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E_1935_Zeitung_Nr.043

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1935 - 43 leise. Und Fritz Reichardt sang, bis die warme Frühlingsnacht den kleinen Raum mit Schatten füllte. Auf Lene Martens schmalem Gesicht lag weisses Mondlicht. «Wie apart und hübsch sie eigentlich ist», das empfand der junge Mann mit schwerer, plötzlicher Freude. Und in der einsamen Frau war ein Aufgetansein, ein inbrünstiges Blühenwollen, wie ihre geliebten Blumen sich öffnen zur Zeit der süssen Bereitschaft. Die Maiendunkelheit trug einen Strom von Zärtlichkeit aus dem duftenden Garten in das Zimmer. Der ergriff die beiden Sehnsüchtigen und zog und trieb sie zueinander mit ernsthafter Gewalt. Als Lene Martens diesen Abend sehr spät heimging, schien ihr die alte Kirche wie ein Vorwurf dazustehen. Doch sie ging hochatmend mit starker, fast trotziger Freude vorbei. — Ein Tag reichte dem andern die Hand zu einer seligen Kette, dass die Menschen einhergingen wie Begnadete. Zweimal täglich, wie immer, ging sie an ihre Arbeit ins Lehrerhaus; viele Menschen sahen sie gehen und heimkommen; doch wenn sie das dritte Mal den Weg machte, schlich sie In der Dunkelheit den einsamen, umbuschten Pfad vorsichtig wie ein Wild, ohne Angst, ohne Nachdenken, ohne Beschämung, mit der starren Inbrunst der Stillen.— In ihrem Innern lohte eine steile Flamme; die leuchtete als zärtlicher Strahl aus ihren grauen Augen, als weiche Röte auf ihren Lippen und straffte ihren Gang, wenn sie, teilnehmender und gesprächiger als früher, durch das Dorf ging. Man merkte wohl die Veränderung in dem Wesen der Stillen, zerbrach sich aber nicht den Kopf darüber. Da musste Fritz Reichardt an die Hochzeit seiner Schwester und er verreiste für drei Tage. Die Zeit war lang, aber Lene wusste eine schöne Arbeit. «In einem Kleid aus blauer Seide müsstest du aussehen wie eine Wasserfee», hatte Fritz einmal in bewundernder Zärtlichkeit zu ihr gemeint. Sie hatte sich heimlich den Stoff besorgt und ging nun daran, das Festkleid ihrer Liebe zu nähen, das so zartblau war wie die See zu ihren Füssen. — Als Lene Martens vor dem kleinen Spiegel das blaue Seidenkleid anprobierte, fand sie sich selbst so hübsch, dass sich ein glückliches Lächeln um ihren Mund legte; was tat es, dass sie vier Jahre älter war als Fritz Reichardt? Er hatte ihr ja oft starre Gesicht, das merkwürdige Kleid, man wusste ja auch nicht... — Mit lautem Geschrei jagte eine Schar Schulkinder zum Strand hinab, Mieke dazwischen. Neugierig näherte sie sich der Fischergruppe. Die Männer sahen sich fragend an und Hessen zögernd das Kind durch ihren Kreis. Einen Augenblick stand die Kleine reglos da und Der Azay-le-Rideau durchschneidet die hellgrünen Fluten und lässt einen breiten Schaumstreifen hinter sich, das Meer liegt still wie ein Oelsee und das blendende Licht der äquatorialen Breiten spiegelt sich in ihm. Bisweilen springt ein fliegender Fisch aus dem Wasser und verbreitet weite Wellenkreise an der Stelle, wo er wieder eintaucht. Wir nähern uns Ceylon. Vom Norden — aus Indien — kommend, fahren wir durch eine Gruppe von Inseln, die steil aus dem Wasser ragen. Ceylon war einmal mit Vorderindien verbunden, aber das Meer zerstörte die Landenge und die vielen Inseln, die unser Dampfer jetzt langsam umfährt, sind die einzigen Ueberreste dieser gewaltigen Brücke. Und dann taucht ein dunkler Landstreifen am Horizont auf: Ceylon, die sagenumwobene Insel der Glücklichen, die die tropische Vegetation des Aequators und die Erdschätze Indiens in sich zu vereinigen scheint. Langsam fahren wir in den Hafen von Colombo ein, an dem Leuchtturm vorbei. In der Ferne schimmern die weissen Fassaden der grossen Hotels und die hohen Stämme der Kokospalmen biegen sich im Winde. Im Hafen ein lebhaftes Durcheinander. Viele Passagierdampfer, Cargoboote. Dazwischen die flinken Motorschaluppen der Hafenbehörden. Alle ostwärts gehenden Schiffe legen in Colombo an. Langweilig ist es hier niemals. Jetzt sind wir auf der breiten Hauptstrasse, die vom Hafen in die Stadt, führt. Weisse Arkaden zu beiden Seiten, unter welchen sich eine bunte Menschenmenge herumtreibt. Wir sehen Ceylons Bevölkerung, die ebenso genug gesagt, wie jung und hübsch sie sei. wechselreich ist wie seine Geschichte: Die Singhalesen, . mittelgross, das Haar rückwärts im Knoten aufgebunden, so dass man Heute gegen Abend musste Fritz Reichardt zurückkommen. Lene Martens, durch ihr anfangs nie weiss, ob man es mit einem kurzes Aufgerütteltsein und ihr erneutes, Mann oder einer Frau zu tun hat; die Tamils, weniger gross, die das Zeichen Siwas tiefstes Versinken in ihre Liebe zu einer grenzenlosen Empfindung emporgesteigert, auf der Stirn tragen; die Mauren, die die ging diesem Abend entgegen wie einer Offenbarung. Sie zog das Wasserfeenkleid an fahren bewahrt haben; Malayen und Burgher. Kleidung und Sprache ihrer arabischen Vor- und kämmte lange ihr Haar, dass es lose und weich über ihr Gesicht hing. So ging Zwischen dieser vielsprachigen Menge, die starrte auf die Tote. Dann schrie sie mit schriller Kinderstimme auf: «Mutter, Mutter!» Und mit ungebändigt lautem Kinderweinen warf sie sich neben der Stillen nieder. Ihre rote Haarschleife leuchtete wie eine Mohnblüte an der Brust der Toten. Etwas Heisses stieg den harten Männern in die Augen. Ja, es war also Lene Martens! — So trug man denn die arme Wasserfee in ihr Haus. Die Pfarrfrau hielt Mieke fest an der Hand. Die hat sie nie wieder losgelassen. — Der Lehrer ging nach Mexiko. — Das alte Haus steht unbewohnt und schaut mit toten Augen auf die See. Die bleibt wie sie ist, grausam und unschuldig. Singhalesen selbst machen wunderbare Arbeiten : kleine Elefanten aus Porzellan, Elfenbein, aus Ebenholz; Elefanten in allen Grossen und Farben. Uebrigens ist es interessant zu beobachten, wie diese grosse Geschäftsstrasse einige Male im Tage ihr Aussehen ändert. Wo wir eintreten, werden wir franeösisch empfangen — man weiss, wir fahren unter der Tricolore — man zeigt den Damen chinesische Seidenstoffe und empfiehlt den Herren das Gaüe-Face-Hotel, wo man den besten Aperitif bekommt. Einige schwarze Banditen wollen uns zu den singhalesischen Tänzerinnen führen und das durchdringende «Mossieu»- Geschrei der Rickshaws erfüllt die Luft. Einige Stunden nachher spricht niemand mehr französisch; denn die französischen Passagiere sind an Bord des Dampfers zurückgekehrt und ein Steamer aus Australien ist im Hafen angekommen. Sofort ändert sich das Bild. Touristenautos fahren an, alles spricht englisch und ein schwunghafter Handel in kleinen Elefanten aus- Elfenbein und Ebenholz beginnt. So geht es jeden Tag hier zu. So wie Rangoon ist auch Ceylon eine Hochburg des Buddhismus. Nach Tausenden zählen die Pilger, die jährlich die heiligen Orte besuchen, wo Gautama gelebt und gewirkt hat. Zu den beliebtesten Wallfahrtsorten gehört der Pic d'Adam, ein hoher, kegelförmiger Berg in der Umgebung von Colombo. Auf seiner höchsten Spitze sieht man in dem Felsen eine Vertiefung, die die Form eines gewaltigen Fusses hat. Das ist, sagen die Buddhisten, die Spur, die Buddha hinterliess, als er hier zum Himmel emporstieg. Nebenbei — die 1 Anhänger Brahmas behaupten, dass es Brahma, die Mohammedaner, dass es Adam war, der hier zum Himmel stieg. Ueberall, wo man hinkommt, sieht man die* Dagobas, die buddhistischen Religionstemipel. Als Buddha starb, wurde seine Asche an acht geheime Orte gebracht. Zweihundert Jahre später Hess der König Asoka die Grüfte öffnen und verteilte die Asche an sich vor den grossen Geschäften herumtreibt, leuchten die Tropenhelme der franzöbas ist immer dieselbe: Auf einer hohen die 84,000 Tempel. Die Form dieser Dago- Lene Martens den einsamen Weg auf dem hohen Ufer. Die Ruine hob sich scharf umrissen vom blassen Himmel. sischen Kolonialsoldaten und die weissen Plattform stehen 4 Altäre, unter welchen die Anzüge der Europäer, die hier auf einige Reliquie ruht. Die buddhistischen Priester Fritz Reichardt stand in der Tür des Stunden an Land gegangen sind. In den Geschäften sieht man herrliche Dinge. Die Ja- Eine braune Toga, die einen Arm freilässt, dieser Tempel tragen alle die gleiche Tracht. Schulhauses. Drei Tage der erregten Auseinandersetzungen, des Sichaufbäumens, hatpaner und Chinesen kommen mit ihrem Elfenbein und Porzellan bis hierher, und die von den Almosen .der der Kopf ist ganz glatt rasiert. Sie leben nur Gläubigen... ten harte Linien um seinen Mund und ein böses Licht in seine Augen gebracht. Voll Befremden sah er Lene Martens in dem ungewohnten Gewand herankommen. — «Ich dachte, du kämst erst morgen vormittag; ich habe mir zu heut' abend die Leute zum Singen bestellt.» «Heut' abend?» Tonlos fragte Lene es. «Ja, heute! Du weisst doch, dass ich drei Abende nicht hier war, und die Sachen müssen doch sitzen bis Sonntag!» — «Und ich dachte...» Als ein klangloses Flüstern zitterten Lene,s Worte zu dem jungen Manne empor. «Ja, was dachtest du eigentlich! Hast du vielleicht gedacht, ich sollte dich heiraten? Ich muss es dir doch einmal sagen: Uebermorgen kommt meine jüngste Schwester her und führt mir die Wirtschaft; es ist auch besser; wir haben auf der Hochzeit alles besprochen.» Das schreckliche Gefühl des Angekettetseins, das ihn bei der Rückkunft ins Dorf angefallen hatte, goss Kälte und Bitterkeit in sein Herz und seine Worte. Als er in plötzlichem Mitleid noch etwas Sagen wollte, sah er die hellblaue Gestalt schon hinter den Stäben des Zaunes verschwinden. Vom Dorf her kamen die ersten Leute zur Uebungsstunde heran. — " ••• Lene Martens schritt langsam den umbuschten Pfad zurück. Ihre Arme hingen herab; durch die hellen Wimpern "rannen unaufhaltsam die Tränen. Ueber das kaum fussbreite Uferstück ging sie in die Kirche, deren Dach der Himmel mit ersten blassen Sternen war. Die Abendluft trug Klänge eines alten, frommen Fischerliedes vom Lehrerhaus herüber... «Nirgends Rettung, nirgends Land... vor des Sturmwinds Schlägen...» Lene schritt die vielen Stufen zum Strand hinab. Die See lag reglos, eine opalene Schale. Am nächsten Morgen standen ein paar Fischer um eine Tote, die die Wellen an den Strand getragen hatten. — «Du, ist das nicht?» Der Befragte zuckte die Achseln. Man ist vorsichtig auf dem- Lande.-Und das Die Jnset des ewigen JnäMmqs -T\ \C- Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R.Wagners CHTouring. Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. 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Und wenn du nach des Tages Last still heimgehst durch die stillen Gassen, dann lass mich tröstend deine Hände fassen sowie du mich dereinst getröstet hast. Lass mich — wenn in den Abendstunden hoch über deinem Haus die Nacht ersteht —; dir Bruder sein, bis all dein Leid verweht und deine müden Augen Schlaf gefunden. Ich werde nie nach deiner Sehnsucht fragen. Ich will nur bei dir sein in dieser Zeit, um meine tiefe Dankbarkeit für das, was du mir warst, ein wenig abzu~ tragen. Wenn man von Colombo ins Innere des Landes fährt, so fühlt man sich wie in den Alleen eines grossen tropischen Gartens von unerhörter Pracht. Die Natur ist hier so freigebig, dass man sich fast beengt fühlt unter diesen Bambusgruppen, die 20, 30 Meter hoch sind, unter den Lianen, die ineinander so dicht verschlungen sind, dass nur die Tiere der Dschungel sich durchwinden können. Gruppen von baumartigen Farnkräutern, riesige Bambussträucher und Palmen verstellen uns den Weg. Um ihre Stämme und Zweige winden sich Schlingpflanzen, die über dem Boden eine dichte Laube bilden und nur einige Sonnenkringel durchlassen. Hier wächst der Dendro-Calmus, welcher in der Frühlingszeit täglich 90 cm grösser wird. Der betäubende Duft des Urwalds erfüllt die Luft, ein Gemisch von Jasmin-, Pfeffer- und Sandelholz-Gerüchen. Der ganze Zauber der äquatorialen Vegetation vereinigt sich auf dieser Insel des ewigen Frühlings. Von Colombo fahren wir nach Kandy, der alten Hauptstadt der singhalesischen Könige. Zu beiden Seiten des Weges liegen Reisfelder und Gummiplantagen und man hört den Lärm der Maschinen. Auffallend ist überall die grosse Zahl der arbeitenden Frauen. Sie tragen Tonkrüge auf dem Kopfe und gleichen mit ihren bronzefarbenen Körpern griechischen Statuen. Die Männer sind hier faul und lassen die Frauen das Geld verdienen. Wir kommen an dem grossen zoologischen Garten vorüber. Die englische Regierung hat hier etwas geschaffen, was seinesgleichen auf der Welt nicht hat. In einem weiten umzäunten Gebiete bewegen sich die Tiere des Dschungels in vollkommener Freiheit. Unser singhalesischer Chauffeur, der bisher für sämtliche Wunder der Natur unempfänglich war, hält sein Auto an: zwei majestätische Tiger stehen am Strassenrande und mustern uns geringschätzig. Wir sind in diesem Augenblick alle froh, dass es zwischen uns und ihnen ein festes Eisengitter gibt. Dann kommen wir in eine Gegend, die etwas höher liegt und mehr an unsere südeuropäischen Waldgegenden erinnert. Freilich sind die Bäume hier dichter und die Kakteen verraten die Exotik des Ortes. Wenn nur die Sonne nicht so unerbittlich brennen würde! Ich spüre sie durch den Helm durch und am Abend, nach der Rückkehr,, haben wir alle Fieber, trotz der erdenklichen Vorsichtsmässnahmen. Wir nähern uns Kändy. Die Zahl der zahmen Elefanten, die hier zur Bebauung der Felder verwendet werden, wird immer grösser. Wir fahren durch den Peradenya-Garden, der selbst in der Vegetation von Ceylon eine Sonderstellung einnimmt, so prächtig und üppig ist hier die Pflanzenwelt. Die Kautschukbäume erreichen eine Höhe von 30 m und Kolibris flattern in allen Sträuchefn; das Bambusrohr wird so gross, dass wir Europäer es für Bäume halten. Noch einige Minuten Fahrt, dann sehen wir einen See, in dessen gelblichem Wasser eine Unzahl Fische herumschwimmen. Hier liegt die Tjerühmte Dalada Maligawa, einer der heiligsten Tempel Buddhas, in welchem ein Zahn des Gottes aufbewahrt wird. Von Kandy aus kann man prächtige Spaziergänge ins Innere des Landes machen, wo die majestätische Ruhe der Dschungel herrscht. Vereinzelt sieht man einige Seen, wo die wilden Elefanten abends zum Trinken kommen. Auffallend ist die grosse Zahl der Tempel, die auch an den verlassensten Stellen zu finden sind. Sie wurden vor 2000 Jahren erbaut, als Anarapadhura noch die heilige Hauptstadt Ceylons war. Ueberall auch Buddhastatuen in Ueberlebensgrösse. Sie zeigen alle das geheimnisvolle Lächeln des Gottes; vor jeder brennt eine kleine Lampe und abends bringt der Priester frische Blumen... Die" Nacht kommt schnell und unvermittelt. Im .trüben Schein des Mondes erseheinen die Bäume gigantisch gross und kleine leuchtende Punkte gleiten vorüber, phosphoreszierende Insekten. In der Ferne hört man die Schläge eines Gönges: es ist die Stunde des Blumenopfers in einem einsamen Tempel -Buddhas. J. W.

N° 43 — 1935 AUTOMOBIL-REVUE 19 SBiuOe CAwük Japan trauert um einen Hund. Der Hund Hasjiko, der dieser Tage starb, konnte für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, Japans vierbeiniger Nationalheld zu sein. Sechzehn Shinto-Priester gaben ihm das letzte Geleite und im ganzen Lande herrschte über seinen Tod tiefe Trauer. Hasjiko gehörte einmal dem Arzt Dr. Hidesaburo Ueno. Er hing an seinem Herrn mit ausserordentlicher Treue. Jeden Morgen be - gleitete er ihn zum Bahnhof und am Abend, wenn der Arzt von seiner Klinik zurückkehrte, wurde er .wieder in der Bahnstation pünktlich von Hasjiko erwartet. Eines Tages wartete der treue Hund vergebliche Dr. Ueno war tödlich verunglückt. Hasjiko konnte es nicht fassen, dass sein Herr nun nicht mehr zurückkehren sollte. Tag für Tag, Monat für Monat fand er sich mit gewohnter Pünktlichkeit abends auf dem Bahnhof von Szibuja ein. Zehn Jahre hindurch machte er täglich diesen Weg, bis man ihn eines Tages auf dem Bahnsteig tot auffand. Inzwischen war Hasjiko im ganzen Land berühmt geworden; seine Geschichte war in den Schulbüchern zu lesen und sogar im Film wurde der brave Hund verherrlicht. Im vergangenen Jahr setzte man ihm ein Denkmal. Es zeigte ihn in natürlicher Qrösse, wie er sehnsüchtig nach seinem Herrn Ausschau hält. Als die Nachricht vom Tode des Hundes bekannt wurde, gingen der Witwe des Arztes Dr. Ueno hunderte von Kränzen und Blumenspenden zu. Der treue Hasjiko wurde in einem kleinen Sarg an der Seite seines Herrn bestattet. Amerikanische Reklame. Ein junger Kaufmann, der einen Schönheitssalon in Chicago eröffnete, hat vor einiger Zeit eine neue Methode der Reklame durchgeführt, die die glänzendsten Erfolge zeitigte. Er stattete sein Schaufenster äusserst elegant aus mit den teuersten kosmeischen Artikeln, in die Mitte stellte er einen Tisch mit einer Schale, die mit Dollarscheinen gefüllt war. Darüber hatte er eine Tafel angebracht mit der Ankündigung, dass dieser Preis der hässlichsten Frau unter 30 Jahren, die im nächsten Monat in diesem Laden etwas kaufen würde, zufallen sollte. Tatsächlich wirkte dieser Gegensatz so anregend auf die Kauflust der holden Weiblichkeit — die sonst gar nicht so leicht geneigt ist, sich für hässlich erklären zu lassen —, dass der Kaufmann in kurzer Zeit einen Riesenumsatz erzielte. Aber all den Tausenden von Frauen und Mädchen, die in dem Laden einkauften, erklärte der Besitzer mit dem gewinnendsten Lächeln, dass sie keine Aussicht auf den Preis hätten, da sie viel zu hübsch seien und die Bedingungen nicht erfüllten. Trotz der Enttäuschung, immerhin geschmeichelt, verliessen sie den Schönheitssalon, und der Kaufmann hatte durch seine originelle Reklame bald einen guten Kundinnenkreis erworben. Schliesslich erhielt den Preis ein wirklich abschreckend hässliches Mädchen, das seine Gleichgültigkeit gegen seine äusseren Reize dadurch bewies, dass es nicht einmal in den ihm vorgehaltenen Spiegel sehen wollte. Die wunderbare mittelalterliche Domuhr zu Lund. Die Kathedrale zu Lund in Südschweden besitzt eine der ältesten astronomischen Uhren der Welt. Jedes Jahr kommen Tausende Besucher von allen Teilen Schwedens und sogar aus dem Auslande, um zu sehen, wie die Domuhr zu Lund die Mittagsstunde verkündet. Vor vielen Jahren war diese wundervolle Uhr ein Haufen verrosteter Räder und Metallstücke, die in den Kellern und Dachstübchen der Kirche umherlagen. Als vor Jahren ein neuer Architekt, die Verwaltung*- der Kirche antrat, machte er eine Inventuraufnahme der verborgenen Schätze, die hauptsächlich aus alten Altarstücken, Kanzeln und Grabsteinen bestanden. Zu seinem Erstaunen fand er aber auch verrostete Räder, die von einem Uhrwerk zu. stammen schienen. Vielleicht gehören die Räder der lange fand seine Vermutungen bestätigt. Nun wurde die Uhr wieder hergestellt und seit 10 Jahren läuft sie ununterbrochen zur allgemeinen Freude und Bewunderung. Zu einem grossen Teile besteht die gegenwärtige Uhr aus Originalstücken aus dem 14. es steigt über die Berge, es schlägt Brükken über die Flüsse, es windet sich an Jahrhundert. Die Hauptattraktion der Uhr bildet die Mittagsstunde. Wenn die Zeiger den Ufern der Meere und Seen entlang. Aus seinen iEnden heraus laufen auf Zwölf zeigen, ertönt aus dem Innern der Uhr ein feierlicher Psalm. Dann öffnet sich eine kleine Tür und die heiligen drei Könige treten heraus, huldigen der Mutter Gottes und verschwinden durch eine andere Tür. Steuer für Feuerzeuge. In der Tschechoslowakei dürfen nur Feuerzeuge gebraucht werden, die ordentlich versteuert wurden. Diese Steuer beträgt bei Taschenfeuerzeugen, die 25 g oder weniger wiegen, 5 Kc, bei schwereren 10 Kc, und bei Tisch- oder Wandfeuerzeugen .30 Kc. Ist das Feuerzeug ganz oder teilweise aus Silber. Gold, verdreifacht bzw. verfünffacht sich diese Steuer. Die Bezahlung der Steuer wird durch eine Punze auf dem Feuerzeug vermerkt. In letzter Zeit sind im Handel unversteuerte Feuerzeuge aufgetaucht, die unter der Hand vertrieben werden. Das Anbieten, Verkaufen, Erwerben und Aufbewahren unversteuerter Feuerzeuge stellt eine schwere Gesetzesübertretung dar. Die Verkäufer und Verbraucher müssen sich im eigenen Interesse davon überzeugen, ob die Feuerzeuge mit dem Steuerzeichen versehen sind. Unversteuerte Feuerzeuge werden ohne Rücksicht darauf, wem sie gehören, beschlagnahmt. Die Stadt der Zukunft. Ein berühmter amerikanischer Städtebauer entwirft ein ungemein interessantes, phantastisches Bild von der Weltstadt der Zukunft: In dieser Stadt gibt es keine willkürlich zusammengestellten Häuserblocks, Häusergruppen, Haustypen mehr. Die verstreut liegenden Plätze sind verschwunden, ebenso verschollenen mittelalterlichen' Meisteruhr, die vielen Verkehrsknotenpunkte, auch die die nicht nur die Stunden, sondern auch die Stadtzentren. Ja, es gibt nicht einmal eine Bewegungen der Planeten angab? Der Ar-Strassenkreuzungchitekt forschte in alten Berichten nach und Strassen hat aufgehört, denn die Das ganze Gewirr der Riesenstadt besteht nur aus einer einzigen Strasse, ja sogar aus einem einzigen langgestreckten Hause. Dieses endlos lange Haus durchläuft wie die chinesische Mauer das Land, vielleicht die Länder. Es eilt durch die Täler, die grossen Verkehrsstrassen weiter, bis sie wieder in einen solchen Tunnel münden. Das Innere dieses Riesenhauses wird gebildet von einer grossen Verkehrsader, in der der Verkehr nach beiden Richtungen fliesst. Diese Verkehrsader ist von dem Hause zu beiden Seiten flankiert und auch überdacht. Man muss sich einen überdachten Bahnhof mit zwei Bahnsteigen für zwei Verkehrsrichtungen vorstellen nur mit dem Unterschiede, dass man in der Zukunftsstadt nicht nur durch Tunnel, sondern auch über das Dach von der einen Seite auf die andere gelangt, denn das Dach ist flach und bildet einen ungeheuren Dachgarten mit prachtvollen Blumenanlagen, Schwimm- und Sonnenbädern, Sportplätzen usw. Geradezu märchenhaft ist der Gedanke, dass man aus den Fenstern seiner Grossstadtwohnung hinausblickt, auf Acker, Wiesen, Wälder und Wasser, dass man aus der einen Tür seines Hauses nach aussen hinaustritt in die Ruhe des platten Landes, aus der anderen Tür aber nach innen in den brausenden Verkehr der Großstadt mit ihrem Trubel, ihren Geschäften, ihrer riesigen Lichtreklame, ihrem Hasten und Jagen gelangt. Grössere Fabriken werden in dieser Stadtanlage allerdings nicht geduldet. Sie müssen abseits errichtet werden und sind durch Seitenstränge an die Hauptverkehrsader angeschlossen. Natürlich bilden Stahl und Glas die Hauptbaustoffe der Zukunftsstadt. Auch die Möbel sind nicht mehr aus Holz, sondern aus Stahl. Ein grosser Teil ist eingebaut als Bestand der Wohnungen und braucht bei Umzügen nicht mehr mitgeschleppt zu werden. Der Urheber dieser Idee plant jetzt schon den Bau einer solchen Stadt, die 16 km lang werden soll und 140,000 Menschen fasst. AutlerAusliugsziele aus derHiiielsciiweiz Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O; R. Wagners CH Tourlng, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S; Besuchen Sie KÜRHAUS Laufenburg Schloß Brestenberg Hotel Solbad T.C.S.A.C.S. Schönste Lage'am Rhein. Vollständig renoviert. Zimmer mit fliessendem Wasser. — Gesellschaftssäle. — Prächtige Rheinterrasse. — Ruhige Lage. Pension von Fr. 6.50 an. — Spezialität: Fischküche, lebende Forellen. Garage. — Telephon 8. Fam. Knoblauoh-Weibel, Küchenchef. AARBURG Rest. Bahnhof Direkt an d. Durohgangsstrasse. Anerk. gute Küche. Ia Keller. Frdl. 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