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E_1935_Zeitung_Nr.041

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N» 41 ihren wünschen entsprechen würde. Die kleine Bürolistin, die täglich die Mühen und Unannehmlichkeiten des Arbeitstages mitmacht, empfindet es wohltuend, wenn eine adrett gekleidete Berufsgenossin des Films im fürstlichen Arbeitszimmer unter dem bewundernden Blick des eleganten jungen Chefs errötet, und vergisst wenigstens für diesen Abend und die Träume der kommenden Nacht, dass sie selbst eine abgenutzte Arbeitsschürze trägt und ihr ein hässlicher und mürrischer alter Mann in einem durch eine Wand vom Arbeitsraum abgetrennten Verschlag in eine fehlerhaft funktionierende Schreibmaschine unpoetische Mahnbriefe an säumige Zahler diktiert. Das Heim, das die Dame so gern im Film sieht, muss natürlich auch mit entsprechend sympathischen Personen bevölkert sein. So ist zumindest im Film die Dienstmädchenfrage ideal gelöst. Es gibt keine boshaften, faulen oder unwilligen Dienstboten. Stubenmädchen oder Köchinnen sind immer sauber, sogar etwas kokett gekleidet, eilen sofort auf ein Glockenzeichen herbei, sind ebenso gewandt im Servieren wie im Anmelden beliebter und im Hinauskomplimentieren ungebetener Gäste. Mit ihrer Hilfe wickelt sich — im Film — die Hauswirtschaft in vorbildlicher Weise ab, so dass die Hausfrau wenigstens für die Zeit des Ablaufes dieses Films ihre Dienstbotensorgen vergisst. Man denke nun doch nicht, dass die Frauen deshalb solche schön gefärbte Vorgänge gern sehen, weil sie so naiv sind, zu hoffen, dass sich einmal ihr Leben ähnlich wie in dem eben geschauten Film gestalten wird. In jeder Frau schlummert aber ein Kind, das gern wieder in den Alltag zurückkehrt, wenn man ihm eine Zeitlang ein Spielzeug in die Hand gegeben hat. Schwester ans dem dunklen Hintergrund, ans einer schwülen und bedrückenden Sphäre abheben. In meisterhafter Form schildert die Dichterin die Trier jungen Menschen, von der Kindheit bie mitten in den Rudel des Lebens hinein. Die Eltern der vier Kinder spielen ebenfalls eine grosse Rolle und, das darf man schon sagen, treten aus der ganzen Erzählung nicht gerade sehr vorteilhaft heraus. Die Autorin erlaubt sich hier einige Stellen, die vom ästhetischen Standpunkt aus zu verurteilen sind. Sie greift zu tief in die Wahrheit hinein. Gewiss, ein Buch soll wahr sein, doch die Wahrheit, die nackte Wahrheit ist eben doch meistens ziemlich .. . schmutzig. Und ein Buch, das das Leben anpackt wie es ist, muss hart und unfein werden. Aber die Wahrheit ist nun mal so, und man kann die Dichterin verurteilen oder man kann sie loben, weil sie den Mut gefunden hat über das Leben zu schreiben, wie es in Wirklichkeit ist. Das heikle Thema: Mutter und Sohn kommt eingehend zur Behandlung. Eine Mutter ist nicht heilig, allein weil sie Mutter ist, eine Frau, die — vielleicht ungern Kinder geboren hat, sie ist nicht heiliger als andere, die nicht geboren haben. Die Dichterin versteht es jedenfalls, uns die geschilderten Personen ihrer Erzählung unwahrscheinlich nahe zu bringen und sie versteht es auch, fesselnd zu schreiben. Wenn auch hie und da etwas Derbheiten und Unschönheiten zum Vorschein kommen, so kann das Buch dem, und nur dem gereiften Leser trotzdem viel bieten. Doch wer für Selma Lagerlöf oder Knut Hamsun nichts übrig hat, die bedrückende nordische Schwere nicht ertragen kann, der soll lieber die Hand davon lassen. -es. Vitznau. Der Sonnen-Quai am klassischen See ist Tatsache. Sind Sie schon einmal von Weggis auf breitem Trottoir der staubfreien Strasse und dem See entlang über Vitznau hinaus bis an die Grenze des Kantons Schwyz an der obern Nase gewandert? Nein? Dann müssen Sie dies unbedingt nachholen. Sie werden dann sehen, was die Kunst zielbewusster Ingenieure, was verständnisvolle Zusammenarbeit zwischen Staat und Gemeinden in kurzen Jahren aus einer von wirtschaftlichen Sorgen bedrohten Gegend machen kann. Auch hier wurde nach einem bestimmten Aufbauplan gearbeitet, und nun liegt es am zielbewussten Mitarbeiten des Publikums, sich in diesen Aufbauplan einzufügen und ihm zum Durchbruch zu verhelfen. Marika Stiernstedt: «Die vier Marschallstäbe». Und wenn Sie heute durch die unbeschreiblich Roman. Hesse & Becker, Verlag, Leipzig. — Der schöne Blütenpracht der Seegegend wandern oder Titel weist auf Napoleons Ausspruch hin, jeder Soldat fahren, so wird dies für Sie nicht nur ein Erlebnis, sondern Sie werden die Gegend wieder mit dem trage den Marschallstab in seinem Tornister. Hier bestehen die vier Marschallstäbe allerdings aus Bewusstsein verlassen, dass ihr Besuch Freude gemacht hat, ist er doch eine Anerkennung für die Haselruten mit eingekerbtem dekorativem Muster und die Besitzer sind keine Soldaten, sondern zwei Bemühungen der Seegegend sowohl dem Fussgänger wie dem Automobilisten eine der schönsten Geschwisterpaare, vier Kinder zweier unglücklicher Ehen, von denen sich je ein Bruder und eine Gegenden der Schweiz erschlossen zu haben, r. Eine neue Erika! Modell 6 mit vollwertigem Sefzfabula- for, 44 Tasten, Stechwalze, normalbreite Walze, dem wunderbar leichten Anschlag und allen anderen konkurrenzlosen „Erika"-Vorteileni Alle Einrichtungen einer „Büromaschine" zum Preise einer Kleinmaschine! Sie müssen die neue Erika gesehen und probiert haben, bevor Sie eine Maschine anschaffen; es gibt keine bessere! Und zahlen können Sie auch in Monatsraten, sogar nur Fr. 20.— monatlich. 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N« 41 - 1935 AUTOMOBfcREVUE 11 *. c. s. SEKTION BERN. Ballonfuchs]*gd mit Automobil Verfolgung, Sonntag d«n 26. Mai 1935. Morgen Mittwoch den 22. Mai läuft die erste Anmeldefrist «um einfachen Einsatz von Fr. 10.-— ab, nachher beträgt das Nenngeld Fr. 15.—. Die Einladung der Sportkommission ist auf recht guten Boden gefallen. Die Ballonverfolgung scheint den Automobilisten zu «liegen», kaum ist die Einladung ins Haus geflogen, so liegen beim Sektionssekretariat schon das erste Dutzend Anmeldungen vor. Die Annahme liegt nahe, dass eine Wiederholung des 1932er Rekordergebnisses von 45 Verfolgerautomobilen zu erhoffen ist. Die Mitglieder der Sektion Bern sind nebst ihren Angehörigen zur Teilnahme oder Besuch der Füllung im Gaswerk Bern freundlich eingeladen. Es sei hier nochmals auf den Kinderballon-Wettbewerb hingewiesen, der bei der Jugend stets grossen Anklang findet. Da bei der letzten Veranstaltung die 800 verfügbaren Ballone im Nu vergriffen waren, haben die diesjährigen Veranstalter vorsichtshalber fleich deren 700 bereitgestellt. Nähere Angaben enthält das Reglement, das jedem Interessenten auf Verlangen vom Sektionssekretariat zugestellt wird. Ausfahrt mit den Pfleglingen des Asyles Gottesgnad Ittlgen. Letzten Samstag den 18. Mai führte die Sektion Bern des A. G. S. ihre jährlich wiederkehrende Anstaltsfahrt mit den Pfleglingen des Asyles Gottesgnad durch. Es darf als ein überzeugendes Zeichen innerer menschlicher Verbundenheit bewertet werden, dass sich diesmal 40 Wagenbesitzer anf einmalige Anfrage hin zur kostenlosen Stellung ihrer Wagen bereit erklärten. Mit einer solchen Massenmeldung hatten selbst die grössten Optimisten nicht gerechnet. Erstmals musste das Sekretariat zu Kontingentierungsmassnahmen greifen und acht Wagenbesitzer von ihrer bereitwilligen Samariterpflicht entbinden. Leider hielt das Wetter nicht mit der Gebefreudigkeit der Mitglieder Schritt. Es war eine Fahrt durch weisses Sonnenlicht, Regenschauer, Hagel und Schnee. Aber selbst die entfesselten Naturgewalten konnten der Reiselust der g«gen 90 Pfleglinge nichts anhaben. Es war für sie wieder das grosse Erlebnis, auf das sie sich schon Wochen voraus freuen und von dem sie noch monatelang zehren. Die Fahrt fühte über Biel, Leubringen, Orvin, Twannschlucht nach Twann. wo in der grossen Laube des Hotels Bären ein einfaches Zvieri für Wageninsassen und -führer bereitstand. Nach zweistündiger Rast kehrte die lange Wagenkolonne über Landeron. Erlach, Ins, Bern nach Ittigen zurück, wo die Pfleglinge von ihren Wärtern und Schwestern wieder in sorgende Obhut genommen wurden. Manche waren dem Weinen nahe, als sie < ihr Auto > wieder für längere Zeit um die Anstaltsecke verschwinden sahen. Den willfährigen Wagenstellern harrte aber noch im c Sternen » in Bolligen ein Abschiedstrunk. Herr Dr. G. Perlet, Vizepräsident der Sektion Bern, definierte in einem feinfühligen Dankeswort das Weeen der seit 1922 bestehenden Gottesgnad-Ausfahrten und sprach sich in tiefempfundenen Worten für die Notwendigkeit der charitatiyen Pflege innerhalb der Sektion Bern des A. C. S. aus. h. SEKTION ZÜRICH. Die heutige Generalversammlung vom 21. Mai 1935, 18 Uhr, im Hotel « St. Gotthard » in Zürich, wird die Stellungnahme der Sektion zur Vorlage des kantonalen Verkehrsgesetzes bringen. Herr Direktor Dr. G. Hasler, Winterthur, wird das orientierende Referat halten, an welches sich eine allgemeine Aussprache anschliessen wird. Die Gesetzesvorlage vermag die Automobililisten zweifellos nicht in allen Punkten zu befriedigen, da verschiedene ihrer Postulate — und es handelt sich hierbei vor allem um diejenigen von finanzieller Tragweite — nicht berücksichtigt worden sind. Anderseits bringt das Gesetz zufolge des unermüdlichen Verfechtens der Postulate der Verkehrsinteressenten durch Herrn Präsident M. Gassmann im Kantonsrat auch verschiedene Vorteile gegenüber dem jetzigen Zustand, so dass es zu verstehen ist, wenn der Vorstand von einer offiziellen Bekämpfung der Gesetzesvorlage absehen möchte, ohne aber auch das Gesetz zur Annahme empfehlen zu können. Das letzte Wort hat nun die heutige Generalversammlung. Am 23. Mai treffen sich die Damenmitglieder zu einer Bluestfahrt nach Schönenwerd mit Besichtigung der dortigen Bally-Schuhfabriken. — Montag den 3. Juni, abends, sind die Sektionsmitglieder mit ihren Angehörigen zu einer interessanten Filmvorführung in den Kapitol - Kino eingeladen. Sie können daselbst den neuen Renault-Film über moderne Automobilfabrikation und Weltgeschwindigkeitsrekorde bestaunen, dessen Vorführung in Frankreich eine solch vorzügliche Aufnahme gefunden hat. Die erste Sportveranstaltung dieses Jahres ist für den 29. Juni vorgesehen, und zwar in Form einer Autavia von Dübendorf aus. Es sind wiederum Equipen, bestehend aus je einem Flugzeug und zwei Autos vorgesehen. Auch die Wiederholung der letztjährigen Sektionsmeisterschaft ist geplant, und zwar kommen hiefür in Betracht die Resultate der vier diesjährigen Sportveranstaltungen: Autavia, Hindernisfahren, Geschicklichkeitsprüfung und Schnitzeljagd. T. C. S. Autosektion St. Gallen-Appenzell GRUPPE APPENZELL A.-RH. Die vollzählige Bureausitzung vom 18. April 1935 hat mit Genugtuung vernommen, dass unser Gruppenpräsident in den Ausschuss des Sektionsvorstandes gewählt worden ist. Immerhin hatten die beiden Gruppen Appenzell A.-Rh. und Appenzell I.-Rh. die Auffassung, dass das Vizepräsidium des Sektionsvorstandes loyalerweise den beiden Halbkantonen zugeteilt werde. Im Hinblick auf diese berechtigte Anregung soll dieses Begehren bei passender Möglichkeit weiter verfolgt werden. Unsern geschätzten Mitgliedern möchten wir unser Arbeitsprogramm 1935/36 bekanntgeben. Wenn irgend möglich sollen im Kanton noch zirka sieben weitere Labiko - Leuchtwegweiser zur Aufstellung kommen. Leider hat bereits die Gemeinde Hundwil die Stromkosten für ihren Teil abgelehnt. Es ist bedauerlich, dass es noch Gemeinden gibt, die den grossen Nutzen einer solchen wertvollen Markierung verkennen, um so mehr der Betrag im Jahrn 60 Fr. nicht übersteigt und die Aufstellung der Wegweiser von der Firma vollständig kostenlos geschieht. Erfreulicherweise ist' die ( Nachricht von der Gemeinde Waldstatt, die die Kosten für einen solchen Leuchter übernehmen wird. Hoffentlich werden andere Gemeinden folgen. Nachdem in unserem Kanton die Strassen, Kurven und Bahnübergänge bald alle den ihnen ge- ( (stellten Anforderungen genügen, so werden [wir «in wachsames Auge haben über die störenden Reklamen an uneern Strassen, dass sie alle möglichsi bald verschwinden. Die Anregunigen betreffs Verbreiterungen, Verbesserungen einiger Strassenzüge sind im Flusse und werden auch, sobald es dem Kanton die Mitte erlauben, in Angriff genommen. Hier sei noch die freudige Nachricht festgehalten, dass dem Kanton Appenzell A.-Rh. aus dem Titel Bergkanton-Benzinzollausgleichsfonds für das Jahr 1934 Fr. 10,000 zugeflossen sind., Ohne müde zu werden, wird die Gruppe die schon längst berechtigten Wünsche Ratenweise Bezahlung der Autotaxen, 5Oprozentige Taxermässigung für Wagen von über fünf Jahren immer wieder an die Hand nehmen. Allem voran aber steht eine straffe Strassenverkehrsdisziplin. Unsere geschätzten Mitglieder sind gebeten, uns hierin fest zu unterstützen. Unsere Aktiven sollen sich durch eine ausseist sorgfältige Fahrweise auszeichnen. Es ist unablässige Pflicht eines jeden Automobilisten, dem Art. 25 des M.F.G. Nacjvachtung zu verschaffen. Um den Gedanken Strassenverkehrsdisziplin weiter auszubauen, will die T.C. S.-Gruppe im Verein mit der kantonalen- Schulbehörde, Pro Juventute (Abteilung Schulkinder), Lastwagenbesitzer, Chauffeurverband, A. C. S., und 0. M. V. (Sektion Herisau), einen Weg suchen, um der appenzellischen Schuljugend den Begriff Strassendisziplin möglichst eindrucksvoll zugänglich machen zu können. Zu diesem Zwecke werden in nächster Zeit Verhandlungen aufgenommen. Da unsere Gruppe dieses Faktum als eine der wichtigsten und dankbarsten Aufgaben für unser Arbeitsprogramm für 1935 anspricht, soll es deshalb mit allen Mitteln an die Hand genommen werden. Die appenzellischen T.C.S.ler begrüssen den Weitblick der Gemeinde Stein, mit dem Bau einer Brücke Stein-Haggen. Damit wird die Staatsstrasse Watt- Teufen stark entlastet, mit andern Worten, die Sicherheit auf diesem Strassenzug wird vorteilhaft gewinnen. Unsere T. G. S.-Gruppe befürwortet alle Aufgaben, die dahin tendieren, die Sicherheit der Strasse zurückzugewinnen. So wird- sie eifriger Verfechter der Anregung Fussgängerstreifen, Wanderwege (Markierung), Radfahrwege zu erstellen. Nebenbei beschäftigen uns die Prämien für die Haftpflichterleichterungen, der Kampf für den Benzinzoll, und .nicht vergessen sei, für die vom T. G. S. befürwortete Alpenstrassen-Initiative kräftiges Ja in die Urne zu legen. Voran' haben wir Ihnen nun so einige Hauptaufgaben der appenzellischen T. C. S. - Gruppe vor Augen geführt. Begreiflich warten ihr noch eins Menge von Kleinarbeiten, die alle mehr oder weniger ebenso wichtig sind. Wir appellieren an alle appenzellischen Automobilisten, helfen Sie uns! Neben all diesen Aufgaben will die Gruppe aber ihren Mitgliedern auch lehrreiche Zerstreuung bringen, indem sie Vorträge, Films, Exkursionen veranstaltet. So z. B. haben wir bereits einen lehrreichen Film rollen lassen. Am 30. Mai . folgt eine Ausfahrt nachdem Schneggen b. Buchs, im Juli eine Picnic-Fahrt ins Blaue, femer ein Herrenabend, im Herbst ein Vortragsabend; im November ein Familienabend. Jedenfalls bitten wie Sie, unsere Nachrichten in der «Auto-Revue» gründlich zu beachten, unsere Kasse erlaubt es nicht, jedesmal persönlich einzuladen. Zu ünserm Programm folgt noch dasjenige' der Sektion: 27. Mai Exkursion nach Pfäffikon; 13., 14., 15., 16. Juli nach dem Tessin; 10., 11., 12. August ins Berner Oberland (Jungfraujoch), im November die Jahresfeier; zwischenhinein mit der Gruppe Wil; an Pfingsten nach Morschach; die Stadtgruippe wird uns im Sommer eine schöne sportliche Veranstaltung (Ballonjagd oder Zuverlässigkeitsfahrt) präsentieren. Unser Gruppenverzeichnis zeigt, dass 216 Mitglieder eingetragen sind. Feststellen müssen wir leider, dass unser Halbkanton immer noch über 60 Einzelmitglieder hat, die wir bitten möchten, sich unserer Sektion und Gruppe anzuschliessen. Sie sollen uns helfen, raten und taten; wir allein können nicht für ihre 'Rechte und Vorteile aufkommen. Unser Kassier, Herr Prey. Herisau, hat mit dem Einzug des Jahresbeitrages von Fr. 2.— für 1935 bereits begonnen. Wir bitten um prompte Einlösung und danken im voraus für Ihre Unterstützung. Unser Rechtsberater ist Herr Dr. Otto Schoch, Herisau. Die erste Konsultation ist kostenfrei für Mitglieder. Der Vorstand setzt sich für 1935 zusammen wie folgt: Präsident: Dr. DDS, Fisch H., Herisau; Vizepräsident: C. Etter, Kaufmann, Herisau; Kassier: Hans Prey, Cartonnage, Herisau; Aktuar: Hans Tanner, Bureauchef, Herisau; Beisitzer: Hans Tobler, Gemeindehauptmann, Wolfhalden, Pfenninger, Kantonsrat, Ürnäsch, Juqn, a. Gerichtspräsident, Teufen. Schlussendlich möchte der Vorstand allen Mitgliedern für die freundliche Unterstützung danken. Unsere Devise ist und bleibt: «Dienst am Mitglied». Unser Jahresbericht 1934 steht den Mitgliedern zur Einsicht bereit. Der Vorstand. Autosektion Waldstatte Die Einladung zu einem Filmabend der Sektioa Waldstätte,«dm Hotel Monopol, begegnete sehr regem Interesse. Zweihundert Personen haben die Gelegenheit benützt, alle Phasen der Automobilfabrikation innerhalh 80 Minuten zu : verfolgen, — Dieser Tonfilm könnte fast als Kulturfilm angesehen werden; denn er ist mehr als eine repräsentative Folge von Reklamebilder, er führt, den Zuschauer vielmehr mit pädagogischer Gründlichkeit in die fremde technische Welt ein; Obwohl sich der Schauplatz in Frankreich befindet, ist das Arbeiter und Arbeiterinnen hervor, die, an das Tempo der Maschine gebunden, mit ungewollter Eleganz sprühende Stahlblöcke den Dampfhämmern und Pressen unterschieben, Zahnräder auf Geräusche, abhören, Kugellager «abfüllen» oder von erhöhter Kommandobrücke aus die Werkstücke durch den Maschinenwald manövrieren, rasch und zielsicher. Jedes Material wird unter der Mach dieser Pressen, Walzen und Hämmer zur knetbaren Masse — und jedesmal,, wenn der Koloss erzittert, kommt das Chassis oder eine Karosserie der endgültigen Gestalt näher. Sehr gute Nahund. Zeitlupenaufnahmen gaben dem Film fas wissenschaftliches Gepräge. — Der Schluss bildete eine glänzende Parade aller Erzeugnisse, vom Volksauto bis zum Schienenomnibua, die das Werk in Intervallen von zwei Minuten ausstösst... Nach dieser technischen Exkursion wurde der Abend mit einem kurzen aber gelungenen T. C. C.- Lehrfilm beschlossen. Unter dem Titel «Hab acht!» wurden alle Verkehrssünden wieder aufgerollt und alle Kategorien von Strassenbenützer durch eine wachsame T. C. S.-Trickf jgur eindeutig ins Gebet genommen. Dieser Film hat wegen seiner Lebendigkeit und der prägnanten Kürze seinen praktischen Zweck bestimmt erreicht! # 2kuJB d« Verbänden Schweizer Autofahrlehrertagung. Am 12: Mal fand in Baden eine gutbesuchte Tagung der patentierten Autofahrlehrer der Schweiz statt, einberufen durch den Schweizerischen Autofahrlehrerverband Zürich, Die verschiedenen Vofanten berichteten über die sehr unterschiedliche Handhabung des neuen schweizerischen Automobilgesetzes in den einzelnen Kantonen und schlössen 'sich betreffend der Verschärfung der Verordnungen für die Autofahrlehrer in der ganzen Schweiz und die weitestgehende Vereinheitlichung der Anwendung der Vorschriften den Postulaten der kürzlichen Konferenz der .kantonalen Polizeidirektoren (unter Dr. Rothmund jn Zug) einhellig an. In einem speziellen Referate forderte der Zentralsekretär des Autofahrlehrerverbandes der Schweiz, Schaller, für die Autofahrschulen analoge Konzessionen zu erstreben, wie dies im Taxametergeschäft üblich ist; ferner sei die Bedürfnisklausel bei den kantonalen Motorfahrzeugämtern raschmöglichst zu prüfen, denn die Existenz der bestehenden Autofahrschulen sei infolge übemiässiger und schmutziger Konkurrenz gefährdet. Es gebe- auch bereits mehrerorts, speziell in Zürich, zahlreiche arbeitslose Fahrlehrer. Der Referent brachte interessante Vorschläge für eine durchführbare Regelung bezüglich der Zulassung der jährlichen Fahrlehrerpatente im Verhältnis zu den einbezahlten polizeilichen Verkehrsbewilligungen. Einmütig beschloss die Tagung, allerorts dahingehend zu wirken; dass dem neuen Autoniobilgesetz, das in manchen Kantonen noch sehr nachlässig gehandhabt werde, kontinuierlich der nötige Respekt verschafft werde und vor allem gegen die nicht amtlich zugelassenen Fahrlehrer (Schwarzfahrer) energisch vorzugehen sei, sowie die Führer- und Lehrerprüfungen verschärft werden, am auf diese Weise ungeeignete Menschen im In- "iejesse aller Strassenbenützer als Fahrzeuglenker ||iümer jmehr fernzuhalten. Ing. E. Hug. • Zürcher kantonale Strassenverkehrsliga. Der Vorani.fiatf die Vertreter deC.Verbände.auf Donners- ?g, den 23. Mai, 20 Uhr,' zu einer Delegierteriverjäimcnlung ins Hotel St. Gotthard in Zürich eingeladen, an der verschiedene wichtige Traktanden zur •Behandlung kommen werden. Der seinerzeit eingesetzte Arbeitsausschuss hat einen neuen Statuten- Entwurf ausgearbeitet, der zur* Beratung und Annahme vorgelegt; wird. Als zweites Traktandum wird die Neuwahl des Vorstandes folgen, das Hauptgeschäft aber bildet die Stellungnahme zum neuen 'kantonalen Verkehrsgesetz, zu welchem sich die angeschlossenen 'Verbände auszusprechen haben. Söhliesslich steht noch die Durchführung der Verkehrswoche zur Diskussion, die dem Vernehmen nach in der Stadt.Zürich nun von den städtischen Polizeipnganen in die Hände genommen werden d u r f t e t '•' -