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E_1935_Zeitung_Nr.016

E_1935_Zeitung_Nr.016

die junge Generation zu

die junge Generation zu vorsichtigen und rücksichtsvollen Strassenbenützern zu erziehen. Elternhaus, Schule und Polizei, besonders die beiden letzteren, sollten bei dieser Erziehungsaufgabe zusammenarbeiten. Ebenso aufschlussreich ist der Dienstrapport, den der mit dem praktichen Anschauungsunterricht beauftragte Polizeikorporal seinem Chef erstattete. Seinem Berichte nach, dem die nachstehenden Sätze entnommen sind, darf angenommen werden, dass den Polizeiorganen selbst der Versuch ebensoviel Spass bereitete wie den Schülern: Auftragsgemäss erteilte Unterzeichneter während 3 Unterrichtsstunden Verkehrsunterricht. Diese Anlegung wurde vom Lehrer dem tit. Polizeiamt unterbreitet in der bestimmten Hoffnung, dasä die Einsetzung einer solchen Unterrichtsstunde in welcher ein Podizeimann in Uniform die Schüler auf die Verkehrsvorschriften, sowie auf die vielen auf sie lauernden Gefahren beim unkorrekten Gehen und Spieäen auf Strassen und Plätzen aufmerksam mache, die Verkehrsdisziplin fördern würde. Während der ersten zwei Stunden wurde versucht, den Kindern den theoretischen Teil verständlich zu machen, und die zwei letzten Stunden wurden dazu benützt, den Kindern ein Auto und ein Motorrad, sowie'deren hauptsächlichsten Bestandteile zu zeigen und zu erklären. Bei der Vorführung war ein weiterer Polizist behilflich. Mit einer geeigneten Geschwindigkeit und dem Hinwerfen eines Bleistückes war es uns dort gelungen, den Kindern trefflich die Gefährlichkeit d«s mit Vorliebe ausgeführten schnellen Hinüberspringens vor einem Auto, zu demonstrieren. Ferner wurde während den Ausfühlungeni immer wieder betont, dass der Polizeimann kein Feind der Jugend und Schüler sei, sondern di» Polizei wolle vielmehr die Kinder auf die Gefährlichkeit der Strassen und Plätze aufmerksam machen, und möchte ihnen hauptsächlich gerne behilflich sein, dieselben korrekt und gefahrlos begehen zu können. Aus diesem Grunde wurden die Kinder auch ersucht, dem Polizeimann vielmehr Vertrauen entgegenzubringen, seine Anweisungen zu befolgen und auch gegen ihn freundlich und höflich-zu sein. Freudestrahlend erklärte ein Schüler in der zweiten Unterrichtsstunde, sein Vater sei bis jetzt immer auf der Strasse gefahren, ohne den Radfahrer- Streifen zu benützen. Nun habe er ihn «aufgeklärt», und sein Vater fahre von nun'an auch immer auf dem Radfahrerstreifen. Wie mir der Lehrer mitteilte, so sollen auch noch weitere Schüler ähnliche «Musterehen» von einem Erfolg erzählt haben. Was ich erfreulicherweise konstatieren konnte, •war, dass die Schüler während der ganzen Zeit aufmerksam den Ausführungen zuhörten, und auch mit Fragenstellen nicht zurückhielten. Wenn ich mir zum Schluss ein Urteil erlauben darf, möchte ich nicht unterlassen, zu sagen, dass der Lehrer sehr viel zu dem guten Gelingen dieses Versuches beigetragen hat. Die Art und Weise wie er die Sache bei den Schülern vorbereitete, hatte hauptsächlich die Wirkung nicht verfehlt, dass der Polizeimann den Weg zu den Schülern viel Jeichtei gefunden hatte. Für die Schüler der sechsten Klasse, welche diesen Unterricht genossen, war diese Unterweisung ein Erlebnis besonderer Art, das ihr Sinnen und Denken auf Monate hinaus erfüllte und somit auch einen bleibenden Niederschlag gefunden haben wird; Davon zeugt der Dankesbrief der ganzen Klasse an den Polizeivorstand, der wie folgt lautet: Sehr geehrter Herr Stadtrat! Im Namen unserer ganzen Klasse schreibe ich Ihnen «in Briefchen, das Ihnen Aufschluss gibt, was wir in den sehr interessanten Verkehrsstunden gelernt und gehört haben. Vorerst danken wir Ihnen, dass Sie uns die Erlaubnis gaben, uns durch einen Polizeimann in allen Verkehrsregeln unterrichten und uns auf unsere Fehler aufmerksam machen zu lassen. Am interessantesten war es in der letzten Verkehrsstunde, als wir in Zinzikon waren. Herr Hediger und Herr Rüegg nahmen sich die Mühe, uns ein Auto und ein Motorrad vorzuführen. Herr Hediger zeigte uns, wie man bremse und wie schnell. Er erklärte uns, dass man mit 10 km Geschwindigkeit durchschnittlich noch 16 Meter fahre, bis man halten könne. Er ermahnte uns daher, nicht vor einem Auto noch schnell hinüberzuspringen, denn man könne leicht umfallen, und das Unglück wäre geschehen. Er nahm sich die Mühe, mit dem schönen Auto uns dies vorzuführen. Hoffen wir, dass wir in Zukunft nicht mehr die Verkehrsregeln übertreten und unsern Mitmenschen, die darin noch nicht recht klar sind, behilflich sein werden. Nochmalis herzlichen Dank. Hochach tungs voll erüsst Sie: die ganze 6. Klasse u. Herr Bosshard. Nun. hat der Lehrer es nicht bei diesen Verkehrsdemonstrationen bewenden lassen, sondern die Eindrücke der Schüler für den weiteren Unterricht nutzbar gemacht. Hierüber erfahren wir von ihm selbst: Die Stunden der Verkehrsbelehrung durch einen Polizeimann brachten nicht nur viel Belehrung, sondern bedeuteten für meine Schüler vor allem auch ein grosses Erlebnis, das noch lange nachwirkte. Damit war, wie die Dinge in der Schule liegen, sehr viel gewonnen, und es ist nun ganz selbstverständlich, dass ich daraus pädagogische Münze schlug und die Verkehrsstunden unterrichtlich auswertete. Vor allem spielte das Thema «Strassenverkehr» nun eine wichtige Rolle in den Gesprächen, die ich mit den Kindern im mündlichen Unterricht und besonders gerne ungezwungenerweise in den Unterrichtspausen führe. Da wurde viel erzählt, noch mehr gefragt Es verging kaum ein Tag, ohne dass Beobachtungen und Erlebnisse aus dem Verkehrsleben berichtet, in der Zeitung Gelesenes mitgeteilt oder Zeitungsausschnitte (Verkehrsunfälle 1) mitgebracht wurden. Im mündlichen und schriftlichen Sprachunterricht ist dies dann alles verwertet worden. Die Zeitungsausschnitte wurden vorgelesen und besprochen. Wir versuchten, die Verkehrsregeln in möglichst knappe Form zu kleiden, ein ABC für Fussgänger und Velofahrer aufzustellen. Wir schrieben Aufsätze, unter anderem ein Interview mit einem Verkehrspolizisten, verfassten Dankschreiben an das Polizeiamt und an den Polizeikorporal, der uns unterwiesen hatte.. Das Sachgebiet «Verkehr» wurde in den Mittelpunkt verschiedener Rechnungsstunden gestellt. (Berechnen von Geschwindigkeiten, Verwendung von statistischen Angaben, «Was das Autofahren kostet» etc.) Der Zeichenunterricht bot Gelegenheit, die Verkehrszeichen und -tafeln sich auch zeichnerisch einzuprägen, Planskizzen von Verkehrsunfällen zu zeichnen. Ueberhaupt gab die moderne Verkehrsstrasse mit ihren Verkehrsmitteln mannigfache Anregung, besonders die aerodynamischen Normen hatten es den jungen Zeichnern angetan. Einige Schüler erfanden Verkehrsspiele, arbeiteten sie zeichnerisch und textlich aus und stellten auf diese Weise ihre Kenntnisse und ihr Verständnis für Verkehrsordnung und Verkehrsregelung unter Beweis. Viele Anknüpfungspunkte bot auch der Sittenlehrunterricht. Oft kamen wir auf unsere Hauptregel zurück: Auf der Strasse Vorsicht und Rücksicht! Wir fanden, dass man vorsichtig sein solle nicht nur für sich, sondern auch für andere, rücksichtsvoll aber besonders gegenüber Gebrechlichen und Verkehrsungewohnten, und dass man auf der Strasse heute so reiche Gelegenheit habe, schönste menschliche Eigenschaften zu betätigen, edel zu sein, hilfreich und gut. Dieser Versuch, der nach allen Richtungen als durchaus gelungen bezeichnet werden darf, sollte nun doch die Schulbehörden veranlassen, es weder in Winterthur noch anderswo bei diesem Einzelfall bewenden zu lassen, sondern auf Grund der günstigen Erfahrungen hier systematisch vorzugehen und im Schulplan entsprechend durchzugreifen. Es bedarf deshalb durchaus nicht einer grundlegenden Umgestaltung des Lehrprogramms. Wie bereits früher betont, haben nur solche Dispositionen auf dem Gebiete der allgemeinen Verkehrserziehung Aussicht auf einen dauernden Erfolg, die vor allem die Jugend berücksichtigen. Ihnen gehört die \UTOMOBIL-REVn?: 1935 — N° 10 kommende Zeit, die uns nur noch eine weitere Intensivierung des motorisierten Strassenverkehrs bringen wird und daher noch höhere Anforderungen an alle Beteiligten stellt. Mit jeder Schulgeneration, die ohne Verkehrsbildung ins praktische Leben hinausgeschickt wird, laden die Behörden eine grössere Verantwortung auf sich, denn unter ihr werden sich eben wiederum so und so viele Elemente befinden, die sich im späteren Lebensalter nicht mehr belehren lassen und damit selbst ein wesentliches Gefährdungsmoment in den Verkehr tragen. Ganz besonders in Sachen Verkehrsdisziplin gilt der alte Spruch: «was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten!» Man unterlasse es daher keinesfalls in den zur Zeit im ganzen Lande herum und von den verschiedensten Instanzen geprüften Möglichkeiten zur Hebung der Verkehrssicherheit, die Erziehung der Jugend in den Vordergrund zu stellen und ihr ein Hauptaugenmerk zu widmen. An ihren guten Folgen wird man am meisten Freude erleben. Und was in Oberwinterthur einem verkehrsverständigen Lehrer in Zusammenarbeit mit dem initiativen Winterthurer Polizeivorstand und seinen Organen als einfacher Versuch möglich war, das sollte sich gewiss auf breiter Basis und als fester Bestandteil des Lehrplanes vorläufig wenigstens in allen städtischen Schulen erreichen lassen. Wir müssen auch auf diesem Gebiete endlich einmal über das Versuchsstadium hinauskommen. Darum weg von der Klagemauer und frisch ans Werk: der einzuschlagende Weg ist vorgezeichnet und keineswegs beschwerlich. Besser in jeder Klasse durch den Verkehrsunterricht ein Kind am Leben erhalten oder vor Krüppelhaftigkeit bewahren, als es mit etwas mehr theoretischem Wissen beladen, aber als unfertiger Strassenbenützer in die Welt hinauszuschicken! Strenge Strafrechtspraxis. Aus dem Bundesgericht Angesichts der zahlreichen Strassenunfälle ist die Strafrechtspraxis bei Verkehrsdelikten wieder strenger geworden, was nicht nur im Strafmass sondern auch in der Verweigerung des bedingten Straferlasses zum Ausdruck kommt. Vor kurzem hat das Zürcher Kassationsgericht entschieden, wenn die im kantonalen Gesetze geforderten und in der Person des Täters liegenden Voraussetzungen des bedingten Straferlasses vorhanden seien, so dürfe der Richter dem Angeklagten diese Rechtswohltat nicht deshalb, verweigern, weil er abschreckend auf die Gesamtheit der Rechtsgenossen einwirken wolle, denn dieser Zweck der Generalprävention sei dem bedingten Straf erlasse wesensfremd. Nun hat aber ein staatsrechtlicher Rekursentscheid des Bumdesgerichtes vom 16. Februar erklärt, diese Verweigerung des bedingten Straferlasses-zum Zwecke der Generalprävention sei jedenfalls nicht willkürlich und verstosse somit nicht gegen den in Art 4 der Bundesverfassung niedergelegten Grundsatz der Rechtsgleichheit. Der Rekurrent fuhr im Juli 1933 mit dem Auto von Laupen her über die gedeckte Saanenbrücke gegen die spitzwinklige Strassengabeiung, welche rechts nach Gümmenen, links nach Murten führt. Da das gegen Gümmenen führende Strassenstück erst kurz vor der Gabelung überblickt werden kann, sah er einen ihm von dort entgegenfahrenden Radfahrer erst im letzten Augenblick, versuchte aber trotzdem, noch vor diesem durch Gasgeben und' Linksschwenken die Abzwei- gung gegen Murten zu gewinnen, anstatt rechts zu halten und zu verlangsamen. Die Folge war ein Zusammenstoss, bei dem der Radfahrer getötet wurde. Nach dem bernischen Gesetze von 1907 kann der bedingte Straferlass bei Freiheitsstrafen unter einem Jahre unter bestimmten Voraussetzungen gewährt werden, welche sämtlich vorhanden sein müsse»: er kann gewährt werden, wenn der Täter « nach seinem Vorleben, nach seinem Charakter und seiner Tat als der Vergünstigung würdig erscheint», namentlich wenn er zum erstenmale wegen einer strafbaren Handlung verurteilt wird; weitere Erfordernisse sind der Ersatz des Schadens nach Massgabe seiner Mittel, auch darf der Täter bisher nicht wegen einer in bernischen Gesetzen mit Zuchthaus bedrohten Handlung und in den letzten 5 Jahren nicht wegen des nämlichen oder eines gleichartigen Deliktes bestraft worden sein. Im vorliegenden Falle wurde der Autofahrer von der II. Strafkammer des bernischen Obergerichts wegen Widerhandlung gegen das eidg. Aufomobilgesetz und wegen fahrlässiger Tötung zu 2 Monaten Korrektionshaus, umgewandelt in 30 Tage Einzelhaft, verurteilt; der bedingte Straferlass wurde nicht gewährt. Der Verurteilte rekurrierte gegen die Verweigerung des bedingten Straferlasses ans Bundesgericht, indem er ausführte, die gesetzlichen Voraussetzungen des bedingten Straferlasses seien gegeben und dieser könne ihm daher nicht nach Willkür verweigert werden. In seinem Rekursentscheid stellt das Bundesgericht zunächst fest, dass der Richter nach dem Berner Gesetze den bedingten Straferlass unter den erwähnten Voraussetzungen gewähren « kann », ihn also nach seinem Ermessen gewährt oder verweigert, wobei freilich von diesem Ermessensspielraum kein willkürlicher Gebrauch gemacht werden darf. Im vorliegenden Fall ist der Straferlass mit der Begründung verweigert worden, der Tod des Radfahrers sei auf grob fahrlässige Weise verschuldet worden und die ständige Zunahme solcher Unfälle verlange ein Einschreiten, das in weiten Kreisen Eindruck mache und das Pflichtgefühl stärke. Nach einer weitverbreiteten Lehre gehört zum Strafzweck neben der Spezialprävention (Einwirkung auf den Täter) auch die Generalprävention (Einwirkung auf die Gesamtheit der Rechtsgenossen). Da das bernische Recht den letzteren Zweck nicht ausschliesst, kann ihn der Richter ohne Willkür auch durch Verweigerung des bedingten Straferlasses trotz des Vorliegens der gesetzlichen Voraussetzungen berücksichtigen. Dies mag zur Bekämpfung gewisser Vergehen wünschbar erscheinen, wenn viele den angedrohten Strafen zu wenig Beachtung schenken, solange bei der erstmaligen Bestrafung der bedingte Straferlass gewährt wird. Wp. Schweizerische Rundschau Genfer Salon. Als offizieller Vertreter des Bundesrates wird der Vorstehen der eidg. Justiz- und Polizeidepartementes, Bundesrat Baumann, unsere oberste Landesbehörde an der Genfer Veranstaltung vertreten und diese eröffnen. Von allen Zweigen der Bundesverwaltung steht der Chef des Justizdepartementes dem Motorfahrzeug und seinen Belangen am nächsten, so dass in Automobilistenkreisen die Abordnung von Bundesrat Baumann zweifellos freudig begrüsst wird. ten, dass Annie nicht vergesse, beim Servie- Ten des Champagners die Serviette so um die Flasche zu legen, dass die faszinierende Aufschrift «Roger» auf der Etikette gerade noch sichtbar bliebe. Die Zitrone für die Garnierung des Truthahns. Sitzkarten mit handgemalten Ecken. Gelbe Kerzen für die Majolikagirandolen, die (ohne dass John es wusste) von einem vornehmen Kunsthändler zur Ansicht gesendet worden waren und morgen schweren Herzens wieder zurückgeschickt werden mussten. Mandeln. Unter den vierten ein wenig zu kurzen Fuss der Anrichte musste eine gefaltete Spielkarte gelegt werden, damit es nicht so klappere, wenn Annie vorbeiging. Dem Tabakhändler an der Ecke musste sie eine leere Havannaschachtel ablisten, um, darin die vier fünfzig Cent-Zigarren anbieten zu können. Zwei neue Puderquasten für den Toilettetisch und unter .verschiedenen Haarnadeln auch solche aus- Aluminium für die angeblich bereits graue Mrs. Rhincoop. Rosafarbe für das Schlagobers. Sechs frische Stiefmütterchen für die Fingernäpfchen. Denn im Fensterbeet gab es keine. Aber genug Efeu, der als Tafelschmück dienen sollte, in dem Clunyspitzengewirr der Tischdecke, und Geranien für eine jadefarbene Blumenschüssel, und für die Mitte, der Tafel die Orchidee. Die Orchidee, die gehegt und gepflegt worden war für jene Gelegenheit, die eines solchen Mordes •wert sein mochte. Selene weinte nicht allzuleicht. Doch konnte ihr Herz lange, ehe sich die Augen feuchteten, unter den Tränen leiden. Aber an dem Tage des Dinners ereignete sich etwas um die Orchidee, das nervöse Träneli in zwei Strömen die Wangen Sejenes herunterrollen Hess. Denn Annie, unfähig wirklich zu helfen und nur in der Wartung Joans besonders aufmerksam, war imstande, mit einer geradezu halbidiotischen Frechheit im Wege, zu sein. Auch an dem wichtigsten Tage unter allen, an dem Tage des Dinners. Mit einer vollkommenen einhüllenden Schürze bekleidet und einem Fleck von rosa Schlagobers an der Wange, war die arme Selene gerade dabei, die Orchidee abzuschneiden» als Annie ihr in den Arm fiel mit einem Schrei, der sie so sehr erschreckte, dass sie die Schere knapp an ihrem Fuss vorbei zu Boden fallen Hess. «Nein! Nein! Das dürfen Sie nicht! Die Blume! Bitte nicht!» «Oh! Wie Sie mich erschreckt haben! Sie! Sie entsetzliches Mädchen! Wie können Sie mich so erschrecken? Heben Sie die Schere auf! Oh Sie! Wie können Sie!» schrie Selene und ihre Nervosität und Wut Hessen ihre Tränen sofort in Strömen fliessen. «Habe ich ihnen nicht befohlen, draussen in der Küche zu bleiben und den Truthahn mit Wasser zu begiessen? Kann man es denn nicht erreichen, dass Sie das tun, was man Ihnen aufgetragen hat?» : - - «Die Blume — Mrs. Herrick — die — wie —nennen— Sie — sie nur, —die — die...» •,, «Die Orchidee? Sie dummes Mädel! Lassen Sie meinen Arm doch los!» «Schneiden Sie sie nicht ab, Mrs. Herrick, Sie haben selbst gesagt — wie wundervoll sie sich gehalten hat, sogar hier in dem Fensterbeet., Die schöne Blume, die in einem Glashaus... Und wie sie da in dem Fensterbeet gewachsen ist, wo sie doch unter Glas" hätte sein sollen...» ' Selene erinnerte sich, dass sie es ihr tatsächlich einmal erklärt hatte; und Annie hatte in den Unterhaltungen mit ihren Freundinnen oft von ' der seltsamen Hartnäckigkeit dieser exotischen Blüte erzählt. «Mächen Sie sich nicht lächerlich, Annie. Ich brauche die Orchidee für heute abend.» Und das ärgerliche dumme Mädchen weinte wirkliche Tränen, als die Schere den Stengel abbiss. Als ob der Tag an sich nicht schon genug Aufregung bedeutet hätte, auch ohne dieses überflüssige Getue Annies, die Selene durch ihr Weinen und dass sie ihr in den Arm gefallen war bereits derart enerviert hatte, dass sie einen der sechs venezianischen Fingernäpfe zerbrach. Aber trotz allem, es war ein Erfolg. Sogar John Lester, der in Aussicht auf das, was ihm bevorstehen sollte, geseufzt hatte, musste es zugeben. Herbert Wing, ein grosser klobiger Mann, der den kleinen Salon vollständig auszufüllen schien, hatte seiner Gastgeberin in einer entzückenden Weise den Hof gemacht, wie seit ihrer Heirat noch nie mit ihr geflirtet worden war. Es gefiel ihr. Natürlich bloss zu ihrem Amüsement, wenngleich ein leiser Schauer ihr den tief ausgeschnittenen Rücken hinunterrann. Und John Lester, von dem sie gewollt hätte, dass er ein wenig leichter und unterhaltsamer mit Mrs. Wing plaudere, sass still da, füllte gerade noch des alten Richters Weinglas nach, und war dann am alierschwerfälligsten, wenn sich eine der beiden Damen an ihn wandte. John Lester konnte nicht Konversation machen; und Selene wand sich bei dem Schauspiel, ihn dort so täppisch zwischen der reizenden alten Mrs. Rhincoop und der charmanten Greta Wing sitzen zu sehen. Sie wollte, dass er sich «zeige». Zumindest, dass diese beiden Frauen ihn von einer vorteilhafteren Seite kennenlernten. John, der so glänzend, wenn niemand ausser ihr und den vier Wänden zuhören konnte, über soziale, wissenschaftliche, politische und literarische Fragen sprach, sass vollkommen glanzlos zwischen einer lieben alten Dame, die nett zu ihm sein wollte, und der spröden und gescheiten Greta Wing, die immer bereitwilligst interessant war, sobald sich ihr eine Gelegenheit hiezu bot. (Fortsetzung im »Autler-FeierabendtJ

N» 16 - 1935 ÄtrroMöBiL-KEV'UB Sportnachrichten NuvolaiM si •c^t « P Der Spitzenfahrer der Scuderia Ferrari wieder im Kommen. .— Rene Dreyfus Zweiter. Ausfall von Etancelin und Lehoux. Mit dem Grossen Preis von Pau ist vergangenen Sonntag die neue internationale Rennsaison vielversprechend eröffnet worden. Zwar kamen in dem Pyrenäenort vor allem romanische Einzelfahrer zusammen, ausser der Scuderia Ferrari beteiligte sich überhaupt kein Rennstall und keine Fabrik. Der Lauf bildete deshalb nur einen zahmen Auftakt, der nun überleitet zu den kommenden überragenden Kämpfen. Am Freitag begann das Training bei guten Witterungsverhältnissen. Die grosse Sensation war natürlich Nuvolari, der sich auf dem Alfa Romeo-Monoposto sofort wieder zurechtfand und Proben seines unverwüstlichen Könnens ablegte. Er erzielte schon am ersten Tag auf der 2769 m langen, sehr schwierigen Rundstrecke die neue Rekordzeit von 1 Min. 55 Sek. (Std.- Mittel 86,7 km/St.). Das Publikum begeisterte sich an den verblüffenden Leistungen des Mantuaners und kargte nicht mit verdientem Beifall. Rene Dreyfus erwies sich ebenfalls als guter Alfa Romeo-Fahrer und legte seine schnellste Runde mit 2 Min. 2 Sek. (Mittel 81,7 km/St.) zurück. Etancelin hatte mit seinem Maserati etwelche Schwierigkeiten und konnte sich nicht in der verdienten Weise durchsetzen. Hingegen schlug sich Lehoux auf Bugatti sehr gut und erzielte mit 1 Min. 58 Sek. (Std.-Mittel 84,4 km/St.) die zweitbeste Zeit des ersten Trainings. Die andern Fahrer kamen nicht an diese Spitzenleistungen heran. Der Schweizer Hans Ruesch traf in Pau nicht zur Zeit ein, da er, von Skandinavien herkommend, an der deutsch-französischen Grenze Zollschwierigkeiten hatte und sich dabei leider verspätete. In der Nacht vom Freitag auf den Samstag ging über Pau der auch in der Schweiz spürbare Orkan hinweg, welcher längs der Rundstrecke .da und dort Verheerungen anrichtete, die glücklicherweise nicht sehr ernster Natur waren. Das Samstagstraining ergab eine neue Bestleistung von Nuvolari, der auf 1 Min. 53 Sek. (88,2 km/St.) kam. Dreyfus erzielte 1 Min. 55 Sek. und Lehoux 1 Min. 57 Sek. Der Italiener Soffietti brauchte 1 Min. 58 Sek. und Falchetto 1 Min. 59 Sek. Leider ereignete sich gegen Schluss des zweiten Trainings noch ein Unfall. In einer Kurve geriet Boucly ins Schleudern und schoss mit seiner Maschine gegen einen unvorsichtigerweise am Rande der Strasse stehengelassenen Tourenwagen, der peinlicherweise dem Präsidenten eines grösseren Automobil-Clubs gehörte. Boucly wurde sofort ins Spital transportiert, wo glücklicherweise nur Verletzungen konstatiert wurden, die nicht lebensgefährlich sind. Das Rennen des Sonntags erfreute sich, ganz im Gegensatz zum letzten Jahre, des , schönsten Frühlingswetters. Um halb zwei ^,Uhr stellten sich dem Starter die Konkur- ' renten in der folgenden Reihenfolge auf: Nuvolari-Etancelin. Dreyfus-Soffietti-Lehoux. Brunet-Falchetto. Mlle Helle Nice-Leoz-Gazaux. Delonne-Zanelli. Veyron. Am schnellsten kam Lehoux vom Start, 'der mit seinem Bugatti sofort mit gewaltigem Elan loslegte. Als Erster schoss er die nach dem Start folgende Steigung hinan, während hinter ihm her Etancelin auf Maserati und Nuvolari auf Alfa Romeo nachjagten. Als Spitzenführer brauste Lehoux wieder bei den Tribünen vorbei. Sechs Fahrer bildeten das Spitzenfeld, während sich im Hintergrund die Schlussgruppe schon verzettelte. Doch bereits nach der 2. Runde unternahm Nuvolari einen Vorstoss und konnte sich an die Spitze vorschieben. Lehoux und Etancelin vermochten sich gegen diesen Angriff nicht zu wehren, auch Dreyfus flitzte an ihnen vorbei an die 2. Stelle vor. Nun befand sich bereits die Mannschaft der Scuderia Ferrari an der Spitze und Lehoux und Etancelin folgten nach. Hinter ihnen stritten sich Falchetto auf Maserati, Brunet auf Maserati und Soffietti auf Maserati. Nach, drei Runden musste Veyron bereits bei den Boxen anlegen. Nuvolari drehte immer mehr auf und legte die «schwierige Strecke mit Stundenmitteln von 84 und 85 km/St, zurück. Er vermochte -jedoch seinen Stallgenossen nie abzuschütteln, der immer nur wenige Meter hinter ihm blieb. Auch Lehoux und Etancelin Hessen nicht locker und jagten mit kurzen Abständen hinter den Vertretern des italienischen Rennstalles her. Die Schlussgruppe wurde von Cazaux auf Bugatti, Zanelli auf National Pescara und Mlle Helle-Nice auf Alfa Romeo gebildet. In der 7. Runde gelang es Etancelin mit grosser Anstrengung, den sehr gut fahrenden Lehoux hinter sich zu bringen. Nach. 10 Runden ergab sich folgende Lage: 1. Nuvolari mit 19 Min. 49 Stek. (Std.-Mittel: 83,8 km/St.); 2. Dreyfus mit 1 Sek. zurück, 3. Etancelin mit 12 Sek. zurück; 4. Lehoux, 14 Sek. zurück. 5. Falchetto, 6. Brunet, 7. Soffietti, 8. Leoz, 9. Cazaux, 10. Mlle Helle-Nice. Die Ueberlegenheit der beiden Alfa Romeo-Monoposti des altern Typs trat immer mehr zutage. Besonders die unabhängige Radabfederung, die beim Wagen von Nuvolari eingebaut ist, erwies sich auf dieser Strecke als sehr glückliche Verbesserung. Nuvolari und Dreyfus fuhren die Runden mit einer erstaunlichen Regelmässigkeit und rissen das grosse Publikum immer wieder zu Beifallstürmen hin. Etancelin kämpfte mit aller Kraft, doch fürchtete er, von seinem Motor, der am Tage vorher noch einen Defekt erlitten hatte, im Stiche gelassen zu werden. Sein Maserati ist bekanntlich nicht mehr neusten Datums, so wenig wie der Bugatti von Lehoux, der der 'Kühnheit und dem , Draufgängertum des Nordafrikaners nicht entspricht. Nach der 17. Runde trat der erwartete Zwischenfall ein: Etancelin musste wegen Motordefekt anhalten. Gleichzeitig vollzog sich an der Spitze eine ausserordentlich interessante Aenderung. Dreyfus vermochte Nuvolari die Führung zu entreissen; allerdings ist die Annahme nicht ganz von der Hand zu weisen, dass es sich hierbei nur um ein taktisches Manöver der Ferrarimannschaft gehandelt hat. Jedenfalls kam durch diesen Wechsel neue Spannung in den Verlauf des Rennens. Lehoux, der durch den Ausfall Etancelins Dritter geworden war, lag weit hinter den beiden Scuderia Ferrari-Fahrern. Die schnellste Runde erzielte Nuvolari mit 1 Minute und 56 Sekunden. Um den vierten Platz stritten sich Soffietti und Brunet. Nach einiger Zeit musste Lehoux seinen dritten Platz an Falchetto abtreten, doch schon nach einer Runde war die frühere Lage wieder hergestellt. Nach 20 Runden ergab sich folgendes Klassement: 1. Dreyfus, 39 Min. 55 Sek. (Stundenmittel 83,9 km/St.); 2. Nuvolari, 1 Sek. zurück; 3. Falchetto, 35 Sek. zurück; 4. Lehoux, 35 Sek. zurück; 5. Brunet, 6. Soffietti, 7. Leoz, 8. Gazaux, 9. Mlle Helle- Nice, 10. Delorme. Etancelin hatte, wie man später erfuhr, wegen Bruch der Oelzuleitung aufgeben müssen. Das Interesse konzentrierte sich nun vor allem auf die Fahrer Nuvolari-Dreyfus und Falchetto-Soffietti, die um den ersten resp. dritten Platz kämpften. Runde um Runde verging und noch immer lag Dreyfus an der Spitze. Nach 30 Runden ergab sich folgendes Klassement: 1. Dreyfus 59 Min. 22 Sek. (83,9 km/St.); 2. Nuvolari 1 Sek. zurück; 3. Falchetto 42 Sek. zurück; 4. Lehoux 1 Sek. zurück; 5. Brunet 1 Min. 26 Sek. zurück; 6. Soffietti; 7. Leoz; 8. Cazaux; 9. Delorme; 10. Meile Helle-Nice. Schon machte man sich auf eine Sensation gefasst, als Nuvolari plötzlich wieder vorstiess und mit 1 Min. 54 Sek. einen neuen Rundenrekord erzielte. Noch einmal setzte der Mantuaner sein ganzes Können ein und kam dabei auf die hervorragende Zeit von 1 Min. 52 Sek. (89 km/St.), mit der er sich wiederum die Spitze sichern konnte. Lehoux hatte mit seinem Motor gegen Schluss noch Schwierigkeiten und konnte den 4. Platz nur mit grosser Mühe verteidigen. Gegen Schluss des Rennens konnte sich dann Soffietti den 3. Platz endgültig sichern, während Falchetto 4. und Brunet 5. wurde. Mit einem Vorsprung von nur 34 Sekunden schoss Nuvolari vorcDreyfus durchs Ziel. Lehoux konnte das Rennen nicht mehr beendigen. Das erste Rennen, das Nuvolari wieder als Mitglied der Scuderia Ferrari bestritten hat, hat somit schon wieder zu einem schönen Erfolg geführt Das lässt erwarten, dass dem Mantuaner in Zukunft wieder das Glück in vermehrtem Masse hold sein wird als.1934. Gegenüber dem Können dieses italienischen Spitzenfahrers werden die Deutschen auf der Hut sein müssen, vor allem dann, wenn er die neuen Waffen in der Hand hat, die zur Zeit in Italien noch geschmiedet werden. Auf die in zwei Monaten beginnenden Kämpfe darf man sich also ehrlich freuen ! Die Resultate: 1. Nuvolari (Alfa-Romeo) 2 StdL 38 Min. 12 Sek. % (Mittel 83,3 km/St.). 2. Dreyfus (Alfa Romeo) 2 Std. 38 Min. 46 Sek. 3. Soffietti (Maserati) 2 Std. 42 Min. 10 Sek. 4. Falchetto (Maserati) 2 Std. 42 Min. 12 Sek. 5. Brunet; 6. Cazaux; % Leoz; 8. Helle-Nice; 9. Delorme, ECONOMIE! ERSPARNIS! Ralenti - Stop Langsamfahren - Anhalten ZENITH La roue libre de la carburation permet de rouler sans essence sur la Geraden wie auch auf abschüssiger Der Vergaser-Freilauf erlaubt auf der lancee de la voiture et en declivite. Strasse ohne Brennstoff zu fahren. AUTOSTARTER SELBSTSTARTER ZBNITH Starter automatique 100 °/ 0 . 100 °/ 0 automatischer Starter. 40°/ 0 d'öconomie sur tous les autres 40°/ 0 Ersparnis auf sämtlichen bis System es de depart actuellement heute auf dem Markt erschienenen connus. Starter-Systemen. Agenoe genörale pour la Suisse: GENEVE-GENF 8, av. 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Zum Rennen werden maximal 30 Piloten zugelassen, dabei dürfen nur solche Fahrer teilnehmen, die entweder ein internationales Rennen gewonnen haben, einmal italienische Automobilmeister waren, einen internationalen oder Weltrekord aufgestellt haben, oder seit dem Jahre 1932 bei einem internationalen Grand Prix als einer der drei Ersten klassiert wurden. Die Einschreibegebühr für jeden Wagen beträgt 400 Lire, die Anmeldungen sind bis zum 16. März an die Commissione Sportiva des R. A. C. I., Via Po Nr. 14, Roma, zu senden. Der Grosse Preis von Tripolis ist bekanntlich das bestdotierte Rennen der Welt, da zu den normalen Preisen noch die prozentualen Anteile der Lotterie kommen. Als normale Preise für den Ersten sind 35 000 Lire angesetzt, für den Zweiten 25 000 Lire, für den Dritten 15 000 Lire, für den Vierten 13 000 usw. Für die schnellste Runde sind 4000 Lire angesetzt, ferner sind Prämien für den Ersten und Zweiten von je 10 zu 10 Runden ausgeschrieben. Das Total der normalen Preise beträgt 175 000 Lire. Im Zusammenhang mit diesem Grossen Preis von Tripolis findet bekanntlich auch eine internationale Sternfahrt nach Tripolis statt, an der alle Sport- und Tourenwagen teilnehmen können. Der Start kann in jedem beliebigen Ort erfolgen. Für diese Sternfahrt sind Preise ausgesetzt, die je nach der Entfernung, die die Konkurrenten zurückgelegt haben, variieren. Der Sieger, der über 3500 Kilometer zurücklegt, erhält 7000 Lire, der Erste der Gruppe von 2500 bis 3500 ccm 6000 Lire, von 1500 bis 2500 ccm 5000 Lire. Eisrennen bei Stockholm. In Vallanetunas bei Stockholm gewann der Schwede Widengreen auf Alfa Romeo den Winterpreis von Schweden in 21:31,6 (Stundenmittel 111,3 km/St.) vor Björnstad (Norwegen) 22:18,9 und Ebb (Finnland) 23:02,4. Der Schweizer Ruesch führte im ersten Teil des Rennens, musste dann aber wegen Reifenschaden aufgeben. Si» »t in SAwei Die Sternfahrt an den Genfer Salon. Wichtige Aenderungen des Reglementes. Wie uns die Genfer Organisatoren soeben mitteilen, sind verschiedene Bestimmungen des Reglementes. für die Salon-Sternfahrt, die bekanntlich am 16. März stattfinden wird, abgeändert worden. Die Modifikationen wurden infolge zahlreicher Gesuche von Fahrern aus der Ostschweiz vorgenommen, die sich für die Sternfahrt interessieren und über die grosse Entfernung ihres Wohnortes vom östlichsten Startort Zürich beklagten. Um diesen Bitten entgegenkommen zu können und damit die Zahl der Sternfahrtkonkurrenten zu vergrössern, ist nun die Liste der Startpunkte noch vergrössert worden. Zu den Städten, von denen aus gestartet werden kann — die aber als Durchfahrtsorte nicht in Frage kommen —, sind neu hinzugefügt worden: Glarus, St. Gallen, Frauenfeld und Schaffhausen. Es sind also *4 ostschweizerische Kantonshauptorte, die nun ebenfalls noch in Erweiterung der Startortliste als Ausgangspunkte benützt werden dürfen. Die Luftdistanzen bis nach Zürich, das den Anschluss an die normalen Sternfahrtrouten vermittelt, sind folgendermassen: Glarus-Zürich, 54 km. St. Gallen-Zürich, 63 km. Schaffhausen-Zürich, 38 km. Frauenfeld-Zürich, 35 km. Die Genfer Sportkommission des A. C. S. entsprach ferner einem Gesuch der Sektion Wallis des A. C. S. um Einschaltung einer Durchfahrts- oder Startkontrolle in Martigny. Auf diese Weise wird die etwas zu grosse Streckendifferenz Sion-Vevey (49 km) in die zwei Etappen Sion-Martigny (27 km) und Martigny-Vevey (44 km) aufgelöst Die Berührung von Martigny ergibt zwei weitere Gutpunkte. Die Organisatoren haben diese Mässnahme vor allem deshalb getroffen, um zu verhindern, dass die Fahrer auf der Strecke Sion-Vevey nicht gefährliche Geschwindigkeiten erreichen, damit sie ihr nach der Luftdistanz festgelegtes Mittel innehalten können. Alle Besitzer des Reglementes werden in den nächsten Tagen ein zusätzliches Zirkular mit den neuen Bestimmungen erhalten. Soviel sich bis jetzt voraussagen lässt, wird die Sternfahrt nach Genf dieses Jahr eine sehr erfreuliche Beteiligung erhalten.