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E_1935_Zeitung_Nr.020

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1» AUTOMOBlL-KfiVUfi

1» AUTOMOBlL-KfiVUfi 1935 - Nu 20 muss schnell die Büchse laden ... sonst .., Ruhig! ruhig) suggeriere ich mir, während die Finger so schnell wie möglich zwei neue Patronen in den Lauf hineinstossen wollen. Bis übers Knie stehe ich im Schriee, ein Ausweichen wird schwierig. Die verwundete Bestie schweisst, sie beisst in den Schnee, sie kann sich nur schwer aufrechthalten, und doch ist sie nur ein einziger Wille, ein einziger Hass. Ein Sprung, und sie ist näher! Das Schloss schnappt endlich! Das Tier holt zum zweiten Sprunge aus. Bruchteile von Sekunden,, schon springt die. Bestie mich wieder an, ich halte ihr instinktiv die Gewehrläufe hin, als wolle ich sie damit aufspiessen; sie dringen ihr ins Maul, sie würgt, beide Schüsse entladen sich zugleich. Mit weit klaffender Wunde liegt der Wolf Wir zu Füssen. Ich nehme die Pelzmütze herunter, es ist mir plötzlich unerträglich heiss geworden. Aber ich darf die Büchse, das Laden, die Wölfe nicht vergessen. Ich werfe die Mütze in den Schnee, lade schnell das Gewehr und warte: Kommen die andern Wölfe, oder sind sie durch das Treiben durch? Immer wieder blicke ich nach allen Seiten, ich trete einen Schritt von dem erlegten Tier zurück, um bessere Sicht zu haben, aber da kommt schon Lapotin mit den beiden andern Treibern aus dem Wald « Wie geht es?» ist seine erste Frage. « Gut, ausgezeichnet! » ist meine Antwort. Die Männer kommen ganz nah an mich heran, ich sehe »u Lopatin hinüber, wie ein Junge zu seinem Lehrer — :: «habe ich meine Sache gut gemacht? » Der Blick des Lukasch überblickt die kleine Kampf statte, er sagt nichts^ mustert die Strecke, und dann schmunzelt er. « Dieser Wolf, der erste, Barin, hätte Sie ganz bestimmt angenommen, wenn der erste Schuss ihn nicht in die Lichter getroffen hätte; das können Sie selbst an diesem da beurteilen,» und er hebt den letzten von mir geschossenen Wolf auf, schüttelt den "Kopf, mustert die weitklaffende Wunde « Sie können Gott danken, Sie hahen Glück gehabt. Auf der Jagd nach Raubtieren darf man nie hitzi? sein, es geht oft ums Leben. Lassen Sie lieber in Zukunft ein Tier laufen, aber setzen Sie sich nicht der Gefahr des Annehmens aus — wozu auch? » Seine Stimme klingt so ruhig, sie ist dem tiefverschneiten Walde ähnlich. Die toten Wölfe sind aufgelesen, die Jagd ist zu Ende, ich nehme die Patronen aus der Büchse, hänge 6ie über die Schulter. Aber das Auge des Lukasch späht weiter, es aat einen sonderbar lauernden, streng und genau prüfenden Ausdruck; der Mann verfolgt einige Schritte eijje Spur, hebt ein Stück Schnee hoch, auf dem ich, als ich hinzutrete, einige Haare und Schwsiss sehe. « Barin, wir wollen dieser Spur nachgehen; die- 86s Tier ist krank, es kann nicht weit sein. > Wir machen uns auf den Weg, die Büchse habe ich wieder geladen. Wir waten durch den tiefen Schnee, der Lukasch geht voran, ich folge ihm nach. Wifr haben Skier und sinken doch tief ein, so dass wir nach wenigen Minuten beide in Schweiss gebadet Sind. Wir ziehen die schweren Pelze aus und lassen sie im Schnee liegen; danach folgen nach kaum hundert Schritt unsere wannen Jakken, nach weiteren hundert Schritt die mit Pelz gefütterten Westen. « Wenn es so weitergeht, Lopatin, dann werden wir bei dreissig Grad Kälte in Hemdsärmeln durch den Schnee watem » € Ja, Barin, das kann bei solch einer Jagd vorkommen. Aber jedes Tier, und wenn es auch ein Wolf ist, verdient einen Gnadenschuss; es ist doch schliesslich ein Geschöpf Gottes und soll sich nicht unnütz (Juälen, dafür sind wir ja verständige Measchen.> : Der Schweiss rinnt mir buchstäblich vom Gesicht herunter. Plötzlich bleibt der Lukasch vor mir stehen, wie angewurzelt; dann deutet er in die Ferne, winkt, ich sehe aber nichts, nur überall dicht Iw- LAUSANNE W©* 6 * Ihnen für Ihre Söhne das KNABEH-IHSTITÜT „Gabriel Rauch" und ein rasches, gründliches Erlernen der französischen Sprache. Prospekt zur Verfügung. Neugierde allein ist es nicht, wenn ein jeder Automobilist den Wunsch hegt, auf Grund der Wagennummern den Besitzer dieses oder, jenes Autos festzustellen. Man kann so z. B. einen vorschriftswidrig fahrenden Autler noch während der Fahrt ermitteln, was besonders dann wichtig ist, wenn man zu Schaden gekommen ist; " man kann aber auch freundlich« Begegnungen als Ausgangspunkt zu persönlichen Beziehungen gestalten, ja, sogar fürs Geschäftsleben lässt sioh eine solche Feststellung nützlich verwerten. Darum ist der neue Automobil-Kalender mit seinem Verzeichnis aller schweizerischen Auto-Besitzer in > der Reihenfolge der Wagennummern für jeden Fahrer von so grosser Bedeutung. Und die vielen andern wichtigen Angaben, Bestimmungen, Tabellen usw. machen das Buch noch wertvoller. , Erhältlich ist es in jeder Büchhandlung, bei den Clubsekretariaten oder bei unsern Geschäftsstellen zum Preise von Fr. 7.50. VERLAG AUTOMOBIL-REVUE Zürich Bern Genf Lowenstr.51 Breitenrainstr. 97 ruedelaConfederation deckte Aeste und Zweige, die kaum eine Sicht aaf einige Schritte gewähren. Ich reiche dem Mann die Büchse, erfreut ergreift er nach ihr; sie ist schon an der Backe, und kaum gezielt, fährt der Schuss aus dem Lauf. Nichts regt sich, nur der erfahrene Jäger geht weiter, büokt sich unter eine kleine lanne und schleift ein grosses, graues Tier hervor — 'len Wolf. Den aus der Wunde tropfenden Schweiss fängt er mit seinen Händen auf, reibt sie damit ein und fährt dann mit der Zunge über die eine und dann die andere Handfläche. So ist es Braueh — die Kunst eines Lukasch soll ihm dadurch weiter erhalten bleiben. Die alten Fußstapfen im Schnee führen uns zu unsern verstreut liegenden Kleidungsstücken and zu den geduldig wartenden Pferdchen zurück. Lopatin nimmt ein breites Messer heraus, und mit Hilfe der andern Männer sind in kurzer Zeit a'Je vier Wölfe musterhaft abgebalgt. Schon kommen die ersten Raben und Krähen geflogen, sie wittern eine leichte Beute und umkreisen uns in kaum einigen Metern Höhe; ihr Geschrei klingt widerlich und schrecklich. Zu Hause wartet Iwan Iwanowitsch. Er macht sich sogar die Mühe, auf die Strasse herauszukommen. «Hast nichts geschossen, Fedja, ärgerst dich darüber, was? » «Doch, geschossen habe ich wohl was, aber von den zwanzig Schuss waren nur zwei Volltreffer; alles andere ging daneben. » «Hast du wenigstens einen mitgebracht? > fragte er belustigt und etwas geringschätzig. Nun aber hat Lopatin die Beute schon aus dem Schlitten gehoben. Iwan Iwanowitsch will seinen Augen nicht trauen, dann fängt er an, sich fürchterlich zu ärgern. < Lopatin, du bist ein ganz schlauer Bauer, ein ganz raffinierter. Wenn du mit mir auf die Jagd gehst, dann schiesse ich einen, höchstens zwei; nur das letztemal habe ich besonderes Glück gehabt, habe drei geschossen. Gehst du mit dem Deutschen jagen, dann bringt er gleich vier Wölfe nach Hause; er kann über ganz Nikitino brüllen, wir sind ja in seinen Augen Popanze geworden, keine Jäger. Geht der Mensch zum erstenmal in den Wald und bringt tatsächlich vier Wölfe mit! Es ist ganz unerhört, Lopatin! » « Iwan! » Ich versuche einzulenken. < Euer Hochwohlgeboren ...» sekundiert schüchtern Lopatin. Schliesslich beruhigt sich Iwan Iwanowitsch und kommt zu mir ein Gläschen trinken..,» 700,000 Schafe schaffen Jtoquefaakäse Seit kurzem ist der Name « Roquefort » durch Staatsdekret gesetzlich geschützt. Zwei französische Dörfer haben nur durch ihren Käse, der hier seit Generationen erzeugt wird, Weltruhm erlangt: Camembert in der nordfranzösischen Normandie und Roquefort in dem südfranzösischen Departement Aveyron. Der honiggelbe, quellende,,Camenibert ist die Erfindung einer Frau, der Madäme :i *HareI aus Camembert, der die dankbare i Norrfiandie in Vimbutiers, nahe bei Camembert, ein Denkmal gesetzt hat Wer hingegen den blati-grün marmorierten Roquefort erfunden hat, #issen nicht einmal die Sachverständigen dieses tausendjährigen Felsendorfes, das schon im 8. Jahrhundert seinen Käse bis nach Italien exportierte. Aber wahrscheinlich ist der Roquefort noch älteren Ursprungs; denn bereits Degustezf aperitif par.excellence die Römer im ersten Jahrhundert n. Chr., zur Zeit des älteren Plinius, delektierten sich an diesem Leckerbissen. Er wird ausschliesslich aus Milch von Mutterschafen bereitet, aber das erklärt noch nicht seinen besonderen Charakter, der ihn von jedem anderen Käse sofort unterscheidet Man hat versucht, die gleiche Schafmilch unter Anwendung des in Roquefort üblichen Verfahrens in geschlossenen Fabriken andernorts zu Käse zu verarbeiten: Das Ergebnis war negativ. Der Roquefort gelingt nur in den von der Natur geschaffenen Felsenhöhlen, in denen ein starker natürlicher Luftzug und eine bestimmte Feuchtigkeit herrschen. Nur unter der Einwirkung dieses filtrierten, gereinigten und gekühlten Luftstromes gedeiht der Pilz in dem runden Käseteig, der für ihn entsprechend, vorbereitet worden ist. Zu diesem Zwecke'wird in einem grossen dunklen Kellerraum, der sog. Salze, der Käse mit Salz eingerieben, den die Masse langsam aufsaugt; danach wird er mit Bürsten gereinigt und durchlöchert, so dass die Luft eindringen und der Pilz sich entwickeln kann. Dieser Prozess nimmt mehrere Wochen in Anspruch — und 7loiwendige Seststelltutgeti: In Zürich hat sich bekanntlich vor einer Woche ein furchtbares Autounglück ereignet. Der Urheber war ein zwanzigjähriger Jüngling. In der «N.Z.Z.» hat nun Redaktor Arnet folgende ausgezeichnete Glosse dazu geschrieben, die sich alle merken möchten, die es angeht! Das Autounglück an der Bahnhofstrasse, das die Eltern zweier Familien in so tiefes Leid gestürzt hat, bedarf eines Kommentars. Es ist nicht das erste Mal, dass ein rücksichtsloser Automobilfahrer sich die Bahnhofstras.se aussucht, um mit einer übersteigerten Fahrgeschwindigkeit zu renommieren. Immer wieder Kommt es vor, dass an der Bahnhofstrasse inmitten eines normalen Verkehrs plötzlich ein Auto sichtbar und hörbar sich den Scherz leistet, alle Vorschriften über den Haufen zu werfen und einem ebenso erstaunten wie verärgerten Publikum automobilistische Allotria vorzuführen. Wer sitzt in diesen Autos? Sehr selten Geschäftsleute, die es etwa besonders eilig hätten. Auch nicht Aerzte, deren Samariterpflicht die Eile notwendig machte. In der Regel sind es Leute, die fast alle wie der Champagner während seiner Lagerung in Flaschen regelmässig geschüttelt werden muss, so muss auch der Roquefortk^se immer wieder bewegt, gewendet und abgekratzt werden. 700 000 Schafe müssen ihre Milch hergeben, um daraus jährlich etwa 12 Millionen kg Käse herzustellen. Als Weideplatz der Schafe dienen in erster Reihe die riesigen, fast baumlosen und wasserarmen Hochebenen am Südrande des Zentralmassivs, die « Causses », die für jeden Ackerbau unergiebig sind. Von der wirtschaftlichen Bedeutung dieser Industrie und ihrer Zweigindustrien erhält man am besten durch folgende Zahlen eine Vorstellung: 200000 Menschen, verteilt über 25000 Landwirtschaftsbetriebe, leben in Frankreich von der Verarbeitung der Produkte, die das Schaf liefert: Milch, Wolle, Haut lind Fleisch. 10 000 Hirten, die Mehrzahl von ihnen übrigens über 50 Jahre alt, hüten die Herden, und 30 000 Melker oder Melkerinnen sind erforderlich, um tagaus, tagein die 700000 Schafe von ihrer kostbaren Milchlast zu befreien. (SI) auf einen Nenner zu bringen sind. Es ist der junge, forsche, »gefitzte» Mann. Wenn man diezen das Auto nur dazu dient, ihre Eitelkeit Photographien aller dieser Rücksichtslosen nebeneinander liegen hätte, so fiele sicher auf, dass alle physiognomische Berührungspunkte haben. Denn schliesslich sind sie alle Träger einer gleichen Mentalität: es ist. der RenommiertTP , Mer junge Mann mit dem Drang zur Schaustellung. Es ist der forsche Typ, der in der Bar das Glas umwirft, damit man ihn beachte, der auch an wannen Tagen den Mantelkragen hochstellt, um sich das Air des genialen, grosszügigen Lebemenschen zu geben, der den Hut kokett auf dem Hinterkopf trägt und der, wenn er sich von der Umwelt zu wenig beachtet fühlt, durch eine übertriebene Geschwindigkeit seines Autos künstlich jene Beachtung erzwingt, die er nie durch wirkliche Leistungen erreichen könnte. Nach Automobilunfällen pflegen sich Leute zu DENNLER Bitter 4% Kassa-Obligationen Unsere 3- und 5jährigen Kassaobligationen bilden eine vorteilhafte, keinen Kursschwankungen unterworfene und nach einer bestimmten Zeit zum Nennwert rückzahlbare Kapitalanlage. Spar- & Leihkasse in Bern Einnehmerelen : Bollieen, BOmplIz. GQmllgen, Köniz, Muri, Nlederscherli, Zolllkofen. JUGOSLAWISCHES „FBKFHBSRiinn Zürich, Bleicherweg 6 (vis-ä-vis Börse) Alle Auskünfte über Jugoslavien-, Dalmatien- und Mittelmeer-Reisen. 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Die Empörung über den kaum 20jährigen Walter Schenkel, der erst vor kurzem die Fahrprüfung ablegte und die unglaubliche Vermessenheit hatte, abends um 19 Uhr, also zu einer Zeit des regen Verkehrs, auf der Bahnhofstrasse mit 70 bis 80 km zu renommieren, ist allgemein, und wenn sich die Entrüstung jener Leute, die uns heute spontan antelephonierten, in einem Straf urteil kristallisierte: eine bedingte Verurteilung wäre es ganz gewiss nicht. Das Renommierfahren an der Bahnhofstrasse hat nun endgültig aufzuhören. Es soll und darf nicht so weit kommen, dass eine solche Autoraserei sohliesslich doch einmal jene widerrechtliche Selbsthilfe des Publikums provoziert, die w ablehnen. unbedingt Ob in Zürich, in Basel oder Bern, man kennt diesen Typ überall, der sich immer gebärdet, als hätte er die ganze Welt in der Tasche. Wenn diesen aufgeblasenen Popan- befriedigen zu können, da nehme man es ihnen einfach weg. Denn wenn sie selber zu dumm sind, um einzusehen, dass sie zum Totschläger werden k&hnerii. dann verstehen es vielleicht andere Instanzen. Der Fall Schenkel sei für alle, die es angeht, eine Warnung! GRANDE BRASSERIE LANDOLT, R Haus I. Ranges. - Gegr. 1870. 4 Min. von der Automobil-Ausstellung entfernt. Grösste Auswahl in Brasserie- Spezialitäten. Cardinal-, Münchner-, Pilsner-Bier. Sportliche HÖCHSTLEISTUNGEN und anstrengende Touren im Auto beanspruchen in erster Linie die Nerven. Darum müssen die vom Nervensystem verbrauchteu Stoffe, vor allem Magnesium, rasch ersetzt werden. Vermag das aber unsere verfeinerte Nahrung? Nein! MAGNESIUM SIEGFRIED füllt diese Lücke auf wunderbare Weise aus; es behebt Müdigkeit, kräftigt den Willen und vermag durch Förderung der Verdauung und Herztätigkeit die Arbeitskraft beträchtlich zu heben. Bei alternden Leuten wirkt es direkt verjüngend. 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IST« 20 - 1935 Während man in der kalten Jahreszeit «strenge» Linien und kompakte Materialien liebt, verlangt man von einem Frühlingsmodell jene ungezwungene Heiterkeit, die der Fröhlichkeit der warmen Jahreszeit entspricht. Wenngleich die geraden Konturen beibehalten werden, versucht man doch/ jhnen eine spielerische Leichtigkeit zu geben und erreicht dieses Ziel am allerbesten durch die Anbringung von Faltenpartien, die — als erprobter Modeeffekt — allgemein beliebt und was gewiss das Allerwichtigste ist: für jede Gestalt geeignet sind. An schlanken Frauen wirken Faltenbahnen natürlich ganz besonders günstig, weil sie die Figur noch gestreckter, noch vorteilhafter erscheinen lassen; untersetzten Gestalten geben sie die Betonung der Längs-Linie, die bekanntlich das Geheimnis modischer Schlankheitshexerei ist. Da heuer auch für Strapazzwecke poröse Stoffe verwendet werden sollen, wird es gewiss ein Leichtes sein, in diesen Materialien jede Art von Faltenwirkungen zum Ausdruck zu bringen, ganz abgesehen von den Seidenstoffen, die sich für diesen Zweck ganz hervorragend gut eignen. Durch die verschiedenen Arten der Fältelung (bei der vor allen Dingen die hahdgelegte und die maschinell hergestellte Falte zu unterscheiden sind) vermag der Modekünstler reichste Abwechslung zu bieten, wobei die phantasievolle Anbringung der Faltenbahnen entscheidend ist. Man bemüht sich — so gut es geht — die Falten derart zu verwenden, dass sie durch ihre Anbringung mit dem Schnitt des betreffenden Kleidungsstückes verschmelzen, so dass sie nicht etwa «krampfhaft» und «gesucht», sondern «selbstverständlich» und eben darum «sympathisch» wirken. Gegenwärtig überwiegen zwar die Modelle mit gerader Fältelung, doch besteht schon jetzt der Plan, mit fortschreitender warmer Jahreszeit (also im Spätfrühling) die strahlenförmigen «Sonnenfältchen» zu verwerten, die — vorausgesetzt, dass sie in leichtem Matertale zum Ausdrucke kommen — überaus anmutig und reizvoll sind. W&S Aussteuer uns nur Freude schafft, Wenn sie ist wirklich dauerhaft, Weshalb auch jede kluge Braut Auf W & S den Ehstand baut. W&S Leinen für Aussteuern sind in Detailgeschäften erhältlich Fabrikanten: Worb &. Soheitlln A. Q., Burgdon des tfoühjafvis In der Art der Falten-Anbringung besteht zwischen der Strapazkleidung und der nachmittäglichen Aufmachung ein so gewaltiger Unterschied, dass es notwendig ist, diese beiden Modekapitel ganz getrennt voneinander zu behandeln. Wir beginnen mit der Alltags-Kleidung, die, wir in unserem Skizzenblatte rechts oben festgehalten haben, und zwar zeigen wir an erster Stelle eines der reizenden «Pepita- Kleider», deren entzückendes, kleines Schachbrett-Karo uns immei 1 von neuem gefangen nimhit; sehr geschmackvoll ist der viereckige .Ausschnitt; ebenso einfach wie ansprechend erscheinen uns die aufgesetzten und geknöpften Taschen und die durch die Mitte laufende Knopfbahn. Die kurzen, hellbesetzten Aermel wahren jene Jugendlichkeit, die der neuen Mode ihr besonderes Gepräge gibt. Zu schwarz-weissen öder blauweissen Pepita-Stoffen sieht ein brandroter Ledergürtel und ein roter Schal, der im viereckigen Ausschnitte verschwindet, sehr flott aus. Die Falten dieses schlichten Kleides sind an beide Seiten verlegt und insoferne sehr wichtig, als ja sonst die gerade, schlitzlose Kittel-Form das Ausschreiten behindern würde. Das nächste Bild führt einen Strapazmantel vor Augen, der aus einem mittelfarbenen, in-sich-gemusterten Modestoff oder aus .Kamelhaar verfertigt sein könnte, das seiner «Neutralfarbe» wegen heuer begünstigt wird, weil essich schon oft gezeigt hat, dass diese «naturfarbene» Umhülle über jedwedem Frühjahrskleide getragen werden kann, welche Farbe es auch immer haben möge. Die Falten beginnen hier bei der Sattelpartie, sind aber festgesteppt und springen erst unten auf, was in der Bewegung eine leichte Verbreitung dieser Umhülle zur Folge,hat, wodurch'die Tendenz der neuen Frühjahrsmode deutlich zum Ausdruck gebracht wird. Wenn wir uns nun der nachmittäglichen Faltenmode zuwenden, werden wir über die Vielfalt des Gebotenen erstaunt sein und erkennen, dass diese Effekte nicht nur für Kleider und Mäntel, sondern auch für Komplets aller Art herangezogen werden. Ach, wie sehne ich mich nach der ERIKA,.. nach dieser hervorragenden, modernen Schreibmaschine, auf der es sich so leicht schreibt. Man kann sie gegen kleine Monatsraten erstehen. Nicht passende Schreibmaschinen nehme ich in Zahlung. Gratisprospekt durch: W. Häusler-Zepf, Ölten AUTOMOBIL-REVUE 17 Eine höchst beachtenswerte Schöpfung dieser Art ist das Cape-Komplet, das in Anlehnung an Modeformen «aus Gfossmutters Tagen» ein Kleid mit einer Pelerine in Verbindung bringt. Wie man die Falten bei Kleid und Cape in Uebereinstimmung zu bringen pflegt, soll uns das Bild rechts des Blattes links unten lehren. * Ein vorbildliches Nachmittagskleid (das in dunkelblau gewiss sehr schön aussehen würde) halten wir als erste Skizze links fest und wollen die Aufmerksamkeit auf die eigenartige Anbringung der beiden Faltenstufen lenken, die derart angesteppt werden, dass sie oberhalb der «Stichkante» sogenannte «Rüschenköpfchen» entstehen lassen, ein Effekt, der sich bei dem kelchsförmigen Faltenansatz der Dreiviertel-Aermel wiederholt. Im übrigen ist das Grundkleid ganz gerade und erhält durch eine helle Organdi- oder Pikee-Rüsche die frisch-frühlmgshafte Note, die man von einem für diese Jahreszeit bestimmten Entwurf verlangt. Im Mittelbilde des unteren Blattes wird der moderne Frühjahrs-iMantel dargestellt, dessen Aufschläge durch enge Säumchen einen schönen Wasserfall-Effekt erhalten. Der ansteigend geführte* schmal-gefältete Ansatz dieser Umhülle sichert eine ausserordentlich vorteilhafte Wirkung. Wenn wir uns den Abwechslungsreichtum und die Kleidsamkeit der Falten vor Augen halten, Werden wir verstehen können, weshalb die Frühjahrsmode diesen Effekt heuer so sehr begünstigt und werden einsehen, dass die Falten-Wirkungen die Gunst jeder Frau im Sturme erobern mussten. R. H. Von de* StfifriheUsapeKUien tit den Hod « Bisher nannte mich jeder Mensch Fräulein, aber jetzt heisst es unweigerlich Frau! » Diesen Klageruf stiess Mrs. Rigby aus. Sie war über die Blüte ihrer Jahre schon hinaus und, wie manche andere auch, verstand es nicht, ihr Alter mit Würde zu tragen und ihren Platz der nächsten Generation zu überlassen. Und weil es ihr nicht gelungen war, wieder ein Fräulein zu werden, wenigstens äusserlich und auf die Entfernung, so hatte das Leben keinen Wert mehr für sie. j. Alles hat sie versucht, alles! Kaum irgendwo anders auf der Welt wird ja so viel Geld Zeit auf Kosmetik verwendet wie in gläijdj«* ÄJßhr oder, weniger teure Institute 3\fi grossejf! Zahl bemühen sich in und ausser ^em Hause .um die schönen Gesichter und jrlände, um die schlanken Fesseln ihrer Kundinnen; sie behandeln zu mager geratene Ellenbogen mit Zitronensaft, Hautnährcreme und Bandagen, ältliche Ellenbogen dagegen mit Zitronensaft, Anti-Runzelcreme und Bandagen. Denn man muss wissen, dass gerade die Ellenbogen ein untrügliches Zeichen für das Alter einer Frau sind. - Unsere Schönheitsmärtyrerin war aber leider .nur die Frau eines mittleren Angestellten aus der Provinz, der mit seinen Ersparnissen ein bescheidenes Leben führte. So konnte sie nicht die phantastischen Summen für einen der gesuchten Londoner Schönheitsspeziali- -sten aufbringen. Aber etwas musste sie tun, denn ihr Aussehen bereitete ihr unendlichen Kummer. So vertraute sie sich den Händen eines Dentisten an, der im einträglicheren Nebenberuf in Schönheitsbehandlung machte und sich als « plastischen Chirurgen » anpries, ohne jemals eine chirurgische Vorlesung besucht zu haben. Von der ersten operativen Behandlung hatte Frau Rigby lange nicht genug, sie kam sich noch immer viel zu runz-, lieh vor. Der Dentist-Schönheits-Spezialist -sollte also ihre Haut jugendlich straff ziehen. Und er machte das auch, je einen Schnitt an jedem Ohr entlang für 300 Franken und Operation der Tränensäcke für weitere 300 Franken. Für eine Einspritzung in die eingefallene Lockenkamm mit Doppelwellenzähnung, onduliert ohne Behelfe kurze und lange Haare nur durch einfaches Kämmen, zum Reklamepreis von nur Fr. 1.50. Taschenformat Fr. 1.25. Nicht teurer als ein gewöhnlicher Kamm. Versand gegen Nachnahme. ETA-VERSJLND, ÄUGST (Baselland) 30 Freundliche Zimmer zum Einheitspreis von Fr. 3.50 ' Fliessendes Wasser, Zentralheizung Geheizte Garage im Hause Telephon Nr. 58.910 und 58.911 Oberlippe verlangte er noblerweise kein Honorar. War Frau Rigby von dem Erfolg der ersten Behandlung nicht begeistert, so war sie diesmal entsetzt. Sie hatte Kopfschmerzen, konnte nicht mehr schlafen und, teils aus' Kummer, teils wegen schlechten Befindens, ihren Haushalt nicht mehr besorgen, der bis dahin immer ihr Stolz gewesen war. Und erst ihr Aussehen! Die eingefallene Oberlippe war jetzt geschwollen, und überhaupt war sie zehn Jahre älter geworden! « Ich bin vollkommen entstellt», schreibt sie verzweifelt ah ihren Mann, « und das würde ich. immer, immer bleiben. Meine Erscheinung und meine Gesundheit sind ruiniert. Es bleibt mir nur eins zu tun übrig...» Sie öffnete den Gasofen ihres kleinens Londoner Hotelzimmerchens und schlummerte hinüber in die Welt unvergänglicher Schönheit. « Selbstmord in einem Anfall geistiger Umnachtung », sagt der immer gleichlautende Londoner Polizeibericht, diesmal nicht ohne einen Kern bitterer Wahrheit. Z)ie TJlodt UHStcec £Uecn —fue uns? i880:i900indeuJCoUeMonen In fast allen Kollektionen gibt es Anklänge an die Moden der letzten Jahre des vorigen Jahrhunderts. Manche Kleider v/irken fast wie die Kopien der damaligen Moden, nur sind die Fraueir die sie tragen, anders. Ihre BewegutjgenT'iHre Haltung vor allem, denn sie trägen ja kein steifes Mieder — wenigstens noch nicht. Aber viele typische Details von damals wurden übernommen — wir wollen sie schnell notieren, damit sie Ihnen helfen, Ihre Frühlingsgarderoben im Zeichen der neuen Mode zu kombinieren. An Rocksäum drei Samtbänder oder einige Taftstreifen — Borten und Börtchenstickerei, Soütache an Jacken und Röcken. Raschelnde Taftunterröcke — auch unter Crepekleidern. Spitzenblusen — schwarz auf hellem Satinfond oder hell. Weisse Organdiblusen mit Fältchen und « Frivolite's » oder Valenciennespitzen. Taftkleider mit weiten Röcken für den Tag, manchmal mit Samtkragen und Gürtel. Kostüme mit weiten Röcken und anliegenden, doppelt durchgeknöpften Jacken. Grosse Hüte mit Blumen, Aehren, Blättern. Weite Aermel aller Art oder schmale, halblange, welche zwischen Stoff und Handschuh ein Stückchen Haut sehen lassen. Breite Bandgürtel mit komplizierten, Schleifen und einem runden, steifen Bhimenstrauss als Abschluss. Blumen aller Art und in grossen Mengen für den Tag und den Abend. Schleier, welche von Canotiers wie ein Volant in den Nacken fallen; Schleier, welche mit Pailletten bestickt sind. Sonnenschirme aus Spitzen oder Taft an höhen Krücken.. Fächer aus Glas oder Federn; breite Colliers dicht und fast wie Kragen um den Hals und manchmal sogar ein buntes oder schwarzes Band löse um den Hals gebunden — für uns Frauen von 1935. Seife geht nicht mehr unter! Der Verdruss über das Suchen der weggerutschten Badeseife wird uns jetzt durch die « schwimmende Seife » genommen. Man setzt der Seife Aluminiumpulver zu, wodurch sich Wasserstoff entwickelt; der das Seifengewicht verringert. Die Schaumbildung wird nicht beeinträchtigt. Kunstseide aus Zuckerrohr. Holländische Nachrichten aus Batavia besagen, dass in der dortigen Versuchsstation nach eingehenden Laboratoriumsversuchen die Erzeugung von Kunstseide aus Zuckerrohr gelungen sei. Woll- Teppiche-Vorlagen handgewebt, dauerhaft, licht- und waschecht. Grosse Auswahl. Spezialanfertigungen. Auswahlsendungen. 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