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E_1935_Zeitung_Nr.024

E_1935_Zeitung_Nr.024

Unser

Unser Motorfahrzeug-Aussenhandel Zunahme der Mengenumsätze; Abnahme der Wertumsätze. Im abgelaufenen Jahr zeichnen sich unsere Automobilhandelsumsätze durch eine Zunahme des Volumens und durch eine Abnahme des Wertes im Vergleich zu den Umsätzen des Jahres 1933 aus. Der Automobilaussenhandel umfasste 1934 im ganzen 11,632 (11,257) Einheiten im Gesamtgewicht von 16,452,844 (15,938,153) kg, denen jedoch nur ein Wert von 51,808,136 (63,910,167) Fr. gegenüberstand. Daraus resultiert somit eine Differenz zu Gunsten des letzten Jahres im Vergleich zu 1933 von 375 Stück im Gewicht von 514,691 kg und zu Lasten des Jahres 1934 eine Werteinbusse von 12,10 Mill. Fr. Diese gegenteilige Entwicklung von Wert und Umsatzvolumen Lässt sich sowohl auf der Ein- wie Ausfuihrseite feststellen, was nichts anderes als einem weitern Abbau der Automobilpreise entspricht. Der Mittelwert aller im letzten Jahre vollzogener Automobilhandelsumsätze ist gegenüber 1933 von 4.01 Fr. pro kg auf 3.14 Fr. zurückgegangen, wobei der Exportmittelwert eine Reduktion von 5.80 Fr. auf 4.31, und derjenige des Importes eine solche von 3.67 auf 2.89 Fr. pro kg aufzuweisen hat. (21) Autokarosserien, 1 (2) Elektrokarren und 10 (17) unkarossierte Traktoren. Was das Herkunftsland der 1934 importierten Automobile und Chassis anbetrifft, so ergibt sich aus der statistischen Zusammenstellung, dass von den 10,732 (10,428) importierten Einheiten die Mehrzahl und zwar 4198 (4662) aus amerikanischen Automobilfabriken stammen. 2408 (2197) wurden aus Deutschland, 1550 (1736) aus Frankreich, 1167 (1019) aus Italien, 1314 (708) aus Grossbritannien, 53 (66) aus Oesterreich, 36 (30) aus Belgien, 3 (1) aus der Tschechoslowakei, 2 (0) aus Polen und 1 (0) aus Japan bezogen, während der irische Freistaat wie auch Russland-Ukraine, die im Vorjahre mit 5 resp. 4 Einheiten am schweizerischen Import beteiligt waren, 1934 nicht unter den schweizerischen Lieferanten figurieren. Unter diesen importierten Einheiten figurieren jedoch 63 Wagen, die unter die Kategorie der wiedereingeführten Automobile fallen, indem seinerzeit 28 Einheiten nach Deutschland, 22 nach Frankreich, 8 nach den Vereinigten Staaten, 3 nach Italien und zwei nach Polen ausgeführt wurden zwecks Vornahme notwendiger Reparaturarbeiten. In der nachstehenden Tabelle, welche über Zum Verkehrsteilungsgesetz. Am Sonntag tagte in Zürich eine von über 500 Vertretern aller Wirtschaftskreise der deutschen Schweiz besuchte Versammlung zwecks Stellungnahme zum Bundesgesetz über die Verkehrsteilung, das am 5. Mai zur Volksabstimmung gelangen soll. Nach ausgiebiger Diskussion wurde mit Einstimmigkeit folgende Resolution angenommen: 1. Das Verkehrsteilungsgesetz steht im Widerspruch mit der Bundesverfassung, da das Postregal, auf daa es gestützt wird, den Bund niemals ermächtigt, den Güterverkehr zugunsten der Bah- Was das Einfuhrgeschäft während des das prozentuale Verhältnis der einzelnen ganzen letzten Jahres anbetrifft, so orientieren die in nachstehender Tabelle zusammen- gibt, stellen die fetten Ziffern den im betr. Zollkategorien*) am Einfuhrgeschäft Auskunft gestellten Umsätze während den vier verschiedenen Quartalen im Vergleich zu den 1934 1933 Jahr erzielten grösseren Umsatz dar: entsprechenden Perioden des Jahres 1933 a 3 58 3.97 über die einzelnen Quartalsbewegungen : b 0.07 0.04 0 0.06 0.05 1934 Anzahl kg Wert in Fr. d 0.71 0.30 I. Quartal 2 467 2.986.435 8.901.246 e 0.84 0.34 II. » 4.085 4.891.389 13.857.407 f 57.07 47.07 III. » 2.651 3.031.477 8.916.408 g 0.01 0.03 IV. > 2.233 2.600.157 7.440.370 h — — 11.436 13.509.458 39.115.431 1 0.04 0.001 1933 Anzahl kg Wert in Fr. k 36.59 47.71 I. Quartal 2.613 3.078.199 11.857.161 1 1.03 0.48 II. » 3.431 4.126.151 15.321.164 Nachstehende Zusammenstellung orientiert III. > 2.705 3.387.108 12.784.800 uns über die Entwicklung des Ausfuhrgeschäftes während den 4 verschiedenen Quar- IV. » 2.334 2.868.758 9.561.294 11.083 13.460.216 49.524.419 talen des Vorjahres im Vergleich zu dem •Aus dieser Zusammenstellung geht hervor, entsprechenden Berichtsabschnitt des Jahres dass in der quartalmässigen Umsatzgrösse 1933. einzig während des II. Quartals des letzten 1934 Anzahl kg Wert in Fr. Jahres ein höherer Umsatz gegenüber dem I. Quartal 39 -620.631 2.998.025 entsprechenden Zeitabschnitt des Vorjahres II. » 53 818.390 3.509.983* III. > 51 728.646 3.108.746 i; erzielt wurde, aber nur was die Chassisund Wagenzah! wie auch das Importgewicht IV. > 53 775.719 3.075.951 196 2.943.386 12.692.705 anbetrifft, nicht aber etwa auch den Wert 1934 Anzahl kg Wert In Fr.' Alle Quartale des letzten Jahres im Vergleich zu denjenigen des Vorjahres, zeigen II. » 44 587.867 3.497.719' " I. Quartal 56 517.305 3.225.826 , tt, hinsichtlich wertmässigen Umsatzes eine Abnahme. IV. » 23 640.517 "3.416.238 III. » 51 732.248 4.245.965 Wie sich die wertmässigen Umsätze während den einzelnen Monaten des letzten Jah- Aus der Tabelle ergibt sich ein Ueberwie- 174 2.477.937 14.385.748 res hinsichtlich den entsprechenden -Berichtsabschnitten des Jahres 1933 entwickelt haben, res gegenüber den diesbezüglichen Abgen des II. und IV. Quartals des letzten Jah- geht aus der nachstehenden Zusammenstellung hervor : Anzahl der ausgeführten Einheiten anbeschnitten des Vorjahres, und zwar was die Monat 1934 1933 Minderwert trifft. Aehnlich wie auf der Einfuhrseite haben aber auch alle Export-Quartale einen Januar 2.868.295 3.254.661 386.366 Februar 2147.260 4.188.151 2.040.891 wertmässigen Rückgang aufzuweisen. Unter- März 3.885.691 4.414.349 528.658 April 4.625.864 4.826.121 200.257 ) Liste der Zollkategorien. Mai 4.760.294 5.366.963 606.669 a) Motor-Zwei- und Dreiräder, ohne Lederüberzug (Position 913 a); Juni 4.471.249 5.128.080 656.831 Juli 3.702.107 4.623.559 921.452 b) Motor-Zwei- und Dreiräder, mit Lederüberzug August 2.800.078 3.952.012 1.151.934 (Pos. 913 b); September i 2.414.223 4.209.229 1.795.006 c) Automobile und Chassis im Stückgewicht unter Oktober 2.330.308 2.720.561 390.253 800 kg (Pos. 914 a); November 2.040.025 2.637.653 597.628 d) Automobile und Chassis im Stückgewicht zwischen 800 und 1200 kg (Pos. 914 b); Dezember 3.070.037 4.203.080 1.133.043 Obige Tabelle zeigt, dass die grösste e) Automobile und Chassis im Stückgewicht zwischen 1200 und 1600 kg (Pos. 914 c); wertmässige Einbusse auf der Importseite f) Automobile und Chassis im Stückgewioht über der Monat Februar mit mehr als 2 Mill. Fr. 1600 kg (Pos. 914 d); gebracht hat, während die Monate August, g) Karosserien aller Art für Automobil« (Position 914 e); September und Dezember mit Importverlusten von über 1 ..Mill. Fr. und die übrigen h) Elektrokarren (Pos. 914 s); Berichtsabschnitte mit darunter liegenden i) Traktoren ohne Karosserie (Pos. 914 g); k) Elektrische Apparate zum Anlassen, zur Zündung, zur Beleuchtung und Fahrsicherung für Einbussen beteiligt sind. Im Verlaufe des ganzen Jahres 1934 sind Motorfahrzeuge und Fahrräder; Scheibenwischer und andere Apparate, sowie Teile von nen 11,436 (11,083) Motorfahrzeuge eingeführt solchen (Pos. 924 c); worden und zwar 691 (615) Motorräder, 1) Kilometerzähler für Motorfahrzeuge (Position 10,732 (10,428) Automobile und Chassis, 2 924 d); AUTOMOBIL-REVUE 1035 — zieht man das Exportgeschäft während den einzelnen monatlichen Berichtsperioden des letzten Jahres einer nähern Betrachtung und vergleicht die einzelnen Abschnitte mit denjenigen des Jahres 1933, so zeigt' es sich, dass einzig die Monate April, Juni und Dezember einen in bescheidenen Grenzen sich haltenden Mehrwert aufweisen, während alle übrigen 9 Monate mit einem Minderwert abschliessen, der sich für die Monate Februar, Juli, August, September und Oktober recht unliebsam bemerkbar machte. Das Total der über 9 Monate sich erstreckenden' Defizitabschlüsse beziffert sich auf 1,805,219 Fr. im Vergleich zu den während den 3 Monaten April, Juni und Dezember erzielten grössern Ausfuhrwerten von zusammen 112,176 Franken. Monat 1934 1933 Minder- Mehrwert, wert Januar 842.038 865.690 23.652 — Februar 891.241 1.017.966 126.725 — März 1.264.746 1.342.170 77.424 — April 1.194.337 1.119.411 — 2.529 Mai 1.139.975 1.205.166 65.191 — Juni 1.175.671 1.173.142 • — 74.926 Juli 1.010.850 1.454.321 448.471 — August 1.079.886 1.424.786 344.900 — September 1.018.010 1.366.858 348.848 — Oktober 1.045.950 1.409.644 363.694 — 1 November 1.014.906 1.026.220 11.314 — Dezember t.015.095 980.374 — 34.721 Mit. Ausnahme der Elektrokarren umfassen die von der Zolldirektion durchgeführten statistischen Untersuchungen alle automobilistischen Exportprojekte. Prozentual waren die einzelnen Zollkategorien am Ausfuhrgeschäft der beiden letzten Jahre folgendermassen beteiligt: 1934 1933 a • 3.58 3.97 b 0.07 0.04 G 0.06 0.05 d 0.71 0.30 e 0.84 0.34 f 57.07 47.07 g 0.01 0.03 h — — i 0.04 0.001 36.59 47.71 0.48 1.03 Wie aus dieser Zusammenstellung hervorgeht, hat vor allem die Kategorie Automobile und Chassis -im Stückgewicht über 1600 kg recht gut abgeschnitten. Fortsetzung Seite 11. Schweizerische Rundschau Auto und Strasse auf der Traktandenliste für die Frühjahrssession. Am letzten Samstag tagten in Bern das Bureau des Ständerates und die Präsidentenkonferenz des Nationalrates zur Bereinigung der Traktandenliste für die am 25. März beginnende Friihjahrssessipn der eidg. Räte. Auf der Traktandenliste des Ständerates sind neben einer Reihe anderer Geschäfte vorgemerkt: Begutachtung der. Alpensträsseninitiative und Aufhebung der Konzession für die Strassenbahn St. Moritz-Dorf nach St. Moritz-Bad, die bekanntlich durch einen Autobusbetrieb ersetzt wurde. Die beiden nämlichen Traktanden stehen auch auf der Liste der vom Nationalrat zu behandelnden Geschäfte. Im speziellen dürfte aber die Automobilisten die vom gleichen Rat bereits am ersten Sitzungstag zur, Diskussion gestellte Motion Nietlis-. bach über Revision des Automobilgesetzes interessieren. und ihrer Konzessionäre zu monopolisieren oder für konzessionspflichtig zu erklären. 2. Den Bundesbahnen kann das Gesetz bei loyaler Anwendung keine irgendwie wirksame Hilfe bringen. Im andern Falle aber muss das Verbot Erdöhnonopol in Schweden ? Unlängst hat eine von der schwedischen Regierung eingesetzte Spezialkommission, die sich mit der Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen einer etwaigen mono~ polmässigen Regelung des schwedischen Handels von motorischen Brennstoffen zu befassen hat, ihre Arbeiten aufgenommen. Innert kürzester Frist sollen die Ergebnisse der Regierung unterbreitet werden. Bei einem günstigen Resultat dürfte bereits noch im Laufe dieses Jahres mit der Einführung des staatlichen Monopols zu rechnen sein. Mit den Monopolplänen sind keine Preiserhöhungen beabsichtigt. Verkehrsteilung in Oesterreich. Auf Grund der kürzlich abgeschlossenen Verhandlungen über die Neugestaltung des Güterverkehrs und der Verkehrsteilung zwischen Schiene und Strasse wird der Güterverkehr der neu zu gründenden Gesellschaft «Oesterreichische Nahverkehr-, Rollfuhr- und Speditionsgenossenschaft» übertragen. 51 Prozent der Genossenschaftsanteile werden den Oesterreichischen Bundesbahnen, 49 Prozent den privaten Frachtführern reserviert. Dem Unternehmen ist der Camionagedienst in Wien und der Güterverkehr auf Entfernungen bis zu 50 Kilometer übertragen, sofern er nicht aus besondern Gründen den Bahnen vorbehalten bleibt. Der Fernverkehr ist ausschliesslich den Bahnen überlassen worden. Der Staubsauger im Strassenreinigungsdienst Hannover darf sich rühmen, mit einem richtigen Strassenstaubsauger neue Wege der Strassenreinigung beschritten zu haben. Vorerst wird der Staub mit einer Bürstenwalze aufgewirbelt und unmittelbar in das Wageninnere abgesaugt. Die neue Maschine soll vor allem an trockenen Hochsommertagen und bei schneefreiem Frostwetter, wo der lose Staub besonders lästig wird, die Staubplage ohne vorheriges Bespritzen der Strossen beseitigen. Die Stundengeschwindigkeit dieses modernen Staubschluckers beträgt 15 Kilometer, so dass im Verlaufe eines Tages ein Strassenstück von rund 100 Kilometer Länge gereinigt werden kann. der Mitführung von Fremdwaren sowohl bei der Hin- wie bei der Rückfahrt für sämtliche Kreise von Handel, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft zu endlosen Plackereien und Polizeischikanen führen, die uns vom Verkehrsfrieden erst recht abbringen. 3.* Die Vorlage steht aber auch im Widerspruch mit den wiederholten Zusicherungen des Bundesrates: Kein Sou den SBB vor durchgeführter Sanierung. Von den Bundesbehörden muss verlangt werden, dass sie zu diesem Worte stehen, da sonst jede Aussicht für eine auch nur einigermassen befriedigende Sanierung und Reorganisation dahinschwindet. Die Versammlung spricht unter diesen Umständen dem Referendumskomitee ihr Vertrauen aus in der Erwartung, dass es bis zum Abstimmungstage das Nötige veranlassen wird, um die Stimmberechtigten über die wirklichen Tendenzen der Gesetzesvorlage aufzuklären. (Mitg.) Stvassen No 24 s t i s c h e r Prageistrasse. In Schwyz haben die kantonalen Interessenten (schwyzerische Mitglieder der Bundesversammlung, Regierungsräte und Aktionskomitee) in einer Zusammenkunft zur Frage der Erstellung der Pragelstrasse Stellung genommen. Einstimmig wurde beschlossen, alles zu unternehmen, um die Pragel-Wäggitalstrasse unbedingt zu verwirklichen. Der Aussprache lag das von Ingenieur Zündt auf die heutigen Verhältnisse umgearbeitete Pragelprojekt von 1907 zugrunde, das eine Bausumme von 4,5 Mill. Fr. vorsieht. Für den nauptteil der Besucher gruppiert sich das ausgestellte Material in drei Hauptteile. Der Salonbummler lässt einmal Dinge, die ihn nicht interessieren, vor denen er bloss .gelangweilt, zu gähnen beginnt, links liegen. Mehr Interesse hat er für Dinge, die schon in seine Welt eintreten, oder von denen er wenigstens hofft, dass dies einmal geschehen werde. Das sind die kleineren Wagen; auch die Lastwagen und Omnibusse, und wenn er technisch geschult ist, auch die einzelnen Details der Motoren. Schliesslich will sich der Besucher im Salon auch in eine schönere Welt hinüberträumen, und da unsere moderne Welt selbst das Märchen technisiert hat, so wird als letztes Ziel ein Rassewagen erahnt, der mehr PS im Leibe hat als der' staunende Mann davor Franken im Portemonnaie. Ob diese Maschinen nun so oder so heissen, sie alle sind für den Durchschnitts-Salonbesucher von bezwingendem Reiz, vor ihnen steht er halb verlegen, entzückt und staunend, bis der Verkäufer sich seiner in freundlicher Weise «nnimmt. Diese Schöpfungen werden zum Inbegriff dessen, was die moderne Welt heute leisten kann. Denn, welche Möglichkeiten liegen im Besitze eines solchen Wagens verborgen: Flucht aus der Stadt,Traum der Landstrasse, Fahrten unter tiefblauem Sommerhimmel, Duft blühender Blumen, reifenden Kornes, stiller Ländlichkeit, Halte am FIuss und am See, oder Fahrt in die Zauberwelt des Winters und der Berge. Der Horizont des Alltags wird gesprengt, der Blick weitet sich, ein neues Lebensgefühl ergreift den Menschen. Aber viele dieser Wagen sind zu schön, als dass der Verzicht auf sie zum Schmerz werden könnte. Der Abstand klafft zu gross : man nimmt, was nicht sein kann, resigniert als eine Tatsache hin. Das sind die Erlebnisse, die der durchschnittliche, technisch nicht besonders gebildete Salonbesucher jedes Jahr wieder neu kennen lernt. Doch da gibt es auch die Routinierten, die sich von Anfang an nicht bluffen lassen und das Wesentliche nie vergessen. Das sind die Fachleute, die technisch Geschulten, die Leute vom Bau, für die an anderer Stelle unseres Blattes so viel zu lesen steht, dass wir uns mit ihrer Erwähnung begnügen dürfen. Sie haben für den Laien nur das Lächeln des Besserwissenden übrig und kommen sich hier mit Recht als die überlegenen Grossen Vor. Das Automobil zerlegen sie theoretisch, auf ihren Rundgängen in unzählige technische Ausdrücke und finden mit der Raffiniertheit eines Detektives jede Neuerung heraus. • Ein besonderes Kapitel verdienen immer die Frauen im Salon. Für manchen Kauf sind nicht zuletzt sie verantwortlich, da sie ihre Sympathien in einer Weise zu verteidigen wissen, dass dem Manne nicht mehr viel übrig bleibt als schleunige Kapitulation. Sie unterhalten sich mit den Verkäufern nicht weniger fachkundig, und doch legen sie auf alles, was nach aussen hin Eindruck erwekken kann, einen ganz 1 besonderen Wert. Dinge, die der Mann überhaupt nicht sieht, entdecken sie mit echt weiblicher Findigkeit, und sie können sich an Details entzükken, für die der Begleiter höchstens Verständnis, keinesfalls aber übermässige Sympathie hat. Anderseits bringen sie es in ihrer Subjektivität fertig, Neuerungen abzulehnen, einfach weil sie ihrem persönlichen Geschmacke nicht entsprechen können oder weil sie nun einmal nicht davon zu überzeugen sind. Man muss das Urteil, ob mit den Frauen oder den Männern besser zu verhandeln ist, den Verkäufern überlassen, für sie wird es in erster Linie darauf ankommen, bei den Frauen die Sympathien für einen Wagen zu wecken, dann haben sie meist gewonnenes Spiel. Auch die Frauen, für die ein Wagenkauf nicht im Bereich der Möglichkeit liegt, kokettieren gerne im Gedanken damit, eines dieser Geschöpfe zu eigen nennen zu können. Sie setzen sich gerne in die Wagen und hoffen dabei gleichzeitig in der Windschutzscheibe das eigene Spiegelbild zur Prüfung rasch erhaschen zu können. So ändern sich von Jahr zu Jahr die Konstruktionen, die technischen Auffassungen werden anders, doch der Rahmen, der Reiz der grossen Ausstellung, und die Menschen, die sie bewundern, bleiben immer gleich, bo. Fortsetzung des «Aut erlaufenden Romans siehe Feierabend».

N° 24 — 1935 AUTOMOBIL-REVUE 3 Sportnachrichten Nach den Genfer Sporttagen schön, wir haben im Wagen geradezu sommerlich warm. Nach 10 Uhr verlassen wir Biel wieder und wenden uns nach Solothurn. Auch in Biel ist grosser Markt und wir haben Mühe, überall durchzukommen. Die Juraberge rücken näher heran und blenden unsere Augen. Die Felder sind grau und müde, doch die Luft riecht nach Frühling. Die schönen Strassen erlauben ein flottes Fahrtempo. Rasch nacheinander passieren uns einige Konkurrenten, die Biel zustreben. Plötzlich liegt wieder der kleine graue Steyr hinter uns, der uns schon auf der Rückfahrt von Neuenburg begegnet ist. Ein leichtes Geplänkel entsteht, und unser Gegner, der mit dem als schnellsten klassierten Kleinwagen fährt, winkt noch mit der Hand zuTÜck. Auch in Solothurn ist das Bauernvodik zum Markt in allen Gassen anzutreffen. In rascher, regelmässiger Fahrt gelangen wir zum zweitenmal nach Bern, wo wir der dortigen Kontrolle nochmals einen raschen Besuch abstatten. Dann geht es zu einem Abstecher nach Thun, während uns einige Fahrer schon wieder begegnen. Die Kontrolle in Thun ist sehr günstig gelegen, so dass wir kostbare Zeit ersparen. Wir verzeichnen nun einen Vorsprung von einer halben Stunde gegenüber den Zeiten unseres Fahrplans. Da wir um 1 Uhr in Freiburg wieder starten, können wir nun gemütlich bummeln. Auch der Fahrer wird abgelöst. Unterdessen hat sich der Himmel leicht überzogen und wir beginnen plötzlich am Wetter zu zweifeln. Die Buben in den Dörfern haben gemerkt, dass etwas ganz Besonderes los ist und sitzen reihenweise am Strassenrand. Kurz vor 1 Uhr sammeln sich auf dem Bahnhofplatz in Freiburg die Sternfahrer und der Kommissär wird von ihnen fast überrannt. Jeder will natürlich zuerst wieder los. Wir starten im Mittelfeld und können uns erfreulich gut halten, trotzdem unser Wagen von Bern bis Lausanne nicht weniger als 6 Personen mitführt. Die Freiburgef Berge treten nun ganz nahe an uns heran, sie glitzern in blendendem Weiss. Wir fahren durch die malerischen Orte des Greyerzerlandes. In den Dörfern stehen die Kinder zu Scharen und kurz vor Bulle treffen wir auf eine Motorwagentruppe. Andauernd haben wir prachtvolle Ausblicke über Das sportliche Wochenende in Genf, das zu Beginn des Salons nach fester Tradition durchgeführt wurde, hat zahlreiche Freunde des Motorsportes in die westschweizerische Ecke unseres Landes gelockt, wo man während zwei Tagen auf Schritt und Tritt bekannten Gesichtern begegnete. Sowohl die Sternfahrt vom Samstag wie das Kilometerrennen vom Sonntag wurden zu erfreulichen Erfolgen, so dass die Saison 1935 vielversprechend eingeleitet worden ist. Bei den Reden anlässlich der Preisverteilung am Sonntagabend im Salonrestaurant klang die Genugtuung der Organisatoren durch, die mit Befriedigung auf die beiden Tage zurückblicken. Wir waren leider wegen Platzmangel gezwungen, in der Berichterstattungsnummer vom letzten Montag den eingehenderen Sternfahrtbericht, von einem Konkurrentenwagen aus geschrieben, wegzulassen. Im folgenden sei dies nachgeholt, um den Lesern vom Kampf der Fahrer um die kostbaren Punkte einen Begriff zu geben. Im übrigen sei noch auf eine interessante Erscheinung in der Resultatliste hingewiesen. Ein Ostschweizer schloss die Fahrt als Erster ab, dann folgen in den 12 weiteren Rängen alles Westschweizer, und erst der vierzehnte stammt dann wieder aus der deutschen Schweiz. Man könnte angesichts dieser Tatsache beinahe auf den Verdacht kommen, in der welschen Schweiz wären die bessern Fahrer zu Hause, doch dürfte hier vor allem der Zufall die Hand im Spiele gehabt haben, was zur Beruhigung der deutschschweizerischen Automobilisten noch beigefügt sei. Wir legen übrigens noch Wert auf eine Richtigstellung, in unserem Sternfahrtbericht. In der begreiflichen Hitze des Gefechtes übernahmen wir den in der Resulratliste offiziell angewendeten Ausdruck vom «Verstoss gegen das Reglement», als dessen Folge drei Fahrer nicht klassiert werden konnten. Dabei handelte es sich jedoch keineswegs um eigentliche Reglementsverstösse, da diese Konkurrenten auf ihrer Reise, lediglich vom Pech heimgesucht wurden, und gegen diese «höhere Macht» konnten sie sieh natürlich nicht zur Wehr setzen. So hatte einer dieser drei Fahrer das Unglück, im hohen Juraschnee zweimal von Maschinendefekt verfolgt zu werden, und jedesmal arbeitete er eine halbe Stunde lang mit allen Kräften. Er fuhr trotz allen diesen Widrigkeiten des Geschickes glücklich nach Genf, wo erst wenige Minuten vorher die Kontrolle geschlossen worden war, und er dann unverdienter Weise nicht mehr klassiert werden konnte. Kurzer Sternfahrtbericht. Der Samstagmorgen ist mit wolkenlosem Himmel angebrochen. Strahlendes Wetter — das verheisst die klare kühle Luft des jungen Tages. Im gemütlichen Bummeltempo gondeln wir von Bern nach Biel, das von uns als Ausgangspunkt der Fahrt gewählt worden ist. Wir ruhen während dieser gemütlichen Fahrt noch etwas aus, denn wir wissen, dass es nachher nicht mehr so weiter geht. Wir wir in Biel vor der Kontrolle halten, stehen schon einige Wagen bereit, und der Kontrollkommissär ist eben daran, in die Routenhefte seine Namen einzutragen. Schon wird es ernst; rasch springen wir wieder in den Wagen, und die grosse Jagd nach den Punkten geht los. Wir können uns nur dazu beglückwünschen, dass die Strassen in diesem einwandfreien Zustand sind, denn sonst hätte unser Punkt-«Budget», das wir aufgestellt haben, den Möglichkeiten gar nicht entsprechen können. Die Strasse führt dem Bielersee entlang, auf dem noch dünne Eisplatten treiben. Im Osten hat sich die Sonne aus dem Dunst herausgeschält und giesst ein milchiges Licht auf das ruhige Wasser. Auf den Strassen ist noch kein Betrieb, und die wenigen Leute, denen wir in den Dörfern begegnen, sehen unserm Wagen erstaunt nach. Wir fahren mit der Uhr in der Hand, und zwar auf « Vorrat ». Trotzdem wir flottes Tempo einhalten, bleiben wir absichtlich sehr diszipliniert und sind bestrebt, aus der Sternfahrt kein Rennen zu machen. In Neuenburg sind die Strassen noch still und ruhig, rasch wird bei der Kontrolle gehalten, und schon geht die Reise weiter. Wir haben bereits 10 Minuten Vorsprung nach unserem Fahrplan, also brauchen wir nach Bern nicht mehr allzu stark zu pressieren. Der Wagen gleitet lautlos über die Strasse, links und rechts finden sich letzte schmutzige Schneereste, und nur der Jura ist noch ganz mit Schnee bedeckt. Noch ist uns kein Fahrer begegnet, doch eifrig schauen wir nach jedem Konkurrenten aus. Auf den Feldern gehen die Bauern ihrer täglichen Arbeit nach, und nur manchmal drehen sie langsam den Kopf nach uns. Die Strasse ist teilweise ziemlich schlecht und verlangt vorsichtiges Fahren. Ins und Kerzers sind rasch passiert. Bei Gümmenen holpert der Wagen über die alte Holzbrücke. Da — bei der nächsten Kurve taucht ein anderer Wagen auf, wir erkennen einen Konkurrenten, der in seinem Kleinwagen in rascher Fahrt vorbeiflitzt. In der Ferne werden die silberglänzenden Freiburger Berge sichtbar. Schon nahen die Vororte von Bern, und wie es halb 10 Uhr schlägt, laufen wir in der Bundesstadt wieder ein. Für einen Augenblick umflutet uns das Marktgetriebe, und dann verlassen wir unsere Heimatstadt wieder mit Richtung gegen Biel. In Bern haben wir erfahren, dass auch schon andere Konkurrenten vor uns da waren, das gibt unserem Elan neuen Antrieb. Das Wetter ist strahlend die weite Hochebene und ins Gebirge. Von Bulle aus führt die Route über Chätel-St-Dehis die wundervolle Strasse gegen Vevey hinunter, wo wieder Kontrolle ist. Wie wir Vevey erreichen, fahren gerade wieder drei Konkurrenten von der Kontrolle weg. Für die Schönheiten des Genfersees und der ihn umkränzenden Berge haben wir keine Zeit; es gilt jetzt, sich bis Genf noch gut zu halten. Der See liegt dunstig und bleiern; wir fragen uns, ob es am Saconnex morgen nicht regnen wird. Vor der Kontrolle in Lausanne herrscht ein gewaltiges Durcheinander und wir sind froh, als wir die letzte Etappe beginnen können. Wir fahren und fahren und sind voll frohen Mutes. Da — der Motor beginnt merkwürdig auszusetzen, und wir halten entsetzt an. Was ist geschehen? Nochmails versuchen wir es, und wieder hören wir das störende Nebengeräusch. Bei der nächsten Garage wird Verrussung der Ventile festgestellt. Mit welcher Enttäuschung konstatieren wir, dass^ wir ausgezeichnet gelegen sind, denn Konkurrent an Konkurrent überholt uns nun. Langsam und resigniert fahren wir weiter, und kurz vor Genf haben wir zu allem Unglück auch noch Pneudefekt. Das Rad muss ausgewechselt werden, und so treffen wir wohl rechtzeitig, aber aus dem Hauptkampf ausgeschaltet, im Schlussfeld in Genf ein. bo. Das Urteil der Sternfahrer. Ein Konkurrent der Sternfahrt nach Genf übermittelt uns folgende Zeilen, die wir als persönliche Aeusserung gerne veröffentlichen, ohne selber dazu Stellung zu nehmen: «Die Sektion Genf des A. C. S. hat es sich zur Aufgabe gemacht, jeweils am ersten Sonntag des Genfer Salons eine Sternfahrt zu organisieren. Die diesjährige Konkurrenz unterschied sich von den bisherigen Veranstaltungen wesentlich. Während früher die Kontrollen unbekannt waren und die Durchschnittsgeschwindigkeiten fortlaufend als Grundlage zur Berechnung der innezuhaltenden Zeiten dienten, wenn man möglichst strafpunktfrei abschliessen wollte, so konnte man diesmal die Kontrollorte frei auswählen, die man berühren wollte. Bei den früheren Fäibrten konnte auch ein Fahrer mit einer schwachen und langsamen Maschine zu einem Erfolg kommen, diesmal spielte deren Stärke eine Hauptrolle. Wer einen starken Motor besass, den er auch längere Zeit stark forcieren durfte, der war im Vorteil, denn nur er vermochte möglichst viele Kontrollorte anzufahren, und nur so gelang es ihm, vor 15 Uhr die letzte Kontrolle in Lausanne zu passieren. Welche Möglichkeiten bei einer solchen Fahrt einer Kompressormaschine offenstehen, braucht gar nicht besonders betont, zu werden. Bei einer Wiederholung der Sternfahrt nach dem diesjährigen Plan wäre eine gerechtere Beurteilung der Leistung von Wagen und Fahrer sehr zu empfehlen. Entweder könnte man zwei Blassen (bis 2000 ccm und über 2000 ccm) schaffen, oder dann den schwächeren Wagen zum voraus Punkte gutschreiben. Bei einer Abänderung des Reglementes sollte die Kombination des diesjährigen mit einem früheren Reglement möglich sein. Jedenfalls sind viele Sternfahrer darin einig, dass eine Konkurrenz nach der diesjährigen Formel nicht mehr ausgefahren werden kann und darf. Zum Schluss sei noch, etwas über den Empfang in Genf beigefügt. Man kam in Genf an, gab sein Routenheft im Bureau ab, wo man einen Willkommengruss in die Hand gedrückt erhielt, und dann war man wieder sich selbst überlassen. Man sah viele Offizielle herumstehen und vergnügt miteinander plaudern, aber zu einer eigentlichen Begrüssung kam es nicht. Das wurde von den S'ternfahrern empfunden. Mehr Fühlungnahme der Offiziellen in Genf mit den Sternfahrern wäre sicher nur von Gutem; ein Beispiel könnten sich die Herren in Genf bei den einzelnen Kontrollposten holen, wo man überall sehr kameradschaftlich besrriisst wurde.» Die Meldungen für den Grossen Preis von Frankreich. Nachdem sich für den französischen Grand Prix vom 23. Juni bereits früh- Der Schlager des Genfer Salons Der grösste Erfolg erzielt der durch Saurer montierte Chrysler-Plymouth. Der Schlager des diesjährigen Salons in Genf ist ohne Zweifel der 6-Zylinder-H-PS-Chrysler- Plymouth, Modell 1935, das Plymouth-Modell mit dem wirtschaftlichen Motor. Dieser Wagen ist nach einem neuartigen Abfederungsprinzip, dem sog. « synchromatischen », konstruiert worden, durch welches die für die Passagiere auf den Rücksitzen so unangenehmen Nickschwingungen ausgemerzt wurden. Dieses System, welches eine unvergleichliche Strassenhaltung gewährleistet und dem Wagen einen bisher unerreichten Komfort verschafft, verdankt ihre Entstehung langen Versuchen und Studien, die seit über 5 Jahren durch die Chrysler-tWerke durchgeführt wurden. Es ist der einzige Wagen in der populären Preisklasse, der mit einer so angenehmen Abfederung ausgestattet ist. Diese sehr grosse Verbesserung des Wagen-Komforts konnte durch Synchronisierung der 4 aus Mola-Spezialstahl hergestellten Federn erzielt werden, wobei die Schwingungszahl von den gewöhnlichen 125 auf 90 pro Minute reduziert wurden. Gleichzeitig erfolgte eine gleichmässige Verteilung des Massengewichts, d. h. die Vorderachse trägt nun 50% des Gewichtes, statt 40% wie bis anhin; die Hinterachse trägt ebenfalls 50% an Stelle der bisherigen 60%. Ferner wurde der Motor über die Vorderachse nach vorn geschoben und die Sitze in den Schwingungsmittelpunkt, d.h. zwischen die Achsen, verlegt. Die Vorderachse ist mit einem Stabilisator versehen, um ein Schwingen des Wagens in den Kurven zu verhindern und eine vollkommene Strassenhaltung zu gewährleisten. Diese Verbesserungen sind in ihrer Gesamtheit auf dem Gebiete der Abfederung wohl die wichtigsten seit dem Anfang des Automobilbaues. S|>«»a*4 1 ii \us Der neue schweizerische Chrysler-Plymouth 1935 weist daneben auch ein Brennstoff-Sparsystem auf, das sich vor allem auf ein hohes Kompressions- Verhältnis des Motors (6,7:1) basiert, wobei ein Klopfen seihst bei Verwendung von gewöhnlichem Benzin vollständig ausgeschlossen ist. Dies rührt von einem neuartigen Prinzip her, das eine doppelte Vorzündung mit automatischer Verzögerung verwendet, und zwar durch Unterdruck- im Augenblick der Beschleunigung und durch Verhinderung einer anormalen Erwärmung der Zylinder. Diese letztere wird erreicht durch: 1. Eine besondere Kühlung der Ventilsitze durch Vernebelung von Wasser um dieselben herum; 2. durch bessere Kühlung, welche die Zylinder auf ihrer ganzen Länge umspült, wodurch ein. Verziehen verhindert wird; 3. durch eine automatische Abkühlung des Oels im Kurvengehäuse um rund 30 Grad Celsius. Dadurch wird der Oelverbrauch bedeutend verringert und die Schmierung verbessert, weil das Oel eine bessere Viskosität beibehält. Eine weitere Neuerung, die den Beifall aller Fachleute erhält, ist die Verbesserung der Aluminium-Kolben. Chrysler ist es gelungen, die Abnützung zu unterbinden durch Anwendung eines elektrolytischen Verfahrens, wodurch die Kolben eine Dauerhaftigkeit erhalten, welche derjenigen des Diamanten gleichkommt. Die Lebensdauer des Motors wird dementsprechend verlängert. Die Hinterachse des Plymouth ist durch Verwendung der Hypoidverzahnung verbessert worden, wobei der Antrieb unterhalb des Zahnturmes des Zahnkranzes erfolgt, wodurch die Kardanwelle und damit der Schwerpunkt des ganzen Wagens tiefer gelegt werden konnte. Der Schweizer Plymouth, dessen Komfort und Formenschönheit wieder ganz bedeutend zugenommen haben, weist eine ausserordentliche Leistungsfähigkeit auf. Ein Schalten ist praktisch nicht mehr nötwendig, weil er alle Steigung im direkten Gang nimmt und ohne Schwierigkeit sogar im Direkten anfahren kann. Der Wagen wird in zwei Modellen mit Motoren von 14 oder 17 PS geliefert, die an der Bremse 70 resp. 82 PS leisten. Muss noch beigefügt werden, dass für die ganze Ausrüstung Schweizer Fabrikate verwendet werden und dass die Ganzstahl-Karosserie ohne jegliche Anwendung von Holz für die Passagiere bei einem Unfall den besten Schutz bilden? Die hydraulischen Bremsen sind weiterhin verbessert worden. Das Getriebe hat eine Synchronisiervorrichtung mit schrägverzahnten Rädern, wodurch diese in allen Gängen absolut lautlos arbeiten und ein einwandfreies Schalten ermöglichen. Chassis und Karosserie bilden zusammen einen einheitlichen Block, da die letztere am ersteren seitlich an den Längsträgern und auf dem Chassis oben mit 46 Muttern befestigt ist. Karosseriekörper und Kotflügel sind nach einem besonderen Verfahren behandelt worden, wodurch sie garantiert rostfrei geworden sind. Chrysler-Plymouth, 14 PS, 6 Zylinder, synchromatische Ab. federung, Geschwindigkeit 130 Stdkni., 5- oder 7plätzig- Da die neuen Karosserien bedeutend breiter und geräumiger sind als die früheren, bieten sie fünf korpulenten Personen ausreichend Platz. Die siebenplätzigen Modelle mit Notsitzen noch vorn sind lieferbar mit langem Chassis. Der schweizerische « Plymouth » ist ohne Zweifel derjenige Wagen am Salon 1935, der vom technischen Standpunkt aus wohl das Interessanteste bietet Generalvertretung für Bern, Solothurn und lür die Westschweiz: BLANC & PAICHE, Bundesgasse 45, BERN «a zeitig Mercedes-Benz, die Auto-Union, die Scuderia Ferrari und die Scuderia Subalpina eingeschrieben hatten, erhielt der A.C. von Frankreich kurz vor Nennungsschluss auch die Anmeldung von Lehoux auf dem neuen Sefac-Wagen von Ingenieur Petit. Im letzten Augenblick meldete sich auch Bugatti, der jedoch nur einen Wagen einschrieb, dessen Fahrer noch nicht einmal bekannt ist. Bugatti muss das Rennen wieder aus eigenen Mitteln bestreiten, trotzdem man ihm haufenweise Versprechungen machte. Wenn es Frankreich nicht einmal möglich ist, seine Industrie auf den eigenen Grand Prix hin zu unterstützen, dann muss es um die Nationalspende nicht sehr rosig stehen. Die folgenden 12 Wagen werden nun in Montlhery starten : 1. Mercedes-Benz I (Caracciola) 2. Mercedes-Benz II (Fagioli) 3. Mercedes-Benz III (von Brauchitsch) 4. Auto-Union I (Stuck) 5. Auto-Union II (Varzi) 6. Auto-Union III (von Leiningen) 7. Alfa Romeo I (Nuvolari) 8. Alfa Romeo II (Chiron) 9. Maserati I (Etancelin) 10. Maserati II (Zehender) 11. S.E.F.A.C. (Lehoux) 12. Bugatti (X...). Grosser Preis von Tunis. Soeben erscheint das Reglement für den Grossen Preis von Tunis, der am 5. Mai vor den Toren der Hauptstadt auf der Karthago-Rundstrecke stattfinden wird. Die Rundstrecke ist teilweise abgeändert und schneller gemacht worden. Sie misst 12,6 km und muss 40 mal, demnach über 500 km befahren werden. Zu dem Rennen sind Rennwagen aller Gattungen zugelassen, die internationale Rennformel gilt hier nicht. 25 Fahrer können an dem Lauf teilnehmen. Die Veranstaltung wird bekanntlich wie in Tripolis erstmals mit einer grossen « Sweepstake »-Lotterie finanziert. Anmeldungen werden bis zum 27. April 18.00 Uhr entgegengenommen. Der Erste des Rennens erhält 40,000 franz. Fr., der Zweite 25,000, der Dritte 10,000 fr. frs. usw. Zudem bekommen die Fahrer noch einen gewissen Prozentsatz der Lotteriesumme. Für den Grossen Preis von Tunis hat die Auto-Union bereits Hans Stuck und Varzi gemeldet. Voraussichtlich werden alle grossen Rennställe und Firmen in Tunis vertreten sein. Grosser Preis von Monaco. Für den Grossen Preis von Monaco haben sich bekanntlich die Auto-Union, Mercedes-Benz und die beiden grossen italienischen Rennställe ebenfalls bereits eingeschrieben. Wie man weiter erfährt, lässt die Scuderia Ferrari noch einen vierten Fahrer konkurrieren, entweder Trossi, Brivio oder Commotti. Lord Howe startet mit einem der neuen Bugattimodelle und Farina fährt auf einem Maserati. Die Scuderia Ferrari und die Mille Miglia. Die Scuderia Ferrari, die mit der Vorbereitung der Rennwagen für die neue Saison voll beschäftigt ist, hat für das Sportwagenrennen Mille Miglia offenbar diesmal kein grosses Interesse. Sie soll sich entschlossen haben, keine offizielle Equipe an das Rennen zu entsenden. Als einziger Fahrer des Rennstalles startet der Sieger der Italien-Rundfahrt 1934, Pintacuda mit einem Alfa Romeo 2900 ccm; der mit einem Monoposto-Motor versehen ist. Die Teilnahme von Nuvolari an der Mille Miglia ist jedenfalls sehr problematisch geworden. Grosser Preis der Picardie. Für den Grossen Preis der Picardie, der am 26. Mai stattfindet, sind schon mehrere Meldungen eingegangen. Wir nennen : Lehoux (Sefac), Sommer (Maserati), Falchetto (Maserati), Brunet (Maserati), Villapadierna (Maserati), Delorme (Bugatti), Mme Itier (Bugatti), Mlle Helle-Nice (Alfa Romeo). Mit Girod, Leoz, Lord Howe, Brian Lewis und Zanelli stehen die Organisatoren in Unterhandlungen. Malcolm Campbell 50 Jahre alt. Sir Malcolm Campbell, der vor wenigen Tagen in Daytona Beach den absoluten Geschwindigkeitsweltrekord mit 445 km/St, aufstellte, feierte am vorletzten Montag seinen fünfzigsten Geburtstag. Gleichzeitig konnte er das 25jährige Jubiläum seines Rennfahrerberufes begehen. Campbell musste die beiden Feste allerdings im Bett feiern, da er sich beim Golfspiel erkältet hatte. Probefahrten der neuen Maserati-Wagen. Der Scuderia Subalpina-Fahrer Zehender hat dieser Tage mit dem neuen Maserati-Modell erste Versuchsfahrten unternommen. Der neue Maserati-Wagen verfügt über die unabhängige Radabfederung und besitzt eine bedeutend bessere Strassenlage als das frühere Modell. Auch die Bremsen sollen stark verbessert worden sein. Louis Chiron ist von seinen langen Skiferien in Oesterreich und in der Schweiz nach Paris zurückgekehrt und wird sich dieser Tage nach Monte Carlo begeben, wo er sich bis zum Grossen Preis von Monaco aufhält, den er für die «Scuderia Ferrari» als erstes Rennen der Saison bestreitet.