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E_1935_Zeitung_Nr.026

E_1935_Zeitung_Nr.026

von Brugg im Jura

von Brugg im Jura festzusetzen, mit Front gegen Westen und Süden, so das nahe Aaretal und das Mittelland und die aus ihm der Reuss und der Limmat folgenden Verbindungen bedrohend, sogar beherrschend. Von Eglisaa und Konstanz her sind in einem Anlauf stärkere Truppen bis Regensberg-Bülach und bis Weinfelden vorgedrungen. Des Gegners wegen, der jetzt schon die genannten Orte erreicht hat, ergibt sich, das es schwer wird, von Westen her die nötigen Eisenbahntransporte über Brugg nach Zürich und gar in die Ostschweiz zu leiten; man führe so vor der Front des Gegners durch, wenn er's freundlichst gestatten wollte, in die eigene Aufstellung hinein. Es mag aber gelingen, die Transporte von Bern aus durchs Entlebuch, von Ölten und von Aarburg aus über Luzern-Thalwil umzulenken an den obern Zürichersee. Von ihm aus und von weiter rückwärts her wird daraufhin das Einrücken des Gros der Armee in den Raum südwestlich des Bodensees, so namentlich am rechten Flügel, auf wenige Strassen beschränkt sein. Der Rickenpass und dessen steile und enge Fortsetzungen aus dem Toggenburg über die Wasserfluh und die Strässchen über Hemberg gestatten rasche, ungestörte Bewegungen nicht. Gelangt die Armee auf ihnen allen durch Märsche und Transporte mit Kraftwagen in die Front Arbon-Turbenthal-Zürich, und haben vor ihr die zwischen dem Bodensee und dem Zürichersee schon vorhandenen Truppen den Anmarsch des eigenen Gros zu decken und das Vordringen des Gegners zu hindern vermocht, dann erfolgt der Aufmarsch zur Schlacht in dessen Flanke auf einer Breite von etwa 60 bis 70 Kilometer. Ob dabei das Schwergewicht am rechten oder am linken Flügel gebildet werde, ob jener sich zu verteidigen, dieser anzugreifen habe, sei dahingestellt. Die eigenen rückwärtigen Verbindungen laufen aber in der eigenen Flanke von der Armee weg zum Landesinnern. Wenn die Schlacht gewonnen, der Gegner geschlagen an den Rhein oder über ihn zurückgeworfen wird, genügen sie khapp. Sie sind dann vielleicht bald über Zürich nach dem Westen zu legen und so zu verbessern. Die Schlacht kann aber auch verloren werden. So, wenn der Gegner über Eglisaa auf Zürich, über Konstanz auf WH oder um das Ostende des Bodensees herum die Umfassung der Schweizer Armee erfolgreich durchführt. Dann wird sich das Strassennetz hinter der Front der nicht erfolgreichen Armee als ungenügend für den Nachschub und für den Rückzug erweisen. Der Rickenpass und die Seedammstrasse bei Rapperswil werden überlastet. Sie werden gefährdet, wenn der Gegner am rechten Ufer des Zürichersees weit genug vorzudringen vermag. Das wird sich auch ungünstig auswirken, falls die Armee im Gebiet nordwestlich des Säntis standhält, den rechten Flügel bei Heiden, den linken bei Meilen. Eine sehr schwierige Lage. Wie sie sich entwickeln würde beim nötig werdenden Rückzug hinter das Hindernis Walensee-Linth- Zürichersees, ist leicht zu erkennen. Rheintalaufwärts, und über den Ricken zögen die Kolonnen und würden sich zum Beispiel am Ricken und am Rapperswiler Seedamm und beim Einbiegen ins Land Glarus von dort und von der Walenseestrasse her stauen. Die Armee hätte ihre zwei Rückzugsstrassen auf ihren Flügeln, die eine gefährdet, die andere weit ausholend und dem Walensee entlang noch nicht gut fahrbar für schwere und lange Kolonnen. Man wird die Marschtiefe der in Frage spazieren gingen, waren durchaus nicht der Geschmack Orchids. Sie gefielen ihr tatsächlich nicht einmal. Sie verachtete deutlich diese jungen Angestellten, deren teigig aussehende zimmerluftfarbige Haut mit Pickeln bedeckt war, die engrückige Röcke trugen und mit denen Idaleen auf Parkbänken und in Kinotheatern und auf den hohen Stühlen in den Sodawassergeschäften sass. «Das Leben ist ein Kompromiss. Für Mädchen wie wir heisst es nicht, was man wünscht, sondern was man bekommt», war die Philosophie von Idaleen, die ihr Kompromiss von den Träumen von Bühnenerfolgen bis zur Wirklichkeit der Spitzenabteilung im Titanic tatsächlich durchgeführt hatte. Mag sein. Und doch glaubte Orchid leidenschaftlich daran, dass man schliesslich erreichen konnte, was man sich wünschte, wenn man irgendwie, auf irgend eine Art die Fähigkeit in sich zu entwickeln imstande wäre, es so hartnäckig und geradezu aufrührerisch zu verlangen, dass nichts ausser dem Erfolg diesen Aufruhr beschwichtigen könnte. Was Orchid wünschte! In den Jahren, während dieses erregende Leben im Titanic wie eine wütende Flut um sie brandete, dass es ihre Augen blendete und ihr Gehirn müde machte, war- es nicht leicht, genau zu umgrenzen, was sie wünschte. Nicht einmal für sie selbst. Die unbestimmten Schönheiten, die sie fühlte — und der dumpfe Schmerz darüber, dass sie so ferne lagen. Amerikanische Produktionsschätzungen. Für den Monat März "wird die Personenund Lastwagen-Produktion der amerikanischkanadischen Automobilfabriken auf 425J000 Einheiten geschätzt. Gegenüber der Februarziffer von 355,000 hergestellten Wagen entspricht dies einer Zunahme von 20 Prozent. Motorklopfen auf der Grammophonplatte. Um im technischen Unterricht des Benzolverbandes eindrucksvoll die verschiedenen Arten des Motorklopfens und insbesondere des BrennstoUkloplens zeigen zu können, hatten die Schallplattentechniker die Aufgabe zu lösen, das auf Steigungen auftretende typische Brennstoffklopfen naturgetreu auf die Schallplatte zu bringen. Um diese Aufgabe einwandfrei, zu lösen, wurde — zum erstenmal in der Schallplattentechnik — die Verbindung zwischen dem fahrenden Prüfwagen und den Schallplatten-Aufnahmegeräten mit der Kurzwelle hergestellt. Den Wagen jagte man, einmal mit reinem Benzin und einmal mit Benzin-Benzol-Gemisch gespeist, eine steile Strasse hinauf. Ein Kondensator-Mikrophon, in Motornähe gehalten, nahm die Klopfgeräusche auf; ein kleiner, quarzgesteuerter Kurzwellensender] kommenden Kolonnen auf 20 bis 30 Kilometer ansetzen dürfen, ohne dass darin grosse Abstände unter den Kolonnenteilen eingerechnet wären. Wenn drei bis vier solcher Kolonnen auf den genannten zwei Strassen zu mal* schieren hätten, so wäre das, weil Marschstockungen; und Störungen aller Art sich ergäben, eine sehr grosse Beanspruchung für Truppen auf einem Rückzug. Denkt man daran Truppenkörper mit Lastautomobilen zu befördern, so braucht es für 1000 Mann Fusstruppen je etwa 40 Fahrzeuge; leicht werden so ihrer 1000 und .mehr für eine Division nötig. .- Wird alles dies in Rechnung gesetzt, so zeigt sich eben, dass in der genannten Kriegslage die rückwärtigen Verbindungen des gewürdigten Operatinosraumes sehr ungünstig sind. Sie gestatten ein sicheres und rasches Operieren schlecht. -., - ..,,.,,.- ' Um den Zustand zu ändern, gibt es mehrere Aushilfetty-Die-^eihe -besteht im Schütze der Grenzen, an den Hindernissen, den nassen Gräben, durch ausreichende Befestigungen, so dass ein Angreifer sie nur unter grösster Anstrengung überwinden und der Verteidiger die so nahe den Grenzen entlang verlaufenden Verbindungen für den Aufmarsch zeitig genug benützen kann; davon sei hier nicht die Rede. Eine andere Aushilfe besteht im Ausbau der Verkehrslinien. Dabei soll derjenige der Eisenbahnen nicht ;enannt sein. Aber die notwendigen Strassen- muten sind zu erwähnen. Die militärischen Gründe dafür lassen sich aus den hier gemachten Darlegungen erkennen. Sie seien ;usammengefasst. Damit der Zutritt zum Gebiet zwischen Boden- und Zürichsee für die Zwecke der andesverteidigung unter allen Umständen auch östlich am Zürichersee vorbei möglich werde und das Handeln dort sich günstig gestalten lasse, sind neu zu bauen: An den Abenden im Lesezimmer des «Hauses» und später im Clara von Hütten pflegte sich dieser dumpfe Schmerz ihrer zu bemächtigen, obwohl sie ihn doch nicht verstand. Der Anblick eines Gedichtes auf der weiten weissen Fläche einer Seite. In die Gefässe von, Büchern gefüllte Schönheit, di& ihr irgendwie ihren Duft vorenthielten. Die Unerreichbarkeit dieses Etwas. Ein Glanz fällt auf des Daches Zelt. Was für ein Glanz? Sie ging durch die Marmorhallen der öffentlichen Bibliothek. Eine eisige Schönheit; Ihre Halle zu Hause war von Spülicht befleckt. Irgendwo hatte sie dort einmal ein Gedicht von Kränzen und Girlanden gelesen. Die Kränze und Girlanden. Ihre Stirn war klar und ihre Hüften geschmeidig. Die Kränze und Girlanden, die Friese über den Logen der Kinotheater strotzten von ihnen. Die Kränze und Girlanden... Unerreichbare Schönheit. Sie fühlte nicht so sehr einen Wunsch nach bestimmten Dingen, als einen Schmerz um etwas,, von dem sie nicht wusste, was es war. Irgendwo — jenseits der Wünsche — die wunderbare Schönheit von Worten, die ein Settlementlehrer mit Hornbrille einmal laut aus dem Entfesselten Prometheus vorgelesen hatte. Irgendwo jenseits der Kränze und Girlanden. Ihre geschmeidigen Hüften sehnten sich nach ihnen. Irgendwo, jenseits der Aussicht' auf achtundneunzig Cent-Naphtjäckchen und Rauchfänge und der Spülichtgerüche auf den AUTOMOBIUREVUE 1935 - N° 26 istischer von 1 Watt Leistung und etwa 1 Kilometer Reichweite sandte sie auf der 30-Metet-Welle aus. In einem benachbarten Ort war die Schallplatten - Aufnahmeeinrichtung aufgebaut, mit Verstärker, Kontroilautsprecher, Wachsschneider, Wärmschrank und allem Zubehör ausgestattet, um hochwertige Aufnahmen herstellen zu können. Der Verstärker stand mit einem Kurzwellensender in Verbindung, der die vom Prüfwagen ausgeschickte Welle aufnahm. Ausbau der russischen Äutomobilindustrie. Nach Beschlüssen der Sowjetregierung soll die heute ungefähr 40,000 Einheiten betragende Produktionskapazität der Moskauer Automobilfabrik «Stalin» äüf 70,000 Lastwagen erhöht werden. Als neuer Produktionszweig ist ausserdem die Herstellung von Personenwagen vorgesehen unter zu Grundelegung einer Jahresproduktion von 10,000 Einheiten. Die in Aussicht genommenen Vergrösserungen müssen bis 1937 fertiggestellt sein und bereits für das nächste Jahr rechnet man mit einer Zunahme der Lastwagenproduktion auf 55,000 Einheiten, während an Personenwagen 4000 Stück hergestellt werden sollen. 1. Zur Entlastung der Kläusenstrasse, der Prageistrasse, und wenn möglich auch die von ihr abzweigende Strasse ins Wäggital als Zugang zum Rickenpass, unter Umgehung der Strasse über den Rapperswiler Seedamm; 2. aus dem Toggenburg, von Neu St. Johann aus, die Strasse durchs Lauterntal, über die Schwägalp nach Urnäsch und nach Appenzell. So werden die für die Bewegung starker Kolonnen nicht günstigen Strassen über die Wasserfluh und über Hemberg entlastet und es wird eine Strasse' gewonnen, die zur Verschiebung von Kräften der Säntiskette entlang dienen kann, ganz besonders, wenn auch eine Fortsetzung über Amden an den Walensee zu erhalten wäre; 3. die Strasse längs dem Walensee, entweder über den Kerenzerberg oder statt dessen im westlichen Teil dem See entlang, bis Mühlehorn. Für and gegen "diese beiden Lösungen lassen sich militärische Gründe vorbringen. Da wir Geld sparen müssen, ist der Strasse-über den Kerenzerberg, die jetzt zum grossen Teil schon-ausgebaut ist, der Vorzug zu geben. Werden diese Strassen so wie Militärstrassen gebaut, also mit breiter, staubfreier Fahrbahn, gutem Steinbett, weiten Kurven, abgemessenen Steigungen, also überhaupt wie neuzeitliche Strassen, geeignet für den Verkehr von grossen Kraftwagen und auch in genügendem Masse zur Unterbrechung vorbereitet, so dienen sie der ^Landesverteidigung im höchsten Masse. Dann lässt sich aus dem Räume Zug-Altdorf-Pf äff ikon (Schwyz), in dem Eisenbahntransporte der Truppen auszuladen sind, die Front Arbon-Turbenthal-Zürich mit Märschen und Transporten auf Kraftwagen in zwei bis drei Tagen erreichen. Dann wird die Armee innerhalb eines Landesteiles, der zu einer Festung gehört, an Operationsfreiheit gewonnen haben. Gängen und Idaleens geschmacklosen Geplappers «er hat gesagt» und «sie hat gesagt» und «ich hab' gesagt», gab es Schönheiten, die Orchid zu jener Zeit bloss mit den regen kleinen Fühlern ihres Ahnens erfasste. Des Ahnens, dass sie ihre Eigenschaftswörter und Blusen richtig wählen Hess. Des Ahnens, das sie dazu brachte, den zu auffälligen Schmuck Idaleens und Mädchen, die sie Tag für Tag traf, zu übergehen mit unwägbaren kleinen Feinheiten, die ihr, ohne dass sie sie hätte näher erklären können, ebenso natürlich eigen waren wie das Gewebe ihrer Haut. Das Gewebe ihrer Haut hätte die Erklärung dafür gegeben. Für die Zartheit ihres Charakters. Es fiel ihr leicht, ihr straffes flügelgleiches Haar mit seinem dunklen perligen Glanz auch weiterhin aus dem Gesicht zu tragen, denn es hätte ihr widerstrebt, die Mode der Mädchen aus dem Geschäfte mit ihrem künstlich gewellten, mit falschen Steinen geschmückten Haar nachzuäffen. Orchid konnte die baumwollenen billigen Nachahmungen der Modelle aus Paris und der Fifth Avenue auch nicht tragen, wie sie in der Konfektionsabteilung für bloss neunzehn Dollar fünfzig Cent verkauft wurden. Es ging ihr buchstäblich gegen den Charakter. Orchid machte sich ihre Kleider mit dem oberflächlichen Wissen aus dem Zeichenkurs im Clara von Hütten an den Abenden um Es sollte an diesem Beispiel gezeigt werden, wie Strassen in den Alpen und ihren Vorbergen nötig sind für die Landesverteidigung im Mittelland. Ist der Krieg zum Schütze des Landes in den Alpen zu führen, werden sie zum Hauptkampfplatz, dann tritt die Bedeutung der Strassen erst recht hervor. Auf jeder Karte ist das zu prüfen. Die Strassenzüge vom oberen Bodensee dem Rhein entlang nach Graubünden hinein und dort sich teilend, um in sechs Aesten die Alpen zu übersteigen, sind zunächst zu erwähnen, also die Pässe mit einem Auf- und Abstieg über den Lukmanier, St. Bernhardin und den Splügen und östlich von ihnen die mindestens zwei Kämmen bezwingenden, die von Chur über die Lenzerheide und den Julier, dazu die Albula und die Bernina und von Landquart aus die Flüela mit ihrer Fortsetzung über den Ofenberg. Man darf sich zur Zeit eine Lage vorstellen, in der diese Pässe in ihrer allgemeinen militärischen Bedeutung eingeschränkt sind und der Zutritt von Italien her zum Bodensee auch aus dem Inntal über Landeck, den Arlberg und Feldkirch gewonnen werden kann. Ganz anders könnte das werden, wenn die Nachbarn im Osten und Norden ihre jetzige Landesgrenze aufheben wollten, wovon immer wieder die Rede ist. Käme es daraufhin zur Tat, zum Kriege, dann würde quer durch Graubünden der Zutritt in die Flanke italienischer Streitkräfte möglich, die im Vintschgau und im oberen Veltlin stünden. Könnten wir dann aus der langen Flankenstellung zwischen Sargans und Rheineck heraus den durchs Rheintal aufwärts führenden Zugang nach Graubünden sperren? Könnten wir zu diesem Zwecke früher als ein Angreifer, in den Besitz der Appenzeller und Toggenburger Pässe gelangen? Und vermöchten wir über Sargans hinaus aus dem Landesinnern rasch genug ausreichende Kräfte nach Graubünden zu werfen, um, Front gegen Norden, den Zutritt zum wichtigen Passland zu verwehren? So oder so, der Trieb, uns von Süden her Hilfe zu bringen, uns unsere Aufgaben in Graubünden zu erleichtern, würde sich mächtig regen. Den Talkessel von Sargans dürfte man von dorther ebenso leicht erreichen, unter Benützung der vielen Graubündner Pässe, als entlang dem Walensee oder auf dem Umweg über die Oberalp. Das heisst, da wir unser Land und seine Neutralität selbst schützen müssen, und es mit aller Kraft auch wollen, ist es geboten, der möglichen >Ent- Wicklung der Lage gerecht zu werden. Dem dient es, aus dem Landesinnern wenigstens einen neuen Zugang nach Graubünden zu schaffen. (Fortsetzung folgt.) Frequenz des Genfer Salon 1935 im Vergleich zu 1934 Tage 1934 1935 Eintritte Eintritte Freitag 5 500 5 804 Samstag 9 087 9 306 Sonntag 19 740 18 747 Montag 7 365 7 503 Dienstag 8 943 11721 Mittwoch 7220 7 255 Donnerstag 15 312 15 327 Freitag 7 046 7 016 Samstag 12 196 12 885 Sonntag 16 056 15 019 Total 108 465 110 583 weniger als die Hälfte von solchen neunzehn fünfzig. Weiche Gewebe, die sie aus den Verkaufsschachteln ausgewählt hatte, lagen in Haufen zu ihren Füssen. Wenn ihre Sohlen von dem stundenlangen Stehen sie schmerzten, stützte sie während des Nähens sie gegen einen auf einem gegenüberstehenden Sessel liegenden Eisbeutel, um die angenehme Kühle zu gemessen. Die Mädchen im Geschäfte bezweifelten und besprachen die Echtheit ihrer geheimnisvollen Schönheit. « Keine Farbe.» « Zu kalt.» « Sie dürfte mit Eiscreme aufgepäppelt worden sein.» « Solch eine blöde Einfachheit bringt einen nicht sehr weit.» «Interessante Blässe! Einen Schmarrn. Bei mir heisst das Gelbsucht. Mit einer Schachtel Hennapuder würde jede von uns dasselbe erreichen.» « Du möchtest gern solche Hände haben wie sie? Dann sprich mit Gott darüber.» Es gab auch weniger gegensätzliche Meinungsäusserungen über die Schönheit Orchids bei den Männern im Titanic. Diesen schien sie ein bisschen kühl verwirrend; aber sie wurde anerkannt! Einige wollten mit ihr ausgehen. Manchmal ging sie aus Langeweile, um den Abenden in dem finsteren Raum im dritten Stock und dem Geschnatter Idaleens zu entgehen. Aber nicht oft. (Fortsetzung im «Autler-Feierabend* »

1935 - N«26 £fx» •n Sportnachrichten Sdiwen Sitzung der Nationalen Sportkommission. Die Nationale Sportkommission des A.C.S. hielt letzte Woche anlässlich des Automobil- Salon in Genf unter der Leitung von Präsident Töndury eine Frühjahrssitzung ab. Wir nennen im folgenden die wichtigsten Punkte, die zur Behandlung kamen, um später auf einzelne Fragen noch zurückzukommen. Die Kommission genehmigte den Sportkalender des Jahres 1935, der keine Abänderungen mehr erfahren hat. Zur Austragung der Automobilmeisterschaft fehlt noch ein Rennen, wenigstens nach den gegenwärtig gültigen Bestimmungen des Reglementes. Unter Umständen wird es jedoch durch eine besondere Interpretation dieses Reglementes auch möglich, dfe Meisterschaft trotz den wenigen Veranstaltungen auszuschreiben. Auch mit dem Grossen Preis von Genf rrmsste sich die Kommission erneut befassen. Sie konnte sich dabei auf ihre frühere Auffassung stützen, nach der zwei grosse Rundstreckenrennen in der welschen Schweiz eine unerfreuliche gegenseitige Konkurrenz darstellen. Im übrigen wandte sich der A.C.S. an die als Veranstalterin in Betracht kommende Gesellschaft «Asulina» in Genf mit der Bitte, ihm das Datum der Veranstaltung mitzuteilen. Sie verlangte daraufhin den 15. September. Nun finden aber am 15. September das Mont-Ventoux-Bergrennen und der Grosse Preis von Holland statt. Sowohl der A.C. von Frankreich wie auch derjenige der Niederlande erklärten sich mit der Festlegung des Genfer Rennens auf den gleichen Tag nicht einverstanden. Die «Asulina» schlug darauf den 6. Oktober vor, doch damit käme das Rennen in Kollision mit dem Pariser Salon, der ebenfalls im internationajän Kalender eingeschrieben ist. Die Pariser Ausstellung verlangt jedoch die Anwesenheit von offiziellen schweizerischen Vertretern der Sportkommission, sowie auch der sportlichen Leiter der andern Länder und der ganzen A.I.A.C.R., so dass die Sportbehörden an diesem Tage unabkömmlich sind. Unter diesen Umständen ist jedenfalls die Durchführung des Rundstreckenrennens in Genf 1935 unmöglich. Mit der Organisation der Alpenfahrt ging es einen Schritt vorwärts. Der A.C. von Frankreich unterbreitete den verschiedenen nationalen A.C. zuerst Vorschläge, die rundwegs abgelehnt wurden. Die zweite abgeänderte Proposition wird vom A. C.S. angenommen. Dieser hätte demnach die Kosten für die Durchfahrt auf schweizerischem Boden zu tragen, doch kann der A.C.S. auf keinen Fall irgendwelche weitere Unterstützung an die Gesamtorganisation leisten. Im fernem wurde auch die Wahl von zwei neuen Chronometreuren genehmigt, nämlich der Herren Becker, Ingenieur in Wattwil, und Taddei in Lugano. Die beiden Kandidaten bestanden unter der Leitung von Herrn Professor Steinmann und einer Delegation der Sportkommission die Prüfung aufs beste. Die Sportkommission behandelte ferner noch das Meisterschaftsreglement und das Sportreglement für 1935, dann kamen auch noch internationale Fragen zur Sprache: die Rennformel vom Jahre 1937 an, die Veranstaltungen für Serienfahrzeuge und die Ausschreibung einer Weltmeisterschaft im Automobilsport. Sport ••»» jk—»lai—1 Campbell wechselt seinen Standort. Wie aus Daytona gemeldet wird, hat Sir Malcolm Campbell angesichts des andauernden schlechten Wetters in Florida und des ungünstigen Zustandes der Versuchsstrecke beschlossen, von weiteren Fahrten abzusehen. Er war eben im Begriffe, seine Koffern zu packen und den Wagen verladen zu lassen, als er von Salt Lake City eine Einladung erhielt, den dortigen ausgetrockneten Salzsee, auf dem bekanntlich Jenkins seine Rekorde aufstellte, einer Besichtigung zu unterziehen. Campbell wird sich nun selber davon überzeugen, ob er auf dem ausgetrockneten Boden, der über 28 Kilometer lang ist, seine Fahrten mit besseren Aussichten durchführen kann. Sofern die Rekognoszierung günstige Ergebnisse zeigt, wird Campbell in Amerika bleiben und im Juni auf diesem Seeboden neue Angriffe gegen seinen Rekord .unternehmen. Eine Bestätigung der Meldung liegt allerdings bis zum Augenblick nicht vor. Im übrigen haben im Anschluss an Campbells neue Rekordleistung verschiedene amerikanische Fahrer ihre Absicht bekannt gegeben, in nächster Zeit die Bestzeit des Engländers anzugreifen. Die Ankündigungen erfolgten in einer so überzeugenden Form, dass man im Grunde genommen glauben könnte, diese Fahrer würden unbedingt über die notwendigen technischen Mittel verfügen, um den Engländer zu entthronen. Es scheint jedoch, dass alle diese Aspiranten die Sache etwas zu leicht nehmen und sich über die Schwierigkeiten eines solchen Unternehmens keine rechte Vorstellung machen. Sie haben alle in ihr Können und ,die Stärke ihrer Maschinen das grösste Vertrauen, und hoffen, dass ihr Vorhaben unter einem günstigen Stern steht; aber zwischen der Hoffnung und der Wirklichkeit besteht bekanntlich ein gewaltiger Unterschied. Man hat in den letzten Jahren mehr als genug Beispiele erlebt, da gross aufgezogene Rekordversuche unternommen wurden, die aber alle ganz kläglich endeten. Zur Zeit scheint Campbell der einzige Mann zu sein, dem ein genügend leistungsfähiger Wagen zur Verfügung steht, und der diese Fahrten als Sport, und nicht als Reklame und ZirkussensaHion durchführt. Die neuen Rekordfahrten sind das Ergebnis jahrelanger Arbeit, und auch die Nachfolger des Engländers werden Jahre hindurch sorgfältig zu arbeiten haben, bis sie so weit sind, den absoluten Weltrekord noch mehr hinaufschrauben zu können. Grosser Preis von Tripolis. Als eines der bedeutendsten Rennen der diesjährigen Saison und jedenfalls nach Monte Carlo das wichtigste in der ersten Hälfte der Saison 1935 findet am 12. Mai der IX. Grosse Preis von Tripolis statt. An der Veranstaltung nehmen 34 besonders ausgewählte Fahrer teil, die entweder im letzten Jahre schon ein Rennen gewonnen haben müssen, einen internationalen Schnelligkeitsrekord aufstellten oder auch im Besitze des italienischen Meisterschaftstitels waren. Die Sportkommission des R.A.C.I. hat vor wenigen Tagen die Namen der 34 Fahrer genannt, leider jedoch ohne Angabe der Marken, die sie fahren. Wir nennen deshalb ebenfalls nur die Fahrer selbst. Es sind : Balestrero, Barbieri, Rosa, Minozzi, Caracciola, Fagioli, Brauchitech, Magistri, Oneto, Nardilli, Sommer, Farina, Lord Howe, Lehoux, Ruesch, Premoli, Nuvolari, Brivio, Trossi, Comotti, Chiron, Dreyfus, Widengren, Pintacuda, Etancelin, Varzi, Stuck, Taruffi, Ghersi, Siena, Zehender, Carraroli, Soffietti, Tadini. Bonetto. Internationale Sternfahrt nach Marokko. Wir haben seinerzeit ausführlich das Reglement der internationalen Sternfahrt nach Marokko besprochen, die vom 23. April bis zum 3. Mai dauern wird und neben der Sternfahrt nach Genf als die grösste tourensportliche Veranstaltung dieses Genres angesprochen werden darf. Die Fahrer haben bekanntlich zuerst die von ihnen gewählte Strecke von einer europäischen Hauptstadt aus nach Gibraltar zurückzulegen, dann werden sie nach Tanger übergeschifft und von dort aus folgt dann die in mehrere Etappen untergeteilte grosse Prüfungsfahrt nach Marokko, die sehr hohe Geschwindigkeiten verlangt und an die Fahrer und Wagen höchste Anforderungen stellen wird. Als bemerkenswerte Tatsache sei erwähnt, dass die beiden auch von der Sternfahrt nach Genf her bekannten Schweizerfahrer Fischer (Zürich) auf Alfa ; Romeo und Dreier (Luzern) auf Alfa Romeo sich ebenfalls an dieser grossen Konkurrenz beteiligen werden. Beide Fahrer haben 2300 ccm-Wagen mit Kompressor zur Verfügung und wählten als Ausgangsort Rom. Schon vor Nennungsschluss lagen 28 Einschreibungen vor, von denen wir nur die bekanntesten Fahrer nennen : Hasse (Adler), Startort Berlin, Schweder (Adler), Startort Berlin, Legre (Panhard-JLevassor), Startort Rom, Real (Renault), Startort Rom, Pieter Bon und DeWitt (Ford), Startort Brüssel, de Bremond (Ford), Startort Sfax, Frontignac (Ford), Startort Paris, Ambaud (Ford), Startort Paris, von Guillaume (Adler), Startort Berlin, Mme Mareuse Peugeot, Startort Paris, Sauerwein (Adler), Startort Berlin, Kurz (Steyr), Startort Rom, Magnus (Adler) Startort Berlin, Miss Labouchere (Singer), Startort London, Neamtu (Ford), Startort Rom, Berg (Daimler-Benz), Startort Rom, Lamberjack (Saurer-Lastwagen), Startort Paris. Weitere Meldungen der bekannten Fahrer Lahaye, Quatresous, Sommer, Trevoux und Stoffel dürften in den nächsten Tagen offiziell bestätigt werden. Die neue Rennformel für das Avusrennen. Für das am 26. Mai 1935 stattfindende Avusrennen wird diesmal eine ganz neue Rennformel angewendet, die allerdings sportlich bedeutend interessanter ist als technisch. Das Rennen zerfällt dieses Jahr in eine Reihe von Vorläufen über 100 km, und das Finale führt über 200 km. Während des Schlusslaufes ist ein obligatorischer Halt für alle Wagen vorgesehen. Nach 100 km Fahrt müssen die Maschinen vor den Boxen für das Wechseln der Reifen anlegen. Das Publikum wird selbstverständlich bei dieser Art von Rennen, wie man sie auch von Monza her kennt, ganz besonders auf die Rechnung kommen. m 1934 DIE KERZE DER GROSSEN WELTREKORDE 1 km mitfliegendem Start, Budapest. Stuck, Auto-Union, 320Std./km I km mit fliegendem Start, Budapest. Henne, auf BMW, 246,5 Std./km II neue Weltrekorde, Rennwagen, 36 neue Weltrekorde, Motorräder DIE KERZE DER GROSSEN PREISRENNEN Internationales Eisrennen, Schweden Internationales Eifel-Rennen auf dem Nürburg-Ring Kesselberg-Rennen. — Coppa Acerbo, in Pescara Grosser Preis von Deutschland (neuer Rekord) KLAUSENPASS-Rennen (neuer Rekord) Grosser Bergpreis von Deutschland (neuer Rekord) Grosser Preis der SCHWEIZ in Bern Grosser Preis von Italien in Monza Grosser Preis von Spanien in San Sebastian Masaryk-Rennen, Tschechoslowakei usw. usw. Die Kerze für jeden Wogen Bergrennen von Chanteloup. Am vorletzten Sonntag fand in Frankreich, organisiert vom A. C. de l'Ile de France, das bekannte Bergrennen von Chanteloup statt. Die Veranstaltung litt unter sehr schlechten Witterungsverhältnissen; trotzdem fanden sich sehr zahlreiche Fahrer am Starte ein. Der kurvenreiche Kurs ist 1200 Meter lang und weist Steigungen zwischen 4 und 10% auf. Die beste Zeit des Tages erzielte der französische Fahrer Robert Cazaux vom Rennstall Armand Girod, der mit seinem Bugatti 2300 ccm ein Mittel von 70,8 km/St, erreichte. Die zweitbeste Zeit fuhr Mestivier auf 1100-ccm- Amilcar. Sowohl bei den Touren wagen wie bei den Sportwagen setzte sich Perrot auf Delahaye mit 64,8 resp. 66,8 km/St, durch. Kurz nach Beginn des Rennens verlor der Fahrer Delaplace beim Ziel die Herrschaft über seinen Wagen und streifte einige Zuschauer. Diese mussten mit dem Piloten mit Verletzungen ins Spital geführt werden. Automobilsport in Südamerika. In Südamerika findet alljährlich ein grosses internationales Rennen statt, das in drei Etappen gefahren wird. In diesen Tagen wurde nun die dritte und letzte Etappe beendet Sie führte über 788 km von Santiago nach Temuco. Die Zahl der Teilnehmer belief sich auf 23. Bis Talca, 300 km von Santiago, waren die Strassen gut. Die restlichen 488 km wurden dann denkbar schlecht. Die Passierung von mehreren Wildbächen, deren Brücken weggerissen waren, machte das Rennen zu einer sehr gefährlichen Angelegenheit. Die Durchquerung von 5 grossen Flüssen wurde mit Hilfe von Flößen vorgenommen. Die dazu aufgewendete Zeit kam nicht in Abrechnung. Der erste, der Temuco erreichte, war Bardin auf Ford, der die 788 km lange Strecke in 11 Stunden und 12 Min. zurücklegte. An zweiter Stelle folgte Krause, ebenfalls auf Ford in 11 St. 29 Min., und an dritter, Malcolm auf DeSoto in 11 St. 30 Min. Das Programm der Gruppe S. Giorgio. Die Gruppe S. Giorgio, von Renato Balestrero geleitet, hat ihr Programm für den Saisonbeginn aufgestellt. An der «Mille Miglia» wird die Genueser Mannschaft mit einem Wagen teilnehmen. Ferner wird sie am 18. April am Turbie-Rennen und am 28. desselben' Monats am « Circuito della Madonie » mit zwei Wagen anzutreffen sein. Am Grand Prix von Tripolis wird die Gruppe S. Giorgio durch Balestrero, Rosa und Barbieri vertreten sein und an die Avus will Balestrero einen 1,5- Liter-Wagen entsenden. Der neue Wagen von Clemente Biondettl. Clemente Biondetti bereitet einen neuen Rennwagen vor, in welchen ein Zwölfzylinder-Motor in V-Form mit sechs Liter Hubvolumen eingebaut wird. Dieser sollte bei 4800 Touren auf eine Leistung von 400 PS kommen. Er ist mit drei Vergaser ausgerüstet. Mit diesem Wagen wollte Biondetti das Rennen von Tripolis mitfahren, doch die Maschine entspricht nicht dem neuesten Reglement und kann daher für diesen Lauf nicht eingeschrieben werden. Wohin wird nun dieser neue Wagen gehen? Nach der Avus? Oder nach Tunis? In Frankreich bildeten die drei über die Landesgrenze hinaus nicht bekannten Piloten Blondiaut, Foury und Claude, die «Argo- Equipe», die über einen Maserati-Monoposto und einen Bugatti 2300 ccm verfügen wird. Ein Denkmal für Borzacchlni. Am 31. März wird auf dem Friedhof von Terni, wo der berühmte, vor 1^ Jahren in Monza tödlich verunglückte Borzacchini begraben liegt, ein Denkmal zu Ehren des grossen Fahrers enthüllt. Die Einweihung wird in Form eines feierlichen Gedenkaktes erfolgen. Internationale Ersatzbrennstoff-Sternfahrt. Die internationale Ersatzbrennstoff-Sternfahrt unter der Kontrolle der F.LT.CA. und der Organisationsleitung der «Aspa» nimmt- langsam Form an. In Bern findet am Donnerstag eine Tagung der verschiedenen Interessentengruppen statt, wobei der Reglementsentwurf zur Beratung kommen wird. Sitzung der internationalen Sportkommission doch in Paris! Die Frühjahrstagung der internationalen Sportkommission der A.I.A. C.R. war bekanntlich auf anfangs Mai nach Berlin angesetzt. Ueberraschenderweise kommt nun aus Paris die Meldung, dass diese Sitzung doch nicht in Berlin, sondern in gewohnter Weise wieder in Paris stattfinden wird. .Man blickt diesen Verhandlungen mit grosser Spannung entgegen, da sie die Entscheidung über die neue Rennformel bringen sollen, die in den Jahren 1937—1939 in Kraft tritt. Zwei neue Rennställe. Die Rennställe sind noch immer grosse Mode. Soeben wird gemeldet, dass sich der bekannte spanische Fahrer Villapadierna mit dem französischen Piloten Raymond Sommer zu einer Equipe zusammengeschlossen hat. Die beiden Fahrer verfügen über verschiedene Maserati- Rennwagen.