Aufrufe
vor 6 Monaten

E_1935_Zeitung_Nr.024

E_1935_Zeitung_Nr.024

10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1935 - 24 Solex. nun auch ganz grosse mit Leistungen bis zu durch ihr promptes Ein- und Ausschalten, 3000 W gezeigt. Bemerkenswert ist bei.diesen dass auch sie der mit dem Namen Scintilla Apparaten der kleine Regler, den man anverbundenen Zuverlässigkeit alle Ehre einlegen. (Korr.) alle Querfeldlichtmaschinen (3 Bürsten) anbauen kann und diese Apparate so zu spannungsregulierte Dynamos umändert.. Die Vor- Carba A.-G. In diesem Stande finden wir wohl die teile dieses letztgenannten Systems dürften kompletteste Zusammenstellung von all dem, allgemein bekannt sein. Wir erwähnen nur, 'was zur Einrichtung einer modernen Garage dass die Batterie bedeutend geschont und oder Service-Station nötig ist, nämlich: Benzinzapfsäulen, Oelabgabe-Anlagen, Luftkom- stets dem Ladezustand entsprechend geladen d.. .. -.- .. .;,, , .... -c ... pressoren, Luftsäulen, Wagenwäschtiumpen, Die führende Stellung der Scintilla, besonders in der Zündtechnik, tritt deutlich zum pistolen, Schweissanlagen u. a. m. Wagenheber, Farbspritzanlagen, Reinigungs- Vorschein. Der bewährte Aviatikmagneto alter Besondere Erwähnung verdienen die nun Konstruktion muss einem neuen Produkt, dem auch in den eigenen Werkstätten der Carba LV-Magneto, weichen. Von der Erkenntnis in Lizenz gebauten vollautomatischen Volugraph-Messapparate für Benzin, die auch mit ausgehend, dass in der Aviatik möglichst kleine Gewichte bei grossen Leistungen massgebend sind, wurde dieser neue Apparat aufden können. Der neue +QF+Wagenheber, selbsttätigem Quittungsdrucker geliefert wergebaut, und man konnte uns bestätigen, dass (System Risch) mit einem einzigen zentralen der LV-Magneto mit seinen 4,4 kg den leichtesten Flugzeugmagneto der Welt darstellt. nes, da er gegenüber den bisherigen Kon- Träger erregt das Interesse jedes Fachman- Die Scintilla verlässt ein gutes Prinzip nicht, struktionen grosse Vorteile bietet. so auch hier wieder die feststehende Spule und den rotierenden Magneten. Diese Apparate werden schon in einer ganzen Anzahl Recht interessant und lehrreich gestaltet Serva-Technlk A.-G. Flugzeugmotoren eingebaut und haben sich ist dieser Stand mit seiner Schau von zum durchwegs sehr gut bewährt. Teil ganz neuartigen, oder doch in ihrem Vertex, die Revolution in der Zündung für die Automobile, bedeutet ungefähr das gleiche wie der LV-Magneto für die Aviatik. Vertex wird für 4-, 6-, 8- und 12-Zylindermotoren hergestellt und kann an Stelle eines jeden Batteriezündverteilers leicht eingebaut werden. Er sichert ein rascheres Anspringen des Motors und schont die Batterie. Eine weitere Neuheit wird uns durch die « Ganzstahl »-Kerze vorgeführt. Das Fabrikationsprinzip der bekannten amerikanischen HT-Kerze diente der neuen Scintilla-Aviatikund -Automobilkerze als Gevatter. Wir konnten uns auch überzeugen, dass die Dichtheit dieser Kerze (das wichtigste für eine Zünd- bisherigen Wesen vervollkommneten Maschinen und Apparaten. Als eine der ältesten Firmen unseres Landes für Zubehör, kann man die Serva-Technik A.Q. heute auch für Garageeinrichtungen und Farbspritzapparate als ausgesprochene Spezialfirma betrachten. Da sind einmal die Werkzeuge für Motorenrevision : das Van Norman Zylinder- Feinbohrwerk, das an Präzision keine Wünsche mehr offen lässt. Bohren und honen werden in einem Arbeitsgang geleistet. Am Stande werden Originalzeugnisse von Spezialisten und bekannten Garagefirmen gezeigt, die sich überaus lobend über diese Maschine aussprechen. Auch die Hilfswerk- der Porzellankörper durch eine Metallhülse ersetzt ist, ist auch die Zerbrechlichkeit auf ein Minimum reduziert. Nicht unerwähnt sollen die vielen Zubehörteile bleiben, die alle dem Automobilisten an bekanntesten sind, da sie dazu beitragen, die Verkehrssicherheit auf der Strasse zu steigern und nicht zuletzt den Wagen verschönern. Da steht der neue Aero-Scheinwerfer mit seiner spitzen Form; eine Modesache, die besonders den modernen Karosserieformen angepasst ist. Hörner, Scheibenwischer, Winker, Blinker, Stoplaternen und Seitenlaternen drehen am Beschauer vorbei und beweisen Wir verkaufen billig neue und Occasions-Bestandteile zu MARTINI-WAGEN Kühler, Dynamos, komplette Sclntilla-Gruppen, komplette Motoren, Steuerungen. Kupplungen, Ventilatoren, Benzinreservoirs, Laufräder, Chassisfedern, 15 Stück Servo-Bremsen Westinghouse, des fernem Hella-Hörner und 30 Stück verstellbare Werkstatt- Stehlampen, Metallschrauben' und Bolzen etc. SPICHER & CIE., FRIBOURG. Garage de la Gare. — Tel. 8.Ö2 - 8.72. Zu verkaufen 2 DODGE-Limousinen Die GARAGE DES PAQUIS in Genf Rue des Päquis 11 teilt Ihrer verehrten Kundschaft mit, dass Jedermann, der während dem Automobil-Salon in Genf bei uns einen Wagen kauft, sämtliche Reisespesen wie Hotel, Bahnbillett etc. zurückbezahlt erhält. — Enorme Auswahl — Sämtliche Marken - Alle Preislagen Profitieren Sie diese einmalige Gelegenheit I kerze) auf das Maximum gesteigert ist. Dazeuge, wie Messuhren, Mikrometer, Lehren, Wie die Autobatterien fachgemäss zu behan- sind, lehrt eine interessante Broschüre, Pleuelrichtaparate usw. finden wir an die-delsem Stand. Ein Stück für sich bildet der die an Interessenten gratis abgegeben wird. «Serva Drehkran», der in vollem Kreise Motorrad-, Radio- und Anodenbatterlen, schwingt und daher verunfallte Wagen auch sowie ein Element Accomet II als Ersatz für aus seitlicher Lage befreien kann. Der Verkehr auf der Strasse bleibt damit unbehin- Grossoberflächenplatten in Glasgefässen ver- Primärelemente und Telephonelemente mit dert, die bekannten Abschleppschäden können vielfach umgangen werden. Zum Ein-santevollständigen das Bild über diesen interes- Fabrikationszweig. setzten von neuen Ventilsitzen zeigt die Firma Apparate in verschiedener Preislage. Die Marke Black & Decker äst synonym mit Pionierarbeit auf dem Gebiete der Motorerientrussung. Da ist eine vervollkommnete Ventilschleifmaschine, ferner eine Maschine Limousine, 4-Radbremsen, fahrbereit, geg. Lieferung von Eisen, Blechen, Röhren, ev. Werkzeuge oder Maschinen. Offerten unter Chiffre 66678 an die zur Bearbeitung der Ventilsitze, die nicht nur eine hohe rotierende, sondern auch eine vibrierende Bewegung erzeugt. Damit soll ein Sitz in Sekundenzeit bearbeitet werden können. Vermittels einer Heissluftkahone werden Hinterachse und Getriebe, auch vom verstocktesten Öel befreit; Kühler aufgetaut, Zündungssysteme, Anstriche und alles mögliche getrocknet. Eine besonders gut ausgestattete Abteilung besitzt dieser Stand in seinen Druck- Iuftapparatert. Einzelne Kompressoren und ganze Anlagen, sowie Farbspritzpistolen, Linierapparate mit dem übrigen hierzu gehörenden Material, sind hier in einer Fülle zu sehen, wie sie, nach den Angaben der Aussteller selbst, kaum auch im Auslände anzutreffen ist. Als weitaus älteste Fabrik dieser Branche in der Schweiz gehört sie zu den treuen Ausstellern des Salon. Ihre Fabrikate, die Autobatterien, geniessen weit herum in Fachkreisen einen so vorzüglichen Ruf wegen ihrer anerkannt hohen Qualität, dass seit einiger Zeit viele Autoimporteure ihre neuen Wagen mit diesen zuverlässigen Batterien ausrüsten lassen. In die bei Saurer in Arbon montierten Chrysler und Dodge werden ebenfalls Oerlikonbatterien eingebaut. Passende Batterietypen für die leichten Kleinautos mit allen ZwischengrÖssen bis zu schweren Diesel-Lastwagenzügen werden für alle möglichen Beanspruchungen gezeigt. Eine Auto-Schnittbatterie gibt uns Auskunft über die sorgfältige Ausführung und die einzelnen Bestandteile, wie Platten, Plattenserien, Separatoren, Verbindungen, Gefässe usw., überzeugen uns davon, dass nur die besten und teuersten Materialien gut genug sind für dieses Fabrikat, das durch seine hochwertige Qualität überall geschätzt ist. Als erstes Schweizerunternehmen baut diese Fabrik schon seit einiger Zeit Nickel- Eisen- und Nickel-Cadmium-Batterien und verfügt auch auf diesem Gebiete über grosse Erfahrungen, die sie ihren Kunden bei Beratungen gerne zur Verfügung stellt. G Zyl., Modell 1934, fabrikneu, 14,22 PS u. 18,19 PS. zwei hauptsächlichsten Fremdsprachen, journalistische Betätigung, Referenzen. Diese beiden Wagen werden infolge vorgerückter Innenlenker, 4/5 Plätze, Saison zu ganz ausserordentl. billigen Preisen ver-1kauft. — Offerten gefl. unt. Chiffre 14777 an die schlossen. Eintritt nach HP, Mod. 1933, mit 2 kl. Einlage nicht ausge- direkt. Gängen, 20 000 km Maschinen- oder handgeschriebene Dienstangebote gef., gut gepflegter, wunderbarer Wagen, äusserst. abschriften zu richten unter Chiffre 66754 «an .die sind unter Beilage eines Lichtbildes und Zeugnis- 9956 Automobil-Revue, Bern. Uebereinkunft. Offert, an Ernst Känel, Mech., Hinterdorf, SIselen b. Erlach. Preis Fr. 5800.—. Automobil-Revue, Bern. Garage « Economiqut», 14, rue du Village-Suisse, I 4O ^jSiloLr±fj&r LANCIA- LAMBDA Torpedo, 9. Serie, ausgerüstet mit 6 Drahtspeichenrädem und Koffer, maschinell in ganz einwandfreiem Zustand und sehr wenig gef., Fr. 3500. Offerten unter Chiffre 14781 an die 9Q56 G es uch t von bedeutender Renn- Organisation der Zentralschweiz zur Mithilfe, event. Leitung der Geschäftsstelle. Erfordernisse: Organisations-Tälent, selbständiges Arbeiten, Kenntnisse im Automobilsport, nachgewiesene Befähigung im Abfassen von Verhandlungsberichten, Beherrschung von mindestens erste Kraft, mit gründl. Kenntnissen sämtl. Wagenmarken, befähigt, einem Atelier vorzustehen. Schriftliche Offerten mit Photo, Zeugnisabschriften und Lohnansprüchen unter Chiffre G. 1880 an die 66668 Revue Automobile, Genf. Dodge-Viktory 17 PS, 4/5plätzig, viertürig, mit neuen Kolben, in tadellosem Zustand, Preis Fr. 1500.—. Löwengarage, G. Veltlin, Löwenstrasse 11, Zürich. Telephon 53.929. 66696 Akkumulatoren-Fabrik Oerlikon Maschinen- Schlösser Auto-und Motorrad- Mechaniker sucht Anstellung in Garage. Bei Zufriedenheit später Cabriolet 4 PL Modell 1934 noch im Neuzustande, am 1. Dezember 1934 in Verkehr gesetzt, umständehalber m. voller Garantie äusserst günstig abzugeben. H. Kessler-Maag, ZOridh 8, Feldeggstr. Nr. 88. Tel. 28.122, . ausser Geschäftszeit Nr. 25.492. . Wenn diese weltbekannte Vergaser-Marke diesmal auch auf keinem Stand vertreten ist, so verdient sie trotzdem erwähnt zu werden, ist doch ein grosser, wenn nicht der überwiegende Teil aller Europäer-Wagen mit Solex-Vergasern ausgerüstet. In seiner neuesten Ausführungsform zeigt dieser Vergaser alle nur erdenklichen Vorteile. Vor allem ist er wie immer vorbildlich einfach im Aufbau und deshalb leicht zerlegbar und leicht zu reinigen. Von seiner vorzüglichen Wirkungsweise zeugen die unzähligen Rennsiege, die mit Solex-Vergasern ausgerüstete Wagen zu verzeichnen haben. Der Alltagsfahrer andererseits schätzt nicht weniger die hohe Wirtschaftlichkeit. Eine sensationelle Neuerung bildet jedoch der neue Thermostarter. Es ist dies eine Verrichtung, durch welche die Wirkungsweise des vor zwei Jahren eingeführten Starter- Vergasers vollständig automatisiert wird. Im Detail wurde die Neuerung bereits bei ihrer Einführung in der A.R. eingehend beschrieben. Kurz zusammengefasst sei jedoch hier wiederholt, dass ein am Auspuffrohr angeordnete Thermostat eine Vakuumleitung steuert, durch welche, genau so, wie es für das leichte Inbetriebsetzen des Motors am erwünschtesten ist, der Startervergaser zuerst eingeschaltet und nachher wieder abgeschaltet wird. Automobil-Salon Genf (15.—24. März 1935). Nach einem Eröffnungstage, wie er glänzender und lebendiger nicht gedacht werden konnte, hat der Salon seinen erfolgreichen Verlauf fortgesetzt. Mit der Ankunft zahlreicher Gäste aus der übrigen Schweiz von Samstag morgen an hat neues Leben eingesetzt, und während des Sonntags war die Menge dicht, die ins Ausstellungsgebäude strömte. Die erste der Tagungen der beruflichen und sportlichen Organisationen, die im Programm des Salons vorgesehen sind, hat am Samstag mit der Generalversammlung der Schweizerischen Syndikalkammer der Automobil-, Fahrrad- nnd -Zubehör- Industrie unter dem Vorsitz ihi-es Präsidenten, Herrn Charles Dechevrens, stattgefunden, ständig renoviert worden sind. Die Ausstellung der kleinen Erfinder bildet einea Anziehungspunkt für die Menge der Besch&uer, die überrascht sind von den vorgeführten Neuheite» aus dem ensern oder weitern Bereich des Automobils. Diese Ausstellung stellt ein wirkliches Interesse dar, indem der von den Teilnehmern verfolgte Zweck darin besteht, neue Möglichkeiten für die industrielle Tätigkeit in der Schweiz zu schaffen. Sonntag abends sind von den Kassen der Eingangstüren des Ausstellungsgebäudes 18.747 Eintritte" verzeichnet worden. (Mitg.) Qualität unserer Fabrikate in Autogarage- od. Reparatur-Werkstätte. Offerten unter Chiffre 66735 an die Automobil-Revue, Bern. Gesucht Junger auf den Auto - Batterien der altbekannten Tel.: Zürich 68.420 25U37iOll.-OOJ?l±ls:OX3L Tel.: Zürich 68.420 Bureaux u. Werkstätten für die franz. Schweiz: LAUSANNE : 14, Passage de Montriond, Tel. 29.361 ; GENF: 18, Rue Gourgas, Tel. 49.942 AUTOMOBIL-SALON GEN F, S TAND 214 Abzugeben: 1 FIAT Mod. 501 Limousine, fahrbereit. 1 CITROEN Mod. 1928 Automobil-Revue, Bern. Lancia-Artena Genf. im Accumulatorenbau verdanken wir die anerkannt hohe PREISABBAU Acc Zu verkaufen Automobil-Revue. Bern. \x\SLtoxrexx initiative Kraft Gesucht Mechaniker Weg. Platzmangel zu verkaufen !F i a;T3a?il£. Junger sucht Stelle als Volontär "*C «. eS i Plymouth UNG Oei?lils.oxx EXISTENZ! Wir bieten seriösem, tüchtigem Autoverkäufer Existenz durch Anstellung für den Verkauf einer erstklassigen europäischen Automobilmarke (Fixum und Provision. — Bewerber mit Angabe der bisherigen Tätigkeit und Photo wollen sich melden unter Basel 18, Postfach 7. 66747 Für den Verkauf des für jeden einsichtigen Autofahrer unentbehrlichen Apparates AUTOWUNDER suche ich einige tüchtige Bezirksvertreter Schriftliche Anfragen an: Autowunder-Vertrieb W. Furrer, Neu-Allschwil bei Basel, Lerchenweg 52a. Garage-Angestellter Für unseren durch Umstellung frei werdenden jungen, ausnehmend tüchtigen Angestellten, gewandt im Verkehr mit der Kundschaft und fähig, einem mittleren Garage-Betrieb organisatorisch vorzustehen, F" suchen wir passendes Engagement. 66693 Anfragen erbeten unter Chiffre Z 3242 an die Automobil-Revue, Bureau Zürich. Für Privat- oder Postbetrieb, zu verkaufen CADILLAC 12 Zyl., Mod. 31, sparsam in Verbrauch, 7/8-Plätzer, mit elektrischem Bollverdeck, 2 Heizungen und alle Schikanen, Koffer, bereits neue Bereifung, umständehalber aus Herrschaftshaus. — Anschaffungspreis Fr. 48 000.—, Verkauf Fr. 5800.—. 66730 Auskunft und Besicht, bei Franz Häusle, Bahnhof Wiedikon-Zürich. Telephon 32.993, Privat: 82.264.

Bern, Dienstag, 19. März 1935 III. Blatt der „Automobil-Revue" No.24 Anekdoten um Stuck Wir haben in der Automobil-Revue Nr. 22 in einem grösseren Artikel über den kürzlich stattgefundenen Vortrag von Hans Stuck im Schosse der Sektion Bern des A. C. S. berichtet. Im Verlaufe des Zwiegespräches gab der berühmte Fahrer auch einige nette Anekdoten zum Besten, die wir im Folgenden veröffentlichen: Hans Stuck wurde gefragt, weshalb eigentlich sein Rennwagen den Vornamen « Hans » aufgemalt trägt. Das hat folgende Bewandtnis : Die Auto-Union wollte auf der Avus Rekordversuche unternehmen. Wagen, Fahrer, Rennleiter und Mechaniker warteten, und nur das Wetter hatte die denkbar schlechteste Laune. Es regnete, und trübselig wartete man, ob nicht eine leichte Besserung sich zeigen würde. Ein untätiger Mechaniker malte mit seinem Finger in Gedanken verloren den Namen «Hans» auf den Wagen; in diesem Augenblick brach die Sonne durch und erhellte das Land. Seitdem hat der Rennwagen seinen Namen... Nach dem Masarykringrennen ging Stuck mit seinem Teamgenossen Prinz von Leiningen auf die Jagd. Es war schon ziemlich kalt, und auf der Strasse hatte sich Glatteis gebildet. Stuck probierte den Trick, der er sich gern leistete, seinen Wagen auf dem Eise so rasch zu bremsen, dass er ins Schleudern kam und sich 180 Grad um die eigene Achse drehte. Prinz von Leiningen wollte dieses Meisterstück gleichfalls versuchen und schleuderte wacker mit. Da kam ein alter Fordwagen angewackelt. Empört hielt sein Insasse an, und erbost begann er auf die Beiden loszuschimpfen, es wäre gescheiter, sie würden zuerst einmal in eine Fahrschule gehen. Das sei grober Unfug, und er werde sie bei der Polizei anzeigen. Stuck und Leiningen hatten keine geringe Freude an dem Mann und mussten herzlich lachen. Schliesslich gaben sie sich als Stuck und Leiningen zu erkennen. Darauf wurde der Mann noch wütender, stieg in den Wagen und rief mit empörter Stimme zurück: «Sie sollten sich schämen, sich so zu betrinken und sich schon am hellichten Tag für Stuck und Leiningen zu halten! » Ein nettes Intermezzo erlebte Stuck auch bei seinem kürzlichen Aufenthalt in Mailand. Er war mit der Eisenbahn von Budapest gekommen und musste, wenn er ausging, den Taxi benützen. Doch die Mailänder Taxi fahren bekanntlich nichts weniger als langsam* und selbst Stuck konnte dieses Tempo nicht vertragen. Alle Erklärungen gegenüber den Chauffeuren nützten nichts, vielleicht trug auch das mangelhafte Italienisch die Schuld daran. Schliesslich suchte sich Stuck zu helfen, indem er immer vor dem Einsteigen warnte: « Niente Nuvolari! » Obwohl er anfangs nicht erkannt wurde, schien es sich doch unter den Mailänder Taxichauffeuren herumzusprechen, dass ein Herr mit einer Dame immer mit diesem Ausspruch den Wagen bestieg. Als Stuck wieder einmal im Begriffe war, in einen Taxi zu steigen und seinen Ausspruch tat, gab ihm ein schlagfertiger Chauffeur zur Antwort: «Niente Nuvolari! — Aber dann fahren mer Tempo Stuck! » Sprach's und sauste in einem Tempo davon, dass Stuck beinahe Hören und Sehen verging. Ausser diesen paar Anekdoten gab Stuck aus seinem Privatleben einige interessante Details zum besten, an denen das Publikum seine helle Freude hatte. Im Sommer hat der Fahrer natürlich keine Gelegenheit, sich körperlich zu trainieren, da er beruflich voll angespannt ist. Um so eifriger treibt er während der Wintersaison Sport, und zwar vor allem den Skilauf, den er als einen der gesündesten und idealsten Sporte bezeichnet. Doch auch Rudern, Golf, Tennis und Schiessen gehören zu seinen Lieblingsbetätigungen. Er hat schon längst das Rauchen als schädlich erkannt • und trinkt auch keinen Alkohol, ausgenommen ein gutes Bier — « denn das zähle ich nicht zum Alkohol ». Stuck ist ein besonders leidenschaftlicher Langschläfer und dafür auch überall bekannt. Er empfindet es als Notwendigkeit, täglich neun Stunden zu schlafen. Um 10 Uhr geht er regelmässig ins Bett; hat er beim Golfspiel mit seiner Frau gewonnen, dann bittet er sich zur Belohnung ein « Pilsner » und eine Stunde früheres Schlafengehen aus. Den Skisport betreibt er schon seit 30 Jahren, und es gibt auch böse Mäuler, die behaupten, Stuck fahre noch besser Ski als Auto. Dass er auf den Brettern stehen kann, Mensch, ändere dich! Wenn du noch so vollkommen bist, es kann dir nur nützen. Ich weiss, dass Menschen sich nicht ändern können. Aber du brauchst es nicht zu wissen. Die Resultierende aus den beiden Tatsachen, dass du dich nicht ändern kannst und dass du es trotzdem versuchst, ist deine Entwicklung. Menschen, die sich nicht entwickeln, werden auf die Dauer nicht bloss den andern, sondern auch sich selber langweilig. Nur die Eigenschaften, die sich trotz dem Versuche nicht ändern lassen, sind deine wirklichen Eigenschaften und lohnen es nicht, in Spiritus konserviert zu werden. Um deine Fehler, wenn sie noch so schön sind, brauchst du nicht besorgt zu sein. Selbst wenn du sie ablegen wolltest, sie lassen sich nicht ablegen. Die bleiben dir treu. Der Geschwätzige wird nicht aufhören zu schwätzen, der Lügner zu lügen, der Lebensuntüchtige wird nie das Malheur haben vorwärtszukommen. Gleichwohl empfiehlt es sich, von Zeit zu Zeit zu experimentieren. Ueberrasche dich selbst! Versuche es, gelegentlich den Mund zu halten, die Wahrheit zu sagen, einen energischen' Vorstoss auf den Erfolg zu unternehmen. Der Mensch sollte alles können, auch das, was er nicht will, sogar das, was er nicht kann. Du sollst der Herr über deinen Willen und nicht Sklave deines Nichtkönnens, deiner Ohnmacht sein. Also ran ! Versuch's einmal mit deinem Gegenteil! Auf alle Fälle wirst du dich amüsieren. Und wer weiss ! Vielleicht gelingt dir dein Gegenteil so gut, gefällst du dir in deinem Gegenteil so gut, dass du für eine Weile in der neuen Rolle bleibst. Schliesslich stellt es sich ja von selbst heraus, was deine wahre Natur ist! Die einzige Zucht, die sich ein freier Mensch gefallen lassen kann, ist die Selbstzucht. Die Selbstzuchtrute tut nicht weh. Um deinem Snobismus zu schmeicheln: darf man ihm gerne glauben, wenn man weiss, dass er in Arosa schon mit 6 Jahren auf Fassdauben gefahren ist. Die grossen Entfernungen von einem Rennen zum andern legt er am liebsten im eigenen Wagen zurück. Wenn er stundenlang gefahren ist, muss seine « Frau Paula », unsere geschätzte Mitarbeiterin, den Radio andrehen und gute Tanzmusik suchen; dann schwindet alle Müdigkeit mit einem Schlag. In der Eisenbahn wird es ihm gerne schlecht, weil er nichts zu tun hat und immer fürchtet, der Führer vorn auf der Lokomotive bremse zu spät. Er behauptet auch, seine Frau geniere sich immer, mit ihm Eisenbahn zu fahren... Stuck betrachtet es als eine Ehrensache, dass seine Frau ihn in seinem schwierigen Berufe ständig begleitet. Während der vergangenen stillen Saison haben die beiden in Berlin einen Zukunftsroman fertiggestellt, der die «Bekämpfung des Nebels» zum Thema hat. Wir hoffen, bei Gelegenheit aus diesem neuen literarischen Werk der beiden eine Probe veröffentlichen zu können. bo. Jlatgefe* im Sxi&stvMtkefvi Von Arthur Kahane. Selbstzucht ist das untrügliche Merkmal des wahren Adels. Man braucht keine Autokratennatur zu sein, um sich selbst zu beherrschen. Selbstbeherrschung ist Selbstbefreiung. Beherrsche dich selbst! Und du ersparst es dir, dich der andern zu bedienen. Sei nicht eitel! Ich gebe zu, es ist in deinem Fall schwer. Aber gerade das Schwere musste deine Eitelkeit reizen. Sei nicht eitel, nicht selbstgefällig, nicht empfindlich! Eitelkeit ist Unsicherheit. Selbstgefälligkeit macht lächerlich, Empfindlichkeit,* von andern-abhängig, Wenn du es bist, zeige es nicht! Aus Klugheit. Wenn du nicht klug bist, kann ich dir nicht helfen. Aber in diesem Falle versuche um Gottes willen nicht, dich zu ändern ! Tu gar nichts dagegen, es hilft ja doch, nicht, sondern lass Gott für dich sorgen. Verloren bis du in keinem Falle. ' Aber auch wenn du nicht eitel bist, und gerade dann, behandle dich selbst immer mit vollendeter Höflichkeit und mit der vorzüglichsten Hochachtung! So wie zwei Gentlemen einander behandeln sollten. Wer sonst, wenn nicht du selbst! Und wenn du selbst, dann werden's auch die andern. Spiele nicht mit dir das hässlichste und seelisch unsauberste aller modernen Gesellschaftsspiele, das Spiel def Minderwertigkeitskomplexe ! Ironisiere dich nicht selbst und mache keine Witze über dich! Auch wenn sie noch so nahe liegen. Es gibt einen Grad der Nähe und Intimität, der Witze verbietet. Und wer ist dir näher, mit dir intimer, als du selbst ? Es wäre nicht nobel, diese Intimität zu missbrauchen. Nimm dich aber nun auch nicht etwa feierlich ! Es gibt eine Selbstverständlichkeit, in der mehr Haltung und Distanz ist als in jeder Grandezza, die immer etwas Komisches hat. , Im Gegenteil, amüsiere dich, nicht über dich, aber mit dir ! Bei dir bist du doch wenigstens sicher, dass du deinen eigenen Esprit verstehst. Jeder ist sich selbst das beste Publikum. Wer weiss wann, wo ob man ein anderes findet! Amüsiere dich mit dir, so oft und so ausgiebig es dir deine Mittel gestatten ! Das Leben ist kurz und nicht immer kurzweilig. Sei dir selbst dein liebster Verkehr! Aber pflege diesen Verkehr ! Variiere ihn so viel und so reich du kannst! Lass ihn nicht zur Gewohnheit verfetten, damit du deiner eigenen Gesellschaft nicht überdrüssig werdest! Das bist du dir schuldig, mindestens ebensoviel Phantasie und Mühe an dich selbst zu wenden, wie du für Fremde aufbringst! Verkehre auch mit Fremden ! Schön damit du es von Zeit zu Zeit empfinden lernest, was es bedeutet, zu sich selbst zurückzukehren. Ausserdem gestattet, es das Leben keinem, so subjektiv zu werden, dass er die andern ohne Einbusse entbehren kann. Allerdings auch nicht, so objektiv zu werden, um über Sympathie und Antipathie zu stehen. Vergiss aber nicht, dass deine Sympathien und Antipathien deine Privatangelegenheiten sind, mit denen du keinen andern zu molestieren das Recht hast! Verstecke sie, soweit es ohne Heuchelei und Komödie möglich ist! (Siehe Selbstbeherrschung !) Auf die schauspielerische Anstrengung deiner Verstellung hat kein Mensch einen Anspruch, und wenn einer die Unverschämtheit besitzt, dir antipathisch zu sein, der am wenigsten : Höflichkeit des Herzens und der Manieren aber ist keine Angelegenheit willkürlich persönlicher Auslese, sondern Pflicht. In dein Haus jedoch, in das Allerheiligste deines privaten Lebens, lade nur Menschen, die dir in höchstem Grade sympathisch sind! Da sei dir keine Exklusivität streng genug! Einen Menschen, den du nicht rauchen würdest, wenn er eine Zigarre, nicht trinken, wenn er ein Wein, nicht lesen, wenn er ein Buch wäre, den lasse nicht an deinen Tisch! Unter allen Umständen aber ermögliche dir, erzwinge dir, ertrotze dir jeden Abend ein Schäferstündchen mit dir allein! Und wenn du nichts besseres vorhast, rekapituliere dein Tagewerk ! Ueberlege dir, welches Erlebnis, welcher Mensch, welcher Eindruck, welcher Gedanke dem Tage sein Gesicht gegeben hat, das ihn von deinen andern Tagen unterscheidet! Wenn du das tust, dann wird jeder Tag ein Gesicht bekommen, dann wird dein Leben, dann wirst du ein Gesicht bekommen. Mache dir einen Küchenzettel für den nächsten Tag. wogegen du dich zu rüsten, worauf du dich zu freuen hast! Die Voraussicht schützt dich vor Ueberraschungen, und die Vorfreude deiner Freude hast du weg, die kann dir nichts mehr nehmen. Im übrigen ist es ein Programm, und es ist damit wie mit allen Programmen : man braucht sich nicht daran zu halten. Es kommt immer alles anders: wenn du aber dein Programm gemacht hast, freust du dich, wenn du's durchführen kannst, und freust du dich doppelt, wenn es anders kommt. In jedem Falle freust du dich, was die Hauptsache ist. Mensch, freue dich! Luzern Schiller Hotel Garni1 Alle Zimmer mit fliess. Wasser o. Bad u.Tel. Zimmer v. Fr. 4.50 an. Pens. Fr. 12.-. Autoboxen. Ed. Leimoruber, Bes. Mannequin. Roman von Fannie Hurst. (11. Fortsetzung.) Aber trotzdem, sie war das einzige Mädchen aus der Nachbarschaft, deren Sprache und Gedanken nicht vom Auswurf der Gosse der Lower East Side durchsetzt waren. Sadie liebte es, die gedrängten* von Strassenhändlern verstellten Seitengassen Abend für Abend, ihren Arm um.Orchids Taille geschlungen, auf und ab zu gehen, und dabei die herrliche Sage von König Artus oder das «Ein Glanz fällt» zu rezitieren. Es war ein ergötzliches Abenteuer, mit der schnellen klugen Sadie, deren Geist durch Vererbung mit Schönheit durchsetzt war, in die rhythmischen sicheren Häfen der Poesie zu schlüpfen. Es passte zu dem beginnenden Verlangen nach schön eingerichteten Räumen und der ernsten patriarchalischen Schönheit von Sadies sich schaukelndem Vater. Es war etwas von einer Leidenschaft an Sadie, östlich, und angenehm wie eine dunkle reife Frucht Irgend ein Glanz lag über Sadie. Sie zu kennen, liess die Tage heller erscheinen und sicherte gegen den Auswurf der Gosse. Das und das Bewusstsein, das Nana auf ihre Art Wache hielt. Und doch empfand Orchid immer eine lauernde Angst. Was geschah, wenn Nana, wenn der Nebel in ihren Augen am dichtesten wurde — was geschah, wenn Nana nicht genug Wache halten konnte? Und gerade das geschah an einem Sonntagnachmittag, als Orchid Sadie nach dem Spaziergang verlassen hatte. Mit ihrem jungen gesunden Appetit, der nach Nachtmahl verlangte, ins Zimmer gestürzt kam. Während der vier Stunden, da sie weggewesen, war der Schiffer gekommen. Der mit der nackten Brust, den sie am ärgsten fürchtete. Das bedeutete, dass ein gewisser Leichter im Hafen war. Er sass lange hingestreckt auf dem einzigen Schaukelstuhl, der in dem Zimmer stand, und streckte seine langen Beine bis in die Mitte des Fussbodens aus. Annie, die auf den Knien dieser lang ausgestreckten Beine gesessen haben musste, sprang rasch auf, als Orchid hereinstürzte, und hob eine der unordentlich auf dem Boden herumliegenden Flaschen auf. Leere Flaschen, die Orchid kannte und nach Gestalt und Geruch fürchtete. Schnapsflaschen. Und Nana war nicht mehr ganz bei Sinnen. Schrecklich nicht bei Sinnen. Sie schwankte, wenn sie ging; und als sie sich auf die Matratze warf und dort zerschlagen und haltlos sass, geriet ihr Haar in Zotten vor ihre Augen und die Trübung in ihnen machte den Blick erschreckend milchig und sichtlos. Gewöhnlich wartete bei solchen Gelegenheiten Orchid mit einem schrecklichen Gefühl, bis der Besucher aus dem Raum hinausgetorkelt war und es ihr ermöglichte, Nana zu Bett zu bringen. Sie kannte den ganzen Vorgang. Das hässliche Geschäft, sie mit dem steifen alten Flanellschlafrock, den sie zur Nacht anzog, zu bekleiden und sie Zoll für Zoll unter die Bettdecke zu stecken. Und dann erwachte Nana, die nach solchen Besuchen gewöhnlich zwei bis drei Dollar in Noten besass, und begann zu schreien und zu jammern und ihr zu versprechen, dass das nie wieder geschehen werde. Das Leben konnte so gleichmässig eckelhaft sein. Man konnte sich sogar, wenn auch mit Schrecken, daran gewöhnen. - Aber an diesem Tage war Nana so schlapp. So verständnislos. Dies ergriff Orchid zum erstenmal mit ungewohntem Schrecken. 1 «Nana», schrie sie und eilte ihr entgegen, aus Furcht, dass sie vornüber stürzen und sich den Kopf an der Ofenkante wundschlagen könnte, wie sie es schon einmal getan hatte. Wie sie nun auf Nana los'stürzte, stolperte sie über die ausgestreckten Beine des Schiffers. Das war ihr Pech. Weil sie, als sie den kleinen Sprung wagte, mit ihrem, Knöchel gegen seinen stiess; und plötzlich hatte er sie in seinen Armen, in seinen schrecklichen affenartigen Armen. Hielt sie. Hielt sie so, dass seine rauhe Brust ihre Wangen berührte. «Nana!» schrie sie und wehrte sich und