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E_1935_Zeitung_Nr.048

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1935 - N° 48 ten, bilden ein Strassenkreuz erster Ordnung in der Welt. Hier begegnen sich die Verbindungswege vom Qenfersee zum Rheintal, vom schweizerischen Mittelland zum Tessin. Die ganze 5 Mittelschweiz wäre ohne Gotthardbahn und -strasse vom südlichen Sonnenländchen der Heimat abgeschnitten. In den Flanken des Gotthardmassivs sitzen die Scheitelpunkte der Furka und der Qrimsel, des Oberalp und des Lukmaniers, Strassen, die sich mühselig über steil Triften und graue Schutthänge winden und aus den rauschenden Gebirgstälern herausiühren in die Ebenen der breiten Ströme. Bedenkt man einen Augenblick, dass Graubünden mit dem Zürichseegebiet nur durch die Wallenseeverbindung zusammenhängt, so wird die Wichtigkeit des Oberalppasses erst recht klar. Nicht viel anders ist es mit dem Wallis — von der Grimsel bis zum Col de Pillon kein gebahnter Weg aus der inneren Schweiz. Darum sind die Strassen, die die Drehscheibe Gotthard ausmachen, für uns so ausserordentlich kostbar. Sie sind ein Lebenselement der Schweiz, diese Strassen — von der landschaftlichen Schönheit, die sie erschliessen, ganz zu schweigen. Haben Sie schon die dramatische Schönheit der Passfahrten bemerkt? Ich meine »licht die ewigen Klagen über die schlechten Strassenstellen, die der Mitfahrer vieler Automobilisten als ständiges Thema zu hören bekommt, meine auch nicht die .mehr oder weniger sanften Flachland-Diskussionen, wie sie zwischen Führern von Motorfahrzeugen gelegentlich entstehen, wenn der eine glaubt, der andere sei ihm in die Quere gekommen. Nein, das Gebirge ist erzieherisch, ein jeder hat mit der eigenen Sicherheit gerade genug zu tun. Und die dramatische Schönheit der Alpenstrassen: sie liegt in der Steigung und Steigerung. Die dramatische Steigerung der Machtmittel der Natur ist gerade an den Pässen im Gotthardgebiet doppelt eindrucksvoll. Da zwängt sich, aus der Ebene kommend, an einer Felsenstelle die Strasse samt dem Schienenstrang eng neben,dem Fluss vorbei — die Strasse holt aus in weiten Kehren, überwindet die Talstufe, während die Bahn sich im Bergesinnern hinaufspiralt. Eine kurze, ebene Strecke zum Ausruhen des Auges, dann ein neuer Sprung in die Höhe, die Rasenflächen sind nicht mehr so maiengrün wie weiter unten, sie sind ein wenig braun und verzettelt, die Felsen treten in ihrer grauen Nacktheit aus der Vegetation heraus, Alpenrosen zu ihren Füssen. Die Strasse klettert unentwegt, bald auf dieser, bald auf jener Seite des schäumenden Baches, den Hang empor. Immer mehr treten die Anzeichen der menschlichen Behausungen zurück; alles, was zu unserem Täglichen gehört, versinkt hinter uns in der Tiefe. Kommt schon die Passhöhe? Nein, noch ist ein scharfer Stich zu überwinden. Die Schutthänge der Berge drängen sich an die Strasse, der Weg wird flach, man ist oben, der Motor heult nicht mehr, bald kann er am Seelein der Passhöhe verschnaufen. Das ist der Ruhepunkt im dritten Akt. Besinnliche Fahrer pflegen auf den Passhöhen etwas zu verweilen. Ein Paar Häuser mit dicken Mauern stehen an der Strasse, eigentlich Burgen, zum Trotz gegen Schnee und Winterkälte gebaut. Und zum Trotz gegen den Wind. Denn auf den Passhöhen ist Windstille selten, meist pfeift der Wind kühl von den Gletscern herab, selbst bei Sonnenschein. Man verkriecht sich irgendwohin zum Picknicken, vielleicht in den Windschatten eines Felsblockes am Bergseelein, vielleicht auch in die geschützte Terrasse des Hotels oder im bequemen Polster des Wagens selbst. Es ist schade, dass viele Fahrer die Fähigkeit, sich auszuruhen, verlieren, sobald sie in der Nähe ihres Wagens sind. Das Auto ist ein kostbares Ding, man mag sich nicht.zu weit davon entfernen. Auf Passhöhen, wo zumeist reichlich ebener Platz zum Parken vorhanden ist, und sei es auch auf einer steinbesäten Wiese, sollte man sich die Gelegenheit zu einem Spaziergang nicht rauben lassen. Jede Passhöhe hat ihren kleinen Aussichtsberg neben sich, manche hat auch eine Aussichtsstrasse, einen Fussweg, der in die Flanken der Berge führt und den Blick in die Tiefe der Täler erst recht öffnet. Natürlich erprobt jeder Besitzer, gerne die Leistungsfähigkeit seines Motors, erzählt jeder gerne davon, dass er an einem Tag vier oder fünf Pässe hinter sich gebracht habe. Aber die Natur ist nicht dazu da, um an ihr vorbeizurasen. Passhöhen sind erst recht zum Ausruhen gemacht. Sonst wären die Hospize ja nicht entstanden. Die Passhöhe ist die natürliche Pause zwischen Auf- und Abstieg. Was nun folgtest nicht minder spannungsvoll als die Fahrt auf die Höhe: der Sprung in die Tiefe, der Wettlauf mit dem Wasser, das wie ein zartes Gewebe über Felsenbänke fällt und im tosenden Bach talwärts stürzt. Wietier holen wir aus in die Felswände 'zur Rechten und zur Linken, die .Wehrsteine'smd bald links, bald rechts vom Wagen, die Kehren in die Luft hinausgebaut, eine dicht über der andern. Nirgends schöner und eindrucksvoller als im Tremola-Tal, am Südhang der Gotthardstrasse. Der Kehre sind 46. Das Hospiz auf St. Gotthard liegt 2095 m hoch, Airolo 1189 m. Diese 906 m Höhenunterschied entsprechen einer Luftliniendistanz von 3500 m — die Strasse legt mit 13 km beinahe den vierfachen Weg zurück. Das ist freilich eine Geduldsübung für den Automobilisten, eine Geschickfichkeitsprüfung und ein Examen des Gleichgewichtssinnes — aber es ist nun einmal im Leben so, dass alles Schöne erobert werden muss. Unterdessen schweben wir talwärts, schon beginnt die Strasse zahmer zu werden, noch ein paar grosse Kehren und auf dem Talboden empfängt uns das sichere Gefühl, gut gelandet zu sein. Die Talstufe weiter unten ist ein Kinderspiel gegen die Haarnadelschleifen in Für viele Autofahrer ist Graubünden noch Neuland. Denn es ist noch nicht viele Jahre her, dass diese herrliche, rauhe und milde Bergschaft dem Auto verschlossen und ein Teil des Volkes derart autofeindlich war, dass der Befürworter dann und wann nicht nur grobe Worte zu hören bekam. Vielleicht nicht ganz zu Unrecht, wenn man der völkischen Eigenart und den Besonderheiten des Landes Rechnung trägt Da aber Graubünden nicht nur Bauernland, sondern auch Gaststätte ist, konnte man sich schliesslich den Neuerungen, Erleichterungen und Ausgestaltungen des Reiseverkehrs auf die Dauer nicht entziehen. Die Hartnäckigkeit jener Churer Bürger, die ihre Wagen jenseits der Landquarter Rheinbrücke auf sanktgallischem Boden einstellten, siegte. Die chinesische Mauer fiel! Man ging allerdings diplomatisch und sorglich vor: Um-den Unwillen des Souveräns nicht allzustark zu erregen, wurden erst nur die wichtigsten Durchgangsstrassen geöffnet. Zudem beschränkte man die Maximalgeschwindigkeit in den Dörfern auf 12 Kilometer. Die Folge davon war, dass ich in Zizers gebüsst wurde, weil mich die Kontrolle mit 18 Kilometer stoppte! Da mein Name nicht lesbar oder genügend sichtbar war, wurde ich der engen Schlucht, aber nochmals braust der Fluss an Felswänden hernieder, bis wir draussen sind in der Ebene, wo man den Pferdekräften des Motors freien Lauf lassen kann. Passfahrten zählen zu den stärksten und unvergesslichsten landschaftlichen Erlebnissen. Nirgends offenbart sich das Gewaltige der Gebirgsnatur eindringlicher, als in dem raschen Wechsel zwischen der zivilisierten Stadt und der felsigen Einöde, die auf den Scheiteln der grossen Pässe auf den Besucher wartet. Die Geschwindigkeit des Automobils schwächt diese Eindrücke nicht ab, sondern verstärkt sie. Niemand hat dieses Erlebnis in greifbarerer Nähe als wir — und nirgends ist es so ausgeprägt, wie auf den Höhen des Urgebirges, das zwischen dem nördlichen und dem südlichen Europa liegt, auf der Drehscheibe Gotthard. Passland Graubünden Von Hans Rcelli. auf den Namen des damaligen Regierungsrates für das Bau- und Polizeiwesen mit 10 Franken, die ich auch gleich zu entrichten hatte, bestraft. Als sich aber die meisten Autler der bündnerischen Mentalität anzupassen suchten, wurde das Verhältnis zwischen Fahrern und Nichtfahrern besser. Die paar unvernünftigen Renner schlugen sich entweder in den tückischen Kurven die Schädel ein oder wurden, gebremst durch die bogenreichen Strassen, vernünftig. Schliesslich wurden auch die meisten übrigen, also auch die Zufahrtsstrassen, freigegeben. Ich war einer der Ersten, der — am Volant seines Automobils —' in Arosa landete; zugleich tastete ich im Auftrag der Gemeinde all die knappen Nebenwege samt den noch knapperen Brücken ab. Als ich aber mit einem kontrollierenden Gemeinderat den Obersee umfuhr, brüllte mich eine hemdärmelige Aroser Berümtheit, die auf ihrem Balkon die idyllische Stille genoss, erschreckend an. Jene Ausbrüche brauche ich nicht wiederzugeben. Denn heute besitzt die Aroser Berühmtheit einen klassischen Achtzylinder. Wenn zu Beginn des bündnerischen Automobilismus die Strassen wohl schmal aber gut waren, so verschlechterten sie sich mit Stf. Gatteriand II Stadt St. Gallen, die Stätte alter Kultur § | j u. Handelsplatz. Das Kur- u. Touristen- 1 gebiet Bodensee, Rheintal, Toggenburg, BadRagaz, St. Galler Oberland, Wallensee, Rapperswil, bietet mit seinem weitverzweigten, gut ausge- i bauten und wohlgepflegten Strassen- 1 I netz reiche Abwechslung für den Auto- fahren Verband St. Gallischer Verkehrs vereine Sitz Rorschach &ülauulln Der ungeheure Aufschwung des Sportes in den letzten Jahren hatte auch grossen Einfluss auf die Gestaltung der Herrenmode. Die Wünsch» der sog. Sportgeneration sind viel praktischer und nonchalanter geworden. Wir haben dieser Einstellung von Anfang an weitgehendes Interesse gewidmet und Neuheiten gebracht, welche die freie Sportauffassung mit der höchsten Eleganz glücklich verbinden. CMMmmoiL/,

48 - 1935 AUTOMOBIL-REVUE 19 dem zunehmenden Fährverkehr. Seit Jahren jedoch bemühen sich die Bündner Strassenmänner mit Erfolg um Verbesserungen, Verbreiterungen, Uebersichtlichkeit und staubfreie Unterlagen. Wenn ungeduldige Hoteliers auf die sichtbareren Taten der Nachbarländer, die ihre Bergstrassen meist als Kriegsstrassen bauten, hinweisen, so darf ebenso darauf hingewiesen werden, dass in der kurzen Zeitspanne des bündnerischen Automobilismus tatkräftig gearbeitet würde. Autobahnen, wie sie heute Deutschland in bewundernswerter Weise erstellt, eignen sich für ein Bergland, das schliesslich nicht durchrast, sondern gesehen werden will, nicht. Gewiss sind die bestehenden Passübergänge, fachmässig betrachtet, kaum erstklassig; sie werden aber im Laufe weniger Jahre — sofern man auch in Bern noch etwas mehr für die schweizerischen Passwege tun will — allen Ansprüchen genügen. Wer übrigens als Naturgeniesser durch die Täler und über die Berge fährt, achtet nicht mehr auf Uhr und Kilometerzähler und ärgert digen Eigenheit. Was für die Schweiz im ganzen gilt: auf kleinstem Räume die grössten landschaftlichen Verschiedenheiten zu vereinen, gilt für Graubünden im besonderen. In ein paar Autostunden schon befinden wir uns nach gelbem Korn, fruchtbaren Aeckern, Eichemväldern und Rebgehängen mitten in Eis und Schnee, Fels und strammkühler Luft Von Landquart rolle ich durch die nur anfangs dräuende Felsklus nach Klosters und Davos oder im immer noch behaglichen Rheintal hinauf nach Chur. Der Abstecher nach Arosa lohnt sich — dem Kurven-Besessenen sei verraten, dass er auf einer Strecke von 30 Kilometer über 300 denkbare und undenkbare Böglein, Ränke und Haarnadeln zu meistern hat (allerdings ist diesen Drehungen der Reiz etwaiger Gefährlichkeit durch sorgfältige Ausbauungen genommen!). An der Tüchtigkeit de* Aroser als Autolenker ist jedenfalls ihre sie immer wieder schulende Strasse schuld. Sieber ist Chur, Kantonshauptstadt und Bischofesttz, autotouristisch der wichtigste Ausgangspunkt. Ich zähle auf: über Parpan-Lenzerheide nach Tiefenkastöl — die Hinabfahrt bietet überwältigende Ausblicke — und weiter durch das Oberhalbstein und über den Julierpass, der jetzt auch •winteiüber fahrbar ist, ins Engadin nachSilvaplana - St, Moritz-Pontresina - Zuoz -Unterengadin oder entgegengesetzt nach Maloja und ins wilde prachtvolle Bergell. Von Pontresina wiederum lohnt Eich die Fahrt im Glanz der Berninagletscher nach Poschiavo, dem lieblichen Le Prese mit Pfirsichen i und Rosen an der Hotelmauer und weiter hinunter ins weinwarme Veltlin Oder ich pirsche dem Geleise der Rhätischen Bahn nach bis Thusis, zwänge mich durch die ewigdämmernde tosende Viamalaschlucht, gewinne terrassenförmig, auf behäbigem Tale die Höhe und zweige in Splügen über, den gleichnamigen Pass nach Chiavenna ab, wo ich durch das Bergell wiederum ins Bergell zurückkehre. Fahre ich der Nase nach, schraube ich mich rasch am Bernariin hoch, um nach unvergleichlichen Bildern, die sich immer südlicher und reifender erfüllen, in Bellinzona einzumünden. Noch andere Möglichkeiten bieten sich mir von Chur aus: ich will ins Bündtier Oberland, besuche Flims und eein mitten im Wald gelegenes Hoteldorf Waldhaus- Flims mit dem beinahe weltberühmten tanngrünen Caumasee und komme weiter über Uanz und Disentis auf schmaler aber meist guter Strasse zur Öberalp-PasshÖhe (schon bin ich im Banne des Gotthardmassivs), oder ich schwärme, gütgelaunt, in Disentis links aus, um mich im Medelsertal an Gamsrudeln und landwirtschaftlichen Einfällen zu ergöt?en uud endlich über den Lukmanier Biasca und Bellinzona zu erreichen. Und wiederum kann ich von Bellinzona das Misox empor und über den Bernardin ins geliebte Graubünden, das ich ja verlassen möchte, zurück. Uebrigens verbinde ich Thusis auf recht romantischem, schluchtigem und gähem Wege mit Tiefenkastei und kann von dort, statt über den schier ausgefahrenen Julier, über den weniger bekannten, doch reizvolleren Albula ins Engadin; die Abzweigung bei Alvaneu nach Wiesen und durch das enge, waldige und felsenklotzige Tal der «Zügen» nach Davos bleibe nicht unerwähnt. Dieser Kreis ist geschlossen. Und nun beginnt ein anderer, fernerer Kreis, den ich mit den Sternpunkten: Davos-Flüelapass (von der Höhe erblicke kh bei sichtigem Wetter das stolze Tarasjjer, Scfyloss). — Süs^Zernezt-Ofehpass-Umbrail-Börmio-Ti'ranö-Ti'eifnina-Älb'uia-Üavös i teMna-Älbulä-Davö vollende. Diese Rundtöür Ist "grössariig " und' "ünvergesslich. " " "Eiri- : sich nicht mehr über eine auf Geschwindigkeit nicht geeichte Bahn. Die Bündner Strassen kreisen in solche Stimmungen hinein, in solche Einsamkeiten, Kühnheiten und Farbenspiele, dass man ihnen dankbar sein sollte. Sie durchschneiden kaum ein Tal, sie wiegen es beidhangig aus; sie brechen nicht durch den Berg, sie schwingen schwindelig an ihm empor und lassen die Lust des Höherschraubens, des Himmelwerdens wunderbar erleben. Und köstlich schleifen sie von den Höhen in Ringen und weitgezogenen Bogen, langsam hinab. Man verfolgt die Grenzen: bis hierher herrschen Fels und Eis, dort nach den Edelweiss blühen an Hang und schlichten Seeufern Alpenrosen, hier beginnen die Bäume,, krüppelig noch, mehr in die. Breite als Höhe wachsend, mählich aber waldhaft aufrecht.. Dazwischen, in Lichtungen, leuchten blaue Wiesen, Enzian an Enzian. Schon schimmert weisslich das Dorf herauf, in das wir nicht hineinbrechen, sondern gemächlich hineingleiten. Ich möchte dam Autowanderer kein festes Programm für seine B'ündner Fahrten vorschlagen; ich möchte ihn auch nicht über unsere Pässe ins nachbarliche Ausland jagen, sondern ihn, ohne an der Nase herumzuführen, im eigenen Lande halten; Ich biege, von Zürich kommend, beispielsweise in Sargans nach Trübbach ab, streife das lichtensteinische Balzers und fahre über die einzigartige Luziensteig riacb Mayenfeld (Maienfeld mit «i» geschrieben, sei falsch, sucht mir der Stadtpräsident bei einem Glase sternstrahlendem eigenen Wein zu beweisen). Schon bin ich in Bünden. Und wer diese., weingesegnete Herrschaft, des Kantons nicht kennt,/' kennt Graubünden nur in seiner bergigen und walmal bin ich allerdings am Umbrail mitten im Juli im Schnee stecken geblieben — aber die italienischen braunfinsteren Zöllner entpuppten sich als liebenswürdige Helfer. Brich an einem blauen Frühmorgen auf, die Wunder warten deiner! — Davos ist, wie St. Moritz auch, nicht nur winterliches Skitouren-Zentrum, sondern ebensosehr auch sommerliches Standquartier für den Autler. Vor allem bildet der J"!üela die kürzeste Fahrverbindung von Landquart über Davos nach dem Unterengadin (auch Oberengadin) und seinen bekannten Heilbädern Schuls-Vulpera-Tarasp. Mählich wird auch die Unterengadiner Strasse ruhiger und besser, nachdem sie jahrelang in kläglichem Zustande war. Die Route Martinsbruck-Finstermünz ins Oestrreichische und Italienische sich an und wird gerne gemacht. hinein schliesst Sieben Strassen schneiden die Walliser Kantonsgrenze; sechs davon sind respektable Passübergänge. Nur ein Weg führt, wie's sonst üblich ist, mehr oder weniger eben in den Kanton hinein. Ein sonderbares Land, muss man sich sagen, wenn man das so vor sich geschrieben sieht. Das farbenfrohe Wallis, die hochalpine Ferienstube, hat auch sein ganz apartes Netz von Strassen. Die Karte lehrt uns; Im Osten kommt die Furka aus der Urschweiz an die junge Rhone. Eine verkehrspolitisch ungemein interessante Strasse, denn sie knüpft das Rhonetal an den Gotthard, sie bildet mit der Oberalp zusammen die grosse, einzigartige West-Ost-Verbindung- der Zentralalpen. Daneben die Qrimsel, die wie die Furka keck an den Hang hingeworfen ist, Gen Süden der Simplon, den man im Wallis als den schönsten Pass bezeichnet. Sie haben wahrscheinlich nicht unrecht, die Walliser; denn wer je einmal im Frühsommer die Alpenrosenpracht an der Napoleonschen Alpenstrasse gesehen hat, dem fällt's nicht schwer, zuzugeben, dass der Simplon ein feiner Pass ist, vielleicht tatsächlich die schönste Passstrasse weit und breit. Des Simplons Bruder ist der Grosse St. Bernhard, ein auf Schritt und Tritt auf Geschichte zugeschnittener Uebergang. Dieser Pass, wo jeder Meilenstein mit historischen Reminiszenzen verbunden ist, hat Tradition wie keine zweite Strasse im Wallis. Vom Unterwallis leiten .zwei Wege nach Frankreich hinüber, die Forclaz Richtung Mpnt-Blanc und der Pas rie-Morgins, der Benjamin der Walliserpässe, Neben den wichtigen Heeresstrassen führen fahrbare Wege und Strässlein in allerlei wonnigliche Winkel, Ecken, Bergschalen und verschwiegene Sommerorte, die in ihrer Abseitigkeit noch unberührter und ursprünglicher sind. Aber warum sie aufzählen? Schliesslieh will ich meinem Autobruder die Entdeckerfreude nicht vorwegnehmen. Und die ideale Einheit Fahren und Wandern will ich ihm erst recht überlassen; jenes Passland Graubünden, das nicht mit dem Pneu, nur mit dem Nagelschuh erreichbar ist, auf Saumpfaden, über Kletterfelsen und samtene weglose Weiden, ist am schönsten und himmlischer Stille und himmlischem Sturm am nächsten. Wallis, Bergstrassenland par excellence nach Hochsavoyen, ziellos ohne richtiggehenden Abschluss. Neben diesen sechs hochalpirien Uebergängen hat das Wallis aber noch eine ganz Reihe von Strassen, die auf der Karte ein schüchternes, unauffälliges Dasein fristen und im grossen Verkehr kaum über die Be- Ein mächtiger Ausguck im unteren Rhonetal: Der Batiaz-Turm bei Martigny, der einst berufen war, das Rhone-Eck unter dem Daumen zu halten. J, Mt f^R dl Avere-O«tto • GRAUBÜNDEN vereinigt durch seine bevorzugte geographische Lage, seine grossartige Gebirgswelt, seine mannigfaltigen Kurmittel (Weltbäder und Luftkurorte) und seine Sportplätze, ferner durch seine hochinteresund elektrischen Bahnen, santen Alpen-Autostrassen welche durch malerische Talschaften bis in die Gletscherregionen führen, alle Vorzüge in sich, die das Land zu einem der hervorragendsten Touristen-, Kurund Sportgebiete Europas stempeln. Strasse Chur-Arosa für Autos offen. Auskunft, Prospekte und Hotelführer Graubünderi durch das Offizielle Verkehrsbüro in Chur.