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E_1935_Zeitung_Nr.028

E_1935_Zeitung_Nr.028

9 ohne Vorkommen/.

9 ohne Vorkommen/. Luftspeicher mit ' — - ^ fahrzeuadiesel Hl id. Dieselmotor Die Ecke III des Oberflächenverbrennungsmotors ist, wie gesagt, noch unerforscht. Und wir sehen an unserer Uebersicht, dass auch noch ein weites Gebiet zwischen Otto« und Dieselverbrennung mit verschiedenen Graden der Zerklüftung als unerforscht sich darstellt. Dies alles mag zunächst als blasse Theorie erscheinen, obwohl es der technischen Phantasie nicht schwer fallen dürfte, sich in der geschilderten Weise eine Art Heissluftmotor vorzustellen, bei welchem der Arbeitskolben die Verbrennungsluft durch Verdrängen in eine Art Oberflächenverbrennungsteil gleichsam energetisch auflädt. Wie aber aus der Theorie experimentell nachprüfbare Möglichkeiten entstehen, mögen die nächsten Bilder veranschaulichen. Abb. 3. Holzkohlenversuch im Vorkammerdiesel. > Vorstehendes Bild zeigt schematisch einen Versuch, den ich schon vor Jahren veröffentlicht habe und der leicht nachzuarbeiten ist: Bei einem Vorkammerdieselmotor wird die Brennstoffzufuhr abgestellt und die Vorkammer mit einigen Stücken Holzkohle angefüllt Betreibt man einen solchen Motor durch einen Elektromotor mit zwischengeschalteten Amperemeter,, dann nimmt nach .erreichtem Beharrungszustand der.Motor als Leerlaufarbeit eine bestimmte Anzahl Amperes auf. Diese Leerlauf arbeit dient u.. a. dazu, bei jedem Verdichtungshub die Luftr ladung auf Rotglut zu erhitzen und anteilig durch die Brenneröffnungen in die Vorkammer hineinzupressen. Rotglühende Luft und Holzkohle unter hohem Druck reagieren miteinander sehr rasch unter 'Bildung von Kohlensäure, Kohlenoxyd und Wärme. Die Wärme veranksst eine Drucksteigerung in der Vorkammer, welche — zumal der Arbeitskolben jenseits des Brenners schon wieder auszuweichen beginnt — das entstandene Generatorgas durch die Brenneröffnungen in die Luftladung hinauswirft und dort arbeitsleistend verbrennen lässt. Praktisch zeigt sich dies dadurch, dass das Amperemeter von der Leerlaufleistung zurückgeht und schliesslich sogar eine Arbeitsleistung des Motors anzeigt. Natürlich ist diese Arbeitsleistung von kurzer Dauer, weil sehr bald die Holzkohlenfüllung verbraucht ist. tur und dieser ist sein eigener; seine Meter sind hundertzwei Zentimeter lang'.» «Martin, es ist kein Wunder, dass sie so klug sind, wenn Sie doch einen Vater hatten, der solches sagen konnte.» «Und dabei war mein Vater niemals mehr für meinen Onkel als ein halb rührseliger Poet von einem Universitätsprofessor. Er war zu zart, als dass mein Onkel ihn hätte verstehen können.» «Wie Sie, Martin!» «Oh Gott, nein. Ich bin gegen ihn ein Dickhäuter und hartherzig. Ich werde nicht zerquetscht werden. Schmeissen Sie mich bei einer Tür hinaus, ich komme zur andern wieder herein. Ich wünsche mir einen redaktionellen Posten an einem Innesbrook-BIatt. Zum Teufel, den verlange ich. Aus bestimmten Gründen. Aus ganz persönlichen, intimen Gründen. Können Sie das verstehen, Orchid?» «Martin — wie kann ich?» Und dann errötete Martin und wich vom Thema ab. , > • «Nur seine Hartnäckigkeit ärgert mich so sehr, die Hartnäckigkeit, mit der der alte Mann behauptet, dass ich'das Recht, an ; einer »Innesbrook-Zeitung zu arbeiten, erst. erwerben müsse. Oh, dabei habe ich Leitartikel geschrieben, die genug Aufmerksamkeit erregten, dass sich Herausgeber ein bisschen um meine Dienste bewerben könnten. Es gibt Dutzende Leute bei seinen Zeitungen im ganzen Land, die dieses Recht nicht so sehr erworben haben wie ich, was immer dies auch hiesse.» Grundsätzlich zeigt uns aber dieser kindlich einfache Versuch zweierlei: 1. Ist es möglich, durch oberflächengebundene chemische Vergasungs- oder Verbrennungsreaktion eine .motorische Leistung zu erreichen, — wie unvollkommen die Verwirklichung dieses Ziels in dem beschriebenen Versuch auch sei. 2. Ist es möglich, statt wie beim Dieselverfahren bemessene Brennstoffmerigen in einem Ueberschuss von Luft zu verbrennen, oder wie beim Ottoverfahren Brennstoff und Luft in vorbestimmtem Verhältnis miteinander zur Reaktion zu bringen, — einen Ueberschuss von Brennstoff in durch das Raumverhältnis zwischen Verbrennungsraum und Vorkammer, sowie die Brennerbeschaffenheit bestimmten Mengenverhältnis zu Luft durch oberflächengebundene Vergasung und Verbrennung motorisch zu verbrennen. Insofern zeigt der Versuch also auch eine Abart von motorischer Oberflächenverbrennung. Hiernach erscheint die Verwirklichung reiner Oberflächenverbrennung geraäss nachstehender Abbildung Abb. 4. Oberflächenverbrennung in der Vorkammer. • Glühkopfmotor Kohlenstaubdiesel m DREIECK DER MOTORISCHEN VERBRENNUNG id. Dieselmobr 03SJ iolzkohle I id. Ottomotor «Trotzdem Martin, und das sollen Sie nicht vergessen, sieht Ihr Onkel Max Ihre Leit-^ artikel in den Samstagnummern des «Express.» «Schön; wenn er das tut, dann hält er verwünscht gut den Mund darüber und ich bin sicher nicht derjenige, def seine Aufmerksamkeit darauf lenken wird. Ich weiss, meine Tante und die Mädchen machen ihn auf sie aufmerksam, aber was habe ich schon von dem, was mein Onkel zu ihnen sagt. Wissen Sie, ich glaube, ich bin ein Idiot, dass ich zu den Weekends immer hinausfahre. Ich sollte eher in der Stadt' bleiben, und die Sonntage mit Ihnen verbummeln, Orchid.» «Aber es ist doch wichtig, Martin, dass Sie die Verbindung, aufrechterhalten.» , «Was hat das für einen Sinn, auf Tnnesbrookam Hudson zu Gast zu sein, wenn ich meinen Onkel niemals unter vier Augen sprechen kann? Hängende Gärten, italienisches Rokoko, Sommersitz; lauter Zeug, das nicht einmal den Dollar und die vierzehn Cent, die Kosten der Bahnkarte, wert ist. Ich habe es satt, dem alten Herrn in seiner Turnhalle jedesmal, wenn ich ein paar Minuten ernsthaft mit ihm sprechen will, um den Bart zu streichen.» «Aber Martin, ein Mann, der, wie er, das erreicht hat: es ist doch gewissermassen etwas wie allgemeine Ausbildung, mit ihm zu verkehren. Schliesslich und endlich ist er Max Innesbrook, das wissen Sie doch!» «Ja, ja. Zum Teufel, ich wünsch' mir das, AUTOMOBIL-REVUE 1935 — 28 ßtwntftff auch nicht mehr undenkbar, obwohl, wie ausdrücklich erwähnt sei, dieser Versuch noch nicht ausgeführt worden ist. Man denke sich die Vorkammer mit irgendwelchen Füjl-r körpern angefüllt, welche übrigens natürlich auch nach ihrer katalytischen Wirkung und ihren Wärmeigenschäften ausgesucht, nach der gewünschten Oberflächenentwicklung. Wirbelung und Wärmeübertragung geformt sein können. Am einen Ende der Vorkammer tritt der Brennstoff ein. Zu den Brennerlöchern dringt pulsierend glühende Luft ein. Was wird geschehen? Offenbar wird die glühende Luft, sobald sie die ersten brennstoffbenetzten Füllkörper erreicht, im Wege der Vorverbrennung ein verbrennliches Gemisch herstellen. Diese Reaktion geht unter Wärmeentwicklung vor sich. Das verbrennliche Gemisch wird in den Hauptverbrennungsraum geschleudert und dort arbeitsleistend verbrannt. Unwillkürlich wird man bei einer solchen Arbeitsweise befürchten, dass bei den meisten Brennstoffen die Füllkörper sich sehr bald voll Koks setzen und der Versuch ein Ende haben wird. Möglich, dass man diese Schwierigkeit nicht überwinden kann. Notwendig scheint sie mir in keiner Weise zu sein, weil eine derartige-Vorkammer ja eine* pulsierende Verbrennung im Gegenstrom darstellen würde. Wenn sich an irgendeiner Stelle Koks bildet, so wird dieser Koki zeitweilig von einem Ueberschuss glühenden Luftsauerstoffs erreicht. Es sollte also durch geeignete Massnahmen möglich sein, nicht nur die Füllkörper bei gutwilligen Brennstoffen koksfrei zu erhalten, sondern umgekehrt sogar gerade zur Koksbildung neigende schmutzige Brennstoffe, soweit sie nicht aschehaltig sind, gut zu verbrennen. Sollte eine solche Arbeitsweise der motorischen Verbrennung sich erfolgreich verwirklichen lassen, würde sie eine grosse Vereinfachung des Motors bedeuten. Die Oberflächenentwicklung der Füllkörper ersetzt die Düse mit ihren Schwierigkeiten. Der Einspritzzeitpunkt verliert seine Bedeutung. Die Aehnlichkeit mit dem Heissluftmotor, welche bereits erwähnt wurde, nimmt gewaltig zu. Ich bin mit der technischen Phantasie noch einen Schritt weiter gegangen und habe mir einen Motor ausgedacht, weichet in gleicher Weise sogar unzerstäubte Kohle motorisch verbrennt. Natürlich wird es -nicht, einfach sein, die Frage der gasdichten Einführung der Kohle und der gasdichten Abführung der Asche zu lösen, —ganz abgesehen von den Fragen der .Regelung. Aber grundsätzlich muss der Plan ausführbar sein, ganz besonders, Wenn Sie sich daran entsinnen, dass nach Pawlikowski der Kohlenstaubdiesel nicht geht; wenn man den Kohlenstaub in die glühende Luft einpustet, — wohl aber dann in Bezug auf die motorische Verbrennung gar keine Schwierigkeiten macht, wenn man den Kohlenstaub schon während des Saughubes in eine Beikammer einlagert. Es ist das ganz ähnlich, wie die Voreinlagerung des Brennstoffes im Glühkopfmotor oder die sehr grosse Voreinspritzung des Brennstoffes in manchen neuzeitlichen Fahrzeugdieselmotoren. Um endlich die Dinge auf die Spitze zu treiben, kann ich mir auch noch einen Motor für schwer verbrennliche Brennstoffe, etwa Steinkohlenöl, denken, bei dem der Vorkammer kleine Mengen Säuerstoff zugeführt werden. Sauerstoff macht, ganz einfach ausgedrückt, den Verbrennungsvorgang ungemein lebhaft, wie die Erinnerung an den Schulversuch mit dem glimmenden Holzspan veranschaulicht. Die Schwierigkeiten, welche Steinkohlenöl in empfindlichen Dieselmotoren macht, bestehen ja nur in seiner chemischen Trägheit, in seiner «Feuerfestigkeit», welche darauf beruht, dass es bei seiner Herstellung mit glühendem Koks in Berührung gewesen ist» Wenn es gelingen sollte, kleine- Sauerstoffmengen gefahrlos der Vorkammern zuzuführen, dann kann es für die motorische Verbrennung schwer verbrennlichen Brennstoff kaum mehr geben. Es ist ja bekannt, dass schon die geringe Temperatur- und Druckerhöhung, welche etwa ein Zusatz von Aethylnitrat oder ähnlichen Stoffen, oder auch von Zündöltropfen durch Vor Verbrennung* bewirkt, praktisch die träge Verbrennung von Steinkohlenöl vollkommen ausreichend anzuregen vermag. Von Sauerstoff wird man selbst bei Anwendung sehr kleiner 'Mengen erheblich stärkere Wirkungen erwarten dürfen und also die Hoffnung haben können, das Verdichtungsverhältnis der Dieselmotoren selbst für Steinkohlenöli betrieb stark herabzusetzen. ; (Fortsetzung folgt.) was ich mir wünsche, so leidenschaftlich. Und er hat erreicht, was ich mir wünsche. Wenngleich 'ich es mir anders wünsche. Sein lErfölg bedeutet für ihn gerade nur Reichtum und Mächt- Im Getümmel des Gefechtes hat er die Sicht auf das Ideal verloren, das hinter dem Kampf' schwebt.» «Lieber, lieber- Martin, Sie dürfen das nicht!» «Journalismus bedeutet für ihn bloss das glänzende Mittel zu einem glänzenden Zweck. Macht. Geld. Stellung. Ich aber will Erfolg im Journalismus, weil ich weiss, dass er die stärkste Macht unserer Zivilisation im Kampfe für das Gute und im Dienste der Oeffentlichkeit ist. Ich glaube, nicht daran, dass die Zivilisation ihren Journalismus formt. Ich glaube vielmehr, dass der, Journalismus viel dazu beitragen kann, die Zivilisation, die er vermittelt,, zu bestimmen.» Stürmender junger 'Martin mit seinem flammenden Angriff, hier über dem Kerzenlicht ... «Ja, Martin, ja!» Die süsse empfängliche Ergebung Orchids, die sein brennendes junges Ich erglühen machte. «Ich will eines Tages eine Gruppe von Zeitungen besitzen, die erziehen und nicht besänftigen sollen. Dem Bösen sich entgegensetzen, kein Kompromiss mit ihm schliessen, noch es •unterstützen und ihm Vorschub leisten. Ich will die Leser erziehen, statt sie mit dem Unsinn, nach dem sie verlangen, vollzustopfen. Viel vom heutigen Journalismus bedeutet dasselbe, wie Babys mit Bananen izu Die autofreundliche Schweiz Fortsetzung von Seite 1. Die Kantonspolizei wird überall ihre fliegenden Kontrollen stark vermehren. Immerhin soll sich die Tätigkeit dieser Kontrollen nicht mehr auf eine summarische Ueberprüfung des Wagens und der Ausweise beschränken, sondern sie soll insbesondere die Jagd nach unanständigen Fahrern machen. Für die Strafpraxis soll der Leitsatz massgebend sein, dass bestraft wird, wer durch sein Verhalten die Möglichkeit eines Unfalles geschaffen hat. Wer also beispielsweise in einer Kurve vorfährt, soll bestraft werden, wie wenn er einen Zusammenstoss verursacht hätte. Allerdings sind noch Widerstände gegen dieses Vorgehen zu gewärtigen, und zwar aus fiskalischen Ueberlegungen. Es wird befürchtet, dass die sofort einsetzende, radikale Besserung der Strassendisziplin den Fiskus um wertvolle Busseneinnahmen bringen werde. Bei allen neuen Wagen soll in Zukunft das folgende Besteuerungsprinzip zur Anwendung kommen: Im gleichen Prozentsatz, mit welchem schweizerische Arbeit am Bau des Wagens beteiligt ist, soll demselben während 3 Jahren die Steuer ermässigt werden. Bedauerlicherweise ist auch hier ein Gegenangriff im Gange, indem Herr Prof. Laur für jede Kuh, die nachweisbar in der Schweiz aufgezogen worden ist, einen Milchpreiszuschlag von einem Rappen pro Liter und geworfenes Kalb verlangt. Die Staffelung hat ihren Grund in der Tatsache, dass die altern Kühe weniger rentabel sind, weil sie weniger Milch geben. Auch verdienen sie mehr Respekt. Es ist zu befürchten, dass der hohe Bundesrat vor den finanziellen Folgen der Gegeninitiative zurückschrecken wird, und damit auch die Vergünstigung für die Autos unter den Tisch wischen muss. * Angesichts solch allseitigen Entgegenkommens haben nun die grossen Automobilverbände durch einstimmig gutgeheissene Beschlüsse ihren Mitgliedern eine Reihe von Aufgaben zur Ehrenpflicht gemacht: Jeder Automobilist soll mindestens einmal im Jahre mit seiner ganzen Familie einen Ausflug per Bahn machen. Auf der Strasse befleissige sich jeder grösster Höflichkeit und Zuvorkommenheit. Insbesondere sind Barrierenwärter durch Zigarren und ähnliche kleine Gaben zu ermuntern, sobald sie. die Barrieren hoch gezogen haben. Vorfahrenden Wagen sind Kusshände nachzuwerfen. Aehnlich sind korrektfahrende Velofahrer zu belohnen. Bei Kreuzungen auf schmalen Strassen haben beide Wagen anzuhalten. Der Inhaber des stärkeren Wagens gibt hierauf dem andern ein freundliches Zeichen zum Vortritt. Parkieren in Kurven soll von nun an vermieden werden, da kein Recht besteht, andere zu ärgern und in Gefahr zu bringen. Ueber das Tram soll nicht mehr gelästert werden. Es ist ohnehin zu hoffen, dass es bald nur noch im Museum zu finden sein wird. Bei eventuell noch vorkommenden Bussenverfügungen ist jeweilen ein Dankesbrief an die ausfällende Behörde zu richten, nebst einer kleinen Anerkennung für den pflichtbewussten Beamten. Garagisten und besonders Autohändlern ist mit vollem Vertrauen zu begegnen. Rechnungen sollen gleichen Tages beglichen werden. Und schliesslich ist Autogegnern durch Beiträge die Anschaffung eines Wagens zu ermöglichen, worauf sie Freunde werden. füttern. Man gibt den Leuten, was sie verlangen, ob es gut für sie ist oder nicht. Die Hauptsache ist, dass es sich lohnt. Ich sage Ihnen, Orchid, die Presse ist das grossartigste Instrument für Gut und Böse in der Weltgeschichte. Sie ist das flammende ^Schwert der Zivilisation. «Und Sie werden es tragen, Martin. Sie müssen es tragen.» «Orchid, wenn Sie so reden, glaube ich, Ich — könnte Staaten zum Erschüttern bringen. Ich sage Ihnen, eines Tages wird der Journalismus von meiner Existenz wissen, auch wenn ich dadurch, dass ich der Neffe eines grossen Mannes bin, benachteiligt erscheine.» «Bestimmt, Martin, wird er es. Sie sind mehr als nur ein Anwärter. Sie sind ein — ein — Ritter!» «Sie Liebe!» Es war das erstemal, dass nach diesem Ausbruche Martins ein Moment erschreckten, ungeschickten und hingerissenen Schweigens entstand. Orchid begann in der Branche Aufsehen zu erregen. Ein Importeur aus der West Thirty-fourth Street hatte eine seiner Abteilungsleiterinnen in den Französischen Saal des Titanic geschickt, damit sie dort scheinbar als Käuferin, tatsächlich aber in geheimer Mission, einen Blick auf jenes ägyptisch aussehende Mädchen werfe, von dem man sagte, dass es die Kleider mit ungewöhnlichem Erfolg trage. (Fortsetzung im «Autler-Feierabend»J

N° 28 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE Sf»«»»t In des» S«faw Sportnachrichten Nach der Sitzung der Nationalen Sportkommission. Keine schweizerische Automobilmeister* schaft 1935. Wir sind in der Lage, im Folgenden unsern ersten kurzen Bericht über die Sitzung der nationalen Sportkommission in Genf noch zu ergänzen. Der nationale Sportkalender 1935 bleibt, wie schon erwähnt, unverändert bestehen. Da die «Jungfraustaffette» auf den 16. Juni festgelegt wurde, dem gleichen Tage wie das Rheineck-Walzenhausen-Bergrennen, so haben die Organisatoren dieser Automobil- Veranstaltung die Erlaubnis erhalten, das Datum des Rennens zu verlegen. Unter Umständen wird deshalb das Rennen verschoben, wenn auch nur über die Zeit der Heuernte hinaus. Die schweizerische Automobilmeisterschaft 1935 ist abgesagt worden, da die notwendige Zahl der eingeschriebenen Rennen nicht erreicht wurde. Die Konkurrenz der grossen Rundstreckenrennen, die man nun auch in der Schweiz kennt, scheint sich auf diese kleineren Rennen auszuwirken. Aus dem gleichen Grunde ist es heute eine Frage, ob das Klausenrennen, trotz seiner jeweils internationalen Beteiligung noch einmal erstehen wird. Für 1935 wurden folgende Chronometreure bestätigt; die Herren Beyeler, Bretscher, Delessert, Dütschler, Poulin, Becker und Taddei. Folgende technische Kommissäre wurden für die Wagenabnahmen bezeichnet: Für Genf: Prof. Delessert, für Bern: Herr •Schmidt, für Zürich: Herr Brüderlin. Das Sportreglement enthielt bis jetzt bekanntlich die Bestimmung, dass die Anmeldungen, um gültig zu sein, vom Nenngeld begleitet sein müssen; da heute jedoch mit vielen Ländern Devisenbestimmungen in Kraft sind, und die ausländischen Fahrer Mühe haben, ihr Geld einzuzahlen, wurde bestimmt, dass sie in Zukunft nur die formelle Anmeldung abzugeben und das Geld erst später zu entrichten haben. Die Schweiz wird an der nächsten Zusam- •menkunft der internationalen Sportkommis- ' slon in Paris zur Frage der neuen Rennformel 1937/39 keine Stellung nehmen. Sie wird derjenigen Formel zustimmen, die ihr unter den zum Vorschlag kommenden als die beste erscheint. In der gleichen Weise verhält sie sich auch zur Frage der Einführung der Serienwagenkategorie. Auf jeden Fall darf die zu genehmigende Formel nicht von « Tourenwagen » sprechen, da die Begriffe « Serienwagen » und «Tourenwagen» eine ganz verschiedene Auslegung zulassen. Hinsichtlich der Einführung einer Europameisterschaft schlägt die Schweiz die Beschränkung auf die in Art. 277 des internationalen Sportkodexes angegebenen grossen internationalen Rennen vor. Der Meisterschaftstitel muss dem Fahrer und nicht dem Konstrukteur verliehen werden; allerdings kann auch für die Konstrukteure eine besondere Wertung vorgenommen werden. Das erste schweizerische nationale Rundstreckenrennen im Berner Bremgartenwald ist bekanntlich auf den 24. August, den Vorabend des Grossen Preises der Schweiz, angesetzt worden. Schon jetzt ist begreiflicherweise in weitesten Kreisen das Interesse für dieses ausschliesslich von schweizerischen Fahrern beschickte Rundstreckenrennen aussergewöhnlich gross. Die einheimischen Piloten werden in Bern vor keiner leichten Aufgabe stehen, da viele von ihnen ein Rennen dieser Art zum erstenmal bestreiten. Wie wir nun erfahren, schlössen sich eine ganze Anzahl von Schweizer Fahrern zu einer sogenannten « Trainingsgemeinschaft» zusammen, als deren Leiter der berühmte Sieger des Grossen Preises der Schweiz, Hans Stuck, angeworben werden konnte. Stuck wird, sofern es ihm die Zeit erlaubt, auf der Bremgarten-Rundstrecke schon in nächster Zeit mit den schweizerischen Fahrern die ersten Trainingskurse vornehmen. Bei dem Können des grossen Siegers von Bern ist an einen durchschlagenden Erfolg dieser Trainingsfahrten nicht zu zweifeln. Die Auto-Union soll sich übrigens entschlossen haben, einen ihrer Wagen nach Bern zu entsenden, um ihn Stuck zur Verfügung zu stellen. Neben ihm sollen jedoch auch die schweizerischen Fahrer Gelegenheit bekommen, sich mit dieser Maschine zu versuchen. Dass die Auto-Union sich in dieser grosszügigen Weise der schweizerischen Nachwuchsfahrer annimmt, muss mit besonderer Anerkennung vermerkt werden. Wir werden zur gegebenen Zeit die genauen Zeiten der Trainingskurse angeben, da diese voraussichtlich auch ein weiteres Publikum interessieren werden. Um den Grossen Preis von Montreux. In einer Sitzung vom letzten Mittwoch, an der einige Vertreter aus der Behörde und die Organisatoren des G.P. von Montreux teilnahmen, wurde erneut über die endgültige Durchführung beraten. Trotz der Krise hofft man dennoch auf eine Wiederholung dieses interessanten Rennens. Der definitive Entscheid ist anfangs dieser Woche zu erwarten. Die private Sammlung, die zugunsten des G.P. von Montreux veranstaltet wurde, hat heute eine Summe von ca. 19,000 Fr. erreicht, -ss. Campbell in Bern. Es ist dem Organisätionskomitee des Grossen Preises der Schweiz gelungen, den Weltrekordman Campbell mit seinem Superrennwagen für den 25. August nach Bern zu verpflichten. Campbell wird vor dem Rennen einige schnelle Runden drehen und dürfte wahrscheinlich den bestehenden Rundenrekord erheblich verbessern. Si»«»r«