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E_1935_Zeitung_Nr.038

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BERN, Freitag, 10. Mai 1935 Nummer 20 Rp. 31. Jahrgang — N° 38 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Ausgabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. 10.- Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unlallversich.j vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 . Aus der Mappe des Technikers Welche Windschutzscheibe ist am besten? Ein lehrreiches Beispiel dafür, wie viele Faktoren im Automobilbau bei der Gestaltung eines Automobilbestandteiles manchmal berücksichtigt werden müssen, liefert die Windschutzscheibe. Bisher hat man sich über die Gestaltung dieses notwendigen Organs keine allzu grossen Gedanken gemacht. Allem Anschein nach wird sich jedoch die Frage, wie die Windschutzscheibe beschaffen sein soll, in den nächsten Jahren zu einem regelrechten Problem auswachsen, ganz ähnlich, wie man in der Vergangenheit nacheinander ein Problem der günstigsten Zylinderzahl, ein Bremsenproblem, ein Getriebeproblem und in der jüngsten Zeit ein Abfederungsproblem kennen, gelernt hat. Aktuell geworden ist die Frage durch die Bestrebungen, dem Automobil eine aerodynamisch günstigere Form zu geben. Zahlreiche angebliche oder mehr oder weniger vollkommene Stromlinienwagen weisen denn auch schon Windschutzscheiben-Anordnungen auf, die sich deutlich von den früheren Anordnungen unterscheiden. Das Problem, die Windschutzscheibe möglichst ... günstig jti die gesamte Stromlinienform der Karosserie einzusetzen, stellt jedoch nur eine von mehreren zu lösenden Aufgäben dar. Dadurch ist es auch zu erklären, dass man sich bisher noch keineswegs auf eine einheitliche Lösung zusammenfinden konnte, sondern dass vielmehr fast jeder Konstrukteur eine andere Lösung anstrebt. Ausser der Aerodynamik gilt es bei der Gestaltung der Windschutzscheibe vor allem auch das Problem der bestmöglichen Sicht zu berücksichtigen. Die aerodynamisch beste Windschutzscheibenform ist im gesamten linzweckmässig, wenn sie dem Fahrer die Sicht erschwert. Weitere zu berücksichtigende Punkte sind die Herstellungskosten der Scheiben, ihr ästhetischer Eindruck, die Möglichkeit zur Belüftung des Karosserieinnern und das zur Verfügung stehende Material. Mannequin. Roman von Fannie Hurst (25. Fortsetzung.) «Sie reden Unsinn.» «Mag sein, aber ich sehe rot.» «Nicht!» «Warum nicht, Orchid? Ich möchte mit Ihnen befreundet sein, und Sie hänseln mich. Sie machen mir bange, indem Sie mich weghalten. Ich habe an Sie gedacht, seit jener Nacht, und als ich Sie heute sah, habe ich •erkannt, wie sehr ich an Sie gedacht habe. Seit jenem Tag im Ritz, als ich Toto bat, das für mich abzumachen, bin ich verrückt nach Ihnen — verrückt nach Ihnen.» Jedes dieser drei Worte rieb er mit seinen Lippen gegen ihr abgewandtes Gesicht. Sogar da konnte Orchid ihre Stimme gedämpft lassen unter der steigenden Furcht, und wagte nicht, von ihm wegzurücken, als ob durch die Bewegung die Flamme, die neben ihr schwankte, angefacht werden könnte. «Wenn Sie das nochmals tun,» sagte sie mit kühler Stimme, obwohl der sengende Fleck, wo seine Lippen sie berührt hatten, Erscheint jeden Dienstag and Freitag INSERTIONS-PREIS: Wöchentliche Beilage „AuUer-Felerabend". 6—8, mal jährlich „Gelbe Usle" Die achtgespaltene 2 Hrfn hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp.- REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Grössere Inserate nach Spezialtärif. Telephon 28.222 - Postcheck -III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern InseratensehluSs 4 Tage vor Erscheinen der Nummern Mögliche Ausführungsformen. Da man heute noch nicht weiss, wie hoch die einzelnen Faktoren in die Rechnung eingesetzt werden müssen und da von diesen einige im Laufe der Zeit noch Veränderungen unterworfen sein dürften (speziell gilt dies für den Scheibenbaustoff), lässt sich heute die Idealform der Windschutzscheibe noch nicht näher umreissen. Auf alle Fälle wird man nicht um weitgehende Kompromisse herumkommen. Immerhin ist es interessant, festzustellen, dass sich die Technik schon intensiv mit dem Studium des ganzen Problems befasst und dabei zu Erkenntnissen gekommen ist, die zum Teil den Erwartungen direkt widersprechen. Gegenwärtig kommen vier Haupttypen in Betracht: die durchgehend ebene Scheibe, die V-Scheibe, die gewölbte Scheibe-und die aus drei Ebenen zusammengesetzte Scheibe. Jede dieser Typen erlaubt wieder verschiedene Variationen. Die einteilige .flache Scheibe kann senkrecht oder schräg gestellt werden, die V-Scheibe desgleichen. Die gewölbte Scheibe kann im Grundriss oder im Aufriss oder beides zugleich, d.h. sphärisch gewölbt sein. Bei der dreiteiligen Scheibe sind wieder verschiedene Verhältnisse der einzelnen Scheibengrössen zueinander möglich. Aerodynamik der Windschutzscheibe. W. E. Lay, Professor für Automobilbau an der Universität von Michigan, hat 'kürzlich Windkanalversuche mit-, vier verschiedenen dieser Windschutzscheibenanordnuhgen vorgenommen. Er fand dabei, dass ein Wagen mit senkrecht stehender flacher Windschutzscheibe ungefähr den gleich'grossen oder einen noch etwas grösseren Luftwiderstand erfuhr als eine senkrecht stehende Ebene von gleich grosser Projektiönsfläche. 'Besonders interessant ist jedöc'K-die Festste1}trhf,'*dass i sich lediglich durch Schrägstellen dieser flächen Scheibe defV Luftwiderstand sehr stärlt verringern lässt. So verminderte die Schrägstellung der Scheibe unr 22,5 Gradiden Luftwiderstand des ganzen Wagens- um 20 % und die Schrägstellung um 45 Grad sogar um 40 % r Ausserordfcntlich interessant ist weiter die Erkenntnis, dass eine im Winkel von 45 Grad schräggöstellte Scheibe bedeutend bessere Ergebnisse liefert als sowohl eine V-Scheibe mit; 105 Grad Keilwinkel, die senkrecht gestellt ist, wie auch eine solche V-Scheibe, die um 45 Grad nach hinten geneigt ist. Die flache, geneigte Scheibe fügt sich also, wenn die Uebergänge ins Dach und in die Seitenwände günstig gewählt werden, vorzüglich in die Stromlinienform des Wagens ein. Dieser 'Scheibentyp ist weiter auch günstiger als eine gewölbte, im Grundriss elliptische Scheibe, die, gefühlsmässig beurteilt, dadurch, dass sie einen fast tropfenförmigen Karosserieoberteil ermöglicht, eigentlich viel günstiger sollte. erscheinen Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch Harry M. Musiel bei der Untersuchung des Luftwiderstandes von Autobussen. Er fand ganz allgemein, dass die schräggestellte flache Windschutzscheibe die Wirtschaftlichkeit von sie zutiefst brannte, «werde ich Ihrem Chauffeur befehlen, dass er den Wagen anhält.» «Sie sollten klug genug sein, um einzusehen, dass mein Chauffeur etwas Besseres weiss, als einen solchen Auftrag zu befolgen.» Orchid war klug genug, das zu wissen, und das war ein Grund ihrer wachsenden Bestürzung. Terry müsste recht betrunken sein, seiner Zunge so freien Lauf zu lassen. Und dann begann Orchid mit einem Ekel und mehr Schrecken, als sie sich selbst hätte zugeben wollen, zu kämpfen, um seine Eitelkeit zu nähren. Zweiundzwanzig, Meilen neben diesem Mann, dessen Köfper und dessen Atem sie fühlen konnte, im Kämpf um Zeit. «Sie sind nicht wie die meisten anderen Männer, mit denen eitt Mädchen, wie ich, in Berührung kommt, Mr. Terry. Sie sind viel schwieriger zu verstehen.» Und in ihrem Schrecken, zu Sich selbst: Tölpel. Tölpel. Tölpel. «Weil mich so wehige interessieren.» «Die einzige Art, auf die ein Mädchen es mit Ihnen weit bringen kann, ist, vorerst zu erkennen, dass Sie anders sind.» (Tölpel. Tölpel. Tölpel.) ' «Ganz, wie Sie es sagten. Mein Vormund — Autobussen erhöht und-dass eine um 45 Grad angestellte V-Scheibe einen geringeren Luftwiderstand, ergab, als die anscheinend ideale elliptische Anordnung. Aesthetlsche Rücksichten. In anderer Hinsicht hat allerdings auch die elliptische Anordnung vieles für sich. Sie ist vor aHern ästhetisch sehr ansprechend und verhindert fast vollkornmen das Auftreten von Windgeräuschen, die sonst bei rascher Fahrt manchmal schön störend in Erscheinung treten. Zu untersuchen bleibt noch das Verhalten der Scheibe, deren Wölbung im Querschnitt sichtbar wird. Vermutlich liegen hier die Verhältnisse ähnlich, wie bei der schräggestellten, flachen Scheibe, wenn nicht hoch günstiger. Gute Sicht verlangt vor allem einmal einen grossen unbehinderten Sichtbereich. Vieles lässt sich in dieser Beziehung schon erreichen, indem man die Scheibe möglichst nahe am Führer anordnet. Eine weitere Verbesserung erbrachte in Bezug auf den Sichthereich die starke • Schrägstellung der. Scheibe, wobei hierdurch, der Sichtbereich vor .allem nach oben vergrössert wird. Ausser dem Sichtbereich ist aber auch die Durchsichtigkeit der Scheibe zu berücksichtigen; Und diese hängt ausser vom Scheibentnaterial und der 'Materralstäike in "erster - Linie vom Winkel ab, in welchem derSehstrahl des Auges auf die Scheibe auftrifft. Verhältnismässig günstig ist in dieser Hinsicht wieder die senkrecht stehende flache Scheibe. Ideal wäre die Scheibe,, bei welcher der .Sehstrahl immer senkrecht" durch das Glas durchtreten würde, die dazu aber sphärisch gewölbt sein müsste, was in anderer-Hinsicht Wieder nachteilig ist. Tritt, der Sehrstrahl schräg durch die Scheibe durch, so erfährt er. eine Brechung. Je stärker diese Brechung ist, um so störender tritt sie in Erscheinung. Um dem Fahrer kein zu stark verzerrtes Bild der Strasse zu ergeben, sollte eine flachen Scheibe nicht stärker als 45 Grad geneigt werden. Durchschnittlich betrug die Schrägstellung bei den Wagen des letzten Jahres 20 Grad. Bei den Wagen dieses Jahres ist sie noch etwas grösser. Abgesehen von der Brechung der Lichtstrahlen kann sich eine starke Schrägstellung der Scheibe auch deshalb ungünstig auswirken, weil auftreffende Regentropfen vielleicht nicht mehr ablaufen und, wenn sie hängen bleiben, wie auch Staub, bei schräger Durchsicht viel dichter erscheinen. Anderseits wird angeführt, dass bei sehr starker Schrägstellung der Luftstrom die Scheibenoberfläche freihält. (Fortsetzlina Seite 2.) meine Familie, nicht einer von ihnen versteht mich wirklich. Wenn ich mein Herz an irgend etwas hänge, gibt es nichts in Gottes weiter Welt, das mich davon abbringen könnte. Nun glauben Sie, ich könnte mich um ein Mädchen,, wie Sie, bemühen, um mir eine Annehmlichkeit zu verschaffen, wie es neun von zehn Leuten meiner Klasse tun? Ich verlange von dem Mädchen, das ich liebe, dass es mich ebenso liebt, wie ich sie liebe. Hören Sie! Und zum Teufel, ich will gerne dafür bezahlen!» Der fächelnde Atem an ihrem Gesicht und die Lippen, die jetzt, könnte sie es nicht durchhalten, durchkämpfen, durchleiden, immer und immer näher kommen würden. «Wagen Sie es nicht! Wagen Sie es nicht! Oder ich springe ab!» «Was?» «Oh — nichts. Ich — ich sagte nur, ich — es kommt nur darauf an, sich an eine Idee zu gewöhnen.» «Schauen Sie mich an, *svenn Sie sprechen. Ich habe genug von Ihrem Ohrläppchen. Schauen Sie her zu mir.» «Ja?» «Sagen Sie mir etwas. Nennen Sie mich bei einem Kosenamen. Der wird in mir brennen wie Sie. Ich bin berauscht, gut. Ja. Ich Wir berichten heute über: Die neue Rennformel. Der Grosse Preis von Tripolis. Nach Tunis. Automobil-Aussenhandel. Vom Vergaser zum Zylinder. Wegbeleuchtung und Konservativismus. Bilder: Seite 8. YerkehnpoUt Auto und Eisenbahn. . Das geplante Verkehrsteilungsgesetz ist mit einem derart erdrückenden Mehr verworfen worden, wie es die verbissensten Gegner nicht erwartet haben. Das Ergebnis weiter zu kommentieren hätte keinen Wert Es gilt heute neue gangbare Wege zu suchen. Man hat vor dem Abstimmungstage vielfach gehört, dass das Verkehrsteilungsgesetz den Anfang zur berufsständischen Ordnung bilde. Wenn dem so wäre, so .hätte die Idee der berufsständischen Ordnung in der Schweiz wohl nie Aussicht auf Verwirklichtyig. Wohl basierte der Gesetzesentwurf auf einer Vereinbarung zwischen' einem Berufsverbande und den S.B.B. Zur berufsständischen Ordnung gehört aber das Mitspracherecht aller der im gleichen Stande sich betätigenden Organisationen. Wir sind deshalb der Ansicht, dass nicht nur eine Regelung des Güterverkehrs, sondern überhaupt eine Regelung des gesamten Verkehrs ins Auge gefasst und dementsprechend von Bundes wegen mit sämtlichen gewerblichen Autotransportverbänden in Fühlung getreten werden muss. Den gangbaren Weg zur Lösung erblicken wir einzig und allein in der Konzesstonierung sämtlicher sich mit dem Autotransportgewerbe befassenden Betriebe. Der schweizerische Taxihalterverband hat beispielsweise schon längst einen Konzessionsentwurf im Bundeshaus eingereicht, der auf der ganzen Linie diese Konzession verlangt. Der Verband schweizerischer Gesellschaftswagenbesitzer, der sich in den letzten Tagen gegründet hat, steht auf dem gleichen Boden. Wir sind überzeugt, dass auch diejenigen Betriebe, die sich ausschliesslich mit dem Autogütertransport beschäftigen, gleicher Auffassung sind. Die Organisation der gewerbsmässigen Autogütercamionneure muss bin berauscht, ja, aber ich bin berauscht von Ihnen.» «Nicht! Nicht! Ich meine, versuchen Sie es nicht auf diese Art,, wenn Sie sich's nicht verderben wollen. Ich bin am besten zu behandeln, wenn man mir Zeit lässt, mich an einen Gedanken zu gewöhnen.» «Ich bin rasend nach Ihnen. Gewöhnen Sie sich an diesen Gedanken.» «Und das, weil Sie sich von den meisten Männern unterscheiden. Sie sollten ein Mädchen im Anfang nicht erschrecken.» (Tölpel. Tölpel. Tölpel.) «Wollen Sie mich foppen, oder...» «Was meinen Sie?» Meilen im Gespräch. Meilen im Gespräch. Meilen im kämpfenden Gespräch, ihn von sich fernzuhalten. Meilen und Meilen des Kämpfens. Yonkers. Spuyten Duyvil. 204. Street. 141, Street. «Küss mich, Orchid. Ich bin verrückt nach dir.» «Als Toto mir versprach, dass ich Sie kennenlernen soll, sagte sie, dass Sie schwer zu behandeln wären. Nicht so oberflächlich wie die* anderen.» «Ich bin auch anders. Fragen Sie jeden, der mich kennt. Aber ich bin nicht derselbe Mensch in deinen Händen. Ich bin Ton in