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E_1935_Zeitung_Nr.032

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16 AUTOMOBIL-REVUE

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Bern, Mittwoch, 17. April 1935 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 32 l - ^ ^ ^ ^ ^ > ^ - . - • - - • • • • • > : - • ! •-•-' - .'•' ; . - , • , : . • : . „ , . . - „ , ; . , • > • , , , „ . . , > : ^ : U - • . , . . , - . , ^ , , , ,. ~ ] 1 ittqs=Afuuuiq, Von Josef Mühlberger. Ernst ist dieser letzte Schnee nicht zu nehmen, die Waldränder sind schon schwarz von Moos und altem Heidekraut, da und dort ist an einem Hang der Sonnseite der Schnee rot vom Ackerfeld, oder ein leiser, grüner Schimmer dringt durch das Weiss. Auch das Skifahren ist nicht mehr ernst zu nehmen. Ueberm Gehen schaut man in den Wald, wie weit es dort mit dem Frühling steht, und zwischen zwei Bäumen kann man sich auf Bretter und Jacke setzen und sich sonnen. Karg ist die Wärme noch, aber in ihrem sanften Tasten tut sie unsagbar wohl. Uebers Feld geht es holprig, dann aber folgt ein wunderbarer Schuss über körnigen Schnee, es kann nicht schnell genug gehen und doch ist die Wiese, der freie Auslauf, viel zu rasch da. Die Sonne hat den Schnee aufgelockert und unweigerlich wirft es einen nach der raschen Fahrt kopfüber hin. Grad neben einen frisch aufgestossenen Maulwurfshaufen. «Das untrüglichste Zeichen, dass es bald Frühling wird », sagt man sich und betrachtet dabei die vom Harsch aufgeschnittenen Finger. «Was war denn das im Wald oben? Ein Zigeuner zeit?» «Wo kämen jetzt Zigeuner her? Die warten schon die trockenen Strossen ab.* Wir kehren um — richtig finden wir im Wald ein Zigeunerlager. Zwei Birken sind abgeästet und zueinandergebogen worden, darüber ist die Zeltplache gespannt. Ein Feuer brennt darin. Die Kinder stecken ihre rotgefrorenen Nasen aus einem Spalt und betteln um Zigaretten. Ein Mann macht sich ums Pferd zu tun; das Tier steht tief im Schnee — kein Bauer nimmt das Pferd eines Zigeuners in seinen Stall. Wie Zugvögel, die Sonne und Wärme ztt zeitig herausgelockt haben und die nun —* ja, was nun in Schnee und Kälte im einsamen Wald? denke ich. Ich siehe und betrachte nachdenklich das Lager. Als was soll man's nehmen? Als Zeichen des nahen Frühlings, der eben damit beginnt, dass die Maulwürfe aufstossen, die Kinder Marmel spielen und die Zigeuner zu wandern beginnen? Des Frühlings, der die Welt gross und weit und herrlich vor lauter Lieblichkeit und Wonne macht? Dass sich nun auch in uns das alte Wanderblut regen darf und die Sehnsucht über staubige Landstrassen und breite Flüsse hin in die ferne Welt? Nein. Kalt und ein bisschen hoffnungslos ist es um dieses Zigeunerzelt im verschneiten Wald. Auch ein bisschen trostlos. «Kalt geht's in der Welt», antwortet in einer Shakespearschen Komödie ein von einer Reise heimkehrender Diener einem anderen, der ihn fragt, wie es in der Welt gehe. Wer weiss, sagt man sich, wer weiss, ob man nicht auch zu zeitig aufgebrochen ist, ob man sich nicht, fern der bergenden Heimat, zu weit in die grosse Welt hinein gewagt hat. «Zünd ein Feuer!» befiehlt der von der Reise durch die kalte Welt heimkehrende Diener dem andern. Zünden wir ein Feuer in unserem Herzen an, dass wir die frostigen Tage und Nächte überstehen, denen ein milder, klarer Frühling folgen muss. T>as umsse ^Cäschen Eine Ostergeschichte von Ebba Maran. Der Osterausflug ging seinem Ende entgegen. «Schnell, schnell!» drängte der Papa, «es wird gleich regnen, es ist ganz grau da oben!» Das war gar nicht wahr, aber er hatte schon genug von dem Familienausflug. Eilig wurden alle im Wagen verstaut, dann fuhr der Vater mit befreitem Tritt auf den Gashebel los. Bei dem raschen Aufbruch war das Ein Osterlied singen, o das ist leicht! ., Gott selber ist's, der die Hand mir reicht: Sieh dich um! Die Wiesen sind grün! Nebel, Sorgen? Lass fahren dahin! Dampfende Erde, empfangendes Land — Komm zum Feste! Schmück dein Gewand! Schmück deine Seele, hoff und trau! Wie ein Gebet liegen Gau an Gau, Und der Erstandene schwebt im Blau. Ein Osterlied singen, o das ist schwer, Hinterm Tag geht sein Schatten her. Mütter, umjubelt von Kinderglück, Wenden heimlich ins. Leere den Blick : Jugend — ist sie noch dein, die Welt, Die dein Glaube in Händen hält? 0, zum Sein wäre so wenig not. Ein Platz im Leben, ein Dach, ein Brot Aber der Schatten, der Schatten droht. War' ich ein Mittler mit Gnadengut, Der Ostersonne schenkte ich Glut, Zünden, leuchten müsste ihr Strahl In das letzte,, verlorenste Tal. Mauer und Schranke fielen ein, Mensch und Mensch dürften Freunde sein. Ein Erkennen ging 1 durch den Raum, Engel sängen im Wolkensaum: Liebe ist ewig, Hass ist Schaum!... Spielzeug des Kleinsten vergessen worden, viel später erst ergab sich die Frage: Wo ist denn das neue Osterhäschen? Und das daraus resultierende Gebrüll des Kindes. Das neue Häschen stand indessen ganz allein im Walde. Es war ein wunderschönes, weiches, weisses, kleines Ding, das aussah, als ob es echt wäre, mit seelenvollem Augenausdruck und einem kleinen grünen Kohlblatt zwischen den Pfötchen. Wenn man das linke Ohr niederdrückte, beugte das Häschen den Kopf, schien an dem Kohlblatt zu knabbern und eine in seinem innern befindliche Spieldose spielte ein Musikstück, kindlich-zarte Melodie. eine kurze, Ostemedanken Von Alfred Huggenberger. Hoppy, ein fröhlicher, sportiver Hase, kapriolte durch den Wald, sah das unbewegliche Weisse schimmern, stutzte, schnupperte und kam langsam näher. Von der anderen Seite kam Kai geschlendert, ein poetisch veranlagter Hase, der eben ein lyrisches Gedicht «Osterkohl» verfasste. Auch er erspähte das weisse Ding und schlich heran. Da standen nun beide und staunten: So etwas Schönes! Sie näherten sich schüchtern, grüssten die weisse Dame, die aber starrte unbeweglich mit glänzenden Augen vor sich hin. Nach und nach kamen andere Waldbewohner herbei, die Kunde von der Ankunft einer bildschönen weissen Häsin verbreitete sich mit Windeseile. «Donnerwetter!» rief ein untersetzter Hase begeistert, «das Weib wäre eine Todsünde wert!» Aber gleich darauf duckte er sich hinter den Busch, und tat so, als sei er es gar nicht, denn eben kam seine liebe Frau mit einigen anderen Hasendamen, um den Neuankömmling zu begrüssen. Aber es ergab sich keine höfliche Konversation, die Neue sprach kein Wort. «ArrogantesDing!» sagten die Damen. «Sie ist wahrscheinlich taubstumm!» meinte eine gutmütige alte Tante. Aber Gurra, eine lange braune Häsin, lachte und sagte, sie wisse aus sicherer Quelle, dass die Neue so dumm und ungebildet sei, dass sie nicht spräche, um sich nicht zu verraten. Männern könne man ja mit so etwas imponieren, aber nicht mit einer intellektuellen Häsin wie die Gurra. So brachte die schweigende weisse Häsin viel Unruhe in die Waldgegend. Die Herren schwärmten durchwegs für sie. Die Damen konnten sie durchwegs nicht leiden. Der Tratsch blühte mit der Frühlingswiese um die Wette. Am meisten schwärmten Hoppy und Kai für die Fremde. Hoppy lud sie fast täglich ein, zu einer Tasse Teeklee zu ihm zu kommen. «Ich brauche doch nicht zu versichern, dass ich selbstverständlich aus der Situation keinen Nutzen ziehen will», schwor er, «ich gebe Ihnen mein Kavaliersehrenwort, ich will nur ungestört mit Ihnen plaudern!» Abe/ auch auf diese Verlockung erwiderte die weisse Schönheit nichts. Kai liebte sie aus der Tiefe seines Dichterherzens. Er besang ihre Schweigsamkeit, durch die sie so vorteilhaft von den anderen Frauen abstach, und ihre vornehme Ruhe. Niemals stritt sie um Futter, schlug Purzelbäume über Ackerschollen, reglos residierte sie unter der Tanne. Einmal konnte sich Kai nicht zurückhalten. Es war eine wundervolle Frühlingsnacht, der Mond schien kühl, die kleinen Blumen flüsterten leise im Traum, da ^Xnq. entlang. Von Emil Wiedmer. Wo die Frühjahrssonne ihre ersten warmen Rasten hält, lehnen Menschen sehnsüchtig über Zäune in den goldenen Schein. Müde macht das Wandern Hand in Hand unter blühenden Bäumen hin, - weisse, staubige Wege entlang, Hügel hinan und über leuchtende Wiesenbreiten. Doppelt müde wandelt der Einsame, wenn er allein die Last der Einsamkeit tragen muss den flüsternden Frühling entlang. Aber wem das Herz leicht ist und unbeschwert von Sorgen, der lässt es fröhlich steigen mit den bunten, leicht beschwingten Drachen tief in den blauen Himmel hinein. fiel Kai, überströmt von Liebe und Frühlingssehnsucht, der schönen Fremden um den Hals. Ohne es zu wissen, drückte er dabei ihr linkes Ohr' nieder — und nun geschah etwas Wunderbares! Sie neigte ihr Köpfchen, knabberte ein wenig an dem Kohlblatt zwischen den Pfoten und sang dabei ein wundervolles Liedchen, eine kurze, kindlichzarte Melodie; Kai wagte kaum zu atmen. Die Vögel in den Bäumen erwachten und versuchten ein bisschen mitzusingen. Dann war wieder tiefe Stille im Walde. «Du Göttliche!» flüsterte Kai, «ich weiss nicht, was es heisst, aber ich will dich so nennen. Einmal sassen Menschen an diesem Platz, sie sprachen von einer Frau, die sie gar nicht kannten, nur ihr Bild hatten sie über weisse Leinwand laufen gesehen. Und sie nannten sie die «Göttliche.» Sie sagten, sie sei kühl, weiss und fern und ihre Augen spiegelten die Träume der Menschen wieder. Sie muss so aussehen wie du und deshalb will ich dich so nennen.» Und er küsste sie auf die weisseidige Stirn und jedesmal, wenn er das Ohr herabdrückte, sang das Häschen. Kai glaubte, die Liebe hätte ihre Stimme erweckt und er war unbeschreiblich glücklich. Die Geschichte von der singenden Häsin lief durch den Wald. «Was sind Sie eigentlich?» fragte die Spottdrossel, «Sie singen wie ein Vogel und sehen aus wie ein Hase. Offen gestanden, ich halte Sie für eine Missgeburt!» Und damit flog sie eilig fort. Aber wie böse war Hoppy, als er von der Liebe zwischen Kai und der Sängerin erfuhr! «Ich habe Sie überschätzt!» sagte er, «Ich hielt Sie für eine mondäne Frau und nun beginnen Sie eine Liaison mit diesem lächerlichen Poeten. Bei ihm singen Sie sogar, während Sie auf meine Einladungen nicht einmal antworteten! Aber Ihr Freund Kai, der soll mir nur in den Weg kommen!» Der erboste Hoppy forderte Kai zum Duell. Die Sache war von allem Anfang an für Kai aussichtslos. Aber er konnte doch nicht auskneifen und vor der Göttlichen als Feigling dastehen? So nahm er rührenden Abschied von ihr, sie sang dabei ihr kleines Lied und am nächsten Tage boxte der wütende Hoppy den armen Kai so nieder, dass er einige Stunden später verschied. Mit Kais Liebe schien auch das Glück die schöne Häsin verlassen zu haben. Die Vögel kamen und bohrten sich von der Reglosen ein paar Flöckchen aus dem seidigen Fell aus. Motten und Fliegen legten ihre Eier ganz bequem in den weichen Pelz. Es kamen Regentage und das glänzende Weiss verwandelte sich in pickiges Grau. Dann kam die Zeit, in der die Junghasen zu laufen anfingen. Diese wilden Kinder hatten bald heraus, dass man nur am linken Ohr der einsamen Häsin ziehen musste, um sie zum Singen zu bringen. Sie taten das nun oft zu ihrem Vergnügen, obwohl das Lied nicht mehr so schön war, es klang heiser und kam recht