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E_1935_Zeitung_Nr.020

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12 AUTOMOBIL-REvuT!

12 AUTOMOBIL-REvuT! 1935 - N» 20 Was die Insassenversicherung der Automobil-Revue bietet: Allgemeine Bedingungen für die Auto-Insassen-Versicherung der Zeitung AUTOMOBIL-REVUE (Ausgabe C) § 1. Die Allgemeine Versleherungs-Aktlengesellschaft in Bern (nachstehend kurz „Gesellschaft" genannt) gewährt unter den nachstehenden Bedingungen den in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein wohnenden Abonnenten der Zeitung „Automobil-Revue" Bern (nachstehend kurz „Verlag" genannt) eine Auto- Insassen-Versicherung. Der Verlag stellt jedem Abonnenten, welcher sich für diese Versicherung angemeldet hat, eine Versicherungsbestätigung aus. Die Versicherung umfasst die Unfälle, d. h. die durch plötzliche äussere Gewalt verursachten Körperbeschädigungen, von denen die Personen, welche sich befugterweise in dem dem versicherten Abonnenten gehörenden Personenautomobil befinden, während der Fahrt infolge eines mit der Benützung des Fahrzeuges in ursächlichem Zusammenhang stehenden Umstandes oder beim Ein- und Aussteigen oder bei unterwegsvorzunehmenden Hantierungen am Fahrzeug (Reparaturen) unfreiwillig betroffen werden. Darunter fallen auch Ersticken oder Körperbeschädigungen infolge unfreiwilligen Einatmens plötzlich ausströmender Gase oder Dämpfe. Voraussetzung für den Versicherungsanspruch ist, dass der Fahrzeuglenker sich im Besitze des amtlichen Führerausweises befindet und dass für das verwendete Fahrzeug der amtliche Fahrzeug-Ausweis besteht. Nicht unter die Versicherung fallen: 1. Krankheiten und Krankheitszustände aller Art; Eingeweidebrüche (Hernien) aller Art und ihre Folgen; epileptische und Schlaganfälle und dadurch eintretende Verletzungen; die Folgen von Temperatureinflüssen, Erkaltungen, Erfrieren, Sonnenstich, Hexenschuss (Lumbago) und Ischias, sowie alle Folgen blosser körperlicher Anstrengungen; endlich Verletzungen, die der Versicherte im Zustande der Geistes- oder Bewusstseinsstörung (Delirium) oder der offenbaren Trunkenheit erleidet. 2. Körperverletzungen, die der Versicherte bei Kriegsereignissen, bürgerlichen Unruhen, bei der Ausführung oder dem Versuch von Verbrechen oder Vergehen erleidet. 3. Unfälle bei Teilnahme an Wett- und Preisfahrten, sowie Trainierungsfahrten auf der Rennstrecke. § 2. a) Die Versicherung gilt stets nur für die Insassen eines Personenwagens. Wird das Fahrzeug durch ein anderes ersetzt, so erstreckt sich die Versicherung ohne weiteres auf das neue Fahrzeug. Für Abonnenten, welche mehr als zwei Personenwagen besitzen, hat diese Versicherung keine Gültigkeit. Die Versicherung gilt auch nicht für Betriebe, welche Personen gewerbsmässig gegen Entgelt befördern, für Fahrten mit Taxametern, Cars Alpins oder für solche, welche dem regelmässigen Personentransport gegen Entgelt dienen, ebenso nicht' für Strolchenfahrten. Von der Versicherung sind der jeweilige Lenker des Fahrzeuges und angestellte Chauffeure ausgeschlossen. b) Als nicht versichert gelten ferner mit schweren Gebrechen behaftete Personen, nämlich Blinde, Taube, hochgradig in der Sehkraft geschwächte oder stark schwerhörige Personen, Epileptische, ganz oder teilweise Gelähmte, Geisteskranke und schon einmal vom Schlagfluss betroffene Personen. § 3. Die Versicherung gilt in ganz Europa, mit Ausnahme von Sowjetrussland (U. S. S. R.) und den Balkanstaaten (Albanien, Bulgarien, Griechenland, Jugoslawien, Rumänien und Türkei). § 4. Voraussetzung für die Gültigkeit der Versicherung ist, dass der Abonnent den Abonnementsbetrag (einschliesslich Versicherungsbeitrag) für denjenigen Zeitraum, in dem sich der Unfall ereignete, und zwar vor dessen Eintritt, entrichtet hat. Für Beginn, Unterbruch und Beendigung der Versicherung gelten im übrigen folgende nähere Bestimmungen: a) Die Versicherung beginnt nach zweiwöchigem, ununterbrochenem Bestand des Abonnementes. Als Beginn des Abonnementes gilt der Zeitpunkt der Einlösung der ersten Abohnementsquittung des VerTages. b) Die Versicherung endigt mit der Abbestellung oder dem Unterbruch des Abonnements. Wird eine Nachnahme nicht eingelöst, so gilt das Abonnement als unterbrochen vom Moment der Nichteinlösung an, frühestens aber vom Ablauf der Zeit an, für die das Abonnement bezahlt war. Das Abonnement bzw. die Versicherung beginnt in diesen Fällen erst wieder 8 Tage nachdem sämtliche rückständigen Beträge bezahlt Worden sind. c) Fällt der Vertrag zwischen dem Verlag und der Gesellschaft aus irgendwelchen Gründen dahin, so ist der Verlag verpflichtet, die Aufhebung des Vertrages in drei aufeinanderfolgenden Nummern der Zeitung an augenfälliger Stelle bekanntzugeben, unter genauer Angabe des Ablaufes des Vertrages. Wird diese Veröffentlichung durch den Verlag nicht, .vorgenommen, so ist die Gesellschaft berechtigt, diese mit gleicher Wirkung gegenüber den Abonnenten im Schweizerischen Handelsamtsblatt vorzunehmen; Die Versicherung erlischt in diesem Fall (unter Vorbehalt der Bestimmungen betreffend Unterbruch der Versicherung infolge nicht rechtzeitiger Bezahlung des Abonnements- inkl. Versicherungsbeitrages laut vorstehendem Absatz b) mit Ablauf des Zeitraumes, für den der Abonnements- inkl. Versicherungsbeitrag entweder schon bezahlt wurde oder gemäss Bestellschein noch entrichtet werden muss, soweit es sich nicht etwa um erst nach Ablauf der Kündigungsfrist herausgegebene Abonnements handelt, für welche die Gesellschaft nicht haftet. Die Gesellschaft kann die noch ausstehenden Versicherungsbeiträge für die Zeit vom Dahinfallen des Vertrages an bis zum Erlöschen der einzelnen Versicherungen direkt einziehen. Es steht aber den Abonnenten frei, durch einfache Nichtzahlung eines solchen Beitrages die Versicherung mit sofortiger Wirkung zur Aufhebung zu bringen. d) Werden die allgemeinen Versicherungs-Bedingungen geändert, so ist der Verlag,verpflichtet, die Aenderungen mit ihrem genauen Wortlaut in einer Nummer der Zeitung an augenfälligerstelle zu veröffentlichen. Die zu Ungunsten des Abonnenten bzw. Versicherten abgeänderten und veröffentlichten Versicherungs-Bedingungen werden für diesen erst nach Ablauf des Zeitraumes verbindlich, für den er den Abonnementsinkl. Versicherungsbeitrag entweder schon bezahlt hat oder gemäss Bestellschein noch entrichten muss. e) Der Abonnent ist verpflichtet, allfällige Adressänderungen dem Verlag unverzüglich anzuzeigen. § 5. Die Versicherungssummen betragen pro Person: Fr. 5000.— im Todesfall für Erwachsene; für Kinder unter 5 Jahren werden die effektiven Beerdigungskosten, im Maximum Fr. 1000.—, vergütet. Bis Fr. 5000.— im Invaliditätsfall für Erwachsene und Kinder. Für ein und dasselbe Unfallereignis des gleichen Fahrzeuges werden höchstens Franken 15,000.— vergütet; übersteigen die bedingungsgemässen Ansprüche diesen Betrag, dann werden alle Entschädigungen verhältnismässig gekürzt. • § 6. I. Die Todesfallentsehädigung wird geschuldet, wenn der Unfall sofort oder binnen Jahresfrist vom Unfalltage an den Tod des Versicherten herbeigeführt hat. Bezugsberechtigt ist in erster Linie der überlebende Ehegatte. Hinterlässt der Verunfallte keinen Ehegatten, so fällt die Todesfallentschädigung seinen Kindern und beim Fehlen solcher seinen Eltern, und falls auch solche nicht vorhanden sind, seinen Geschwistern zu ,unter Ausschluss aller anderen Hinterbliebenen 1 . U1 ' : Wer den Tod des Versicherten 'durch ,'ejn Verbrechen oder Vergehen herbeigeführt hat, verwirkt zugunsten der andern Bezugsberechtigten seinen Anspruch. II. Die Invallditätsentsehädlgung wird geschuldet, wenn infolge des Unfalles sofort oder binnen Jahresfrist vom Unfalltage an die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten bleibend völlig aufgehoben oder bleibend beeinträchtigt wird. Bei Ganzinvalidität besteht die Entschädigung in der vollen Versicherungssumme und bei Teilinvalidität in einem nach dem Grade der Invalidität abgestuften Teil davon. Die Zahlung der Invaliditätsentschädigung erfolgt, sobald die bleibende Invalidität und deren Grad endgültig festgestellt sind. Der Verlust bzw. die Beschädigung eines vor dem Unfall bereits verkrüppelten, verstümmelten oder gebrauchsunfähigen Körperteils begründet keinen Anspruch auf Entschädigung für bleibende Invalidität. Im übrigen kann beim Bestehen solcher anderweitiger Körperbeschädigungen die durch den Unfall verursachte Invalidität nicht höher taxiert werden, als sie zu taxieren wäre, wenn der Unfall eine körperlich intakte Person betroffen hätte. Kann nach Schluss des Heilverfahrens noch nicht sicher festgestellt werden, ob und in welchem Masse eine bleibende Invalidität zurückbleiben wird, so kann die endgültige Feststellung bis auf höchstens ein Jahr vom Abschluss des Heilverfahrens an verschoben werden. a) Als Fälle von Ganzinvolidität gelten ausschliesslich: Verlust beider Augen oder vollständige Aufhebung ihrer Sehkraft, der Verlust oder die vollständige unheilbare Gebrauchsunfähigkeit beider Arme oder Hände, beider Beine oder Füsse, eines Armes oder einer Hand und zugleich eines Beines oder Fusses, unheilbare Geistesstörung, die jede Erwerbstätigkeit ausschliesst. b) Für lebenslängliche Teilinvalidität wird die Höhe der Entschädigung in Prozenten von Fr. 5000.— bestimmt, nach der dauernden Beeinträchtigung, welche die Arbeitsfähigkeit des Versicherten ohne Rücksicht auf dessen spezielle Berufsverhältnisse erfahren hat. Massgebend sind die Schätzungen der patentierten Aerzte, eventuell von Spezialärztcn. j Für den rechten Arm od. Hand Für den linken Arm oder Hand Für ein Bein im Hüftgelenk . Für ein Bein im Oberschenkel Für ein Bein im Unterschenkel und Fuss Für ein Auge Für das Gehör, einseitig . . Für das Gehör, beidseitig . Für den rechten Daumen. . Für den linken Daumen . . Für den rechten Zeigefinger Für den linken Zeigefinger . Für den rechten Mittelfinger Für den linken Mittelfinger. 60% = 50% = 60% = 50% = = Fr. 3000 = „ 2500 . „ 3000 = „ 2500 40%= = „ 2000 25% = . „ 1250 10% = = „ 500 60% = = „ 3000 20% = = „ 1000 18%= = „ 900 12%= = „ 600 8% = = „ 400 8% = = „ 400 6%= = „ 300 Für den rechnen Ringfinger. „ 6%= „ 300 Für den linken Ringfinger . „ 6%= „ 300 Für den rechten Kleinfinger . 6%= „ 300 Für den linken Kleinfinger . . 6%= „ 300 Für die Grosszehe , 8%= „ 400 Für jede andere Zehe . . . . 3%= „ 150 Bei gänzlichem Verlust oder gänzlicher unheilbarer Gebrauchsunfähigkeit nachbezeichneter Körperteile gelten folgende Invaliditätssätze: Für unheilbare Nervenkrankheiten als Folge eines versicherten Unfalles im Maximum 20%= „ 1000 Bei nur teilweisem Verlust oder nur teilweiser Gebrauchsbehinderung der vorgenannten Körperteile verringert sich die Entschädigung entsprechend. Bei gleichzeitigem Verlust oder gänzlicher unheilbarer Gebrauchsunfähigkeit mehrerer Glieder oder Organe werden die betreffenden Entschädigungsbeträge zusammengerechnet; die Gesamtsumme darf aber den Betrag von Fr. 5000.— pro Person nicht überschreiten. Geringfügige bleibende Invaliditäten, die mit weniger als 3% einzuschätzen sind, berechtigen zu keiner Entschädigung. In den vorstehend nicht genannten Fällen bleibender Invalidität ist der Invaliditätsgrad nach der dauernden und unheilbaren Beeinträchtigung zu bestimmen, welche nach ärztlichem Gutachten die Arbeitsfähigkeit des Versicherten, ohne Berücksichtigung seiner Berufstätigkeit, durch den Unfall erfahren hat. Die Entschädigung besteht in dem dem festgestellten Invaliditätsgrad entsprechenden Prozentsatz der für den Ganzinvaliditätsfall versicherten Summe. § 7. li War der Unfall nicht die alleinige Ursache des Todes oder der Invalidität, sondern haben schon bestehende Krankheitszustände oder Gebrechen oder hinzugetretene Krankheiten, die nicht erst durch den Unfall hervorgerufen sind, mitgewirkt, so wird nur ein verhältnismässiger Teil der Entschädigung t eleistet, entsprechend dem vom ärztlichen achverständigen abzuschätzenden prozentualen Anteil des Unfalles. 2. Ist der Unfall auf grobe Fahrlässigkeit des Verunfallten zurückzuführen, so reduziert sich die Entschädigung auf die Hälfte derjenigen Summe, die sonst zu zahlen gewesen wäre. anspruchs des Verletzten, sofort telegraphisch, jedenfalls aber so rechtzeitig Kenntnis zu geben (und zwar auch dann, wenn der betreffende Unfall bereits angemeldet ist), dass es der Gesellschaft möglich ist, selbst eine ärztliche Untersuchung oder die Sektion der Leiche anzuordnen. Die Angehörigen des Verletzten sind auf Verlangen der Gesellschaft verpflichtet, die Sektion der Leiche zu bewilligen, ansonst keine Entschädigungspflicht besteht. Unfälle, die eine bleibende Invalidität oder vorübergehende gänzliche Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben, sind zur Vermeidung des Verlustes des Versicherungsanspruches vom Abonnenten innerhalb 10 Tagen vom Unfall an der vorgenannten Meldestelle schriftlich anzumelden, unter Beifügung der Versicherungsbestätigung und der Abonnementsquittung für die laufende Zeit. § 10. Nach dem Unfall ist sobald als möglich auf Kosten des Verletzten bzw. der Anspruchsberechtigten ein patentierter Arzt beizuziehen und für die Wiederherstellung des Verletzten auch sonst gehörig Sorge zu tragen. Der Verletzte bzw. seine Angehörigen sind verpflichtet, dem Beauftragten der Gesellschaft den Zutritt zum Verletzten zu gestatten und dem Vertrauensarzte der Gesellschaft dessen Untersuchung zu ermöglichen. Der Verletzte ermächtigt zum voraus alle Aerzte, welche Ihn wegen des Unfalles oder wegen anderer Unfälle oder Erkrankungen behandelt haben, zur Erteilung jeder von der Gesellschaft gewünschten Auskunft. Der Verletzte bzw. die Anspruchsberechtigten sind ferner verpflichtet, der Gesellschaft auf ihr Verlangen nach bestem Wissen und Können jede von ihr gewünschte Auskunft über die näheren Umstände des Unfalles und seine Folgen, den Heilungsverlauf oder über allfällige frühere Unfälle oder Erkrankungen des Verletzten zu erteilen, sowie ihr die zur Feststellung der Entschädigungspflicht erforderlichen, Belege (ärztliche Zeugnisse usw.) einzureichen. Die Gesellschaft kann unter schriftlicher Androhung der Säumnisfolgen den Verletzten bzw. die Anspruchsberechtigten auffordern, innert einer bestimmten Frist die verlangten Angaben zu machen und die notwendigen Belege einzureichen. § 8. Ein und derselbe Unfall berechtigt immer nur zu einer der in § 5 genannten Entschädigungen, entweder derjenigen für Tod oder Die Kosten für die Arztzeugnisse über den derjenigen für Invalidität, mit der Massgabe Unfall und dessen Folgen gehen zu Lasten des jedoch, dass, wenn der Tod des für teilweise Verletzten bzw. der Anspruchsberechtigten; die Invalidität entschädigten Versicherten binnen Gesellschaft ist berechtigt, diese Kosten an den Jahresfrist, Vom Unfalltage an gerechnet, als ausstellenden Arzt oder eine von ihm bezeichnete direkte Folge des Unfalles eintritt, die Todesfallsumme, abzüglich der bereits geleisteten Betrag von der Entschädigung in Abzug zu Stelle direkt zu bezahlen und den bezüglichen Entschädigung, bezahlt wird; desgleichen wird bringen. Die Kosten der von der Gesellschaft für einen und denselben Unfall die Entschädigung, nur einmal gewährt, gleichviel, ob die gen und Gutachten werden von ihr selbst ge- veranlassten vertrauensärztlichen Untersuchun- verunglückte Person durch eine oder mehrere tragen. Abonnements der Zeitung „Automobil-Revue" versichert war. § 11. Falsche Angaben in der Unfallanzeige Bestand jedoch ein Abonnement auf die oder in den weiteren Mitteilungen über den „Automobil-Revue" mit Versicherung sowohl in Unfall sowie die Verletzung einer der in §§ 9 deutscher als auch in französischer Sprache, und 10 vorgesehenen Obliegenheiten durch den oder für eine andere Versicherungsart, so werden Versicherten bzw. Verletzten oder seine Rechtsnachfolger ziehen den Verlust der Entschädi- ohne weiteres aus jeder einzelnen Versicherung, also für jede Zeitung bzw. für jede einzelne gungsansprüche nach sich, sofern nicht die Versicherungsart, die vollen bedingungsgemässen Verletzung den Umständen nach als eine unverschuldete anzusehen ist. Versicherungssummen ausbezahlt. Werden von einem und demselben unter die Eine ohne Verschulden erfolgte Verletzung Versicherung fallenden Unfallereignis mehrere kann sofort nach Wegfall des Hindernisses durch diese Zeitung versicherte Fahrzeuge betroffen, so beschränkt sich die Deckung der nachgeholt werden. Gesellschaft im Maximum auf die Summe von § 12. Für etwaige Streitigkeiten ans dieser Fr. 50,000.—. Reicht diese Summe zu den normalen Entschädigungen nicht aus, so werden Gerichtsstand ihres Sitzes in Bern sowie den. Versicherung anerkennt die Gesellschaft den alle Entschädigungen gleichmässig herabgesetzt. jenigen des schweizerischen Wohnortes des Versicherten oder Anspruchsberechtigten. § 9. Unfallmeldungen. Tritt infolge eines Unfalles der Tod des Verletzten ein, so hat der § 13. Im übrigen gelten für diese Versicherung Abonnent der Allgemeinen Versieherungs- die einschlägigen Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Versicherungsvertrag vom Aktiengesellsehaft In Bern, Agentur H. in Ölten, beim sonstigen Verlust des Entschädigungs- 2. April 1908. (Insassenversicherung) Abonnementspreis ohne Versicherung Fr. 10.—, mit Versicherung Fr. 30.— Als bisheriger Abonnent der Ausgabe A*) Als neu eintretender Abonnent*) * bestelle ich inskünftig die Automobil-Revue mit der ihren Abonnenten bei der Allgemeinen Versicherungs-Aktiengesellschaft in Bern gewährten Insassenversicherung (Ausgabe C) für ein Jahr und das angebrochene Kalendervierteljahr gemäss den obstehenden allgemeinen Versicherungsbedingungen, von deren Inhalt ich Kenntnis genommen habe. Insbesondere ist mir bekannt, dass die Versicherung für Besitzer von mehr als 2 Personen- Wagen keine Gültigkeit hat. Im übrigen wird bezüglich der Versicherungsfähigkeit auf die Ausschluss-Bestimmungen des § 2 verwiesen. Vorläufig wollen Sie den Aufschlag für den Versicherungsbeitrag*,) Abonnementsgebühr und Versicherungsbeitrag*) bis 30. Juni 1935, ebenso die einmalige Einschreibegebühr von Fr. 2.— für die mir zuzustellende Versicherungsbestätigung per Nachnahme einziehen. Ein event. bestehendes Abonnement auf die Ausgabe B mit Unfall-Versicherung für Erwachsene wird durch vorliegende Bestellung aufgehoben. Name: Bestellschein für die Ausgabe C der Automobil-Revue Beruf und Adresse: Wohnort, Kanton: — *) Das Nichtgestrichene trifft zu.

N° 20 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE Zürche* Noiaen Pro Unfallverhütung. Die Liga der Verkehrsinteressenten des Kantons Zürich begrüsst die von Herrn M. Gassmann, Zürich, im Zürcher Gemeinderat eingereichte Interpellation, wonach dem Stadtrat beantragt werden soll, zwecks Verhütung schwerer Unfälle, wie sich ein solcher bedauerlicherweise am 5. März in der Bahnhofstrasse in Zürich ereignet hat, ein Vorfahrverbot für Motorfahrzeuge unter sich und gegenüber der fahrenden Strassenbahn an der Bahnhofstrasse und am Limmatquai in Zürich zu erlassen. _ Die Kant. Strassenverkehrsliga hat sich schon wiederholt für ein solches Vorfahrverbot ausgesprochen, da sie der Ueberzeugung ist, dass dadurch ein Wesentliches zur Unfallverhütung in diesen stark frequentierten Hauptstrassen Zürichs beigetragen werden kann. Sie ist zudem der Auffassung, dass dem für die Bahnhofstrasse erlassenen Stationierungsverbot für Fahrzeuge in vermehrtem Masse nachgelebt werden sollte, damit die Verkehrsabwicklung reibungsloser und sicherer gestaltet werden kann. Die Zürcher Kant. Strassenverkehrsliga und die ihr angeschlossenen Verbände verurteilen alle Exzesse und Rücksichtslosigkeiten im Strassenverkehr und setzen sich seit Jahren bewusst für die Hebung der Verkehrsdisziplin und Verbesserung der Verkehrssicherheit ein. A. C. S. SEKTION BERN. Einladungen. Die zweite März-Hälfte steht im Zeichen des Winterausklanges. Am 18. März zeigt Herr Robert Sulzer aus Wintertbur im Hotel Schweizerhof seinen Reisefilm von den Sunda-Inseln, wovon sich die Sektion die beiden Rosinen Java und Bali reservieren liess. Dem Film geht ein ausgezeichneter Ruf voraus. Kenner des malaiischen Archipels bezeichnen den Sulzer'- schen Bilderbericht als ein wertvolles Dokument, das den üblichen Kulturfilmen würdig zur Seite gestellt werden darf. Als Novum an einem Amateur- Filmvortrag sei die Wiedergabe von Eingeborenen- Musik auf Sehallplatten erwähnt. Die Inseln Java und Bali gehören zu den schönsten holländischen Besitzungen. Obschon in erster Linie auf den Export von Kaffee, Zucker und Reis eingestellt, sind es nicht wenige Touristen, welche den landschaftlichen Reizen wegen den Weg nach dorthin nehmen. Besonders Bali ist im Begriffe, sich zu einem Fremdenland zu entwickeln und dem Märchenland Hawai die Stirne zu bieten. Die Büderfolge des Wjnterthurer Industriellen dürfte viel Interessantes bringen und die Zuschauer speziell mit den wunderbaren javanischen Strassen bekannt machen. Für die am 30. März stattfindende ordentliche Generalversammlung ist die Propaganda-Kommission weiterhin eifrig bemüht, den üblichen geselligen UnterhaJtungsteil so abwechslungsreich als möglich zu gestalten. Näheres hierüber wird auf dem Zirkularweg und durch den Chronikteil der A. R. zur Kenntnis gebracht. h. T. C. S. Autosektion Aargau. Protokollauszug über die erste Sitzung des Vorstandes pro 1935: 1. Nach Verlesen des Protokolls, das genehmigt wird, werden neu in die Sektion 26 Automobilisten als Mitglieder aufgenommen. 2. An diejenigen Automobilisten, die Mitglieder für die Sektion werben, soll eine Anerkennung für die Werbetätigkeit zugebilligt werden, und zwar in Form einer Tasse oder eines Bierbechers. Der Vorstand wird sich hierfür noch Muster vorlegen lassen. 3. Der Eintrittspreis, der für gemeinnützigen Zweck anlässlich des Unterhaltungsabends bestimmt war, macht Fr. 35.— aus. Er soll dem Sanatorium Barmelweid überwiesen werden. 4. Das vom Zentralsekretariat in Genf entworfene Werbeformular soll mit der entsprechenden Abänderung auch für die Sektion Aargau verwendet werden. 5. Der Termin für den Vortragsabend von Dr. Tilgenkamp Über: «Im Freiballon von Warschau nach Leningrad und Erlebnisse in Russland» wird auf den 18. Mära festgesetzt. Ort: Bären, Suhr. Zeit: Abends 8 Uhr. F E U I L L E T O N Fortsetzung von Seite 1. Hüte dich, Vöglein, sonst wirst du gefangen, Väterchen ist auf die Jagd gegangen. Tatsächlich, Väterchen war auf die Jagd gegangen. Die durchtriebene Annie. Mit aller Schlauheit eines niedrigen Gehirns erfasste sie, dass man auf den Namen achthaben musste. Der Name « Annie Pogany > musste verschwinden. Wie die Flamme einer Kerze, wenn man sie mit Wasser begiesst. Das war leicht genug. Und selbst wenn man auch unverschämt war in dem Gefühl der Sicherheit, riet einem doch Schlauheit, dass man das «Annie» sogar beibehalten könnte, als Maske. Annie wie ? Sie fand nirgendwo ein Wort, das sie sich hätte vorschlagen können, bloss an einer hölzernen MülMste. «Marke Sargossa.> Annie wie? «Sonngereifte Tomaten. Marke Sargossa.» Annie Sargossa. Das wird gehen. Aber die Wahl eines Namens für Joan war doch etwas anderes. Die Tage wurden zu Wochen und die Wochen zu Monaten während der Zeit, da Annies Ersparnisse reichten. Und immer, wenn sie nicht mit dem Kinde auf den Strassenmarkt einkaufen ging, sass sie da, die meisten Tage hindurch, unordentlich angezogen, und hielt Joan gegen den Schmerz in ihrer Brust gepresst. Und noch immer konnte sich Annie keinen Namen für Joan ausdenken. Keinen Namen, der ausdrucksvoll genug gewesen wäre für die merkwürdige dunkelperlige Schönheit. Und Annie wollte einen solchen Namen für ihr Besitztum. Keinen von den wenigen, die ihr geläufig waren. Keineswegs Annie. «Miss Autosektion St. Gallen-Appenzell. Im Verlauf des letzten Jahres fand im Grossratssaal St. Gallen eine vielbeachtete Konferenz des kantonalen Polizeidepartements mit den Verkehrsverbänden statt. Zweck dieser Konferenz war, Mittel und Wege zu finden, um die erschreckend anwachsenden Verkehrsunfälle auf ein Minimum herabmindern zu können. Die Unfallzahlen des Straseenverkehrs im Kanton St. Gallen des Jahres 1934 liegen nun vom Eidg. Statistischen Amt verarbeitet vor und zeigen bedauerlicherweise, dass das Jahr 1934 wohl das Rekordjahr der Strassenverkehrsunfälle im Kanton St Gallen darstellt. Von den total 853 Unfällen (im Vorjahre 768) brachten 361 nur Sachschaden, 349 hatten aber dazu noch Per» sonenVerletzungen im Gefolge, 110 Unfälle beruhten lediglich auf Personenverletzung, und bei 33 fehlen die Schadenangaben. Nach der Zahl der verletzten Personen trifft es in erster Linie mit 254 Personen die Fahrer der verschiedenen Motorfahrzeuge selbst. Die Zahl der verletzten Mitfahrer beträgt 88. Fussgänger wurden 174» verletzt, wovon 74 Kinder. Die Zahl der Getöteten beträgt 37 (im Vorjahr 26), wovon 17 auf die Fahrer selbst, 3 auf die Mitfahrer und 17 auf Fussgänjer entfallen (davon 8 Kinder). Die grosse Zahl der verletzten und getöteten Fussgänger und Kinder zeigt, dass vermehrte Aufklärung und Verkehrserziehung nach dieser Richtung unbedingt notwendig ist. Selbstverständlich liegt ein Grossteil der Unfall- Ursachen auch beim Fahrzeugführer, denn durch Unvorsichtigkeit, Kopflosigkeit, zu schnelles Fahren, Benützung der falschen Strassenseite, unvorsichtiges Einbiegen und Kreuzen ist eine erhebliche Anzahl Schadenfälle verursacht worden. Es ergeht neuerdings an unsere Mitglieder der Mahnruf: «Fahre "vorsichtig! » Der Sektionsvorstand hat in einer der letzten Sitzungen beschlossen, die Bestrebungen der Behörden für die Sicherheit auf der Strasse mit allen Kräften zu unterstützen. Zu diesem Zwecke soll der schon seit einigen Jahren eingeführte Meldedienst, mit welchem wir in letzter Zeit gute Erfahrungen gemacht haben, weiter ausgebaut werden. Wir wünschen die Mitarbeit aller unserer Mitglieder. Nicht nur Geschwindigkeitsübertretungen, sondern überhaupt alle Verkehrsgefährdungen, wie z. B. unkorrektes Vorfahren hei Strassenkreuzungen, in Stras- «enkurven, Kurvensohneiden, Nichtvorfahrenlassen etc. sollten dem Sektionssekretariat (Waisenhausstrasse 15, St. Gallen), woselbst auch gedruckte Meldeformulare erhältlich sind, gemeldet werden. ORTSGRUPPE ST. GALLEN-STADT. Ein grosser Wunsch der Kommission ist, dass der Besuch des Stammtisches jeweils Mittwochabend im Hotel Hirschen ein recht guter wird. Grund und Ziel dieser wöchentlichen, ungezwungenen Zusammenkunft soll das gegenseitige, persönliche Kennenlernen von möglichst vielen Mitgliedern sein. Gedanken-Austausch in touristischen oder technischen Angelegenheiten. Jasser finden immer tüchtige Partner. Ja, sogar ein Kegelclub soll aus der Taufe gehoben werden. T. C. S.ler, kommt in Scharen und bringt Kameraden mit. Je grösser der Aufmarsch, um so gemütlicher unsere Stammtischgesellschaft. AUTOSEKTION ZÜRICH. Rosso e nero. Unter diesem Motto, das allerdings keinem Klassiker entnommen sworden ist, stand das diesjährige" Jabfes-^ fest der Sektion Zürich des T. C. S. Auch die Fassade des Grand Hotels Dolder, das seine gastlichen Räume diesem lustigen Karnevalsulk zur Verfügung stellte, war nicht schwarz-rot. Aber drinnen empfing einem ein Farbenwirrwarr, und auch der mit Farbenblindheit Geschlagene (Automobilisten dürfen das von Gesetzes wegen ja nicht sein) konnte die Brennpunkte dieser lebenden Palette, schwarz-rot in kunterbuntem Trubel, erkennen. Natürlich hatten die Damen den besseren Teil erwählt; ihnen stand die purpurne Toga mit der gleichfarbigen Halbmaske entzückend. Ernster und gesetzter wirkten die Herren im gleichen kohlrabenschwarzen Habit. Und irgendwie atmeten die Räume venezianische Herrlichkeit. Dominos unter sich! Gegen 700 Personen mochten sich zu frohem Tun eingefunden haben; der T. C, S. hat einmal eine fastnächtliche Note der sonst üblichen geographischen vorgezogen und damit keinen schlechten Griff getan. Das äussere Kolorit der Veranstaltung lag in den Händen der Sektionskünstler Buchmann und Lizzie» war der Name einer Haushälterin der Redfern-Besserungsanstalt gewesen, die einmal lieb zu ihr war. Aber «Lizzie» würde kaum etwas sagen. «Mary» war der Name eines Mädchens, das in einer Wäscherei neben ihr gearbeitet hatte. Ein lieber Name, aber das Mädchen selbst war schrecklich gewesen, sie hatte Schwären im Gesicht. «Bella> war ein Name und «Ida». Eine Miss Daisy, für die sie einmal den Boden in einem Speisezimmer aufwaschen musste, pflegte ihr rosa Pfefferminz zu schenken. Aber nein, nicht «Daisy»... Es gab eine Blume... Arme Annfe mit dem längsam arbeitenden Gehirn. Es war so schwer; sich an manches zu erinnern. Aber es gab eine Blume, die sie an die Art ihres Besitztums erinnerte, hier iri dem Grau dieses Zimmers, leuchtete irgendwie hartnäckig. Nichts schien dieses Leuchten dämpfen zu können. Weder die dicken grauen Wollstoffe, mit denen Joan bekleidet war, noch der schmutzige Holzboden, auf dem sie spielte, noch der Russ dieser Zinskasernen. Sie konnte sich mit den italienischen Kindern aus der Prince Street herumwälzen, sich mit den schrägäugigen orientalischen Kindern aus der Mott Street herumtreiben, in diesen furchtbar schmutzigen Höfen, und schien doch deren Schmutz sichtlich nicht anzunehmen. Annies Besitztum behielt in einer Welt von Kindern mit schmutzstarrenden Gesichtern seine reine Haut. Diese wunderbare Unberührtheit! Dieser natürliche Adel in einer feindlichen Umgebung. Eine Blume- Tag für Tag, Nacht um Nacht, wenn Joan auf der Matratze neben ihr. lag bei dem geängstigten und gequälten Schlag, ihres Her-i zens, versuchte Annie sich zu erinnern« j Gysier; was diese beiden Tausendsassas mit Pinsel, Scheren und farbigem Papier zuwege gebracht haben, ist allerhand, ist, wenn auch nur für einen Tag bzw. Nacht berechnet, Kunst. Wehe, wenn einer die Maske vorzeitit lüftete Und wäre es auch nur triefender Augen wegen geweBen. Gleich stand ein Häscher hinter ihm, packte ihn sachte, aber bestimmt am Arm und übergab ihn dem goldenen Kerker. Gegen ein Lösegeld von einem Franken wurde er dann bedingt, aber immerhin mit Verdacht entlassen. Gerechtigkeit muss sein, und deshalb ist es auch begreiflich, wenn das Hauptkontingent der Gefangenen aus Damen bestand. Uns schwachen Männern ein Trostt An Orchestern wurde nicht gespart. Die famose Dolder House Band erfüllte die grosse Halle mit ihrem ausgezeichneten Jazz; in der Rosso e nero-Bar aber ging's mehr nach Stimmung des Sentiments. Und was unten keinen Platz mehr hatte, hospitierte im grossen Saal, allwo ein Studentenorchester ballweisend konzertierte. Schiessbuden und sonstigen Ulk fand man die Fülle; ganz ausgezeichnet aber waren die 46 Nummern, die von Künstlern der Kabaretts « Blitzlicht •, « Metropol », « Rothaus » und € Wolf» geboten wurden. Die Conferenciers Wolf und Hoppe machten Blödsinn am laufenden Band; sie kultivierten direkt geistreichen Blödsinn. Und um Mitternacht herum fielen die Masken. Da stand man sich wieder mit nacktem Gesicht Auge in Auge und Zahn in Zahn, und freute sich dessen, was einem der karnevalistisch infiltrierte Abend alles geboten. Und noch etwas: Die Stimmung kam langsam, aber bewusst. Und auf ihrem Höhepunkt war sie derart gut, dass man schied mit dem Bewusstsein, einen guten Abend in guter Gesellschaft verbracht zu haben. Möge dieser Erfolg den Veranstaltern eine Entschädigung für ihre Mühe und Arbeit sein. hrb. s «Jen Verbänden Zürcher Strassenverkehrsliga, Die Anwesenheit von 27 Delegierten von 15 verschiedenen Verbänden an der Generalversammlung der Liga der Verkehrsinteressenten des Kantons Zürich am 27. Februar in Zürich zeugt wohl von der Bedeutung der zur Diskussion stehenden Traktanden und dem Interesse der Verbände an den sich gegenwärtig bietenden Verkehrsfragen. Leider musste die Versammlung von der Demission ihres langjährigen Präsidenten Herrn W. Wichmann, Zürich, Kenntnis nehmen, dessen grosse Verdienste um die Kantonale Strassenverkehrsliga und das zürcherische Verkehrswesen besonders gewürdigt und verdankt wurden. Für die vorgesehene Neuorganisation der Liga wurde ein Arbeitsausschuss, bestehend aus den Herren Marzohl (Präsident), Heinr. Hürlimann, einem Vertreter des TCS, der noch zu bezeichnen ist, R. Hafner und C. Burk mit der Ausarbeitung eines neuen Statuts beauftragt, das einer nächsten Generalversammlung zur Beratung vorzulegen ist Man will mit dieser Neuorganisation der Liga eine straffere Organisation geben. Der Vorschlag für die Durchführung einer Verkehrswoche in Zürich und Winterthur durch die Kantonale Strassenverkehrsliga in engster Zusammenarbeit mit den kantonalen und städtischen Behörden begegnete allgemeiner Zustimmung. Ein spezieller, aus je einem Vertreter der Verbände zusammengesetzter Ausschuss soll die Durchführung der Verkehrswoche an die^Hand nehmen. Zugestimmt wurde ebenfalls dem Vorschlag für Einsetzung einer gemischten Kommission für Unfallverhütung. Man war sich bewusst, dass ein planmässiges, kontinuierliches Vorgehen zur Hebung der Verkehrssicherheit und Verbesserung der Verkehrsdisziplin unerlässlioh ist, wenn der zunehmenden UnfailJgefahr wirksam begegnet werden soll. Ein Arbeitsausschuss, bestehend aus den Herren* W. Badertscher (Präsident), einem noch zu bezeichnenden Vertreter des TCS, C. Kuoni, C. Burk, H. Haldemann und Dr. W. Dörflinger soll bis Ende März ein Arbeitsprogramm für diese gemischte Unfallverhütungskommission aufstellen, welche sich aus Vertretern der zuständigen kantonalen und städtischen Behörden, den Versicherungsgesellschaften und allen an der Unfallverhütung interessierten Verbänden zusammensetzen eoll. Von der Bestellung eines Aktionskomitees für die Alpenstrasseninitiative und den Kampf gegen eine Benzinzollerhöhvmg wurde vorläufig noch abgesehen, indem vorerst die Reorganisation d«r Strassenverkehrsliga abgewartet werden solL Dabei Eine Blume... Die aus dem Fensterbrett im Speisezimmer bei den Herricks. Diese creme- und malvenfarbene, die in dem heimischen Beet mit Feuerblumen und Geranien. Dieses exotische Ding, das nicht dorthin gehörte. Dieses exotische Ding, das sich doch hartnäckig erhielt. Mehr als einmal hatte Annie Mrs. Herrick von diesem Wunder ihren Freunden erzählen hören, und an dem Tage des Dinners hatte Mrs. Herrick ihr den Namen zornig und klar genannt. • Diese Blume — diese Blume. Wochen um Wochen versuchte sie sich des Namens zu erinnern. An der Ecke war ein Kurzwarengeschäft, in dem Blumensamen verkauft wurden. Der Gehilfe las ihr die Namen vor. Stiefmütterchen. Verbenen. Feuerblumen. Kresse. Nein. Nein.. Nein. Nicht einer war der Name der Blume, die so wunderschön war in dem grüngestrichenen Fensterbeet des Herrickschen Speisezimmers. Annie fieberte im Versuch, sich zu erinnern, durch Tage und halbe Nächte. Diese Blume... Diese Blume... Und dann, an einem Abend, durch den lächerlichen Anklang an Orangen, die sie für Joan kaufte, tauchte der Name plötzlich in ihrem Gedächtnis auf. Der Vokal «O» in dem Worte musste sie darauf gebracht haben. Orchidee! So hiess die Blume. Das war der Name der Blume, die wegen ihrer hartnäckigen Zartheit sie immer mehr und mehr an die malven- und cremefarbene Schönheit Joans erinnerte. Orehid. Und so geschah es, dass Orehid Sargossa der. Name des kleinen Mädchens wurde, als irutdre mit aller Schärfe gegen die in Aussicht genommene Benzinzollerhöhung Stellung genommen. Einer anregenden Diskussion rief die Stellungnahme zu den im April stattfindenden Regierungsrat- und Kantonsratswahlen. Grundsätzlich war man sich darüber einig, dtae bei diesen Wahlen die Interessen der Strassenverkehrsverbände und deren' Mitglieder energisch gewahrt werden müssen. Der neu bestellte Arbeitsaussohuss wird die nötigen Vorkehren rechtzeitig treffen und den Verbänden die nötigen Instruktionen zukommen lassen. V Veranstaltungen. • Gvniralversammlum der Schwelzerischen Gesellschaft der Motorfahrer-Offiziere. Am letzten Sonntag fand in Bern anschliessend an den Dienstrapport der iMotorwagentruppe, dessen Hauptreferat auf Seite 1 wiedergegeben ist, die ordentliche Generalversammlung der Schweizerischen Gesellschaft der Motorfahrer-Offiziere statt. Die Versammlung wurde durch den Zentralpräsidenten, Oberstleutnant Demmer, geleitet und zeigte einen Aufmarsch von annähernd 200 Offizieren. Aus dem Jahresbericht ging hervor, dass die Vereinigung wieder eine erfreuliche Weiterentwicklung zu verzeichnen hat. Während der Mitgliederbestand im letzten Jahr 181 Offiziere betrug, beläuft er sich heute auf 240 Mitglieder, wovon 52 Offiziere auf die Gruppe des I. Armeekorps, 100 Offiziere auf die Gruppe des II. Armeekorps und rund 90 Offiziere auf die Gruppe des III. Armeekorps entfallen. In allen drei Gruppen wurde erspriessliohe Arbeit geleistet. Kennzeichnend für die Entwicklung ist vor allem der engere Zusammenscbluss in Ortsgruppen und deren Erstarkug, wo sie schon bestanden, eine* Entwicklung, der durch neue, in Ausarbeitung begriffene Statuten Rechnung getragen werden soll. An grösseren, ausserdienstlioh durchgeführten Anlässen sind vor allem die Traversierung des Scheltenpasses durch die Ortsgruppe Basel, die am 20. Januar bei Minus 30 Grad Temperatur und Schneehöhen bis 90 cm durchgeführt wurde und ein Vortrag von Major Gehrist über Heere&motorisiemng und Tanks zu erwähnen. Die Armeekorpsgruppe I hat sich hauptsächlich durch die Förderung der Motorfahrer-Vereinigungen verdient gemacht. Ein neuer MilitärMotorfahrer-rVerband wurde dank der Unterstützung der III. Armeekorpsgruppe auch in Graubünden gegründet, womit nun fünf solche Verbände bestehen, nämlich in den Kantonen Genf, Waadt, Aargau, Luzern und Graubünden. Weitere lokale Motofahrer-Verbände sind in Zürich und St. Gallen im Entstehen. In das Berichtsjahr fällt ferner die Bereinigung der Akten der Unterstützungskasse der Motorwagentruppe. Das Vermögen dieses Fonds beträgt 21 687.65 Franken. Der Abteilung für Kavallerie wird demnächst eine Eingabe zur Prüfung unterbreitet, dahingehend, es möchte den Sektionen oder Ortsgruppen anlässlich abzuhaltender außerdienstlicher technisch-taktischer Uebungen oder zweckdienstlicher Versuche die Betriebsstoffe zu" einem ermässigten Preis abgegeben werden. Die an der letzten Generalversammlung beantragte Unterstützung der Motorfahrer-Offiziere in der Haltung dienstlich brauchbarer Personenwagen hat bereits zu einem Vorschlag der Abteilung für Kavallerie geführt, den die Gesellschaft im Prinzip begrüssen kann. Die Weiterverfolgung dieses Projektes dürfte bestimmt zu den gewünschten Erleichterungen führen. Der Zentralvorstand hat vor Ablauf der Amtsperiode in seiner Besetzung eine Aenderung erfahren. An Stelle des zurückgetretenen bisherigen Adjudanten würden Major Gehrig als Quästor und Hauptmann Mäthys als Aktuar gewählt. Die Beschlusefassung über die Annahme der neuen Statuten welche an Stelle der bisherigen «Armeekorpsgruppen> 3 neue regional eingeteilte «Sektionen» und als Unterabteilungen zu diesen die «Ortsgruppen» vorsehen, wurde auf das nächste Jahr verschoben, da die Gruppe des III. Armeekorps neue Wünsche anzubringen hatte. Dagegen wurde von der Versammlung das Projekt eines Besuches der Renault-Werke im Mai allgemein begrüsst Am anscMiessenden Bankett verwies der Zentralpräsident mit Genugtuung auf die immer zunehmende Bedeutung, die dem Motorwagendienst in der neuen Truppenordnung zugewiesen wird und stellte mit besonderer Freude fest, da«s Oberstdivisionär Labhart als neuer Waffenchef der Kavallerie zugleich auch Chef der Motorwagentruppe geblieben ist m. es Zeit war, sie mit den Kindern der Nachbarschaft bekannt zu machen, ihren Namen auf den Aufnahmsschein für die Schule und die Gesundheitszeugnisse zu setzen. Ein kleines Mädchen, das sicherlich etw^s Eigenartiges an sich hatte, etwas Exotisches in der Farbe, wenn man es überhaupt aus den Tausenden ringsum herausfand. Es ist unwahrscheinlich, dass Orehid, sogar in dem Schmutz der Tage ihres Kleinmädchentums, ein unglückliches Kind gewesen sein konnte. Keinesfalls für jene erste Zeit, als Annie ein Teil der Umgebung war, die für sie die ganze Welt bedeutete. Ihr. Universum wurde eingeschlossen von der Prince Street, Mulberry und Mott. AJle Kinder hatten eine Nana wie sie, nur die Ravioilas nicht, deren Mutter starb, und die dann alle, elf Kinder, ins Waisenhaus geschickt wurden. Sonst schienen alle Nanas ziemlich gleich. Die wettergebräunten und arbeitsgebeugten Weiber; Orehid sah dies aber nicht, denn ein Gesetz der Prince, Mulberry und Mott Street schien zu besagen, dass alle Nanas so aussehen müssen. Nana sorgte sich nie darum, ob Orehid barfuss ging oder nicht. Aber, wenn in den leblosen dunstigen Julitagen die Kinder dieser Zinskasernen nackt auf den Feuerleitern und den flachen Dächern lagen, konnte Orehid es niemals ertragen, ihr Fleisch in eine direkte Berührung mit dem schmutzigen Boden zu bringen. Das Fleisch ihres Jungen Korpers Blieb inmitten dieser schmutzigen anspruchslosen Körper fest und kühl, indem sie das Leitungswasser über sich rinnen liess, als wäre sie ein kleiner rundlicher Marmorbäock. (Fortsetzung im eAatler*Feierabend»J