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E_1935_Zeitung_Nr.049

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BERN, Dienstag, 18. Juni 1935 Nummer 20 Rp. 31.Jahrgang - N» 49 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE:, Angabe A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. IC- Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlieh abonniert Ausgabe B (mit gew. Untallversich.) Tterteljfthrliebi Fr. 7JW Ausgabe C (mit Insassenversicherung) viertelj»hrU«fc Fr. 7.50 Erscheint jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage .Autler-Felernbend". Monatlich 1 mal „Gelfa liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Posteheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 INS ERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtarit. Inseratensehluss 4 Tage vor Erseheinen der Nummern AUS der Mappe des Technikers Luftbremsen? Grosszügige Projekte von Autobahnen, Stärkere Motoren und besonders die weitgehende Annäherung der Karosserie an die günstigste Stromlinienform, lassen erwarten, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit des Automobils der nächsten Zukunft über 100 Stundenkilometer liegen wird und dass die Konstrukteure die Höchstgeschwindigkeit bis auf 200 Stundenkilometer hinaufschrauben werden. Im gleichen Masse, indem sich die Geschwindigkeiten erhöhen, müssen auch die Bremsvorrichtungen verbessert und vervollkommnet werden. Bis jetzt blieb das Prinzip der Bremsung immer dasselbe: Die Drehung der Räder wird gehemmt, wodurch sie gezwungen werden, langsamer auf der Fahrbahn abzurollen; so wird die kinetische Energie (Wucht) des Fahrzeuges mehr oder weniger vernichtet. Bei den Geschwindigkeiten, die wir heute hoch nennen, muss man es jedoch schon vermeiden, von den Bremsen stärker Gebrauch zu machen, da ein Schleudern des Wagens auftreten könnte. Glatte Strassen zwingen sogar den vorsichtigen Fahrer, besonders bei feuchter Witterung, die Gaszufuhr verhältnismässig langsam zu drosseln, wenn die Fahrgeschwindigkeit entsprechend hoch war;' es kann auch" eine zu starke Bremsung von Seiten des Motors eine Schleudergefahr hervorrufen, eine Tatsache, die noch vielen Fahrern unbekannt ist. Durch Einführung der hydraulischen Luftdruck- und Vakuumbremsung ist wohl ein Optimum an Ausgeglichenheit der Bremswirkung erzielt worden, was die Verteilung der zur Verfügung stehenden Bremskraft auf die einzelnen Räder betrifft. Doch kann auch schon bei der praktisch erreichbaren gleichen Beschaffenheit der Bremsbeläge keine absolute gleiche Bremsung der Räder erreicht werden. Die nicht ideale Gleichartigkeit der Reifen, sei es wegen ungleicher oder ungleich abgefahrener Profile, wegen ungleichem Luftdruck, also verschiedener Haftfähigkeit des Protektors, könnte in ähnlichem Sinne wirken. Weitere Störungen können durch die nicht ideale Gleichartigkeit der Strassendecke auftreten, die durch Reparaturen oder wegen ungleich trockener Stellen als gegeben vorausgesetzt werden muss. Die Möglichkeit eines Schleuderns kann durch ungünstiges Zusammenwirken der sich aus den drei genannten Hauptfaktoren (Bremsbeläge, Reifen, Strasse) ergebenden Gefahrquellen sehr gross werden. Die Bremsen des Wagens von morgen dürften also erst dann betätigt werden, bis der Motor- (nach langsamer Gasdrosselung!), sowie der Roll- und Luftwiderstand die Geschwindigkeit derart vermindert haben, dass dies ohne Schleudergefahr geschehen kann. Doch gerade der Luftwiderstand, einer der wichtigsten Momente zur Verminderung der Fahrgeschwindigkeit, wird durch Anwendung der Stromlinie verhältnismässig stark verringert, wenn man „die hohen Geschwindigkeiten berücksichtigt, von denen diese Betrachtung ausgeht. Daraus resultiert, dass man vorerst eine grosse Strecke zurücklegen müsste, bis man überhaupt zur Betätigung der Bremsen schreiten darf. Der gesamte Bremsweg, der sich jetzt aus zwei Phasen zusammensetzt, würde jedoch bedeutend grös.ser werden, als es der höheren Fahrgeschwindigkeit entspräche. Auf Grund dieser Ueberlegung wurde die Frage aufgeworfen, ob dieser grosse Bremsweg nicht durch eine grundsätzlich neue Methodik der Bremsung verringert werden könnte. Die zeitweilige Vergrösserung des Luftwiderstande, d.h. eine zeitweilige Ausschaltung der Vorteile der Stromlinie, ist ein Weg dazu. Diese Idee knüpfte an die im Flugzeugbau heute allgemein verwendeten Abfangvorrichtungen an, die es ermöglichen, auch bei sollst .sehr schnellen Mascljinejj^J^. Lähd6ges