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E_1935_Zeitung_Nr.026

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u AUTOMOBIL-REVUE

u AUTOMOBIL-REVUE 1935 — 26 eingeteilt in 6 Kategorien. Neben den beiden Schweizerinnen, Frl. Messerli auf Fiat und Frau Glaser auf Citroen (beide 5. Kategorie), waren noch 2 Neulinge, sonst war allen die 1166 km lange Strecke bekannt; viele fanden sich schon zum 7. Male dabei! Zum erstenmal nahmen auch 2 Engländerinnen und 2 Französinnen aus Deutschland daran teil. Schneidende Kälte — Bise. — der Himmel dicht verhängt — glücklicherweise fuhr es sich auf der breiten schönen « Route nationale no 7» noch recht gut. Unser Fahrplan, in liebenswürdiger Weise ausgearbeitet durch Herrn Decrauzat, stand auf 60 km im Durchschnitt, aber... bald vergassen wir die guten Ratschläge und Hessen es «ziehen». Viel zu früh langten wir an in Pougues, wo zum Kilometer-«Bergrennen» gestartet werden musste. Eine Maximalzeit war vorgeschrieben, aber mit 60 km/St, bergwärts in scharfer S-Kurve fahren, das will auch gelernt sein ! Wir bekommen die ersten Strafpunkte. Erste wurde Mme. Siko auf ihrer kleinen « bougresse de Bugatti» in 44 Sekunden (dass man Gepäck und Passagiere ausladen durfte, hatten die Neulinge nicht gewusst oder vergessen!). Nevers war, das Ziel der ersten Halbetappe; von der Kontrollzeit bis zum « Parc ferme » wurden jeweilen 30 Minuten eingeräumt. Vichy war bald erreicht, leider hiess es nun, die gute Strasse für eine sehr schlechte Zweitklass-Strasse eintauschen. Offizieller Empfang, Nachtessen, Instruktionen für den folgenden Tag füllen den Abend, und mit Begeisterung und voller Erwartung legte man sich schlafen. Nur 5 Minuten vor dem Start werden wir am folgenden, wie an allen Tagen, zu den Wagen zugelassen, 5 «sorgenvolle» Minuten; doch alles läuft gut ab. Die Sonne leuchtet grell ins Gesicht, an Kurven, Strassenbaulen, Bahnkreuzungen fehlt es nicht. In Bourg erfahren wir, und anfänglich nicht ohne Schrecken, dass leider der andere Schweizer Wagen ausscheiden musste: er kam ins Schleudern, überschlug sich in einem Steinbett, ohne dass den vier Insassen das geringste geschehen wäre. Frl. Messerli Hess sich nicht abschrecken und erreichte später auf andern Wegen dennoch St. Raphael. — Ueber Amberieu-Yenne (Tunnel unter dem Col des Chats)-Le Bourget gelangen wir zur 2. Etappe, Chambdry, wo uns Regen und Sturm empfängt, Und dieses Wetter dauert die ganze Nacht — und draussen parkieren unsere armen Wagen! Dennoch springen sie auch am dritten Tag über Erwarten rasch an, alles scheint trefflich zu klappen, aber... zwischen Le Touvet und La Terrasse, auf freiem Felde, natürlich, steht der Wagen still! Benzinzufuhr ? (wir haben sechserlei Benzin getankt!) Nein? « C'est la bobine, mettez vite la piece de rechange !» Daran hat freilich ein Neuling nicht gedacht. Schnellmöglichst wird eine Spule hergeschafft. Der Uhrzeiger rückt bedenklich. Fertig! Nun aufgeholt, was nur möglich! Mit 58 Minuten Verspätung meldet sichrer Wagen an de? Kontrolle in Grenoble. Glück im Unglück: 60 wären schon zuviel gewesen, und auch der zweite Schweizerwagen hätte ausscheiden müssen. Die Teilnahme an unserm Pech ist geradezu rührend. — Schneesturm, Nebel, verschneite Strasse — so wird der Col de Lus-La Croix Haute (1179 m) genommen, ohne Ketten und mit viel Schneid, denn mit 1 Std. 42 Min. Vorsprung erreichen wir Digne. Leider wird einem für das Zu-früh-Kommen kein Strafpunkt abgezogen ! Zum Start am 2. MäTz werden unzählige Giesskannen mit kochendem Wasser zum offenen Parkplatz* getragen, das Oel war gewechselt und der Motor mit unserer eigenhändig angefertigten Spezialdecke unter der Haube sehr gut gedeckt worden — dies Verfahren- hat sich bewährt. Immer noch herrscht ziemliche Kälte, die kurvenreichen Strassen sind vereist, glitschig, nass. Hier fiel Mme Digne mit ihrem Peugeot 6 m tief, wiederum ohne sich zu verletzen und — nicht ohne ihre umgestürzte «bagnole» selbst photographiert zu haben! — In Marseille beglückt uns ein fürchterlicher Mistral, aber in den Räumen des A.C. erwartet uns ein besonders gutes, mit vielen witzigen Reden gewürztes Mittagessen. (Alle Empfänge sind hier nicht aufgezählt, sie waren immer überaus herzlich, blumen- und champagnerreich!) — Das folgende 500 m-Lancee auf dem Boulevard Michelet ist eigentlich eine einfache Sache, muss jedoch geübt werden, und bei dieser Gelegenheit vernehmen wir, wie viel und seit wie langem da trainiert wurde! — Mistral, Kurven, schmale Strasse mit besonders starkem Verkehr lassen die relativ kurze Strecke Marseille- Toulon recht mühsam erscheinen. Schwere Träume suchten uns in der darauffolgenden Nacht heim... Sonntag morgen 3. März fahren wir bei strahlendem Wetter in St. Raphael ein ! 36 Wagen von 45, und davon 33 strafpunktfrei, das ist, ganz besonders bei diesem Wetter, doch eine respektable Leistung. Allerdings waren dabei nur 7 Einzelfahrerinnen und 3 mit Damenbegleitung; diese Führerinnen erhielten dann auch eine Spezialprämie. — Eine kleine Prüfung am Nachmittag gibt den Stichentscheid für das Gesamtklassement. Erste wurde (wie schon früher MUe Olga Tfaibault auf Peugeot. ®e* gemeldet) Höher hinauf! Der grosse Kaiser Alexander von Russland kam einst in einfacher Kleidung und in gewöhnlichem.Wagen in ein einsames Dorf, Er rief einen Mann an, um ihn über den Weg zu befragen. «He, Muschik (Bauer), komm her!> «Nein, Herr, ich bin kein Muschik!» «Nun, dann Dessätnik (Zehnmann)!» «Nein, höher hinauf!» «Na, Wuibernui (Auserwählter), komm schon her!» «Höher hinauf, höher hinauf!» . «Ei, dann vielleicht gar derQolowa schulze)?» ] «Dir zu dienen, Väterchen, der Golowades Ortes. Was ist dem Herrn Kapitän gefällig?» «Nein, Bruder, nicht Kapitän! Höher hinauf!» -. :" •!'' «Oh, vielleicht ein Major oder ein Oberst?» «Nein, Brüderchen, höher hinauf!» j ?=- «Verzeih, mein Väterchen, ein General?!»: «Höher hinauf, mein Lieber!» «Gnade, Exzellenz! Ein Feldmarschall !U. «Noch höher hinauf, Bruderherz, höher hinauf!» «Mein Gott im Himmel, seh' ich recht — mein...» «Dir zu dienen, Väterchen, dein Kaiser!» Der alte Golowa sank so erschreckt in die Knie, dass der Zar Mühe hatte, ihn wieder höherzubringen. L. D. Ausgeschlagene Zähne nicht fortwerfen, sondern — wieder einsetzen! Einem vierzehnjährigen Knaben wurde bei einer jugendlichen Rauferei ein Zahn ausgeschlagen. Wohl weniger aus kosmetischen Gründen, um die hässliche Zahnlücke auszufüllen, als eher aus Furcht vor Strafe wegen der Rauferei, klaubte der Knabe den Zahn vom Boden auf, wusch ihn notdürftig in Bier und setzte sich ihn wieder an Ort und Stelle ein. So geschehen im Jahre 1900, also zu einer Zeit, da die Kunst der Transplantation und Replantation kaum noch erfunden war; Hier traf eben das Dichterwort zu: «Was nicht der Verstand der Verständigen sieht, das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.» Diese primitive Wiedereinpflanzung des ausgeschlagenen Zahnes hat sich nämlich glänzend bewährt. Der Zahn erhielt sich, Die nun wieder vereinigten Schweizerinnen verzichteten auf das «Concours d'elegance pratique» in Cannes und zogen es vor, ein bisschen Carneval in Nizza zu feiern. Doch zur Preisverteilung am 5. März in St. Raphael fanden sie sich pünktlich ein und wurden an den offiziellen Tisch gebeten. Frau Glaser ist Dritte ihrer Kategorie und darf eine silberne Plakette, die Medaille der Ville de Toulon und eine «Superprämie» für Fahren mit Damenpassagier mit heinjnehmen. «Wir sind ja nicht ausgezogen, unTLorbeeren einzuheimsen,» so schloss sie lächelnd ihren Bericht, «sondern um zu lernen. Ich würde es sehr bedauern, nicht mitgemacht zu haben. Alles lässt sich in der Schweiz nicht anwenden, schon dieses Tempo nicht, aber wir kennen ja auch nicht diese Distanzen. Wir können von den Französinnen viel lernen, wir müssen mehr üben, auch in den kleinsten Dingen fixer und sicherer werden! — Der Fahrleitung gebührt Dank für die umsichtige Organisation, ebenso dem vorbereitenden Komitee und im besondern noch dem unermüdlichen Directeur de la Course, Herrn Philippe, der oft mit Fragen bestürmt wurde, und Herrn Aufrey, der bei der Kontrolle oft nicht genug Hände hatte! Es war eine unvergessliche Fahrt, und wir hoffen, nächstes Jahr mit ein paar Schweizer Wagen mehr anrücken zu dürfen!» Gld. wie die «Deutsche Zahnärztliche Wochenschrift» (No. 4, 1935) berichtet, über drei Jahrzehnte im Kiefer! Bis zum Jahre 1928 blieb der Zahn unbehandelt an seinem Platz, dann wurde der Wurzelkanal gereinigt und gefüllt. Erst 1933, somit erst nach 33 Jahren musste der Zahn wegen Abszesses gezogen werden. Der Fall, dass ausgeschlagene Zähne sofort wieder an ihren Platz eingesetzt wurden und einheilten, steht übrigens nicht vereinzelt da. Diese meist eigenhändig vorgenommene «Behandlung» hat schon oft Erfolg gebracht, so dass die Forderung berechtigt erscheint, ausgeschlagene Zähne nicht fortzuwerfen oder als corpus delicti dem Gerichtsakt beizulegen, sondern ihre Wiedereinsetzung zumindest zii versuchen. Das Verfahren hat übrigens auch in der Zahnheilkuhde Eingang gefunden. Hier handelt es sich allerdings nicht um gewalttätig; aufgeschlagene Zähne; vielmehr um die Zähne,.die sachgemäss gezogen, auf dem Laboratoriumstisch (statt im Mund des Patienten) repariert und dann wieder eingepflanzt werden. Die Lebensdauer der wiedereingesetzten Zähne pflegt jedoch auf wenige Jahre beschränkt zu sein. Nach neuesten Untersuchungen an der Wiener Universitäts- Zahnklinik wird nämlich jeder Zahn, der selbst nur für kurze Zeit aus seinem natürlichen Lager entfernt worden war und dann wieder eingesetzt wurde, vom Organismus als Fremdkörper, behandelt. Der Organismus versucht, den vermeintlichen Fremdkörper aufzulösen und abzustossen. Dieser Vorgang kann viele Jahre, aber auch nur wenige Monate in Anspruch nehmen. Zwillingsschwestern als Rivalinnen. Kann man es Mr. Bob Holeson verargen, dass er seine Galanterien zwischen den Zwillingsschwestern Margaret und Vivian Hupkins gleichmässig verteilte ? Montag, Mittwoch und Freitag schwärmte er für Margaret, Dienstag, Donnerstag und Samstag für Vivian. Und welcher von den beiden jungen Damen er Sonntag den Vorzug gab, das hing von seiner Paschalaune ab. Man kann ihm — so argumentierte er bei einer Gerichtsverhandlung, über die Londoner Zeitungen berichten — diese Abwechslung Sprich zu tnvcl Aus dem Kurdischen des Prinzen Kamuran Aaü Bedir Khan. Sprich wie im Garten der Welt Gottes Gewalt zu uns spricht, Nebel, der Steppen befällt, Meer, das in Wogen sich bricht! Sprich wie die Winde im Wald, Träume in sinnender Stirn, Fest, das von Lachen erschallt, Liebe im schaffenden Hirn. Sprich wie der Sturzbach am Fels, Wolken, die kommen und fliehn, Blüten in duftendem Schmelz, Bienen, die Hom'g draus ziehn. Sprich zu mir, sprich doch zu mir, Weit über Trennung und Raum! Sehnsuchtsvoll such ich nach dir, Lausche der Stimme im Traum. Aber kein Rufen, kein Klang! Wochen und Jahre vergehn... Schweigst du? Wie Tempel, die lang Starren und stumm sind und stehn?.., Ins Deutsche übertragen- von Dr. G. W* nicht verargen, denn die beiden Zwillingsschwestern sehen einander so ähnlich wi« ein Filmstar und sein Double. Oder vielmehr, sie sahen einander so ähnlich; denn Margaret hat in einem Eifersuchtsanfaü ihrer Schwester Vivian das niedliche Puppengesicht so arg zerkratzt und zerschunden, dass Vivian mit ihren geschwollenen Wangen und ihren blutunterlaufenen Augen dem galanten M. Bob Holeson eine Zeitlang nicht gefährlich werden dürfte. Wie Zeugen aussagten, herrschte zwischen den beiden Zwillingsschwestern — die eine ist bei einem Photographen als Empfangsdame, die andere bei einem Konditor als Verkäuferin angestellt — seit ihrer Kindheit das zärtlichste Einvernehmen. Sie spielten mit dem gleichen Spielzeug, sie sassen in der Schule nebeneinander und schrieben voneinander ab, sie gingen gemeinsam in die Tanzstunde und flirteten mit den gleichen Partnern, ohne dass es zu Meinungsverschiedenheiten gekommen wäre. Auch bezüglich der Sportkameraden gab es niemals Eifersüchteleien, und erst dem unwiderstehlichen Mr. Holeson blieb es vorbehalten, die holde Eintracht zwischen den beiden hübschen Mädchen zu stören. Die Figur, die der junge Mann vor Gericht machte, Hess es einigermassen unklar erscheinen, wieso er die Herzen der Zwillingsschwestern entflammt hatte. Ein schmächtiger, junger Mensch von vorstädtischer Eleganz, halb schüchtern, halb herausfordernd. Margaret und Vivian standen einander im Gerichtssaal als erbitterte Feindinnen gegenüber. «Du hast mit Bob kokettiert.» — «Nein, du hast ihm schöne Augen gemacht und ihn von mir abreden wollen. > Der Richter machte schliesslich diesem Wortwechsel, der immer erregter wurde, durch ein energisches « Ruhe ! > ein Ende. Wenn auch die . Zwillingsschwestern Margaret und Vivian einander zum Verwechseln ähnlich sind, so hat diese Eifersuchtsaffäre den Beweis erbracht, dass zwischen ihnen Temperamentsunterschiede bestehen. Denn Margaret ist mit Zähnen und Nägeln gegen ihre Schwester losgegangen, während sich Vivian kaum wehrte. In ein paar Wochen wird Vivian wieder genau so hübsch sein wie ihre zu einer Geldstrafe verurteilte' Schwester. Dann wird sich Mr. Holeson entscheiden müssen, ob er der leidenschaftlichen Margaret oder der sanften Vivian den Vorzug geben will. Aber möglicherweise wird er sich wieder für beide entscheiden, und das Eifersuchtsdrama neuem. beginnt von Für den Automobilisten sind nicht nur Haftpflicht-Versicherungen notwendig, sondern auch Unfall- und Lebens- Versicherungen, die wirksamen materiellen Schutz > vor mancherlei Schicksalsschlägen gewähren. Winterthur" Verlangen Sie untere Prospekte und Offerte. 11 Schweizerisch« Leben«- Unfallversich erungs-Gesellschaft Vers1chtrungs-Qe»ellsehaft Erika auf kleine Säten - erster Schritt zu grossenTaten Fr. 30.— Anzahlung genügen zum Kauf der neuen Erika; den Best bezahlen Sie in bequemen Monatsraten. 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N» 26 - 1035 AUTOMOBIL-REVUE 15 beste Jiühiahtshüte Hüte wechseln wir von allen Accessoires unserer Toilette wohl am schnellsten und tun es mit ganz besonderem Eifer. Wir sehen uns satt daran, und unser wechselndes Aussehen verträgt schon innert einer Saison nicht immer den gleichen Hut. Und wenn erst der Modewechsel lockt, sind wir Frauen gleich dabei, unsere Kopfbedeckung zu ändern. Zuerst interessieren wir uns für all jene Formen, die wir zu Mantel und Tailleur jetzt tragen können. Denn gegen einen schönen Pelzmantel oder grosse Fellbesätze und einen Taffet-, Satin- oder auch nicht schon sommerlichen Strohhut ist gar nichts einzuwenden. Um so mehr als die vielen Phantasiestoffe und Geflechte aus dem Hutbereich sich als Kunstseide, Cellophane oder andere Materialien darstellen, die weit entfernt von den feinen Exoten oder dem Florentiner stehen. Ganz verbannt wird aber auch der Filzhut nicht. Allgemein ist zu sagen, dass nun heute wieder die wirklichen Hüte vor den rasch überzuziehenden Kappen in tausendderlei Spielarten stehen. Aber beruhigen wir uns. Selbst die heutigen Berets besitzen einen «Kopf». Lustig sieht es aus, wenn dieser mit einem Bändchen gleichsam von seinem Rand abgebunden ist. Noch gibt es Erinnerungen an Schottenmützen, weich und faltig gelegt, wie auch neue Strohhüte existieren, die wie Herrenhüte eingedrückt sind. Aber das Neue liegt auf anderem Gebiet. Unbestritten ist die Einwirkung des Directoires, jener aus der französischen Revolution geborenen Mode, auch sie mit wenig Schmuck, aber mit ausdrucksvollen Linien Frühjahrs-Modeschau in der « Meise » in Zürich. Der helle Rokokoaaal des Zunfthauses «zur Meise > wirkt als wunderbarer Rahmen zu einer Modeschau. Vollends für eine von heute! Denn, wie damals, als kokette Damen mit weiten Röcken aus Taffet, mit Spitzenvolants und Schäferhut sich hier bewegten, 'so präsentiert sich ja auch heute Vielfach die Mode. Wieder «rauscht der taftne Rock und blitzen seine Schnallen», wieder biegen gekennzeichnet. Hievon nehmen die Modistinnen die vorne langen Ränder, die hinten kurz erscheinen und oft etwas heruntergebogen bleiben. Seitlich sind sie gerne gehoben, wobei eine recht kleidsame Linie entsteht, die das Haar, mit Locken nach hinten fallend, sehen lässt. Doch bleibt der hinten aufgebogene Hut noch in Geltung. Und sehr oft wird aus der neuen Grundform ein Modell, dessen Rand auf einer Seite viel breiter gelassen wird als auf der andern. Es gibt Canotiers mit dicken. Rändern, die auch sonst von der Mode beachtet werden. Ferner existieren andere geschmeidige, kleine Randhüte, mit einem Band-um den niedrigen, vorne gesenkten Kopf. Manche erweitern sich nach oben, um glatt und schmal ins Entr6e hineinzuschlüpfett Die ganz grossen Hüte, von denen es manche Modelle gibt, werden erst später praktisch. Immerhin besitzen manche breitkrempige Canotiers, die den Tailleurs sekundieren, einen eigenen Reiz. Sie sind aus Strohborten genäht, weich und glänzend. Bei den vorläufig, dunklen, braunen oder schwarzen Hüten treten abstechende Bandgarnierungen, beispielsweise an den randlosen Toques, wirkungsvoll in Erscheinung. Uebrigens soll der kühn aufgeschlagene mittel- bis ganz grosse Hut nicht vergessen werden, der es den Boleros und anderen Phantasieformen nachmacht. Auch da ist oft eine historische Erinnerung lebendig, besonders wenn noch eine hübsch gebundene, kleine Samtschleife kokett auf dem Haaransatz ruht. Samtschleifen, Grosgrainbänder und dazu Federmotive, samt Blumen, diese als Sträusschen abschliessend angebracht, bestreiten die sparsamen Garnituren, die den neuen Linien der guten*Gesamtform nicht abträglich sind. Betonung, nicht eigentlicher Schmuck, ist ihr Sinn, farbige Pointen ihre Absicht. Sie hellen auf und grüssen mit lichten Farben, wie mit reinem Weiss und Schwarz oder dem beliebten Marine, den Frühling, -er. ®ie neue Tflacfe de(itie%L„ angezogene Frau ein Bedürfnis, sie tragt-ihn zum und wiegen sich die Hüte auf dem Gelook, und Shopping, freut sich seiner knappen Form, die der Lamballe. dieser kokette Schuh, der seinen ihrer Gestalt, selbst wenn sie nicht ganz schlank Namen von der Freundin der Königin Maria Antoinette, der Prinzessin Lamballe, geborgt hat, gibt Brändli zeigt daxin einige gute Modelle in aparten ist, eine gewisse Adrettheit verleiht Das Haus" den Ton in der graziösen Schuhmode an. Jede Stoffen, die schlanken Röcke waren meist mittels Mode stobt immer wieder in Beziehung zum Falten etwas erweitert und erlaubten unbehindertes Ausschreiten. XVIIIieme! Zu einer interessanten Frühjahrsmodeschau Dazu traten einige PhantasietaiUeurs, von duftigen Blusen begleitet; auch sie stilvoll in Farbe hatten sich eine Anzahl von Spezialgeschäften zusammengetan, die alle Details einer feinen Toilette und Machart. Sie leiteten über zu den heute so beliebten Komplets in Wolle. Ihnen widmete die jugendlichen, wie ausgesprochen damenhaften Stils mit schönsten Modellen zu verwirklichen verstanden. Sehr gute Mannequins wussten den verschie- ganz entzückende Schöpfungen dabei. In rötlich- Firma H. Brändli grösste Sorgfalt. Und da waren denen modischen Eigenheiten der heutigen Kleibräunlichem vigoureux noppe, in einem gedeckten dung Ausdruck zu verleihen, hessen sie tatsächlich aktuell und tragbar erscheinen. Die Schau hielt sich an durchaus schlichte Modelle, die einem kultivierten Geschmack entgegenkommen. Die Firma H. Brändli, Zürich, beteiligte sich mit Mänteln, Tailleurs, Komplets und Kleidern an dieser Revue, aparte und aktuelle Wollgewebe schönster Qualität kamen dabei, in sorgfältigster Ausarbeitung und in guten Schnitten, zur Verwen-t düng. Der klassische Tailleur'ist immer für die gut Grün wie Ton von WeidenJauh, dann in Grau, in Marine und in Schwarz. Ueberal, in der Verarbeitung der Hals- und Achselpartien, in den wirklich schön fallenden, ganz langen oder verkürzten Aermeln, meldete sioh ein dezenter Stil, der ebensosehr den jugendlichen Mannequins wie der älteren Dame gut anstand. Obschon der Mantel etwas hinter dem Wollkomplet zurücktritt, ist er oft ein wirkliches Bedürfnis. Wir sahen ihn in kleidsamen Beispielen mit Boleroeffekt, dann mit weitübereinandergehenden Vorderteilen und mit breitem, dunklem Ledergürtel und in andern Exemplaren von Anzahl kleidsamer TrotteuTs in Schnür- wie in andern Schnitten zur Vorführung. Beachtlich ist die Aufnahme mehr mindäicher Formen, die viel kleinere Füsse glauben machen als die gestreckte, gespitzte Form. U»d die überdies — so stellten die Mannequins zufrieden fest — auch sehr bequem zum Gehen sind. Viel Phantasie herrscht in die- sehr begehrenswerten Qualitäten. Ueberall wohlausstudierte Schnittfinessen, dabei grosszügig bleibende Linien. Von den halbsportlichen Komplets ser reichen Bally-Kollektion, die dem Rivoli eigen heben sich die eigentlich nachmittäglichen, wie einige HabillemänteQ besonders ab. Hier wieder i Leder, dann Nervüren und Lochungen gesehen. ist Dabei haben wir viel Kombinationen zweier überraschten die damenhaft vornehmen Einzelheiten, die sowohl bei dem Tenue der älteren Dame Frauen, und wenn er mit aufgestellter Patte und Der ^ecoltete gilt viel und ist ja ein Liebling der wie bei den übrigen Mannequins angenehm aulfielen. Abstechende Mäntel mit gut dazu gestimm- Lamballe und den zierlichen Richelieus Konkur- Riemen angeboten wird, so macht er selbst dem ten andersfarbigen Kleidern — diese wichtige Aufgabe des Pariser Programms — wurden ebenfalls schöne Marine, das einige Male mit hellen bis weisrenz. Natürlich 'triumphierte auch im Schuh das aufgegriffen und mit Schick verwirklicht! Es sen Ledern kombiniert wurde. Selbst Leinen wird müsste schön sein, so ein halbes Dutzend dieser nun ausgiebig herangezogen. Sonst sind viel ausgezeichneten Modelle abwechselnd spazieren zu schwarze, auch dunkelbraune und namentlich führen. weiche aufgehellte Beigetöne herangekommen. Silber- und Goldlames sowie schwarzer und farbiger Neben diesen Tailor-made-Modellen trat der vom Sommer so begünstigte Flo.u, um den sich Frau Peter, Zürich, mit viel Erfolg angenommen hat. Hier Crepe de Chine bildeten in koketten Sandalen und Pumpiassonen mit hohen Absätzen stilvolle Ergänzungen der weitausfallenden Abendkleider. sahen wir kleine leichte Kleider im Kompletstil, auch mit einigen duftigen Blusen vervollständigt, Die Mode braucht noch andere Einzeldinge, um diese mit Jabots aus Seide oder zartem gefältelten eine Frau völlig auszustatten. Da sind einmal Organdi noch schmeichelnder gemacht. Es kamen die Handschuhe, welche die Firma Wiessner & Co. einige leichte Wollkleider voll Charme der Sil-beisteuertehouette mit weiten, rieselnden Aermeln, mit Knöp- vor, etwas enger für den Sommer zu den halb- Es herrschen immer noch die Stulpen fen im Rücken, durchaus den Stil des Spätnachmittags wahrend. Weibhe Farben zeichneten sie und Doeskins als Material, Nervüren und Stepperei langen Aermeln, in weichen, waschbaren Glaces, aus, Schwarz und Marine mischten sich hinein. als Zier. Nachmittags sehen wir auch zwei farbige Handschuhe mit abstechenden Stulpengarni- Dann leuchteten Imprimes auf. Stoffreich, reizvoll mit dem glücklicherweise nur massvoll gereihten Oberteil und den gepufften Aermeln. Neben der Dunkelblau, neben den schwarzen, weissen oder turen. Wie beim Schuh, regiert heute ein schönes älteren Dame, die dunkle Farben und Schwarz pastellfarbigen Handschuhen. Ueberdies sind die trug und deren Komplets mit verkürztem, offenen Mantel sich als für ihren Genre besonders angepasst erwiesen, kam ein junges Mädchen in fast noch kindlich liebenswürdigem dunkelblauem Komplet daher, um dieses später mit einem reizvollen Leinenkleid und schliesslich mit blassgrünem Organdi mit Samtschleife zu vertauschen. Es wurden auch ein geblümtes, graziös wirkendes Abendkleid aus schweizerischem knitterfreiem Tüll gezeigt, mit und ohne Schleppe, das wirklich duftig und sommerlich unter der schwarzen Tüllpelerine hervorsah. Wozu der langentbehrte, breitrandige Tüllhut ausgezeichnet passte. Schmeichelnd zeigte sich die Gruppe heller Leinenmodelle aus Stoffen der Leinenweberei Langenthal AG., die überdies ihre geschmackvollen Neuheiten am Stück in schöner Auswahl zeigen Hess. Die Leinenmodelle von Frau Peter erschienen als Tailleur mit Fischgrätdessin, in karriertem Lin Ecossais mit Grün und Schwarz und unter andern in dem stark noppigen, mit ondulierenden Wollfäden durchzogenen Haute Couture-Leinen in Naturton. Reizvoll wirkte dieses Ensemble, wie auch die übrigen Modelle viel Aufmerksamkeit erregten. Neben einigen wirklich vornehmen Abendmodellen aus Taffet, worunter eines in Taffetas chinä, bot Frau Peter eine Reihe von Modellhüten aus ihrem Atelier, die zu ihren Kleidern wie zu einer Anzahl Toiletten der Kollektion Brändli gut abgestimmt waren. Sowohl Frau Peter, wie die Modistin, Frau Seiler, liessen alle wichtigen Erscheinungen der Hutmode aufleben. Und es war wirklich eine Freude zu sehen, wie schön in Material, Färben und Dekor diese Hüte kreiert und den Gesichtern der anmutigen Trägerinnen angepasst waren. Wobei einmal ein farbliches Assorti zum Kleid, dann wieder ein feiner Kontrast, der sich zugleich im Schuh und in den übrigen modischen Ergänzungen auswirkte, leitend gewesen ist. Beide Modistinnen setzten sich mit Eifer für schönste Wohlener Strohgefleohte ein, zeigten auch Modelle in feinen Exoten, in Panama sowie in feingetöntem maisfarbenen Florentiner Stroh, Mit einer sehr grossen Kollektion beteiligte sich das Schuhhaus Rivoli. Es kamen sowohl ausgesprochen sportliche Modelle aas Licht, wie das Trio Trotteur-Nachmittags- und Abendschuh. Der neue, aus gerauhtem Kalbsleder mit farbigem Schnürteil belebte sogenannte Kitzbühlschuh debütierte bei dieser Gelegenheit im Rahmen sportlicher Kleidung und wurde viel ob seiner einfachen kleidsamen Form beachtet. Es kamen auch eine leichten gehäkelten wie die genetzten, langen Modelle selbst aus Metallfäden für Habille und Abends im Bild, soweit der lange zeremonielle Sueda nicht herrscht. Die Handschuhe waren mit viel Schick gut angepasst. Von der Firma Rückmar stammten die Pelze, alle in herrlichen Exemplaren, vollsilbrige Füchse und andere Fuchsarten. Locher & Cie. hatte die Handtaschen beigesteuert in Kalb- Nappa, Box und Lammleder, in Buffalo und Seehund. Mattes glattes, wie gepresstes Leder wechselten ab, wobei die französische Börsenform dominierte. Auch Pergament kam als helle, aparte Abwechslung daher. Rote, blaue und zarte helle bis weisse Taschen erlaubten ein kultiviertes Assorti mit den übrigen Ledersachen samt Hüten. Die Frisuren, die den nach hinten genommenen lockigen Haaren treu bleiben, wurden von den Neuville mit guter Anpassung an die einzelnen Gesichtszüge ausgeführt und erhöhten die Kleidsamkeit von Hüten und Toiletten. Und so wirkte diese Modeschau als unterhaltendes und geschlossenes Bild geschmackvoller Frühlingsmode. E. Seh. Modeschau Grieder-Dölker im Zürcher Baur au Lac. Diese so mondäne Modeschau bildet eine wichtige Programmnummer des Zürcher Gesellschaftslebens. Der vornehme Rahmen des Baur au Lac, das elegante, vielfach mit ihren Wagen auch von auswärts herbeieilende Publikum, die ausgezeichneten Darbietungen, machen etwas Einzigartiges aus diesem Anlass. Die Mode als solche, begleitet von den Klängen des ausgezeichneten Orchesters des Baur au Lac, bildet das Thema, und es ist wohltuend, bei der Fülle des Gebotenen nicht von andern Darbietungen abgelenkt zu werden. Diesmal war das Modeschauspiel besonders fesselnd, wurden doch ganz kühne Pariser Modelle, wie sie sich in grossen Abendtoiletten äussern, in reicher Abwechslung geboten. Daneben kam der jugendliche Charakter in vielen Modellen auch für den Nachmittag, reichlich auf das Podium, wennschon der feminine Einschlag auch da vielfach stark betont worden ist. Sehr Teizvoll und die handgewebt, dauerhaft, licht- und waschecht. Grosse Auswahl. Spezialanfertigungen. Auswahlsendungen. 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