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E_1935_Zeitung_Nr.028

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1935 — Neue Grand PrlxrRennwagen. Die grossen Rennen der kommenden Saison werden voraussichtlich technisch interessanter sein denn je. Nachdem im verflossenen Jahr die deutschen Auto-Union und' Mercedes-Rennwagen einen ganz neuen Ständard von Höchstleistungen aufgestellt haben,, sahen sich auch die übrigen Rennwagen - Konstrukteure gezwungen, in mehr oder weniger hohem Grade von ihren bisherigen Bauformeln abzugehen. Wie schon gemeldet, haben die neuen, Alfa Jfameo - Grand jRris»Wagen; einen zweiten Aufbauschema des neuen zweimotorigen Alfa Romeo-Rennwagens; Motor erhalten, der die Gesamtleistung des Fahrzeuges auf rund 500 PS erhöhen wird. Der grundsätzliche Aufbau des neuen Alfa Romeo ist in der beistehenden Skizze 1 schematisch dargestellt. Der Heckmotor ist im Raum zwischen den beiden Hinterradantriebswellen untergebracht, die. schon bisher beim Monoposto-Wagen benützt wurden, um dem Fahrer einen möglichst niedrigen Sitz zu ermöglichen. Der Führersitz ist jetzt Antwort 9348. Instruktionenbuch. Zuschrift weitergeleitet. Red. Frage 9358. Wer repariert Kühlerthermometer für Buick? C. S. in S, Frage 9359. Erfahrungen mit D. K. W. Welcher Besitzer eines D. K. W.-Zweitaktmotor-Wagens ist in.der Lage, sich über seine Erfahrungen zu äuaser? Eä werden diese Wagen mit Schweizerober- offeriert Ist die Kühlung ohne Pumpe und zwischen den beiden. Motoren auf dembau ohne Ventilator genügend? C. S. in S. Wechselgetriebe angeordnet. Von der Anwendung der ursprünglich vorgesehenen hinteren Schwingachse scheint man dabei abgekommen zu sein. Statt wie bisher in einem einzigen grossen Behälter im Heck des Wagens, wird der Brennstoff in zwei Tanks seitlich aussen am Chassisrahmen mitgeführt. Einen sehr interessanten Wagen lässt sich gegenwärtig auch der bekannte Rennfahrer Seitenansicht des im Bau befindlichen Rennwagens von Biondetti. Biondetti nach eigenen Entwürfen bauen. Wie beim Auto-Union-Wagen sitzt hier der Fahrer ganz vorn und der Motor ist vor der Hinterachse eingebaut. Der Motor selbst ist ein Zwölfzylinder mit zwei im Winkel von 60 Grad zueinander stehenden Sechszylinderblöcken. Er hat 79 mm Bohrung, 100 mm Für ca. 2 Monate zu mieten gesucht ein 5-T.-Rohöl-Lastwagen Kipper, inkl. Chauffeur. Späterer Kauf des Wagens nicht ausgeschlossen, sofern neueres Modell und prima Occasion.. — Offerten unt. Chiffre 66937 an die Automobil-Revue, Bern. Seltene Occasion! WANDERER-Cabrioiet •6 Zylinder, 10 PS, bereits neu, sehr wenig gefahren, Schwingachsen sowie aller Komfort, in einwandfreiem Zustande; wird umständehalber sofort gegen bar verkauft. — Anfragen unt. Chiffre 14804 an die 11750 Automobll-Revu», Bern. NASH 8 Zyl. prächtiges 4plätziges Cabriolet, Modell 1831, in allen Teilen in ganz prima Zustand, sofort zu Fr. 3400.— abzugeben. Eventuell Zahlungserleichterung. 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Möglicherweise wird Biondetti mit diesem Fahrzeug, mit dem schon in den nächsten Tagen die Probefahrten aufgenommen werden können, in Tripolis starten, -y. Tedi Frage 9360. Traktorenöl für Personenwagen. Kann ein Traktorenöl ohne Nachteil auch für Auto- und Motorradmotoren gebraucht werden? Dasselbe stellt sich im Preis günstiger als ein Markenautoöl, ist jedoch teurer als gewöhnliches Fass^Autoöl, mit dem ich schon gute Erfahrungen gemacht habe. Können durch Farbe und Auesehen eines Oeles Schlüsse auf dessen Wertigkeit gezogen werden? F. H. in E. Antwort: Zur Schmierung eines Automobilmotors »ist prinzipiell immer nur das beste Oel gerade gut genug. Eine vermeintliche Sparsamkeit kann sich hier bitter rächen. Wir möchten Ihnen deshalb raten, von allen Experimenten abzusehen und sich an die Oelmarken und die Oelqualitäten zu halten, die vom Konstrukteur Ihres Wagens und von den grossen Oelfirmen vorgesehen sind. Aus dem Aussehen und der Farbe lassen sich keinerlei Schlüsse auf die Qualität des Oels ziehen. Selbst die Prüfung der physikalischen Grundeigenschaften, wie die Viskosität, Säuregehalt, Flammpunkt, Aschegehalt usw. bietet noch keine absolute Gewähr für die einwandfreie Eignung im Motorbetrieb. - s t- Frage 9361. LiUratur Ober Flugmotoren. Könnten Sie mir einige gute Bücher über Flugmotgren angeben, oder existiert vielleicht eine Zeitschrift? Es sollte ein Buch sein, das nur die Motoren mit NEU! Stets startbereite Batterien mit unserer Ladestation „PRIVAT" zu Fr. 45.— zum regelmässigen Aufladen, wodurch ihre volle Leistungsfähigkeit und ihre Lebensdauer bedeutend verlängert werden. Minimaler Strom» , verbrauch, Lichtanschluss General vertrieb: ZÜRICH PEUKANSTR9, DbererGraben28 SIGALLEN TELEPHON: ZOrleh 71.130 St. Gallen «2.«1 *w» edhs BERN-Ostermundigen VERCHROMEN STADELMANN & MANTEL A. G. Tel. 41.188 LANGENTHAL Garage Geiser Vertretungen Reparaturen eingehenden technischen Skizzen behandelt, womöglich die neueren auch. O. L. in S. Antwort: Zu empfehlen sind- folgende Bücher: Häder-Thoelz: Flugmotoren in Leicht-und Schweröl»- bauart (erschienen 1929 mit 237 Abb., Fr. 20.25). Katz: Neuzeitliche Flugmotoren (erschienen, 1928, 386 Seiten, 389 Abb. Preis Fr. 31.25) Page: Modem Aviation .Engines, (englisch geschrieben, 2 Bde. mit 1908 S. und 919 Abb., erschienen 1929). Recht gut sind auch die in der Sammlung « Flugzeugbau und Luftfahrt» im Auftrage des Deutschen Luftsportverbandes herausgegebenen Hefte: Moeller: Der Flugmotor (3 Heftchen mit zusammen zirka 240 Seiten und 170 Abb., Preis zusammen zirka Fr. 11.—). Schaefer: Flugmotorenkunde (2 Hefte mit zusammen 140 S> und 120 Abb., Preis zusammen zirka Fr. 6,50). Zeitschriften, die sich ausschliesslich nur mit Flugmotoren befagsen, sind uns nicht bekannt, dagegen sind Aufsätze über Flugmotoren in den meisten flugtechnischen Zeitschriften verstreut zu finden Ẇohl die beste Publikation über den gegenwärtigen Stand und die Tendenzen des modernen Flugmotorenbaues ist der 1934 von der englischen « Royal Aeronautical Society » herausgegebene Vortrag von Fedden: « Possible future developments of air-cooled aero engines ». Den Mitgliedern des Aero-Glubs der .Schweiz sind die meisten der genannten Bücher in der Bibliothek des Clubs zugänglich. A. Anfrage 498. Unerreichte Garantie. Ich habe vor einigen Monaten einen neuen Amerikanerwagen gekauft mit der schriftlichen Garantie, dass er hei einem Tempo von 70 km nicht mehr als 14 Liter Benzin brauchen dürfe. Der Wagen ist jetzt etwa 7000 km gefahren. Alle Versuche des Verkäufers und auch des Generalvertreters, den Benzinverbrauch auf das garantierte Quantum hinunterzudrücken, sind gescheitert. Man vertröstete mich zuletzt mit dem Hinweis, dass die Art Wagen erst mit 8000 km recht eingefahren seien, und dann werde der Benzinkonsum von selbst zurückgehen. Ich kann es aber nicht glauben, da derselbe seit den letzten 5000 km immer gleich geblieben ist. Da die Garantiezeit in den nächsten Tagen abläuft, möchte ich Sie bitten, mir mitzuteilen, was da zu tun ist. Ich möchte natürlich den Wagen so nicht behalten, da ich in der heutigen Zeit grossen Wert darauf lege, einen Wagen zu besitzen, der ökonomisch ist. K. S. in W. Antwort: Weist eine Kaufsacbe Mängel auf oder entspricht nicht den zugesicherten Eigenschaften, so steht dem Käufer das Recht zu, entweder die Wandelung des Kaufvertrages, d. h. die Rückgängigmachung, zu verlangen oder aber einen entsprechenden Minderwert zu verlangen. Selbst wenn der Käufer die Wandelung verlangt, ist der Richter berechtigt, sofern ihm die Mängel nicht von ganz grosser Bedeutung erscheinen, im Falle der Wandelung einen Minderwert zuzusprechen. Im vorliegenden Fall,.halte ich dafür, dass eine Wandelung durch den Richter nicht bewilligt' werden STÖCKLI • BERN Verkauf, und Reparaturen von sämtlicheiy'Autopneus u. -schläucHen, sowie Nagelschutzeinlagen. Benzine und Oele. - Fachmännische und prompte Bedienung. Tel.21 318 Mühlamattstrasse 53 {beim Eigerplatz) Aclteitei Häuf am Platz* $1» '^ck AutO"Reparaturwerkst»tten ZOrloh 8 SeefelcUtr. 175 Tel. 27.798 7plätzlge Sedan-Limousine 6 Zyl. Packard letztes 6-Zyl.-Modell, 24 PS, wenig gefahren und in sorgfältig gepflegtem Zustand, Zentral - Chassisschmierung, 2 Reserveräder vorne, hint. grosser Gepäckträger, vollständig ausgerüstet, Ed. Contelly, Automobile, Basel, Hochstr. 26. Telephon 27.328. 9563 CHRYSLER Mod. 62, mit 16 PS. — Adresse: Wwe. J. Huber, Heerbrugo (St. Gallen). 2plätziges Cabriolet, mit zwei Notsitzen im Spee-. der, in prima Zustand. Preis Fr. 1950.— netto Kassa. 11727 Anfragen unter Chiffre 14806 an die wird, sondern nur eine Minderung des Kaufpreises, und zwar ungefähr in der Weise, dass der Verkäufer verpflichtet wird, Ihnen den Mehrverbrauch an Benzin, berechnet auf eine Gesamtleistung des Wagens von 100 000 km, zu vergüten. Ich möchte allerdings noch bemerken, dass in der Regel bei diesen Zusicherungen des Minimalverbrauches immer eine Marge von ca. 10% des angegebenen Verbrauchquantums bewilligt -wird. Ich empfehle Ihnen, vorgängig des Ablaufes der Garantiefrist vorerst einmal beim Friedensrichteramt einen entsprechenden Betrag gegen den Verkäufer einzuklagen, damit Sie Ihrer Rechte nicht verlustig gehen. O u. Industrie Zur Oelßraphltschmierung. Ihre Vorteile wurden in zahlreichen Artikeln aller Fachzeitschriften ausführlich dargestellt. Wenn in folgendem auf einen Nachteil hingewiesen wird, geschieht' es nicht in der Absicht, diese Vorteile herabzumindern, sondern die Ausführungen -sollen als Ergänzung zu dem bereits Bekannten aufgefasst werden. Der Graphit wird bekanntlich in kolloidaler Form als Zusatz zum Auto-Oel verwendet. Kolloidaler Graphit ist reiner Kohlenstoff in feinster Form, der nach besonderen Verfahren aus QualitätskobJe gewonnen wird. Er lässt sich in frischem Oel homogen verteilen, so dass er selbst nach Passieren einer Zentrifuge in seiner ursprünglichen Verteilung suspendiert bleibt. Praktische Erfahrungen und Laboratoriumsversuche haben jedoch gezeigt, dass sich der Graphit unter gewissen Bedingungen aus dem Oel ausscheidet. Wir meinen hiemit nicht die Misserfolge, die auf unsachgemässe Anwendung des Graphits oder auf dessen mangelhafte Qualität zurückzuführen sind, sondern einen allgemein gültigen Zusammenhang zwischen Ausflockung und Säurebildung. Jedes Oel altert im Betrjabe, ee oxydiert, es wird sauer; je nach der Qualität mehr oder weniger rasch. Um der Graphjt-Ausscheidüng vorzubeugen, ist es daher angezeigt, den vorschriftsgemässen Oelwechsel einzuhalten, denn je länger das Oel im Betrieb bleibt, desto stärker ist die Säurebildung. Die genannte Tatsache führt ferner zu der Einsicht, dass QuaJitätSöle einen besseren Schutz gegen die Ausscheidung bieten als DurchschnittsöJe, denn letztere neigen bekanntlich mehr zur Säurebildung, als hochwertige Schmiermittel. Je nach dem gegebenen Fall sind die Folgen der Graphitausscheidung natürlich mehr oder weniger verhängnisvoll. Bei einem Motor mit Spritzschmierung z. B. setzt sich der ausgeschiedene Graphit unter Umständen nur auf dem Boden der Oelwanne nieder und richtet keinen Schaden an. Anderseits kann dieselbe Erscheinung in einem Motor mit Umlaufschmierung durch Verstopfen der Schmierkanäl« unangenehme Betriebsstörungen verursachen. Es ist daher verständlich, dass viele Leute ohne Vorbehalt auf die Oelgraphitschmierung schwören, weil sie nur ihren eigenen, günstigen Fall kennen. Die Eigenschaften des Graphits: grosse Hitzbeständigkeit, Widerstand gegen mechanische Beanspruchungen, Eindringungsvermögen in Unebenheiten von Metallflächen bieten für gewisse Sohmierprc-bleme wertvolle Vorteile; in Verwendung mit dem Oel darf jedoch die oben beschriebene Erscheinung nicht ausser acht gelassen werden. P. W. Fiat-Balilla 4plätzige Limousine, Modell 1933, wegen Anschaffunf eines grösseren Wagens. - Offerten unter Chiffre 14803 an die Automobil-Revue, Bern. 5T,F.B.W.-Lastwagen Artpnhir»Riarn->l-ii Ersatzteile 3-Seitenkipper. sehr gut erhalten, sehr preiswert zu verkaufen. Zahlungsbedingungen günstig. Offiz. Lager der Schweiz Offerten unter Chiffre 14800 an die 11838 Automobil-Revue. Bern. STIERLI & GEHRER Fr. 3000.— , Weg. Todesfall billig zu verkaufen: «6936 PEUGEOT 201 Automobil-Revue, Bern. 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Bern, Montag, 1. April 1935 III. Blatt der „Automobil-Revue" No.28 San Juan im Zaltteot Nun sind endlich die Tage gekommen, da die Boote aus den dunklen Schuppen ans Licht geholt und für das sommerliche Wasserleben hergerichtet werden. Ueberall am Fluss riecht es nach Teer und Farbe; kieloben liegen auf ihren Böcken Kanus und Faltboote, und Männer in Hemdsärmeln hantieren mit Farbtöpfen und Pinseln. Sie flikken und malen, dass auf den Handflächen die Blasen springen; sie treten ein paar Schritte zurück und prüfen mit eingekhiffenem Auge, ob der Anstrich gut wirkt; sie rauchen und rufen.. Und die Frühlingssonne spielt auf dem Wasser, und an den Landungsstegen glucksen die Wellen. Es ist eine herrliche Zeit! In diesen schönen Tagen nun suchte ich meinen Freund Herbert auf, in seinem Häuschen draussen am Fluss. Auch er war beschäftigt, sein Zweisitzerboot herzurichten. Es war schon beinahe fertig und leuchtete in der Sonne; nur der Name vorn am Bug fehlte noch. «Wie heisst denn dein Kahn?» erkundigte ich mich. «Erstens ist es kein Kahn, sondern ein Faltboot, du Landratte!» belehrte mich Herbert «Und zweitens ist deine Frage laienhaft. Ein Boot führt selbstverständlich den Namen der Freundin des Besitzers!» «Aha! Also heisst deins Margot?!» «Jawohl, Margot!» wiederholte er, und es bedurfte keines Scharfblickes, um festzustellen, dass er bis über beide Ohren verliebt war. Margot! — wie er schon den Namen auf der Zunge zergehen Hess... ! Dann ging er ins Haus und holte ein Holztäfelchen, auf dem in zierlichen Buchstaben, rot auf weissem Grunde, der Name Margot zu lesen stand. Dieses Täfelchen schob er zwischen zwei schmale Holzleisten, die am Bug des Faltbootes befestigt waren und eine Art Schiene bildeten, in der das Namensschild nun festsass. Dann blickte er mich stolz und erwartungsvoll an. «Sehr nett!»- lobte ich' sein Werk. «Ab'er eigentlich ein bisschen umständlich, nicht? Gewöhnlich malt man doch den Namen einfach auf die Bordwand.» «So habe ich's im vorigen Jahr auch gemacht. Aber...» «Was aber?» «... aber das ist noch unpraktischer, mein Lieber! Alle drei Wochen habe ich den alten Namen überpinseln und einen neuen draufrnalen müssen. Jetzt schiebe ich einfach ein neues Schildchen ein, und die Sache ist gemacht!» H.S. !Baxack den, Zukunft Wir New-Yorker waren skeptisch und sehr ironisch gewesen : «Die RockefeHer-Stadt Radio City ! Bluff der Technik als Opiat für die Massen, Versuch des reichsten Mannes Amerikas, seinem Namen eine Pyramide zu bauen.» Wir boykottierten Radio City. Wir lächelten über den grössenwahnsinnigen Kinotempel « Roxy », auf dessen geschweifter, metallener Decke die Kunst des Lichtwerfers Sonnenaufgänge in Regenbogenfarben komponierte, jede halbe Minute einen andern. Wir sahen auf der grossen Leere, die die reissenden Ungetüme, die Hauszerstörer F E U I L L E T O N Mannequin. Roman von Fannie Harst. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt) Drei Tage später erhielt Orchid fast gleichzeitig zwei Angebote. Das eine, von einem Importeur in der West Thirty-seventh Street, bot ihr für ihre Dienste als Mannequin ein Gehalt von achtzehn Dollar die Woche. Und am selben Tage, um diese beträchtliche Steigerung noch zu übersteigern, machten ihr die vielleicht vornehmsten Schneider zweier Kontinente, Drecotte fils, Rue de la Paix. Nice, Palm Beach, New • Port, Fifth Avenue, ein Offert, in ihre New Yorker Filiale einzutreten, um für zweiundzwanzig Dollar die Woche Kleider vorzuführen. Als Orchid während der Lunchzeit ein Telephon erreichte und Martin davon erzählte, kam ihre Stimme atemlos, kurz abgerissen über den Draht zu ihm. Fürs erste bedeutete es das Ende des und Baggermaschinen mit ihren langen und gewaltigen Armen mitten in New York geschaffen hatte, einige protzige Riesen emporschiessen; wir hörten von geplanten hängenden Gärten, von Kolonnaden, von einem Reich der Schönheit und der Entspannung zwischen Pflaster und Himmel. Wir glaubten nicht daran. Aber es ist Zeit, dass wir un- Aas de% Von Hermann Hesse: Es war eine schöne Zeit, als wir noch zwölfjährig waren und als der Sammetwedel noch lebte, der sonderlinghafte Besitzer eines Kramladens in meiner Vaterstadt. Der unglückliche Mann mit seiner Brille und seiner hohen weibischen Stimme war die Zielscheibe unaufhörlicher Neckereien. Für uns Schulbuben war es eine immer neue Wonne, diesen harmlosen und etwas komischen Menschen zu verhöhnen. Wir verstanden seinen schleichenden Gang, seine unbeherrschte Fistelstimme nachzuahmen, wir waren es, die seinen Namen in den fatalen Sammetwedel 4 verwandelt hatten. Und zu unsern ständigen Freuden und Uebungen gehörte es, frühmorgens an der Glocke seines noch verschlossenen Ladens Sturm zu läuten und dann um die Ecke zu verschwinden. Wir schrieben" ihm auch zuweilen kleine Spottbriefe in Versen oder schickten ihm mit der Post angebliche Bestellungen auf ungeheuer grosse Warenlieferungen zu. Auf der Strasse wurde er von uns allen stets mit. phantastischer Ehrerbietung wie ein Fürst gegrüsst, was er immer hie und da wieder einmal ernst nahm und geschmeichelt erwiderte, und ganze Abende lang belagerten wir seine Ladentreppe. Eines Abends bummelte ich mit drei Kameraden untätig auf dem Marktplatz. Es fing gerade an, ein wenig langweilig zu werden. Wir hatten den Polizeidiener gehänselt, wir hatten dem Sigrist beim Abendläuten geholfen, und jeder hatte sich mit dem Sackmesser ein hübsches Stück Glockenseil abgeschnitten; dann hatten, wir. dem nervösen Apo-. theker, dessen Leiden uns unverständlich war und der jeden von uns wie ein Satan hasste, Knallerbsen an die Fensterscheiben geworfen. Darauf waren wir am Marktbrunnen beschäftigt gewesen, hatten drei von seinen Röhren mit unseren Seilstumpen verstopft und den Anblick genossen, wie aus der vierten Mündung ein herrlicher Wasserstrahl auf den gepflasterten Marktplatz schoss. Jetzt wussten wir nichts Neues mehr anzufangen, und dunkel wollte es auch schon werden. Es war zwar schon Sommer, aber was hatten wir davon, denn" es gab auf die schlimmen Maifröste hin kein Obst in der Gegend. Die Stachelbeersträucher hatten wir schon geleert, wo wir nur zukommen konnten, und statt der abendlichen Expeditionen auf Kirschen und anderes Frühobst sahen wir uns auf Indianerspiele angewiesen. Es waren schlechte Zeiten, und vergebens hätten wir in stundenlanger, gefahrvoller Arbeit die Stacheldrähte an mehreren Obstgärten abgezwickt. «Ich geh' heim,» erklärte der Philipp gelangweilt. Hinterzimmers im dritten Stock, das voll vom Flitterstaat Idaleens war. Ganze zwei Sonntage wanderte Orchid mit der herrlichsten Beschäftigung umher, die sie je gekannt hatte. Wohnung suchen, ein Zimmer für sich allein, das sie mit niemandem zu teilen die Absicht hatte. Auf der Suche nach einem solchen Zimmer, dem sie nun ein wenig von ihrem anspruchsvollen Wesen verleihen könnte. Wenn Orchid sich sein Zimmer nach ihrem Herzenswunsch vorstellte, sah sie es im Zusammenhang mit etwas, das ihr mehr als irgend etwas anderes erstrebenswert schien. Etwas, das ihr die neue Zeit von Annehmlichkeiten, in die sie erst jetzt eintreten sollte, versinnbildlichen würde. Orchid suchte ein Zimmer mit einem Sims für ein Fensterbeet! Ein grüngestrichenes Fensterbeet, in welches sie blühende Dinge pflanzen konnte. Es stellte ihr, ohne dass sie sich dessen bewusst wurde, alle ihre unterdrückten Wünschen nach Gärten dar. Den Duft süsser Blüten. Wachsendes Grün. Sie fand ein solches Zimmer. In der Hast sere Meinung ändern. Die Leere hat sich wunderbar gefüllt, weissbesäulte Kolonnaden winken uns, Gärten hängen hoch über uns, Girlanden um den Hals von Riesen. Im R.C.A.-Gebäude wurde das Regenbogenrestaurant und das Patio-Cafe eröffnet. TJas Restaurant ist im 65. Stock, aber es begnügt sich nicht mit dieser Höhe, sein Dach wölbt sich ein'paar Stockwerke weiter hinauf, so dass das Gefühl erweckt wird, als sei zwischen uns und den Wolken kein trennender Raum mehr. Für Leute, die an Schwindel leiden, ist es nicht der richtige Ort; aber hier leidet niemand an Schwindel. Unter diesem Dach stehen die Tische und Fauteuils in grossen Zwischenräumen und wie von ungefähr inmitten von Blumen und raffiniert angebrachten Spiegeln, von denen einige prismatisch sind und ein merkwürdiges Gefunkel aussenden. Noch interessanter ist die «Lounge», der Gesellschaftsraum. Seine Grundform besteht aus drei weit ausladenden Halbkreisen, die wie in einer grossartigen Umarmung die hohe Glasmauer der Fenster einschliessen, die hinwiederum eine Glasmauer nur ist, weil es der Verstand so will, die in Wirklichkeit aber das lichterfunkelnde Wolkenkratzer-New-York auffängt, um es uns darzubieten. Im Einklang mit der Grundform sind auch die Sofas' und langen gepolsterten Bänke sichelförmig, mit weissem Leder bespannt. Im Patio-Cafe .geniesst man dieselbe Aussicht, dazu hört man von 4 Uhr an die seufzende Ukelelemusik Dave Kaouohis und seines Honoluluorchesters. Ein Tanzplatz ist da, grösser als irgendwo anders in New-York. Die schönsten Frauen der Stadt drängen sich hier in den bezaubernden neuen Kleidern, nach denen die Räume verlangen. Eine künftige Zeit ist hier irgendwie vorausgeahnt, skizziert. Es ist etwas vom Geist eines neuen Barock in diesem unablässigen Bestreben, die Nüchternheit des an geradelinige Betonbauten gefesselten Lebens durch kühne Kurven und phantastische Kombinationen zunichte zu machen. y. « Nein, halt doch! » riefen wir andern und zogen ihn mit uns die schmale, steile Kronengasse hinab. Da kam mir plötzlich ein Gedanke. « Zum Sammetwedel! » rief ich begeistert. « Wir sind schon eine Ewigkeit nimmer bei ihm gewesen. » Gesagt, getan. Mit wenigen Sätzen hatten wir im Sturm seinen Laden erreicht. Es war alles ruhig und kein Mensch im Laden, und zwischen den Blechbüchsen und Seifepaketen stand friedlich der dunkle hölzerne Brasilianer und sog an seiner ungeheuren Zigarre. ';*' Vor ( dem Schaufenster hielten wir Kriegsrat, find es wurde beschlossen, die Intrige durch einen schlichten ( Ladenbesuch .einzuleiten. Drei Rappen Wurden ^zusammengeschossen, und mich traf das Los, die Fehde zu eröffnen. Ich sollte in den Laden gehen und nach allerlei Dingen im Preise von drei Rappen fragen, das Geld aber natürlich nur im schlimmsten Notfalle ausgeben. Dann würden wir weitersehen. Die Klingel ertönte, und mit freundlichem Grusse trat ich in den Laden, in dem schon das Licht brannte. Misstrauisch empfing mich der hinter KarameJlengläsera, Zuckerhüten und. Kaffeebüchsen halb verborgene Sammetwedel. Ohne Zweifel ahnte er, da er mich kannte, etwas von der Ruchlosigkeit meiner Absichten; aber kaufmännische Diplomatie nötigte ihn zum Höflichsein. '•' Ich pflegte für meine Mama nicht selten einige Pfund Zucker, Salz, Griess oder Mais bei ihm zu holen, war also ein alter Kunde. > ' ' ' Der Kaufmann blickte mich durch die Grüben Gläser seiner Brille argwöhnisch an. Wir kannten einander, wir zwei, und wir liebten einander nicht. Und ich wusste, dass er einmal zu meiner Tante gesagt hatte, es sei ihm ein absolutes Rätsel, wie aus einer so frommen und unbescholtenen Familie ein so gottloser Bengel habe entspringen können. « Was willst haben, Bub'? » fragte er kurz. Ich sah mich im Laden um. Es gab da eine Masse von Sachen, die ich gern gehabt hätte! Mit zehn oder zwanzig Rappen in der Tasche wäre viel zu machen gewesen. Aber mit meinen, drei einzelnen Rappenstücken stand ich vor einer knappen Auswahl. Was dafür zu haben ist, wusste ich genau: ein paar Zuckerabfälle oder Johannisbrot oder • zwei Zigaretten oder ein Pulverfrosch. Sonst nichts; höchstens etwa noch ein bischen Schnupftabak. < Ich weiss noch nicht bestimmt,» sagte ich zögernd. Er brauchte ja nicht zu wissen, wieviel Geld ich habe. — « Haben Sie Schneeberger Schnupftabak? » Ich wusste zwar, dass von dem feinen, weissen Seventeenth Street. Eine Strasse von braunsteiniger, einstiger Eleganz, die durch die sich vordrängenden Mietshäuser viel an Freundlichkeit verloren hatte. • Nach vielen, vielen Pensionen, die nach kalten gekochten Kartoffeln- und Schabengift rochen, hatte sich Orchid mit dem im ersten Stock gelegenen ehemaligen Salon des Hauses in der Seventeenth Street für. zwölf Dollar die Woche abgefunden. Mehr,, als sie hätte ausgeben dürfen. Eigentlich gab es nicht allzuviel Empfehlenswertes an diesem Raum, ausser, nach dem Rundgang in den vielen Pensionen, seiner würdevollen Grosse und den zwei hohen Fenstern, die über den Gehsteig hinausragten und sich auf einen kleinen eisernen Balkon öffneten, der geradezu geschaffen war, um Fensterbeete aufzustellen! Tatsächlich war es ein Zimmer, das einem die Trostlosigkeit eines feuchten traurigen Tages auf die Seele fallen lassen konnte. Der feierliche mit Ornamenten geschmückte Pfeilerspiegel, der zwischen den beiden schmalen Fenstern bis zur Decke reichte. Schneeberger, mit dem man Menschen und Tiere viertelstundenlang niesen machen konnte, auch die kleinste Schachtel zehn Rappen koste. "Aber ich konnte es ja einmal probieren. Ich hatte Zeit, und der Sammetwedel würde wohl auch Zeit haben, dafür stand er ja in seinem Laden. Während der Krämer nach seiner Schublade ging und mir den Rücken zuwendete, sah ich in der Scheibe der Ladentür meine Kameraden lauern — drei vorsichtig emporgereckte indianerschlaue Gesichter mit pfiffigen Spionsaugen. Ich zwinkerte ihnen heimlich zu. Indessen kehrte der Sammetwedel mit leeren Händen zurück. Das Glück war mir hold, es gab keinen Schneeberger mehr! « Aber in vier, fünf Tagen trifft wieder eine Sendung ein, er ist schon bestellt. Dann kannst du ja wiederkommen,» sagte er. Ich stellte mich entrüstet. « Das ist aber schade! Gar keinen Schneeberger mehr! — Aber haben Sie andern Schnupftabak? » Er sah mich argwöhnisch an. « Es sind vier Sorten da,» sagte er kurz — « ssu was brauchst du ihn denn? » «Er ist für meinen Onkel,» sagte ich unschuldig. Da stellte er mehrere Büchsen vor mir auf. Ich fragte eingehend nach Preis und Güte jeder Sorte, schwankte endlich zwischen zweien, konnte mich nicht entschliessen und nahm schliesslich eine Prise zum Probieren. Ich musste sofort schrecklich niesen, und ein vehementes Lachen, das vor der Türe auf der Gasse draussen losbrach, machte mich besorgt. Ich beschloss, mich für diesmal zurückzuziehen. « Also danke schön. Ich komme dieser Tage dann nochmals her, wenn es wieder Schneeberger gibt. Es sollte doch eigentlich Schneeberger sein. » Mit höflichem Gruss verliess ich den Laden und stattete meinen Spiessgesellen Bericht ab, gab ihnen auch ihre zwei Rappen wieder. Der dritte hatte mir gehört. Auf dem Heimweg lachten wir nt>ch viel und berieten uns eifrig. Dann war unser Schlachtplan entworfen. Es gab einen sauren Tag für, den armen Sammetwedel. Gleich am folgenden Morgen erschienen, mit angemessenen Pausen natürlich, etwa dreissig Schuljungen hintereinander in seinem Laden, die alle Schneeberger Schnupftabak verlangten. Am Nachmittag und am zweiten Tage wiederholte und verdoppelte sich das Schauspiel. Der sanftmütige Kaufmann schnitt anfänglich saure Gesichter, dann wurde er grimmig und schliesslich war er nahe am Weinen, geriet in Raserei und schrie in der höchsten Fistel: « Hinaus!» sobald er das Wort Schneeberger ;hörte. Vor der Ladentür aber standen, wir alle, selig wartend, und begrüssten jeden-seiner Zornausbrüche mit Zuruf und Wonnegeschrei. Am Abend des dritten Tages gelüstete es mich mächtig, selber noch einmal beim Sammetwedel vorzusprechen, was ich ihm ja eigentlich schuldig war. Ganz wohl war mir nicht bei diesem Unternehmen, und das erstemal kehrte ich auf der Ladentreppe wieder um. Aber dann schämte ich mich, fasste Mut und nahm den Türgriff nochmals in die Hand. Ich trat ein, sagte sittsam Grüss Gott und schwoll vor verhaltener Neugierde» « Wie ist's jetzt mit dem Schneeberger? »> fragte ich bescheiden. Natürlich glaubte ich bestimmt zu wissen, dass der Tabak unmöglich schon da sein könne. Der Mann warf mir einen gesalzenen Zornblick zu; er hatte mich nicht vergessen. Doch sagte er kein Wort, sondern kniff den Mund ein und stellte statt aller Antwort zu meinem - peinlichsten .Erstaunen eine Schachtel, vor mich hin, die den soeben eingetroffenen Tabak enthielt. Ich hatte keinen Rappen im Besitz und fing nun an, mich der Lage nicht mehr gewachsen zu fühlen." Vor der Türe brach das ganze Rudel meiner Kameraden in einen fanatischen Jubel aus. Sie hatten jetzt den doppelten Genuss, den Sammetwedel im höchsten Aerger und mich in der Klemme zu sehen. Mir wurde eng ums Herz. Aber es musste etwas geschehen; der Krämer sah meine Verlegenheit und starrte mich voll Ingrimm wartend ah. Ich nahm die verwünschte Schachtel in die Hand, roch verlegen an dem Luzern Schiller Hotel Garni Alle Zimmer mit lliess. Wasser o.Badu.Tel.Zimmerv. Fr.4.50 an. Pens. Fr. 12.-. Autoboxen. Ed. Leimgruber, Bes. Der ehemals schimmernde Kristallufter, der nun seiner leuchtenden Prismen beraubt war und armselig wie ein abgenagter Knochen niederhing. Der bräunmarmorne Kamin, der wie ein Mausoleum aussah, mit einem rund ausgeschnittenen Rost! Ein trostloses Zimmer; und doch enthielt dieser Raum für Orchid, die nach einer end-, losen Wanderung gesehen hatte, um wieviel trauriger die meisten Pensionen aussehen konnten, viele Möglichkeiten, wenn er auch mit den verschnörkelten Samtmöbeln einer vergangenen Epoche ausgestattet war, und wenn auch zu den Ueberbleibseln von dem, was einmal ein Salon gewesen war, notwendige Dinge, wie ein Bett und ein Waschtisch, hingestellt worden waren. Zuerst die Fensterbeete. Frische Blumen in einer imitierten Majolikavase aus dem Erdgeschoss des Titanic, die sie auf ein kleines Marmorgestell am Fusse des Pfeilerspiegels stellte, würden das Zimmer auch verschönern. (Fortsetzung folgt.)