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E_1935_Zeitung_Nr.020

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DP dreissig Jahren (Aus

DP dreissig Jahren (Aus der «Automobil-Revue» 19G6.) Automobil-Postomnibus. « Man lernt nach und nach das Automobil gehätzen. Nachdem Frankreich in Dutzenden von Veranstaltungen gezeigt hat, dass man das Automobil wohl als das schnellste Fahrzeug der Neuzeit zu betrachten habe, ging man besonders in Deutschland darauf aus, die absolute Zuverlässigkeit und Sicherheit des neuen Verkehrsmittels auszubauen. Wie schon öfters, hat der Engländer diesen mehr theoretischen Dingen den praktischen Stempel aufgedrückt und ißt daran gegangen, das neue Verkehrsmittel seinen Geschäftskonjunkturen anzugliedern; so sehen wir in England in den letzten 12 bis 15 Monaten die Motor-Omnibuslinien wie Pilze aus dem Boden schiessen, und wie woh". mitunter Objekte von ganz zweifelhafter Güte die Strasse kreuzen, so ist man doch mit den bisher gemachten Erfahrungen mehr als zufrieden ... Bekanntlich hat nun auch die Schweiz. Postverwaltung die Hand dazu geboten, um unsern einheimischen Firmen Gelegenheit zu geben, ihre im Auslande erprobten Motorwagen auch im eigenen Lande in Betrieb zu sehen, und so werden vom 1. Juni ab von Bern aus mehrere Motor-Omnibusse nach einigen benachbarten Orten regelmässig verkehren. Die Eidg. Postverwaltung hat zunächst drei Routen mit dem neuen Fahrzeug ausgestattet, Bern-Papiermühle, Bern-Boll-Utzigen, Bern-Wohlen-Dettligen; die grösste Entfernung, die ein Wagen zurücklegt, ist die Strecke Bern-Dettligen, welche rund 17 km lang ist. In Betrieb gestellt wurden zunächst drei Wagen. Die Motorstärke ist 30 HP, mit einem Wagen können 14 Personen befördert werden. Die Schweiz. Postverwaltung hat mit der Schaffung dieser neuen Verkehrsgelegenheit zunächst natürlich nur die Aufnahme eines Versuches angestrebt, um vor allem einmal zu der Frage der Automobillinien grundsätzlich Stellung nehmen zu können. Im regelmässigen Verkehr wird dem einzelnen Fahrzeug eine Tagesleistung von ca. 120 km zugemutet. Die Wagen gehen mit einer Geschwindigkeit von 8 bis 23 km, je nach den Terrainverhältnissen. Die Fahrpreise betragen J0 Rp. für den Kilometer. » Das Automobil im Graubünden. < Die Regierung beantragt betreffend Regelung des Automobilwesen«: 1. Jedes nicht besonders konzessionierte Fahren mit Motorfahrzeugen ist im Kanton verboten; 2. Bei nachgewiesenem Bedürfnis für Handel, Gewerbe und Verkehr kann die Regierung für einzelne hierfür geeignete Straesenstrecken zum Befahren von Motorfahrzeugen periodisch Konzessionen erteilen an Personen, die für klaglosen Gebrauch der Motorfahrzeuge und für unbedingte Haftbarkeit bei allen Schadenfällen genügende Gewähr bieten. Für Uebertretungen werden Bussen von Fr. 5.— bis Fr. 1000.— vorgesehen nebst der Haftbarkeit. Damit glauben die Bündner das Automobilwesen cgeregelt». Jeder Automobilist wird sich in Acht nehmen, den guten Leuten den Gefallen zu tun, sich um eine Konzession zu bewerben, besondere dann, wenn die «unbedingte Haftbarkeit» erwiesen ist. Wir glauben, die Automobilfahrer können es in Ruhe erwarten, bis es auch im Kanton Graubünden etwas mehr «taget» und bis sie dort mit ihren altvaterischen Anschauungen über ein Verkehrsmittel sich selbst etwas mittelalterlich vorkommen Im übrigen wird das Interesse der Fremdenindustrie sich bald genug zum Worte melden.» Ohüdwtti&dk Emil Ludwig: Hindenburg. Querido-Verlag, Amsterdam. 378 Seiten. — Vor wenigen Wochen waren «Die Führer Europas», heute ist «Hindenburg» das neueste Erzeugnis Emil Ludwigs flinker Feder. Solch rasche Produktion hat trotzdem manches für sich: der Stil bleibt frisch und unverbraucht. Und wer in solchen Dingen Bescheid weiss, findet leicht aus seichten Gründen hin zu jenen Gebieten, da etliche Tiefe angedeutet erscheint. Der Gegenstand selber zieht unser lebendiges Interesse an: Hindenburgs Stellung zwischen Kaiser und Republik, seine Erziehung, die Tradition des preussischen Offiziers, der um Hindenburg gewobene Legendenkranz, wie er zum Reichspräsidentenposten kam, auf dem er den Einflüssen seiner Standesgenossen entsprechen musste Wie sich dann die Diktatur und schliesslich seine faktische Abdankung zugunsten Hitlers entwickelte; dies alles ist farbig, rasch, dramatisch hingeworfen und lässt uns bis zur letzten Seite nicht mehr los. Wir erwähnen hier noch einige der Nebenfiguren: Schleicher, Papen, Meissner, sein Sohn Oskar, dann der berühmt-berüchtigte Herrenklub, alles Figuren, die im Auf und Ab des politischen Kampfes ihre Rolle zu spielen versuchen. Die Schilderungen sind filmhaft deutlich, psychologisch nicht ohne Schärfe. Hitlers erste Begegnung mit Hindenburg wird so geschildert: «13. August 1932. Hindenburg stellt sich zur bestimmten Stunde, auf seinen Stock gestützt, mitten im Zimmer auf, umgeben von seinem Sohn. Papen, Schleicher und Meissner. Es erscheint Hitler mit Röhm und Frick. Alles trägt Zivil, ausser Schleicher. Hitler will die Tür hinter sich zuziehen, die aber schon ein Diener geschlossen hatte, stolpert mit halb zurückgewandtem Blicke über den Teppich, verbeugt sich tief. Alles steht, niemandem wird ein Stuhl angeboten. In der Gruppe der sieben Männer sind alle kleiner als Hindenburg, dem die Erbschaft des Grenadiers auch diesmal und trotz seines Alters die überragende Stellung einräumt. Vier Junker stehen dort, drei Kleinbürger hier. Meissner bildet den Uebergang von den Herren zum Volke. Papen und Röhm deuten in Ueberschlankheit und Ueberdicke den Unterschied von Herrenklub und feistem Bürger in Karikatur an. Hindenburg und Hitler, die einander in 100 Bildern und im Radio studiert haben, erblicken einander zum ersten Male leibhaftig... «Ich habe Sie kommen lassen, um Sie zu fragen, ob Sie unter dem Herrn Reichskanzler von Papen mitarbeiten wollen.» — «Ich habe meine Bedingungen dem Reichskanzler schon bekanntgegeben.» — «Sie fordern also die ganze Macht?» — AUTOMOBIL-REVUL 1935 - N°20 Humor. Der Spekulant, der auch nach den Börsenverlusten den Chauffeur nicht entbehren kann. «Ich brauche eine Stellung in der Art, wie Mussolini sie einnimmt.» — «Das kann ich vor meinem Gewissen nicht verantworten.» Pause. «Für die Zukunft möchte ich Ihnen Ritterlichkeit im politischen Kampfe anraten.» — Diese von den Anwesenden wiedergegebenen Hauptsätze waren von ein paar Redensarten umgeben. Niemand setzt sich. Nach sechs oder acht Minuten war es zu Ende...» Wie gesagt, das Buch ist fesselnd geschrieben. Aus dem reichen Material weiss sich der gewandte Leser Hindenburgs Bild in seiner Vielgestalt aufzuhauen. G. Gala-FiIm-VorStellung in Bern. Der französische Gesandte Graf Glauzel, das diplomatische Corps, Spitzen der Bundes-, Kantons- und Stadtbehörden, Persönlichkeiten aus der automobilistischen Welt, die Presse — dies bildete den erlesenen Rahmen für die letzten Donnerstagabend im «Splendid»- Kino in Bern stattgefundenen Gala-Film-Vorstellung, zu der die A.G. für den Verkauf der Renault- Automobile in der Schweiz eingeladen hatte. Zwei grosse Filme standen auf dem Programm, der erste war ein einziges Hohelied auf die Arbeit und indirekt auch auf die französische Industrie, der zweite plätscherte im Gebiete der leichten, pariserisch prikkelnden Unterhaltung. «L'Automobile de France» führte in eingehender Weise das Werden der Renault-Automobile vor Augen; dabei fühlte sich die Kamera mit erstaunlicher Sorgfalt in den vielgestaltigen Prozess ein, der vom umförmigen glühenden Eisen bis zum letzten Karosserieoder Motos-Bestandteil, der zu einem modernen Wagen gehört. Unzählige Maschinen, bald wahre Ungetüme, bald kleine, phantastisch geschickte Apparate, gössen, pressten und drehten Eisen und Hok, so dass man die schrittweisen Vorbereitungen klar erkennen konnte, bis endlich alle Bestandteile bereit lagen, und zusammengefügt wurden, und plötzlich ein eleganter, funkelnagelneuer Wagen Polarjäger: «Hätten Sie doch wenigstens auf den zweiten Eisbären geschossen!» «Er hatte nicht den richtigen Ausdruck für einen Bettvorleger». nur darauf wartete, auf die Landstrasse hinaus gelassen zu werden. In einer eigentlichen Stadt werden diese Wagen gebaut; manchmal glaubte man sich in dem Labyrinthe der Werkstätten, Hallen und Gänge rettungslos zu verlieren. Ein Staunen über den menschlichen Erfindungsgeist stieg in den Zuschauern auf; in seiner gewollten, grossen Sachlichkeit wurde der Film zu einem wahren Epos der Technik. In dem unter Tristan Bernards Oberleitung gedTehten Film «Voyage imprevu» begegnet man dem Auto wieder, wenn es seiner wirklichen Bestimmung übergeben ist. Und diese war hier wirklich geradezu beneidenswert schön. Es führte ein junges, tändelndes Paar von Paris zur Rettung eines Eifersüchtigen in die herrlichsten Gegenden unserer Heimat Das ganze Berner Oberland, die Grimsel, der Gotthard und der Tessin erfahren durch dies spritzige, amüsante Werk eine Propaganda, wie man sie idealer sich überhaupt nicht wünschen könnte, bo. BUCHFÜHRUNG FÜR UND GESCHÄFTSFÜHRUNG AUTOGARAGEN. Einführungskurs in Buchführung, Werbekunde, Korrespondenz u. allg. Bureauarbeiten tagsüber und abends. Damen separat. — Handelsschule Gademann, Zürich, Gessnerallee 32 Telephon 51.416 Zürcher-Wochenprogramm Stadttheater Abends s uhr nachmittags 3 Uhr. Di. abend 12. März Der Teufel im Dorf, Ballett von Lhotka. Mi. abend 13. März Der junge Herr Rene (B-Ab. 13). Do. abend 14. März 7/4 Uhr: Boris Godunow, Oper von M. P. Mussorgsky. Fr. abend 15. März Halka (B-Ab. 13). Sa. abend 16. März Traviata, Oper von Verdi, mit Margherita Perras und Willi Frey a. G. So.naCflm. 17. MarZ w, Uhr: Boris Godunow. So. abend 17. März Der junge Herr Rene. Schauspielhaus Abends «* °S£. s ? T n . n " r tag nachm. Sü Uhr. Di. abend 12. März Ich hab's getan, Schauspiel von Martin Glaeser. Mi. abend 13. März Der Bär, Lustspiel von A. Tschechow; Die Spieler, Komödie von N. Gogol; Der Heiratsantrag, Lustspiel von A. Tschechow. Do. abend 14. März Premiere: Man kann nie wissen, Komödie von Bernard Shaw. Fr. abend 15. März Der Bär, Lustspiel von A. Tschechow, Die Spieler, Komödie von N. Gogol; Der Heiratsantrag, Lustspiel von A. Tschechow. Sa. abend 16. März Man kann nie wissen, Komödie von Bernard Shaw. SO. nachm. 17. März 3K Uhr: Ich hab's getan, Schauspiel von Martin Glaeser. So. abend 17. März Man kann nie wissen, Komödie von Bernard Shaw. Di. abend 19. März Einmaliges Gastspiel Alexander Moissi: Uraufführung: Man weiss nicht wie, von Pirandello. Apollotheater Cafe-Rest. Sfauffacherstrasse 41. , Das Cafehaus mit den bescheidenen Preisen. Rendez-vous vor und nach dem Kino. Cinema Apollo «Die beiden Seehunde», mit Weiss Ferdl. Od on b. Bellevueplatz Charles Berthoud and his International-Club Orchestra Sascha-Skalsky. ret Stampfenbachplatz Attraktionen. Pension Seequai BfgSf Bekanntes Familienbaus geg. d. Theater am See. Massige Preise bei bester Verpflegung. TanzirKtitiit Anitra Faikenschioss, I anZinSTIIU! amira Seefeldstrasse 4. Tel. 26.748. Frau A. Hawelska. Tango-Club jeden Mittwoch 20 Uhr. Tanz-Abende: Samstag u. Sonntag 20 Uhr. Hotel Sternen - Zürich-Oerlikon Franklinstrasse 1 Schöne Zimmer mit fliess. Wasser. Gutgef. Küche. Bescheid. Preise. Garage. Tel. 68.065. Bes. P. Wüner. Wiener-Cafe Bristol Pelikanstrasse Das musikfreie Grosscafe mit seinen vielen Zeitungen. Parking: Annag.-Pelikanstrasse. Kistler-Bigler, Mitglied des A. 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Dabei findet sie freilich auch eine grosse Anzahl einfacher Gerichte aus dem Ausland, die sich bei uns längst eingebürgert haben und die doch immer wieder falsch zubereitet werden. Warum wohl? Weil uns bisher dieses wertvolle Kochbuch gefehlt hat, das Sie jetzt in jeder Buchhandlung zum Preise von nur Fr. 3.80 kaufen können. Merken Sie sich bitte für den 373 Kochrezepte aus 26 Ländern A von Lilla Deeley nächsten Einkauf den Titel: VERLAG HALLWAG BERN A Druck, Cliches und Verlas: HALL WÄG A.-G., Hallersche Buchdruckerei und Wagnersohe Verlagsanstalt, Bein.

26 - mi AUTOMOBIL-REVUE Revolution im Automobilbau« (Fortsetzung von Seit« 1.) Bezeichnenderweise lautet der Wahlspruch Qberall mehr Komfort, grössere Sparsamkeit, erhöhte Leistung. Hunderte von Einzeleinflüssen sind es, die zur Erfüllung dieser Anfofderungen beitragen. Je nachdem^ wie sie variiert werden, muss das Endprodukt deshalb auch verschieden ausfallen. Und da man sich heute noch lange nicht über die Auswirkung aller Einflüsse klar ist,, vielleicht sogar — embarras de richesse ! — weniger denn je, kann von der Vereinheitlichung der Modelle noch keine Rede sein. Die Ideenschlacht geht weiter. Jede kleine Neuerung muss sich austoben, bevor man ihren Wert oder Unwert klar erkennen kann. Gerade in den vergangenen Jahren haben sich viele Neuerungen als von viel aufeinander schon beim ersten Entwurf im grösserer Tragweite erwiesen, als man ur-Konstruktionsbtireausprünglich annahm. Nicht zuletzt liegt hierin Die Verminderung des Luftwiderstandes der Grund, weshalb die lange erwarteten, umstürzenden Bauarten fehlen. Zwischen den machten Erkenntnissen zu verdanken. Ihre ist hauptsächlich den im Flugzeugbau ge- verschiedenen Bauarten verwindungsstelfer grössten Vorkämpfer, Jaray und Rumpier, Rahmen, achslöser Radaufhängungen, dämpfungsfreier Federn, dem Front- und Hecktechnik betätigt, dieser als Erbauer der sei- hatten sich nicht umsonst zuerst in der Flugantrieb sind so viele verschiedene Kombinationen mit ebenso vielen besonderen Charak- Taube, jener als Aerodynamiker der Zeppenerzeit weltberühmt gewordenen Rumplerteristiken möglich, dass die Konstrukteure linwerft Jedem Techniker überhaupt muss es nicht gern noch neue Probleme heraufbe- im Blut liegen, den Wirkungsgrad einer Ma- schwören. Ausserdem erstreckt sich die Vervollkommnung nicht nur auf das Neue, sondern die Fortschritte, die hier erzielt werden, haben oft die Wirkung, alte Ideen in überraschender Weise wieder > mächen. lebensfähig zu • Die am stärksten ins Auge fallende Weiterentwicklung zeigt die Karosserle. Gerade an diesem Tel! des Automobils ist auch mit aller Deutlichkeit zu erkennen, mit welch unbeirrbarer Sicherheit die ständigen kleinen Fortschritte schliesslich zum gemeinsamen Ziel führen, trotz aller Extratouren, die auf dem'Weg dazu immer wieder gemacht werden. Ursprünglich war die Karosserie nichts weiter als ein Gehäuse zum Schutz der Wageninsassen gegen Luftzug, und Regen. Bei den niedrigen Fahrgeschwindigkeiten der Anfangsjahre konnte irgendein mit Türen und einer Schutzscheibe versehener Kasten genügen, ja» er stellte schon einen grossen Fortschritt gegenüber den frei aufgebauten ^Sitzen der ersten Automobile dar. Das Streben nach noch grösserem Komfort brachte den Ersatz des offenen Personenbehälters durch das fahrende Gläshaus. Die gesteigerten Fahrgeschwindigkeiten kamen ebenfalls zur Auswirkung, indem sie einen möglichst niedrigen Bau des Personenbehälters angezeigt erscheinen Hessen. Im übrigen wirkten an der Formgestaltung neben der Phantasie die Rück- mit einem aerodynamisch schlecht karossier- Wagen fast die Hälfte aller Fahrtwidersichten auf die Chassiskonstruktion und dieten handwerklichen Möglichkeiten mit Die Ka-ständrosserle war jedenfalls ein Ding für sich, das keit bremst der Luftwiderstand diesen Wa- aus. Bei 80 km/St Fahrgeschwindig- dem Chassis -er-st- nachträglich aufgesetzt gen gleich viel wie eine Steigung von 5 %. Bei wurde. Die Kotflügel führten ebenfalls ein 100 km/St Fahrgeschwindigkeit sind allein Sonderdasein. Das Chassis lieferte die Fortbewegung und das Fundament, die Karosserie destens 30—50 PS erforderlich, je nach zur Ueberwindung des Luftwiderstandes min- den Wind- und Wetterschutz' und die Kot-Grosse des Wagens. Und denkt man gar an flügel den Kotschutz. Alles wurde, so gut wie es eben ging, am Schluss zusammengesetzt. Die neuere Zeit hat vor allem zwei weitere grosse Fortschritte gebracht: Die vermehrte Rücksichtnahme auf den Luftwiderstand und die planmässige Abstimmung der Einzelteile schine möglichst hoch zu halten und vermeidbare Reibungen zu vermeiden. Und dass durch Verminderung des Luftwiderstandes der Wirkungsgrad der Maschine « Auto» noch wesentlich zu verbessern war, zeigte die Rechnung seihst für die bescheidenen Geschwindigkeiten der Wagen der Nachkriegsjahre mit aller Deutlichkeit Wie so oft erforderte es aber viele Jahre, bis die Theorie mit ihren Anforderungen durchzudringen vermochte. Was aber der Laie nicht mit eigenen Augen erkennen kann, glaubt er nicht Hätte das Auto statt unsichtbarer Luftwirbel und Luftwellen bei rascher Fahrt Wasserwellen aufgepflügt und Gischt um sich geschleudert wie ein Schiff, so wäre er wohl von der Bedeutung der Form zu überzeugen gewesen. So aber sah er in den Tropfenwagen nur verrückte Extravaganzen, um so mehr, als diese ersten aerodynamisch verbesserten Automobile wegen der damaligen hohen Chassis noch jämmerlich hochbeinig .aussahen. Zu seiner Entschuldigung sei allerdings gesagt, dass die mit den verbesserten Formen da-i mals erreichbaren Brennstoffersparnisse und Mehrleistungen noch verhältnismässig klein waren. Heute kann aber Ober die Bedeutung der Aerodynamik im Autobau kein Avveuel mehr bestehen. Bei 60 km/St Fahrgeschwindigkeiten macht die Ueberwindung des Luftwiderstandes die Reisegeschwindigkeiten, die auf den Autostfassen der Zukunft möglich sein sollen, so muss man zur Ueberzeugung gelangen, dass die Aerodynamik im kommenden Automobilbau nicht viel geringere Bedeutung haben wird als im Flugzeugbau, wo sie den weitaus grössten Anteil an der bisherigen Entwicklung hat Allein mit Stromlinienautos werden sich auf den wirklichen Autostrassen die möglichen Geschwindigkeiten ausnützen lassen, ohne dass die Betriebswirtschaftlichkeit ins Aschgraue versinkt Der Luftwiderstand wächst quadratisch zur Geschwindigkeitszunahme. Er ist also bei doppelter Geschwindigkeit nicht nur doppelt, sondern viermal so gross. Die zu seiner Ueberwindung erforderliche Leistung steigt sogar in dritter Potenz. Wie sich das Publikum mit den Pseudostromlinienformen abgefunden hat, die ihm die Industrie in den letzten Jahren vorgesetzt hat, um mit List zur wirklichen Stromlinie zu gelangen, wird es schliesslich auch die aerodynamisch korrekte Form billigen und gut finden. Aerodynamisch «ideal » wird diese « korrekte » Form damit allerdings nicht sein und nie werden können. Nach wie vor werden Kompromisse geschlossen werden müssen, jedoch nicht mehr Kompromisse mit dem Publikumsgeschmack, sondern mit den Transport-, Bedienungs-, Verkehrs- und Konstruktionserfordernissen. Einen Zeppelin kann man nicht gut auf Räder legen, es sei denn, man baue ihn als einspuriges Fahrzeug, verfertige seine Wände zur Ermöglichung der Sicht aus durchsichtigem Material und zwinge seine Benutzer wenn möglich noch bäuchlings Platz zu nehmen, Gedanken, die heute aber wohl noch etwas verfrüht sind. m. Auf«» Gründung einer Filiale. *| Motur-Kredit Pramberger & Co., LJubIJana, Ztoelgnledirliftunt Zürich. Die in Llubljanä (Ju- goslawien) domizilierte Handelsgesellschaft hat unter dieser Firma, eine Filiale, in Zürich errichtet W. Frei in Zürich wird als Geschäftsführer ernannt und führt Einzelunterschrift. Zweck des Unternehmens ist An- und Verkauf von Autos, Motorrädern und zugehörigen Bestandteilen. Domizils Bahnhofquai. Personelles. Willi Glatthardt, Garage, NeuchMel. Inhalier dar Firma ist W. A. Glatthardt in Gorceltes. Betrieb einer Garage,, sowie Handel in Automobilen und Zubehör. Domizil: Rue de la Place d'Armes. Noba S. A. Handel in Benzin und Oel, Gent Der Verwaltungsrat besteht zur Zeit aus P. Carteret, Präsident, Gh. Zobrist, Sekretär, F. Rivollet, J. G. Freymond und E. Junker. Präsident und Sekretär zeichnen kollektiv. Der frühere Präsident de» Verwaltungsrates, R. F. Sechaud, ist ausgetreten und dessen Unterschrift erloschen. W. Kreucht, Garage «Jura», Balsthal. Inhaber der Firma ist Walter Kreuchi in Balsthal. Betrieb einer Garage, sowie Handel mit Autos und Zubehör Ḟritz Meyer, Autogarage, Steffisburg. Inhaber der Firma ist Fritz Meyer in Steffisburg. Betrieb einer Garage und Reparaturwerkstätte. < Firmenänderung. Grönenfelder, Karosserie-Fabrik, Aar au. Inhaber der Firma ist J. R. Grünenfelder in Aarau. Die Firma übernimmt Aktiven und Passiven der früheren Kollektivgesellschaft Widmer & Grünenfelder, welche sich aufgelöst hat und erloschen ist. Domizil: Asylstrasse. Erneüerung der Verkehrsbewilligungen im Kanton Bern. Die Halter von Motorfahrzeugen, die ; hre Fahrzeuge auf 1. April in Verkehr setzen wollen, werden darauf aufmerksam gemacht, dass das Strassenverkehrs'amt die Ausweise bereits ab 26. März abgibt Notwendig ist die Vorlage der Versicherungskarte, in welcher bescheinigt sein muss, dass die Tage vor dem 1. April in der Versicherung eingeschlossen sind. üm ? eine reibungslose Abwicklung der Geschäfte zu ermöglichen, werden die Halter ersucht, ihre Papiere und die Zahlungen möglichst frühzeitig zu schicken 1 resp. zu leisten. Auf Wunsch erfolgt die Zustellung der Ausweise und Schilder per Nachnahme. Amtliche Mitteilungen Kant. Strassenverkehrsamt Steuerterihln Im Kanton Thurgau. Wir sind bereit, bei rechtzeitiger Zustellung der Ausweispapiere: Fahrzeug- und Führerausweis, nebst der Versicherungsnachweiskarte (für Motorräder ziegelrot, für Autos violet) und der bezügl. K-Jahrestaxe (Postscheckkonto VIIIc 660), die Erneuerung ab Freitag, den 29. März a. c. vorzunehmen, sofern die obligatorische Haftpflichtversicherung ebenfalls mit diesem Tage in Kraft tritt; andernfalls erfolgt die Zustellung der Ausweispapiere und Kontrollschilder auf den in der Versicherungsnachweiskarte eingetragenen Tag. Die Erneuerung ab 29. ds. erfolgt unserseits ohne jeglichen Zuschlag zur Dreivierteljahrestaxe. Die Motorfahrzeughalter werden des- .halb höflich eingeladen, ihre Ausweispapiere zur Erneuerung rechtzeitig unterzeichneter Amtsstelle einzusenden, um einem allzu grossen und nicht zu bewfdtisendeff'Andränge-vorzubeugen': < •" , Automobilkontrolle, des Kts. Thurrau. BREMS- und KUPPLUNGSBELÄGE Hauptlager für die Schweiz: HUGQ BREITSCHMID, WOHLEN (Aargau) Telephon S.18 CHRYSLE iiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiitiiniiiiniiiiniiiiiiiiiiiiiiiiini I AUTO. Roadster, 6 Zyl., 2/4-Plätzer, aus Privathand zu ver-„KOLLGRITkaufen. Prächtiger, rassiger Wagen, in tadellosem Zustand. — Anfragen unter Chiffre 66534II an die Automobil-Revue, Bern. der kolloidale Graphit-Zusatz für Jedes Oel Zu verkaufen FIAT 514 4tung, vollständig ausgerüstet und durch revidiert, in tadellosem Zustand, ganz prima Läufer. Offerten unter Chiffre 66554 an die Automobil-Revue. Bern Zu verkaufen weg. Geschäftsaufgabe ein 2^-Tonnen-LASTWAGEN CE:EVROLET 16 PS, Modell 1933, wenig gebraucht, nur 13000 km. 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