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E_1935_Zeitung_Nr.042

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2 AUTOMOBIL-REVUE

2 AUTOMOBIL-REVUE 1935 -NM2 lieh Schäden zeigten und uns gar nicht mehr so recht gefallen wollten. Auch den Wagen betrachten wir jetzt mit einemmal mit kritischeren Augen — zumal dann, wenn so ein blitzblanker Autoneuling (und wieviele gibt es davon gerade jetzt im Frühjahr!) vorbeifährt. Da kommt sicher jedem die Erkenntnis, also jetzt aber einmal gründlich an eine Ueberholung zu gehen. Zunächst das Aeussere: Häufiger als im Winter wird man sich dazu entschliessen, jetzt den Wagen zu waschen und ihm mit einem Spezialpflege-Präparat Hochglanz zu verleihen. Beim Wagenwaschen sollte man es vermeiden, den Wasserstrahl senkrecht und unter zu starkem Druck auf den Lack zu senden, weil dieser dadurch beschädigt werden kann. Der Wasserstrahl vielmehr soll in spitzem Winkel und durch eine feine Brause auf die zu säubernden Teile gelenkt werden, um so den Sand und Schmutz fortzuschwemmen, ohne Schrammen zu erzeugen. Die Stromlinienform, die sich mehr und mehr im Wagenbau durchgesetzt hat, hat ja auch das Waschen sehr erleichtert, jedenfalls dann, wenn es eine echte Stromlinie ist. Nach dem Abspritzen muss mit weichen sauberen Schwämmen nachgeholfen werden (niemals aber trockene Tücher oder Bürsten verwenden !), und schliesslich ledert man dann den Wagen gründlich mit einem Wildleder ab. Den letzten Schliff erhält der Wagen durch die nun folgende Nachbehandlung, wofür eine grosse Anzahl erstklassiger Autopflegemittel, wie Polierpasten, Polierwässer, Schleifpasten, Metallputzmittel, Lederkonservierungsmittel usw. zur Verfügung stehen. Vorteilhaft kann man das Aeussere des Wagens auch noch heben, wenn man hier und da einige Teile neu vernickeln oder verchromen lässt. Aber wichtiger als aller äussere Qlanz ist ja schliesslich doch die innere Beschaffenheit. Auch für das Auto gilt die alte Weisheit: «Es ist nicht alles Gold was glänzt! », und besonders alte Landstrassenpraktiker sind viel stolzer auf eine tadellose Beschaffenheit der maschinellen Einrichtungen ihres Fahrzeuges, auf höchste Wirtschaftlichkeit im Fahrbetrieb, Sie werden bei der Frühjahrsüberholung mehr «in die Tiefe gehen», auf den Motor und das Fahrgestell ihre besondere Aufmerksamkeit lenken. Da ist der « Bauch » des Automobils. Hier müssen jetzt die Federn, Bremsgestänge und Rollen unter dem Wagen gründlich gereinigt und neu geölt werden; am besten geschieht dies mit einer sogenannten Absprühpistole (Oel-Petroleum-Getnisch). Besonders zu achten ist nach dieser Generalreinigung darauf, ob etwa verborgene Schäden unter der 'Schmutzkruste zum Vorschein gekommen sjnd, damit diese abgestellt werden können, bevor sie grösseres Unheil anrichten. Dann kommt das «Herz» : der Motor. Man reinigt den Motorblock zunächst einmal gründlich mit Petroleum, Benzin oder Benzol. Es gibt daneben allerdings chemische Spezial-Reinigungsmittel, die sich ebenfalls gut bewährt haben und den Vorzug der Feuerungefährlichkeit haben. Auf die Bedeutung des Frühiahrs-Oelwechsels haben wir schon in einem besonderen Aufsatz hingewiesen, Lediglich zu warnen, ist immer wieder vor einem Durchspülen des Motors mit Petrol, ein Fehler, den man immer noch hier und da findet. Eine Petrolspülung Folgen einer Steuerreduktion. Am 7. Mai 1935 waren in Wien 35,892 Motorfahrzeuge angemeldet oder 1813 mehr als im Vergleich zum Vorjahre. In der Woche vom 30. April bis 7. Mai übersteigen allein die diesjährigen Anmeldungen diejenigen der vorjährigen Parallelperiode um nicht weniger als 1204. Die übrigen österreichischen Länder melden eine ähnliche Entwicklung als Folge der am 1. Mai 1935 aufgehobenen Motorfahrzeugabgaben. Wann dämmert es in unseren schweizerischen Ratsstuben? Ertrag der deutschen Motorfahrzeugsteuer. Das Aufkommen an Motorfahrzeugsteuern war im Finanzjahr vom 1. April 1934 bis 31. Dezember 1935 um 66J MM. RM. kleiner als in der vorjährigen Rechnungsperiode. Dieses Minderaufkommen an Steuergeldern ist in erster Linie auf die Befreiung der erstmalig zugelassenen Personenwagen von der Kraftfahrzeugsteuer zurückzuführen, daneben aber auch darauf, dass viele Automobilisten im Vorjahr von der Steuerablösungsmöglichkeit Gebrauch gemacht haben. Polnische Strassenbauprojekte. Zur Zeit finden im polnischen Verkehrsministerium Verhandlungen mit der italienischen Strassenbaufirma Puricelli statt, denen die Erstellung einer 260 km langen Autostrasse zugrunde liegen. Die projektierte Strecke soll von Radom nach Kielce und Krakau führen. Es ist vorgesehen, die Bezahlung der 4 Jahre dauernden Arbeiten durch Lieferung polnischer Industrieerzeugnisse auf dem Wege eines Kompensationsabkommens durchzuführen. Ist deswegen besonders gefährlich, weil Reste des Petrols im Motor und in den Bohrungen zurückbleiben, die später das Frischöl stark verdünnen und so Schäden im Gefolge haben können. Zweckmässig ist es deshalb, zum Durchspülen ein spezielles Spülöl zu verwenden oder aber eine leichte Markenölsorte. Falls die Leistung des Wagens im Laufe der Zeit fühlbar nachgelassen hat. so sollte man jetzt im Frühjahr einmal prüfen, ob eventuell die Kolben und Ventile neu eingeschliffen werden müssen oder ob vielleicht ein npuer Zündkerzensatz einzusetzen ist. (Die Kerzenfabriken empfehlen einen Zündkerzenwechsel nach 6000 km.) Auf jeden Fall sollte man die Kerzen einmal herausschrauben und die Pole vorsichtig säubern. Ein Leistungsabfall kann auch jetzt während der wärmeren Tage hervorgerufen werden durch ungenügende Kühlung des Motors. Die Kühlwassertemperatur sollte bekanntlich stets um 80 Grad herum sein. Wenn der Motor — besonders bei Gebirgsfahrten — leicht zu warm wird, ist es zweckmässig, einmal den Kühler gründlich mit einem der bekannten Kühlerreinigungsmittel zu behandeln, damit vor allem der Kesselstein entfernt wird, der das Kühlsystem verengt und verstopft. Warme Luft ist dünner als kalte Luft; das bedeutet, dass im Sommer die Gemischverhältnisse im Vergaser anders beschaffen sind als im Winter. Es kann deshalb der Vergaser istischer Die Belebung des Automobilhandels durch Winterpreise. Die Opel-Werke führten einen Versuch durch, das Geschäft während der verkaufsarmen Winterszeit durch besonders • ermässigte Winterpreise zu beleben. Die Auswirkung dieser Massnahme konnte nun zahlenmässig festgestellt werden. Der Gesamtabsatz aller Fabriken an Personenwagen stieg in der im Sommer mit einer kleineren Düse ausgerüstet werden, damit das Gemisch nicht zu fett wird. Ausserdem ist der Gemischvorwärmer abzustellen. Überhaupt ist es zweckmässig, den Wagen jetzt im Frühjahr einmal neu einregulieren zu lassen, damit ein sparsamer und wirtschaftlicher Fahrbetrieb gewährleistet ist. Nicht zu vergessen ist auch ein Abschmieren aller jener Nebenstellen, die man gemeinhin leicht übersehen kahn. Hierzu gehören z.B. der Ventilator, der ja im Sommer eine besonders wichtige Funktion, ausüben soll; weiterhin das Vergasergestänge oder auch die Lichtmaschine. Letztere kann allerdings sehr leicht überölt werden, und man überlässt ihre Wartung daher am besten einem Fachmann, da ohnehin die wenigsten Fahrer das hierfür vorgeschriebene Knochenöl besitzen. Aber nicht nur unter der Motorhaube befinden sich lebenswichtige Teile des Wagens, sondern auch z.B. unter dem Führersitz des Wagens: die meistens noch recht schwer zugängliche Batterie hat zwar im Sommer einen leichteren Dienst als im Winter, sollte aber trotzdem einmal gründlich jetzt zum Frühjahr überholt werden, indem der Säurestand geprüft, frisches •destilliertes Wasser aufgefüllt wird usw. Stromregelnde Lichtmaschinen sind auf kleinere Ladestärken einzustellen. Die Bremsen müssen gleichmassig wirken, dürfen nicht verölt sein (ev. auswaschen und gegen Oelzutritt neu abdichten), und auch die Reifen sollen sich in einem verkehrssicheren Zustand befinden. Diese brauchen übrigens im Sommer weniger stark aufgepumpt zu sein als im. Winter, weil sie sich beim Fahren stärker erwärmen und dadurch der Luftdruck automatisch steigt. Nicht vergessen darf man auch die Schmierung des Differentials oder des Ausgleichsgetriebes. Hier können durch mangelhafte Schmierung teure Schäden verursacht werden, weshalb man beiden Teilen seine besondere Aufmerksamkeit zuwenden sollte. In der Fahrschule wird gelehrt, dass man sich vor Antritt jeder grösseren Fahrt von der Betriebssicherheit des Wagens überzeugen soll. Wenn dies in der Praxis leider sehr häufig unterbleibt, so sollte man wenigstens Zeit vom 1. November bis 28. Februar 1934J35 die Frühjahrsüberholung dazu benutzen, einmal alle Schrauben nachzuprüfen und nachzuziehen. Auch das kann dazu helfen, Unkosten und Reparaturen rechtzeitig zu vermeiden. H. F. B. gegenüber dem Vorjahre fast auf das Doppelte. An dem Mehrumsatz war allein die Firma Opel mit 61 Prozent beteiligt, während sich der Rest von 39 Prozent auf die übrigen deutschen Firmen mit Jahrespreisen verteilte. Opel hat nach eigenen Angaben in dev Vergleichszeit einen Mehrabsatz von über 5000 Wagen zu verzeichnen, was vorab auf die eingeführten Winterpreise zurückgeführt werden darf. Ein königlicher Wagen. Anlässlich des 25jährigen Regierungsjubiläums des englischen Königs bauten die Daimler-Werke einen riesigen Spezialwagen für den Gebrauch der königlichen Familie. Als Motor wurde ein V-förmiger Zwölfzylinder mit Schiebersteuerung eingebaut, der bei 3500 Touren 140 PS leistet. Radstand vier Meter, Spurweite 1,60 Meter. Die Karosserie ist mit blauem Leder ausgeschlagen. In der Mitte der Karosserie sind zwei besondere Sessel vorgesehen, die vom Königspaar bei offiziellen Gelegenheiten eingenommen werden, während der Adjudant und der Hofmar. schall in diesem Falle auf den Rückensitzen placiert werden. >«M«t»i»i •»^ lieber die Gewährung des bedingten Strafvollzuges bei Strafen für Verkehrsvergehen äussert sich der Bundesrat in seinem zweiten Bericht über die Begnadigungsgesuche im Zusammenhang mit einem zu entscheidenden Fall wie folgt: « Unserseits beantragen "wir aus grundsätzlichen Erwägungen Abweisung. Das urteilende Geritht, dem die Möglichkeit des bedingten Strafvollzuges offen etand, hat sich für eine unbedingte Freiheitsstrafe entschieden und spricht sich, in Festhaltun? seines Standpunktes, gegen die Begnadigung aus. Der Bundesgesetzgeber hat inzwischen der kriminalpolitischen Forderung des bedingten Strafvollzuges entsprochen: « Die Verantwortung, ob eine Gefängnisstrafe unbedingt oder bedingt erfolgen solle, ist darnach heute von Gesetzes wegen dem Strafrichter Überbunden, und die Begnadigung verliert insoweit die Eigenart eines weitgehend anwendbaren Notbehelfes, der zugegebene Härten eines überalterten Strafrechts ausgleichen soll. Wir möchten allerdings daraus nicht folgern, dass der gnadenweise oder bedingte Erlass von auf Grund des Motorfahrzeuggesetzes erkannten Gefängnisstrafen gänzlich ausgeschlossen sei. Das aber erachten wir als notwendig, dass die Begnadigung insoweit als Eingriff der Staatsgewalt in die Rechtspflege nachdrücklich auf ihre wesentliche Funktion zurückgeführt werde, -wonach die Begnadigung urteilsmässige Straffolgen aus Gründen der Gerechtigkeit dann beseitigt, wenn der Richter diese Gründe übersehen hat oder infolge seiner Gesetzesgebundenheit nicht beachten konnte. Ganz besonders muss fortan vermieden werden, dass die bedingte Begnadigung gleichsam in Konkurrenz tritt zum richterlich zulässigen, bedingten Straferlass und dass, falls dieser verweigert wird, jene ihn regelmässisr ersetzt. » Im Zusammenhang damit beziehen wir uns heute des weitern auf Art. 247, Abs. 3, der neuen Bundes- Strafrechtspflege betreffend die Oberaufsicht des Bundes über den Strafvollzug. Wir ersuchen die Begnadigungskomimission und die Bundesversammlung:, sich ausdrücklich damit einverstanden zu erklären, dass die Bundesanwaltschaft fortan, sofern das urteilende Gericht den bedingten Strafvollzug versagt hat, einem Begnadigungsgesuch die straf- •vollzugsaufschiebende Wirkung aberkennt, vorbehalten solche Fälle, in denen sich ausnahmsweise die Vorlage an die Bundesversammlung aufdrängt. Betreffend Freiheitsstrafen wegen Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand hat die Bundesanwaltschaft den Aufschub des Strafvollzuges bereits in einer Reihe von Angelegenheiten abgelehnt; diese neue Uebung musss aber notwendigerweise verallgemeinert werden, wenn die nunmehrigen Massnahnien zur möglichsten Einschränkung der Begnadigung durchgreifen sollen. In einer gewissen, teilweisen Anlehnung an Art. 418 d«t schweizerischen Strafgesetzentwurfes über die Zulässigkeit der Begnadigung könnte allenfalls so vorgegangen werden, dass die Bundesanwaltschaft zur Ablehnung der strafvollzugsaufschiebenden Wirkun* eines Begnadigungsgesuches befugt sein soll, wenn das Urteil auf eine unbedingte Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Monat lautet » Ueberempfindlich. Tatsächlich, es war genug, um einem auf die Nerven zu gehen, dass zwei junge Leute, die ein Gartenfest verlassen, in eine Tragödie hineinlaufen, wenn dieses Gartenfest zufällig das eigene ist! Aber doch nicht genug, um in Selene eine Geistesstörung hervorzurufen, ein Aufgehen ohne Sinn noch Verstand! Oder zum erstenmal nach mehr als siebzehn Jahren laute Worte zwischen ihnen hervorzurufen! Selene wagte es, dabei zu beharren, in seiner Verhandlung zu sitzen. Mit ihm in Ausdrücken von Willensfreiheit zu reden. Die alten Streitanlässe zwischen .ihnen, die für die ersten paar Jahre, da sie sich ihr gemeinsames Leben einrichteten, kennzeichnend waren. Willensfreiheit. Das Gericht ist öffentlich. Wahnsinn. «Selene, das ist schmählich. Ich schäme mich deiner.» «Ich will bei diesem Fall dabei sein, John Lester. Du kannst mir. die Freiheit des Gerichtes ebensowenig als irgendeinem anderen amerikanischen Bürger verbieten.» «Dji sprichst wie eine Verrückte.» «iMag sein, dass ich es ein wenig bin.» «Gut denn, aber es ist eine schwierige und verantwortungsvolle Sache für dich, meine Nerven derart anzuspannen. Wenn du so sehr an dem Ausgang dieses Falles beteiligt bist, dann solltest du besser dazusehen, dass mein Kopf klar bleibt und meine Nerven nicht allzusehr in Anspruch genommen werden.» «John. John, das will ich ja. Schrecklich. Nur gibt es in diesem Falle Dinge, John, die mir, John, die ich — ich in meinem Herzen zu erkennen scheine. Wenn du mich nur reden Messest.» «Ich will keine Meinungen hören.» «Aber John^ dies...» «Wenn es durch dich notwendig wird, Selene, werde ich mir ein Zimmer in einem Hotel nehmen oder in einen Klub gehen und während der ganzen Verhandlung nicht nach Hause kommen.» «Das will ich nicht, John. Es tut mir leid. Ich werde nichts sagen. Ich verspreche es. Nur, John, wenn du mich liebst, wenn ich dir leid tue, John, wenn du mich davor bewahren willst, dass ich die — die alte werde — ich — John, ich verspreche dir, während der ganzen Verhandlung nicht ein Wort an dich zu richten — nur lass mich dabei sein. Das ist nicht viel verlangt, John. Man braucht mich dort. Ich meine, ich will nur dort sitzen, ruhig. Wie irgendein anderer im Gerichtssaal. Ganz ruhig, John. Und nie ein Wort zu dir des A'bends. Weder so noch so. Ich weiss, Lieber. Ich weiss, dass das Auge der Oeffentlichkeit mehr als ie auf dich gerichtet ist. Ich weiss, ich weiss, wieviel davon abhängt, dass du deinen Kopf klar und offen hältst. Und du wirst es. Du wirst ihn offen erhalten dieses Mal. Mehr noch als je, John, nicht wahr, Liebster? Ich verspreche es dir, John. Niemals auch nur ein Wort an dich zu richten. Bloss lass mich bei den Verhandlungen dabei sein. Wenn du mich lieb hast, wenn du Mitleid mit mir hast, John, lass mich zu den Verhandlungen kommen.» Der Anblick, sie vor sich auf den Knien zu sehen, die Arme um seine Knie geschlungen und das tränenüberströmte Gesicht zu seinem emporgehoben, machte ihn um sie besorgt. «John, wenn du es nicht tust, wenn du mich nicht, lässt, kann ich es nicht ertragen. Ich werde es nicht ertragen. Ich will dabei sein. Ich muss bei diesen Verhandlungen dabei sein.» Er war um sie besorgt. «Gut, Liebste, gut. Seh, seh, es gibt ja nichts zu weinen. Gut. Gut» Ah, da waren Toto und Cyd und Denise und Clarice und Mr. Mandel und Myrrh. Einer nach dem anderen im Zeugenstuhl. Gewöhnlich bloss für einen Augenblick. Ein «Ja». Ein «Nein». Ein «Ich weiss nicht». Ein «Ich habe sie nie gesehen, bis sie zu Drecotte kam». «Nach meinem besten Wissen und Gewissen, Sir.» «Danke, das genügt.» «Nein, Sir.» «Ja, Sir.» «Nein, Euer Ehren.» «Ja, Euer Ehren.» ... Alle ausser Toto. Toto schien mehr sagen zu wollen. Toto schien helfen zu wollen. Und der Staatsanwalt wollte nicht, dass sie helfe. «Sie sagen,-dass Sie sie dem Verstorbenen vorgestellt hätten?» «Ja, am Tage der Ambassador-Modeschan sagt er zu mir, sagt er...» «Ja oder nein?» «Ja — Sir...» «Waren Sie bei dieser Abendgesellschaft in der Wohnung der Beschuldigten am Abend des zweiten April anwesend?» «Sehen Sie, das war so. Mein Freund sagt zu mir, sagt er...» «Ja oder nein?» «Nun, er braucht mich nicht so anzufahren Euer Ehren. Nicht wahr?» «Beantworten Sie die an Sie gestellten Fragen, Miss, in möglichst direkter Weise.» «Ja, Euer Ehren. Natürlich war ich anwesend. Sehen Sie, es war so...» «War die Beschuldigte Ihre Gastgeberin, an diesem Abend?». «Ja, sehen Sie...» «Gab es alkoholische Getränke?» «Jaa, aber...» «Um wieviel brach die Gesellschaft auf?» «Ich — erinnere mich nicht...» «Vier Uhr morgens?» «Nein, es war nicht mehT als...» «Drei?» «Nein.» «Zwei?» (Fortsetzung folgtJ

- 1935 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Das Avus-Rennen. Die Avus steht im Zeichen des grossen Kampfes, der sich dort am Sonntag abwickeln wird. Die 21 Wagen sind teils per Eisenbahn, teils per Speziallastwagen eingetroffen und haben bereits ihre ersten Probefahrten unternommen. Ueberall wird fieberhaft gearbeitet, die Maschinen, die zusammen über einige tausend PS. verfügen, erhalten noch ihren letzten Schliff. Die Auto-Union hat an ihren Wagen nun auch hinten Torsionsfedern angebracht, und es sieht aus, als ob das Chassis direkt auf der Radachse liegen würde. Man erhofft durch diese Aenderung eine noch ausgeprägtere Bodenhaftung. Die in Tripolis erstmals angewendete Umhüllung des Führersitzes mit durchsichtigem Cellon wird für die Avus beibehalten. Der" Fahrer kann über die oben offene Cellonschutzscheibe hinaus sehen oder sich mit dem Kopf in den Windschatten bücken. Das Lenkrad ist hochklappbar, andernfalls könnte der Pilot gar nicht in seinen Sitz hineinkriechen, so eng und genau ist alles berechnet. Bekanntlich wird das diesjährige Avus-Rennen in zwei Vorläufen und einem Endlauf ausgetragen. Diese Lösung ist unbedingt zu begrüssen, bietet sie doch dem Zuschauer drei Rennen, von denen bei einer Besetzung, wie sie die Avus aufweist, eigentlich jedes einzelne eine für sich abgeschlossene Konkurrenz von internationalem Format darstellt. Die Verteilung der Fahrer auf die Vorläufe erfolgt durch das Los, und zwar derart, dass beide Vorläufe möglichst gleich stark besetzt sind. Die vier schnellsten aus jedem Vorlauf gelangen in den Endlauf. Die Reihenfolge der Rennen wurde so festgelegt, dass den Fahrern, die sich aus dem zweiten Vorlauf für den Endlauf qualifizieren, zwischen den beiden Rennen genügend Zeit bleibt, um ihre Wagen für den Endkampf vorzubereiten. Man hat daher zwischen dem zweiten Vorlauf und dem Endlauf ein Motorradrennen eingeschaltet, das über fünf Runden führt. Der Zuschauer wird somit dauernd in Spannung gehalten, denn kaum in einem' andern Rennen wird quantitativ und qualitativ so viel geboten, wie auf der .Avus am kommenden Sonntag. Im übrigen verweisen wir auf unsere ausführliche Vorbesprechung in letzter Nummer. Die Nennungen. Stuck (Auto-Union) Balestrero (Mastrati) Varzi (Auto-Union) Barblerl (Alfa Romeo) Prinz Leiningen (Auto- Etancelin (Maserati) Union) Rosemeyer (Auto-Union) Zehender (Maserati) Caracciola (Merc-Benz) Siena (Maserati) Brauchitsch (Merc.-Beru)Nuvolari (Alfa Romeo) Fagioli (Mercedes-Benz) Chlron (Alfa Romeo) Geier (Mercedes-Benz) Dreyfus (Alfa Romeo) Ruesch (Maserati) Farina (Maserati) Hartmann (Maserati) Ghersi (Maserati) Dudley Froy (Bugatti) Der Grosse Preis der Picardie. Dieses Rennen, das kommenden Sonntag auf der 9,765 km langen Rundstrecke von Peronne zur Austragung gelangt, hat eine sehr gute 'Besetzung gefunden. Fahrer wie Sommer, Wimille, Soffietti, Benoist, Lord Howe, Lehoux und Falchetto werden sich während vierzig Runden um die SiegeSehren messen. Lehoux soll übrigens, wie aus der französischen Presse zu entnehmen ist, mit dem Sefac-Wagen am Start erscheinen, mit dem kürzlich auf der Montlhery-ßahn die ersten Versuchsfahrten unternommen wurden, die sehr zur Zufriedenheit der Konstrukteure und des Fahrers ausgefallen sind. Man darf gescannt sein auf das Debüt dieser schon lang erwarteten Neukonstruktion. Allerdings wird sich die Sefac-Maschine im Qrossen Preis der Picardie noch nicht der Extra- Klasse gegenübersehen, aber trotzdem wird man sich ein ungefähres Bild über deren Leistungsfähigkeit machen können. Bekanntlich verfügt dieser jüngste französische Rennwagen nur über einen Zylinderinhalt von 2760 ocm und kommt auf eine Tourenzahl von 6—7000 Tour/Min. Man muss sich fragen, warum die Konstrukteure einen so kleinen Inhalt gewählt haben, weisen doch alle in letzter Zeit gebauten Rennmaschinen über drei und einige sogar über vier Liter Inhalt auf (Auto-Union 4,96 Liter). Man kann sich daher nicht so recht vorstellen, dass der Sefac-Wagen den Kampf mit Mercedes-Benz, Auto-Union, Maserati oder dem demnächst erscheinenden neuen Alfa Romeo mit Aussicht auf Erfolg aufnehmen kann. Er wird wahrscheinlich sogar Mühe haben, im Grossen Preis der Picardie gegen den 3,2-Liter- Alfa.Romeo von Sommer oder den Bugatti von Wimille bestehen zu können. Immerhin wird es interessant sein, den Sefac in einem Rennen verfolgen zu können und Aufschluss darüber zu erhalten, wie der Wagen die Strasse hält, wie die Bremsen funktionieren, ob das Getriebe zuverlässig ist .und vor allem, ob der Motor schon soweit entwickelt ist, dass er eine Strecke von 400 km anstandslos durchhält. Im Grossen Preis der Picardie werden sich auch zwei Frauen beteiligen, nämlich Mme Itier (Bugatti) und Mlle Helle-Nice (Alfa Romeo), die beide schon durch ihre Erfolge, sowohl in Sternfahrten als auch in Rennen, bekannt sind. Im letzten Jahr wurde der Grand Prix der Picardie von Falchetto (Maserati) mit einem Stundenmittel von 127,5 km/St, gewonnen, vor Sommer (Alfa Romeo), Brunet (Bugatti) und Braillärd (Bugatti). Die Nennungen. Sommer (Alfa Romeo) Brunet (Maserati) Cazeaux (Bugatti) Longueville (Bugatti) * Villapadierna (Maserati) Delorme (Bugatti) Mlle Helle-Nice (Alfa Romeo) Soffietti (Maserati) Lehoux (Sefac) Falchetto (Maserati) Lord Howe (Bugatti) Benoist (Bugatti) Wimille (Bugatti) Mme Itier (Bugatti). Um den hohen Geschwindigkeiten entgegenzusteuern, sind in diesem Jahre auf der längsten Geraden einige «Schikanen» aufgestellt worden, so dass der 1934 von Falchetto aufgestellte Durchschnitt von 127,5 km/St. kaum überboten werden kann. Mays gewinnt das Shelsley-Walsh-Bergrennen. Rekord von Whitney Straight zwei« mal unterboten. Das am letzten Samstag auf einer Strecke von nur 1000 Yards zur Austragung gekommene Bergrennen sah Mays (E.R.A.) als zweifachen Sieger in den Klassen 1500 ccm und 2000 ccm. Beidemal vermochte er die Strecke in neuer Rekordzeit zu bewältigen, indem er die im letzten Jahr von Whitney Straight benötigte Zeit von 40 Sekunden unterbot. In der kleinen Klasse brauchte, er 39 4/5 Sek., und in der Klasse 2000 ocm 39 3/5 Sek. Miss Evans, die einen M.G. Midget führte, verbesserte den Rekord für Frauen um 1 i/5 Sek. auf 45 2/5 Sek. Der Weltrekordman Sir Campbell erschien nach zehn Jahren wieder erstmals an diesem Rennen und steuerte einen alten 12 Zylinder 4 Liter *Sunbeam; er wurde in seiner Klasse Erster mit 44..2/5 Sek. Der 3-Liter-Maserati, der 1934 unter der Führung von Whitney Straight die Rekordzeit von 40 Sek. erreichte, war letzten Samstag ebenfalls von der Partie und brauchte mit H. Rose am Steuer für die 1000 Yards 45 1/5 Sek. Die Mehrzahl der Rennwagen rückte mit doppelter Hinterradbereifung auf, so auch der Sieger des Tages, Raymond Mays. Das Klassement; Klasse 750 ccm: i. Driscoll (Austin), 43*/s Sek.; 2. Goodacre (Austin), Wk Sek. Klasse 1100 ccm: l. Hall (M.G.), 44 1 /« Sek.; 2. Rigby (M. G.), 46*/s Sek. Klasse 1500 ccm: 1. Mays (E.R.A.), 39V* Sek.; 2. Hall (M. G.); 43V« Sek. Klasse 2000 ccm: 1. Mays (E.R.A.), 39V« Sek. (Neuer Rekoxd); 2. Eeson-Scott (Bugatti), 44 Sek. Klassi 3000 ccm: 1. Sbuttleworth (Alfa Romeo), 43V« Sek.; 2. Staniland (Bugatti), 43V» Sek. Klasse 5000 ccm: 1. Campbell (Sunbeam), 44Vs; 2. Hall (Bentley), 47»/s Sek. Klasse über 5000 ccm: 1. Lycett (Bentley), 49 3 / 5 Sek. Akt.-Ges. R. & E. HUBER, Pfäffikon (Zeh.) Der Schauplatz des Avus-Rennens. Die beiden Gegengeraden von der Tribüne aus gesehen. Das Rennen von Indianapolis gelangt in diesem Jahr am 30. Mai zur Durchführung und wird sämtliche amerikanische Elite-Fahrer vereinigen. Die Piste von Indianapolis gleicht einem Viereck mit abgerundeten Ecken und führt über eine Strecke von 2,5 Meilen (4 km). Das Rennen geht über 500 Meilen und gilt als ausserordentlich gefährlich. Die Bahn von Indianapolis wurde schon im Jahre 1909 erbaut, und seit 1911 werden darauf Rennen über 500 Meilen (ca. 800 km) ausgetragen. Die Tribünen, die sich fast über die Hälfte der Piste dahinziehen, fassen 65.000 Personen, während Parkplätze für über 15.000 Wagen vorhanden sind. Die Kurven sind ziemlich stark überhöht, und gerade dieser Umstand bedeutet die grosse Gefahr im Rennen. Durch die schiefe Ebene wird das Kippmoment der Wagen so gross, dass ein TJeberschlagen derselben beinahe ausgeschlossen ist. Der Fährer weiss das und geht somit mit übersetzter Geschwindigkeit in die Kurven; sein Wagen kann, ja nicht stürzen, er kommt höchstens ins Schleudern, aber oft so stark, dass er seine hohe Geschwindigkeit verliert und der Nachkommende in ihn hineinrast Ẇie wir schon früher meldeten, haben sich für dieses grösste der amerikanischen Rennen nicht weniger wie 58 Fahrer eingeschrieben. Jedoch können in Anbetracht der nicht sehr breiten Piste nur 33 zugelassen werden, so dass die Piloten- vor dem Rennen Qualifikationsrunden zu fahren haben. Ford hat zehn und Miller vier Wagen gemeldet, alle mit Vorderradantrieb. Interessant ist, dass kein einziger 6-Zylinder mit von der Partie sein wird. 27 verfügen über vier, 30 über acht und einer über 16 Zylinder. Die favorisierten Piloten sind alles Einzelfahrer. Darunter in erster Linie mal Cummings, der Sieger vom letzten Jahr, dann Meyer, Mauri Rose (der den einzigen Wagen mit Vierradantrieb steuert), Shaw, Gulotta, Rex Mays, Moor, de Paolo. Gordon und Brisko. £p»«»»t an d«»» Stfaweiz Das nationale Rundstreckenrennen für Automobile. Als Auftakt zum II. Grossen Preis der Schweiz, welcher am Sonntag, den 25. August ausgefahren wird, soll am Vortage erstmals ein Rundstreckenrennen in kleinerem Ausmass zur Durchführung gelangen, das Fahrern schweizerischer Nationalität oder Inhabern einer vor 1935 ausgestellten schweizerischen Lizenz offen ist. Der Leitgedanke, welcher zu dieser Veranstaltung führte, war der Wunsch, den jüngeren schweizerischen Autosportsleuten im Inlande Gelegenheit zu bieten, sich mit der Technik der Rundstrecken-Rennen, als der automobilistischen Sportdisziplin vertraut machen zu können, die heute schon im Auslande als die populärste und meistvertretene gilt. Unsere Nachwuchsfahrer haben aber nur dann Aussicht, an fremden Konkurrenzen teilnehmen zu können, wenn sie sich bereits durch Erfolge im Inland über eine gewisse Eignung und Fahrkunst ausgewiesen haben. Bevor die nicht unbeträchtlichen Vorarbeiten an Hand genommen werden sollten, wünschte sich die Rennleitung über die Beurteilung des Projektes durch die in Frage kommenden Sportleute zu orientieren. Eine daherige Umfrage bei den Lizenzinhabern ergab nun ein überaus erfreuliches Interesse, indem rund 20 Fahrer sich nicht nur zu Gunsten der Austragung dieses' Rennens aussprachen, sondern schon mehrheitlich ihre vorläufige Anmeldung abgaben. Es ist daher bestimmt damit zu rechnen, dass das Organisationskomitee die Ausschreibung beschliesst und demnächst erfolgen lässt. Das Datum des 24. August ist vorsorglicherweise rechtzeitig im nationalen Sportkalender belegt worden, so dass auch in formeller Hinsicht der Durchführung nichts im Wege steht. Das Rennen wird umso mehr als eine willkommene Bereicherung des Sportprogrammes begrüsst, als von den ursprünglich vorgemerkten Veranstaltungen der Grosse Preis von Montreux, sowie das Bergrennen von Walzenhausen in Wegfall kommen. Das in seinen Grundzügen bereits festgelegte Reglement sieht ein Rennen über 14 Runden von Total 101,9 km Distanz vor. Teilnahmeberechtigt sind Sport- und Rennwagen, die getrennt bewertet werden. Im weiteren erfolgt eine Unterteilung der Maschinen nach dem Zylinderinhalt in zwei Klassen und zwar bis zu 1500 ccm und darüber hinaus. Es sind für sämtliche Klassen und Wertungsgruppen je zwei Bar-Preise für die beiden Erstplazierten von Fr. 250.— und Fr. 150.— vorgesehen. Dazu kommen noch Speziaipreise dn bar für den schnellsten Fahrer der Sport- und der Rennwagen. Der Grosse Preis der Schweiz erfährt /iurch das Nationale Rundrennen eine Ergänzung, welche die Bedeutung der ganzen Veranstaltung noch erhöht und der Bundesstadt als Fest- und Gastort gewiss sehr willkommen sein wird. Der nächste ;«Autler*reierabend» erscheint als erweiterte- Pfingst-Sondernummer.