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E_1935_Zeitung_Nr.031

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im Winter, trotz

im Winter, trotz etwaiger seitlicher Schneewälle. Ueberholen der haltenden Strassenbahn. Das ist wohl der häufigste Verstoss der Fahrzeugführer, dass sie am haltenden Strassenbahnzug doch noch rechts vorbeizukommen versuchen und dadurch die Ein- und Aussteigenden erheblich gefährden. Das Vorbeifahren ist nur zulässig, wenn an der Haltestelle besondere Inseln angelegt sind. Auch dann wird der besonnene Fahrer seine Ge> schwindigkeit längs der Insel herabsetzen, da er damit rechnen muss, dass die Leute, oft ohne sich umzusehen, auf die Fahrbahn herabtreten (Bild 8). Nach Art. 61, AI. 4 VV ist es bei freien Gleisen zwar gestattet, auch zwischen den Inseln durchzufahren, es ist aber besser, auf dieses Recht zu verzichten, jedenfalls dann, wenn Fussgänger in der Nähe sind. Diese glauben von früher her, zwischen gegenüberliegenden Inseln vor Motorfahrzeugen gesichert zu sein und sehen sich beim Ueberschreiten der Gleise gar nicht erst um. Fehlt eine Insel, so darf der haltende Strassenbahnzug nur links, und zwar nur in Schrittgeschwindigkeit überholt werden (Bild 9), sebstverständlich nur dann, wenn auf dem andern Gleis kein Zug entgegenkommt. Aussergewöhnliche Verlangsamung wird in Art. 61, AI. 3 VV mit Recht verlangt, weil immer damit zu rechnen ist, dass Fussgänger vor der haltenden Strassenbahn die Strasse überschreiten und für den Ueberholenden erst im letzten Augenblick sichtbar werden. Anhalten hinter anhaltender Strassenbahn. Ist das Linksüberholen wegen entgegenkommender Fahrzeuge nicht möglich, so ist anzuhalten, bis das Aus- und Einsteigen beendigt und die Fahrbahn von den Fahrgästen geräumt ist. Gerade diese letztere Rücksichtnahme wird manchmal vermisst. Beim Anhalten ist vom Strassenbahnwagen ein Mindestabstand von 2 Meter einzuhalten (Art. 61, AI. 5 VV). Dadurch wird es möglich, dass Fahrgäste und Fussgänger die Strasse auch hinter der haltenden Strassenbahn überschreiten können, und ausserdem ist es auf Bergstrecken eine Vorsichtsmassnahme, da bei schlechtem Schienenzustand das Anfahren oft Schwierigkeiten bereitet und der Zug sich ab und zu einige Meter rückwärts bewegt (Bild 10). nanomag greift aktiv in den Sport ein. Der Motor des neuen 2,5 Liter Sportwar gens soll auf 60 Brem-PS gebracht werden, Sobald diese Leistungsteigerung erzielt ist, will die Fabrik offiziell an den bedeutenderen sportlichen Wettbewerben teilnehmen, welche für den Wagen in Frage kommen können. Stöwer erwirbt Tatra-Lizenz. Die Stoewer Werke haben zur Ergänzung ihres Fabrikationsprogrammes die Tatra- Lizenz erworben. Die Lizenz wurde in Deutschland frei, da die Röhrwerke, als bisherige Inhaber, den Vertrag autgegeben haben. Der Fortschritt im Bau der Reichsautobahnen. Im Januar 1935 wurden wiederum 49 km an neuen Strecken in Bau genommen. Seit Aufnahme der Arbeiten sind demnach nun 1240 km in Bearbeitung und gehen teilweise einer baldigen Vollendung entgegen. Amerikas Autoproduktion. Bereits Mitte März überschritt die amerikanisch-kanadische Automobilproduktion die erste Million der im laufenden Jahre erzeugten Automobile. In Fachkreisen rechnet man mit einer Gesamtjahresziffer von 3,5 MM. Wagen. Letztes Jahr wurde die erste Million Ende April überschritten und 1932 in der letzten Juli-Woche. Das I. Quartal des laufenden Jahres schliesst mit einer Produktion von 1,085,000 Einheiten ab, gegenüber 749,532 Wagen im Vorjahre. Amerikas Automobilexport. Bei einem Ausfuhrwert von 17,76 Millionen Dollars im Monat Januar 1935 ist die beste monatliche Exportziffer seit dem Jahre 1930 erreicht worden. Gegenüber Januar 1934 stellt sich der Gewinn auf 58%. Etwa % der Aus fahr entfiel auf fertige Automobile im Gegenwerte von 6,5 Millionen Dollars. Von den 10,945 ausgeführten Wagen gehörten 9997 Einheiten der Preisgruppe bis 850 Dollars an. Das Hauptkontingent wurde von der Südafrikanischen Union aufgenommen; es folgen alsdann Australien, Grossbritahnieti,, Belgien, Schweden, Mexiko. Japan und Ar-. Weit schlimmer als die Fahrzeugführer verhalten sich hierbei die Radfahrer, die glauben, für sie gelte diese Vorschrift des Anhaltens nicht, obwohl der Art. 70, AI. 4 V'V dies ausdrücklich festlegt. Dank ihrer «Nummernlosigkeit» können sich die Fehlbaren leider meist einer Verzeigung und Bestrafung entziehen. Besonders aufmerksam zu machen ist noch auf die durch örtliche Verkehrsregelung durch Polizisten oder Signale oder durch Fahrvorrechte der verschiedenen Strassenbahnlinien unter sich bedingten Halte ausserhalb von Haltestellen. Dabei lässt sich das Abspringen von Fahrgästen — auch Aufspringen kommt vor — nicht verhindern, und der Fahrzeugführer muss mit solchem Verhalten rechnen. Wegiahren vom Standplatz. Würde sich der Führer stets vor der Ingangsetzung seines Motorfahrzeuges vergewissern, dass auf dem neben ihm liegenden Gleis kein Strassenbahnzug sich nähert und würde er regelmässig seine Absicht durch Herausstellen des Richtungszeigers ankündi- AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N" 31 istischer gentinien. Der Lastwagenexport brachte 3,4 Millionen gegenüber 3,7 Millionen im Dezember 1934 ein, wogegen der Export von Automobilteilen einem Wert von 7ß Millionen Dollars entsprach. Zur Nachahmung empfohlen. Zwecks Belebung des Automobilsmus sind in ganz Jugoslawien Automobilabgqben und Sondersteuern für Automobile, Motorräder und Fahrräder aufgehoben worden. Um einer eventuellen Steuerabwälzung den Riegel zu stossen, wurde mit der Aufhebung gleichzeitig verfügt, dass keine neuen Abgaben auf die Betriebsstoffe gelegt werden darf. In Jugoslawien ist in Zukunft nur noch die Gebühr zu entrichten, die bei der Registrierung des Motorfahrzeuges erhoben wird. Kunstbenzin in Frankreich. Die Grubenkommission der Kammer hat die französische Regierung beauftragt, ein Produktions - Programm auszuarbeiten, dem durch Verflüssigung von Teer, Stein- und Braunkohle eine Jahreserzeugung von 300,000 Tonnen Benzin zu Grunde gelegt werden soll. Der 1. April hat Folgen. Der 1. April hat für Unser Blatt Folgen gehabt, die wir kaum auszudenken wagten, und die Redaktion mit dem schlechtesten Gewissen der Welt belasten müssen. Was sie den Lesern als fröhlichen Aprilscherz und holden Unsinn zum gegenseitigen Vergnügen vorphantasierte, wurde' jenseits der Grenzen als bare Münzen genommen. Eine angesehene motorspqrtliche Korrespondenz verbreitete allen Ernstes unsern Aprilwitz, Campbell werde seinen «Blue Bird» einem «Roboter» anvertrauen, und die Notiz ist denn auch da uHd dort hängen geblieben. Den sanft HereingeMumpsten gestehen wir also noch einmal, dass der 1. April einzig und allein an dieser Meldung schuld ist, die allerdings zwischen Wahrheit und Dichtung schwebt, und eines Tages, wie so viele Aprilwiize, dennoch aus dem Bereich der Phantasie in die der Wirklichkeit rücken dürfte, Immerhin; ein kleines Schmunzeln konnten wir uns nicht versagen... gen,-kÖnnte- mancher Zusammenstoss vermieden werden. Strassenbahnabzweigungen und -Schleifen. Bei Benützung des gleisfreien Fahrstreifens muss der Fahrzeiigführer darauf gefasst sein, dass ein vor ihm fahrender Strassenbahnzug plötzlich nach rechts oder links abschwenkt. Er kann dies nur voraussehen, wenn er mit der Linienführung der Strassenbahn vertraut ist und die Liriiennummer, die durch den Anhänger oft verdeckt wird, erkennen kann. Die Linksschwenkung ist ungefährlich, falls er nicht gerade in diesem Augenblick, bei fehlendem Fahrstreifen rechts, links überholen will. Um auf die Rechtsschwenkung gefasst zu sein, muss er rechtzeitig die abbiegenden Schienen erkennen, was bei doppelspurigen Gleisen meist gut möglich ist. Schwieriger wird dies bei einspurigen Gleisen, wie Schleifenein- und -ausfahrten, weshalb vor solchen Stellen z. B. in Zürich fast überall das Strassensignal Nr. 3 (Dreiecktafel mit rotem Rand und schwarzem Kreuz) 30 bis 50 Meter vor solchen Kreuzungen aufgestellt wurde (Bilder 11 und 12). Baustellen. Würde die weiter oben erwähnte Vorschrift des genügenden Abstandes hinter Strassenbahnwagen besser eingehalten, so käme es sicherlich seltener als jetzt vor, dass Motorfahrzeuge plötzlich in wegen Instandstellungen offene Baugruben im Gleisgebiet geraten und froh sein müssen, mit mehr oder weniger grossem Sachschaden überhaupt wieder herauszukommen, bevor weitreichende Betriebsstörungen entstanden sind. Will man dabei nicht ein ganzes Strassenstück wegen Aufbruchstellen sperren, so ist das Linksumfahren derselben nicht zu vermeiden, sollte aber bei gutem Willen aller Strassenbenützer ohne erhebliche Störungen möglich sein. Es ist klar, dass wegen kleiner Baustellen, der Strassenbahnbetrieb nicht unterbrochen wird und anderseits eine Absperrung der Baugrube im Gleisgebiet unmöglich ist. Es ist geradezu auffallend, wie oft bei richtiger Beleuchtung und Kennzeichnung der Baustelle nach einem Unfall von den Fahrzeuglenkern erklärt wird, sie hätten keine Tafeln gesehen! Dieselbe Beobachtung gilt hinsichtlich der Beachtung von zeitweisen Verkehrsumlenkungen (Strassensperren und Einbahnstrecken). Zum Schlüsse sei darauf hingewiesen, dass durch die Einhaltung der Verkehrsvorschriften und die Anerkennung des Vortrittsrechtes der Strassenbahn viel plötzliches Stoppen der Strassenbahnzüge vermieden werden könnte. Solche «Stops» sind immer für Fahrgäste und Material gefährlich. Davon erzählen die Verletzungen von Fahrgästen, die manchmal unerwartet schwerer Art sein können, und die vielen zerbrochenen Scheiben, besonders an den inneren Türen. Weitere Folgen sind aber Schleifflächen in den Rädern, die unter erheblichem Zeitaufwand wieder herausgeschmirgelt werden müssen, und trotz des «Stops-» unvermeidliche Zusammenstösse mit oft schweren Wagenbeschädigungen. Es liegt sicherlich im Interesse der Fahrzeugführer, wenn sie solche vermeiden, denn im allgemeinen hält ein Strassenbahnwagen erheblich mehr aus als ein Motorfahrzeug. Dass auch seitens der Strassenbahner Unaufmerksamkeiten und* Rücksichtslosigkeiten vorkommen, sei nicht in Abrede gestellt, jedoch ist darauf hinzuweisen, dass die Wagenführer nach Möglichkeit den Fahrplan einhalten sollen, was in den Zeiten dichtesten Verkehrs keine leichte Aufgabe ist. Sind die durch Missachtung der Vorschriften allenfalls einzubringenden Sekunden für Insassen von Motorfahrzeugen wirklich so wertvoll, dass sie deshalb ihr Leben aufs Spiel setzen dürfen? Wenn einmal 99^2 aller Fahrzeugführer sich an die Vorschriften halten, werden solche Vorfälle zu ganz seltenen Ausnahmen gehören. Dieses Ziel zu erreichen, sollte Ehrensache aller Strassenbenützer sein! Wegen den bevorstehenden Osterfeiertagen erscheint während der nächsten Woche nur eine Nummer der « Automobil-Revue» und zwar zusammen mit dem «Oster-Autler» Mittwoch, den 17. April. brandmarkende Erniedrigung. Und dazu noch diese leichte Unverschämtheit in Mrs. Snuggs Gebaren, die sie seit jenem Hinauswurf der Gesellschaft zu zeigen wagte. Martin kannte Terry. Der Besitz der Terrys lag oberhalb des Innesbrookschen. Manchmal kam Terry zu einer Tennispartie mit Martins Cousine Celeste Innesbrook herunter und gelegentlich half er bei einem Double aus. Ja, Martin kannte Terry. Er gehörte zu jenen Spielern, die einen Ball ,out' reklamierten, auch wenn er drei Zoll innerhalb der .Line' aufgefallen war. Er war aus Yale verwiesen worden. Aus Gründen — nun aus Gründen. Der liebe Martin, der die unangenehmen Dinge des Lebens nie ernst nehmen Hess! An einem Abend, als sie in dem durch die Gesellschaft irgendwie entheiligten Raum sassen und Martin versuchte, sie von dem ärgerlichen Gegenstande abzubringen, geschah etwas wirklich Schönes; und später, bei derselben Gelegenheit, etwas nicht nur Schönes, sondern auch etwas, das sie die erste wirkliche Ekstase, die sie kannte, erleben liess. Sie hatte Martin mit einer von Tränen durchzuckten Stimme die Geschichte der unglückseligen Szenen erzählt bis zu ihrem erniedrigenden Höhepunkt und dem Eintreten von Mrs. Snuggs. Sofort hatte Martin, um sie davon abzubringen, die Abendzeitungen ergriffen und begann in den Seiten zu blättern. «Vergessen Sie es, Orchid. Wer hat den Match gewonnen? Es hat keinen Sinn, über eine Angelegenheit zu brüten, über die J5ie keine Macht hatten. Terry ist ein Lausbub. Er war immer ein Lausbub. Ein Hurra für Mathewson, er ist der Baseballheld dieser Saison! Kopf hoch, Orchid! Und sowie ich die alte Dame Snuggs nächstens sehe, werde ich ihr sagen, dass dieser Hinauswurf beim Genick besser war, als er es sonst gewohnt ist. Hu! Ich sehe da, dass ein Professor einer kleinen westlichen Universität hinausgefeuert wurde, weil er die Genesis in geologischen Zeiträumen an Stelle der sieben Tage interpretierte. Jetzt ist dieses Land reif für eine Reihe von Aufsätzen über Darwin gegen die Bibel.» Darwin. Orchid machte sich immer wieder ihre geheimen kleinen Notizen. Darwin. Genesis. «Wissen Sie das schon! Hören Sie, Orchid. Die Scott ist freigesprochen worden. Ich habe es gewusst, dass männliche Geschworene sie niemals verurteilen würden!» «Aber nein!» «Ja. Und diese Frau hat ihren Mann so sicher umgebracht, so sither ich hier auf diesem Sessel sitze.» «Natürlich. Sie hat es ja beinahe zugegeben!» «Zuweilen möchte ich eine Reihe von Aufsätzen schreiben über das Geschworenensystem, wie es ist und wie...» «Martin! Ich hab's!» «Was?» «Es!» «Was ist ,es'?» «Eine Idee!» «Meine Liebste, Sie regen mich schrecklich auf.» «Aber es ist mein Ernst, Martin.» «Natürlich, Liebste. Nun?» «Ich denke an eine Serie von Aufsätzen, die einfach danach schreien, geschrieben zu werden. Von Ihnen. Das Land müsste bei einer Lage, wie sie durch den Fall Scott geschaffen wurde, aufgerüttelt werden. Dass die Frauen in Amerika buchstäblich bei Mord freigesprochen werden können. Zum Beweis der Fall Scott. Oder der Fall Madge Ellington., Jedermann spricht über die Tatsache, dass eine Mörderin, die sich einem Anfall von Schiesslust hingibt, freigesprochen wird, aber niemand tut etwas dagegen. Hier haben Sie eine Gelegenheit, das, was Sie die verborgene öffentliche Psychologie nennen, aufzurütteln. Oh, Martin, diese Idee könnten Sie sogar Ihrem Onkel verkaufen.» In dem Kreis des Lampenlichtes sah Martin sie langsam an, keineswegs in jener Art, wie er manchmal Ideen hervorsprudelte, nur um sie zu verwerfen. «Es sollte mich nicht wundern», sagte er. «Das ist zumindest der fünfte Freispruch einer offensichtlich schuldigen Frau in den letzten zwei Jahren. Sollte mich nicht wundern, Orchid. Denken Sie nur, ich würde in diesem Sinn schreiben: Auch für Mörderinnen Möglichkeit, bestraft zu werden! Das klingt doch Innesbrookisch genug.» «Richtig. Wenn die Frauen ihre Wahlberechtigung verlangen, dann sollen sie auch alles andere haben.» «Den ganzen Krempel. Ganz richtig. Zuerst war so ein riesiges Getue wegen des Wahlrechts und jetzt, da sie es haben, war niemals in der Geschichte des Verbrechens ein solcher Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht worden. Ja, sogar eine Lucrezia Borgia von heute bekäme einen Freibrief.» Lucrezia Borgia. Da war wieder etwas Neues. «Dieses Land duldet gerade die Bestrafung einer Mörderin nicht.» «Die Frauen sollten mit ihren Rechten stehen und fallen, Martin.» «Es ist etwas an dem, was Sie sagen!» (Fortsetzung folgt.)

NO 31 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Am Sonntag: IX.Mille Miglia Mit grösster Spannung erwartet man wieder das berühmteste Langstreckenrennen der Welt, die «Mille Miglia», die, wie der Name sagt, über tausend Meilen oder ca. 1600 km führt, und nächsten Sonntag wieder zur Austragung kommt. Sie bildet zugleich den Eröffnungslauf dieser Saison ; nachher folgen sich Rennen auf Rennen. Kaum ein Sonntag wird vergehen ohne ein rennsportliches Ereignis. Die Mille Miglia ist in verschiedenen Beziehungen einzig dastehend. Kein anderes Rennen mag in einem Lande eine solche Begeisterung, ja Aufregung auszulösen. Das ganze Volk macht mit, und nur so ist die Möglichkeit der Freihaltung der Strassen, die zu einer Rennbahn durch halb Italien werden, zu erklären. Es ist fast eine Unmöglichkeit, sich das ganze Netz der Organisationsarbeiten vorzustellen. Man bedenke nur: 1600 km Strassen freie Strecke für ein Durchschnittstempo von über 110 km/St. Wenn im letzten Jahre die Mille Miglia durch die über 6000 km führende « Giro d'Italia» leicht bedroht worden war, so steht sie in diesem Jahr wieder unumstritten da, da die 6000 km-Fahrt durch Italien abgesagt wurde. So lebt die Mille Miglia wieder in ihrem alten Glänze auf. Das Rennen nimmt, wie letztes Jahr, seinen Anfang in Brescia und endet auch am gleichen Ort. Die Streckenführung ist gleich geblieben und zieht sich von Brescia aus durch die Lombardei nach Piacenza, Parma, dann dem Nordfuss des Ligurischen Apennins entlang nach dem wichtigen Kontrollort Bologna. Gleich darauf werden die Apenninen überquert, dann Florenz, Siena und Viterbo passiert, um schliesslich Rom, den südlichsten Punkt des Rennens zu erreichen. Von hier aus werden die Wagen über Terni, Spoleto, Perugia und Macerata das am Adriatischen Meer liegende Ancona anfahren. Von Ancona verläuft die Route dem Meer entlang bis Rimini, wo sie wieder ins Land hinein steuert, nach Bologna, dem einzigem Ort des Rennens, der zweimal berührt wird. Von Bologna geht es dann nochmals ans Adriatische Meer und zwar über Ferrara, Rovigo und Padova nach Venedig, um nachher wieder dem Ausgangspunkt, Brescia, zuzustreben. Wie letztes Jahr wird auch in diesem Jahre das Rennen vollständig auf den Sonntag verlegt und schon um 4 Uhr werden die ersten Fahrzeuge (die kleinen Klassen zuerst) ins Rennen geschickt, so dass gegen acht Uhr abends bereits die ersten Equipen zurückzuerwarten sind. Die Fahrer. Wie wir schon in frühern Nummern erwähnten, dürften Varzi-Bignami auf Maserati und Pintacuda-Della Stufa die beiden aussichtsreischten Equipen sein, denn sie verfügen zweifellos über die schnellsten Maschinen. Immerhin muss man auch damit rechnen, dass der eine oder andere durch Defekte zurückbleibt oder sogar ausfällt. Gerade der Maserati von Varzi ist wohl auf Distanzen von 500 km erprobt, aber nicht auf eine Fahrt von 1600 km. Aber auch die Schweizer Equipe Ruesch-Guatta auf Alfa Romeo kann diesen Spitzenfahrern eventuell cefährlich werden. 106 Equipen am Start 0 «» 40' K Die Strecke des Mille-Miglia-Rennens. Die Wagen. Die an der Mille Miglia teilnehmenden Wagen sind grösstenteils italienischen Ursprungs. Fiat und Alfa Romeo sind am zahlreichsten vertreten. Ferner wurden auch einige Maserati und Lancia gemeldet. Die Beteiligung von ausländischen Wagen ist verschwindend klein. Es sind dies : zwei Aston Martin, ein Amilcar, zwei M.Q., ein Ford, ein Lagonda und ein Bugatti. Die Mille Miglia ist also mehr oder weniger ein nationales Rennen. Mit Spannung erwartet man die neuen Fiat Ballila-Siata, die mit Kompressoren ausgerüstet sind und 150 km/St. erreichen. Beim Wagen von Pintacuda handelt es sich um einen umgebauten Alfa Romeo Monoposto 3 Liter, der 250 PS leistet und auf 215 km/St, kommt. Die Maschine, die Varzi von der Scuderia Subalpina zur Verfügung gestellt wird, ist ein Maserati 6-Zylinder-Typ, das gleiche Modell, das beim letztjährigen Grossen Preis von Italien debütiert hatte und in Modena und Neapel unter Nuvolaris Führung gewann. Nur die Karrosserie des Wagens ist verändert worden. Jedenfalls ist auch diese Maschine aus einem Monoposto hervorgegangen. Der Motor hat einen Zylinderinhalt von 3724 ccm und ist aus dem Vierzylinder 2483 ccm weiterentwickelt worden. Ausser .Varzi starten für die Scuderia- Subalpina noch Scarfiotti auf einem 1500 ccm, und Strazza auf einem 1100 ccm Maserati. Letzterer hatte bekanntlich im Vorjahre unter der Führung von Taruffi-Bertocchi eine ganz hervorragende Zeit gefahren und selbst die Fahrzeuge der Klassen 1500 ccm und 2000 ccm geschlagen. Die gefährlichsten Gegner für den kleinen Maserati bilden die beiden M. G., sowie die unzähligen Fiat-Ballilas. Ferner ist auch der kleine Amilcar nicht zu unterschätzen. In der Klasse 1500 «cm treffen die zwei englischen Equipen (Aston Martin) auf die schnellen Lancia (Typ Augusta) und Alfa Romeo. Die Klasse 2000 ccm ist eine Angelegenheit von Alfa Romeo; ein einziger Fiat wird dort gegen :ehn Alfa zu kämpfen haben. In der grossen Schweizerarbeit, Präzisionsarbeit! Klasse (3000 ccm und höher) sind neben zwanzig Alfa Romeo, nur je ein Maserati, ein Bugatti, ein Ford und ein Lagonda vertreten. Neben dem drei Liter sendet die Scuderia- Ferrari noch zwei geschlossene Wagen ins Rennen, zwei Alfa Romeo, Typ Pescara, die ihre hervorragenden Eigenschaften schon im 24-Stundenrennen von Pescara bewiesen haben. Sie verfügen über 2300 ccm Motoren (zwei Vergaser) und erreichen leicht 150 km/St. Die bestehenden Rekorde. Von den Rekorden, die über Teilstrecken der Mille Miglia aufgestellt wurden, bestehen einzelne aus dem Jahre 1932 und konnten trotz fortschreitenden Verbesserungen an den Fahrzeugen noch nicht gebrochen werden. Einer von diesen hält der inzwischen verstorbene Borzacchini, der die Strecke Ancona-Bologna mit dem ungläulichen Mittel von 141 km/St, durchraste. Inhaber weiterer Rekorde sind vor allem Varzi, Nuvolari und Caracciola (Alfa Romeo). Die schnellste Etappe des Rennens ist immer noch Brescia-Bologna, die Borzacchini mit dem fabelhaften Durchschnittstempo von 161 km/St, meisterte. Dabei führt jene Strecke über 26 km. Auch die beste Zeit für Brescia- Rom gehört noch Borzacchini mit einem Mittel von 114 km/St. Für die diesjährige Mille Miglia sind einige Wagen so sorgfältig vorbereitet worden, dass sicher, günstige Witterung vorausgesetzt, mit mehreren Rekorden, entweder über die Teilstrecken, oder sogar über die ganze Strecke gerechnet werden muss. Die Geschichte der Mille Miglia. Es war im Jahre 1927, als die erste Mille Miglia ausgetragen wurde. 101 Fahrer hatten sich gemeldet, von denen 77 an" den Start gingen. Die Equipe Minoia-Morandi siegte auf O.M. mit einem Stundenmittel von 77,283 km/St. Nur 55 Fahrer konnten das Rennen beenden. Im folgenden Jahre wurden 100 Wagen gemeldet und 84 starteten. Campari- Ramponi (Alfa Romeo) fuhren die beste Zeit mit einem Durchschnitt von 84,128 km/St. Im Jahre 1929 wurden 106 Wagen eingeschrieben und 82 gingen ins Rennen. Die gleiche Equipe wie im Vorjahr kam zu einem erneuten Sieg und schraubte die Durchschnittsgeschwindigkeit auf 89,688 km/St. 1930 erreichte die Nennungsziffer einen Rekordstand mit 151. Von diesen traten 134 in Brescia zum Start an. Im Verlaufe des Rennens entwickelte sich ein spannendes Duell Darum sind FIRIDH-BATTERIEN so gut. — Ihre besonderen Vorzüge sind: 1. Extrastarke Platten, darum grösste Kraftreserve. ••• Holz- und Hartgummiseparatoren, das Beste zur Kurzschlussverhütung. Nur Luxus-Batterien weisen in der Regel diese Konfektion auf. ö» Besonders kräftige Hartgummikasten von hoherWiderstandsfähigkeit gegen Schläge und Stösse. 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Doch schon im folgenden Jahr riss Italien durch Borzacchini- Bignami die Mille Miglia wieder an sich und steigerte den Durchschnitt gleich auf 109,602 km/St. 1933 gewann Nuvolari mit Compagnoni zum zweitenmal (Mittel 108,5 km/St.), und 1934 waren es Varzi-Bignami, die aus einem aufreibenden Kampf mit Nuvolari- Siena als Sieger hervorgingen und ein Mittel von 114,307 km/St, herausfuhren. -es. Die Nennungen. Klasse 1100 ccm (Startzeit 4.00—4.25). 1. Lombardi-Brigatti (Fiat) 2. Benedetti-Zanella (Fiat) 3. Biamino-Mainardi (Fiat) 4. Musso-Favero (Fiat) 5. Spotorno-Ghiringhelli (Fiat) 6. Panzacchi-Buchetti (Fiat) 7. Mac Cain-Nardi (Fiat) 8. Beroni-Vitali (Fiat) 9. Balsamo-Perosio (Fiat) 10. Apruzzi-Anselmi (Fiat) 11. Rossi-Scotti (Fiat) 12. Vernasea-Di Vecchio (Fiat) 13 X X 14. Villoresi L.-Villoresi E. (Fiat) 15. Bianco-Bernocchi (Maserati) 16. Petruccioli-Casi (Fiat) 17. X. X. 18. Vigentini-Fumagalli (Fiat} 19. Ceschina-Guagnellini (Fiat) 20. Strazza G.-Baldini (Maserati) 21. Vismara V.-Vismara E. (Amilcar) 22. Manassero-Mariani (Fiat) 23. Masera-Mazzarotti (Maserati) 24. Comirato-Buosi (Fiat) 25. Radice Fossati-I. et A. (Fiat) 26. Sama-Ricci (Fiat) 27. Bergamo-Agnelli (Fiat) 28. Capelli O.-Milani (Fiat) 29. Capelli-Girelli (Fiat) 30. Nardilli-Matrullo (Fiat) 31. Quintavalle-Lavezzini (Fiat) 32. Bellocchi-Giastefani (Fiat) 33. Petrini-Faini (Fiat) 34. Albertini-Benvenuti (Fiat) 35. Gappelli-Lanfranconi (Fiat) 36. Bighi-Ruggero (Fiat) 37. Zordan-X. (Fiat) 38. Bergamini-Braghiroli (Maserati) 39. Biagini-Periccioli (Fiat) 40. Ronchi-Varisco (Fiat) 41. Faccioni-Feruglia (Fiat) 42. Dusio-Ferrari (Fiat) 43. X. X. 44. Zannino-Mueetta (Fiat) 45. Beltracchini-Gilardoni (Fiat) 46. Romualdi-Lelli (Fiat) 47. Max Bondy-Gazzabini (M: G.) 48. Russi-D'Orsi (Fiat) 49. Minio-Collavo (Fiat) 50. Rossi-Rivola (Fiat) 51. Ambrosini-Bertone (Fiat) Klasse 1500 ccm (Startzeit 4.25.30—4.35). 52. Gramolelli-Jacazio (Lancia) 53. Pjsani-Binda (Bianchi) 54. X. X. (Lancia) 55. Facchetti-X. (Lancia) 56. Berti-Coin (Lancia) 57. Arangio-Tiboldi (Lancia) 58. Schera-Comolli (Lancia) -" 59. Lorandi-Strazza E. (Lancia) 60. Dufour B. et M. (Alfa Romeo) 61. Bianchi-Pedrocco (Maserati) 62. Pellerano-Pierucci (Alfa Romeo) 63. Grilli-Stinchelli (Lancia) 64. Cantoni-X. (Lancia) 65. Passi-Bergia (Lancia) 66. Gambaro E. et F. (Lancia) 67 HalW. Guest (Aston-M.) 68. Alfieri-Chiesa (Alfa Romeo) 69. Kechler M. et A. (Lancia) 70. Scarsiotti-Penati (Maserati) 71. Clar-Falkrer (Aston-M.) Klasse 2000 com (Startzeit 5.00—5.20). 72. Borelli-Freddy Mc. Evoy (Alfa Romeo) 73. Azzali-Moreni (Alfa Romeo) 74. Gesaner-Plate E. (Alfa Romeo) 75. Crivelleri-Ferrero (Alfa Romeo) 76. Teodori-Massi (Fiat) 77. Graziani-Zanardi (Alfa Romeo) 78. X.-X. (Alfa Romeo) 79. Arezzi-Albasini (Alfa Romeo) 80. Scarpari-Bortolon (Alfa Romeo) 81. Castellano-Adorno (Alfa Romeo) 82. Gonte-Morini (Alfa Romeo) Klasse 3000 ccm und höher (Startzeit 5.30—5.53). 83. Santinelli-Berti (Alfa Romeo) 84. Van der Meulen-X. (Ford) 85. Staccioli-Gabini (Alfa Romeo) 86. Ignis-Gaboardi (Alfa Romeo) 87 Teagno-Soffietti (Alfa Romeo) 88. Sanguinetti-Balestrero (Alfa Romeo) 89. Macchia-Danese (Alfa Romeo) 90. X.-X. (Alfa Romeo) 91. Minozzi-Grosch (Alfa Romeo) 92. Rosa-Comotti (Alfa Romeo) 93. Tadini-Cidoneo (Alfa Romeo) 94. Ruesch-Guatta (Alfa Romeo) '?5. Borelli N.-Loprete (Alfa Romeo) 96. Gurgo Salice-Laredo de Mendoza (AlfaR., 97 Cornagda Mediei-Pages (Alfa Romeo) 98. Varzi-Bignami (Maserati) 99. Battaglia-Tuffanelli (Alfa Romeo) 100. Cortese-Severi (Alfa Romeo) 101 Oatalani-Polini (Alfa Romeo) 102. Miss Ellison-Pitt Thomas (Lagonda) 103. Baruffi-Romano (Bugatti) 104. Lembi-Fontana (Alfa Romeo) 105. Laroi-X. (Alfa Romeo) 106. Pintacuda-Della Stufa (Alfa Romeo)