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E_1935_Zeitung_Nr.038

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allerdings zuerst

allerdings zuerst geschaffen werden, weil es sich ja gerade in der letzten Kampagne erwies, wie gründverschieden die Auffassungen der Lastwagenbesitzer sind, je nachdem er für den eigenen Werkverkehr oder für fremden Gütertransport arbeitet. Das Verkehrsteilungsgesetz sah allerdings auch zwei Konzessionen vor, die Normalkonzession N und die Spezialkonzession S. Wir glauben, dass durch eine allgemeine Konzession, die weder den Fern- noch den Nahverkehr unterbinden würde, geeignet wäre, die unbedingt notwendige Zusammenarbeit zu erleichtern. Kurz die Begründung: Ohne Bewilligung einer Konzession, ausgestellt beispielsweise vom eidg. Verkehrsamt unter Zuzug der unmittelbar daran interessierten Organisationen dürfte das Autotransportgewerbe überhaupt nicht mehr ausgeübt werden. An die Erteilung der Konzession wären folgende Bedingungen zu knüpfen : 1. tadelloses Fahrmaterial; 2. genügende kaufmännische und technische Kenntnisse des Betriebsinhabers; 3. genügende Finanzgrundlage, die es dem Betriebsinhaber ermöglichen "würde, ohne Unterbietung und Schmutzkonkurrenz seinen Betrieb zu eröffnen und damit zugleich die im schweizerischen Automobilgesetz einschlägigen Artikelbestimmungen zu erfüllen. Die Konzessionserteilung könnte an eine gewisse Bedürfnisklausel geknüpft werden, die selbstverständlich noch näher zu umschreiben wäre. Die Konzessionär wäre verpflichtet, seiner zuständigen Berufsorganisation beizutreten und deren Bestimmungen und Tarifen nachzuleben. Damit wäre einmal die Sicherheit gegeben, dass auf unsern Strassen nicht mehr Kreti und Pleti, sondern ausgewiesene, berufstüchtige Betriebsinhaber ihrer Arbeit obliegen könnten. Diese Bestimmungen wurden schon genügen, um nach und nach sogenannte faule Elemente aus dem Autotransportgewerbe auszuschliessen. Eine gewisse notwendige Säuberungsaktion würde sofort eintreten. Schon dadurch würde die Zahl der Unternehmer verkleinert, was wiederum auch im Interesse unserer öffentlichen Transportanstalten läge. Nun aber käme die Lösung der zweiten Wichtigen Frage : Die Zusammenarbeit dieser gewerblichen Berufsorganisationen mit den S.B.B., eventuell auch mit der Post. Diese Zusammenarbeit läge in erster Linie in der Aufstellung tarifarischer Bestimmungen, die ein gegenseitiges Unterbieten nicht dulden würden, ja in denen festgelegt werden könnte, dass auf alle Fälle die Tarife der Aütounternehmungen nicht unter denjenigen der Bahn stehen dürften und wobei durch Abmachungen und Vereinbarungen auf gütlichem Wege der Verkehr geteilt werden könnte, so dass beispielsweise unter gewissen Bestimmungen der Fernverkehr von Fall zu Fall der Bahn Überbunden und der Autocamionneur durch die Haus-Hausbedienung entschädigt werden könnte. Es führte zu weit, hier alle diese Detailfragen weiter aufzurollen. Wir sind jedoch der festen Ueberzeugung, dass durch eine solche wirklich berufsständische Zusammenarbeit sowohl unsern öffentlichen Transportanstalten, als den gewerbsmässigen Autotransportunternehmungen und damit unserm ganzen Volke gedient sein dürfte. Die Fälle sind gar nicht auszudenken, wo durch eine enge Zusammenarbeit sowohl der freie Unternehmer, als die Bahn Nutzen ziehen, wo sogar unrentable Schienen auf der Strasse verschwinden könnten, um dem Automobil Platz zu machen. Alle diese Fragen müssen noch eingehender studiert werden. Im schweizerischen Taxihalterverband beispielsweise sieht man jedoch die Sache ganz klar und hält auch die Verwirklichung der im Konzessionsentwurf vorgesehenen Fragen 'für möglich. Es gilt deinen Händen, sage ich dir; Ich sage dir. Dreh' das Gesicht herum. Ich bin verrückt danach.» «Nun reden Sie genau wie irgend ein anderer Mann,» (Tölpel. Tölpel. Tölpel.) «der denkt, dass er mit irgend einem Mannequin spricht. Erinnern Sie sich an unser Spiel.» Meilen und Meilen des Kampfens. 116. Street. «Ich kümmere mich nicht darum, wie ich rede. Ich bin verrückt. Ich will verrückt sein. Ich werde zahlen. Dreh' das Gesicht zu mir. Gib mir dein Gesicht. Verdammt, ich glaube, du versuchst einen Narren aus mir zu machen.» «Nicht — tun Sie das nicht, Mr. Terry, wenn wir miteinander auskommen sollen!» (Martin, lieber Martin, warum bin ich nicht mit dir weggegangen? Martin, hilf mir diese Fahrt ertragen.) Meilen und Meilen in Parade. 96. Street. 49. Street. Meilen und Medien in Parade. «Schau her, mein Schatz, ich bin berauscht .genug, um. etwas zu wagen, auch bei dir. Ich .werde dich jetzt küssen. Ich werde dich jetzt • küssen, und je mehr du dich wehrst, desto stärker werde ich...» Knirschen der Bremsen. Gesegnetes Knirschen der Bremsen. Ecke der Seventeenth Street. Braune steinerne Treppen. Lang. Eng. Amerikanische Automontage in Rumänien. Gleichzeitig mit der Eingabe der rumänischen Fordunternehmung zwecks Genehmigung der Errichtung eines Automontagegeschäftes in Rumänien, haben auch , die amerikanischen General Motors-, Chryslerund Dodge Brothers-Werke gleichlautende Begehren gestellt. Zunächst wurde nur das Gesuch der Ford-Zweiggesellschaft genehmigt. Der Wirtschaftsausschuss der Regierung hat sich nun kürzlich mit den übrigen Projekten befasst und diesen die Genehmigung unter den gleichn Bedingungen wie. der: Ford-Rumana erteilt. Da die vier amerikanischen Gesellschaften den rumänischen Autobedarf bei weitem decken werden, glaubtman, dass von diesen Neugründungen ausauch der ganze Balkan und nahe Osten beliefert werden sollen. Obligatorische Berücksichtigung von Garagen in Bauplänen. Die Stadtverwaltung Stuttgart hat verlangt, dass bei Baugesuchen für Ein- und Mehrfamilienhäuser in den Lageplänen die, Unterbringung einer Garage berücksichtigt wird, und zwar auch in solchen Fällen, in denen heute an sich noch kein Bedürfnis vor-, liegt. Einzelpläne über die Gestaltung der) Garage, abgesehen von den Angäben über Lage und Grosse im Lageplan, sind dabei nicht erforderlich. Durch eine derartige vorsorgliche Massnahme werden all die Unan-. nehmlichkeiten erspart, die häufig dann eintreten, wenn bei der Bemessung der Grundstückgrösse oder der Grenzabstände auf den späteren Einbau einer Garage keine Rucksicht genommen wurde. keine Zeit zu verlieren und sich ja nicht in den Schmollwinkel setzen zu wollen. Eine Monopolisierung der Strasse nach sozialistischem Sinn wird niemals in Frage kommen dürfen. Eine Bekämpfung aufs Blut wäre der Ruin Aller. Nach geschlagener Schlacht .gilt es nun, sich die Hand zu reichen, sich wieder gemeinsam an den grünen Tisch zu setzen. Doch gilt es, Opfer zu bringen, ganz besonders und in erster Linie das Opfer der unbeschränkten Handels- und Qewerbefre!- heit. Ohne diese Einschränkung werden wir einfach nicht mehr aus dem heutigen Wirtschaftschaos herauskommen. Die Verkehrsfragen-sind nun derart akut, dass gerade auf Schmal. Leuchten der tapferen kleinen Reihe von Geranien, der ersten im Jahr, in den Fensterbeeten auf dem kleinen Eisenbalkon. «Wie können Sie es wagen, das zu tun! Nehmen Sie ihre Hand weg. Ich bin zu Hause. Lassen Sie mich hinaus oder ich schreie., Wenn ihr Chauffeur darauf gedrillt ist, nicht zu hören, wird es irgend ein anderer. Da ist mein Haus. Lassen Sie mich hinaus.» «Was, zum — dein Haus...» «Ja, Sie Narr, Sie. Sie begreifen das wohl nicht? Besoffen, wie Sie sind, sicher- nicht. Lassen Sie mich hinaus.» Der Chauffeur öffnete gravitätisch die Tür. Wie ein Pfeil schoss Orchid davon im Wirbel ihrer feinen Kleidung. Und, mit einer Behendigkeit, die für einen so Betrunkenen erstaunlich war, sprang Allen nach und lief die Stufen hinter ihr hinauf. «Schau, Orchid, du wirst doch nicht glauben, dass ich ein solcher Narr bin, dich wegzulassen, wenn du denkst, dass ich.s..»"' '., j «Ich glaube es.'Ich glaube es.» Ausser sidh, ! suchte Orchid auf dem Grunde ihrer Tasche nach dem ihr entgleitenden Schlüssel. «Oh ja. Oh ja.» «Du glaubst doch,nicht, dass ich dich,mit, Trifft das Licht auf eine an der Kreuzung befindliche Selenzelle, so wird die Strasse für die von seitwärts kommenden Wagen automatisch gesperrt. Freilich wäre zur allgemeinen Einführung dieser Art- von Verkehrsregelung erforderlich, dass alle Autos mit infraroten Sendern ausgerüstet werden, was kaum zu erwarten ist. Ob es sich hier nicht um einen aufgewärmten Aprilscherz handelt? diesem Gebiete der erste Schritt getan werden-muss, wobei auch, um den Gedanken der berufsständigen Ordnung voll auszuschöpfen, am Verhandlungstisch den Vertretern selbstverständlich auch der bereits konzessionierten Autounternehmungen, dem Autogewerbeschutzverband usw. ein Mitspracherecht eingeräumt werden muss Das schwere Problem des Verkehrs kann, wie wir dies neuerdings erfahren haben,, von Seite der Politik nicht gelöst werden, es kann seine Lösung nur durch eine Zusammenarbeit und durch eine Verständigung der Wirtschaftspolitiker finden. Dr. E. Kleinert, Burgdorf. , in die Stadt, genommen habe, um aus mir einen Narren machen zu lassen.» «Sie haben mich mitgenommen, um mich zu quälen. Mich zu erniedrigen. Mich zu entwürdigen. Nein, wagen Sie es nicht! Ich kann allein aufsperren.» «Gib her,.oder ich werde...» «Nein, sage ich!» «Wenn wir drinnen sind, werde ich alles: erklären.» . ; «Wenn wir drinnen sind! Wir werden nicht drinnen sein.. Sie haben mich eingeschüchtert während dieser ekelhaften langen Fahrt, aber jetzt bin ich zu Hause und wenn Sie mir nur einen Schritt nachfolgen, werde ich schreien. Wagen Sie es nicht!» «Du kleiner Teufel...» Terry stellte seinen Fuss in die geöffnete Tür. Aber Orchid, flammend und mit einer tobenden Gewalt, stiess seinen Fuss mit. ihrem weg und schlug die, Tür zu., Schlug die Tür vor dem Benebelten zu.... ; r , '[ '.. In der düsteren Halle, voll alter Gerüchte, verbreitete eine rote gebuckelte Glakugel auf einen! Geländerpfosten einihattes Licht, so dass es schwer war, das Schlüsselloch der grossen Flügeltür, die in ihr Zimmer führte, zu finden. Endlich betrat sie es und Tränen rannen ihr über das Gesicht. Sie betrat es Welche Windschutzscheibe ist am besten? Eine Autolängsstrasse durch die österreichischen Alpen. Kaum geht die Grossglocknerhochalpenstrasse ihrer Vollendung entgegen, so hört man schon wieder von neuen Strassenprojekten. Es handelt sich um den bereits begonnenen Ausbau einer Alpenlängsstrasse, die durch Verbreiterungen und Mo- Den Motor gestohlen. Auf einen neuen Trick sind italienische Autostrassenbau. in Polen. Hochstapler gekommen. Sie liehen sich bei, Nach dem unlängst veröffentlichten Gesetz über die i neuen staatlichen Anleihen zur Stf nb einem Garageunternehmen einen neuen Wagen aus und brachten ihn nach drei Stunden Finanzierung des r2. Jahresprogrammes der wieder. Der Verleiher musste dann die Feststellung machen, dass aus dem Wagen der : polnischen Regierung sind an neuen Strassenbauten folgende Projekte vorgesehen: fast fabrikneue Motor ausgebaut und -durch a)Warschau -Posen -Landesgrenze - Richtung BerUni'-bkWßrschau ~,Krakaü,- tako- einen alten, fast betriebsunfähigen-derselben* Marke ersetzt worden war. In Anbetracht der pane. c) Warschau - Czenstochau - Kattokurzen Zeit müssen wirkliche- FachWUteJ'afni, 3K#?t 4h{Wß^enau • Lodz ~KKalisch..ßei ei- Werk gewesen sein. dernisierungen bestehender und Infrarot zur Verkehrsregelung ? An einer gefährlichen Strassenkreuzung auf einer Landsträsse bei Pisa wurde, wie ein deutsches Fachblatt meldet, eineWatnungsanlage angebracht, die den Verkehr durch infrarote Strahlen regeln soll. Auf einer Reihe von Versuchswagen sind Lampin angebracht, die infrarotes Licht ausstrahlen. AUTOMOBIL-REVUE 1935 - 38 istischer Die Kirche der Motorfahrzeugführer ' In Paris ist eine neue Kirche eingeweiht worden, die dem heiligen Christoph, dem Schutzpatron des Verkehrswesens, gewidmet ist. Die Innenwände sind mit Gemälden geschmückt, wie man sie bisher noch in keiner Kirche der Welt gesehen hat. Die Wand- und Altarbilder zeigen nämlich Motorräder und Automobile in allegorischer Anordnung mit dem Kirchenheiligen und Schutzengeln. In durchaus eindrucksvoller Weise sind Gegenstände des modernen Stadtverkehrs zum ersten Male religiös-künstlerisch verarbeitet. Die Bevölkerung hat der neuen Kirche bereits den Namen «Kathedrale der Kraftfahrer » gegeben. Die Geschwindigkeitsvorschriften in U.S.A. Einer neuesten Uebersicht zufolge sind die zahlenmässig beschränkten" Höchstgeschwindigkeiten in 24 Staaten abgeschafft worden. In'den übrigen Bundesländern wurden bis zu wenigen Ausnahmen Fahrtempi zwischen 65 und 75 km/h als obere Grenze angesetzt. Nord-Dakota geht sogar auf 85 km h, während einzig zwei Staaten die Fahrgeschwindigkeit auf 60. kmlh begrenzten. ne/ Gesamtlänge der geplanten Strassen von 1200 km beläuft sich der Kostenvoranschlag auf 92 Mill. Zloty. Messung der Zyljnderabnützung. In Amerika:wurde ein neues Verfahren entwickelt, das eine genaue Messung der Zylinderabnützung T von Verbrennungsmotoren durch Bestimmung d&s im Schmieröl enthaltenen abgeriebenen Eisens gestattet. Fortsetzung von Seite 1. Bei der im Grundsriss dreiteiligen oder gewölbten Scheibe und bis zu einem gewissen Grad auch bei der V-Scheibe treten die Zwischenleisten störend in Erscheinung, wenn sie nicht besonders schmal ausgebildet werden. Möglicherweise lässt sich jedoch dieser Nachteil in Zukunft beheben, indem man diese Scheibenformen einteilig ausführt. Gewisse neue Aussichten eröffnet in diesem Punkt das Aufkommen des neuen gehärteten Sicherheitsglases, während grössere gewölbte Stücke aus dem älteren zusammengesetzten Sicherheitsglas wegen der Herstellungsschwierigkeiten praktisch kaum in Betracht kommen. Von grosser Bedeutung auf die Sicht ist im übrigen die Reflexion der Scheiben. Es muss vermieden werden, dass die vor dem Fahrer befindliche Glasfläche die Lichter eines hinten nachfahrenden Wagens oder Lichteindrücke aus der Umgebung sichtbar reflektiert. Am günstigsten verhält sich in dieser Beziehung wieder die geneigte ebene Scheibe, während bei senkrechten Scheiben und vor allem bei der senkrecht gestellten V-Scheibe sehr unangenehme Blendwirkungen auftreten können. Um die Blendwirkung auszuschalten, ist auch bei der gewölbten Scheibe eine Neigung nach hinten angezeigt. Aber auch dann noch dürfte die gewölbte Scheibe in diesem Punkt der flachen Scheibe unterlegen sein. Schliesslich wird sich noch die Frage stellen, ob nicht durch Wahl einer entsprechenden Glassorte eine Ueberreizung der Augen des Fahrers durch bestimmte Wellenlängen des eingestrahlten Lichtes vermieden werden kann. Es ist denkbar, dass man die Windschutzscheiben einmal aus einem Glas herstellen wird, das zufolge seiner inneren Struktur die das Auge reizenden, vor allem die ultravioletten Strahlen, ganz zurückhalten wird, das dabei aber wie bisher farblos durchsichtig ist. m. Schaffung neuer Strassenzüge als zeitgemässe möglichst direkt gelegte Autobahn den Bodensee mit Wien verbinden wird. Die Bedeutung dieser West-Ostverbindung für den zwischenstaatlichen wie österreichischen Fremdenverkehr und die österreichische Volkswirtschaft steht ausser Frage. Ihr kommt europäische Verkehrsgeltung zu. nicht nur weil sie die kürzeste Längsdurchquerung Oesterreichs sein wird, sondern weil sie über das Durchgangsstrassensystem dieses Landes auch die Verbindungen zwischen den Nord-Südverkehrswegen und damit zwischen den um Oesterreich liegenden Nachbarländern auf direktem Wege vermittelt. Besondere Wichtigkeit wird der Strasse z.B. als Anschluss an im Bau begriffene oder projektierte Reichsautobahnen Deutschlands zukommen. Die Alpenlängsstrasse knüpft bei Jenbach (Tirol) an die Arlberg- und Salzburger Bundesstrasse an, um über Zeil am Ziller, Gerlos, Krimml, Zeil am See (Grossglocknerstrasse), Radstadt, Liezen. Admont, durch das Gesäuse, Hieflau. Wildalpen, Mariazeil und St. Polten nach Wien zu führen. zur selben Zeit, als Terry, der seinen Chauffeur weggeschickt hatte, sich über die Balustrade des kleinen eisernen Balkons mit den Fensterbeeten schwang, durch das offene Fenster einstieg und sich hinter einen der langen Kretonvorhänge stellte. Nun machte sich bei ihr nicht so sehr Rückschlag der Anstrengung ihrer Fahrt in die Stadt, als vielmehr eine gewisse allgemeine Erschlaffung geltend. Der nervenanspannende Schrecken dessen, was sie durchgemacht, verband sich mit dem Anblick, wie sie in ihrer geborgten Toilette vor dem Spiegel stand. Diese lohende Farbe in einer Umgebung, die trübe wie schmutziges Wässer um sie herumfloss. Der unangenehme Rückschlag nach einem Blick in eine Welt, die ihr zu passen schien, wie ein gut sitzender Seidenhandschuh. Noch einmal diese schmale alte Strasse. Die alten Gerüche. Die Anmasslichkeit des geborgten Kleides. Die Augen von Mrs. Herrick. Die klaren Augen dieser Frau, die während einer kurzen Zeit wie Sonnen auf sie geleuchtet hatten und die im letzten Augenblick kalt geworden waren. Als wäre ein Schatten über sie gefallen. (Fortsetzung folgt)

38 — 1935 AUTOMOBIL-REVUE Vor dem IX. Grossen Preis von Tripolis. Am Sonntag gelangt auf der 13,1 km langen Rundstrecke von Mellaha das dritte und bis jetzt grösste Rennen in diesem Jahr zum Austrag. Wir sehen einem unerhörten Kampf entgegen, einem Kampf, wie er vielleicht im internationalen Rennsport noch nie dagewesen ist- Die schnellsten Maschinen der heutigen Rennwagenkonstruktion werden ausnahmslos vertreten sein, darunter mehr wie ein halbes Dutzend mit Spitzengeschwindigkeiten von über 300 km/St. Das letztjährige Stundenmittel über die 524 km lange Strecke steht auf 186,149 km/St. Dabei erreichten die' Wagen maximal 260 km/St. Es scheint daher durchaus möglich, dass der Sieger mit seinem Durchschnitt die 200-km/St.-Grenze überschreitet. Schon seit Wochen werden für den grandiosen Austrag Vorbereitungen getroffen, der neben der Avus das schnellste Rennen Europas darstellt. In der Umgebung von Mellaha ist ein wahres Heerlager entstanden, um welches herum fieberhaft gearbeitet wird. Die Strassen wurden ausgebessert, Signalisierungs- und Lautsprecheranlagen erstellt, kurzum alle Vorbereitungen getroffen, die notwendig sind, um eine Strassenstrecke in ein riesiges Autodrom zu verwandeln, das sich ruhig mit den permanenten Anlagen dieser Art messen darf. . Seine Geschichte. Erstmals kam der Grosse Preis von Tripolis im Jahre 1925 auf einer 72 km langen Rundstrecke zur Durchführung, die dreimal befahren werden musste. Damals schon wurde die Notwendigkeit einer kürzeren Piste erkannt und das Rennen im folgenden Jahre auf den Circuit von Mellaha verlegt, der sich mit seinen 13,1 km Ausmass und dank seiner Strekkenführung als ideale Piste erwies. Jedes Jahr •wurde die Veranstaltung seither, mit Ausnahme von 1931 und 1932, wiederholt. Der Automobil-Club von Tripolis machte alle Anstrengungen, um die Organisation ständig zu verbessern. Dass dabei der Ausbau der Strasse ganz besonders berücksicht wurde, versteht sich von selbst, und so konnte die Geschwindigkeit des Rennens rasch gesteigert werden. Schon im Jahre 1929 stieg der Rundenrekord auf 143,736 Stundenkilometer, eine für die damalige Zeit erstaunliche Leistung. Im Jahre 1931 wurde das Rennen von Tripolis in den internationalen Sportkalender aufgenommen Und ist seither eine Veranstaltung von ausgesprochen internationalem Charakter geblieben. Durch ein königliches Dekret vom August 1932 wurde der Automobilclub von Tripolis ermächtigt, zur Finanzierung des Anlasses während 15 Jahren jährlich eine Lotterie auszuschreiben, die nach der Art des irländischen Derbys durchgeführt wird. Diese Lotterie ermöglichte es aber, nicht nur das Rennen zum bestdotierten in Europa zu machen, sondern sie sicherte ihm ein gewaltiges Publikumsinteresse, indem den glücklichen Inhabern von Losen, welche auf die beteiligten Rennfahrer lauten, sehr beträchtliche Gewinne winken. Welchen Umfang diese Lotterie annahm, geht daraus hervor, dass 1933 der Erlös aus den Billetten die ansehnliche Summe von Lire 14.895.070 ergab. Im Jahre 1934 betrug die Einnahme bereits mehr wie das Doppelte, nämlich Lire 32.014.590, und stieg dieses Mal auf über 33 Millionen an. Um die zu erwartenden neuen Höchstleistungen richtig würdigen zu können, dürfte es interessieren, wer die frühern Grands Prix von Tripolis gewonnen hat und mit was für Geschwindigkeiten sie gefahren wurden: Jahr Sieger Wagen 1925 Ralestrero O. M. 1926 Eysermann Bugatti 1927 Materassi Bugatti 1928 Nuvolari Bugatti 1929 Brilli Peri Talbot 1930 Borzacchini Maserati 1933 Varzi Bugatti 1934 Varzi Alfa R. Strecke km 213 400 400 400 400 Std.-Mittel km/St. 94,920 111,533 132,080 125;738 133,966 104,8 Fin. 146,539 393 168,598 524 186,149 Die Besetzung des Rennens. Der Grosse Preis von Tripolis bringt in diesem Jahre eine Besetzung, wie wir sie bis jetzt noch nie erlebt haben. Sowohl Italien wie Deutschland werden mit ihren stärksten Waffen'in den Kampf ziehen, während Frankreich nur durch Bugatti vertreten sein wird, da der Sefac-Wagen immer noch nicht rennfähig ist. Wann dieser endlich mal aus den Werkstätten kommt, ist vorläufig noch ganz unbestimmt; aber je länger man auf ihn warten muss, desto höher schrauben sich die Erwartungen. Hoffentlich bringt der Start dann den Franzosen keinerlei Enttäuschung. Alfa Romeo wird in Tripolis erstmals mit seinen neuen, zweimotorigen Maschinen aufrücken, die Spitzengeschwindigkeiten von 340 km/St, erzielen sollen. Da sie •bekanntlich nicht der Grand-Prix-Formel entsprechen, d. h. bedeutend schwerer sind als 750 kg und über zirka 500 PS verfügen, so ist diese Leistung durchaus denkbar. Doch einen Rekord über einige Kilometer aufzustellen oder ein Rennen über 500 km zu gewinnen sind zweierlei Dinge. Spitzenleistungen über kurze Strecken werden meistens auf Kosten der Ausdauer und Zuverlässigkeit erreicht, aber es ist im Interesse eines spannenden Kampfes zu hoffen, dass dies bei Alfa Romeo nicht der Fall ist, sind doch diese zwei neuen Maschinen die einzigen, welche sich mit Aussicht auf Erfolg in ein Qefecht mit Mercedes-Benz oder Auto-Union einlassen können. Eine der beiden Neukonstruktionen Sportnachrichten wird auf jeden Fall Nuvolari anvertraut, während die andere entweder Chiron, Dreyfus oder Brivio übernehmen wird. Die Scuderia Subalpina wird sich durch Etancelin und Farina vertreten lassen, die beide über Sechszylindermaschinen verfügen. Ursprünglich wollte Maserati im Grossen Preis von Tripolis mit einem neuen Achtzylinder in V J'orm debütieren, doch die Konstrukteure hatten sich entschlossen, mit der Jungfernfahrt dieses Wagens noch zuzuwarten. Varzi CAuto-Union), der in Tunis einen so überlegenen Sieg landete, wird in Tripolis durch seinen Team-Kameraden Stuck unterstützt werden. Die beiden zusammen bilden eine gefährliche Equipe, besonders