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E_1935_Zeitung_Nr.046

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Abb. 3. Zur Prüfung des

Abb. 3. Zur Prüfung des mechanischen Vorstellungsvermögens: Das englische H.A.P-Getriebe, dessen praktische Brauchbarkeit noch erwiesen werden muss. die durch Druckluft bewegt werden. Die Steuerung der Druckluft erfolgt ihrerseits vom Führerstand aus durch einen Hebel, mit welchem die Kontakte von elektrischen Steuerventilen betätigt werden. Um eine Ueberhitzung des Oels im Betrieb zu vermeiden, wird beständig ein Teil davon durch die Pumpe in einen Nebenkanal und von diesem aus durch einen Kühler hindurchgetrieben. Eine mechanisch recht interessante Getriebekonstruktion, deren praktischer Wert aber noch fraglich erscheint, ist das englische H.A.P.-Qetriebe, dessen prinzipieller Aufbau aus Skizze 3 hervorgeht, ein Differentialgetriebe mit «gesteuerter Reaktion», das ein stufenloses ÄUTÖMOBIE-REVUE Verändern der Uebersetzung vom Stillstand aus in Vorwärts- und Rückwärtsfahrt gestattet. Um das Verständnis zu erleichtern, sei hier vorerst die Wirkungsweise des gewöhnlichen Automobildifferentials zum Vergleich herangezogen. Bockt man die Automobilhinterachse auf und lässt den Antrieb wirken, so sind bekanntlich verschiedene Bewegungszustände möglich. Entweder drehen sich beide Wagenräder gleichmässig rasch vorwärts oder das eine Rad steht still und 'das andere dreht sich mit doppelter Tourenzahl; oder das eine Rad läuft rückwärts und das andere mit entsprechend verringerter Tourenzahl vorwärts oder sogar ebenfalls rückwärts; oder es liegen Zwischenstufen dieser verschiedenen Bewegungszustähde vor. Jedenfalls erkennt man, dass sich die Rotation des einen Rades in weiten Grenzen fast beliebig verändern lässt, indem man die Rotation des anderen beeinflusst. Beim H. A. P.-Getriebe geschieht nun die rasche Beschleunigung im ersten Teil der Beeinflussung des • einen Differentialteils Fahrt oder, für ein gutes Steigvermögen des durch ein zusätzliches Reibrad. Durch Ver- Fahrzeuges. Ist dann einmal eine gewisse Fahrgeschwindigkeit erreicht, so wird das Oel aus dem Drehmomentwandler abgelassen, dafür nun aber die hydraulische Kupplung aufgefüllt. Dieses Organ gestattet die nun fast schlupffreie Uebertragung der Motordrehbewegung, eine Uebertragung, die mit Wirkungsgraden zwischen 95 und 100% vor sich geht. Das Auffüllen der beiden Organe mit Oel geschieht durch eine kleine Zentrifugalpumpe, die durch Zahnräder direkt von der Primärwelle angetrieben wird und die das Oel aus einem Sammelbehälter bezieht. Die Verteilung des Oels auf den einen oder anderen Teil wird durch zwei Ventile vorgenommen, treibt die Kegelzahnräder A und P, von denen das erste über das Kegelrad B und ein weiteres Kegelradpaar eine verstellbare Reibscheibe antreibt. Bei einer gewissen Einstellung der Reibscheibe ist nun der Fall denkfiar, dass das Kegelrad P 1 vom Reibradmechanismus F her über die Kegelräder C und D die gleiche Tourenzahl zuerteilt erhält wie sie das Kegelrad P aufweist, wobei die Bewegung der Kegelräder P und P 1 einander jedoch entgegengesetzt gerichtet ist. Ein Antrieb auf die Welle II wird in diesem Falle unterbleiben. Das Differentialkreuz K steht still und die Planetenräder R wälzen sich auf den Kegelrädern P und P 1 gleichmassig ab. Sowie jedoch die verstellbare manville-Getriebe keilförmige, auf Keilnutenscheiben einwirkende Bremsbacken Verwen- Reibscheibe etwas verschoben wird und dadurch die Tourenzahl des Kegelrades P 1 grösser oder kleiner wird als die des Kegelrades P, müssen die Planetenräder R diesen Unterschied ausgleichen, indem sie ausser ihrer rotierenden eine kreisende Bewegung zu vollfühern beginnen. Sie versetzen also das Differentialkreuz K in Rotation, womit DZ Abb. 4. bei einem bekannten englischen Wagen auf Wunsch zum Einbau gelangende, vom Lenkrad aus hydraulisch schaltbare de Normanville-Getriebe. stellen dieses Reibrades kann die Tourenzahl des betreffenden Teils in weiten Grenzen variiert werden, wodurch auch die Tourenzahl des zweiten Teils eine entsprechende; Veränderung erfährt. Tn der beistehenden Skizze stellt I die treibende und II die angetriebene Welle dar. Die treibende Welle die Kraftübertragung beginnt. Je nach der Stellung der Reibscheibe wird die Sekundärwelle II rascher oder langsamer, vorwärts oder rückwärts angetrieben. Schliesslich sei hier noch das De Normanville-Getriebe kurz skizziert, das bei einem bekannten englischen Wagen auf Wunsch eingebaut wird. Es weist grosse Aehnlichkeit mit dem in der «A.-R.» schon ausführlich beschriebenen selbstschaltenden Wilson-Getriebe auf, ist wie dieses als viergängiges Planetengetriebe durchgebildet, hat jedoch statt der mechanischen Schaltung des Wilson-Getriebes eine hydraulische Schaltvorrichtung. Bekanntlich werden bei einem Planetengetriebe die einzelnen Uebersetzungsstufen zur Wirkung gebracht, indem man bestimmte Teile der betreffenden Getriebestufe zum Stillstand abbremst. Während beim Wilson-Getriebe Bandbremsen dazu dienen, die durch eine starke Feder gespannt werden, finden beide Nor- dung, und statt einer Brems-Druckfeder dient Drucköl, das eine spezielle kleine Pumpe erzeugt und über einen Verteilerhahn hinter die Betätigungskolben des gewünschten Bremsbackenipaares presst. Der Verteilerhahn kann durch einen kleinen Handhebel am Steuerrad bedient werden. Das Getriebe wird zusammen mit einer gewöhnlichen Trockenplattenkupplung eingebaut, während beim Wilson-Getriebe in den meisten Fällen auf eine solche Kupplung verzichtet und die ganze Reibungsarbeit den Bremsmechanismen zugewiesen wurde. -s. Tedh S„ 1935 -Nö Antwort 9426. Amerikaner-Motor mit Europaer- Vergaser. Zuschriften weitergeleitet. Red. Frage 9396. Bezugsquelle für Getriebe. Wer liefert ein Getriebe, das zum Umbau eines Personenwagens in einen Traktor verwendet werden kann? Im höchsten Gang darf das umgebaute Fahrzeug maximal 30 km/St, erreichen. B. P. in S. Frage 9434. Gasvorwärmung. Stimmt es, daes ein Auto weniger Benzin verbraucht, wenn man dem Vergaser viel Hitze zuführen kann? Es gibt so viele Konstruktionen von Vorwärmungen oder wieder gar keine. Mein neuer Wagen verschluckte zuviel; immerhin trug das Einlaufen etwas bei. Da der Wagen an den Bergpässen heisser als normal wurde (siedete) und der Verbrauch nach 5000 km Einlaufzeit nicht nachgeben wollte, schritt ich z,ur Umänderung der Vorwärmung. Jetzt nimmt er alle Pässe spielend, ohne zu überhitzen, besitzt aber keine Vorwärmung mehr. Ob damit im Winter ein Nachteil besteht? Als Spezialist auf Motorräder trage ich für ein gutes Anlaufen genug bei. Einzig interessiert es mich, ob der Benzinverbrauch durch Warm- oder Heissluftzuführung einen Vorteil ergibt Hernach ist die Umstellung der Düsen und Luftmanschetten einfacher auszuregulieren. E. H. in F. Antwort: Um eine möglichst grosse Leistung aus einem Motor von gegebenem Zylinderinhalt und gegebenem Gewicht herauszubekommen und um Ueberhitzungen zu vermeiden, soll die Gemisch- „Oh! wäre ich doch so groß, daß ich mit diesem glitzernden Ding da unten davon fliegen könnte!" E|ster meint damit das wunderbar glanzende Auto mit Standard- Super- Polish 111 poliert!) Hofltgenstraua 94 Tallphon 34.297 Ausschleifen von Motorzylindern mit Einbauen v. neuen Kolben aus Guss, Novalit u. Nelson-Bohnalite Kolbenringe, Ventile, Lager etc. Rundschleifen von Kurbelwellen. Ausgiesseri, Ausdrehen und Pressen von Lagern u. Pleuelstangen. Neulagerung von Motoren. Einlauf-Oel enthaltend Acheson kolloidalen Graphit erleichtert das Einlaufen eines neuen oder frisch revidierten Motors, indem es die Reibung vermindert und die Gefahr des Festfressens auf ein Minimum reduziert. Die guten Eigenschaften jedes Motors werden durch dieses Spezial-Schmiermittel restlos erhalten; es wird durch Oelfirmen hergestellt. RUDOLF PISTER Zürich 6 SCHANZACKERSTRASSE 20 In sllon /^s rss*i An ArUMIIIij%U Reinigen Sie Ihr Abfallöl mit dem Oelregenerator „FOX" (Waschverfahren) Das Wegwerfen von Abfallöl ist Ver- • schwendung I „FOX" befreit das gebrauchte Oel nicht nur von den mechanischen Verunreinigungen, sondern auch von Wasser und Säure und macht dasselbe wieder vollwertig. 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N» 46 — 1935 AUTOMOB L-REVUE 15 rorwärmung nicht hoher getrieben, werden, als es notwendig ist, um Brennstoff-Kondensationen im Saugrohr zu vermeiden. Jede übermässige Gemischvorwärmung hat ZUT Folge, dass die Ladung der Zylinder und damit die Leistung des Motors herabgesetzt und die Allgemeintemperatur des Motors gesteigert wird. Auf den Brennstoffverbrauch hat dagegen die Gemischvorwärmung mit zunehmender Stärke eher wieder einen günstigen Einfluss, weil durch sie der Brennstoffnebel feiner unterteilt und dadurch für den Motor besser «verdaulich» wird. Wenn Ihr Motor im Sommer ohne Gemischrarwärmung besser arbeitet, so können Sie ihn ruhig in diesem Zustand belassen. Irgendwelche Nachteile sind nicht zu befürchten. Im Winter jedoch ist eine richtig dosierte Vorwärmung meist nur von Vorteil. Um die Dosierung zu erleichtern, können Sie ohne -weiteres an Stelle der Gemischvorwärmung eine Luftvorwärmung vorsehen. Die Kondensatbildung wird dabei allerdings nicht so sicher vermieden wie bei einer Vorwärmung des Saugrohres, sie scheint aber in Ihrem Fall ja ohnehin nicht sehr ausgeprägt zu sein. -at- Frage 9435. Oeldruck. Was hat es zu bedeuten, wenn das Oeldruck-Manometer eines Wagens nicht mehr den normalen Druck anzeigt, wenn der Druck vielmehr beständig nur die Hälfte bis % des von der Fabrik angegebenen Wertes aufweist? E. W. in Z. Antwort: Ungewöhnlich niedriger Oeldruck bei normaler Motortemperatur ist häufig auf Undichtigkeiten im Oelsystem und andere Mängel zurückzuführen, die ebenfalls zu späteren Störungen Anlass geben können. Wenn falsches Oel im Gebrauch ist, das bei Erwärmung zu dünnflüssig wird, wäre dieses sofort zu erneuern. Ferner muss berücksichtigt werden, dass die Zähflüssigkeit des Oeles mit der ständig zunehmenden Oelverdünnung abnimmt und damit auch der Druck. Um den Verdünnungsgrad des Oeles zu prüfen, genügt eine kleine Probe aus dem Kurbelgehäuse, die in ein Reagenzglas bis zu einer Marke gefüllt wird. Darauf ist das Glas mit dem Finger zu schliessen und umzudrehen, wobei die sich bildende Luftblase in einer bestimmten Zeit nach oben steigt. Diese Zeit sollte niemals weniger als die Hälfte derjenigen Zeit betragen, die die Luftblase zum Emporsteigen in neuem, ungebrauchtem Oel von gleicher Qualität und Temperatur benötigt. Bei sehr schwachem Oeldruck ist auch das Ueberdruckventil zu untersuchen und nötigenfalls die Federspannung mit Hilfe der Einstellschrauben vorsichtig zu erhöhen, wobei der Druckmesser sorgfältig beobachtet werden muss. Plötzliche Druckverluste entstehen sehr häufig durch Risse in den Oelrohren oder durch lockere Rohranschlüsse, besonders an der Druckmesserleitung; es ist aber auch möglich, dass Lagermetall an den von der Oelpumpe gespeisten Lagern abgebröckelt ist. Hat der Motor bereits eine längere Betriebszeit ohne Lagerreparaturen hinter sich oder machen sich dumpfe Klopfgeräusche bei starker Belastung des Motors bemerkbar, so ist die Annahme berechtigt, dass die in Frage kommenden Lager und Lagerstellen der Kurbelwelle übernormal abgenutzt und unrund sind, also ein nennenswerter DruckveTlust an diesen Stellen auftritt. Schliesslich können nach sehr langer Betriebsdauer auch die Zahnräder oder das Messer der Oelpumpe stark verschlissen sein, dass dadurch eine wesentliche Verringerung der Fördermenge eintritt. —at— lüristf. S» eJis al Anfrage 515. Fruchtlose Pfändung. Von amtlicher Stelle ist mir ein Schadenersatz im Betrage von Fr. 300— zugesprochen, dessen Erhältlichkeit vorläufig aussichtslos ist und daher Betreibung angesetzt werden muss. Welche Rechtsmittel sind im Kanton Zürich nach fruchtloser Pfändung zu ergreifen, um eventuell später doch noch etwas zu erhalten? E. R. in B'. Antwort: Ich nehme an, dass es sich bei ihrer Anfrage nicht um Schadenersatz aus einem Motorrad- oder Autounfall handelt und dass die Forderung gegen einen Fahrzeuglenker lautet. Wäre dies nämlich der Fall, so müsste zweifellos Versicherungsdeckung vorhanden sein. Nach den neuen Bestimmungen des M.F.G. könnten Sie die Ansprüche direkt auch an die Versicherungsgesellschaft des betreffenden Lenkers stellen. Werden sie gegen den Lenker gestellt, der selbst insolvent ist, so haben Sie dagegen an seinem Regressanspruch gegenüber der Versicherungsgesellschaft ein gesetzliches Pfandrecht, und demzufolge könnten Sie diesen Regressanspruch, einpfänden und dann ersteigern lassen. Handelt es sich jedoch um eine gewöhnliche Forderung, so würde ich Ihnen empfehlen, die Betreibung auf alle Fälle durchzuführen, damit Sie einen Verlustschein erhalten. Eine Forderung, für die ein Verlustschein ausgestellt wurde, verjährt nicht. Dagegen ist der Schuldner nicht mehr zur Zahlung von Zinsen verpflichtet bis zur neuen Betreibung. In der Regel wiegt jedoch die Unverjährbarkeit diesen Zinsverlust auf. Der Verlustschein gibt ferner das Recht, dass Sie jederzeit, gestützt auf die Vorlage des Verlustscheines, einen Arrest gegen den Schuldner erwjrken können, d. h. dass Sie irgendwelche Aktiven, die er nachträglich besitzen sollte, sofort mit Beschlag belegen lassen können; Diese Möglichkeit besteht sonst nur, wenn der Schuldner keinen festen Wohnsitz hat, sich flüchtig macht oder im Auslande wohnt. Weitere Rechte entstehen aus, dem Verlustschein nicht. Es ist ihre Sache, zu kontrollieren, ob eventuell in der Folge der Schuldner wieder zu neuem Vermögen gelangt. 0 Anfrage 516. Schadenhaffung beim Vorfahren. Mit meinem Kleinauto wollte ich einem grossen Lastwagen vorfahren. Mehrere Hupsignale meinerseits werden nicht beachtet. Endlich hält der Wagen nach rechts. Als ich links vorfahren wollte, wobei ich den Lastwagenführer in seinem Spiegel erblicke, nahm ich an, von diesem auch bemerkt •worden zu sein, fährt der Lastwagen, ohne den , Richtungs-Anzeiger zu betätigen, nach der linken Strassenseite und klemmt meinen Wagen gegen eine Mauer. Was war geschehen? Auf der rechten Seite war die Strasse defekt und ein Polizeimann machte die Autos darauf aufmerksam. Dieser gab dem Lastwagenführer das Zeichen nach links. Der Polizist hatte mein Auto hinter dem grossen Lastwagen ebensowenig bemerkt, wie ich ihn hätte sehen können. Der Lastwagen-Chauffeur hatte meine Signale nicht gehört, und war durch den Polizeimann abgelenkt worden. Der Tatbestand wird dem Baudepartement mitgeteilt, welches eine Uebertretung der Verkehrsvorschriften nicht annimmt und den Fall auf den Zivilweg verweist. Die Versicherungsgesellschaft, bei welcher der Lastwagen versichert ist, lehnt unter Hinweis auf den Departementsentscheid jede Entschädigung ab. Der Schaden wird auf ca. 200 Fr. taxiert. Anfrage: Was ist zu tun? Wer muss den Schaden bezahlen? Ch. S. in T. Antwort: Nach Art. 26, AI. 4, des Bundesgesetzes vom 15. März 1932 über den Motorfahrzeugverkehr hat der Führer eines langsamer fahrenden Fahrzeuges dem sich ankündigenden, schneller fahrenden, die Strasse zum Ueberholen durch Ausweichen nach rechts freizugeben. Die Abeicht, zu überholen, muss dem Führer des vordem Fahrzeuges bewusst werden. Nach Ihren Angahen will der Lastwagenführer Ihre akustischen Siarnale nicht gehört haben. Er hätte Sie aber im Rückspiegel erblicken sollen. Der Umstand, dass er mit seinem Wagen nach rechts ausgewichen ist, lässt die Frage zu, ob Sie nicht doch gehört oder gesehen worden sind? Sofern diese Frage bejaht werden kann, durften Sie vorfahren. Es wäre Pflicht des Lastwagenführers gewesen, auf der rechten Strassenhälfte zu bleiben, bis Sie ihn richtig überholt gehabt hätten. Diese Pflicht hätte u. E. für ihn- selbst dann bestanden, wenn Baustelle lind Polizist plötzlich aufgetaucht wären. Er hätte in diesem Falle ganz einfach anhalten müssen. Wenn er vollends das Hindernis — was aus dem geschilderten Tatbestand nicht hervorgeht — von weitem entdeckt haben sollte, hat er auf Sie nicht die verlangte Rücksicht genommen. Er hätte D-inen die Strasse gar nicht freigeben dürfen oder ebenfalls rechts anhalten müssen, um Ihnen ein ungehindertes Ueberholen zu ermöglichen. U E. und immer unter Zugrundlegung Ihrer Angaben hat es der Lastwagenführer an der nötigen Aufmerksamkeit fehlen lassen. Ob das Baudepartement eine Widerhandlung gegen die Verkehrsvorschriften annimmt oder nicht, ist gleichgültig. Die Haftpflichtversicherung des Lastwagens wird sich im Ernste nicht auf diese Aeusserung einer Verwaltungsbehörde stützen wollen. Wenn Sie Ihren Schaden nicht übernehmen will, wenden Sie sich an Ihren Anwalt. * BüdierlUa. Die Prüfungen des Kraftfahrzeugmechanikers. Spezielle Fragen aus der Meisterprüfung. Von Reichsobermeister Fritz Puschke, Berlin, Oberingenieur E. Mayer-Sidd, München und Landesobermeister Jos. Mäyr, München. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Zweigniederlassung Berlin. 210 Seiten, 60 Abbildungen. ... Das vorliegende Werk :wurde hauptsächlich als Lehr- und Rekapitulationsbuch auf die deutsche Meisterprüfung hin geschrieben. Es vermittelt auf einfache, leicht verständliche Art umfassendes theoretisches Wissen, ist aber daneben, deutlich erkennbar, aus der Praxis heraus für den Praktiker entstanden. Die Antworten zu den Fragen sind oft absichtlich ausführlich gehalten. Der Inhalt umfasst Fragen aus der Arithmetik, der Geometrie, der Mechanik, der Physik, dem Maschinenbau, der Werkstoffkunde, der Metallbearbeitung, der Brennstofftechnik, der Schmiermittelchemie, Fragen über neue Konstruktionen und Konstruktionselemente, Fragen über Zubehör und dessen Montage, Fragen über Motorräder, über Dieselmotoren und deren Reparatur, über Schlepper, Zugmaschinen, über Holzvergasung und Fragen über das Auswuchten, kritische Drehzahlen usw., eine Fülle von Gebieten, die sonst nur selten in einem einzigen Band behandelt werden, die aber hier wirklich geschickt ineinander übergeleitet sind. Handel u« Industrie Wie prüft man Mittel, die eine Verbesserung d«s Motors versprechen? Dem Automobilisten werden unzählige Mittel angeboten, die eine Verbesserung der Maschine versprechen und mit welchen man angeblich Oel und Benzin sparen und den Verschleiss reduzieren kann. Wie kann er diese Mittel selbst prüfen? In erster Linie muss er sich im klaren sein, wie eich irgend eine Verbesserung bei der Maschine auswirkt. Ein Mittel, das zur Reibungsverminderung, d. h. zur Verminderung der Abnutzung dienen soll, muss die nun freiwerdende Energie in einer Mehrleistung fühlbar "werden lassen. Benzin- und Oelersparnisse bei unveränderter Maschine können nur durch erhöhte Abdichtung des Verbrennungsraumes erreicht werden, was sich wiederum in einer Leistungssteigerung zeigen soll, letzten Endes im Geldbeutel. Es gilt nun, diese Mehrleistung genau zu bestimmen. Der Fahrer sucht sich eine übersichtliche Strasse aus, am besten mit kleiner Steigung, die der Motor noch im direkten Gang zu überwinden vermag. Der Fahrer fährt nun in normaler Weise an und fährt so, dass die Maschine die maximale Leistung hergeben muss. Nun merke man sich an verschiedenen Punkten die Kilometerzahl (Geschwindigkeitsmesser) sowie maximale Geschwindigkeit. Diese Prüfung führe man das eine Mal ohne das zu verwendende Mittel aus, das zweite Mal bei Verwendung des Mittels. Da sich jede Besserung an der Maschine in einer Leistungssteigerung auswirken muss, so muss bei der Prüffahrt nach Verwendung des Mittels unbedingt eine Geschwindigkeitssteigerung eingetreten sein, ansonst das Mittel als unwirksam gelten kann. Man achte auch, dass beide Fahrten unter gleichen Witterungsverhältnissen ausgeführt werden und nur im warmen Zustand des Motors und die Schaltungsweise muss in beiden Fällen in gleicher Weise erfolgen, z. B. STRASSENAUSKUNFTSDIENST DES ft«ns* Waitara AutkOnlf tiurdi T.C.S. OfficM Ganl Je». 43344 2Brlth Tal. 32649 Die tel den noch geschlossenen PassObergänge angeführten Zahlen geben das voraussichtliche Datum der Öffnung an» Anfahren 1. Gang, 25 km/St. 2. Gang, 40 km/St 3. Gang, 60 km/St. 4. Gang. ' Die Stellung der Zündung, des Gases und der Luft muss in beiden Fahrten dieselbe sein 1 Bei diesem Vorgehen wurden mit dem Schmiermittel «Neu-Mot» mit einem 14,2-Steuer-PS-Sechszylinderwagen, der schon 86.056 km im Betrieb gestanden hatte, auf der Strecke Post Wiedikon—Albisgütli, folgende Resultate erzielt: Anfang Nach Behandlung Punkt 1 50 km 54 km Punkt 2 60 km 67 km Punkt 3 ' 61 km 69 km Punkt 4 63 km 72 km . Punkt 5 50 km 60 km Punkt 6 45 km 52 km Auf diese Weise ist jeder Fahrer imstande, die Mittel, die er verwendet, selbst nachzuprüfen. T. C. S. Autosektion Waldstätte Auf Samstag, den 1. Juni, hat der Vorstand seine Mitglieder zur Besichtigung der Vereinigten Luzerner Brauereien eingeladen. Diese Veranstaltung, begegnete so regem Interesse, dass infolge Plätzmangels ca. 100 Personen nicht mehr berücksichtigt werden konnten. Diese können aber versichert sein, dass man ihrem Interesse bald entgegenkommen wird. — Um die Führung der 180 Gäste möglichst genussreich und instruktiv zu gestalten, durchzog man in kleinern Gruppen unter fachmännischer Führung die weitläufigen Anlagen. Der Rundgang begann mit der Besichtigung des Kasselhauses, der Malputzerei und der Silobeschickungs- und Entladeanlagen und führte nachher auf die Plattform des 42 Meter hohen Turmes, von wo aus man die ganze Brauerei im Ueberblick erfassen konnte. — In den verschiedenen Etagen des Turmes stehen die Reinigungs-, Sortierungs- und automatischen Dosierungsapparate sowie eine Schrotmühle, welche das Malz in natürlichem Gefälle passiert. Im Mittelpunkt der Gebäude steht das Sudhaus. Die kupfernen Braupfannen in ihrem Strahlenmeer nehmen sich inmitten des Mosaikes der Wände wie orientalische Kuppeln aus. Viele Armaturen und feinste Messgeräte zeugen von der wissenschaftlichen Genauigkeit und der grossen Sorgfalt, mit der man heute Bier braut. Man sah auch riesige Hallen mit bizarren Deckenkonstruktionen, wo das Bier zur Kühlung lagert, und dann ging die Wanderung durch fensterlose Gebäude und feuchtkalte Kellergewölbe. Beim Eintritt empfängt einem ein würziger Geruch der Hopfenlager und eine künstliche Kältewelle. — Unter weisser, rahmiger Schaumkrause liegt das junge Bier und gärt. Viele vereiste Kühlschlangen dekorieren den Raum. Man steigt «unter Tag» — die Orientierung geht verloren in diesem Irrgarten, dessen Pfade von weissen, beperlten Tanks haushoch flankiert sind. Hier stauen sich 6,5 Millionen Liter Bier, das bereits die langen Filterbatterien unter Druck passierte und nun monatelang ruht.— Grosse Betriebe bilden auch die Flaschen- und Fassreinigungsanlagen, die am laufenden Band, fast vollautomatisch arbeiten und in ihren Leistungen imponieren. Das Ziel des zweistündigen Rundganges war der künstlerisch ausgestaltete Wohlfahrtsraum, wo ein Imbiss und eine Bierprobe gespendet wurde. Im Mittelpunkt des Interesses stand der technische Vortrag von Herrn Dir. Karmann, der zuerst die Anwesenden im Namen der V L. B. begrüsste. Sein Referat, das viele beachtenswerte Details enthielt, war geeignet, Respekt einzuflössen vor der gewaltigen Menge von Erfahrung, Sorgfalt und Zusammenarbeit, die in jedem Glas Bier enthalten ist! — Im Anschluss an diesen, mit grossem Beifäll aufgenommenen-Vortrag dankte der verdiente Präsident der Sektion im Namen des Vorstandes und all der begeisterten Anwesenden für die genussreichen Stunden und die gastliche Aufnahme. AUTOSEKTION ZÜRICH. Eine Schnitzeljagd. Am 16. Juni führt die Sektion ihre traditionelle Schnitzeljagd durch, die dieses Jahr in das Revier des Sihlwaldes und des Amtes führt. Diese überaus beliebte Veranstaltung dürfte wiederum auf eine grosse Beteiligung seitens der Zürcher Automobilisten rechnen. TOURING-CLUB DER SCHWEIZ LEGENDE: Geschlossene Stressen Nur mit Ketten befahrbar- Elsenbahnverlade-Statlo» Ketten-Dienst T.C.S. a. c. s. .Tirano SEKTION BERN. Parkierungsstrassen in Bern. Die Hauptverkehrsader in Bern, die Spital- und Marktgasse, ist behördlicherseits für Stationieren bis 30 Minuten zugelassen. Ein weithin blickendes blaues P gibt dies dem Automobilisten kund, während ein bescheidenes Täfelchen unterhalb des sympathischen blauen Rechteckes die Parkierenden an die zeitliche Begrenzung erinnern soll. Es ist dann auch nicht ausgeblieben, dass die eiligen Automobilisten und ganz besonders die ortskundigen das P für bare Münze hinnahmen und die tangential zur Fahrtrichtung angebrachte Hinweistafel über, die Zeitbeschränkung überhaupt nicht beachteten. Verzeigungen, Bussenverfügungen auf der einen, Beschwerden wegen angeblicher Bauernfängerei auf der andern Seite, waren die Folgen. Nun hat die städtische Polizeidirektion in anerkennenswerter Weise die ominösen Hinweistäfelchen in das Blickfeld des Parkierenden herumgedreht und damit dem bisherigen ungenügenden Zustand ein Ende bereitet. Die Sektion Bern darf mit Genugtuung feststellen, dass sie seinerzeit das verfängliche P ebenfalls beanstandete und der städtischen Polizeidirektion eine unzweideutige Signalisierung vorschlug. Es ist der zuständigen Amtsstelle hoch anzurechnen, dass sie an einer einwandfreien Signalisierung mithalf und damit das Gerede über rentable Bussenfalle unterband. h. ORTSGRUPPE LANGENTHAL. Zwei Fliegen auf einen Schlag traf die Ortsgruppe Längenthal, indem sie am vergangenen Auffahrtstag ihre ordentliche Hauptversammlung im Rahmen einer gemeinsamen Ausfahrt unter Dach brachte. Das Reiseziel lag diesmal östlich, als Hauptanziehungspunkte nannte das Programm den Zürcher Zivil-Flugplatz, das adrette Pfäffikon (Zeh.) und die schön gelegene Kyburg am Eschenberg. Im neuen Flugplatz-Restaurant, das den Unterschied zwischen Belpmoos und Dübendorf recht augenfällig zur Geltung brachte, fand die übliche Hauptversammlung ihre rasche und genehme Erledigung. Zum Mittagessen indessen traf man sich im «Hecht» in Pfäffikon, einem typischen zürcherischen Landgasthof, der abseits der belebten Durchzugsstrafesen den Ruf guter Küche und Keller eifersüchtig wahrt. Dann fuhren die reisefrohen Langenthaler über Illnau zur waldumschlossenen Kyburg, jene zürcherische Staatsdomäne, die für manchen Teilnehmer Neuland bedeutete. Damit nicht genug benützten verschiedene Mitglieder die freie Heimfahrt zu einem Besuch des mittelalterlichen Regensberg am Fusse der Lägern und lernten so in einem bequemen Tagesausflug einige leider wenig bekannte Gegenden des östlichen Unterlandes kennen. Die Fahrt sei jedem Freunde beschaulichen Fahrens zur Nachahmung empfohlen. Auf verschiedenen Wegen fanden sich die Ausflügler wieder nach Langenthai zurück, wo im «Bären» der Präsident der Ortsgruppe Langenthai, Herr W. Ruckstuhl, den Schlusspunkt unter dio wohlgelungene Veranstaltung setzen konnte. Der erste Versuch der Langenthaler Automobilisten, das Geschäftliche mit dem Angenehmen zu verbinden, dürfte in Zukunft wieder zahlreiche Anhänger finden, h. Gotthardstrasse geöffnet! : Den grossen Bemühungen der Vereinigung] «Pro Gotthard » Ist es zu verdanken, dass vom nächsten Samstag an der Gotthardpass dem durchgehenden Automobilverkehr offen steht. Personenwagen können ab 8. Juni ohne Schneeketten den Gotthard passieren. Ein über die Pfingsttage eingerichteter Verkehrsdienst wird die reibungslose Abwicklung des zu erwartenden Andranges ermöglichen. Wegen den gewaltigen Schneemassen, die immer noch im Gotthardgebiet lagern, sind vorläufig Gesellschaftswagen von der Befahrung der Gotthardstrasse ausgeschlossen. Verantwortliche Redaktion: Dr. A. Buch!, Chefredaktion. W. Mathys. — Dr. E. Waldmeyer. Telephon der Redaktion: 28 222 (Hallwag) Außerhalb der Geschäftszeit: 23.295