Aufrufe
vor 3 Monaten

E_1935_Zeitung_Nr.043

E_1935_Zeitung_Nr.043

L Das imposanteste Werk

L Das imposanteste Werk des Automobilfaches ist unstreitig das Schweizerische Automobil-Adressbuch Für alte im schweizerischen Automobilgewerbe irgendwie interessierten' Personen und Unternehmungen bedeutet dieses Nachschlagewerk der Branche eine Fundgrube für geschäftliche Anbahnungen. Sein im August 1934 erschienener Hauptfeil umfasst zunächst ein Adressbuch des Gewerbes selbst mit Angabe, in welcher Eigenschaft die Betreffenden im Automobilfache tätig sind. Ein Spezialitätenregister gibt an, wo die für Werkstätte und Handel nötigen Werkzeuge, Utensilien, Ersatzstücke, Fertigfabrikate und Rohmaterialien erhältlich sind. Und ein in der alphabetischen Reihenfolge der Marken geführtes Register gibt Auskunft, wer ihre Haupt- und Untervertretungen auf den einzelnen Plätzen ausübt. Das Kernstück des Werkes ist aber unstreitig das Verzeichnis der Personen- und Lastwagenbesitzer der einzelnen Kantone mit Angabe der P. S., Marke, Konstruktionsjahr 75,000 Personenwagen 20,000 Lastwagen 3,000 Traktoren und Anhänger Während die übrigen Teile des Buches die Zusammensetzung des Schweiz. Automobilgewerbes aufzeigen, orientiert dieser Teil nicht nur über den Aufomobilbestand an sich, sondern auch über seine Zusammensetzung. In der Reihenfolge der kantonalen Kontrollnummern geführt, eignet sich das Verzeichnis auch dort zur Feststellung der Eigentümer, ihres Berufes und ihrer Adresse, wo nur die Wagennummer bekannt ist. Das Schwergewicht liegt indessen ffir das Autogewerbe auf den Angaben darüber, welche Wagenmarke der einzelne Besitzer fährt, welches Alter und welche PS der betr. Wagen hat. Angesichts der vitalen Bedeutung, die dieses Verzeichnis für die Interessenten hat, hat sich unser Verlag in Kenntnis der Tatsache, dass beim letztjährigen Erscheinen des Hauptwerkes ein grosser Teil des Schweiz. Wagenbesitzes noch nicht umnummerierf war und deshalb nicht aufgenommen werden konnte, zur Herausgabe eines Nachtrages entschlossen. Er ist soeben erschienen und enthält nun auch die letzten Neukäufe des Jahres 1935 und gibt im Zusammenhang mit dem Hauptwerk auch Auskunft über die Car Alpins sowie die Anhänger und Traktoren. Wir offerieren den letztjährigen Bezügern des Hauptwerkes den Nachtrag zum Vorzugspreis von Fr. 12.—. Hauptwerk und Nachtrag zusammen werden zu Fr. 32.— abgegeben. Der im Hauptwerk vorhandene gewerbliche Teil hat an seiner Aktualität nur wenig eingebüsst und bedurfte keines Nachtrages, sondern nur das Besitzerverzeichnis, das nun bis Mitte Mai 1935 fortgesetzt ist. Bücherzettel. von Senden Sie sofott per Nachnahme: Ex. Nachtrag zum Besitzerverzeichnis des Schweiz. Automobil-Adressbuches 1934 zum Preis von Fr. 12.—. Ex. Schweiz. Automobil-Adressbuch 1934 mit Besitzernachtrag 1935 zusammen zum Preis von Fr. 32.—. , den , A Verlag Hallwag Bern AUTOMOBIL-REVUE 1935 - No 43 Die Unfall - Versicherungs- Institutionen der Automobil-Revue: Wir haben in den letzten Monaten zwei in ihrer Anwendungsform verschiedene, jedoch unter dem gemeinsamen Nenner « Dienst am Abonnenten » marschierende Institutionen zur Milderung der Folgen körperlicher Unfälle geschaffen. Unsere Leser erhalten im Nachstehenden einige nähere Angaben über Zweck und Ziel dieser Institutionen. Die Unfallversicherung des Lenkers und einer zweiten Person (Ausgabe B): Gemüse dem neuen Eidg. Automobilgesetz sind der Halter, und sinngemäss auch der Chauffeur, und dessen Blutsverwandte (Eltern, Ehegatten und Kinder) nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflicht inbegriffen. Wie die Erfahrung gezeigt hat, verfügen aber bei weitem nicht alle Automobilbesitzer, geschweige denn die Chauffeure oder sonstigen Lenker über eine private Unfallversicherung mit Ergänzung für den Autobetrieb. In der Regel behelfen sie sich mit einem 'Versicherungsheft, in welchem sämtliche, nicht nur die beim Autofahren entstehenden Unfälle, ebenso die Mitversicherung von Frau, Mutter oder Tochter eingeschlossen eind. Auch unsere Versicherungsklasse B schliesst alle häuslichen und beruflichen Unfälle Die Versicherung der Fahrgäste beim Automobilfahren durch das Spezial-Abonnement C. Mit dieser Verbindung des Zeihmgsabonnements mit der Insassenversicherung betritt die Automobil- Revue versicherungstechnisches Neuland. Während die gewöhnliche Zeitungsversicherung, auch unserer Ausgabe B, die die Versicherung des Lenkers im Auge hat, starr an die einmal gewählten 2 Personen gebunden ist, sind bei der Insassenversicherung der Automobil-Revue immer sämtliche Fahrgäste ohne besondere Nennung versichert. Hier ist dem Automobilbesitzer, der in der Regel mit einer grössern Zahl Blutsverwandter ausfährt, Gelegenheit geboten, zu äusserst günstigen Bedingungen eine Kollektiv-Familienversicherung für das Automobilfahren einzugehen. Die Kosten betragen nur Fr. 20.— im Jahr. Nimmt er noch weitere Verwandte, Freunde, Bekannte, Kollegen. Geschäftsfreunde etc. mit, die als Drittpersonen zwar schon im In- und Ausland ein, auch kann eine zweite weibliche Person mitversichert werden. Die Entschädigungen bewegen sich in den für diese Versicherungsform gesetzlich überhaupt zulässlichen Höchstgrenzen, sie betragen: Fr. 5000.— im Todesfall, Fr. 5000.— im Falle gänzlicher Invalidität, bis Fr. 5000.— in Teilinvaliditätsfällen, Fr. 2.— Taggeld pro Arbeitstag bei vorübergehender gänzlicher Arbeitsunfähigkeit vom 8. Tage nach Beginn der ärztlichen Behandlung an bis zum Höchstbetrage von Fr. 50.—. Gültig ist die Versicherung für Personen vom 16.—75. Altersjahr. Der Versicherungsbeitrag ist im Jahr nur 20 Fr., das Abonnement kommt also nur auf 30 Fr. Wir laden unsere Abonnenten ein, von den in ihrem Interesse getroffenen Versicherungseinrichtungen, die durch die Allgemeine Versicherungsaktiengesellschaft in Bern gewährt wurden, recht regen Gebrauch zu machen. Auf dem zutreffenden der beiden untenstehenden Formulare -wolle man uns mitteilen, ob mit Beginn des 2. Halbjahres 193S Einschreibung auf die eine oder andere unserer beiden Versicherungsarten gewünscht wird. Zur Orientierung sei mitgeteilt, dass bei beiden Versicherungsklassen, die mit der Zeitung zusammen Fr. 30 im Jahr kosten, der Einzug vierteljährlich mit Fr. 7.50 per Nachnahme erfolgt und der Nachnahme die Versicherungsbestätigung mit den Allgemeinen Bedingungen beigegeben wird, für die eine einmalige Einschreibegebühr von Fr. 2 zu entrichten ist Neue Abonnenten können sich ebenfalls schon beim Eintritt für die eine oder andere Versicherungsklasse entscheiden. VERLAG « AUTOMOBIL-REVUE >, BERN Auszug aus dwi allgemeinen Bedingungen: Von der Versicherung ausgeschlossen sind mit schweren Gebrechen behaftete Personen, nämlich Taube, Blinde, hochgradig in der Sehkraft geicbwächte oder stark schwerhörige Personen, ferner Epileptische, ganz oder teilweise Gelähmte, Geisteskranke, sch«n einmal vom Schlagfluss Betroffene und Trunksüchtige, ferner solche, die durch Krankleit oder Unfälle invalid geworden sind und deren Abonnent Marne . Vorname, Beruf Geburtsdatum . . . Wohnort und Adresse . unter die Haftpflichtversicherung fallen, so sind diese doppelt versichert, werden also bei Unfällen von beiden Versicherungen entschädigt, mit dem Unterschied jedoch, dass bei der Insassenversicherung der Automobil-Revue die Abwicklung prompt erfolgt. Gegebenenfalls wird nur untersucht, lob der Unfall in dem dem versicherten Abonnenten gehörenden Wagen stattgefunden hat und im Zeitpunkt des Unfalls das Abonnement C vorausbezahlt war. Auch im übrigen zeichnet sich unsere Ausgabe G durch den Wegfall der sonst üblichen Formalitäten aus. So braucht in der Police weder die Nummer des Wagens oder des Motors angegehen zu werden; die Versicherung gilt ohne weiteres bei Kauf eines andern Wagens auch für diesen, noch mehr, bei Besitz von zwei Wagen kann der eine oder der andere benützt werden. Der Lenker des Wagens ist bei der Insassenversicherung, wie dies schon der Name umschreibt, nicht versichert; ist er zugleich Besitzer, so verfügt er ja für seine Person in der Regel schon über eine eigene Versicherungspolice; ist er Chauffeur, so trifft schon die Voraussetzung des Eigentums des Wagens, an den die Insassenversicherung gebunden ist, in der Regel nicht zu; beiden steht übrigens die gewöhnliche Unfallversicherung B offen. Die Entschädigungssummen betragen bei der Insassenversicherung (Ausgabe C) im Todesfall Erwachsener und Kinder über 5 Jahre 5000 Fr., für Kinder unter 5 Jahren die effektiven Bestattungskosten, Maximum 1000 Fr., bei Invaliditätsfällen bis Fr. 5000.— für Erwachsene und Kinder. Pro Unfallereignis werden maximal 15.000 Fr. ausbezahlt. Gibt es bei einem Unfall nur bis 3 Verletzte, werden die bedingungsweisen Entschädigungen für jede Person in vollem Umfang ausbezahlt; bei 4 und mehr Verletzten wird der Betrag von 15.000 Fr. unter sämtliche Verletzten verteilt, gleichgültig, wieviel Personen sich zur Zeit des Unfalls im Wagen befanden. Fügen wir noch bei, dass diese Versicherung für Besitzer von mehr als 3 Personenwagen und für den gewerbsmässigen Personentransport keine Gültigkeit hat, so tritt die Absicht de« Verlages, hauptsächlich dem privaten Fahrer ungesorgte Geschäfts- und Erholungsfahrten zu vor-^ schaffen, deutlich hervor. Für Abonnenten, welche mehr als 2 Wagen besitzen, hat diese Versicherung keint Gültigkeit, ebenso nicht für den angestellten Chauffeur. »Jame des Abonnenten und Wagen- ! Eigentümers Beruf Ort . . c | -••• Postbureau: *) Nichtzutreffendes streichen- Bestellung der Verslcherungs-Ausgabe B der Automobil-Revue (Allgemeine Unfallversieheruno aes Abonnenten). bisheriger Als neu eintretender *) Abonnent bestelle ich di* Automobil-Revue ab 1. Juli 1935 in der Ver- Sicherungs-Ausgabe B vorläufig für 1 Vierteljahr. Darnach bin ich und die unten angegebene zweite Person nach einer 14ttgigen Wartezeit für 5000 Fr. im Todesfall, bis 5000 Fr. in Invaliditätsfällen und mit 2 Fr. Taggeld pro Arbeitstag bei vorübergehen der gänzlicher Arbeitsunfähigkeit vom 8. Tage nach Beginn der ärztlichen Behandlung an bis zum Höchstbetrage von Fr. 50.— bei der Allgemeinen Versicherungs-Aktien-Gesellschaft in Bern gegen Unfälle beim Automobilfahren, auf Reisen im Inund Ausland, zu Hause, in und ausser Beruf, versichert. Invalidität nach den vorliegenden Bedingungen mH 40 % oder höher zu schätzen ist. Bei der Schweiz. Unfallversicherungsanstalt La- f zern « Suval > versicherte Personen haben nur ir • dem Masse Anspruch auf Taggeldvergütung, als dei von ihnen erlittene Schaden nicht durch Leistung von anderer Seite (Suval usw.) voll gedeckt ist. Di« Todesfall, oder Invaliditätszahlungen werden hiervon jedoch nicht betroffen, sie gelangen voll wu Auszahlung, ebenso das Sterbegeld. Bestellung der Versicherungsausgabe C (Vers! cherung der Insassen ohne AHersbeschränkimg). bisheriger Als neu eintretender *) Abonnent bestelle Ich die Automobil-Revue ab 1. Juli 1935 in der Versicherungsausgabe C vorlSufig für 1 Vierteljahr. Darnach sind die Insassen und Kinder Ober 5 Jahre des mir gehörenden Personenwagens mi* " '-"> Hs« Lenkers, bei der Allgemeinen Versicherungs-Aktien-Gesellschaft in Bern für Autor, obllunfälle im Todesfall mit 5000 Fr., in Invaliditätsfällen bis zu 5000 Fr., Kinder unter 5 Jahren ,,» ,

N° 43 - 1935 AUTOMÖBlC-RBVUE 15 jkus d« Links- oder Rechtsvortritt im Strassenverkehr? Sha. — Es ist erstaunlich, dass sich immer wieder Fahrer und Nichtfahrer zum Worte melden, denen das in Art. 27 des Bundesgesetzes über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr festgelegte Vortrittsrechts des von rechts kommenden Fahrzeuges an Strassenkreuzungen und -gabelungen zum Problem wird und die dem von links kommenden Fahrzeug das Vortrittsrecht einräumen wollen.- Sie vermögen dabei die angebliche Gefährlichkeit des gesetzlichen «Rechtsvortritts» und die Ueberlegenheit des « Linksvortritts > mit anscheinend zwingenden logischen Ueberlegungen zu begründen. Und doch findet man bei genauerem Zusehen, dass alle diese JBegründungen des Linksvortritts im wesentlichen zwei. Ueberlegungsfehler zur Voraussetzung haben. Diese sollen im folgenden besprochen werden. — Der erste Fehler ist die Meinung, dass zur Ver- «neidung einer Kollision, die doch notgedrungen nur tm Kreuzungspunkte der beiden Fahrbahnen stattfinden kann, ein Anhalten schon in der Linie der Häuserflucht, also schon vor der Kreuzung, notwendig sei. Daraus folgt dann nämlich, dass der ron links Kommende eine kürzere Strecke zum Bremsen zur Verfügung habe als der von rechts Kommende und dass man deshalb ihm den Vortritt lassen müsse. Statt dessen sind aber in Wirklichkeit allein jtnassgebend die Strecken, die den beiden Fahrzeu- 'gen vom Eintritt in die Sichtzone an bis zum Kreu- ,?ungspunkt ihrer Fahrbahnen als Bremswege zur ..Verfügung stehen. Und diese Strecken sind für beide • •Fahrzeuge.genau gleich, denn sie stellen einfach die .Seiten eines gleichschenklig-rechtwinkligen Dreiecks 'dar. Hinsichtlich des Bremsweges (und der Sichtverhältnisse überhaupt) ist somit keiner der Fahrer • gegenüber dem anderen im Nachteil, und es kann von diesem Gesichtspunkt aus weder für den Liriksnoch für den Rechtsvortritt entschieden werden. ;• Eine Entscheidung bringt aber die Erkenntnis des zweiten Ueberlegungsfehlers: In den meisten erschienenen Figuren sind nämlich die Bewegungsbahnen der beiden Fahrzeuge als strenge Gerade eingezeichnet, und ebenso sind die Ueberlegungen so gemacht, als ob die Fahrzeuge nur auf einer bestimmten geraden Linie entweder fahren oder anhalten könnten, wie etwa die Strassenbahnwagen auf ihren Schienen (eindimensionale Bewegung). Uebersehen wird dabei regelmässig die wichtigste Eigenschaft des Automobils im Gegensatz zum Schienenfahrzeug: nämlich seine Lenkbarkeit, dank der ihm zur Vermeidung einer Kollision neben der einen "Möglichkeit des Anhaltens noch die weitere des Ausweichens, des Umifahrens des Hindernisses zur Verfügung steht (zweidimensioiiale Bewegung). In der Praxis werden deshalb bei Kreuzungen auch immer •beide Hilfen angewendet: das im Nachteil befindliche Fahrzeug umfährt, ohne ganz anzuhalten, die Rückseite des den Vortritt geniessenden Fahrzeuges, und auch dieses weicht in den meisten Fällen dem anderen durch einen kleinen Bogen aus. Diese 'Fährweisö ist nicht nur psychologisch verständlich, •sondern auch fahrtechnisch richtig, denn, sie verlängert die verfügharen Bremswege und vermeidet das. mit Recht so unbeliebte Anhalten. Sie ergibt .also erst das, was man gemeinhin als < flüssigen »• •Verkehr-Bezeiehriet.'^ "' " •'•'.< •-•- = Wenn nun aber das von links kommende Fahr- .zeug den Vortritt geniesst, so wird es dem von rechtg kommenden etwas nach links ausweichen, und dieses seinerseits, wird durch einen kleinen Linksbogen das erstere umfahren. Resultat: Beide-Fahrzeuge durchfahren die Kreuzung in der Strassenmitte oder sogar auf der linken Strassenseite, was natürlich nur so lange gut abgeht, als kein drittes Fahrzeug gleichzeitig eintrifft. Noch schlimmer wird es, wenn auf einem grösseren Platze sich, dieses Manöver mehrmals nacheinander wiederholt, da dabei die Fahrzeuge rettungslos immer menr auf die .linke Seite geraten. Kurz: Links vortritt verleitet unfehlbar zum Linksfahren, d. n. zum Verstoss gegen unsere oberste Verkehrsregel. Wird dagegen dem von rechts kommenden Fahrer das Vortrittsrecht eingeräumt, so wird er bei der Kreuzung einen schwachen Rech'tsbogen in die rechte Seitenstrasse machen, und der änderte wird, zur ;Vertneidung gänzlichen Anhaltens, ebenfalls in einem Rechtsbogen ihn hinten umfahren. Resultat: Das. Rechtsfahren wird'durch den Rechtsvortritt nicht nur, unterstützt, sondern geradezu erzwungen. Beim Eintreffen mehrerer Fahrzeuge auf der Kreuzung ergibt sich daraus automatisch der sogenannte Kreiselverkehr um die unberührte (dem Fussgänger als Insel willkommene!) Mitte der Kreuzung. Erweitert man die Ueberlegung auf grosse Plätze, so erkennt man den Rechts vortritt in diesem Sinne des gegenseitigen Umfahrens statt einseitigen Anhaltens als logischen Spezialfall der Regel des Rechtsausweichens: Man weicht nicht nur einem entgegenkommenden, sondern auch einem von irgend einer Seite kommenden Vehikel ausnahmslos nach rechts aus, wobei gänzliches Anhalten nur selten notwendig ist. Auf diese Weise bewirkt der Rechtsvortritt bei grossem Verkehr eine automatische Verkehrsregulierung, indem der Fahrzeugstrom sich andauernd und von selbst immer wieder an den rechten Strassenfand anschmiegt und die Mitte freilässt. Der Linksvortritt dagegen führt zu einer Zusammendrängung des Verkehrs in der Mitte der Plätze, während die Peripherie unbenutzt' bleibt. Man kann sich von der praktischen Gültigkeit dieser Ueberlegungen auf den Strassenkreuzungen • und Plätzen der Städte leicht durch die Anschauung überzeugen, denn es gibt trotz der Polizeivorschrift des Rechtsvortrittes noch viele Fahrer, die sich £Üch als von links Kommende den Vortritt erzwingen. Bei diesem Manöver kann man regelmässig beobachten, dass beide Fahrzeuge in die Strassen- "mitte oder sogar auf die linke Seite gedrängt werden. Ebenso leicht ist im Gegensatz dazu das saubere Rechtsfahren bei Rechtsvortritt zu beobachten. Es bedarf ferner die theoretische Behauptung, ! dass hei spitzwinkliger Kreuzung im Grenzfall der Linksvortritt in das normale Linksvorfahren übergehe, der Berichtigung. Dadurch würde nämlich •aus- dem Linksvortrittsrecht ein Linksvorfahrrecht, demzufolge beim Linksvorfahren nicht der Vorfahrende, sondern der unschuldige Rechtsfahrende mit der Verantwortung für das Gelingen des Manövers belastet würde! Auch hier führt der Linksvörtriti zum Konflikt mit den übrigen Verkehrsregeln. Die Tatsache, dass sich die Gegner des Rechtsvortritts, und zwar sowohl die theoretischen wie die praktischen, fast ausschliesslich aus Fahrern rekrutieren, die an Wagen mit Linkslenkung gewöhnt "sind, ist bezeichnend; denn man findet gerade bei •diesen, als Folge der mangelhaften Uebersicht über die rechte Wagenseite, eine auffällige Tendenz zum Linksfahren und, bei Ueberrascnungen, sogar sum Linksausweichen. " < Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Linksvortritt als Fremdkörper in dem logisch zusammenhängenden System der Fahrregeln Unordnung schafft, während die gegenteilige Lösung, der Rechtsvortritt, als natürlicher Spezialfall der Regel des Rechtsausweichens sich zwanglos in das System einfügt. Es ist jedoch zu betonen, dass auch der Rechtsortritt nur dann wirklich Ordnung und Sicherheit zu schaffen vermag, wenn er nicht nur im Sinne eines fakultativen Rechtes, sondern vielmehr einer direkten Verpflichtung für alle Fahrzeugführer verbindlich angewendet wird. Ausnahmen, •wie sie bei Hauptstrasseri etwa .nötig sind, müssen dann selbsterständlich durch' eine' si.nngemässe Bezeichnung besonders, sanktioniert werden. Es erscheint dann unnötig, dass sich die-Fahrer beim Kreuzen' zuerst durch irgendwelches Gewinke oder Gehupe' darüber verständigen, ob diesmal die Regel oder "lieber die Ausnahme gelten soll. Der Rechtsvojtrit.t bringt im egenteil auf Kreuzungen eine wesentliche Erleichterung dadurch, dass alle Fahrer für das Heil ihrer linken Wagenseite nicht mehr. besorgt sein müssen und ihre Aufmerksamkeit deshalb, ungeteilt nach rorne rechts konzentrieren können. Eine solche Arbeitsteilung erhöht die Sicherheit wesentlich. .A.S.inZ. Blühen die versteckten Kontrollen wieder auf? Seit einigen' Tagen, entwickelt • die Verkehrspolizei an verschiedenen Orten eine vermehrte Tätigkeit. Ob dies, als Folge des für die Bahnen nicht gerade rbaülichen Ausganges der Abstimmung über das Verkehrsteilungsgesetz ist, sei dahingestellt. Auf alle Fälle erfreuen sich die Lastwagen der besonderen Aufmerksamkeit der Henriandad. Die Kontrollen sind irgendwo in Deckung postiert und überwachen die Fahrgeschwindigkeit der schweren Fahrzeuge. Es genügt "offenbar eine geringe Uebertretung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten, um dann einige Tage darauf mit einer Busse bedacht zu werden. Soll die wenig rühmliche Aera der Kontrollen aus dem Hinterhalt wieder aufblühen? " •'•••• P. N. in Z. ~c.s* zeichnen: Zwecks Vervollständigung unserer diesjährigen Jubiläumsfeier wird jedes einzelne Mitglied gebeten, sich diesbezüglich zu betätigen; Vorschläge von interessanten Unterhaltungs-Nummern zur Bereicherung des' Prögrammes nimmt der Vorstand gerne entgegen. Den Mitgliedern sei zur Warnung bekanntzugeben, dass in letzter Zeit in der Tagespresse öfters Stellenangebote für Chauffeure erscheinen, indem nach Offerteneingabe eine Gebühr zwecks Vermittlung einer Stelle verlangt wird; diejenigen Reflektanten, die dann die Offerte mit der entsprechenden Gebühr einreichen, erhalten gewöhnlich weder Stelle noch Geld. Es handelt sich diesbezüglich um ganz dubiose Unternehmer^ die nicht um die Arbeit besorgt sind, sondern sich lediglich nur um die ein- Sommer-Deleglerten-Versammlung in Lugano. laufenden Gebühren interessieren. Mitglieder, die Für die Sommer-Delegierten-Versammlung und das solche Fälle wahrnehmen; sind gebeten, dies unverzüglich dem Vorstande bekanntzugeben. H. G. damit verbundene; Zentralfest «st • nun von der, Sektion Tessin das Programm bekanntgegeben worden. Der Anlass wird ein um so festlicheres Kantonale Strassenverkehrsliga Zürich. Die Gepräge erhalten, als die organisierende Sektion ehemalige «Liga der Verkehrsinteressenten des Kantons Zürich» hat sich an der außerordentlichen mit dem Zentralfest gleichzeitig ihr zehnjähriges Jubiläum verbindet^ Delegiertenversammhing vom 23. Mai neue Statuten Das Programm : ' gegeben. Diese bezwecken eine stiaffere und Freitag, den 21. Juni 1935. Ab 22.00: Freie Zusammenkunft der Delegierten und Mitglieder des Zentralkomitees im Cafe; Huguenin. Samstag, 'den 22; "Juni. ' 10.00: Sitzung.des ; Zentralkomitees im Hotel Spien*' did.. < •• , , r . ......... .., ' ' i 12.00—14.00: A niun ft "der Teilnehmer an der Sternfahrt beim Sekretariat ifgr Sektion.,. " , 14.00;--DelegiertenVersaihmltin'g- im Majestic Höteir 20.00: JüBiläunSsM"er?4er "Sektion mit. Bankett im Majestic Hotel. Festbeleuchtung der Stadt zu Ehren der Delegierten. 22.00: Grosser Gala-Ball' mit Trauter Buhne im Majestic'HöteL •'• ••' ."-r:,/ •-• < i iSon nta«, den -23.-Juni. -;- -...-•..... 10.30—12.30 r .Rundfahrt i auf dem See mit Sonder- • dampfer. Konzert und Aperitif an Bord. 13.30- Garden-Party mit kaltem Büffet im Pari Hotel. Konzert und" Bunte* Bühne. l SEKTION BERN. Die Ballonfuchsjagd mit Automobilverfolgung, "Welche am . Sonntag, .den 26. Mai auf. dem Berner Sportkalender stand, musste der unsicheren Wetterlage wegen auf den kommenden Sonntag, dein 2. Juni, 'bei gleichbleibendem Programm verschoben werden. Im Hin-: treten. Sie ist aber auch bereit, in engster Zusam- und Radfahrer inskünftig aufs tatkräftigste zu ver- blick auf die neuerlichen Vorbereitungen sind di« menarbeit mit den Behörden alles zu tun, um -die für die Konkurrenz vom 26: Mai angemeldeten Verkehrsverhältnisse zu verbessern und zur Hebung der Verkehrsicherheit beizutragen. Dass sie Automobilisten -gebeten, : dem Sektionssekretariät' auch gegen alle Auswüchse im Strassenverkehr baldmöglichst mitzuteilen;, ob sie weiterhin geneigt Stellung nehmen wird, braucht nicht besonders betont zu worden. V sind,; mitzumachen--oder ob.sie aus zeitlichen Gründen Verzicht ; leisten müssen, . Im Ballon-Wettbewerb treten keine Aenderungen ein, indem -das gesamte; gecharterte Ballonmaterial bis nächsten Sonntag in Bern lagert. Auf Bü«H«e>*t«dhi der anderen Seite:ist. nun «uch.denjenigen Automobilisten, welche für den 26. Mai 1935 unabkömmlich waren, Gelegenheit geboten, sich noch einzuschreiben. Nachmeldungen sind an «las Sektionssekretariat zu richten. " ' ' h. SEKTION ZÜRICH. Die Mitglieder sind am 4. Juni, 17.45 Uhr, zu einer Filmvorführung ins Capitol-Theater in Zürich eingeladen.. Zur Vorführung gelangen die beiden prächtigen Films «L'Automobile de France» und «Plus vite, toujours plus vite». Während- der erste über die Automobilfabrikation in den Renaultwerken orientiert, führt der zweite die Geschwindigkeitsrekorde zu Wasser, Land und Luft vor Augen. - . Die Auslandstqür^nfahrt findet vom 15. bis 26. Juni .nach dem. Löireschlössern, Paris und dem ehemaligen Kriegsgebiet : statt. Ferner ist für die Tage vom 20. bis 24 Juni eine Sonderfahrt per Eisenbahn zum Besuöh des Grand Prix de France auf dem Autodrom vom Montlhery bei Paris vorgesehen. Das vielversprechende Programm und der billige Pauschalpreis von Fr. 125.— inkl. Bahnfahrt ab Zürich, Hotelspesen, ; Autocarsfahrten, Tribünenplatz, etc.,. bilden besondere Anziehungspunkte. Es können sich an dieser F.ahrt auch Mitglieder anderer Sektionen, beteiligen. Am 29. Juni folgt voraussichtlich eine Autavia von Dübendorf aus und für den 30. Juni ist eine Ghirsifahrt ins Baselbiet und zum Besuch des Eidg, •Sängerfestes, d. h. des dortigen Sängerdorfes und Festspieles «Mutterland» geplant. Damenveranstaltung. Eine Veranstaltung, -wie man sie in der Schweiz in diesem Ausmass noch nie sah, führten- die Zürcher A.C.S.-Damen am 23. Mai durch. Rund 100 Damen fuhren mit gegen 40 Wagen mittags auf einer herrlichen Fahrt nach Schönenwerd, um die dortigen grossen.Ballyi Schuhfabriken zu besichtigen. Dortselbst wurden sie von der Fabrikleitung äusserst liebenswürdig empfangen; in Gruppen wurden die ausgedehnten Werke besichtigt, wo es viel Sehenswertes zu bestaunen gab. Und schliesslich war man noch in gastfreundlichster Weise zu einem frohgestimmten Tee im Kasino geladen, wo Frl. Dr. Weidenmann', Winterthur, all das an dieser interessanten Tagung Gebotene verdankte,. T. C. S. Autosektion Aargau Generalversammlung. Bereits sind alle Mitglieder der Sektion Aargau durch Karte zur Generalversammlung auf Samstag, den 1. Juni, ins «Kreuz» nach Suhr eingeladen worden. Wir möchten diese Einladung hier wiederholen und die Mitglieder bitten, recht zahlreich zu diesem wichtigsten Anlass der Sektion zu erscheinen. Oh jemand das Jahr hindurch mehr oder weniger Gelegenheit hatte. Sektionsanlässe zu besuchen, an der Generalversammlung sollt« er wenigstens teilnehmen. Da wird doch all das besprochen, was das Jahr hindurch unternommen oder vorgekehrt werden soll. Jedes Mitglied trägt schliesslich mit dem Vorstande die Verantwortung für die Entwicklung der Sektion. Wir knüpfen daher an unsere Einladung die bestimmte Erwartung, dass derselben recht zahlreich und vor allem auch pünktlich auf abends 8 Uhr Folge gesehen wird. Der Vorstand. LU