenden Prämissen zu suchen gebraucht. Sie haben sich ihr im Gegenteil förmlich aufgedrängt. Brauchte es anderer Beweise als Amokläufer seiner Liebe geworden. Schwarz wegs eine neue Erfindung, , sondern war in gen entsprechen, werden sie zu einer Prüfung zugelassen, bei derunter anderen fol- stritt mit seiner Freundin, er beargwöhnte seiner ursprünglichen Form schon Sokrates sie, er war eifersüchtig. Das ging ihr auf die gende Fragen an sie gerichtet werden: der Erwähnung all der grossen Männer, die und Aristoteles bekannt. Im vorigen Jahrhundert fand man es nur in Kinder-und Fa- r ihre höchste Entfaltung erst im Alter gefunden haben oder die durch die Weisheit ihres Nerven. , „,. «Vfte trägt der englische Bürger, abgesehen von der Zahlung der Einkommen- verklärten Lebensabends, durch die Schön- Eines Abends erklärte sie, dass es nunmilienzeitschriften. In Amerika haben zwei aus sei, sie könne nicht mehr zu ihm kommen. Gründe? Was hatte sie Gründe anzu- Worträtsel populär gemacht. Sie wohnten bei .Studenten der Universität Harvard dasKrejE^ steuer, zu den Einkünften des Staates bei? heit und Würde, mit der sie lebten und schufen, die wahre und vollkommene Hoheit des Nennen Sie mir die Hauptgründe für und geben? Sie wollte einfach nicht mehr, das einer alten Dame, die die ganze Woche verdriesslich und mürrisch, Sonntags aberglän- gegen die Erhöhung des Schulentlassungsalters von vierzehn auf fünfzehn Jahre! Die Zahl dieser Männer wird gegenüber Menschentums darstellen ? genügte. Peter Schwarz vertrat ihr den Weg. Da sprang sie aus einem Fenster des ersten zender Laune war. Sie fragten sie, wiei das Warum ist ein.Differentialgetriebe für die jener, welche die jung Verstorbenen, die rasch Stockwerkes in den Garten. Sie musste sich käme. Da erklärte sie ihnen, dass ihre Zeitung jeden Samstag ein Kreuzworträtsel Hinterachse eines Autos notwendig? Wie vom Feuer ihres Geistes verzehrten grossen verletzt haben, denn er hörte einen leisen können Sie bei Nacht mit Hilfe der Sterne Gestalten der Menschheit umfasst, sicherlich Weheschrei. Aber finden konnte er sie nicht brächte, das sie immer Sonntags löse, urid'sie < feststellen, Wo Norden ist, und wie mittels nicht klein sein. Das Wort von der «Vergreisung» erhält einen etwas veränderten Sinn, mehr. Nun ist alles aus.— diese Gewissheit kenne kein grösseres Vergnügen als dieses der Taschenuhr bei Tag? Beschreiben Sie wurde in ihm riesengross. Er ging durch den Rätselraten. Die beiden Studenten kamen ; die Lage, das Klima und die Hauptprodukte folgender Kolonien !> es geht um mehr als um die zu bewahrende wenn man an Goethe oder Kant denkt. Aber Garten. Es war eine milde Frühlingsnacht, dadurch auf den Gedanken, ein Buch mit 50 die er nie vergessen wird. Was konnte er Kreuzworträtseln herauszugeben. Sie reisten Es ist also nicht ganz leicht, eine der fünfundfünfzig Polizistinnen der englischen der Wissenschaft. Es geht auch um mehr als Geltung des Alters im Reiche der Kunst oder tun? Was blieb ihm übrig? Er entdeckte nach New York und mieteten sich in einer plötzlich die erstaunliche Tatsache, dass er Nebenstrasse ein Kellerlokal, an dessen Tür Hauptstadt zu werden. um Schonung und grösstmögliche Rücksicht weder Namen noch Wohnung seiner Freundin kannte. So sehr hatte ihn die blosse Tat- Das Buch erschien, und war in einem Mo- Geist des Zusammenwirkens, des Verständ- l sie ein Schild anbrachten: Plaza-Verlag; im Kampfe des Alltages. Es geht um den sache einer grossen Liebe gefangen genommen. Er lachte wie ein Irrsinniger bei dieser weiteren zwei Monaten waren schon andert- soll und muss wiedererobert werden. nat in 750,000 Exemplaren abgesetzt. Nach nisses und der Sympathie, und dieser Geist Feststellung. halb Millionen Exemplare verkauft. Freundliche Zimmer zum Einheitspreis von Fr. 3.S0 Fliessendes Wasser, Zentralheizung Geheizte Garage im Hause ZUR Lowenstrasae 1 Hypothekarund Baukredite Zins 2V| 0 Ablösung von Hypotheken und Bürgschaften Verl. 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N» 16 - 1935 AÜTOMOBIL-REVUE 15 teste !hüMUu}s:VedoteH Diese Saison kommt die Mode wirklich nicht zu früh. Wenn schon Mitte Februar die Frühlingslüfte wehen, die Sonne so warm scheint, wit uns über ein Himmelsblau freuen können, wie sonst erst an schönen Märztagen, dann dürfen all die hellen Farben heraus, die Strohhüte wie die zierlichen Schuhe. Farben brauchen Sonne. Doch ist es nur folgerichtig, wenn sie für das Frühjahr weniger schwer gewählt werden, wenn sie sich sehr leicht und hell zeigen, und die Stoffe zart, ja duftig wirken. Nicht jeden Tag wird aber sonniger Frühling sein. Und so kommen auch die satteren, dunkleren Töne drart. Uebrigens bleiben Marine und Schwarz, das schöne Dunkelblau übrigens als Liebling der Mode, auf der Palette. Wenn wir all die zarten Beige, die lichten Grau vor uns hinzaubern, die bald warm durchhaueht, bald kühl wirken, dann sehen wir uns auch nach Pastellfarben um, die Töne, wie Hellblau, ein eigenartiges neues Rosa, ein gelbliches Grün samt Mauvetönen dazugesellen. Als wirkliche Neuheit sind jedoch weder Mais noch das in manchen Schattierungen auftretende Bernstein ausdrücklich zu erwähnen. Wieder meiden sich die hellen Naturtöne von Wolle, Schappe und namentlich von Leinen, die das Bukett der Beige und Grau merklich verstärken helfen. Neben den Farben werden Kontraste von hell und dunkel wichtig sein. Eigenartige Wirkungen gehen von den Taffetas changeants aus, die in mehreren Farben schillern, je nach dem Licht, bald hell, bald finster aussehen und durch das eigenartig Fliessende der Töne einen lange vernachlässigten Effekt heraufholen. Sie waren Wichtig in den letzten zwanzig Jahren vor dem Krieg und noch weiter zurück. Ihre Domäne ist bloss der Taffet, dessen leises Knistern zu den grossen Abendkleidern gehört, die, wie früher einmal, den Boden streifen. Was bringt denn die Mode wirklich Neues ? Sie lebt heute mitten in der Entwicklung einer phantasiereichen, sehr weiblich wirkenden Form. Diese variiert, sie und stattet sie mit allerlei liebenswürdigen Einzelheiten aus. Immer noch bleibt sie Thema genug, um vorläufig in keine andern Bezirke abzuschwenken. Vorauszuschicken ist jedoch; die Beobachtung, dass ihr eine Figur von schöner Ebenmäßigkeit und Schlankheit zugrunde liegt, und dass diese gerne gestreckt wird. Denn gerade die bezeichnendsten Einzelheiten des heutigen Schnitts, der Raglan und die oft mit dem Oberteil in einem Stück geschnittenen, vielfach stoffreichen Aermel verlangen eine hochaufstrebende schlanke Gestalt. Auch die Knopfreihen, die nicht bloss Attrappen sind, vielmehr wieder richtig gehende Verschlüsse bedeuten, sind nur" wirkungsvoll auf einer gewissen Länge. Ihre langen Reihen jedoch strecken auch wieder Oberkörper oder ganze Figur. Dies sehen wir beispielsweise an Cocktailkleidern, die das kleine Abendkleid vertreten und öfters rückwärtig vom Nacken bis zum Saum mit einer durchgehenden Knopfreihe schliessen. Dann bemerken wir Knopfschluss vorn an Blusen, an Casaques, an sportlichen Mantelkleidern bis zum Saum. Sehen auch Schrägund Seitenschluss mit oft grösseren Knöpfen versehen. Diese Knöpfe nun sind ein typisches Garniturelement. Und sie werden zu Kontrasten gerne verwendet. Aus Holz, aus Leder, auch aus Galalith hergestellt, bilden sie in dunklen Tönen — am beliebtesten ist Marron — einen wirksamen Kontrast auf den hellen Flächen der Kleider. Ueberdies werden sie darin unterstützt von gleichfarbig gehaltenen Gürteln, Hüten, Schuhen, W&£ Das Trachtenmädchen zu Dir spricht: Kauf Qualität, es reut Dich nicht. Für Tisch und Bett wähl' Dir die ninin Und altbewährten guten Leinen. WAS Leinen für Aussteuern sind in Detailgeschäften erhältlich Fabrikanten: Worb & Scheltlln A. Q., Burgdorf TnodepuMng. Handschuhen, samt Taschen, die unter sich eine, in Ton und Stärke gleichgehaltene Einheit bilden. Dieser Kontrast kann auch als Rot, Blau oder als anderer Ton durchgeführt werden, aus naturfarbigem Leinen beispielsweise in Karmin, wie in Gelb oder in Gelbrot bis Orange. Schwarz wird natürlich kontrastbildend herangezogen, sieht auf einem Rosa Mauve, auf Pastellblau wie auf Mais ganz raffiniert aus. Auf die Aermel habetr wir schon hingewiesen, sie erlauben je nach dem Zweck des Kleidungsstückes die verschiedensten Längen und Weiten, bringen Manchetten und Stulpen an, neben ausfallenden Fassonen. Etwas vom Ueberraschendsten dürfte die Anwendung von gereihtem Stoff sein, der sich an Göllern, ! Aermeln, den Hüftpartien mancher leichter Röcke, an Manchetten, Plastrons und Kragen meldet. Sie eifern damit den Stoffen von ähnlichem Effekt nach, den so beliebten, populär gewordenen Cloques wie den Matelassös. Doch damit streben sie bloss der Vorliebe der Mode nach allem, was Relief heisst, nach. Ueber die Stoffe wird noch zu reden sein. Wenig glatte Gewebe finden Gnade, die stumpfen, aufgeworfenen Neuheiten überholen alle übrigen. Als modische Typen werden wieder viel leichte Zwei- und Dreistück-Kleider getragen, wobei die Phantasie zu ihrem Recht kommt. Es herrscht Vorliebe für kurze, wie längere Casaques, deren Schösse schlanken Figuren in abstechender Fasson gut stehen. Um so mehr dann die geraden, kaum mit geschnittener Pelerinen, auf die sich die Mode mit Eifer stürzt, um ihrem Formenspiel freien Lauf zu lassen. Lang, mittellan«, bis zum Ellbogen oder noch kürzer, ziehen sie an uns vorüber. Noch ist Pelz dabei, als damenhaftes Cape bis zum Gürtel gehend. Aber sonst gehört das Cape auch stofflich eng zum Ensemble, mag es vielleicht in der Farbe kontrastieren oder einen Ton aus dem Farbenspiel des dazu getragenen Imprhnekleides herausholen. E. Seh. JCampf gegen 7Ilade=JU>tfUen Während der zurzeit stattfindenden Pariser Modevorführungen der neuen Frühjahrsmodelle ist wieder das alte Schreckgespenst der französischen Modezeichner aufgetaucht: die Kopistengruppe. Auf dem ganzen Kontinent, noch mehr aber in den Vereinigten Staaten, existieren bekanntlich ganze Organisationen, deren Tätigkeit im Kopieren von Modellen und im Vertrieb dieser Kopien besteht. Die Angestellten dieser Gesellschaften erwerben die Modelle ganz legal und ehrenhaft, aber sofort danach beginnt das Kopieren. Jedes Kleid wird aus einem Spezialmusselinstoff imitiert und nun vermietet. Den Modefirmen, welche diese Kopien in fast allen Städten Europas ausleihen, werden auch sämtliche Details des Aufputzes und des Zubehörs mitgeteilt. Die verleihende Kopiergesellschaft bedient ihre Kunden mit anerkennenswerter Genauigkeit und berechnet nur eine kleine Leihgebühr. Ihr Verdienst setzt sich aus der Masse der verliehenen Kopien zusammen und ist nicht sehr gross, da die Spesen und Risiken sehr beträchtlich sind. wenigen Falten erweiterten Röcke einen Die Folge davon ist, dass die Modezeichner reizvollen Kontrast dazu bilden. Dreiviertelslange Mäntel, oft Bestandteile von Komplets, der neue Modelle starten müssen, um ihre in ununterbrochener Reihenfolge immer wie- sind praktisch und kleidsam. Mantelkleider eigenen, überall kopierten Entwürfe zu überholen und zu entwerten, da sie ja nur ein stehen in Gunst, sonst aber für Nachmittags "Modelle aus weichen Stoffen, mit leichtem' einziges Mal von dem jeweiligen Käufer bezahlt werden, und deshalb kein Interesse en forme Schnitt, gegen Abend hin länger werdend, mehr als knöchellang als Cocktailkleid. Hier feiert die leichtbetonte Silhouette* wieder, aber zugunsten eines unbekannten daran haben, ihre eigenen Schöpfungen immer einen grossen Erfolg, wie übrigens nicht weniger in manchen Tailleurs mit Gürteln, oder alle möglichen Auswege versucht, um den Dritten, verkauft zu sehen. Sie haben schon dem Fluss langer Habillemäntel. Die jugendliche Note der Mode erfährt, durch wirklich ben sie aber ein Loch verstopft, kommen die Kopisten das Handwerk zu legen. Kaum ha- anmutige Modelle mit kurzen, oft, auch losen : Gegner schon zu einer anderen Tür herein. Jäckchen einen anziehenden Ausdruck. Das 11 -• So beschlossen die Modellzeichner eines gleiche gilt übrigens für das Heer neuartig'"' Tages, ihre Werke als geistiges Eigentum pa- Wissen Sie, liebe Hausfrau, wie die Italiener ihre Minestra al brodo, die Amerikaner ihre Sweet Com Omelettes und die Münchener ihre Pickelsteine landesüblich zubereiten? Wahrscheinlich nein. Selbst wenn Sie diese guten Dinge im Ausland schön genossen haben, so würde es Ihnen doch kaum gelingen, solche Spezialgerichte fremder Länder aufs Geratewohl zu Hause nachzumachen. Gar vieles hängt vom guten Gelingen ab: die richtigen Zutaten im erforderlichen Verhältnisse und jene eigene Zubereitungsart, welcher die Speisen Ihre Berührtitheit verdanken. Und doch: wie reizvoll wäre "es, die Monotonie des täglichen Speisezettels durch neue und dabei altbewährte Gerichte zu beleben! Eine geistreiche Frau, Ulla Deeley mit Namen, hat uns das möglich gemacht durch ihr Buch: 373 Kochrezepte aus 26 Ländern. '. Lassen Sie sich doch im nächsten Buchladen diese interessante Neuerscheinung unverbindlich vorlegen und blättern Sie darin. Wetten wir, dass Sie. den Laden nicht verlassen werden, ohnedasBuch erworben zu haben. Sie werden, wie schon viele, ganz richtig erkennen, dass man damit seinen Lieben zu Hause und sich selbst viel Freude bereiten kann. Der Band kostet nur Fr. 3.80 und ist erschienen im A VERLAG HALLWAG - BERN A tentieren zu lassen und damit unter den Schutz des Gesetzes zu stellen. Aber auch dieser Schachzug fand in den Kopistengeseilschaften überlegene Gegner. Während der kurzen Spanne Zeit, in der die Modelle aus dem Arbeitsraum nach dem Patentamt geschafft wurden und die selten länger als eine Stunde betrug, gelang es den Zeichnern der Piraten, einen raschen Blick auf die Toiletten zu werfen, der ihnen genügte, um kurze Zeit darauf eine bis ins kleinste Detail getreue Kopie davon ihren Auftraggebern abzuliefern. So kam es öfters vor, dass die Konkurrenz B. das neueste Modell der Firma A. früher vorführen Hess; als diese das Original. Die Modezeichner von Paris haben daher in Gemeinschaft mit erfahrenen Juristen und Kriminalisten einen neuen Feldzug gegen die Modepiraten beschlossen, dessen Details geheimgehalten werden, um der Gegenseite jede Abwehrmöglichkeit zu nehmen. 7nodt~$HcUs4Hus 1935: Sie neue JCuast — StaaxmateHei Nachdem die Pariser Friseure und ihre Kollegen in Hollywood schon die verschiedensten Farben für das weibliche Haar auf ihre Wirksamkeit hin erprobt haben — zuletzt-war als künstliche Farbe «blau» lanciert worden — ist man jetzt mit der vorhandenen einfachen Palette fertig, und es ist nur logisch, wenn man in der Sucht nach Neuem zu mixen beginnt. Schon immer spielten in Romanen der Herr oder die Dame, denen durch Zufall eine Strähne des Kopfhaars gebleicht war oder die sich besonders stark abhob, eine Rolle. Namentlich die weissen Strähne galten als ein Charakteristikum, das nicht nur als interessant, sondern auch, wenn man den Roman-Autoren glauben durfte, erotisch reizvoll galt. Dieses Spiel des Zufalls soll jetzt Absicht werden. Die Pariser Friseure kreieren die Strähne als Mode. Und da man einmal begonnen hat, geht man gleich weiter. Warum soll der Lockenkranz nicht von dem übrigen Haar abstechen. Ein alter Trick der Maler, aus der Heiligenmalerei, übernommen, war ein Ungewisser Schein um das Haupt der porträtierten Frau, der der Gloriole der Madonna von einst entsprach. Warum soll das nicht wiederholt werden? Warum soll nicht der Scheitel oder der Abschluss des Kopfes durch eine stärkere Färbenbetonurig des Lockenkranzes Gesicht oder Nacken von dem Hauptteil des Haares stärker trennen? : Die Friseure vergessen dabei ganz, dass für den Durchschnittsmenschen die gegebene Schattierung des Haares mit den Reflexen des Naturlichts darauf bereits vielfache Reize ergibt, die durch künstliche Reize kaum aufgewogen werden dürften. Aber nein, sie haben es nicht vergessen. Sie proklamieren tatsächlich jetzt Schattierung der Haare, einstweilen so» dass sie gegen das Gesicht hin immer heller werden und den Uebergang zur Haut vorbereiten. Man darf gespannt sein, wie bald dieser schüchterne Versuch in eine allgemeine Haarmalerei ausmünden wird. Wahrhaft — Sorgen haben diese Leute! Sie mondäne ünsiedt&un Fräulein Betty Carstaire ist europamüde. Die schöne junge Engländerin hat von ihren Freundinnen herzbewegenden Abschied genommen. Man wird sie nicht mehr in den fashionablen Londoner Clubs begrüssen können, sie wird nicht mehr auf den Golf- und Tennisplätzen brillieren, man wird einander nicht mehr feenhaften Toiletten und bezaubernde Hüte auf dem Rennplatz zeigen. Die junge Dame hat England verlassen, um sich in die Einsamkeit einer Bahamainsel zurückzuziehen. Im Tropenparadies dieses fernen Archipels wird sie ein neues Leben beginnen. In den Orangenhainen irgendeiner verschollenen Insel wird sie'vergessen, dass sie ein verwöhnter Liebling der Londoner Gesellschaft war. Wie ist die Europamüdigkeit der schönen Betty zu erklären ? Ist unglückliche Liebe daran schuld, dass sie der Thea- bietet Ihnen für Ihre Söhne das LAUSANNE KNABEN-INSTITUT „Gabrill Rauch" und ein rasches, gründliches Erlernen der französischen Sprache. Prospekt zur Verfügung. Göschenen BAHNHOF BÜFFET Umlfcdestelle für die Auto« nach und von Airolo. Kalte und warme Speisen xa jeder Tageszeit. Auskunft Ober Fahr- und Transport Verhältnisse. Tel. 11. (Niehtzn verwechseln mit Hotel Bahnhof.) Höfliche Empfehlung Stelger-Gurtner.