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E_1935_Zeitung_Nr.049

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1935 - 49 Abb. 3. gesorgt, dass man beim normalen Anhalten oder auch sonst auf Wunsch die Drosselklappenbetätigung vom Bremspedal abhängig machen kann. Zieht man nämlich die Handbremse an, so wird die Nocke C mitsamt ihrer Welle und der Hebel F seitwärts verschoben und so auch ausser Eingriff mit dem Hebel L gebracht. Auf ganz einfache Weise kann man sich überhaupt auch eine Zweipedal-Bedienung herrichten, indem man, wie in Abbildung 3 dargestellt, am Bremspedal einen Mitnehmer anbringt, der sich gegen das Kupplungspedal anlehnt. Jedes stärkere Durchtreten des Kupplungspedals lässt dann zwangsläufig auch die Bremse in Tätigkeit treten, ohne dass man deswegen gezwungen ist, mit dem rechten Fuss vom Gaspedal zu gehen. Wie jeder Leser selbst einsehen wird, hat aber auch diese Anordnung ihre Nachteile, -y-. Arbeitet die Wasserpumpe richtig? Zeigt ein Wagen bei Eintritt der. warmen Jahreszeit anormal starke Neigung zum Kochen, so kann man u.a. ganz gut einmal auch eine Prüfung der Arbeit der Wasserpumpe vornehmen. Nicht allzu selten kommt es ja vor, dass sich die Flügelscheibe der Wasserpumpe von der Welle löst, sei es, weil der Mitnehmerbolzen gebrochen oder herausgerutscht ist oder dass im Innern der Pumpe infolge Einfrierens derselben im Winter ein Bruch entstand. Zur Kontrolle löst man den oberen Wasserschlauch vom Kühler los und lässt den Motor laufen. Bei höherer Tourenzahl soll nun das Wasser in einem gleichmassigen vollen Strahl aus dem Schlauch austreten, wenn man dafür sorgt, dass der Kühler durch Nachfü'len mit einer Qiesskanne oder direkt aus der Wasserleitung immer auf dem normalen Wasserniveau bleibt „ . , ., . -at.. Tech

Bern, Dienstag, 18. Juni 1935 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 49 JCteUtes Jleisea&eHteue* 1. Mittlere Dressurprüfung (auch gültig für die Vielseitigkeitsprüfung). Freitag, 28. Juni: 2. Dauerritt (Vielseitigkeitsprüfung). Am herrlichen Gestade des Vierwaldstätfer-Sees. Vitznau. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. So auch mein guter Freund Emil, der mich bei einer Tasse Kaffee mit folgendem heiteren Erlebnis ergötzte: «Steige ich da auf einem Kleinstadtbahnhof in die Eisenbahn. Das Abteil war leer, denn der bisherige einzige Insasse war eben ausgestiegen. Ich will mir's gerade bequem machen, da sehe ich oben im Gepäcknetz eine einsame Aktentasche liegen. Donnerwetter, denke ich, die hat sicher der gute, alte Herr vergessen! Noch steht der Zug. Also packe ich schnell das rindlederne Gebilde und reiche es dem Stationsvorsteher zum Fenster hinaus. «Das hat der Herr, der dort durch die Sperre geht, Hegen gelassen,» rufe ich. Der Beamte trabt hilfsbereit los, und der Zug fährt ab. Wie nun draussen die ersten Felder vorüberziehen und die Telegraphendrähte zu tanzen beginnen, höre ich plötzlich einen Riegel schnappen, und aus dem verschwiegenen Oertchen, das ans Abteil angrenzt, tritt ein gar nicht guter, gar nicht alter, sondern sehr neuer Herr. Er sieht ins Gepäcknetz und dann auf mich. Mir ahnt Düsteres. Und da begehe ich eine Dummheit und erzähle ihm haargenau, wie sich die Sache mit seiner Tasche zugetragen hat. Gott — dem platzte der Gummikragen! Ein ganzer Zoo, der ganze Brehm von vorn nach hinten und von hinten nach vorn reichte ihm nicht aus, um mir klar zu machen, für was er mich hielt. Er müsse zu einem Prozess, und habe wichtige Akten in der Tasche, und seine Zahnbürste, sein Nachthemd, die Photographie seiner Braut, einen halben Apfel und ein Fieberthermometer. Letzteres hätte er, wie ich bei mir dachte, gerade jetzt gut brauchen können. Denn er war schon rot wie eine Tomate. Aber bei Bewusstsein muss er leider noch gewesen sein, denn er trompete mir allerlei von Verklagen, Schadenersatz, Anzeige und Namenfeststellen vor. Ich glaubte schon er würde die Notbremse ziehen. Ich schwitzte wie eine Fensterscheibe. Er wird doch mal eine Pause machen, denke ich, aber der Mann hält durch wie ein Rundfunksender. Bis endlich die Räder kreischen und der Zug in die nächste Station einrollt. Der Wüterich reisst das Fenster auf und brüllt nach dem Bahnhofvorstand. Der eilt herbei und nimmt mit ruhiger Amtsmiene den Bericht entgegen, der ihm ungestüm wie der Niagara über die rote Mütze pladdert. Und dann-spricht dieser Salomon unter den Stationsbeamten zu dem aufgeregten Aktenta- rend des Aufenthaltes auf einer Station verschenbesitzer ganz sachlich die denkwürdi- boten!» Und da war der Bart ab und die gen Worte: «Sie allein sind an dem Vorfall Sache erledigt. Man hörte nur noch den schuld. Können Sie nicht lesen? Auf der Stein auf die Erde plumpsen, der mir vom S. B.B. ist die Benutzung des Abortes wäh- Herzen fiel!» Unser Dampfer «Stolwijk» fuhr mit Kajütepassagieren, 800 Zwischendeckpassagieren und einer Ladung von Baumwolle, Tee, Oelkuchen und Häuten von Saigon nach Manila auf den Philippinen. Kein Lüftchen rührt sich, stickiger Brodem liegt über dem Schiff, die Luft ist nicht kühl genug, um in den Heizraumluftschächten herabfallen zu können. Von den Kesselfeuern strahlt beissende Glut. Mit beklemmender Schwere lastet, die Hitze auf. der Brust eines Heizers, eines abgebauten Bankangestellten, der sich als Trimmer und Heizer die Heim-" reise nach Amerika und weiter nach Europa verdienen wollte. Er hält es unten nicht mehr aus und kriecht durch den Luftschacht auf der kleinen eisernen Steigleiter auf das Bootsdeck. Im Rauchsalon, dessen Fenster auf das Bootsdeck gehen, sitzen die Passagiere beim eisgekühlten Champagner; er drückt seine Nase an dem Fensterglas platt und stiert mit irren Augen auf die Gesellschaft. Haidk an (Bond « Bringen Sie den Mann zur Vernunft», befiehlt mir der Erste Offizier, «er belästigt sonst die Passagiere! » Ich nehme ihn bei der Schulter. « Mensch », suche ich ihn zu beruhigen, « machen Sie nicht schlapp, zehn Tage noch, und wir sind aus dem Kessel heraus.» Er taumelt zur Reeling, klammert sich an den Bug eines Bootes. Ich gönne ihm die paar Atemzüge und gehe wieder auf die Brücke. Der Heizer sieht auf das Wasser, ich kann nicht, denkt er..., nie mehr..., nicht mehr in die Hölle — mit einem Sprung ist er über Bord und verschwindet in der hohen Dünung. Wir dampfen zurück, suchen mit dem Kutter, haben nichts mehr von ihm gesehen. Ich mache eine kurze Eintragung ins Logbuch, einen Strich in der Mannschaftskontrolle..., wie viele von da unten gingen schon diesen Weg! Am nächsten Morgen habe ich Dienst auf der Brücke, starre in die Weite der chinesischen See, als Pokorny, unser zweiter Maschinenoffizier, ein gebürtiger Prager,, auf die Brücke kommt. « Was machen Sie denn während Ihrer Wache hier oben? » frage ich ihn, c wo brennt's denn? » « Im achtern Laderaum brennt's.» « Machen Sie doch keine dummen Witze! » «Es ist doch so. Rauch dringt aus den Luken drei und vier.» «Vier? Das kann ja schön werden, dort haben wir gefährlicue Ladung, auf drei ist nur der Tee verstaut! » Der Alte hastet auf die Brücke. «Thayer, lassen Sie sofort den Zugang zum Achterdeck absperren, stellen Sie Posten an die Stiegen, teilen Sie die Revolver aus! » Ich stürze die Treppe hinab und nach achtern. Der erste Bootsmann und der Zimmermann setzen ihre Rauchhelme auf und steigen in die inzwischen geöffnete Luke, aus der dichter Rauch emporsteigt. Aus dem Maschinenoberlicht rasselt der Maschinentelegraph auf «langsam», durch das Telephon wird der Befehl gegeben, alle Feuerlöschpumpen anzustellen. Ich setze mir auch einen Rauchhelm auf und klettere in die finstere Luke hinab. Die Sache erscheint nicht sehr gefährlich. Ich krieche auf allen Vieren durch den finsteren Laderaum, kaum kann der Strahl meiner elektrischen Lampe einen Meter weit den Rauch und Dampf durchdringen. Das Schott zwischen Raum drei und vier glüht, dahinter muss der Brandherd sein! Ich rufe hinauf: « Alle Schläuche mit ganzer Kraft Wasser in Raum vier geben! » Wir sind vom Qualm und Rauch schwarz wie Neger, die Kleidung beschmutzt und durchnässt; ich binde mir ein nasses Taschentuch über die Augen. Ein Matrose wird auf die Brücke geschickt. Ich melde auf einem Zettel: « Wir können das Feuer lokalisieren, wenn wir es von der Baumwolle fernhalten, benötigen weitere Schlauchleitungen nach Raum vier.» Die Hauptsache war jetzt nur, die 800 Deckpassagiere in Zaum zu halten. «Sämtliche wachfreien Heizer und Mannschaften nach Achter! » befiehlt der Erste. Die Ladewinden werden unter Dampf gesetzt, die Bäume ausgeschwungen. Wie wahnsinnig arbeitet alles, um die Ladung aus Luke vier zu nehmen und an den Brandherd zu kommen. •C K •) • • • K V f} |^ — unwirklich beinahe, gleichwie einen feisten und Befreiung war es ihr in ihrer h hilflosen — 1Handschuhe — einen Stock — wusste im I^MgBBHIi^^HHIMBM^MMii^Bi Nickelmann in eine Tiefe untergehen — Erschütterung, dass er — der Chef — jetzt jetzt gleichen Augenblick: er — das war von Oben vor seiner Wohnungstür breit ein endlich bei ihr war, dass sie nach dem ent- de nicht HHalb offen stand die Tür zum Salon —. ihm i h r — Fred Rave — DiG Versuchung Schupo, der ihm den Eingang wehren wollte: setzlichen Erleben dieser Viertelstunde des Joos Utenhoven «Wer sind Sie denn? Ne — hier können Sie mehr allein mit dieser armen Toten und all Seir Sein Blick durchflog den Raum: nichts — w ' jetzt nicht 'rein —» den fremden Herren und den Polizisten isten in in nieti niemand —. Alles so wie-sonst — wie immer — der Wohnung war. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Aber während er noch nach den Schlüs- der Wohnung war. mer Den Weg gab er Joos Utenhoven dienend se 'n tastete, den Mann aufklären und zur «Was «Was ist —?» An seinem ist —?» Aber da nebenan, jenseits der klaffenden Arm hielt sie sich klammernd Portiere, A frei, hing sich, ihm zugewandt, mit seinen Seite schieben wollte, wurde die Tür aufgein seinem Arbeitszimmer Schritte fest An seinem rang danach, Arm hielt ihm sie etwas sich zu klammernd sagen — — Por wässerigen Trinkeraugen an ihn und brab- tan. Schritte, von Teppichen gedämpft. Einer, und fest — fand rang kein danach, Wort, ihm fiel etwas in ein zu neu sagen ues fas- der •' belte, während er, anschlußsuchend, neben Ein anderer jüngerer Beamter, vor dem und wartend auf und ab ging — auf und ab — sungsloses fand kein Schluchzen. Wort, fiel in ein neues fas- der ihm her durch den Flur ins Treppenhaus bis der Schupo sogleich zur Seite trat. Der sungsloses Schluchzen. D Den Vorhang rückte er, war in der Türe: zum Fahrstuhl hastete: « ne — so'n Un- grüsste unsicher, erregt und fragte: «Herr Der Kriminalassistent sagte beklommen: zwe zwei Herren. glück ne die arme gnädige Frau . Da Utenhoven —?» Und als Joos Utenhoven «Herr Utenhoven — was geschehen ist — D Der Sanitätsrat, der wie festgebannt in weiss man ja wahrhaftig nicht . Und'der nickte, nannte er seinen Namen: «Kriminal- ich bin da selbst im Zweifel —. Ich bbin erst sein seinem Wandern innehielt, und dessen Hände, die sich hinter seinem Rücken gegriffen Herr Sanitätsrat Fränkel aus dem ersten assistent Weller.» kurze Zeit — also: ich habe gleich an das de, Stock is gleich hinauf — und aufs Revier hab' Sie traten in den Flur — da stand knapp Präsidium telephoniert — die Komissarevom hatten, hatt jäh nach vorn fuhren — und einer, ich telephoniert sind auch schon oben : an der Tür ein zweiter Schupo. Und aus dem Dienst können in wenigen Minuten ——» ein ein schlanker junger Mensch, der, seinen der Herr Kriminalassistent und von der Salon kam das Fräulein Lissy Erler, die ihm Die Hände, die noch immer seinen en Arm Kopf Kop mit dem strähnig zerwühlten Haar weit Schupo zwei —» die Mappe hatte holen wollen — und die ihn umklammerten, wollte Joos Utenhoven•< * lö- lö-von vorgebeugt, neben dem Rauchtisch in einem Joos Utenhoven nickte abwesend — er jetzt nach ihrem Anrufe fiebernd vor Angst sen, er drängte weiter — tief« tiefen Ledersessel sass, jetzt sein Gesicht hörte all das kaum. Nur ein paar Wortfet- und vor Entsetzen hier erwartet hatte. Nichts «•Nein «Nein — nicht —! So schrecklich i ist es— — langsam, lanj wie erwachend emporhob und mit zen flogen ihn an und hafteten: der Sanitäts- mehr von dem sorgfältig ondulierten Haar, ist so —> —» Nach den Zimmern hin iirrte ihr verstörtem, ven aufgerührtem Blick nach oben rat ja — das war das alte, zierliche, ge- von dem gepuderten Oesichtchen. Verheult Blick. sah sah: Rave — pflegte Herrchen — die Polizei — und aufgerührt, das nasse und verknüllte Ta- Wortlos, entschieden machte er sich frei J< Joos Utenhoven hing einen Herzschlag lang Und dabei war er schon im Fahrstuhl — schentüchlein in den Händen, kam sie vorge- — sah, während er an ihr und an dem m hilflos starr, forschend, bohrend in den dunklen Augen, die vor ihm abirrten, sich bargen und schloss — drückte den Knopf — sah durch laufen, fiel, kaum dass sie ihn erblickte, und nachblickenden Assistenten vorbei de den Flur gen die Scheiben des aufsteigenden Lifts draus- wie sie ihren Mund auftat, etwas zu sagen, durchschritt, neben dem weissen Z Ziertisch irgedwo im Fernen sich verloren. sen das feiste, neugierig-enttäuscht aufstar- laut aufschluchzend in einen neuen Ausbruch mit den Bürsten, Kämmen auf dem kleinen rende Gesicht des Panke vor sich versinken ihres krampfhaft heissen Weinens. Erlösung Hocker seltsam klar einen ihm fremden Hut (Fortsetzung folgt.) XVII. Nationaler Concours hippique V Nationole Vielseitigkeitsprüfung • -tfT* 27. bis 3O. Juni 1935 auf dem Areal der EPRA "Ä (Photo Bürgi.) Luzern Schiller Hotel Garni Alle Zimmer mit fliess. Wasser o. Bad u.Tel. Zimmer v. Fr. 4.50 an. Pens. Fr. 12.-. Autoboxen. Ed. Leimgruber, Bes. Donnerstag, 27. Juni: Samstag, 29. Jun!: Sonntag, 30. Juni: 3. Eröffnungspreis (auch gültig als Springprüfung der Vielseitigkeitsprüfung). 4. Jagdspringen. ^ 5. Schwere Dressurprüfung. 7. Preis vom St. Georg (Coupe) 6. Armeepreis. 8. Championnat von Thun. Vorführung am Sonntag: Das Jurapferd am Bernerwägeli. BILLET-VORVERKAUF: Regle Thun,Tel. 2076. 27. bis 29. Juni: reduzierte Preise. Gedeckte Tribünen (Logen u. numeriert«* Plätze). Bewachter Autopark.