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E_1935_Zeitung_Nr.030

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N° 30 Pral«* scKe Teerflecken an der Karosserie. Teer ist in Benzol restlos löslich; daher beseitigt man Teerflecke am leichtesten mit Benzol. Man verwende jedoch kein Tankstellen-Benzol, weil es häufig infolge verschiedener Beimengungen die heute allgemein verwendeten Lackarten angreift, während diese gegen reines Benzol ganz unempfindlich sind, sondern nur reines Benzol aus der Drogerie oder Apotheke. Die manchmal so hässlichen Hinterlassenschaften von Fliegen sind mit verdünntem Salmiakgeist spielend ohne Lackbeschädigung zu entfernen. Schmierung eines pneumatischen Wind- Schutzscheibenwischers. Nicht selten arbeitet ein mit dem Unterdruck des Motors betriebener Scheibenwischer nur deshalb mangelhaft, weil der Wagenbesitzer oder Fahrer noch nie an seinen Unterhalt gedacht hat. Zu diesem Unterhalt gehört, wenn die Dichtigkeit des Kolbens nicht mit der Zeit nachlassen soll, eine etwa alle Jahre vorzunehmende Schmierung. Damit das Oel in das Innere des Mechanismus hineingelangt, ist folgendermassen vorzugehen: Man löse den gewöhnlichen Schlauchanschluss des Wischers und befestige am Anschlußstück einen Gummischlauch von etwa 10 cm Länge. In einem Blechdeckel halte man etwas dünnflüssiges Oel bereit. Bei geöffnetem Betätigungsventi! vollführt man nun als vorbereitende Massn,ahme mit dem Wischerarm, der zuerst in die Extremstellung nach rechts oben gebracht wurde, eine Bewegung nach links, und zwar nicht bis zur linken Extremstellung, sondern nur etwa um drei Viertel des ganzen Arbeitsbereiches. Von hier aus schwenkt man nun, nachdem inzwischen das Schlauch-Ende ins Oel getaucht worden ist, den Wischerarm in die senkrechte Mittelstellung zurück, damit das Oel ins Innere des Mechanismus hineingesaugt wird. Hierauf vollende man die Bewegung nach rechts bei aus dem Oel herausgenommenem Gummischlauch. Geht man genau gleich, jedoch diesmal mit Beginn auf der linken Seite, vor, so wird erreicht, dass beide Kolbenseiten und Ventile Oele erhalten. -s. Die hydraulische Presse Fabrikat Peter Das nützlichste Werkzeug einer gut eingerichteten Garage. Konrad Peter & Co. A.G. LIESTAL WWVWWWW1A Vorderachse mit Pneus 765/105, Schneckenantrieb, Kardan, Scheinwerfer, geschl. Kabine m. Schiebefenster, Schalter, Winker, passend zu FIAT 503, billig abzugeben, ev. gegen Oel. — Offerten unter Chiffre 67011 an die Automobil-Revue. Bern. nke Unterhalt der Dynamo. Der Unterhalt der elektrischen Anlage soll normalerweise dem Spezialisten überlassen bleiben. Trotzdem kann es nicht schaden, wenn sich der Fahrer beim Vorkommen einfacher Störungen im Notfall selbst zu behelfen weiss. Das Versagen oder schlechte Funktionieren der Dynamo rührt häufig nur davon her, dass der Kollektor durch Oel oder Fett verschmutzt ist. Indem man dann den Motor durch einen Helfer langsam durchdrehen Iässt, kann der Kollektor durch Aufdrücken eines Lappens 'eicht gereinigt werden. Falsch wäre es jedoch, zur Reinigung gröberes Schmirgeloder Glaspapier zu Hilfe zu nehmen. Auch ganz feinkörniges Glaspapier ist zur Reinigung nur zu verwenden, wenn der Kollektor stärkere Anfressungen zeigt. Bilden sich auch nach der Reinigung am Kollektor noch starke Funken, so kann das daran liegen, dass infolge der Kollektorabnützung die Isolationsplättchen zwischen den Segmenten des Kollektors hervorstehen. Das dann notwendige Auskratzen der Segmentzwischenräume sollte, wenn irgend möglich, dem Spezialisten überlassen bleiben. Im Notfall kann dazu jedoch die Kante eines entzwei gebrochenen Eisensägeblattes dienen. Abgenützte Schleifkohlen, ein weiterer Grund für mangelhafte Stromabgabe der Dynamo, sind selbstverständlich zu ersetzen. T««h Frage 9365. Fabrikanten von Spiralfedern. Können Sie mir die Adresse von schweizerischen Fabrikanten von Spiralfedern in der Schweiz bekanntgeben, A. A. in B. Fraoe 9366. Erfahrungen mit D. K. W. Welcher Besitzer eines D. K. W.-Zweitaktmotor-Wagens ist in der Lage, sich über seine Erfahrungen zu äusser? Es werden diese Wagen mit Schweizeroberbau offeriert. Ist die Kühlung ohne Pumpe und ohne Ventilator genügend? C. S. in S. Frage 9367. Rohölvergaser «Pikker». Kann mir event. ein Leser aus Erfahrung mitteilen, ob der Rohöl-Vergaser «Pikker> auf den gewöhnlichen Benzinmotor keinen schädlichen Einfluss hat und wer diesen Rohölvergaser vertreibt? R. B. in D. Frage 9368. Lenkungsübersetzung. Was versteht man unter dem Uebersetzungsverhältnis einer AutomobillenkungV Welche Vor- und Nachteile haben eine hoch und eine niedrig übersetzte Lenkung? Ist es nicht ein Fehler, wenn zahlreiche moderne Wagen keine selbsthemmenden Lenkungen haben? W. S. in B. Antwort: Das Lenkungs-Uebersetzungsverhältnis gibt an, um wieviel Winkelgrade das Lenkrad gedreht werden muss, damit die Vorderräder des Wagens einen bestimmten Lenkeinschlag eihalten. Ist z. B. eine volle Lenkrad-Umdrehung, also eine Umdrehung von 180 Grad erforderlich, um die Vorderräder um 30 Grad einzuschlagen, so beträgt das Lenkungsübersetzungsverhältnis 6:1. Manche Konstrukteure geben allerdings auch nur das Uebersetzungsverhältnis im Lenkstockgetriebe an. Einen Rückschluss auf die Gesamtübersetzung Iässt Verlangen Sie das ideale Obenschmieröl zu einem normalen Preis. Erhältl. in jeder Garage. Generalvertretung für die Schweiz: Raffinerie* Ed. Fulliquet, Pt.Lancy-Geneve Das Blindenheim St. Gallen in Brosse, feinen und groben Cocosgarnen in jeder Ausführung. Spezialanfert. nach Papierschablonen verhelfen? Bin absolut sicherer Fahrer, Offerten unter Chiffre 67029 an die Automobil-Revue, Bern. GAR WOOD sind erhältlich durch das Technische Bureau A. Coutau, Ing., Place Longemalle 1, Tel. 45.662, Genf Diverses empfiehlt Ihnen Automatten Diesel - Motoren neu oder Occasion 66472 C.-H. TESTUZ, Av< Warne"ry5, Lausanne Welcher Rennstall Herr od. Dame, wäre in der Lage u. könnte mir zum Rennfahrer ZOLLER- KOMPRESSOREN für 67012 Automobil-Motoren liefert E. Rebmann, Aarau Automobil-Werkstätte. — Telephon 1400. SP D IE M OT O .ml BOO TE ERIKA UNDERWOOD IDEAL etc. Sehr günstige Vermietung ä Fr. 10 bis Fr. 20 per Monat. Bei Kauf volle Abrechnung der Miete. GARANTIE W. Häusler-Zepf, Ölten Den Einbau von Luftdruckuncl Auflaufbremsen in Anhänger jeder Art besorgt fachgemäss zu bescheidenen Preisen 10725 J. Farner, Anhängerbau, Wetzikon. Billig zu verkaufen: Fordson Traktor Offerten unter Chiffre N 4134 an Publicitas, Glarus. 66986 Beispiel einer niedrig übersetzten (links) und einer höher übersetzten Lenkung (rechts). Für vollen Vorderradeinschlag ist im ersten Fall nur. eine halbe Lenkradumdrehung, im zweiten Fall eine volle Lenkradumdrehung erforderlich. eich jedoch daraus nicht ziehen, da für diese auch noch das Verhältnis der Lenkhebel-Uebersetzungen massgebend ist. In Gebrauch 6tehen gegenwärtig bei Personenwagen Lenkungsübersetzungen von etwa 5:1 bis 18:1, wobei die Europäer die niedrigeren und die Amerikaner die höheren Uebersetzungsverhältnisse bevorzugen. Die hochübersetzte Lenkung ist sehr leicht zu bedienen, vermindert aber den gefühlsmässigen Kontakt des Fahrers mit der Strasse. Die niedrig übersetzte Lenkung geht bedeutend schwerer, erlaubt aber raschere Steuerausschläge. Von den völlig selbsthemmenden Lenkungen, die einmal vorgeschrieben waren, und u. a. höhere Uebersetzungsverhältnisse erforderten, kommt man mehr und mehr ab. Es hat sich gezeigt, dass sich die Stossfreiheit am Lenkrad auch durch anderweitige Massnahmen erreichen Iässt und dass die Beanspruchung und infolgedessen die Abnützung der Lenksorgane bedeutend geringer ist, wenn die Lenkung einige Nachgiebigkeit aufweist. -at- Frage 9369. Behandlung von Hirschleder. Wie behandelt man fachgemäss das Hirschleder, wie es zur Wagenreinigung Verwendung findet? Wie können insbesondere verschmutzte Leder gereinigt werden? E. G. in T. Antwort: Die Behandlung eines Hirschleders |ur»f. Si* Anfrage 499. Ungepfadete Strass«. Letzte Zeit musste ich mit meinem Wagen für ein Elektrizitätswerk verschiedene Fahrten ausführen, welches an einer Bezirksstrasse steht. Da die Strasse nicht gepfadet war, würden mir Welle und verschiedene Lager demoliert. Kann ich den Bezirk für den entstandenen Schaden belangen oder müssen Bezirksstrassen nicht fahrbar gemacht werden? A. N. in A. Antwort: Nach Art. 58 0.-R. haftet der Eigentümer eines Werkes für allen Schaden,- der infolge fehlerhafter Anlage oder mangelhaften Unter haltes desselben entsteht. Dass eine Strasse ein Werk im Sinne von Art. 58 O.-R. ist, wird heute allgemein anerkannt. Es sind auch schon mehrmals Kantone und Gemeinden wegen mangelhaften Unterhaltes ihrer Strasse zu Schadenersatz verurteilt worden. Immerhin steht die Rechtssprechung auf dem Standpunkt, dass nicht jeder Mangel einer Strasse eine Haftung des Eigentümers nach sich ziehe. Es wird vielmehr untersucht, ob dem Kanton oder der Gemeinde (bzw. -dem Bezirk) hätte zugemutet wer- Aussergewohnl. Gelegenheit! FIAT 520, Innenlenker, 4 Plätze, 6 ZyL FIAT 525, Coupe, 2/4 Plätze, 6 Zyl. BUICK Master, Innenlenker, 7 Plätze, 6 ZyL STUDEBAKER, Inrienlenker, 7 Plätze, 6 ZyL WILLYS, Roadster, 2/4 Plätze, 6 ZyL NASH, Innenlenker, 4 Plätze, 6 ZyL NASH, Torpedo, 4 Plätze, 6 Zyl. 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Ißt das Leder mit Oel oder Fett verschmutzt und lassen sich etwaige dunkle Flecken nicht durch blosses Waschen, event. mit etwas Seife, im lauwarmen Wasser entfernen, so kann es einige Stunden in eine Lösung von 1 Liter Wasser, 25 Gramm Salmiakgeist und 5 Gramm Glyzerin gelegt werden. Hierauf gut ausdrücken und in handwarmem Seifenwasser gut nachwaschen. Zuletzt nicht ganz ausspülen; der Seifenrückstand erhält das Leder weich und eaugfähig. Nachdem das Leder gut ausgedrückt ist, wird es möglichst in seine alte Form gedehnt und gestreckt und zum Trocknen im Schatten aufgehängt. Nicht am Ofen oder an der Heizung trocknen! Dadurch würde das Leder hart und brüchig werden. Zum Reinigen nicht Benzin oder Petroleum verwenden, ebenso heisses Wasser meiden, dadurch wird dem Leder der natürliche Fettstoff entzogen, es wird hart und brüchig. Nochmaliges Strecken und Dehnen nach dem Trocknen macht das Leder wieder gleichmässig weich, geschmeidig und saugfähig und damit wieder voll und ganz gebrauchsfertig. den können, Ahhilfe zu schaffen oder ob eine Beseitigung des Mangels zu einer unerträglichen finanziellen Belastung geführt hätte. Insbesondere wird unterschieden, ob die betreffende Strasse einen regen Verkehr aufweist oder ob sie nur eine untergeordnete Bedeutung hat. Im erstem Falle werden an ihren Zustand strengere Anforderungen gestellt, •während bezüglich der Strassen von rein lokaler Bedeutung im allgemeinen sehr wenig verlangt wird. Wir wissen nun nicht, welcher Art die Strasse ist, auf der Ihr Automobil beschädigt wurde. Immerhin ist zu sagen, dass dem Strasseneigentümer kaum zugemutet werden kann, von einem Tag auf den andern sämtliche Strassen vom Schnee zu räumen. Wenn also die betreffende Strasse nur wenig befahren wird, so wird unseres Erachtens darin, dass sie nicht gebahnt war, kein Werkmangel erblickt werden können. Dazu kommt noch, dass Sie ia ohne weiteres erkennen konnten, dass die Strasse nicht oder nur schlecht fahrbar war. Wenn Sie sie trotzdem benützten, so taten Sie es auf Ihre eigene Gefahr hin. Auch wenn man annehmen wollte, der Bezirk hafte grundsätzlich für Ihren Schaden, so würde zum mindesten ein Abzug wegen Mitverschuldens vorgenommen. * Verlangen Sie bei Ihrem Garagisten CASTROL das sparsamste aller Oele im Gebrauch Generalvertretung für die Schweiz: Biirke & Co. Zürich Liegenschafts-Markt Zu mieten, ev. zu kaufen gesucht Autoreparaturwerkstätte HEIM Garagebesitzer! Elektro-Service ausgerüstet sein. Das können Sie ohne jede Neuanschaffung Automobil-Revue, Btrri. an der Zürich-Bern-Strasse. Zins billig. Offerten unter Chiffre 67059 an die Automobil-Revue, Bern. 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Bern, Dienstag, 9. April 1935 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 30 Novelle von E. Seh. rcMein Zimmer bitte !» den griff er nach seinem Kragen und zerriss Der Portier des « Grand Hotel» sah über ihn. Er brauchte Luft... Luft, seinen kastenförmigen Tisch hinweg in ein Furchtbare Wirrniss durchwühlte sein Gefahles, verstörtes Gesicht. hirn. Atemringend stürzte er sich auf das « Wie ist Ihr werter Name, wenn ich bit- Sofa. Ein schauderhafter Kampf zwischen ten darf ? » fragte er mit einer Höflichkeit, Wirklichkeit und Phantasie, zwischen Schudie nach Trinkgeld roch. mann und Henkel spielte sich in seinem « Rudolf Henkel aus Zürich. Ich habe mich kranken Schädel ab, bis ein tiefer Schlaf ihn von dort aus telegraphisch angemeldet.» von qualvollen Stunden erlöste. Der Portier schlug ein riesiges Buch auf und fuhr mit seinem dicken Zeigefinger über Schumann erwachte erst spät am Vormittag. Er fühlte sich wohler und ausgeruhter. mehrere Seiten hinunter. Henkels glänzende Augen irrten haltlos in « Ich hab's », triumphierte er halblaut, « ist der Halle umher. Menschen kamen, Mengingen. Sie alle wussten woher, wohin. Doch er ? Henkel ? «Es tut uns leid, Herr Henkel; unter Ihrem werten Namen ist kein Zimmer reserviert worden.» «Nicht? Aber ich habe doch...» Henkel brach jäh ab. Es war, als ob er aus einem schweren Traum erwachte. Auf seiner hohen Stirn bildeten sich grosse Schweissperlen, die langsam herunterrieselten und in den buschigen Augenbrauen versickerten. Ruckartig zog er die linke Hand hoch und bohrte seine knochigen Finger in die Augenhöhlen. Dann drehte er sich um, eüte durch die Halle und verliess das Hotel. Draussen blieb er sekundenlang stehen und starrte die vorbeifahrenden Autos an. Wieder durchflitzte derselbe Gedanke sein leidendes Gehirn. Woher kamen sie ? Wohin gingen sie ? Und er ? Was hatte er hier im Hotel gewollt ? Er war ja gar nicht aus Zürich; er hiess auch nicht Henkel, sondern... Schumann... Rudolf Schumann und wohnte in Lugano. Erst spät am Abend kam Schumann nach Hause. Unverzüglich setzte er sich an seinen Arbeitstisch und zog das bereitliegende Manuskript etwas näher. Seit Monaten hatte er daran gearbeitet, seit Wochen versuchte er weiter zu fahren. Doch ohne Erfolg. Immer und immer wieder las er den letzten Satz, den Satz, über den er nicht hinweg kam, der da stand, wie eine hohe Mauer, uneinnehmbar, den Weg verschliessend : « Henkel reservierte von Zürich aus telegraphisch ein Zimmer im « Grand Hotel» .nnd reiste sofort weg.» ,•_'' Bis tief in die Nacht hinein stierten Schulmanns Augen auf diesen letzten Satz. Er VoMte den Roman fortsetzen, ihn seinem Ende zuführen. Doch nur dumme, unbedeutende Gedanken huschten durch seinen hämmernden Kopf, Gedanken, die nicht wert waren, niedergeschrieben zu werden. Dabei wollte er doch mit diesem Werk etwas Grosses, Phantastisches schaffen, wollte seinen Erfolg mit einer Glanzleistung krönen, wollte Henkel, den Held dieses Romans, ebenfalls Schriftsteller, überflügeln, ihn schlagen. Plötzlich schoss Schumann von seinem Stuhl hoch. Die grauen Haare hingen in Strähnen über seine Stirn. Mit beiden Hän- das nicht wunderbar? Eine herrliche, geniale Idee. Träum' ich da von einem Autoren, der sich in einem Buch verherrlichen wollte; er selbst spielte den Held darin. Tage und.Nächte arbeitete er daran. Die Hälfte war schon niedergeschrieben. Ganz langsam, aber immer merklicher begann er dann, sich mit seinem von ihm selbst geschaffenen Helden zu verwechseln. Er glaubte, dass er der Held sei, den er so wunderschön beschrieben hatte, er~. er selbst.» Kurz vor Mitternacht setzte sich Schumann erneut vor sein unvollendetes Manuskript. Nochmals las er den letzten Satz-: « Henkel reservierte von Zürich aus telegraphisch ein Zimmer im « Grand Hotel» und reiste sofort weg.» i Ende Januar dieses Jahre« spielte eich in Berlin eine furchtbare Kinder-Tragödie ab. Die 25jährige Charlotte Jünemann, deren Mann in einer Heilanstalt interniert ist, schloss ihre drei Kinder in ihrer Kellerwohnung ein, um sie verhungern zu lassen. — Alle drei Kinder sind nach grauenvollen Leiden gestorben. Die Frau ist nun vor einer Woche zum Tode verurteilt •worden. — Im «Prager Tagblatt» entwirft Franz Lederer eine erschütternde Vision dieser Kinder- Tragödie, die -wir unsern Lesern nicht vorenthalten möchten: Jene niedere Kreatur, die Charlotte Jünemann heisst, schloss am 26. Jänner des Jahres 1935, Schandjahres durch sie für alle Ewigkeit, die Tür der Kellerwohnung, Berlin, Weinstrasse 27, in der ihre drei kleinen Kinder lagen, drehte sich wohl kaum nach ihnen um und ging fort, zu ihrem Liebhalber, tanzen, trinken und sich paaren; ohne den Kindern einen Bissen Brot, einen Tropfen Wasser zurückzulassen, wiewohl 6ie wusste, dass sie weggegangen war in der Absicht, nicht zurückzukommen und wiewohl sie wusste, dass niemand in die Kellerwohnung kommen würde, niemand und nie, und wiewohl sie wusste, dass die Kinder ailso elend, tpialvoll zugrundegehen müssen, ihre Kinder, die ihr nichts Böses getan haben konnten, als dass sie da waren — und da waren nur, weil sie, die Frau, Lust genossen hatte. Wie ging Charlotte Jünemann über die Strasse. als sie die Kinder zum Hungertod eingemauert hatte? Wie betrat sie den Tanzsaal? Heiter tat sie es und sorglos. Sie trank Wein. Sie ass Torte. Sie trank Liköre. Sie lud die Kapelle ein, denn sie war freigebig, sipendeto gern Speis« und Trank.. 4 Sie < Noch am selben Tag traf er in Lugano ein, aber auch dort fand er nicht die Ruhe und geeignete Umgebung, um seinen Roman fortzusetzen. Henkels Nerven hielten es nicht mehr aus; sein Gehirn Hess sich nicht mehr beherrschen, es arbeitete frei, nach eigenem Ermessen, zügellos, unhaltbar schuf es phantastische Gebilde. Henkel bedrohte seinen eigenen Autoren, Schumann raste gegen seine Romanfigur. Eifersucht quälte beide. Einer von beiden musste verschwinden, Henkel oder Schumann. kam es zu einem Duell auf Leben und Tod zwischen öen beiden Schriftstellern. Es gab keine Zeugen, keine Aerzte, keine Sekundanten. Ganz allein standen sich die beiden gegenüber. Jeder hielt eine Pistole in der Hand, jeder zielte auf des andern Stirn und jeder drückte millimeterweise den Abzughahn seines Schiesseisens... gleich mussten die beiden Schüsse krachen „.vielleicht in der selben Sekunde.— viel- leicht würden beide zugleich tot sein, doch nein, Henkel... schoss zuerst.» Zwei Uhr nachts wurden die andern Mieter in Schumanns Haus durch den Lärm eines Schusses aus ihrem Schlafe gerissen. Eine Viertelstunde später war die Kriminalpolizei da. Die Tür zu Schumanns Wohnung wurde aufgesprengt. Ein furchtbarer Anblick bot sich den Polizeileuten. Schumann sass noch in seinem Lehnstuhl. Der Oberkörper war über den Schreibtisch gelehnt. — Aus einer Schläfe tropfte Blut auf das unvollendete Manuskript und vermischte sich mit der noch feuchten Nun begann er seinen irrsinnigen Traum Tinte. Am Boden lag ein Browning, in den Roman einzuflechten. Mit zitternder Hand schrieb ers Henkel hatte gut gezielt, Schumann war tot. Vision ocn den cUel Jüudem kaufte sich eine Bluse, um für den nächsten Ball gut auszusehen. Sie besuchte den Liebhaber, schlief bei ihm in jenen folgenden Nächten, in denen sich in der Kellerwohnung Weinstrasse 27 jene Tragödie vollendete, die so unvorstellbar ist, dass man alle Phantasie konzentrieren muss, um jede Einzelheit denkbar zu machen — vergeblich. Aber es ist Nacht und in einer Vision erscheint echarfumrissen die finstere, kalte Kellerwohnung am Bettrand: Du könntest schlafen? Sieh nur, es ist der 26. Jänner des Jahres 1935, blick her... In dem kalten Raum liegen Ingeborg Jünemann, die erst vor vier Monaten zur Welt kam, Wolfgang Jünemann, der nur vierzehn Monate vor ihr erschien, und Bernhard Jünemann, vierzig Monate alt. Ingeborg hat statt Windeln ein Stück schmutzigen Gardinenvorhanges um den wunden Leib gebunden. Sie weint Auch der kleine Wolfgang weint. Bernhard, der Dreieinhalbjährige, fasst Frau Jünemann am Rock, klammert sich fest, sie schiebt ihn beiseite, kleidet sich rasch an, blickt in den Spiegell, betrachtet sich von allen Seiten. Bernhard begreift, dass sie sich zum Fortgehen anschickt, es ist Abend, es ist Abend... er hat Angst , sucht sie festzuhalten, sie schiebt ihn nochmals weg: «Ich komme gleich», sagt sie, öffnet die Tür und schlagt sie hinter sich zu. Ein Schlüssel dreht sich im Schloss ... nun weint auch Bernhard. «Mutti!» schreit er. Aber niemand hört ihn. Ingeborg schreit Sie schreien, bis die Müdigkeit über sie kommt. Dann schlafen sie ein. In der Nacht friert Ingehorg, sie hat sich nass gemacht, der Gardinenvorhand-Fetzen wärmt nicht Sie weint, bis sie wieder von Müdigkeit übermannt wird. Als sie aufwachen, am 27. Jänner, eröhlt Ingeborg, Wolf gang ruft «Mutti», Bernhard gleitet aus dem Bett, zappelt zur Tür, rüttelt an ihr. Sie möchten essen, sie möchten trinken. Aber niemand kommt. Sie starren zur Tür. Bernhard versucht es noch einmal. Die Kinder blicken auf ihn als auf den Starken, der ihnen helfen könnte. Der Dreieinhalbjährige lehnt sich an die Tür und schreit. Dann packt ihn alle Angst vor dieser Einsamkeit, erschlüpft ins Bett zurück, weint nur mehr leicht vor sich hin, die Augen sind ohne Glanz aufgerissen. Es ist Mittag (nun isst die Mutter, nun essen die Menschen), es ist Nachmittag, es ist Abend. Da wird die Verzweiflung am ärgsten, da schreien Lngeborg, Wolfgang. Bernhard am lautesten, denn znm wahnsinnigen Hunger, der bereits physischen Schmerz, richtigen Wundschmerz bereitet, gesellt sich die Angst vor der Finsternis. Die Kinder allein mit dem Schicksal am Tage — da konnten sie ihm noch, wenn auch ratlos, in die Augen blicken. In der Nacht ist das böse Schicksal auch noch in ein böses schwarzes Kleid gehüllt. Sie schluchzen, dass ihr Herz zerreisst. Nun ist Inge die stillste, denn sie hat keine Kraft mehr. Und Bernhard der lauteste, denn er nimmt von neuem und neuem den Kampf mit der Tür auf. Er schreit und hofft noch immer, dass man ihn hören werde. Die Nacht ist endlos, der Hunger unerträglich, die Kinder krümmen sich vor Schmerz. Es ist der 28. Jänner. Nun dauert die Qual, die jede Minute eine Hölle ist, achtzehn Stunden, tausend Minuten. Noch eine Stunde, und noch zwei.... so quält die Vision... und noch drei und noch vier und noch fünf und noch — — die Mutter! Die Mutter! Die Mutter ist gekommen! Die Tür hat sich geöffnet, die gütige Tür, die gütige Mutter ist gekommen! Es ist der 29. Jänner, noch achtzehn Stunden waren vergangen. Und Inge rührt sich gar nicht, der eine Arm ist etwas gekrümmt, die Augen sind weit aufgerissen. Die Mutter blickt das Kind kaum an, die andern Kinder wimmern. Inge lenkt die Aufmerksamkeit nicht auf sich, ihr Stimmchen ist zu schwach. Die Mutter neigt sich zu den frierenden Geschöpfen und beschenkt sie: sie gibt ihnen Bildchen. Ihr habt doch Bildchen gerne? Da habt ihr Bildchen ... «Mutti, essen, Mutti, essen...» weint Bernhard. Zum zweiten Male schliesst sich die Tür hinter der Frau Jünemann. Sie sperrt ab. Und dia Vision erreicht in diesem Augenblick die Grenze des Qualvollen, jenseits derer fremdes Schicksal schon nicht mehr nachempfunden werden kann, weil die Spitze abgebrochen, die Fassungskraft erschöpft, das Gefühl ausgelöscht wird. Noch einmal beginnen tausend Ewigkeiten afe zehn Minuten Hunger, Durst, Einsamkeit, Verzweiflung. Und immer weitere zehn Minuten. Es ist 8 Uhr 10, die Kinder weinen, es ist 8 Uhr 15, die Kinder weinen, es ist 8 Uhr 30, die Kinder weinen, neun Uhr, zehn — es ist der Morgen, nun haben sie den dritten Tag nichts im Magen, die zwei Kleinsten liegen im eigenen Kot, Bernhard trippelt hin und her, soweit ihn noch die Füsschen tragen — in Wirklichkeit sind es kleine matte Schrittchen. Es ist Abend. Es ist Morgen. Es ist der 30. Jänner, der 31. Jänner, der 1. Februar, der 2., der 3. Februar... Ingeborg hat schon lange zu weinen aufgehört Ingeborg hat sich zu rühren aufgehört Ingeborg hat zu leben aufgehört. «Der Hungertod geht unter fürchterlichen Qualen vor sich. Heftige Kopfschmerzen, Fieber, Delirium, Tobsucht, Krämpfe— endlich der Tod.» (Aus einem medizinischen Buch.) Auch Wolfgang ist verstummt. Ist tot. Bernhard ist allein. Bernhard, der DreieinhaBJjährige, wächst durch die Vision und steht riesengross, einsam Mensch gegen Schicksal. Da alles Leben sich in seinem Leben in >drei statt in sechzig Jahren vollendet, ist auch alles Wissen vom Leben plötzlich in ihm und er spricht (aber seine Mannequin. Roman von Fannie Hurst. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Toto brachte ihren Turfmann. Er war ganz knollig, klirrte, als er ankam, und erregte dadurch stürmisches Gelächter. Die, Knollen und das Klirren entpuppten sich als Flaschen, die er in komischer Weise unter seinem Rock versteckt hatte. Ebenso hatte er eine im Rücken seiner Weste, die ihm Toto herauszog, indem sie auf einen Sessel kletterte und nach ihr angelte. Er war ein grosser Kerl, dessen Gesicht sogar dem öffnenden Dienstmädchen von den vielen Zei- **tungsphotographien bekannt war. Und wenn f er seinen Kopf zurückbog und lachte, was er bei der geringsten Gelegenheit tat, erzitterte buchstäblich der Raum, die Lampe auf dem Tisch und das Teegeschirr auf dem Wägelchen. Schon am frühen Abend schloss Orchid, obwohl es eine milde Frühlingsnacht war, die langen Fenster, die direkt auf das Trottoir hinausgingen, und zog die Kretonvorhänge vor, weil der Lärm und die Heiterkeit zu hohe Wellen schlugen. Cyd, die in einer für sie charakteristischen männlichen Toilette kam, die unvermeidliche Zigarette von ihrem gelben Mittelfinger hängen lassend, bildete einen schaudererregenden, grotesken Gegensatz zu ihrem Begleiter, einem blassen, lilienhaft aussehenden jungen Mann von kaum mehr als zwanzig Jahren, der den Namen einer Familie trug, die in Amerikas Gesellschaftsgeschichte seit vielen Generationen berühmt war. Er klimperte den ganzen Abend auf einem merkwürdigen jammernden Instrument, das er sich kürzlich von einer Reise aus Indien mitgebracht hatte, und trank seine Cocktails aus einem silbernen Taschenröhrchen, eine Methode, die für ihn eine ganz besondere, stark berauschende Wirkung haben musste. Langsam. Ein wenig schleichend. Und liebebedürftig griff er einen mit seinen langen weissen Händen an, wann immer man an ihm vorbeikam, mit Händen, wie bleiche, schreckliche, ein wenig feuchte Blumen. Ciarice kam in Begleitung ihres stark pomadisierten Freundes mit dem kommerziell bedeutenden Namen Brangwyn, der seinen Arm in einer Schlinge trug, weil er vor kurzem beim Polo verunglückt war. Er brachte seinen «Freund*, mit, der Orchid in dem «Mimi» genannten Mantel bei der Modeschau im Ambassador gesehen hatte. Allen Terry. Ein blonder junger Mann mit einem kleinen Schnurrbärtchen, sehr langen Beinen, die er beim Niedersetzen zweimal ineinanderschlang, und einer goldenen Zigarettendose mit seinem Monogramm in Diamanten, die aus seiner Westentasche hervorlugte. Lange Finger spielten unausgesetzt mit einer dünnen Perl- und Platinkette, die quer über seine Weste lief. Ein gelbfarbiger junger Mensch. Ein Terry von den Papiermühlen- Terrys. Es war nichts Besonderes an ihm und er zeigte die gewöhnlichen Manieren jener Männer, die mit Mädchen dieser Art verkehren. Die vorlauten, leichtfertigen Manieren mangelnder Zurückhaltung. Die Manieren, von denen Orchid so sehr gefürchtet hatte, dass Martin sie ihr gegenüber hätte anwenden können. Die Manieren, die etwas von der aufdringlichen Frage: «Wohin gehen wir von hier aus?» an sich hatten. Junge Leute, die nicht aufstanden, wenn eines dieser Mädchen das Zimmer betrat." Junge Leute, die immer die Absicht hatten, die Mädchen zu betasten, sie in die Wangen zu kneifen oder die Hände über ihre Hüften streichen zu lassen. Nichts unterschied den jungen Terry, nur dass sich die Wirkung der Cocktails bei ihm schneller zeigte. Fast sofort laut und geräuschvoll, begierig, den schliesslichen Zustand einer solchen «Gesellschaft» zu erreichen, war er der Hauptgrund dafür gewesen, die Vorhänge vorzuziehen und trotz des Rauches die Fenster zu schliessen. Orchid hasste seine Berührung und den feuchten Mund, in dessen Winkel sich ein kleines Tröpfchen Speichel zeigte. Nach dem ungeschriebenen Gesetz solcher Gelegenheiten war der junge Terry jedoch ihr Gesellschaftspartner. Er flocht eine silberne Quaste, die von Orchids Gürtel herabhing, immer auf und zu und zog sie mit dem Gürtel, als ob er ein Leitseil wäre, an sich. «Hopp auf! Hopp, Schönstes!» Er lachte so geräuschvoll, dass sie fürchtete, man könnte es auch ausserhalb des Raumes hören. Und die ganze Zeit über war sein Gesicht dem ihren so nahe, dass sie seinen heissen Atem spüren musste. Es wan eine Gesellschaft für Pärchen, Die Zweiheiten durften nicht zerrissen werden. Ciarice hatte sich'schon früh am Abend auf Brangwyns Schoss niedergelassen und wollte nicht heruntergehoben werden. (Fortsetzung folgt.)