Aufrufe
vor 9 Monaten

E_1935_Zeitung_Nr.029

E_1935_Zeitung_Nr.029

der Wanderwege

der Wanderwege bestmöglich zu unterstützen. Bereits sind folgende Wanderrouten in Aussicht genommen: 1. Baden - Lägern - Dielsdorf; - Heitersberg - Bremgarten und - Zürich; Baden - Würenlos - Höngg; - Zurzach; - Brugg; - Lenssburg. 2. Zurzach - Baden; - Kaiserstuhl; - Brugg; - Laufenburg. 3. Laufenburg ausser den in 1 und 2 genannten: über Frick nach Aarau. 4. Brugg - Höhenweg; - Laufenburg; - Scherzberg - Wildegg; - Gebensdorfer Hörn; - Mellingen - Maiengrün - Bremgarten. 5. Bremgarten- Seetal - Hallwylersee;,- Muri; - Lenzburg. 6. "Wynen- und' Seetal: Aarau - Luzern. Aarau - Homberg. Hallwylersee - Luzern. Hallwylersee - Lenzburg - Lindenberg - Eichberg. Um den Hallwylersee und nach Zofingen - Sursee. 7. Rheinfelden - gegen den Kanton Baselland; - Mumßf - Stein - Laufenburg; - Sonnenberg - Aarau; -Vamsburg - Aarau; - Frick - Benken - Aarau; - Kaiseraugst - Nusshof - Färnsburg. 8. Aarau nimmt die zuführenden Routen ab und sieht weitere vor nach Ölten, Zofingen und nach dem Höhenweg. 0. Bereits wurden auch die Verbindungen zwischen den aargauisch-zürche rischen Grenzgebieten vom Rhein bis ins Freiami vereinbart. In engster Fühlungnahme mit dem aargauischen Kantonalkomitee steht der Schweiz. Juraverein, der se.it Jahrzehnten in vorbild-s Iicher Weise den Jura-Höhenweg von Brugg bis Neuenburg markiert und unterhält. Er hat an die Kosten von Wanderwegen, die zum Jura weg führen, Beiträge bis zu 50% zugesichert. Ferner beabsichtigt er, die Organisation des Kantons Solothurn an die Hand zu nehmen. Eine erste Aussprache der schweizerischen Interessenten fand am 15. Dezember 1934 in Zürich statt. Sie war von 40 Delegierten besucht, die 7 Behörden, und 24 Verbände aus den Kantonen Aargau, Basel, Bern, Graubünden, Luzern, St. Gallen, Solothurn, Zug und Zürich vertraten. Eine weitere Anzahl Vertreter aus anderen Kantonen waren am Erscheinen verhindert, gaben aber ihrer Sympathie für die Bewegung Ausdruck und wünschten über den weiteren Verlauf orientiert zu werden. Unter dem Vorsitz des Zürcher Präsidenten O. Binder und nach einem orientierenden Referat des Geschäftsführers erklärte die Versammlung den Zusammenschluss in einer Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege (S.A.W.). Sie legte den einheitlichen Wegweisertypus fest, deri jedoch nach kantonalen Wünschen variiert werden kann, und beauftragte den Zürcher Vorstand mit der vorläufigen Führung der Geschäfte. Um die Markierung mit den bestehenden, eidgenössischen Verkehrsvorschriften in Ueber- im Lichtkreis der kretonbeschirmten Lampe • dasass. Oder Martin, der am liebsten seine Artikel laut verfasste, diktierte einen Teil seiner nächstwöchigen Leitartikel; bis Orchids Finger durch die Hast, sie in Kurrentschrift zu Papier zu bringen, steif geworden waren. «Orchid, ich habe eine Idee für einen Aufsatz über Gefängnisreform'. All dieses Gerede über Isolierung der Verbrecher, Zellenhygiene, Todesstrafe heisst das Pferd von hinten aufzäumen. Nun ich habe folgende Idee.» i : .i •• i Oder: «Was halten Sie von der Idee, Orchid? Ich habe unlängst irgendwo gelesen, dass die Intelligenz des DurchschnittsTKinobesuchers in diesem Lande angeblich die eines elfjährigen Kindes ist. Das bedeutet praktisch, dass die Intelligenz dieses.Landes, die man aufs Korn zu nehmen hat, die eines. zurückgebliebenen Erwachsehen ist. Was soll geschehen, um das Uebel bei der Wurzel zu packen? Bei Gott, wenn ich den Artikel schreibe, werde ich danach trachten, dass Tante Em einen Abzug meinem Onkel an vierzehn aufeinanderfolgenden Tagen unter seine Frühstücksserviette legt.» Oder: «Die Zeitung ist die Hochschule des arbeitenden Menschen. Sie wissen, dass ich sehe Bahn haben ebenfalls die von der Strasse abzweigenden Wege markiert durch gelbe Blechtafeln rnjt schwarzer Schrift. Eine Karte mit 200 eingezeichneten Wegen ist in einer Auflage von 20,000 Exemplaren bereits vergriffen. Inzwischen haben sich auch die Kantone St. Gallen und Appenzell zu gemeinsamen Vorgehen entschlossen, wie es durch die geographischen Verhältnisse gegeben ist. Auf Anregung von Herrn Max Frischknecht tagte anfangs März eine Versammlung von Vertretern der Behörden und Verbände aus beiden Kantonen. Ein provisorischer Arbeitsausschuss, dem ausser dem Initianten die HH. Dr. Guggenheim-Zollikofer, Dr. Probst und Mettler von St. Gallen, sowie Herr Moor, Kantonsingenieur-Bureau Appenzell A.Rh. angehören, besorgt die Führung der Geschäfte. In Luzern bekundete von Anfang an der Verkehrsverein der Stadt lebhaftes Interesse für die Bewegung. In nächster Zeit wird die Baudirektion einer Versammlung der Gemeindeammänner die Angelegenheit unterbreiten, um auf diese Weise Mitarbeiter im ganzen Kanton zu gewinnen. Von den schweizerischen Verbänden, die an der Bewegung direkt beteiligt sind oder sie doch mit lebhafter Anteilnahme verfolgen, sind zu nennen: Schweiz. Bund für Jugendherbergen, Automobilklub der Schweiz, Touringklub der Schweiz, Schweiz. Alpenklub, Verein der Naturfreunde, Schweiz. Verkehrszentrale, Schweiz. Vereinigung für Heimatschutz, Schweiz. Bund für Naturschutz, Schweiz. Radfahrer- und Motorradfahrer-Bund. Die Nord- und Ostschweiz ist damit in einem geschlossenen Gebiete zusammengefasst; entweder ist die Markierung bereits im Gange, oder sie kann auf Grund der Vorarbeiten in kurzer Zeit beginnen. Es besteht wohl kein Zweifel darüber, dass die übrigen Kantone sich über kurz oder lang ebenfalls der Bewegung anschliessen werden, sobald die praktischen Erfolge sichtbar sind und die geeigneten Persönlichkeiten und Verbände gefunden werden, die sich der Sache annehmen. J. J. Ess Zur Botschaft des Bundesrates betr. Alpenstrasseninitiative. 1 Fortsetzung von Seife 1. : Dass neben dem eigentlichen Zweck dieser ganzen Aktion, Arbeit zu schaffen, auch" gleichzeitig in der Gebirgsgegend den "Arbeitslosen Vorteile, in hygienischer Beziehung erwachsen, sei nur nebenbei erwähnt. Durch eine solche Arbeitsbeschaffung kommen, ausser dem auf zirka 60 % geschätzten Anteil für Löhne an Arbeitslose,' auch zirka 15 % der Gesamtkosten für das Transporfgewerbe in Frage. Die benötigten Materialien, wie Zement, Teer, Kaltasphalt für Beläge, sowie mannigfaltige verschiedene andere Materialien beschäftigen ebenfalls grössere Kontingente von Arbeitern, bzw. können auch hierfür neu Einzustellende aus dem Arbeitslosenbestand* berücksichtigt werden. Daraus ist zu ersehen, in wie weitgehendem Masse solche Arbeiten auch auf die Volkswirtschaft im allgemeinen sich auswirken werden. Auch in bezug auf Steuereingänge werden diese Einkommensverbesserungen weiter Kreise nicht ohne Einfluss bleiben, was ebenfalls einen gewissen Aktivposten für den Staat darstellt. Wie oben angeführt, legten wir Wert darauf, nicht nur durch allgemeine Hinweise die Bedeutung und den weiten Umfang einer produktiven Arbeitslosenbeschäftigung hervorzuheben, sondern an Hand eines AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N°29 einstimmung zu bringen, waren Besprechungen mit dem Justiz- und Polizeidepartement notwendig. Es besteht aber alle Aussicht für eine Regelung, die den verkehrstechnischen Erfordernissen entspricht. Der vom Arbeitsausschuss ausgearbeitete Statutenentwurf der S.A.W. wird im Mai einer Delegierten- und definitiven Gründungsversammlung vorgelegt. Ausser in den bereits erwähnten Kantonen hat die Bewegung auch in einigen anderen Fuss gefasst, sei es, dass bereits bestehende Anfänge ausgebaut oder die Grundlagen neu geschaffen werden. Das Tiefbauamt des Kantons Bern hat schon in den Jahren 1932/33 an rund 100 kürzeren Wegen 228 Wegweiser aufgestellt. Es sichert einer im Kanton noch zu gründenden Organisation seine Unterstützung in der Weise'zu, dass es auch weiterhin die Kosten der Wegweiser in den Fällen übernimmt, wo es sich um Abzweigungen von der Staatsstrasse handelt. Verkehrsverein Graubünden und Rhätipraktlschen Beispiels, das bis in alle Details durchgearbeitet wurde, sollen die Vorteile, die der Bau von Alpenstrassen für die Arbeitsbeschaffung usw. mit sich bringt, gezeigt werden. In der Botschaft des Bundesrates wird bereits das Ausbauprojekt für die Strasse Chur—Lenzerheide— Julier—Castasegnä' erwähnt, das wir dem Bund als baureifes Projekt eingereicht haben. In diesem ist der Ausbau der Julierstrasse als einer im Sommer und Winter offenen Nord- Süd-Verbindung Deutschlands durch die Schweiz mit Italien im Detail erläutert. Nachdem die genauen" Vermessungen und die Pläne der bestehenden Strasse angefertigt waren, konnten die Projekte der vorzunehmenden Korrektionsarbeiten für Verbreiterung und Umbau der neuen Strasse, sowie die erforderlichen Kostenanschläge angefertigt werden. Auf Grund dieser genauen Unterlagen wurde nun ein Arbeitsprogramm aufgestellt, bei dem die weiter oben entwikkelten Gesichtspunkte besondere Berücksichtigung fanden. Die gesamte Strecke wurde in vier Arbeitsabschnitte (Baulose) geteilt; die Ausführung der einzelnen Arbeiten auf die Winter- und Sommermonate ausgeschieden und daraus ein Schichtenplan aufgestellt, aus dem die erforderliche Anzahl von Arbeitern für die betreffende Zeit und für die betreffende Strecke zu ersehen ist. Aus dieser Detailbearbeitung hat sich nun. folgendes ergeben: Im Bereich des 1. Baufoses Chur-Tiefenkastel sind für die Arbeiter als Unterkunftsräume vorgesehen: Chur 100 Mann, Kreuz-Malix 80 Mann, Malix 200 Mann usw. (unter anderm war es auch nötig, eine Baracke zwischen Lenzerheide und Lenz für 150 Mann vorzusehen). Je nachdem nun- die Arbeitslosigkeit grösser oder kleiner sich gestaltet und Jahreszeit und Witterung es als nötig erscheinen lassen, können mehr oder weniger Arbeitslose für die Arbeiten eingestellt werden. Insgesamt sind allein auf dieser Strecke vorgesehen: Sommertagewerke 75 592, Wintertagewerke 66 135, somit zusammen 141 727 Tagewerke, was bei einer Beschäftigung von beispielsweise 100 Mann 1417 Arbeitstagen = zirka 5 Jahren entsprechen würde, oder bei einer Beschäftigung von 500 Mann = 300 Arbeitstagen ,= zirka 1 Jahr. Die Möglichkeit in bezug auf Arbeiterzahl und Beschäftigungsdäuer zu variieren, ist aus diesem Beispiel leicht ersichtlich. Die Verhältnisse des 2. Bauloses: Tiefenkastel-Mühlen sind analog denjenigen des 1. Bauloses, nur dass hierbei 30 000 Sommertagewerke und 40 000 Wintertagewerke in dem Bauprogramm vorgesehen worden sind. Man beachte, dass hier sogar mehr Wintertagewerke als Sommertagewerke für dieses Baulos möglich werden. Bei einem Total der Tagewerke von 70 000 kommen demzufolge bei !700 Mann = 100 Arbeitstage oder bei 300 Mann *= 235 Arbeitstage =F zirka 1 Jahr in Frage. •' Für das 3. B a u 1 o s : Mühlen-Julier-Silvaplana sind die Verhältnisse entsprechend; der höhern Lage der Strasse über Medr folgende: Sommertägewerke 70 000, Wintertagewerke 25 000, zusammen 95 000 Tagewerke, was bei einem Arbeiterstand von 100 Mann 950 Arbeitstage oder bei einem Arbeiterstand von 40O Mann- 235 Arbeitstage = zirka 1 Jahr ausmacht. Das 4. B a u 1 o s : Silvaplana-Maloja-Castasegna erfordert: Sommertage werke .10 000, Wintertagewerke 15 000, zusammen also'zirka 25 000 Tagewerke, was bei 100 Arbeitern 250 L Arbeitstage, oder bei 200 Arbeitern 125 Arbeitstage bedingt. ., Zusammengefasst ergeben sich für die 4 Baulose: Sommertagewerke 190 000, Wintertagewerke 142 000, zusammen 332 000 Tagewerke, die beispielsweise bei einer angenommenen Bauzeit von 2 Jahren, im Winetr zirka 710 Mann und im Sommer •zirka ,639/ Mann -oder, jm-; Mittel 670 Mann Arbeit geben wurden. Eine entsprechende Verlängerung der Bauzeit von 2 auf $-Jahre- würde feiaer geringere Anzahl Arbeiter/ dafür aber diese auf längere Zeit beschäftigen. f , In bezug auf Verteilung" der sich ergebenden Kosten auf Löhne, Transporte 1 (Bahnfrachten, Autound Pferdetransporte) und Verschiedenes (Materialien sowie Betriebsstoffe, Bauleitung, Projektierung usw.) ergeben sich folgende Prozentsätze: Löhne 58%, Transporte 14,8%, Materialien und ^Verschiedenes 27,2%, zusammen 100%. Wie schon oben ausgeführt, bietet die produktive Arbeitslosenbeschäftigung, wenn richtig organisiert, trotz den erforderlichen Kapitalinvestierungen, doch auch andererseits gewisse finanzielle Erleichterungen ge-* genüber dem System der Bezahlung von von einem volkstümlichen Standpunkt ausgehe, Orchid. Ich bin ein geborener Normalmensch. Ich denke in Ausdrücken der einfachen Sprache des Volkes. Wenn ich nun jemals eine Zeitung mein eigen nenne...» «Das werden Sie, Martin, viele. Das werden Sie!» «Ich werde, wenn richtiger Antrieb auch nur das geringste damit zu tun hat. Orchid, wenn ich aufhöre darüber nachzudenken, Siewissen doch worüber? Nun ist folgendes: wenn diese Sonntagsleitartikel zu irgend einer Bedeutung erwachsen, habe ich Ihnen dafür zu danken. Sie waren mit Ihrer Teilnahme und Ihrer Empfänglichkeit wie ein Baustein. Sie sind geradezu die Inspiration!» «Unsinn, Martin! Sie sind Bildung für mich.» «Was halten Sie von der Idee? Nehmen Sie zum Beispiel die öffentlichen Spielplätze in dieser Stadt. Es mü,sste Mittel und Wege geben, die Bevölkerung zum Verständnis zu bringen, dass unser? Elendsviertel ständig fprtfahren werden, unternormale Menschen hervorzubringen, wenn sie sich der Bedürfnisse ihrer Kinder nicht sofort bewusst werden. Die Eltern selbst müssten laut nach mehr Parkanlagen und nach sonnigen Plätzen verlangen und nicht von den Bestrebungen ein paar philanthropischer Gesellschaften abhängen wollen. Nun, ich habe folgende Idee...» «Nun, ich habe folgende Idee.» Es muss allerdings zugegeben werden, dass Gedanken, die er in diesen Tagen schöpferischen Geistes mit der Vehemenz eines Donnersturmes herauszuwirbeln imstande war, auch wie eine feuchte Rakete in nichts zerstieben konnten. Doch hatte er immer mehr herauszuwirbeln. Immer mehr. Aber alles in allem gab es genug guten, gesunden Sprengstoff in jeder Packung, der ihn sogar in diesen frühen Jahren erstaunlich machte. Und manchmal, es ist wahr, hatte auch Orchid tätigen Anteil an solchen Ideen. Einmal sogar hervorragenderweise, als sie einen Reformvorschlag über Berufsbildung in öffentlichen Schulen machte, bei dem sie es nicht nur durchsetzte, dass ihre endgültige Fassung angenommen wurde, sondern der auch für Martin einen Auftrag für drei nachfolgende Aufsätze über dasselbe Thema brachte. «Nun, ich habe folgende Idee.» Der Hebe Martin. Oftmals überkam Orchid in diesen frühen Tagen, ehe s.ie es ganz erfasste, 4ass es Liebe war, was sie fühlte, ein Gefühl leiser Mütterlichkeit für ihn. Arbeitslosenunterstützungen ohne Beschäftigung, ganz abgesehen von der grossen moralischen Wirkung der Arbeitsbeschaffung auf die Arbeitslosen. Es werden weiter die Einkommensverhältnisse grosser Kreise durch diese Arbeitslosenbeschäftigung gebessert, wodurch, wie schon bemerkt, die Steuereingänge sich entsprechend heben werden. Hervorzuheben ist ferner, dass die Ersparnisse an direkten Ausgaben an Arbeitslosenunterstützungen bei uns in weitgehenderem Masse ins Gewicht fallen, als in anderen Ländern bei gefingeren Unterstützungssätzen. Bei uns kann an Arbeitslosenunterstützung mit einem Mittel von Fr. 5.— bis Fr. 6.— pro Arbeitsloser und pro Tag gerechnet werden. Bei Annahme, dass 80 Prozent der zu leistenden Tagewerke von Arbeitslosen ausgeführt werden, würden bei 332,000 Tagewerken im Projekt für den Ausbau der Strecke Chur-Julier-Castasegna 265,000 Arbeitslosentagewerke sich ergeben, was zirka Fr. 1,500,000.— als Einsparung an Arbeitslosenunterstützung gleichkommt. Allein diese Summe wird bei einem Totalkostenbetrag für diese Arbeiten von 6% Millionen Fr. schon 23 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Abgesehen hiervon kommen ja auch noch für die Beschäftigung im Transportgewerbe ca, Fr. 955,000.—, und für Materiallieferung, verschiedene Auslagen, Bauleitung u.s.w. zirka Fr. 1,800,000,— hinzu, worin ebenfalls ganz erhebliche Beträge für Arbeitslosenbeschäftigung enthalten sind. Von besondere Bedeutung dürfte es deshalb sein, dass mit Rücksicht auf die ständig wachsende Ziffer der Arbeitslosen, die Inangriffnahme der Arbeiten des Ausbaues der Alpenstrassen baldmöglichst erfolgt. Wenn eine Finanzierung des Ausbaues der Alpenstrassen gemäss Vorschlag des Bundesrates durch bescheidene Erhöhung des Benzinzolles unverzüglich erfolgt, könnte auch eine sofortige Beschäftigung der Arbeitslosen eingeleitet werden.*) Verzögern sich aber die Verhandlungen, so dürften die zirka Franken 7,000,000.—, die aus der Benzinzollerhöhung bereits für dieses Jahr sich ergeben könnten, unbenutzt verloren gehen, zum Schaden unserer Arbeitslosen, zum Schaden unserer Fremdenindustrie, und nicht zuletzt zum Schaden der ganzen schweizerischen Wirtschaft. Eine event. grössere Beschleunigung des Ausbaues der Alpenstrassen und deren Zufahrtsstrassen, als wie vom Bundesrat vorgesehen, ist deshalb nicht empfehlenswert, weil bei Uebernahme von Vz der Kosten durch den Bund und H durch die Kantone die jährlichen Aufwendungen mit ca. Franken 10,000,000.—auf die 3 Gebiete: Westschweiz, Zentralschweiz und Ostschweiz verteilt, genügen dürften. Grössere jährliche Bausummen vorzusehen, wäre schon deshalb nicht zweckmässig, weil ohne Störung des Verkehrs, namentlich in der Hauptfremdenzeit in der Schweiz, umfangreichere Arbeiten nicht ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden könnten. Ebenso wäre ein Forcieren der Arbeiten auch vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus nicht von Vorteil Die Ansichten der verschiedenen Landesteile und Fachleute decken sich in dieser Hinsicht, so dass wohl mit dem Vorschlag des Bundes das Richtige in Bezug auf jährliches Ausführungsprogramm getroffen sein dürfte. *) Anmerkung der Red.: Trotzdem werden sich die Motorfahrzeughalter auch mit der « bescheidenen » Zollerhöhung nicht einverstanden erklären können. Wie der Verfasser zutreffend ausführt, ist der Strassenbau als Mittel der Arbeitsbeschaffung und Entlastung des Arbeitsmarktes sowie wegen der dadurch möglichen Einsparungen an unproduktiver Unterstützung von nationaler Bedeutung. Warum aber ausgerechnet eine einzige Klasse von Bürgern hiefür aufkommen soll, ist deswegen nicht besser erfindlich. Jeder Tag bei Drecotte war, obwohl Arme und Beine manchmal sich ganz starr in der Uebermüdung des langen Probierens und Paradierens im Vorführungsraum anfühlten, erfüllt von einer besonderen Freude. Die Freude, Schachtel um Schachtel, die aus dem Zollamt kamen, aus ihren glatten Seidenpapierumhüllungen auszupacken. Kleider herauszunehmen. Brokate. Ganze Stücke von Atlas, Musselin, zart und doch steif genug, um allein stehen zu können. Spitzen. Sonnenschirme. Hüte. Schmuckfedernfächer in glänzenden tropischen Farben. Parfümsachets. Spinnwebdünne Taschentücher. Schlafgewänder aus gefälteltem CrSpe de Chine mit Spitzen-Achselspangen. Bei Drecottes hatten die Modellkleider Namen. Törichte Albernheiten. Minette. Seraph. Betty Brown. Jonquille. Ambra. Nazimova. Godiva. Opal. Für Orchid hatten sie den Schimmer von Blumenblättern. Den ganzen Tag, wenn sie nicht gerade in dem malvenfarbenen, spiegelgeschmückten Salon vorführte, pflegte sie mit den anderen Mädchen in dem kahlen Probierzimmer herumzustehen. Dort wurden, bei dem ununterbrochenen Geschwirr der Nähmaschinen, Modelle an ihr gesteckt. (Fortsetzung folgt.)

N» 29 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE f •» sind schon jetzt gesichert. Die Preise belaufen sich auf eine Summe von 70,000 Lire. Die Rundstrecke, mit deren Ausbau bereits begonnen wurde, geht über eine Länge von 2505 m. Wenn auch der « Circuit von Triest» nur nationalen Charakter besitzt, so verspricht er doch, sehr interessant und spannend zu werden. ss.