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E_1935_Zeitung_Nr.039

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AUTOMOBIE-REVUE

AUTOMOBIE-REVUE 1935 - N

zähem Ringen seinem verbissenen Verfolger Caraccibla abgenommen hatte. 35. Runde. 1. Varzi 2.18'34" 2. Caracciola 2.20'35" 3. Fagioli 2.21'44" 4. Dreyfus 2.26'09" Ja die Zeitdifferenz wird nicht nur aufgehoben, sondern dieser dramatische Halt bringt Caracciola, der nun seine Zeit als gekommen erachtet, einen Vorsprung von wenigen Sekunden. Wenige Sekunden aber bedeuten in einem Rennen mit derart gesteigertem Tempo überaus viel, denn sie wieder wett zu machen ist nur unter dem äussersten Einsatz von Maschine und Fahrer möglich. Die gesamte Zuschauerschaft steht unter dem Druck einer ungeheuren Spannung, denn die kommenden drei Runden werden die endgültige Entscheidung bringen. Wird Varzi seinen gefährlichen Opponenten noch einmal übertrumpfen können? Zweimal schon hat er dieses Rennen gewonnen, •und wenn das gute Sprichwort, dass aller guten Dinge drei seien, das in den Vortagen so viel zitiert wurde, noch seine alte Kraft besitzt, dann wird er es schaffen! Bis zur 40. Runde ist der Ausgang üngewiss. Es geht um Sekundenbruchteile, um einzelne Meter! Da entscheidet das Rennglück gegen ihn: Wenige Minuten vor Torschluss ereilt ihn nochmals ein Pneudefekt, der ihn zur sofortigen und wesentlichen Verlangsamung des Tempos zwingt, dieweilen Caracciola in unvermindertem Tempo und in grandioser Manier den Sieg nach .Hause fährt. Varzi rollt als Zweiter durchs Ziel, von vielen als der moralische Sieger des Tages gefeiert. Man kann sich die Siedehitze der Gemüts- «rregung, welche dieser Endkampf und tragische Ausgang des Ringens heraufbeschwor, ungefähr vorstellen, wenn man bedenkt, dass dieser Pneudefekt Varzi viele Zehntausend^ von Lire, den Inhaber des auf ihn lautenden Loses aber... drei Millionen Lire an entgangenem Gewinn kostet. Dabei nahm die riesige Zuschauermenge Anteil an diesem letzten Würfelspiel der Fortuna, als hätte jeder einzelne der weit über dreissigtausend Anwesenden das entscheidende Los in den Händen. e »p» 39 - 1935 Das Endklassement. Zeit Std.-MUtel km/St. 1. Caracciola (Mercedes-Benz), 40 Runden 2.38'47,6" 197,993 2. Varzi (Auto-Union) 2.39'54,2" 196,618 3. Fagioli (Mercedes-Benz) 2.41'03,8" 195,204 4. Nuvolari (Alfa Romeo) 2.47'36,4" 187,582 5. Chiron (Alfa Romeo) 2.49'14" 185,779 6. Dreyfus (Alfa Romeo) 2.49'15" 185,573 7. Sommer (Alfa Romeo) 2.50'20" 184,564 8. Zehender (Maserati), 38 Runden 2.5V43" 9. Carraroli (Maserati), 37 Runden 2.57'34" 10. Tadini (Alfa Romeo), 37 Runden 2.48'49" Schnellste Runde Caracciola (Mercedes-Benz) In 3 Min. 34 Sek. (Durchschnitt: 220,167 km/St.). Auch der Grosse Preis von Tripolis hat, ähnlich wie der von Tunis, eine Menge. Ausfälle zu verzeichnen. So schieden aus: Pintaeuda in der 15., Stuck in der 20., Braucbitseh in der 5., Bonetto irr der ?., Premoli in der 6., Barbierj in der 4 j Magistri in der 16., Siena in der 2., Etancelin in der 24., Brivio in der 13., Ghersi irf der 11., Farina in der 28., Soffietti in der 4., Balestrero in der 35., Rosa in der 37., Taruffi in der 17/ und Ruesch in der 6. Runde. Von 28 gestarteten Fahrern konnten also nur 10 das schwierige Rennen zu Ende fahren. ÄUTOMOBIL-REVUE Kombiniertes Eifelrennen. Das diesjährige Eifelrennen, welches am 116. Juni ausgetragen wird, zerfällt erstmals in zwei besondere Veranstaltungen, nämlich ein Internationales Rennen für Rennwagen, sowie ein nationales Rennen für Sportwagen. Das internationale Rennen findet auf der 22,81 km' langen Nordschleife des Nürburgringes statt und wird in drei Wertungsgruppen, nämlich bis 800 cem, von 800-1500 cem und über 1500 cem ausgefahren. Dabei wird für alle drei Wertungsgruppen eine Mindestrundenzeit vorgeschrieben, die für die grösste Klasse 13' 42'" beträgt. Fahrer, welche diese Zeiten im Training nicht erreichen, kommen für das Rennen selbst nicht in Frage. Die Länge des Rennens wird für die verschiedenen Wertungsgruppen ebenfalls abgestuft. Die Wagen bis zu 1500 cem haben 205,29 km, also 9 Runden zurückzulegen, währenddem die grossen Maschinen 12 Runden oder 273,72 km- ausfähren. Art Preisen sind total 23,000 Mk. ausgesetzt, wobei in jeder Gruppe fünf Barpreise £:ur Auszahlung gelangen. Die ersten Preise betragen, je nach Klasse, 1000, 2500 und 5000 Mk. Es wird an drei Tagen, nämlich Mittwoch den 12. Juni bis und mit Freitag den 14. Juni trainiert. Die Konkürrenten sind verpflichtet, an einem Training wenigstens 5 Runden zu fahren und dabei die vorgeschriebene Mindestzeit zu erreichen. Der Nennungsschluss ist auf 3. Juni festgesetzt. Als wertvolle Ergänzung 1 kommt erstmalig ein nationales Rennen für zweisitzige Sportwagen zum Austrag. Die Fahrzeuge selbst werden in 5 Klassen eingeteilt: bis 1100 cem (5 Runden), 1100 bis 1500 cem (5 Runden), 1500 bis 2000 com (6 Runden), 2000 bis 3000 cem (6 Runden), und über 3000 cem (6 Runden). Die Wertung erfolgt getrennt nach Klassen. Als Preise kommen Ehrenpreise zur Verteilung, und zwar in jeder einzelnen Klasse 2 Preise bei vier, und 3 Preise bei fünf und mehr Startenden. Trainiert wird an zwei Tagen, nämlich Freitag und Samstag. Die Konkurrenten haben mindestens 5 Pflichtrunden im Training zu absolvieren, für welche ebenfalls eine Mindestzeit massgebend ist, welche auf Grund der am ersten Trainingstage gestoppten Zeiten noch endgültig festgelegt wird. Da verschiedene deutsche Fabriken dieses Jahr recht leistungsfähige Swartmodelle auf den Markt brachten, welche am vergangenen Salon in Berlin zu sehen waren, ist mit einer regen Beteiligung und einer sportlich recht Interessanten Veranstaltung zu rechnen. Aenderungen Im italienischen Sportkalender. Das Rundstreckenrennen Pietro Bordino, in Alessandria, das am 2. Juni hätte zur Austragung kommen sollen, findet in diesem Jahr nicht statt, weil die Rennstrecke nicht rechtzeitig ausgebaut werden kann. — Bekanntlich ist dort im letztjährigen Rennen wegen der ungünstigen Streckenverhältnisse unser Schweizerfahrer Carlo Pedrazzini in einem Vorlauf tödlich verunglückt, und die Schweiz hatte mit ihm einen vielversprechenden Nachwuchsfahrer verloren. Im selben Rennen erlitt auch Nuvolari einen schweren Unfall, an dessen Folgen er bis Ende der letzten Rennsaison zu leiden hatte. Wir erinnern uns noch, wie er lange Zeit mit Hilfe zweier Krücken zu seiner Maschine humpelte und mit einem bandagierten Bein verschiedene Rennen über 500 km fuhr, wahrhaft eine heroische Leistung. Wahrscheinlich wird auch der Königspreis von Rom fallen gelassen und dafür das Rundstreckenrennen von Bielle um 8 Tage, also auf den 9. Juni, verschoben werden. Ebenfalls verzichtet man in Italien auf das Susa- Moncenisio-Bergrennen und wird dafür am selben Tage, dem 7. Juli, erstmals den Circuit von Turin zur Durchführung bringen. Die ersten Nennungen für das Rundstreckenrennen von Bergamo. Für das am 19. Mai zur Austragung gelangende Rundrennen von Bergamo hat die Scuderia Ferrari, wie wir bereits früher meldeten, drei Alfa Romeo eingeschrieben. Nun hat auch die Scuderia Subalpina ihre offizielle Nennung abgegeben, doch sind die Fahrer noch nicht bekannt. Uebrigens ist nicht ausgeschlossen, dass Varzi von der Auto-Union für dieses Rennen freigegeben und er mit einem Maserati-Monoposto an diesem schwierigen und kurvenreichen Treffen mitfahren wird. Die «Tour de France». Letzten Siftintag nahm die über zehn Etappen aur Austragung gekommene «Tour de France» auf der Montlhery-Bahn in Paris ihr Ende, wo noch eine Prüfungefahrt über sechs Stunden zur Durchführung gelangte. Von 4en zehn gestarteten Konkurrenten konnte sich Perrot als Sieger im Gesamtklassement qualifiziere. - • -,. .< Das Klassement: Klasse 1500 bis 2000 cem: 1. Ramecourt (Lt. Licorne); 2. Mme. Jourdan. Klasse 2000 bis 3000 cem: 1. Constant (Talbot); 2. Marcand (Delahaye). Klasse 3000 cem: 1. Perrot (Delahaye); 2. Gaucher. Caseaux (Bugatti) gewinnt das Kilometer-Rennen auf der' Montlhery-Bahn. An dem vorletzten Sonntag auf der Montlhery-Bahn zur Austragung gelangten Kilometer-Rennen: mit stehendem Start stellte Caseaux (Bugatti) die beste Tageszeit auf. Er benötigte für die Strecke 27 41/1000 Sek., was einer mittleren Geschwindigkeit von 131,338 km/St gleichkommt. Für die «Bol. d'Or», das 24-Stunden-Rennen, das vom 18. auf den 19. Mai zur Durchführung gelangt, sind 42 Nennungen eingegangen. Am stärksten vertreten sind die Rennwagen der Klasse 1100 cem. Wie in früheren Jahren werden sich auch diesmal zahlreiche Cyclecars beteiligen. Der Grosst Preis der Picardie kommt, wie wir schon früher meldeten, am 26. Mai auf der 9765 km langen Rundstrecke von Pexonne zum Austrag. Die Piste muss 40mal befahren werden, was einer Gesamtstrecke von 390,6 km entspricht. Freitag den 24. und Samstag den 25. Mai findet je morgens von 5—7 Uhr das Training statt. Jeder Fahrer wird verpflichtet eine Runde mit stehendem Start zu fahren. Die dabei erreichte Zeit ist dann massgebend für die Startreihenfolge am Rennen selbst. Die zur Verfügung stehenden Preise belaufen eich auf 35,000 franz. Franken, wovon der Erste 15,000, der Zweite 10,000, der Dritte 5000, der Vierte 3000 und der Fünfte 2000 erhält. Ferner kommen noch mehrere Ehrenpreise zur Verteilung. Neue Meldungen für das Avus-Rennen. Mercedes-Benz hat nun die in Aussicht gestellten Meldungen offiziell abgegeben und wird sich, ebenso wie die Auto-Union, mit vier Maschinen vertreten lassen, die Fagioli, Caracciola, Brauchitsch und Geyer anvertraut werden. Ferner haben auch unser Schweizer Rennfahrer Hans Ruesch und der Ungar Hartmann, beide auf Maserati, ihre Nennung eingereicht. Von den Rennställen vermisst man bis jetzt nur noch die Scuderia-Ferrari, die aber kaum ausbleiben dürfte, denn das Avus-Rennen ist eines der wenigen, das nicht nach der Grand-Prix-Formel ausgetragen wird. Es bietet somit den neuen zweimotorigen Alfa Romeos eine der wenigen Möglichkeiten, gegen erste internationale Konkurrenz anzutreten. Sternfahrt an die Welt-Ausstellung in Brüssel. Anlässlich der internationalen Ausstellung in Brüssel findet am 27. und 28. Juli 1935 eine Sternfahrt dorthin statt, die auch für Auto-Cars offen ist. Die Veranstaltung wird in drei Kategorien ausgetragen. In die erste Kategorie fallen diejenigen Fahrer, die mindestens eine Strecke von 1000 km (Mittel 30 km/St.), in die zweite, die rund 400 km (Mittel 40 km/St.), und in die dritte, die zirka 250 km (Mittel 40 km) zu fahren haben. Alle Konkurrenten gemessen freien Eintritt in die Ausstellung und werden in Brüssel vom Automobil-Club von Belgien empfangen werden. Ein Circuit in Biarritz. In Biarritz befasst man sich mit dem Bau einer Rundstrecke, die in einen nahen Wald zu liegen käme. Die Kosten der ganzen Anlage wurden auf 200 000 franz. Franken berechnet. mmmmBmmm, Wir fabrizieren auf jeden Wagen das passende Kühlernetz t Neuestes Hochleistungs-Element 1 O. R. P. 651318 651319 4- Pat. 134460 163296 •^S^fe^-N. Haben Sie beobachtet, wie die Berna- Sohnell-Lieferungswagen In immer wachsender Zahl auf der Strasse zu sehen sind und wie manche Firmen nach Anschaffung des ersten Wagens bald einen zweiten und oft gar einen dritten in Dienst nehmen? — Wäre dies möglich, wenn sich die Anschaffung des ersten nicht gelohnt hätte? MOTORWAGENFABRIK BERNA A.-G. - ÖLTEN Fabrikation von ,.f*