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E_1935_Zeitung_Nr.047

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Gegenwartsfragen des

Gegenwartsfragen des deutschen Motorfahrzeugmarktes.* Ein Jahr Erfahrungen mit dem Preisschutz. Das Vertragswerk wurde am 1. Januar 19'34 in Kraft gesetzt:und hat sich heute mehr als» ein -Jahr nach seiner Einführung in vollem Umfang als brauchbar und erfolgreich •durchgesetzt. Marktbereinigungsmassnahrnen pflegen im allgemeinen eine Abwehrfront der Verbraucher aufzubieten. Deshalb hatte •ttrarv bewusst darauf hingearbeitet, eine Benachteiligung der Verbraucher und eine Minderung der Kaufwilligkeit auszuschliessen. Die Verhältnisse der letzten Jahre konnten auch "'den 1 Verbraucher nicht befriedigen, gab es; doch' für ihn keinen Massstab, um festzustellen, ob er bei der Anschaffung eines Fahr- *e«ges einen gerechten Preis gezahlt hatte. Insbesondere die seriösen Kunden, die mit cren Mäfktgewohnheiten nicht hinreichend vertraut waren oder sie innerlich ablehnten, fühlten sich stets benachteiligt. Diese mangelnde Preiswahrheit stellt eine nach aussen 'nte'h'f ßhtte^weiteres erkennbare Belastung des Kraftfahrzeuggeschäftes dar, deren Ausschaltung' bei der Verbraucherschaft volles 'Verständnis gefunden hat. Wenn die Fabriken teilweise dazu übergegangen waren, bei .der Preiskalkulation die Kundenrabatte mit •ztf; berücksichtigen, so bedeutet der Ausschluß des Rabattunwesens nicht etwa den i^usschluss jeglicher Preiskonkurrenz. Der Wettbewerb 1 der Preisstellung wird lediglich Hunrrlehr der Produktionsstufe vorbehalten. ''Von gleich grosser Bedeutung für den I^äpbraucher sind aber die Auswirkungen auf dem Altwagenmarkt. Hier haben die laufenden: Schätzungen gebrauchter Wagen ebenfalls Bereinigung' und Preissicherung ge- |c|jafferi. Breite Schichten der Altwagenkäu- ',fer. -können heute gerbauchte Wagen mit •einem' Minimum an Risiko erstehen, gleichgültig- ob sie im Direktgeschäft von dem frü- Tigrjjn -Be.si.tzer oder über den Ältwagenhandel kaufen, da sie jederzeit eine Taxierung .des.. Fahrzeuges durch die Schätzungsstelle vornehmen lassen und so den gültigen Marktpreis ermitteln können. Bei dem Unterschied von Gebrauchswert und Marktwert tragen die Marktrichtpreise zu einer Verbilligung der„gebrauchten Wagen bei und ermöglichen so über den.alten Wagen die Motorisierung TSIo. 46 der «A.-R.». in neue Käuferschichten zu tragen und den kaufkraftschwächeren Verbrauchern, solange der Volkswagen noch fehlt, Fahrzeuge zu bieten, deren Gebrauchswert ausser Zweifel steht, und deren Anschaffungspreis die Finanzkraft dieser Verbraucher nicht übersteigt. Da für die wichtigsten Grossserienfabrikate auch Rieht- und Festpreise für die Reparaturen vorliegen, lassen sich die Haltungskosten dieser Fahrzeuge mit hinreichender Genauigkeit im voraus errechnen. Die letzten Lücken. Während sich die Linien der Preisschutzsysteme auf den eigentlichen Kraftfahrzeugmärkten eindeutig abzeichnen und vor allem im gegenwärtigen Stadium der Entwicklung keinerlei Benachteiligung der Verbraucher erkennen lassen, sind die Verhältnisse in der Kraftfahrzeugteile- u. Zubehörindustrie und insbesondere in den der Automobilindustrie weiter vorgelagerten Rohstoff- und Halbfabrikateindustrien nicht mit der gleichen Eindeutigkeit zu umreissen. Preisbindungen und Kartelle überlagern sich hier vielfach, und die ersten Anzeichen für Eingriffe der Wirtschaftsbehörden, insonderheit des Reichskommissärs für Preisüberwachungen, heben sich ab. Nicht ohne Grund weist die Automobilindustrie auf die eingetretenen Verteuerungen ihrer Vorprodukte hin, und man wird sich darüber klar sein müssen, dass weder steigende Serienproduktion noch Erzeugungsoder Handelsspanne ad infinitum derartige Preisgestaltungen zu kompensieren in der Lage bleiben werden. Das Programm aber heisst Motorisierung, und die Wirtschafts- Nach wie vor stellt dieser Erdteil für das Automobil noch Neuland dar. Wenn man jedoch berücksichtigt, dass Australien im Jahre 1921 erst einen Motorfahrzeugbestand von 291,000 Automobilen aufzuweisen hatte Total 1934 Total 1933 gegenüber 575,000 im letzten 593,000 im Jahre 1930, so geht daraus doch eine allmähliche Durchdringung dieses Erdteils durch das Motorfahrzeug hervor. Wenn einmal mit den Rohstoffmärkten wieder etwas mehr Ruhe eingekehrt ist, wird zweifellos die Bestandszunahme eine stärkere Aufwärtsbewegung standsentwicklung in denjenigen Ländern, die Bestände von mehr als 10,000 Fahrzeugen aufweisen, geht aus nachstehender Zusammenstellung hervor: Wirkung ab 29. Januar 1936 dem internationalen Abkommen vom 24. April 1926 über Kraftfahrzeugverkehr beigetreten äst Verkehrssicherheit und Unfallverhütung. Aus durchaus begreiflichen Gründen steht die Oeffentlichkeit heute noch unter dem Eindrucke des schweren und bedauerlichen Verkehrsunglückes an 800,693 618,354 181,1851,154 der Bahnhofstrasse in Zürich. In der guten Absicht dazu beizutragen, durch irgendwelche Massnahmen ähnliches Geschehen zu verunmöglichen, 778,856 602,292 175,461 499 Jahr und sind in den vergangenen Wochen eine ganze Reihe von Vorschlägen durch die Presse lanciert worden. Nicht genug damit: in verschiedenen Varianten sind auch Eingaben an die Behörden gemacht worden, deren eine betr. Vorfahrverbot in der Bahnhofstrasse im Grossen Stadtrat von Zürich behandelt wurde. Ein alter Grundsatz will die Kritik nur anerkennen, wenn durch sie eine bessere Lösung mindestens gezeigt wird. Die Kritik verliert ihre einschlagen. Die Be- Be- Liechtenstein verzichtet auf die internationalen Ausweise. Das eidg. Justiz- und Polizeidepartement orientiert die Kantone hierüber in nachfolgendem Rundschreiben : Wir beehren uns, Ihnen mitzuteilen, dass durch Notenaustausch mit dem Fürstentum Liechtenstein der gegenseitige Verzicht auf führung wird ebenso wenig geneigt sein, sich einen Schritt von der Grundausrichtung künftiger Kraftverkehrsgestaltung zu ent-difernen, wie eine Gefährdung der deutschen scheine für alle im einen Lande immatriku- internationalen Zulassungs.- und Führer- Motorisierung von der Preisseite her die Zustimmung des Reichskommissärs für Preis- im andern Lande verkehren, vereinbart worlierten Motorfahrzeuge, die vorübergehend überwachung finden dürfte. Wir glauben den ist. Voraussetzung ist aber, dass die daher, dass die künftige Entwicklung von Führer ihre nationalen Ausweise für Fahrzeug und Führer bei sich tragen. Das Fahr- dem Zusammenwirken aller Industriezweige zur Förderung und Erfüllung des deutschen zeug selbst muss mit den nationalen polizeilichen Kennzeichen und dem Unterschei- Motorisierungsprogrammes getragen sein wird. dungszeichen im Sinne von Art. 5 des internationalen Abkommens vom 24. April 1926 über Kraftfahrzeugverkehr (CH für die Automobilbestand in Australien OTJTOMÖBlE-EEVUr* 1935 - N° 47 Io , Iand Australien Neuseeland Hawai Ozeanien Tot A a ,!f^er Touren- last- Anto- motile *•*» "*» *•« Australien . . . . 575,000 441,000 134,000 — Fidsch-Inseln . . 1,255 763 216 276 Franz. Ozeanien . 588 416 172 — Hawai 48,323 39,146 8,871 306 Neuseeland . . . 174,627 136,469 37,636 522 Andere Inseln . . 600 400 150 50 Samoa 300 160 140 — Total Ozeanien Ccenarrerkehi 1 Schweiz, FL für Liechtenstein) versehen sein. Die Vereinbarung tritt sofort in Kraft. Bei dieser Gelegenheit bringen wir Ihnen unter Bezugnahme auf unser Kreisschreiben vom 24. April 1935 zur Kenntnis, dass Argentinien (Unterscheidungszeichen RA) mit Veikehf rechtigung, wenn ihr ungenügende Sachkenntnis zu Gevatter steht. Der heutige Ruf nach erhöhter Verkehrssicherheit ist eine Forderung, deren Verwirklichung nicht mit untauglichen Mitteln ermöglicht 1931 1932 1933 1934 525,846 527,493 543,551 575,000 192,576 190,267 165,964 174,627 51,096 49,800 49,161 48,323 772,284 770,199 778,856 800,693 wird. Eine ganze Reihe von gefallenen Vorschlägen sind aus der damaligen Alarmstimmung heraus wohl verständlich. Es fehlt aber bei den meisten das wesentliche Moment der Sachkenntnis und der Verbundenheit mit der Praxis. Vor allem müssen hier einmal diejenigen Vorschläge als untauglich bezeichnet werden, die erst nach einem Schadenereignis einsetzen wollen. Es ist wohl in erster Linie Aufgabe der Gerichte, zu strafen oder zu korrigieren. Bei unserem System der Gewaltentrennung können wir vor allem also nicht gerichtliche und administrative Massnahmen vermischen. Darunter gehört auch die Beschlagnahmung des Unfallwagens, sofern es sich um eine dauernde, und nicht nur der Untersuchung dienende Massnahme handelt Aber aueh deswegen braucht man sich darüber nicht länger aufzuhalten, weil wir ja nicht eine Verschärfung des Strafrechtes in erster Linie anstreben, sondern die Verhütung der Unfälle, also Eingriff vor dem Ereignis. In dieser Richtung muss nach zwei Kategorien von Vorschlägen gesondert vorgegangen werden. Erstens handelt es sich um diejenigen Vorschläge, die einen technischen Eingriff wünschen, um da- Autoabbruch Bern-Oster mundigen, Hans Zysset mit die Leistung des Motorfahrzeuges innerhalb einer bestimmten Grenze zu halten. Die Massnahme wäre an und für sich untauglich. Man muss sich vor allem darüber klar sein, dass das Fahrzeug als solches Subjekt des Gesetzes ist. Jedes Fahrzeug bekommt einen Fahrzeugausweis, sofern es den im Gesetz vorgeschriebenen Forderungen entspricht Wollte man also durch eine Plombierung des Vergaliefert Ihnen sofort gebrauchte Bestandteile, wie: Motoren, Getriebe, Achsen, elektrische Apparate für alle Arten und Marken, Standmotoren für Landwirte^ fertig mit Gestell und Rädern. 11377 freleph. Aufruf Nr. 41.172 und Sie werden bedient. GRAND GARAGE PLAGE ED. CLAPAREDE S.A. Genf place Claparede 1 Charles NIGG, Administr. Tel. 41.244 Garage mit Platz-für 200 Wagen. Boxen. Vertretungen;: Hupmobile, Morris ,,;., Ersatzteillager HUPMOBILE Modell 1928, 6 Zyl., 17 HP, 4/5 PL, wenig gefahren sehr gepflegt, wegen Aufgabe des Fahrens aus Pri- •vathand günstig zu verkaufen. Anfragen befördert unter Chiffre 68005 die Automobil-Revue, Bern. Fabrikation von Auto-Kühlern nach dem * Pat. 98.005 Bienen wabensyetem, grösste Kühlwirkung, Reparaturen aller Systeme. Auto - Spenglerei Anfertigung von Kotflügeln, Motorbauben,Benzin-Reservoiren. 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N» 47 — 1935 'eers z. B. während des ersten Jahres die Ueberschreitung der 50-Kilometer-Grenze verunmöglichen, dann würde man damit absolut nicht erreichen, dass Führer jüngsten Datums nicht schneller fahren könnten. Denn der Führerausweis ist vollständig vom Fahrzeugausweis getrennt. Wer einmal im Besitze des Führerausweises ist, kann uneingeschränkt im Rahmen seiner Kategorie jedes beliebige Fahrzeug fahren. Dasselbe ist auch zu s*agen von der Beschlagnahmung des Wagens. Man kann Fahrzeuglenker sein, ohne einen eigenen Wagen zu besitzen, das Auto kann einem Dritten gehören usw. Mit andern Worten, jede Massnahme, die sich gegen das Fahrzeug wendet, ist ein Schlag in die Luft. Zur Diskussion stehen also nur noch diejenigen Vorschläge, die sich gegen den Führer richten, d. h. diejenigen, die Vorschriften aufstellen oder fordern, die den Führer in gewisse Grenzen weisen. Darunter gehören die Verkehrsvorschriften, also Fahrverbote, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Vorfahrverbote usw. Es würde zu weit führen, wenn man auf die Geschichte des heutigen Gesetzes betr. den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr eintreten wollte. Tatasche ist, um zusammenfassend die Meinung des Gesetzes wiederzugeben, dass man wohl grössere Freiheiten, aber auch grössere Verantwortlichkeiten und umfassendere Vorschriften aufgestellt hat. Für die Beurteilung der Verkehrssicherheit kommt immer und immer wieder die Zuhilfenahme des Art. 25 MFG. in Frage. Der Führer hat sein Fahrneu-g ständig zu beherrschen. Man. muss sich der Tragweite dieser Bestimmung vollständig bewusst werden, um erkennen zu können, dass keine andere Fassung, aber auch keine noch so ausgeklügelte Ergänzung imstande wäre, mehr zu erfassen, als bereits erfasst ist. Wie leicht konnte sich der Führer unter den Bestimmungen des Konkordates darauf berufen, dass er bloss mit 30 km gefahren sei, um unter Umständen sehr gut wegzukommen. Heute muss er beweisen, dass er mit der nötigen Vorsicht gefahren sei und dass er »war den Wagen beherrscht habe, dass jedoch der Unfall trotz allem nicht mehr zu verhüten gewesen sei. Fragen wir uns nun gerade auf Grund der gemachten Vorschläge, wo eigentlich das ungenügende einer solch umfassenden Bestimmung liege, dann erkennen wir plötzlich, dass auch heute schon, ohne eine einzige Ergänzung, Gesetzesvorschriften übertreten" sind. Diese Feststellung berechtigt aber auch zur Frage, was uns denn alle Ergänzungen nützen werden, wenn es doch immer Leute gibt, die das schon Bestehende nicht achten. ) Es fehlt aher auch gar nicht an den Gesetzesvorschriften, sondern es fehlt an jenen Fahrzeugführern, die nun einfach nicht mehr in den Verkehr hineingelassen werden dürfen. Es sind dies Typen, die jede Vorschrift ignorieren, die lächelnd Uebertretungen begehen, die sich einen Teufel um ein Vorfahrverbot kümmern würden, wie sie den heutigen Art. 25 missachten. Wenn wir aber mit solchen Charakteren zu rechnen haben, dann müssen Wir Massnahmen vorschlagen, mit denen wir tatsächlich auch diejenigen treffen, die wir treffen wollen. Die bis heute bekannt gewordenen Vorschläge treffen aber nur den anständigen Fahrer, der sich an das Gesetz hält. Will man diesen bestrafen? Nein. Um zu erfahren, wie man die andere Kategorie der rücksichtslosen Fahrer treffen kann, muss man eich die Mühe nehmen, die Verkehrsverhältnisse in der Stadt gTÜndldoh zu studieren. Wenn man ein einziges Mal vom See bis zum Bahnhof durch die Bahnhofstrasse hinuntergeht und dabei den Verkehr beobachtet, dann hat man schon ein Dutzend der gröbsten Verkehrsverletzungen beieinander. Wir wollen hier nicht alle aufzählen. Wenn man sich die Vorschrift vom Beherrschen des Wagens recht überlegt, dann ist jedermann damit einverstanden, dass man an der Bahnhofstrasse mit den gefährlichen Kreuzungen mit 60 km den Wagen eben nicht mehr mit Sicherheit beherrscht. Brauchen wir also eine Geschwindigkeitsbegrenzung an der Bahnhofstrasse oder an einer x-beliebigen andern Strasse. Nein, sie besteht schon. Dasselbe gilt vom Vorführen im dichten Verkehr. Wir brauchen demnach nur eine einzige Massnahme vorzuschlagen, die dann sicherlich den Zweck nicht verfehlt und auch die Richtigen trifft, wir brauchen eine gut ausgebildete Verkehrspolizei, die wie der Schiedsrichter auf dem Fussballplatz eingreift, wenn gefährliches Spiel gespielt wird. Im Rahmen der bestehenden Vorschriften sind die Möglichkeiten derart umfassend, dass dadurch wirksam Abhilfe geschafft werden kann. Kein Gericht könnte sich der Verzeigung eines Automobilisten verschliessen, der mit 60 oder 70 km durch die Bahnhofstrasse fährt. Auch der beste Fahrer beherrscht dann den Wagen in einer solch unübersichtlichen Strasse kaum mehr. Und diese Uebertretung kommt viertelstündlich vor. Es ist leider so, wie die Konferenz der Polizeidirektoren in Sitten feststellte; man hat heim Inkrafttreten die Augen zuviel zugedrückt. Heute muss man sie endlich einmal öffnen, bevor man dem anständigen Fahrzeuglenker Vorwürfe machen will. Es liegt im Interesse der Verkehrssicherheit, wenn man die Polizeibeamten weniger auf die harmlosen Upbertretungen beim ungenauen Parkieren ausgehen lässt, dafür aber eine korrekte und scharfe Kontrolle der wirklich verkehrsgefährdenden Uebertretungen einführt. Gewiss stellt dieser Dienst grosse Anforderungen an die Polizeimänner. Aber er stellt auch Anforderungen an die Behörden, die auf Grund einer Verzeigung einzugreifen haben. Man muss daher von diesen Leuten erwarten, dass sie selber den Verkehr kennen, den sie zu beurteilen und zu überwachen haben. Wenn diese Zusammenarbeit klappt und man das Vertrauen in die Verkehrspolizei haben kann, dann ist ohne jede Ergänzung und viel wirksamer alles erreicht, was wir wollen, Verkehrssicherheit und Unfallverhütung. Sfpassen Um den Ausbau der Bernhardinstrasse. Vor kurzem fand in Grono eine von der « Pro Mesolcina» einberufene Tagung statt, die als eindrucksvolle Demonstration für den Bau einer Autostrasse durch den Bernhardin gewertet werden muss. Als erster Redner skizzierte der Initiant des Bernhardin-Tunnelprojektes, Dr. A. Marca, ein kulturhistorisches Bild dieses vielbegangenen Passes im Wandel der Zeiten. Als zweiter Referent orientierte Redaktor Mani über den gegenwärtigen Stand des Autostrassenprojektes durch den Bernhardin. Seine interessanten Ausführungen gipfelten in der Feststellung, dass für die Alpentraversierung ein mög- liehst bequemer, von jeder Witterung unabhängiger, betriebssicherer Durchgang erforderlich sei, der den breiten Fremdenstrom durch möglichst grosse Gebiete unseres Landes leite. Die Strasse über, resp. durch den Bernhardin entspreche dieser Anforderung in weitgehendstem Masse, stellt sie doch die kürzeste Verbindung zwischen Chur und Mailand dar und ist frei von zeit- und benzinraubenden Gegensteigungen. Ihr Hauptvorzug liegt jedoch in der Möglichkeit, durch den Bau eines nur 5 km langen Tunnels einen ganzjährig befahrbaren sicheren Alpenübergang zu schaffen, der in einem Kulminationspunkt von 1600 m ü. M. rund 700 Meter die Julierpasshöhe unterbiete und nur 300 Meter unseren gefährlichsten Konkurrenten im Osten, den Brenner, übertreffe. Im weitern verwies der Referent darauf, dass technisch der Tunnelbau keinerlei Schwierigkeiten biete. Der nördliche Eingang würde etwas westlich der ersten Kurve im Talstaffel bei Hinterrhein zu liegen kommen, während auf der südlichen Seite die Strasse bei der Brücke über die Moesa ob San Bernardin-Dorf ausmünden würde. Bei einer 6 Meter breiten Fahrbahn und zwei je 15 cm Breite betragenden Seitenbänken kämen die Tunnelkosten je nach Art und Ausmass der Verkleidung auf 4,3 bis 5 Millionen Franken zu stehen. Hinzu kämen noch 200,000 Fr. für die Ventilation, 50,000 Fr. für die Beleuchtung, 250,000 Franken für die Projektierung und Bauleitung, sowie 500,000 Fr. für Unvorhergesehenes. Bei einer totalen Bausumme von 5,3 bis 6 Millionen Franken rechnet man mit jährlichen Betriebsausgaben von 25,000 Fr. Was das Kernproblem, die Finanzierungsfrage anbetrifft, so hoffen die Initianten eine bis 80 % betragende Bundessubvention zu erhalten, wobei darauf hingewiesen wird, dass ähnlich hohe Bundesbeiträge für die Klausenstrasse, für die Samnaunstiasse und für die Strasse nach Indemini ausgeschüttet worden seien. Wenn das Aktionskomitee für den Bau der Walenseestrasse bei einer Bausumme von 9 Millionen Franken ebenfalls eine 80 % betragende Bundessubvention verlange, so dürfe ein Werk, wie es durch den Autostrassenbau durch den Bernhardin verkörpert werde, ebenfalls einen derart hohen Bundesbeitrag beanspruchen. Im besondern wurde auch auf die Tatsache hingewiesen, dass nach dem Ausbau des bündnerischem Schmalspurbahnnetzes wie auch durch denjenigen der Bergellerstrasse und die Offenhaltung des Juliers im Winter nun die verkehrspolitischen Wünsche derjenigen Talschaften erfüllt werden sollten, die bis anhin unter der verkehrspolitischen Isolierung am meisten zu leiden hatten. In der anschliessenden Diskussion zeigte es sich mit aller Deutlichkeit, dass die ganze Mesolcina geschlossen hinter dem Projekt der Autostrasse durch den Bernhardin steht. Interessant war auch eine gewisse Neuorientierung des Kantons Tessin zu diesem Autostrassenprojekt festzustellen, indem man namentlich in Bellinzona durch den Bau der Gandriastrasse eine gewisse Umfahrung befürchtet, weshalb Bellinzona alle Strassenprojekte begrüsst, die, wie der Bernhardin, den Fremdenstrom in die Hauptstadt unseres Südkantons führt. Durch einmütige Annahme einer Resolution, welche auf die unhaltbare verkehrspolitische und volkswirtschaftliche Isolierung der Mesolcina hinweist und in welcher die Erwartung ausgesprochen wurde, dass von den zuständigen Behörden alles getan werde, um das Projekt einer Bernhardin-Autostrasse baldmöglichst zu realisieren, dokumentierte die Ver- Sammlung ihren entschlossenen Willen J neuen Verkehrspoiitik im Süden un«e*«!s Littd»« . Wy. ,. Von der Gandria-Strasse. Ein besondert heyorzugtes Touristikgebiet ist der Tessin. Die »üdlich« Vegetation, hervorgebracht durch ein äusserst müdes Klima, die herrlichen Seen sowie das michtJf« Hochgebirge, das im Norden aufragt, zieheil JTjitbr für Jahr viele tausende Automobilisten in dieien südlichsten Kanton der Schweiz. Um di« tourtoti» sehen Möglichkeiten dieses Gebietes tu verbeiMrn, vor allem, um eine direkte VerMndunt zwUeh« Lugano und dem Comersee herausteilen, wird ÄWzeit von Lugano aus eine neue, kühn in den JM$M gesprengte Uferstrasse gegen Osten gebaut; «ie "»er» läuft unmittelbar am Fusse des Monte Bre ond wird in landschaftlicher Hinsicht ganz besonder* lohnend sein. Nach den Erhebungen unserer TourittJkaWii» lung wird diese Strasse bestenfalls im DMwnbW dieses Jahres fertiggestellt werden. Die neue StrtuM# weist durchwegs eine Breite von 6 Met$f auf itfjsd wird daher den Anforderungen des modernen Verkehrs genügen. Auf italienischer Seite ist die StraMM allerdings nur bei 5 Meter breit, und zwar iwiscnft'n Albogasio und Porlezza, doch erwägt ihatt mit Rücksicht auf die kommende Fertigstelluni des Steh#eizer Anschlußstückes, die Strasse ebettfiUi «tat 6 Meter auszubauen und so für den Dürchf»^»*- verkehr geeignet zu machen. Qti Der italienische Automobil-AucsmlMMM im Monat Januar eine sehr beträchtlich» B«Mwmr zugunsten des Landes auf. Die Einfuhr fintf •**•• zurück, indem nur 96 Fahrzeuge im Wert« ven 0,921 Millionen Lire eingeführt wurden g*£«n löl Wagen für 1,13 Millionen Lire im gleichen M*n*t des Vorjahres. Dagegen hat die Ausfuhr m*rkltel zugenommen. Es gelangten 583 Fahrzeuge im trage von 4,2 Millionen Lire zum Export, *ih letztes Jahr in der nämlichen Zeit nur 900 Automobile ins Ausland gingen. Allerdings hindert tt$ sich bei der Mehrausfuhr durchweg* tun &MB* wagen, denn wertmässig erreicht di*** Wir 1