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E_1935_Zeitung_Nr.020

E_1935_Zeitung_Nr.020

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*g. Bereits naben die "eidg.'Räte über zwei wichtige Punkte ßesfihluss gefasst, nämlich das Gesetz über die Ergänzung der Ausrüstung und Bewaffnung, wonach' 82 Millionen für die Anschaffung von Kriegsmaterial (LMQ, MO, MÜW, J-K, Geb. Gesch., Mot. Kan., und Flugz:) bewilligt wurden (21. Dezember 1933) und das Gesetz über die Verlängerung der Unterrichtskürse, Wonach die Dauer dieser Kurse bei verschiedenen Waffen, besonders bei der Infanterie, verlängert werden sollen. Der letzte Markstein, die Truppenordnung, fehlt noch, ist aber schon seit längerer Zeit bei den interessierten Stellen in Arbeit und soll »Ende dieses Jahres herauskommen. Endlich, als'letzte Etappe, soll eine Aenderung in der Organisation des E.M-D. vorgenommen werden," und zwar in dem "Sinne, dass das Departement bereits im Frieden so organisiert ist, dass es ohne wesentliche Reibungen und Umstellungen in die Kriegsorganisation übergeführt werden kann. Im Jahre 1914 rückte unsere Infanterie nur bewaffnet mit dem Gewehr-ein; Alle Infanteristen waren Füsiliere. Inf Verlauf des Aktivdienstes und nachher erhielt die Infanterie : 1 fahrende Mitr.Abt. der Division, 1 Mg: Kp. des Bat. mit 9—12 Mg.,' Lmg. der Kpn. Nun sollen diese Waffen noch weiter ver-i mehrt werden und die Minenwerfer und Infanteriekanohen 1 dazukommen.; • Die Kavallerie' rückte 1914 als reine Reiterorganisationen, -••zusammengefasst.. in Abteilungen, Regimenter und 'Brigaden zum Aktivdienste ein. Bewaffnet war der Dragoner mit dem Karabiner, und. die MitSehw. besass das Mg; - Die Organisation der damaligen 4 Kav.Brigäden mit den Mitr.Schw. war zu-jener Zeit erstklassig und durfte sich neben den Truppenkörpern der Kavallerie der kriegführenden Staaten, sehen lassen. Seither hat sich die Organisation im Gegensatz zur Entwicklung der - Infanterie nur wenig geändert. Es rührt das zum grössten Teil daher, dass nach Abschluss der ersten Kämpfe im Weltkrieg; mit-Ausnahme einiger Kriegsschauplätze; der Kavallerie rein infanteristisehe Aufgaben übertragen wurden. Die Bedeutung der Kavallerie, trat dadurch gegenüber den-andern Waffen zurück, besonders gegenüber der Infanterie und Artillerie, deren Bewaffnung eine gewaltige Entwicklung erführ. Heute ist das Leitmotiv der Kriegiührung Schnelligkeit Dai- gilt 'inskünftig nung' 'der Feindseligkeiten' Und^ für" unser LanS 'mit seinen weit ;; gespannten Grenzen ganz- besonders.' In-den 'uns umgebenden Staaten Wurde rasch erkannt,'dass- es der Reiterei nicht mehr möglich ist,- die für den Kampf erforderlichen schweren Waffen r mit sich zu führen. Auch die' Radfahrer 1 sind in dieser Beziehung' eingeschränkt.- Es musste, also ein anderes Transportmittel herangezogen werden; das ist'das Motorfahrzeug, das sich seit dem Kriege in- ungeahnter Weise' entwickelt Hat. • ' ' • •• • - •' So haben sich denn vor allem Frankreich und England ' schon frühzeitig entschlossen, 1 den r Kavalleriekörpern' schwere --Waffen auf Motorfahrzeugen beizugeben, trotzdem diese Zuteilung wegen "den- verschiedenen Geschwindigkeiten -die Führung ganz erheblieh erschwert. - ' " r i i -• Die materielle Ausrüstung • der Heere der uns umgebenden- Staaten* zwingt lins, diesen Schritt ebenfalls zu tun,'wenn "wir einem Gegner nicht' von vorneherein unterlegen > sein wollen. Wir müssen die Lösung entsprechend 'der; * Eigenart unseres Landes und unseres Milizheeres' suchen und nur- das von fremden•! Armeen übernehmen, was für uns brauchbar ist: und unsere finanziellen und materiellen- Mittet nicht übersteigt; Ich bin überzeugt^ dass das Bewusstseinder gegenwärtigen Unteriegenheü .unserer, Kavallerie ift der Bewaffnung viel dazu beigetragen hat, einen gewissen Unmut auszulösen,-wie er in den letzten Jahren in Erscheinung trat. Unsere Pflicht ist deshalb, die Kavallerie neuzeitlich auszurüsten, und zu organisieren, damit dieses Gefühl, das bei keinem Soldaten aufkommen darf, verschwindet.iDer letzte Trompeter muss däs< Bewusstsein haben,, das* er ein ganzer Kerl* und jedem Gegner gewachsen ist. » . . Die R. S. I und II der Kavallerie» der Radfahrer und der M. W.-Truppe sind zeitlich dieses Jahr so angesetzti dass gegen Schluss derselben gemeinsame Uebungen stattfinden können. Die Uebungen sollen, ungefähr acht Tage dauern und vor allem Aufschluss geben über die Zusammensetzung, Führung und Verwendung der Aufklärungs-Abteilung der neuen Feld- und öeb.-Div. Es ist' nun vorgesehen, dass die ersten Uebungen mit den 3 Rekrutenschulen vom 25. März bis 5. April in der Gegend vonLangenthal, Sursee oder anderswo abgehalten werden. Diese Uebungen haben vorbereitenden Zweck! Es sollen die nötigen Erfahrungen über die Zusammensetzung der Aufklärungs-Abteiluhg, deren Verwendung und' die Die Versicherung der nächsten Angehört' gen gegen Unglücksfälle beim Automobilfahren ist ein Gebot der Klugheit und der Voraussicht. Bekanntlich sind weder der Lenker (Halter) noch sein Ehegatte oder die Blutsverwandten in der gesetzlichen Haftpflichtversicherung inbegriffen. Wohl besitzen die meisten Automobilbesitzer eine auch das Auiomobilfahren umfassende private Unfaßversicherungspolice; die Erfahrung hat'aber die Ausdehnung des Versicherungsbereiches auf sämtliche Familienglieder als dringende Notwendigkeit erscheinen lassen. Hierbei hat sich die Abonnentenversicherung, die wir unlängst auf Wunsch zahlreicher Leser auch für die «Automobil-Revue» einführten, nur in den Fällen als zweckmässig erwiesen, wo der Besitzer oder Fahrer noch keine eigene Unfallpolice besitzt, da neben ihm nur noch eine einzige Person mitversichert werden kann. Die noch in Betracht kommende Einzelversicherung der übrigen Mitfahrer scheidet aber schon wegen dem Kostenpunkt aus. Die Lösung des Problems bringt nun unsere mit der Allgemeinen Versicherungs-Aktiengesellschaft in Bern getroffene Insassenversicherung für Erwachsene und Kinder. Um es gleich vorweg zu sagen: Die nach gründlichen Studien gefundene Form stellt eine die Interessen der Versicherten in grosszügiger Weise wahrende Lösung dar. Vor allen Dingen sind alle jene Formalitäten und Einschränkungen beseitigt, deren Ausserachtlassung den Versicherten Nachteile bringen könnte. Grundsätzlich soll der Fahrgast zu jeder Zeit in und ausser Landes als versichert gelten; Voraussetzung hierzu soll bloss der Abschluss der in Verbindung mit dem Abonnement der «Automobil-Revue-» möglichen Insassen-Versicherung sein. Zunächst bedarf es keiner besondern Nennung der ja stets wechselnden Mitfahrenden. Wer. sich im Automobil des Abonnenten befindet, gilt ohne weiteres als versichert. Eine Beschränkung auf eine Maximalzahl der Versi^ cherten besteht nicht. Aber auch das Äutö' mobil des Abonnenten wird in der Versicherungsbestätigung nicht besonders benannt, es besteht also bei Handänderüng keine Gefahr, vorkommenden Falles der Versicherungssumme verlustig zu, sehpih^nur^1^^ es unterlassen. Wurde, den neue'ft-WagSn zur Eintragung auf der Versicherüngsbestätlgang vormerken zu lassen. Attcff'wird'" dürt;*-wo' .zwei Personenwagen im gleichen Besitz stehen, nicht untersucht, mit welchem der beiden Wagen die Fahrt ausgeführt worden ist, wie es auch gleichgültig ist, ob der Wagen des versicherten Abonnenten von ihm oder 'von einer andern Person gesteuert wird. In Anbetracht der weitgehenden Risikodeckung durch unsere Insassen-Versicherung, ist der Abschluss eines Abonnements nach event. unserer neuen Ausgabe C an einige wenige Voraussetzungen gebunden. Sie ^ergeben sich jedoch aus der Natur der.Säche selbst So können Unternehmungen für ge-' werbsmassige Personenbeförderung (für die ja besondere Versicherungen vorgeschrieben sind) nicht an unserer für Private und Geschäftsleute bestimmten Institution, teilnehmen, ebenso nicht Besitzer von mehrxilst Personenwagen., Letzteres aus dem Örün0 nicht, um die Prämie für dpi Gros de? Automobilisten, das ein, - höchstens zwei Fahrzeuge sein eigen nennt, nicht unnütz zu belasten. Dass die Versicherung bei Benützung fremder Wagen keine Gültigkeit besitzt, ist eine Vorschrift zur Verhütung von Missbräuchen und übrigens im Charakter der Institution als Insassen-Versicherung begründet. Ohne weiteres verständlich ist auch die Abhängigkeit der Versicherung vom Vorhandensein des Fahrausweises für Wagen und Lenker. Ein event. bestehendes Abonnement der Ausgabe B (gewöhnliche Unfallversicherung für 2 Erwachsene) wird bei der Bestellung vorliegender Insassen- Versicherung (Ausgabe C) aufgehoben. Befehlsgebung gewonnen werden. Die Motorfahrzeuge, einschliesslich der Panzerwagen, werden gestellt, aber nur zum Teil mit Waffen ausgerüstet und im Kampf eingesetzt. Die Uebungen am Ende der R. S. II sollen mit einer kriegsstarken Aufklärungs-Abteilung vorgeführt werden; sie sollen also mehr definitiven Charakter haben. An diesen' Uebungen werden auch die Offiziere des taktischen Kurses II der Kavallerie und alle abkömmlichen Instruktionsc-ffiziere teilnehmen. Der Kurs ist demgemäss als Einführungskurs in die neue Taktik, die Taktik der verbundenen leichten. Waffen, zu betrachten. Gleichzeitig mit diesen Versuchen ist die Organisation von 3—4 leichten Brigaden zu prüfen. Es muss in allen Einheiten der Aufklärunes- AUTOMOBIL-REVUE 1935 - W» 20 XII. Internationale Automobnund Fahrrad-Ausstellung 1935. Unsere Insassen-Versicherung Entschädigungssummen und Versicherungsbeitrag. , Nach § 5 der hiernach vollinhaltlich abgedruckten allgemeinen Bedingungen sind die Entschädigungen wie folgt festgesetzt: «Die Versicherungssummen betragen pro Person: Fr. 5000 im Todesfall für Erwachsene; für Kinder unter 5 Jahren werden die effektiven Beerdigungskosten (Maximum Fr. 1000) vergütet. Bis Fr. 5000 im Invaliditätsfall für Erwachsene und Kinder. Für ein und dasselbe Uniallereignis des gleichen Fahrzeuges werden höchstens 15,000 Franken vergütet; übersteigen die bedingungsgemässen Ansprüche, diesen Betrag, dann werden alle Entschädigungen verhältnismässig gekürzt.» Da die Zahl der Verletzten bei Autounfällen erfahrungsgemäss selten 3 übersteigt, so kann praktisch in den meisten Fällen mit einer Entschädigung von 5000 Fr. pro Person im Todes- .oder Ganzinvaliditätsfall gerechnet werden. Die bei Unfallversicherungen in Verbindung mit einem Zeitungsabonnement allgemein übliche Katastrophenlimite ist auch hier auf Fr. 50,000 per Ereignis festgelegt (§ 8, Abs. c der allgemeinen Bedingungen). Für diese Versicherung und ihre oben ausführlich beschriebene Anwendung beträgt der jährliche Versicherangbeitrag nur 20 Fr., wobei zu berücksichtigen ist, dass auch Fälle teilweiser Invalidität berücksichtigt sind und Kinder über 5 Jahren hinsichtlich Todesfall und Invalidität den Erwachsenen gleichgestellt sind. Dieser ausseiordentlich niedrige Ansatz ist der Versicherungsgesellschaft natürlich nur auf dem Wege der Kollektivversicherung möglich, bei dem ihr der Verlag Kosten und Arbeit von Akauisition und Prämieneinzug abnimmt. Unsere Insassen-Versicherung kommt selbstverständlich nicht nur bei den ausserhalb der, gesetzlichen Haftpflicht stehenden Verwandten zur Anwendung, sondern für alle Fahrgäste (Geschäftsfreunde, Bekannte, Künden, Kollegenmw.),die sich in dem dem versicherten , Abonnenten gehörenden Automobil befinden, auch wenn sie als Drittpersonen an und für sich nach dem neuen eidgenössischen Automobilgesetz versichert jvtee^ gQfm'weiss. Sa- zur 'Genüge, welche- "" _ ,'3W3 und. Wartezeiten zu überwinden gibt ja auch heute immer noch Kreise, wel-. §lni,^MsZdie• .Vfir'schuldensffage. bei einem ehe eine,, solche Stützungsaktion begrüssen Verkehrsunglück geklärt ist. In willkommenem. Gegensatt hierzu steht die Versicher würden und leider nicht einzusehen vermögen, dass die Verkehrsmisere der Bahnen rang der Fahrgäste durch die «Aüfomobilganz anderswo und tiefer wurzelt, als in der Revue^. • Hier ist'' nur eine einzige Frage za Automobilkonkurrenz. beantworten: Befanden sich die Personen, Im übrigen will gut Ding Weile haben, und für welche - die • Unfallerftschädigung bean-angesichts der grossen Zahl von Geschäften, sprucht wird, zur Zeit,äes Unfalls im Automobil des Abonnenten und hat letzferer; das Abonnement C eingelöst? ~ ,' 'l Im, JBewusstsein, de,m Abonnement. der «Automobil-Revue» neuerdings ßine wertvolle, sonst nirgends gfbottne Bereicherung verschafft ^ü.Maben,^lä4en 'wir alle Besitzer von 1^0'Magpn\ein, von",dieser in ihrem /nteresse :gefr0en[en Einrichtung Gebrauch zu filieft^ütnlaufidiese Weise eine noch bestehende Lücke in ihren Fürsorgeeinrichtung&trzü s'chliessen. Wer schon Abonnent ist und .als solcher die Gebühr z. B. bis 30. Juni 1935 vorausbezahlt hat, braucht nur noch den Aufschlag für den Versicherungsbeitrag bis dahin za bezählen. Auf Grund des Jahresbetrages von Fr. 20.— beträgt dieser von heute an noch Fr. 6.70. Neueintretende Abonnenten bezahlen für Zeitung und Versicherung auf Grund des Jahrespreises von 30 Franken füt die 4 Monate bis 30. Juni 1935 noch 10 Fr. Ab 1. Juli 1935 werden Abonnementsgebühr,, und Versicherungsbeitrag bei alten und neuen Abonnenten mit Fr. 7.50 per Quartal zusammen erhoben. Die Versicherungsbestätigung, für die eine einmalige Einschreibegebühr von 2 Fr. zur Erhebung gelangt, wird mit der Nachnahme für den Versicherungsbeitrag zugestellt. Verlag « Automobil-Revne ». Abteilung, heissen sie Reiter, Radfahrer, Motorradfahrer,» Panzerwagen usw., der kavalleristische Geist gepflegt und gefördert werden. Ich verstehe darunter den raschen Entschluss von Führer und Soldaten, den Wagemut im Anpacken und die Beweglichkeit. Ohne diese Eigenschaften besteht keine Kavallerie vor dem Feind. Sie müssen auch in der neuen Organisation bestehen und sind nach wie vor grundlegend für die ganze Ausbildung. Schweizerische Rundschau Die Traktandenliste der Bundesversammlung für die Frühjahrssession 1935 weist als ein für die Motorfahrzeugbesitzer überaus bedeutsames Geschäft die Behandlung der Alnenstrasseninitiative auf. Wie bereits an AHgemeines Programm. Freitag, 15. Man. 13 Uhr: Eröffnungsbankett im Hotel des Bergue*. 15.30 Uhr: Offizielle Eröffnung der Ausstellunr. 16 Uhr: Eröffnung für die Besucher. 19 Uhr: Torschluss. Symphoniekonzert. Samstag, 16. März. 9 Uhr: Eröffnung. — Eintrittspreis Fr. 1.50. 11 Uhr: Generalversammlung der Chamhre Syndicale Suifise de l'Industrie de 1'Automobile, du Gycle et Parties

N» 20 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Nach Campbells neuer Weltrekordfahrt Der Verlauf der Versuche- Nach wochenlangem vergeblichem Warten und zahlreichen erfolglosen Versuchen ist es dem berühmten englischen Weltrekordfahrer Sir Malcolm Campbell am letzten Donnerstag endlich gelungen, mit seinem «Blauen Vogel •» die eigenen Weltbestzeiten des Jahres 1933 zu überbieten. Wir konnten in der Freitagnummer noch die telegraphische Meldung von dem Erfolg der letzten Fahrten bringen. Der Draht verkündete den grossen Sieg Campbeils in alle Welt hinaus, und auch in Kreisen, die vom Automobilsport gewöhnlich nicht viel wissen, ist man heute erstaunt und verblüfft über die Tatsache, dass es möglich ist, mit einem Automobil die unvorstellbare Geschwindigkeit von 445 km/St zu erreichen. Canrobell allerdings ist trotz des positiven Ergebnisses seiner Versuche nicht zufrieden, da er die Grenze, die er sich selber gezogen hat, bei weitem nicht erreichte. Vor der Abreise nach Amerika, die nun bereits 5 Wochen zurückliegt, betonte er ausdrücklich, er hoffe mit aller Bestimmtheit, an die 300 Meilen heranzukommen (dies entspricht ungefährt 480 km/St). Trotz der neuen Verbesserung seiner frühem Rekorde klafft nun immer noch eine Lücke von 35 km'St. die nicht mehr so leicht zu überschreiten sein wird. Camnbeli hätte allerdings alle Berechtigung trotzdem zufrieden zu sein, wenn man die Umstände, unter denen die Fahrt durchgeführt werden musste. in Betracht zieht. Noch nie war während der Zeit, da er Versuche unternommen hatte die Strecke andauernd so schlecht wie diesmal Der lange Strand von navtnna trocknete nie sranz auf; zahlreiche Unebenheiten, die sich bei einer soWien OeschwinHi>keit katastrophal auswirken müssen reihten sich aneinander und Seetang und Muscheln fanden sich überall Camnbell warte das Menschenmögliche und setzte sein Leben mehrmals buchstäblich aufs Sniel. Er 1Hnsr in seiner Erbitterung über die Schwierigkeiten, die ihm diesmal erwuchsen soweit, dass seine Fran beim Bürgermeister von Davtona vorstellig wurde und bei ihm e'n Startverbot für ihren Mann erwirken konnte, das natürlich nur in Kraft blieb so lange der Strand nicht stärker auftrocknete. Die erste beste Gelegenheit wurde dann beim Schöpfe gepackt, und diesmal gelang das Unternehmen, auch wenn c&r Weltrekord nur um rund 7 km verbessert worden ist. Bei den mehrfachen Rekordversuchen war das grosse Reifenlager fast ganz aufgebraucht worden, und es war ein blosser Zufall, dass Campbell ausgerechnet mit dem letzten Reifensatz zu Erfolgen kam. Im übrigen beweist die Tatsache, dass Campbell nur einen kleinen Schritt weitergekommen ist, mit grösster Deutlichkeit, wie schwer es angesichts der nun erreichten Geschwindigkeiten wird, noch weitere Rekorde zu erzielen. Der Rekordversuch vom letzten Donnerstag ging unter geradezu dramatischen Umständen vor sich und wird in den Weltblättern in allen Details erzählt. Noch am Mittwoch abend war der Strand in keinem befriedigenden Zustand, und wie gering Campbells Hoffnungen geworden waren, geht daraus hervor, dass er zum erstenmal bis über Mitternacht aufblieb. Noch am Donnerstag morgen erholte Campbell seine etwas ramponierten Nerven bei einer Partie Golf, um plötzlich von den Mechanikern alarmiert zu werden, die, vom morgendlichen Bade kommend, einen verhältnismässig guten Zustand des Strandes festgestellt hatten. Sofort wurde Alarm geschlagen, alle Vorbereitungen getroffen, und Campbell sauste im 140-km-Tempo die Strecke mit einem schnellen Privatwagen ab. Dabei konstatierte er tatsächlich einen besseren Zustand der Piste als in den Vortagen; immerhin glaubte er nicht an das Gelingen eines Rekordversuches. Trotzdem wollte er die Gelegenheit ausnützen, um die neuen Stossdämpfer und die neue Anschnallvorrichtung auszuprobieren. Er war nämlich bei einem der letzten Versuche hoch im Wagen aufgeschleudert worden, so dass ihm die Schutzbrille über Nase und Mund geschoben wurde und er in eine äusserst kritische Situation geriet. Die neue Vorrichtung sollte ihn nun straff auf den Sitz festbinden. Sofort begannen die Telephone nach allen Richtungen zu spielen, die Bewohner und Gäste von Daytona wurden durch Sirenen alarmiert, und der letzte Polizist und Strandarbeiter musste herhalten, um den Strand von den Tausenden von Neugierigen freizuhalten. Flaggen flatterten im Winde; das Ganze trug das echt amerikanische Bild einer grossen Sensation. Kurz vor 2 Uhr setzte sich Campbell noch rasch zu einem kleinen Lunch, und nach einiger Zeit kamen auch Frau Campbell und die Tochter auf die Kunde von dem neuen Versuch hin herbeigeeilt. Um 4 Uhr setzte sich Campbell mit ruhiger Miene ans Steuer seines Wagens, der sofort unter gewaltigem Donnern von Start losging. Der «blaue Vogel» verschwand in einer einzigen riesigen Staubwolke und huschte wie ein Schemen dahin. Erst nach einiger Zeit, als die Meile schon überschritten war, konnte der Elan der Maschine gebändigt werden. Obwohl Campbell auf der Hinfahrt gegen den Wind fahren musste, hatte er eine überraschend hohe Geschwindigkeit erreicht. Auf dem Rückweg, mit dem Wind im Rücken, kam er dann auf einen Durchschnitt, der den Ausschlag gab. Campbell war durch die scharfen Windstösse und kleine Unebenheiten beim Schluss des ersten Laufes ins Schleudern gebracht worden und hatte sich ein Handgelenk verstaucht. Trotz den heftigen Schmerzen Hess er sich vom Vorhaben, auch die Rückfahrt zu wagen, nicht abbringen. In der ersten Hälfte der Meile sprang dann der Wagen mit einem gewaltigen Satz durch die Luft, so dass sich die Räder einen Augenblick lang leer in der Luft drehten. Die Räder schleuderten auf der Fahrt ganze Fontänen von Sand auf. Die Zuschauer sahen so nur einen Schleier mit ungeheurer Geschwindigkeit vorbeifliehen. Mit gewaltigem Jubel wurde das ausgezeichnete Ergebnis des neuen Versuches entgegengenommen und Campbell wurde von den Tausenden von Gratulanten fast erdrückt. Lange Zeit bemühten sich die Mechaniker umsonst, den «Blauen Vogel» aus den Massen heraus in Sicherheit bringen zu können. Campbell stellte übrigens mit 13 20/100 Sekunden nicht nur die neue Weltbestzeit für die Meile auf, sondern erzielte gleichzeitig neue Rekorde über den Kilometer, die Meile, ferner über 5 Kilometer und 5 Meilen. Die Bestzeiten lauten folgendermassen: Neuer Weltrekord 1935 Alter Rekord 1933 1 Kilometer 444,341 km/St 438,350 km/St. 1 Meile 445,396 » 437,91-4 » 5 Kilometer 431,974 > 414,146 > 5 Meilen 404,496 » 390,669 » Wie nachträglich noch aus Daytona gemeldet wird, hat sich Campbell von den Be- LE JEUDI 7 MARS 1935, Sir Captain Malcolm Campbell a battu le RECORD DU MONDE DE V1TESSE en automobile sur la plage de Daytona, en Floride, en r6alisant, avec son „OISEAU BLEU", la vitessede km. 493 ä l'heure SUR PNEUS DUNLOP hörden der Stadt überreden lassen, seine Heimreise nach England zu verschieben. Man hofft nämlich, dass die Beschaffenheit des Strandes sich zusehends verbessert und Campbell seine neue Leistung noch weiter erhöhen kann. Voraussetzung dazu wäre natürlich die rechtzeitige Beschaffung von Ersatzreifen, die Campbell dringend anforderte. Die bisherigen Weltrekorde. In der Entwicklung der absoluten Geschwindigkeiten auf dem Lande spiegelt sich am deutlichsten die unglaublich rasche Entwicklung der Automobiltechnik. Nur 40 Jahre trennen die Fahrt des Grafen de Chasseloup, der Ende des letzten Jahrhunderts die «Rekordzeit» von 63 km/St, erreichte, von Campbells 445 km/St. Und doch welche Entwicklung liegt in der relativ kurzen Zeitspanne! Tabelle der bisherigen Kilometer-Weltrekorde. Jahr Fahrer Marke km/St 1898 de Chasseloup (Jeantaud, elektr.) 63,15 1899 Jenatzy (Jenatzy, elektr.) 66,68 1899 de Chasseloup (Jeantaud, elektr.) 93,75 1899 Jenatzy (Jenatzy, elektr.) 105,88 1902 Serpollet (Serpollet, Dampf) 120,80 1902 Vanderbilt (Mors, 60 PS) 122,48 1902 Fournier (Mors, 60 PS) 123,28 1903 Duray (Gobron, 100 PS) 134,32 1904 Rigolly (Gobron, 100 PS) 152,54 1904 deCaters (Benz. 90 PS) 156,52 1904 Rigolly (Gobron) 166,66 1904 Batras (Darracq) 168,22 1905 Hemery (Darracq, 200 PS) 176,47 1906 Marriot (Stanley, Dampf) 196,65 1909 Hemery (Benz, 200 PS) 202,09 1910 Barney (Benz, 200 PS) 211,26 1922 Guiness (Sunbeam) 215,24 1923 Campbell (Sunbeam) 217,17 1924 Thomas (Delage) 230,54 1924 Elridge (Fiat) 234,98 1924 Camubell (Sunbeam) 235,21 • 1925 Campbell (Sunbeam) 242,80 1926 Thomas (Thomas-Spezial) 272,45 1927 Campbell (Napier) 281,44 1927 Segrave (Sunbeam, 24 ZyL) 326,67 1928 Campbell (Napier) 333,06 1928 Keech (White) 335,40 1929 Segrave (Napier) 372,47 1931 Campbell (Napier) 396,04 1932 Campbell (N'apier) . 408,63 1933 Campbell («Blue Bird in») 437,906 1935 Campbell («Blue Bird IV») 445,396 Technische Bemerkungen. Der « Bluebird IV » lässt vor allem nochmalige grosse Anstrengungen zur Verminderung des Luftwiderstandes erkennen. Während der Zwölfzylinder Rolls-Royce-V-Motor mit seinen 2550 PS bei 3200 Touren keine Abänderungen zeigt, hat Railton diesmal die Karosserie auf die ganze Fahrzeugbreite ausgebaut. Die Räder drehen sich in Aussparungen der Karosserie, so dass sie nur wenig zusätzlichen Luftwiderstand erzeugen. DercKühler ist der vollständig abgeschlosse- Donnerstag, den 7. März 1935 hat Sir Captain Malcolm Campbell auf der Daytona-Beach in Florida den neuen Schnelligkeits- Weltrekord für Automobile aufgestellt, indem er mit seinem „BLUE BIRD" eine Stu ndengesch wi nd igkeit v. km. 493 auf DUNLOP-Reifen erreichte. nen Motorhaube wiederum in einem Kastei» als separate Einheit vorgebaut. Der Kühlerkasten hat jedoch ebenfalls die Breite des Wagens erhalten und der Lufteintritt geschieht nur mehr durch einen schmalen, waagrechten Schlitz, der bei der Fahrt zur bestmöglichen Begünstigung der Luftströmungsverhältnisse noch durch eine Klappe von Hand verschlossen werden kann. Die Stabilisierungsfläche am Hinterende des Wagens wurde etwas kleiner ausgeführt. Dagegen sind hinter den Hinterrädern als Neuerung Klappen eingebaut, die beim Betätigen des Bremspedals durch einen grossen Unterdruck-Servozylinder schräg aufwärts gestellt werden und hierbei sowohl durch ihren direkten Luftwiderstand wie auch durch ihren Reaktionsdruck auf die Hinterachse die Wirkung der Radbremsen unterstützen. Um die Fahreigenschaften des Wagens bei hohen Geschwindigkeiten zu verbessern» wurde der Vorderachseinbau ganz neu durchgebildet. Bremsreaktionen, welche die Achse zu verdrehen suchen, werden nicht mehr durch die Federn, sondern einen besonderen Qelenkhebel in der Achsmitte aufgenommen. Die Federn selbst sind auf der Achse drehbar gelagert. Die mechanischen Stossdämpfer wurden statt in der Fahrtrichtung quer zu dieser eingebaut. Die im letzten Jahr angewandte Lenkung mit verdoppeltem Lenkgestänge wurde durch ein System mit gewöhnlicher einfacher Lenkschubstange ersetzt. Die Hinterachse des Wagens hat, um die Empfindlichkeit, der Reifen zu vermindern, Zwillingsräder erhalten. Das Tellerzahnrad jedes Hinterrades wird durch einen eigenen Kegelzahnkolben angetrieben. Die beiden Achshälften sind deshalb etwas gegeneinander gestaffelt. Die in einem Schub* röhr eingeschlossene Kardanwelle Hegt seitlich von der Wagenlängsachse, damit der Fahrersitz neben ihr und noch niedriger als sie angeordnet werden konnte. Das Dreiganggetriebe hat keinen direkten Gang. Das Gesamtgewicht des Wagens beträgt rund 5 Tonnen. Bei der angegebenen Motorleistung von 2550 PS entfallen somit auf die Pferdestärke nur etwa 2% kg Wagengewicht, während man sonst im Personenwagenbau mit 12—25 kg, im Rennwagenbau mit 7—9 kg rechnet. Dass Campbell bei seinen letzten Versuchen die erhoffte Geschwindigkeit von 480 km/St, nicht annähernd zu erreichen vermochte, sondern nur 7 km mehr als seine frühere Rekordgeschwindigkeit herausbrachte, dürfte zum weitaus grössten Teil dem .ungünstigen Zustand der Bahn zuzuschreiben sein. Immerhin darf man auch nicht vergessen, dass die Schwierigkeiten einer weiteren Steigerung im Bereich dieser Geschwindigkeiten sowohl in physischer wie technischer Hinsicht phantastisch anwachsen. Die zur Ueberwindung des Luftwiderstandes erforderliche Leistung wächst nicht proportional zur Fahrgeschwindigkeit, sondern In dreifacher Potenz dazu. Mit der gleichen verfügbaren Leistung wie bei den letzten Rekordfahrten musste deshalb umgekehrt die Aerodynamik der Karosserie sehr stark verbessert werden, wenn eine starke Erhöhung der Geschwindigkeit zu erwarten sein sollte. Ob Railton und sein Konstrukteur etwas zu optimistisch gerechnet haben, als sie auf die Fahrgeschwindigkeit von 480 km/St, kamen, oder ob tatsächlich noch die physischen Schwierigkeiten sich der Verwirklichung der Erwartungen*in so weitem Masse entgegenstellten, bleibe hier dahingestellt. Trotz allem wird es jedenfalls äusserst schwierig sein, den neuen Rekord nur noch um einige Kilometer zu überbieten. *•» d«» Schwe Vor den Genfer Sporttagen. Wie wir bereits betont haben, scheint die 1935er Sternfahrt nach Genf zu einem erfreulichen Erfolg zu werden und die letzten gleichen Veranstaltungen in jeder Hinsicht zu übertreffen. Bereits bis Ende der vergangenen Woche besassen die Organisatoren 28 Meldungen. Da jedoch der definitive Meldeschluss erst auf morgen Mittwoch abend angesetzt ist, sind noch zahlreiche weitere Einschreibungen zu erwarten, so dass das diesjährige Rallye wohl sehr gut besetzt sein dürfte. Besonders lobenswert haben sich 'die Sektionen Wallis und Zürich gehalten, die je fünf Vertreter abordneten. Im folgenden nennen wir noch die neu hinzugekommenen Meldungen: Georges Chappuis, Ford (Wallis). Henry Sauthier, Ford (Wallis). Maurice Pellissier, Wanderer (Wallis). Albert Cornut, Chrysler-Plymouth (Wallis). Friedrich Luginbühl, X. (Wallis). Andreas Stirneinann, Renault (AaTgau). Henri Periat, Peugeot (Berner Jura). Walter Morand, Fiat (Solothurn). Dr. Hans J. Spillmann, Wanderer (Solothurn). Dr. K. Schaefer und K. Schaefer jun., Talbot (Bert). Dr. Nicolas Dunst, Citroen (Genf). Geo, Sims, Renault (Genf). Im fernem erfahren wir, dass sich für das Kilometerrennen von Saconnex Braillardmit einem Bugatti-Rennwagen eingeschrieben hat. Auch hier werden die meisten Meldungen in diesen Tagen einlaufen»