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E_1935_Zeitung_Nr.032

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20 ÄÜTOMOBIL-REVUE

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Nur wollte sie nicht, .dass wir stehen blieben wie sonst, -wenn wir vorübergingen an Läden, die bunte Tabakpackungen und farbige Kästen ausgestellt hatten, oder an Konditoreien, wo gedrehte Pyramiden aus Schokolade und Gläser mit flimmernden Bonbons ihr in die Augen strahlten. Sie legte ihr linkes Aermchen um meinen Hals und zog die rechte Hand vor der Kälte in das wärmere Rohr des Mantelärmels zurück. Wir kamen über den Platz der Kirche, der mit uralten, holprigen Steinen gepflastert ist. Die Kronen halbhoher Laubbäume, die hier über den Basalt emporwachsen, mühsam und ohne Drang, fingerten mit blanken Zweigen in den Tag. An der Sakristeimauer der alten Kirche spielten Mädchen Ball. Ilse drehte schnell den runden Kopf hinüber und sagte: Balla. Ich ging nur langsam weiter, um sie das Ballspielen betrachten zu lassen, und als wir um die Ecke bogen, streckte sie nochmals das Köpfchen vor und sagte: all-all. Durch eine Schmale Altstadtgasse gingen wir auf den Schlossplatz zu und dann durch den sandsteinernen Torbogen in den grossen Stadtpark hinein. Ich stellte Ilse auf die Erde und wartete, bis sie in einen der vielen Wege laufen wollte, die hier beginnen. Sie stand ganz still und träumte geradeaus auf das grosse Beet, das sich wie eine Rosette aus einem Mosaik geschweift zugeschnittener Rasenstücke erhebt. Und auf einmal trippelte sie schnell auf den Saum der ersten Grasfläche zu und wollte hinauf. Ich hielt sie zurück, sie war ganz unverdrossen, war lebendig und lief mir voraus in einen baumbesäumten Weg. Da stehen Schirmfichten, helle Birken Und weichgrüne Lärchen. Immer wenn sie einen aufgeblasenen Sperling oder Buchfinken erblickte, blieb sie stehen, deutete — halb Unverstand, halb Staunen — auf den Vogel und sagte: Bibbi. Und die Bäume wehten und bogen sich, und ihre Nadelflut rauschte wie ein Kleid. Als wir an die Brücke kamen, brachte ich Use von dem Wasser, das unter der schmalen Wölbung fliesst, nicht wieder los. Der Fluss strömte schnell, und die Märzluft riffelte seinen Spiegel. Ilse wollte den Kopf durch das Geländer stecken, brachte aber nur die Halbkugeln der blau gefrorenen Posaunenengelbacken hindurch und träumte auf das viele, viele Wasser. « Komm, wir wollen weiter gehen. » Aber es ist nichts mit ihr anzufangen, von dem linken Geländer läuft sie zum rechten und so immer hin und her. Die Backen werden durch das Gitter gepresst, und die Augen, grosse, klare, braune Auen, ergeben sich zum erstenmal dem mitlockenden Zauber eines enteilenden Wasserstroms. Mit einer Versprechung, mit einem Griff unter ihre Aermchen, packe ich sie hoch und schleppe sie schnell aus der Brückennähe weiter auf dem Weg voran. Erst will sie weinen, aber da erblickt sie schon etwas Neues und ruft: Dik-dak! Das Barometerhäuschen! — Ilse hatte die Wetteruhren darin erblickt. Flugs geht's zur Erde und hinüber an den Sockel des braun gestrichenen Türmchens. Sie klammerte sich daran, sie kann die Uhren nicht nah genug an dem Gesichtchen haben und muss gehoben werden. Und wie ihre Augen dicht vor den Apparaten sind, greift sie mit den Fingern gegen die Scheiben, um die Uhren zu betasten, die das Glas verschliesst. Da trat ein Mann herzu, der den Weg herkam, kniff Ilse zart in die gefrorene Wange und sagte: Du kleiner Dicksack, du. Ilse sah ihn gross an, ernst und auf einmal doch so gleichgültig, als wäre das gar kein Mann, sondern ein Stück Holz, das man als Spielzeug nicht mehr will. Die weiss gestrichenen Frühlingsbänke waren schon in langer Reihe aufgestellt, aber Ilse und ich waren die einzigen Besucher. Die Kastanien haben mächtige Stämme, so dick gewachsen, dass man sie mit beiden Armen nicht umfassen kann. Und oben greifen gewaltige Kronen ineinander, die, wenn der Mai kommt, in Tausenden von Kerzen erfunkeln. Ilse trippelte auf dem Boden umher und wollte einen herabgefallenen Zweig aufheben, aber ihre Händchen waren so steif gefroren, dass sie ihn nicht zwischen die Finger nehmen konnte. Sie war ein gutes Stück von mir hinweggelaufen, sie hatte mir den Rücken zugewandt und sah mich nicht. Da verbarg ich mich hinter einem dicken Kastanienstamm und wartete. Sie kritzelte mit dem Finger in den Sand, sie war vertieft in die Spielerei; ich lugte mit an den Baum gepresstem Gesicht zur Seite und konnte sie beobachten. Auf einmal stellte sie sich wieder auf, klein und in das aufgeplusterte braune Mäntelchen versteckt, die Strickmütze rund und flach über das Haar gespannt. Die Aermchen hingen ihr wie zu schwer herab, und die leicht gekrümmten Beine in für das dickliche, putzige Körperchen. Nun merkte sie, dass ich davongelaufen war! Noch wandte sie sich nicht zurück; der Welt noch ungewohnt, blickte sie immer noch gerade aus; ich fühlte, wie ihre Augen suchten, der Kopf drehte sich schwer in dem aufgestellten Mantelkrägelchen halb nach der einen Seite und dann nach der andern. O sie war jetzt gans allein auf der weiten, grossen Welt, die sie noch ganz und gar nicht verstand und die da so fremd und grau in Bäumen, Strauch und weiten Grasflächen ganz unbegreiflich war und ihr auf einmal bange machte. Und da war etwas Scharfes, Unsichtbares, das sie ahbliess und durch sie hindurchzuschneiden schien: der Wind. Das war doch alles so freundlich und winkend, als noch der Onkel bei ihr war, und jetzt auf einmal so voll Gefahr. Und ich hörte, wie sie zögernd schluchzte. Aber ich zeigte mich noch nicht, ich blieb verborgen hinter dem grossen, uralten Kastanienbaum. Da drehte sich das Kind hilflos um, die Lippen waren zum Weinen zusammengepresst, die Bäckchen unter den Augen von Tränen angeschwollen; ihre unsägliche Verlassenheit ging wie ein grosser Schmerz auf mich hinüber und machte mich zum Kind wie sie. Und kaum drei Sekunden später sass Ilse auf meinem Arm. Das war ihr erstes grosses Einsamsein, eine kleine Ewigkeit hatte ihr winziges Herz in Weltenangst geschlagen. Aber wie schnell das alles überstanden war! Schon an dem grossen Blumenbeet gegenüber dem hohen Torbogen, durch den hindurch man in den Stadtpark kommt, zappelte sie von meinem Arm herab und wollte die kleinen Pflänzchen aus den Reisern ziehen, die schützend gegen die Märzluft über den Pflanzungen ausgebreitet waren. Ich führte sie hinweg, aber der Trotzkopf regte sich; sie wand sich los und lief selig lachend wieder zu den zugedeckten Blumen hinüber. Es blieb nichts übrig, als sie mit raschem Griff auf den Arm zu schwingen, und mit ein paar flinken Schritten waren wir zum Tor hinaus. Auf dem Heimweg gingen wir in ein kleines Gemüselädchen und kauften eine goldgelbe Banane^ Ilse patschte in die Händchen und griff darnach wie nach der Sichel des Mondes, die, ebenso leicht gekrümmt, des Abends zu ihrer Verwunderung über dem Hof des Hinterhauses steht, wo wir wohnen. Aber so ein Laden ist ein einziges Spielzeug für sie. Sie ist nicht ohne weiteres wieder hinauszubringen, und wer möchte sie stören, wenn sie, wie jetzt, an die Orangenkiste geht, eine goldfarbene Frucht herausgreift, sie zwischen den Händchen bewegt und dabei selbstvergessen ein Liedchen flüstert? Die MQexecfUe Spxachz In einem Restaurant einer grosseren Schweizerstadt. An einem Tisch in der Ecke sitzen zwei junge Damen und ein Herr. Der Herr sieht exotisch aus, ist anscheinend ein Südamerikaner. Aber er spricht gut deutsch. Bis auf einige Schönheitsfehler, die die Damen entzückend finden. Er erzählt eifrig Geschichten aus seiner Heimat. Sehr lustig müssen sie sein, denn die Damen kommen aus dem Lachen gar nicht heraus. Plötzlich fragt der exotische Herr, so laut, dass man es im ganzen Restaurant hört: «Meine Damen, möchten Sie nicht noch ein bisschen Käse fressen ? » Die Damen erröten. Ringsumher wird gelacht. Selbst der mürrische Kellner kann nicht ernst bleiben. Der unglückliche Südame/ikaner wird puterrot und sieht sich ganz hilfslos um. «Was habe ich gesagt? Warum lachen die Menschen ?» fragt er. Die beiden Damen halten ihm einen kleinen Vortrag: Dass man in deutscher Sprache « essen » sagt, wenn vom Menschen die Rede ist, und dass nur die Nahrungsaufnahme der Tiere mit «Fressen» bezeichnet wird. Er hört aufmerksam zu, nickt mit dem Kopf. « Dann bitte ich vielmals um Verzeihung. Ich habe das verwechselt. Es ist ja so schwer, Zahnweh, Monatsschinerzen, ohne Magenbrennen zu •'•" * ~ ; verursachen. ' * . M 12 Tabletten Fr. 1.80 "-'.' ^ (Photo Gyger, Adelbodea.)

N°32 — 1935 AUTOMOBIL-REVUE 21 alles zu behaltene Es wird ihm versichert, dass man ihm durchaus nicht böse ist. Am Nebentisch haben sich inzwischen vier grosse kräftige Herren niedergelassen. Rote Gesichter haben sie und leuchtende Glatzen. Und bestellen? Natürlich : Rippli mit Kraut! Zweimal muss das Servierfräulein gehen, um die vier riesigen Platten heranzuschleppen. Und dann gehen die Vier mit Messer und Gabel darüber her! Dicke, schwabbelnde Stücke werden abgeschnitten, vorsichtig zum Munde balanciert und verschlungen. Der Herr aus Südamerika sieht entsetzt zu, verfolgt den Weg der Bissen vom Teller zum Mund, schüttelt den Kopf und wendet sich leise an seine Tischgenossinnen. « Aber das », sagt er, € aber das, was die vier Männer da tun, das nennt man doch im Deutschen «Fressen», nicht wahr?» Er wird aufgeklärt, dass man nach deutschem Sprachgebrauch auch das als < Essen» bezeichnen muss und wundert sich sehr. Andächtig und mit Gruseln verfolgt er die Erledigung der •Mahlzeit. Nach dem Käse geht er mit den beiden Damen weg. Sie kommen an einen Platz. Auf einer Rasenfläche tummeln sich Vögel: Sperlinge, Drosseln, Finken und Haubenlerchen. Sie werden gefüttert und picken zierlich die Körnchen und Brotkrumen auf. «Ist das aber hübsch ! » sagt der exotische Herr. « Wie graziös die Vögelchen essen ! » — «Fressen», korrigiert ihn lächelnd eine seiner Begleiterinnen. Jetzt wird es ihm aber zu bunt. «Zum Teufel ! » sagt er, « seid Ihr ungerecht! Was die vier Männer im Restaurant vorhin getan haben, das nennt Ihr «Essen», und wenn diese entzückenden Tierchen hier ihr Futter verzehren, dann besteht Ihr darauf, dass man das «Fressen» nennt! Da soll der Teufel draus schlau werden. Ich bin wirklich nicht dumm, aber das will mir nicht einleuchten. Warum wollt Ihr denn durchaus was Besseres sein? Bei uns zu Hause gibt es nur ein Wort dafür. Bei uns essen die Pferde und Esel und Vögel genau so wie die Menschen. Und glaubt Ihr, dass die Tiere deshalb weniger Respekt vor uns haben ? Durchaus nicht! Ich finde, unsere Sprache ist einfacher und — gerechter als Eure ! Meint Ihr nicht auch ? Und nun gehen wir eine Tasse Kaffee saufen...» w Q. £öt Chemiker zündet die £u[tan sie hatte kein Interesse ausser für Lektüre In seinem Pariser Laboratorium hat derund vor allem gegen Musik zeigte sie eine Chemiker Moissan, weltberühmter Nobelpreisträger, an einem schönen Abend in al- sogar Abneigung. Seine Gereiztheit nahm von ihren Gatten kränkende Gleichgültigkeit, ja ler Stille die Luft angezündet. Dass damals Tag zu Tag zu. Mr. Mawyer wurde beinahe der ganze Luftozean der Erde nicht in einem tobsüchtig, wenn er ein Leihbibliotheksbuch einzigen Flammenmeer aufging, dass sich zu Gesicht bekam. Heimlich bestellte er das unsere Lufthülle nicht in eine gigantische Abonnement für seine Frau ab, aber sie erneuerte es immer wieder und revanchierte Fackel verwandelte, war nicht Moissans Verdienst. sich mit heftigen Szenen. Damals auf Jener Es ist der Phantasie nicht verwehrt, die Bank im Hydepark war es ihm gelungen, sie möglichen Folgen dieses gefährlichsten aller chemischen Versuche sich auszumalen. ihm nie wieder. Nun ist diese Ehe im gegen- in ihrer Lektüre zu unterbrechen. Es gelang Was ist der Aufruhr aller Vulkane der Erde, seitigen Einvernehmen geschieden worden. was die glühenden Lavamassen, die aus ihren Schlünden verheerend und verderbend gung wegen eines Scheidungsgrund: unüberwindliche Abnei- Leihbibliothekabonnements. über menschliche Behausungen speien, gegen das schier unausdenkbare iGrauen eines Weltenbrandes, dessen Feuer das Leben einer ganzen Welt in Flammen aufgehen Hesse. Ein Stern verwandelt sich in einen Scheiterhaufen, versengt und vertilgt ist Jegliches Leben, das in Myriaden Formen noch vor wenigen Stunden als Mensch, Tier und Pflanze unbekümmert und vertrauensvoll in Städten, Wäldern, Wiesen und Auen sich entfaltet und geblüht hat. Wo gibt es einen Breughel, dessen Palette Farben, düster und grauenerregend genug, besässe für das Kolossalgemälde eines Weltenbrandes, der das Luftmeer eines Planeten in eine feurige Hölle verwandelt. Dass dieses schier unvorstellbare Bild eines Inferno an jenem Abend nicht zur Wirklichkeit wurde, ist einer merkwürdigen physikalischen Eigenheit der Lufthülle zu verdanken, die jenem waghalsigen Chemiker damals unbekannt gewesen sein mag. Die Entzündungstemperatur der Luft liegt merkwürdigerweise, und wohl zum Glück der Menschheit, bedeutend höher als ihre Verbrennungshitze. Gerade umgekehrt wie bei den allermeisten Stoffen, die zur Entzündung einer geringeren Temperatur bedürfen als zum Verbrennen. Das Blut, das in unseren Adern rollt, ist ein besonderer Saft, Hess Goethe seinen Mephisto sagen. Ein viel merkwürdigeres Gemisch ist jedoch die Luft, die den Erdleib umhüllt. Das Verbrennen eines Luftmoleküls greift nicht auf das andere über. Wollte man den Luftkreis in Brand setzen, so müsste jedes Molekül einzeln angezündet werden. Nur eine riesige, kaum denkbare Funkenstrecke, deren Strom jedes einzelne Luftmolekül dieses gigantischen Luftozeans erfasst, vermöchte diese verderbliche Kunst zuwege zu bringen. Wäre es anders, so hätte der Franzose Moissan in seinem Forscherdrang die Welt in Brand gesetzt ... ßex Jxigesfibn Das Leihbibliothek-Abonnement als Scheidungsgrund. «Darf man fragen, was Sie lesen, Fräulein?» Mit dieser oder einer ähnlichen geistreichen Frage hat der Londoner Musikprofessor John Mawyer, von dessen kürzlich erfolgter Scheidung englische Zeitungen berichten, vor drei Jahren die reizende Daisy, die dann später seine Frau wurde, im Hydepark angesprochen. Das bildhübsche blonde Mädchen benützte aber den Leihbibliotheksband, in dem sie las, keineswegs als Requisit der Koketterie, um dem Herrn, der auf der Bank neben ihr Platz genommen hatte, zur Anknüpfung eines Gesprächs Gelegenheit zu geben, sondern sie war in ihre Lektüre so vertieft, dass sie die Frage nur mit der kurzen und sachlichen Auskunft: «Thdrese Raquin von Emile Zola>, beantwortete und sofort weiterlas. «Wie sie kurz angebunden war, das ist nun zum Entzücken gar», mochte Mr. Mawyer denken. Sein Selbstbewusstsein Hess es nicht zu, dass ihm ein Buch vorgezogen wurde. Denn er glaubte an sein Konversationstalent und war auch sonst von seiner Unwiderstehlichkeit überzeugt. Er inszenierte also ein Brillantfeuerwerk seiner Beredsamkeit, paradierte ^mit seiner Belesenheit, erwies sich als gewandt und galant und erreichte schliesslich, dass Fräulen Daisy ihr Buch energisch zuklappte und vergnügt mit ihm plauderte. Mr. Mawyer mochte sich damals als Triumphator und Sieger über Zola gefühlt haben. Ein Pyrrhussieg, den er in seiner dreijährigen Ehe tausendmal verwünscht hat. «Hätte ich sie nur damals nicht in der Lektüre gestört!» seufzte er unter allgemeiner Heiterkeit bei der Gerichtsverhandlung. Derm die Vorliebe für Lektüre, die er — einst im Mai — im Hydepark an dem hübschen Mädchen so reizvoll gefunden hatte, begann ihm bald sehr lästig zu werden, da sie sich als wahre Lesewut erwies. Die junge Frau war in einer Leihbibliothek abonniert und galt dort als treueste Kundschaft und Massenkonsumen.- tin. Täglich erschien sie mit einer geräumigen Handtasche, die sie mit Büchern vollpfropfte, um sie am nächsten Tage wieder umzutauschen. Sie las und las am laufenden Band. Dabei konnte ihr Mann ihr keineswegs vorwerfen, dass sie die Wirtschaft vernacb lässige. Der kleine Haushalt funktionierte wie am Schnürchen. Aber in jeder freien Minute flüchtete die junge Frau zu einem Buch, Was ist das Ernährungsmindestmass ? Ein Ausschuss der «British Medical Association » forderte als Mindestmass 3400 Kalorien und 50 g Eiweiss. Ein Sachverständigengutachten des englischen Gesundheitsministeriums hielt 3000 Kalorien mit 37 g vollwertigem Eiweiss für ausreichend. Der Unterschied liegt darin, dass der Ausschuss des Ministeriums nur statistische Durchschnittszahlen bekanntgab, die nicht ohne weiteres auf Einzelpersonen oder einzelne Familien angewendet werden können. Der Ausschuss der Medizinischen Gesellschaft hingegen hatte seine Zahlen als durchschnittliches Kostmass für Familien verschiedener Grosse festgesetzt. Beide Ausschüsse vereinigten sich, nach Mitteilung der < Schweizer Med. Wochenschrift», um gemeinsam ihre statistischen Zahlen nachzuprüfen und stellten auf Grund dieser gemeinsamen Arbeit eine gleitende Skala fest: Mann, schwere Arbeit » mittlere » » leichte > Frau, aktive Tätigkeit > Haushalt Junge, Mädchen, 14—18 Kind, 12—14 * 10—12 » ' 8—10 » 6—8 > 3—6 » 2—3 14—18 Jahre Grosse Kalorien pro Tag 3400—4000 3000—3400 2600—3000 2800—3000 2600—2800 3000—3400 2800—3000 2800—3000 2300—2800 2000—2300 1700—2000 1400—1700 1100—1400 900—1100 i— 2 Der tägliche Eiweissbedarf je Kopf liest etwa bei 80—100 g und ist unabhängig vom Alter, der Tätigkeit, dem körperlichen Zustand, auch vom Klima. Ein Teil davon sollte aus vollwertigem, d. h. tierischem Eiweiss bestehen, wie Milch, Eier, Käse, Fleisch und Fisch. Wachsende Kinder und Schwangere, sowie nährende Mütter bedürfen Verhältnis- Hallwäg-Führer u. Hallwag-Karten Diese unentbehrlichen Begleiter auf genussreichen Fahrten sind das willkommenste OSTERGESCHENK, das Sie Ihren Freunden u. - sich selbst - machen können 1. Führer. Europa Touring, Automobilführer von Europa, herausgegeben vom Touring-Club der Schweiz. Redaktion O. R. Wagner, Bern. Patronat: Atliance Internationale de Tourisme. Die 12. Ausgabe enthält 62 Hauptkarten, umfassend ganz Europa vom nördlichen Eismeer bis nach Gibraltar und die Grenzen von europäisch Russland, 26 Länderkarten, 90 Stadtpläne, 400 Seiten Gebiets- und Ortsbeschreibungen. Preis Fr. 12.—. Automobil-Atlas von Europa, Format 25x40 cm, umfassend 53 Hauptkarten und eine Uebersichtskarte, Einreise- und Fahrvorschriften für sämtliche Länder Europas, Ortsregister. Preis Fr. 30.—. CH Touring, Führer für Automobilfahrer, herausgegeben v. Touring-Club der Schweiz. Redaktion O. R. Wagner, Bern. 19. Auflage, enthaltend 36 Hauptkarten 1:250,000,5 Panoramen, 26 Stadtpläne,' 240 Seiten Routenbeschreibungen und Ortsregister, 31 Kunstdruckbilder. Preis Fr. 10.—. CH Touring, kleine Ausgabe, eine konzentrierte Zusammenfassung des obigen Werkes auf Grund von Karten im'Maßstab 1:350,000, herausgegeben vom Touring-Club der Schweiz. Redakt. O.R.Wagner. Preis Fr.6.-. Die Alpen, Automobilführer durch das gesamte Alpengebiet vom Mittelmeer bis an die Donau, enthaltend 50 Karten im Maßstab 1:500,000, 300 Alpenpassbeschreibungen mit zahlreichen Illustrationen. Preis Fr. 8.—. Automobilführer von Frankreich, 29 Karten im Maßstab 1:1,000,000, 173 Seiten Text über bevorzugte Touren, landschaftliche Schönheiten und historische Sehenswürdigkeiten, Ortsregister, 40 Kunstdruckbüder, eine Gesamtkarte von Frankreich. Preis Fr. 6.—. Automobilführer von Italien, 10 Karten im Maßstab 1:1,000,000,12 Karten im Maßstab 1:500,000, 170 Seiten Text, der durch hervorragende Sachkenntnis den touristischen, sowie den kulturellen Wünschen des Automobilfahrers entspricht. In knapper Form sind die verschiedenen touristischen Gebiete Italiens behandelt. Preis Fr. 6.—. Automobilführer von Deutschland. Enthaltend 14 Karten im Maßstab 1:1,000,000, 160 Seiten Text, die wichtigsten Landschaften und Städte des Reiches behandelnd, 40 prächtige Kunstdruckbilder. Preis Fr. 6.—. Automobilführer von Spanien und Portugal. 12 Karten im Maßstab 1:1,000,000, ca. 120 Seiten Text über Spanien und Portugal. Preis Fr. 6.—. Uebersichtskarten. Zentral-Europa (Europa Touring). Maßstab 1:1,500,000. Pap. Fr. 6.—. Lw.Fr.8.—. Europa (Europa Touring). Maßstab 1:3,000,000. Pap. Fr. 6.—. Lw. Fr. 8.—. 2. Länderkarten. Wir besitzen Automobükarten sämtlicher Länder Europas. Klarheit, Uebersichtlichkeit, leichte Lesbarkeit, praktisches Format und einfache Falzung sind ihre Vorzüge. 6-Farbendruck. a) Ausgaben mit Text. Deutschland: 1:1,000,000, doppelseitig Fr. Frankreich: 1:1,000,000, doppelseitig . „ Italien: 1:1,000,000, doppelseitig . . . „ Oesterreich-Ungarn-Tschechoslowakei: 1:1,000,000, doppelseitig „ Holland-Belgien: 1:650,000. . . . . . „ Spanien: 1:1,500,000 . „ Grossbritannien: 1:1,500,000 . . . . . Nordländer: 1:1,500,000 „ Finnland: 1:1,500,000 „ Baltische Staaten: 1:1,500,000 . . . . „ Polen: 1:1,500,000 „ Rumänien: 1:1,500,000 „ Balkan: 1:1,750,000 b) Ausgaben ohne Text. 6-Farbendruck, praktische Faltung, grosse Uebersichtlichkeit, vorbildliche Strassenführung. Blatt I : Zentralalpen: München—Grenoble, Venedig—Dijon. Blatt II: Octalpen: Wien—Dolomiten, Fiume— München. Blatt HI: Meeralpen: Riviera—Grenoble, Rhonetal—Adria. Preis pro Blatt Fr.' Die Hallwag-Führer und -Karten sind in allen guten Buchhandlungen des In- u. Auslandes erhältl., sowie beim 4.— 4.— 4.— 4.— 4.— 4.— 4.— 4— 4.— 4 — 4.— 4.— 4.— Deutschland: 1:1,000,000, doppelseitig Fr. 2.80 Frankreich: 1:1,000,000, doppelseitig „ 2.80 Italien: 1:1,000,000, doppelseitig . . . „ 2.80 O esterreich-Ungarn-Tschechoslowakei: 1:1,000,000, doppelseitig „ 2.80 Mordafrika: 1:3,000,000, einseitig 1.25 3. Spezialkarten. Sehr sorgfältig gezeichnete und auf zähem Papier gedruckte Blätter der bevorzugten Ausflugsgebiete Zentraleuropas. Schweiz: 8-Farbendruck . 1:300,000 Fr. 3.80 Schweiz und Grenzgebiete 1:500,000 „ 4.— Schweiz-Riviera 1:500,000 „ 2.80 Bodensee 1:300,000 „ 2.80 Genfersee 1:300,000 „ 2.80 Oberitalienische Seen . . . 1:300,000 2.80 Schwarzwald 1:250,000 „ 2.80 Vogesen 1:250,000 „ 2.80 Rhein und Mosel Oberbayern 1:500,000 2.80 1:250,000 „ 2.80 Dolomiten Bnxgnnd 1:250,000 „ 2.80 1:300,000 „ 2.80 Alle diese Blätter in 6-Farbendruck. 4. Alpina-Karten 1:500,000 ß^ VERLAG HALLWAG BERN ß^ Abteilung Autotouristik Telephon 28.222